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Full text of "Fontes rerum austriacarum 41-2"

PONTES RERVM AISTRIACARII. 



(ESTERRDCHISCHB GESCHICHTS QUELLBH. 



HERAUSGEGEBEN 



HISTORISCHEN COMMISSION 



KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN IN WIEN. 



ZWEITE ABTHEILUNG. 

DIPLOISATABIA ET ACTA. 

XLI. BAND. 

BR8TK HALFTE. 






WIEN, 1879. 

IN COMMISSION BEI KARL GEROLD'S SOHN 

BUCHHANDLBR DER KAI8. AKADKMIK DEE WI88EN8CHAFTKN. 



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DAS TODTENBUCH 



DES 



CISTERCIENSER-STIFTES 



LILIENPELD 



IN 



OSTERREICH UNTER DER ENNS. 



MITGETHEILT VON 



D R H. RvZEISSBERG. 



v -^ r ^^fe* / ^^-" 



WIEN, 1879. 



IN COMMISSION BEI KARL GEROLD'S SOHN 

BUCHHANDLBB DRR KAI8. AKADKMB DEB WIS8BM8CHAFTBH. 



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EINLEITUNG. 



JJas Todtenbuch von Lilienfeld, welches ich hiemit der 

Oeffentlichkeit tibergebe, iat keine neu aufgefundene, keine 

bisher unbekannte Quelle. Han thaler hat vielmehr in dem 

Werke: Recensus diplomaticorgenealogicus archivi Campililiensis 

zu den einzelnen Adelsfamilien die bezuglichen Stellen unseres 

Nekrologs fast vollstandig mitgetheilt and uberdies im Anhange 

zu dem zweiten Bande jenes Werkes die wichtigsten der bur- ' 

gerliche Personen betreffenden Notizen hinzugefugt. Darnach 

konnte auf den ersten Blick eine neue Ausgabe ais ziemlich 

uberfliissig erscheinen, woferne es uns nicht im weiteren Ver- 

laufe dieser Einleitung gelingen sollte, die bekannte Unzuver- 

lassigkeit Hanthaler's auch beziiglich unserer Quelle darzuthun. 

Das Lilienfelder Todtenbuch ist ein Kleinfolio-Band von 

118 Pergamentblattern, welchen gegenw&rtig 23 (mit Ausnahme 

der Vorderseite des ersten und der Riickseite des letzten) un- 

beschriebene Papierblatter vorgeheftet sind. Die Einbanddeckel 

aus Schweinsleder mit eingepressten Mustern sind 32 Centimeter 

hoch und etwa 26 Centimeter breit. Auf dem oberen Deckel 

liest man in schwarzer Farbe eingepresst: ,C. S. A. C/ (oben) 

and ,1639' (unten), woraus hervorgeht, dass der Einband aus 

der Zeit des Lilienfelder Abtes Cornelius Strauch (1639 

bis 1650) herriihrt. Ernst war en in den Band, um ihn zu 

\?chliessen, vier Lederriemen eingelassen, von welchen noch 

. Reste sichtbar sind. Auf dem Rticken tr&gt er in Tinte die 

Auf8chrift: ,Rotula antiqua Campililii'. 

Die Pergamentblatter, welche bei dem Einbinden be- 
schnitten wurden, so dass hie und da Theile der am oberen 
Rande stehenden Rubriken und der Randbemerkungen ausge- 

F ante s. Abth. II. Bd. XLI. 1 - -> 

424719 

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fallen sind, sind gegenwartig 31 Centimeter hoch und 25 Centi- 
meter breit. Das Nekrolog umfasst Blatt 1 — 117. Ausgefallen 
sind das erste Blatt, welches die beiden ersten Columnen der 
Tage 1. — 3. Januar enthielt, so wie die Blatter, welche den 10. 
bis 31. December enthielten, mit Ausnahme der beiden ersten 
Columnen der Tage 10. — 12. December, die auf der Riickseite 
des Blattes 117 stehen. Vermuthlich fehlten diese Blatter schon 
zur Zeit des Abtes Cornelius Strauch, jedenfalls aber zu 
Hanthaler's Zeit (vgl. Recensus II., 308). Das Nekrolog ist 
derartig eingerichtet , dass von den einander zugekehrten 
Seiten der Handschrift die eine das Datum und die monachi, 
die andere die conuersi und die familiares enthalten sollte. Zu 
diesein Behufe ist jede Seite in zwei Columnen getheilt, die 
nach oben kreisformig abschliessen und mit je drei Thiirmchen 
gekront sind. Die zur Herstellung der Columnen verwendeten 
Farben sind abwechselnd: roth, blau, gelb (oder braun) und 
grun. In den halbkreisformigen Abschliissen findet sich in Ma- 
juskeln der Monatsname eingetragen, und zwar so, dass die 
Buchstaben abwechselnd roth und blau gefarbt sind. Ein Theil 
der ersten Columne ist dem Datum gewidmet. Eingetragen sind: 
der Numerus aureus, der Sonntagsbuchstabe und der Monats- 
tag, alles roth, bis auf die Sonntagsbuchstaben, bei denen blau 
und roth wechseln. Der Rest der ersten Columne und die ganze 
zweite waren fur die monachi bestimmt, die dritte Columne fur 
die conuersi, die vierte fur die familiares. Doch ist diese Ein- 
theilung bei den Eintragungen ziemlich oft nicht beachtet worden. 
Je zwei einander zugekehrte Seiten sind fur je drei Monatstage 
bestimmt. Doch beginnt jeder Monat auf einer neuen Seite, 
die stets mit einer einfachen Initiale: Kl. — Kalendas, ab- 
wechselnd roth und blau geschmuckt ist. Die einzelnen Seiten 
waren liniirt; hie und da lasst sich das Linienschema noch er- 
kennen. Man erkennt dreissig Horizon tall inien , von denen 
zwolf dem ersten, je neun den beiden anderen Monatstagen 
bestimmt waren. Zwei Verticallinien, vor denen der numerus 
aureus stent, dienen dazu, den Sonntagsbuchstaben von jenem 
einer-, und dem Monatstage andererseits zu trennen; zwei ein- 
ander sehr nahe liegende Verticallinien trennen das Datum 
von der Rubrik der monachi. Hie und da bereits verwischt, 
lassen sich diese Verticallinien noch heute an den mit einem 
spitzigen Instruinente gemachten Vorstichpunkten erkennen. 



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Eine eigenthiimliche Schwierigkeit erhebt sich, sobald 
man es versucht, die von der ersten Hand herriihrenden Ein- 
tragungen zu bestiramen. Allerdings l&sst sich diese erste Hand 
(A) auf den ersten Blick erkennen, denn sie zeichnet sich 
durch Schonheit und Sorgfalt der Schriftzfige, sowie durch die 
Farbe der Tinte aus, die wohl schon urspninglich von blasser 
Farbe war, was eine spatere Hand, die wir sogleich n&her 
kennen lernen werden, veranlasst hat, hie und da die Ein- 
tragungen derselben aufzufrischen. Man ersieht dies z. B. zum 
18. Januar, wo im Namen: Alhalidis der Anfangsbuchstabe 
allein die urspriingliche blasse Farbe zeigt, bei dem zweiten 
a die Auffrischung noch wahrzunehmen ist. 

Der Zeit nach steht dieser eine andere Hand (B) sehr nahe, 
welche eben die Schriftzuge der Hand A zuweilen aufgefrischt 
zu haben scheint. Nun finden sich aber Stellen, an denen von 
mehreren Worten, die dem Sinne nach zusammenh&ngen, einige 
von der ersten, einige ebenso unzweifelhaft von jener anderen 
Hand geschrieben sind. So liest man zum 31. Januar (Co- 
lumne 4) die Stelle: Dominus Hainricus de Weizzenberch. Ge- 
drudis vxor Gotsehalci (senioris) de Neitperch, vnde custos habet 
redditus duorum talentorum in Receinstorf, an der die mit 
Cursiv-Lettem gedruckten Worte von der Hand A herriihren, 
Hainricus de hingegen von der andern Hand (B), auf die wohl 
auch die Auffrischung der Worte Gotschalci de Neitperch 
zurtickzufuhren sein wird. Das Wort , senioris' ist nachtraglich 
von anderer Hand fiber die Zeile gesetzt, vielleicht von der- 
selben, welche die Worte: ,vnde .... Receinstorf' fiber eine 
Rasur gesetzt hat. Letzteres findet seine Erklarung, wie unten 
(zum 31. Januar) nachgewiesen ist, dadurch, dass an die Stelle 
der urspriinglich auf Malmansdorf lautenden Stiftung spSter 
(1270) jene zu Receinstorf trat, was eben den Anlass gab, 
un8ere Stelle abzuandern. Dagegen bleibt die eigenthiimliche 
Verbindung der HSnde A und B fiirs erste rfithselhaft. 

Den Schltissel liefert uns eine Stelle zum 28. Februar 
(Columne 4). Hier liest man: Leutoldus de (B) Altenburch. 
Ditricus. Margareta de Hohenwart (A) und zwar so, dass die 
Worte: Leutoldus de den Schluss der ersten Zeile bilden, das 
Uebrige auf der zweiten Zeile steht. Allein in der dritten 
Columne findet sich eine Rasur, trotz deren noch deutlich zu 
erkennen ist, dass hier einst von der Hand A die Worte 

1* 



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Leutoldus de standen, an die sich unmittelbar und in der- 
selben Zeile Altenburch u. s. f. anschloss. Man ersieht hieraus, 
dass der Schreiber B an der auch sonst wahrnehmbaren Ver- 
nachl&ssigung der Columnen durch den Schreiber A Anstoss 
nahm, die Worte Leutoldus de radirt und sodann in der Co- 
lumne 4 in die iiber Altenburch u. s. f. stehende Zeile ge- 
setzt hat. Ganz ebenso ist nun auch die Stelle zum 31. Januar 
zu erklaren, wo in der 3. Columne zwar nicht mehr die Worte: 
Dominus Hainricus de, wohl aber eine Rasur sichtbar ist, 
woran sich unmittelbar, doch in der folgenden Columne 
Weizzenberch u. s. w. anschliesst. Dasselbe gilt vom 3. Marz, 
Columne 4, wo die Worte: Siboto fa. (B) die obere Zeile 
schliessen , die folgende mit den Worten : civis de M&tarn (A) 
beginnt; vom 4. Marz, 4. Columne, wo Hainricus jetzt von 
Hand B an den Schluss der oberen Zeile gesetzt ist, urspriing- 
lich aber von Hand A in die 3. Columne unmittelbar vor 
de Redenprunne, womit die zweite Zeile der Columne 4 anhebt, 
gesetzt war; vom 9. April, 4. Columne: Wernhardus civis Nove 
civitatis, qui magnam fidem et multa beneficia domui impendit 
fa., wo in Columne 3 eine langere Rasur sichtbar ist, an die 
sich in Columne 4 die Worte: et multa u. s. f. anschliessen. 
Ebenso deutlich offenbart sich dies Verhaltniss zum 26. Juni. 
Hier stand urspriinglich von der Hand A in der ganzen Breite 
des Blattes durch beide Columnen in rother Schrift: [Hie oc- 
cisus est comes Otto de Hardeke et frater suus] Chonradus et 
Chadoldus ministerialis. Spater wurde die eingeklammerte 
Stelle, welche die Columne 3 einnahm, radirt und von der 
Hand B in die 4. Columne iiber Chunradus u. s. f. gesetzt. 
Aber noch lasst sich der Inhalt der Rasur deutlich erkennen. 
Aehnlich stand zum 27. August ,Her* urspriinglich in Columne 3, 
vor ,manus Chastner de Nova Civitate' (A) } jetzt stent es zu 
Ende der Zeile zuvor in Columne 4. Ebenso zu erklaren sind 
zum 4. September: Dominus Ditricus de Hohenberch, zum 
23. September: Otto monachus Morimundensis, qui postea re- 
vocatus a patre suo /actus est episcopus Frisingensis etc., zum 
18. October : Leupoldus dux Bawarie et marchio Axistvie filius 
fundatoris s. Cruets etc., wo Austrie aufgefrischt und unmittelbar 
vorher in Columne 3 eine Rasur sichtbar ist, unter welcher das 
Wort marchio noch deutlich durchscheint, ferner zum 21. Oc- 
tober: Hainricus civis nove civitatis, qui contulit ecclesie nostre 



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rineam in Welanstorf, zum 8. November: Albertus marchio, 
fiUus fundatoris s. Cruris, qui sepultus est in Nevnburch. l 

Was die Frage nach der Zeit der ersten Anlage unseres 
Nekrologs betrifft, so liegen uns aus dem dreizehnten Jahrhun- 
dert keine ftusseren Zeugnisse fur dessen Existenz vor. Aller- 
dings hat man in einer Stelle der steirischen Reimchronik, 2 
und zwar in dem Theile derselben, welcher aller Wahrschein- 
lichkeit nach urn das Jahr 1291 entstand, einen Hinweis auf 
unser Todtenbuch erblicken wollen. 3 Allein die Stelle lautet 
zu unbestimmt, als dass man berechtigt w&re, den Gedanken 
an eine anderartige Quelle, an Klosterannalen etwa, auszu- 
schliessen. Den ersten directen Beleg fur die Existenz unseres 
Todtenbuches liefert uns eine Urkunde vom St. Veitstage 4 des 
Jahres 1318, in welcher Offo von Slaet seinen Anspriichen beztig- 
lich des Zolls zu Wilhelmsburg entsagt, unter der Bedingung: 
,daz si got vmb mich schullen pitten, die weil ich leb vnd 
wenne got vber mich gepeutet, so schullen si mich schreiben an 
ir puech vnd mich tailhafftigh machen aller der mease vnd 
gepetes daz in ir orden getan wirt ewichleichen*. Auch die uns 
bekannten ausw&rtigen Verbruderungen , als deren nothwen- 
dige Folge wir die Anlage eines Todtenbuches, wo ein solches 
nicht ohnedies schon vorhanden war, betrachten durfen, reichen 
nicht iiber das Jahr 1320 zurtick. In diesem Jahre wurde mit 
St. Florian, 5 1330 mit dem Kanonikatstifte St. Andra an der 
Traisen, 6 1338 mit dem Stifte Vorau, 7 1491 mit Kl. Maria- 
Zell, H 1497 mit dem Cistercienserstifte Sausenstein (Vallis Dei) 9 
Verbriiderung geschlossen. In welchem Jahre jene mit dem 



1 Diese Beobachtung verdanke ich meinem einstigen Horer, Herrn Sko- 
bielski, welcher den Codex in palaographischer Hinsicht eingcheud 
untersuchte und mich dadurch in meiner eigenen Arbeit freundlich unter- 
stutzte. 

2 Pez, H., SS. r. Austr. III., 23. cap. XI. Ueber das Todesdatum Hzg. 
Friedrichs des Streitbaren von Oesterreich : ,als ich ze Liligenvelde laz*. 

3 Th. Jacobi, De Ottocari chronico Austriaco. Vratisl. 1839. pg. 31 —32. 

4 Urk. Nr. 390 des cod. 58 des g. H. H. u. St.-Archivs in Wien. = Han- 
thaler, Recensus II., 264, Nr. CLXXX. 

5 Hanthaler, Fasti Campilil. II, 1, 162. Urk. Nr. 214 des cod. 68. 
• Ebenda II, 1, 244. Urk. Nr. 216 des cod. 58. 

1 Ebenda II, 1, 334. Urk. Nr. 216 des cod. 58. 
3 Ebenda II, 2, 390. 
9 Ebenda II, 2, 392. 



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ehemaligen Augustiner-Chorherrenstifte St. Polten 1 eingegangen 
wurde, 1st mir nicht bekannt. Gewiss bestanden dergleichen 
geistliche Bande auch zwischen Lilienfeld und den Klostern 
Heiligenkreuz und Zwettel, nur dass auch hier sich der sicher- 
lich friihe Zeitpunkt der ersten Begriindung dieses Bundes 
nicht nachweisen lasst. 

Bei dieser Sachlage sind wir auf die aus unserer Quelle 
selbst sich ergebenden Anhaltspunkte verwiesen. Das Bedurf- 
t niss, die Namen gewisser verstorbener Personen einzutragen, 
um ihrer im Gebete zu gedenken, mochte wohl schon in den 
ersten Zeiten des Klosters vorhanden sein. Dies fuhrte gar 
bald zur Anlage eines Todtenbuches, welches, wenn es bereits 
beschadigt war, oder wenn es zu neuen Eintragungen keinen 
Raum mehr bot, einem anderen weichen musste, in das man 
den Inhalt des fruheren ganz oder theilweise heriibernahm. Da 
die altesten Schriftziige unseres Nekrologs den letzten De- 
cennien des dreizehnten Jahrhunderts angehoren , so ware es 
an sich wohl denkbar, dass uns in demselben theilweise eine 
Abschrift des altesten vorlage. Aber zwingend ist diese An- 
nahme nicht. Da die Schenkungen an das Kloster Lilienfeld 
erst seit der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts haufiger werden, 
eine Erscheinung, die etwa ein Jahrhundert anhalt, dann aber 
wieder abnimmt, wie denn auch die grosse Masse der einge- 
tragenen Namen diesem Zeitraume (1250 — 1350) angehort, so 
mochte Anfangs vielleicht das Bedurfniss eines eigentlichen 
Todtenbuches nicht vorhanden sein und man sich damit begniigt 
haben, die Namen der verstorbenen Wohlthfiter in dem Mess- 
buche u. dgl. zu verzeichnen. Es ware demnach immerhin 
moglich, dass uns in dem erhaltenen Lilienfelder Todtenbuche 
das filteste dortige Nekrolog vorliegt. 

Was nun die Zeit der ersten Anlage dieses Nekrologs 
betrifft, so scheint dieselbe noch vor dem Jahre 1270 erfolgt 
zu sein, woferne die Vermuthung berechtigt ist, dass zum 
31. Januar bei dem Namen der Gemalin Gotschalks von Neit- 
perg, Gedrudis, urspriinglich die Stiftung zu Malmansdorf an- 
gemerkt war, an deren Statt spiiter (1270) jene von Receinsdorf 
trat, die jetzt uber einer Rasur von einer auch sonst in unserem 
Nekrolog begegnenden etwas jungeren Hand (s. 14. ineunt.) 



' Font. r. Austr. II. Abt. XXI, 444. 



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eingetragen ist. Andererseits reichen die Eintragungen der 
ersten Hand nicht fiber das dreizehnte Jahrhundert hinaus. Zu 
den spatesten Eintragungen dieser Hand diirften der zum 1. April 
gesetzte Syghardus Ferto de Nova Civitate, welcher erst nach 
1287 starb, und der zum 7. Juli erw&hnte Otto von Perchtolds- 
dorf anzusehen sein, da die daselbst erwahnte Schenkung von 
Weinprechtdorf im Jahre 1286 erfolgte. Auch der zum 13. Fe- 
bruar erwahnte Abt von Heiligenkreuz, Sighard, der 1290 starb, 
ist noch von der ersten Hand eingetragen. Schon der 1294 ge- 
wahlte Abt dieses Klosters, Perchtold (f 1297), aber (27. Juli) ist 
von einer anderen Hand verzeichnet und dasselbe gilt von dem 
am 3. April 1298 verstorbenen Abt Rapoto von Baumgartenberg. 
Von Aebten des Stiftes Lilienfeld hat die erste Hand eingetragen: 
Otto I. (1228—1234) zum 21. Juli, Perthold (1234—1271) und 
vielleicht auch Wichard (1282 — 1285). Die dazwischen liegen- 
den Aebte Herwicus (1271-1276), Paul I. (1276—1277), 
dessen Existenz ubrigens suspect ist, Georg I. (1281 — 1282) und 
Ludwig (1282) fehlen; Herwicus ist erst in viel spaterer Zeit 
(17. Jahrh. ?) zum 29. November, so wie Gebhard (1209—1228) 
zum 11. December nachgetragen. Eigenthiimlich steht es mit den 
Aebten Konrad I. (1277—1281) und Konrad II. (1285—1294). 
In unserem Nekrologe finden sich nur zwei Stellen (10. Juli, 
10. August), an welchen Lilienfelder Aebte dieses Namens 
verzeichnet sind. Zum 10. August lesen wir in rother Tinte: 
,Chunradus Premingarius quondam abbas huius loci.' Zwischen 
,Chunradus< und ,Premingarius' wurden jedoch von einer anderen 
alten Hand in schwarzer Tinte iiber den Zeilen die Worte ,sac. 
et inon.' eingeschoben. Zum 10. Juli lesen wir gleichfalls in 
rother Tinte: ,Chunradus sac. et monachus quondam abbas 
huius domns'. An den Abt Konrad III. von Lilienfeld (1398 — 
1408) kann wegen des Alters der Schriftziige an keiner von 
beiden Stellen gedacht werden. Andererseits gehoren beide 
Eintragungen nicht mehr der Hand A an, und es l&sst sich 
daher nur im Allgemeinen sagen, dass je eine derselben, aber 
nicht welche von beiden sich auf Konrad I. und auf Konrad H. 
bezieht. Denn leider findet sich der dem einen dieser Aebte 
zukommende lhn unterscheidende Name Premingarius urkundlich 
nirgends vor. Wohl aber steht die Eintragung zum 10. Juli 
iiber einer Rasur, so dass moglicher Weise hier der Name Kon- 
rad urspriinglich von der ersten Hand geschrieben stand, und 



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8 

somit Konrad I. gemeint ist. Jeden falls steht aber nach dem 
bisher Oesagten so viel fest, dass die erste Anlage unseres- 
Nekrologs nicht lange vor 1270 erfolgt sein diirfte und dass 
sich die erste Hand mit Sicherheit noch bis in das Jahr 1290, 
d. i. bis in die Zeit des Abtes Konrad II., kaum aber iiber 
diese (1294) hinaus verfolgen lasst. Leider fehlt in unserem 
Nekrologe der Abt Albero (1294 bis 1303), was bei diesem da- 
durch erklart werden konnte, dass sein Name zu einem der Tage, 
welche ausgefallen sind (13. — 31. December) verzeichnet stand. 

Als die zweite Hand wurde schon oben diejenige be- 
zeichnet, .welche raanche der ersten Aufzeichnungen aufgefrischt 
und umgestellt hat. Auch ihre Eintragungen reichen iiber das 
dreizehnte Jahrhundert nicht hinaus. Indessen begegnet sie fast 
uur in den beiden Rubriken der Conversen und der Familiaren. 
In der Ausgabe habe ich die noch dem dreizehnten Jahrhundert 
angehorigen Aufzeichnungen durch gesperrte Lettern, jene 
der ersten Hand uberdies durch ein dahintergesetztes (A) ge- 
kennzeichnet. Bei den folgenden Handen wurde nur noch eine 
Scheidung nach Jahrhunderten gemacht, da bei dem Versuch, 
hierin weiter zu gehen, gar manches problematisch blieb und 
der praktische Nutzen, der mit einer genaueren Sichtung ver- 
bunden gewesen ware, ein geringer ist. Im Allgemeinen sind, 
wie schon bemerkt , die Eintragungen als gleichzeitig erfolgt 
zu betrachten. Jedes Jahrhundert wurde in der Ausgabe mit 
einer neuen Zeile eroffnet. An den Schluss wurde uberall das 
Jahrhundert selbst gesetzt. 

Noch bedarf eine Besonderheit des Nekrologs Erwahnung, 
die auch in der Ausgabe berucksichtigt worden ist. Haufig 
geniigte der fur Einen Tag ausgesparte Raum nicht, um die 
auf denselben fallenden Eintragungen in sich aufzunehmen. In 
solchen Fallen wurden spatere Namen entweder iiber oder unter 
den altereu eingetragen, so dass sie zu dem vorhergehenden 
oder zu dem nachfolgenden Tage zu stehen kommen. Zuweilen 
ist dies freilich zweifelhaft und die Wahl beziiglich des Tages, 
auf welchen der Name zu beziehen ist, schwankend. Ich habe 
in solchen Fallen derartige Namen entweder an das Ende des 
einen oder zu Beginn des andern Tages stellen mussen, zu- 
glcich aber dieselben mit einem vorangestellten Fragezeichen 
(?) vers^hcn. 



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9 

Nicht alle die alten Wo hit hater des Klosters finden sich in 
unserem Todtenbuche vor; selbst solche fehlen, die sich bei 
den dem Stifte zugewendeten Schenkungen ausdrucklich einen 
Gedachtnisstag ausbedungen hatten. Nur io einigen jener Falle 
durfte dies dadurch zu erklaren sein, dass die Anniversarien 
auf bewegliche Feste fielen. Die meisten der vermissten Namen 
durfte n wohl urspriinglich in dem Nekrolog gestanden haben, 
spater jedoch, als die gemachten Stiftungen eingingen, getilgt 
worden sein. Daher durften auch die vielen Rasuren riihren, 
durch welche gegenw&rtig unser Todtenbuch entstellt ist. Aber 
auch nicht alle Monche von Lilienfeld sind eingetragen, wie 
sich unter Anderem aus der Vergleichung mit dem Nekrolog 
von St. Polten ergibt. Selbst von den alteren Aebten von 
Lilienfeld fehlen mehrere, so dass man die Beobachtung der 
Sitte, die Verstorbenen einzutragen, nicht eben als eine sorg- 
faltige bezeichnen kann. 

Was den historischen Werth unseres Nekrologs betrifft, 
so ist zu bemerken, dass in den meisten Fallen der Tag, zu 
welchem die Eintragung erfolgte, wirklich als Todestag zu be- 
trachten ist. Es ergibt sich dies vor allein aus der Vergleichung 
mit anderweitigen Todtenbuchern , in denen wir viele Namen 
unseres Nekrologs zu demselben Tage eingetragen finden, so 
dass nicht der blosse Gedachtnisstag gemeint sein kann. Ich 
habe alle diese Stellen, so weit ich dieselben uberblicken konnte, 
in den Anmerkungen citirt. Indessen fehlt es nicht an manchen 
Ausnahmen von dieser Regel. Hieher gehoren zunachst jene 
Falle, in denen, wie zum 30. November und zum 30. Juni 
dieselben Namen (Marquardus de Hag et vxor eius Geisla) 
zweimal eingetragen sind, und die wir uns wohl so zu erkl&ren 
haben, dass einmal der Todestag, das andere Mai der sich an 
eine Stiftung kntipfende Gedachtnisstag (dies anniversarius) be- 
zeichnet werden soil. Vgl. auch den 14. und 25. Mai. 

Besonders beachtenswerth sind ferner die Falle, in denen 
— von der ersten Hand naturlich abgesehen — eine ganze 
Reihe von Verstorbenen eines und desselben Klosters zu einem 
bestimmten Tage in einem Zuge eingetragen sind; so zum 
25. Februar der Prior und vier Monche von Baumgartenberg, 
zum 12. August der Dekan und fiinf Conventualen von St. Polten, 
zum 13. October vier Monche von Molk, sieben Monche von 
Ober-Altaich u. s. f. Diese Erscheinung vermag ich mir nur 



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durch die sogenannten Tod ten- Rod ein zu erklaren, welche die 
mit einander verbriiderten Kloster sich wechselseitig von Zeit 
zu Zeit zusendeten. Hier standen die Monche, welche in letzter 
Zeit in dem befreundeten Kloster gestorben waren, zu dem 
Zwecke verzeichnet, ihre Namen in das Todtenbuch einzutragen 
und ihrer im Gebete zu gedenken. Vermuthlich wurden diese 
Namen, so wie sie im Rotulus verzeichnet waren, schlechthin 
in das Nekrolog iibertragen. Auf diese Sitte durfte auch die 
auffallende Thatsache zuruckzufiihren sein, dass die Eintra- 
gungen derselben Namen an verschiedenen Orten gerade urn 
einen oder mehrere Monate differiren. Beispiele dafiir liefert 
unser Todtenbuch an ziemlich vielen Stellen und zwar nur be- 
ziiglich geistlicher Personen; so zum 23. Mai, 4. Juli, 27. Juli, 
26. September u. a. m. Sehr bezeichnend und ein Beleg dafiir, 
wie wenig man sich auf derlei Eintragungen verlassen kann, 
ist eine Stelle unseres Nekrologs zum 27. September. Hier 
fin den wir den Abt Albert von Garsten und acht dortige Monche 
eingetragen. Derselbe Abt und sieben der hier aufgefuhrten 
Monche fin den sich im Necrol. S. Lamberti zum 10. Juli ver- 
zeichnet. Al8 blosse Gedachtnisstage hat man es ferner zu be- 
trachten, wenn die verschiedenen Glieder einer Familie zu einem 
Tage eingetragen werden; so zum 19. Marz die Verwandten 
des Bruders Thomas Ensser, oder zum 1. December die Familie 
Preyner. Vgl. auch den 20. November. 

In anderen Fallen findet man die Namen zu verschiedener 
Zeit verstorbener Conventualen eines fremden Klosters von Einer 
Hand zu verschiedenen Tagen eingetragen. Ein Beispiel dieser 
Art liefert Sausenstein (Vallis dei). Hier ruhren die Namen 
der Aebte Johann (17. Marz, 13. Mai), Georg I. (25. April) 
(f 1474), Leonard (13. September f 1519), Wolfgang (13. Mai, 
f 1525), ferner des Priors Johannes (1. April), des Suppriors 
Petrus (1. April), des Cantors Simon (26. Marz) und der 
Monche Johannes (1. April, 28. Marz) und Martinus (28. Marz) 
von derselben Hand her. Da Abt Wolfgang 1525 starb, so 
sind demnach alle diese Namen erst nach diesem Jahre einge- 
tragen , darunter der des Abtes Georg I. (f 1474) und jene 
der beiden Aebte Johann , unter denen an zwei der vier 
Aebte Johann II. (1441—1459), Johann IV. (1459-1460), 
Johann V. (f 1499) und Johann VI. (1499—1517) gedacht 
werden kann. Es ist also in diesem Falle anzunehmen, dass 



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11 

man aus Anlass der Confraternitat, in die man mit S&usenstein 
seit 1497 getreten war, nachtr&glich einige dortige Todesdaten 
heriibernahm. 

Ich komme nunmehr zu einigen spateren Zus&tzen, die 
noch eine besondere Erwahnung verdienen. Eine nicht geringe 
Zahl derselben riihrt, wie an den betreffenden Stellen liberall 
angedeutet wird, theils sicher, tbeils hochst wahrscheinlich von 
Hanthaler her. Da die Schriftziige nicht verstellt sind, hat 
man es an diesen Stellen, wie etwa zum 2. September, wo das 
anniversarium der Herren von Hohenberg, von Rabenstein und 
von Altenburg eingetragen wurde, nicht eigentlich mit Fal- 
schungen zu thun. Hievon aber unterscheiden sich einige an- 
dere Stellen dadurch, dass an denselben der alte Schriftcharakter 
in allerdings ziemlich unbeholfener Weise imitirt wurde. 

Hieher gehoren vor Allem die Stellen, welche sich auf 
die einstigen Herren von Lilienfeld (de Monte) beziehen. Zum 
9. Juni findet man die Stelle: ,Vreito filius domini Chunradi 
in Monte et dominae Hadmudis, a quo habemus predium suum 
iuxta monasteriuin, propter quod nos Chunradus, Lupoldi filius 
fratris Vreitlonis, diu vexauit' eingetragen, und zwar von der- 
selben Hand, welcher zum 13. August die Stelle : ,Domina Had- 
mudis in Monte vxor olim Churdi (J!), filii: Vreitel. Lupolt. Her- 
man/ angehort. Die Schriftziige sind, wie selbst Unkundigen 
einleuchten miisste, gefalscht, obgleich Hanthaler, Recensus II, 
82, von ,manu seculi XIII. aliquatenus progressi' spricht. Der 
Frage, wem diese Falschung zur Last falle, fuhrt uns die 
Betrachtung der iibrigen Stellen unseres Nekrologs, die sich 
auf die Herren von Lilienfeld beziehen oder vielmehr beziehen 
sollen, n&her. Zum 6. December lesen wir mitten unter anderen 
Namen von offenbar geringfiigiger Bedeutung ohne sonderliche 
Auszeichnung von einer Hand des vierzehnten Jahrhunderts 
den Namen Otto Lyligenuelder, daneben den Zusatz: nobilis, 
der von anderer Hand gefalscht ist und am Rande von Han- 
thaler's Hand nochmals: Otto Lilienfelder, letzteres uber einer 
Rasur. Auch zum 8. November, woselbst von einer Hand, die 
friihe8tens dem Ende des vierzehnten Jahrhunderts angehort, 
die Worte: Fridreich Lienuelder, Elissabet vxor eius zu lesen 
sind, hat Hanthaler am Rande in rother Tinte bemerkt: ,Nobiles 
in monte iuxta monasterium die Lilienfelder genannt' und unter 
,Lienuelder* des Textes ebenfalls in rother Tinte ^Lilienfelder' 



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12 

gesetzt. Endlich liest man zum 13. October die Worte: ,Elizabeth 
Lyennvelderinn de Newnburga et Margareta filia eius* von einer 
Hand des vierzehnten oder funfzehnten Jahrhunderts, zwar ohne 
spateren Zusatz, doch im Recensus II, 84, ebenfalls auf das Qe- 
schlecht derer von Lilienfeld bezogen. Man wird nicht irre gehen, 
wenn man, so wie jene Interpolationen und Zusatze, auch die 
beiden Falschungen zum 9. Juni und zum 13. August auf Han- 
thaler's Rechnung setzt, dem es hiebei vor Allem darauf ankam, 
fur die urkundlich nicht nachweisbaren Aeltern der Lilienfelder 
eine Quelle zu ersinnen. Was ubrigens die zum 8. November 
und zum 13. October erwahnten Lienuelder betrifft, so darf man 
billig bezweifeln, ob dieselben liberhaupt auf das Geschlecht 
der Lilienfelder zu beziehen sind, da sich eine (wohl burger- 
liche) Familie dieses Namens wohl auch sonst zu Klosterneuburg 
findet. Vgl. Font. r. Austr. II. Abth. XXVIII. 357. Auch sind 
die echten Eintragungen unseres Nekrologs fast durchaus gleich- 
zeitig, und es ist also schon um dessentwillen nicht wahr- 
scheinlich, dass sich die Notizen zum 8. November und zum 
13. October auf die von Hanthaler vermutheten Personen 
beziehen. 

Uebrigens hat schon Wattenbach (Arch. f. K. o. G. Q. 
VHI, 105) auf das ahnliche Verhaltniss Hanthaler's zu einer 
zweiten Lilienfelder Quelle hingewiesen. ,Ein sehr charakte- 
ristisches Beispiel von dem Verfahren HanthalerV, sagt Watten- 
bach, ,fand ich in dem Lilienfelder Copialbuch des k. k. Haus-, 
Hof- und Staatsarchives. Dieses enthalt namlich p. 76 in einer 
Urkunde von Konig Rudolf die Stelle, super quibus inter ipsos 
et Leupoldum et Ottonem fratres de Lilienvelde ac eorum ger- 
manos lis diucius fuerat agitata'. Ebenso findet sich die Stelle 
in dem Abdruck der Urkunde in Hanthaler's Recensus archivi 
Campililiensis I. 167. Spater bedurfte aber Hanthaler bei seinen 
genealogischen Untersuchungen eines gewissen Konrad und 
corrigirte nun denselben mit Schriftzugen , welche den alten 
ziemlich ahnlich sehen, in jene Urkunde hinein, so dass jetzt 
da steht: ,inter ipsos et Chunradum et Leupoldum et Ottonem 
fratres de Lilienuelde ac eorum germanos'. Und in dieser 
Gestalt findet sich die Urkunde in dem zweiten Bande jenes 
Werkes p. 82 beniitzt'. 

Wattenbach liess es, seinem Zwecke gemass, bei diesem 
einen Beispiele bewenden, beziiglich dessen nur noch hinzu- 



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13 

zufugen ware, dass die Schriftziige des interpolirten Namens 
,et Chunradum' lebhaft an jene der Falsificate zum 9. Juni und 
13. August unseres Todtenbuches erinnern. Fur unsere Zwecke 
indess verlohnt es sich, in jenem Copialbuche (cod. 58 des 
geheimen Haus-, Hof- und Staatsarchivs) noch weiter zu blattern. 
Denn wir werden noch mehreren Interpolationen dieser Art 
in demselben begegnen. Die Handschrift tfurde unmittelbar 
nach ihrer Entstehung nochmals sorgfaltig mit den Original- 
urkunden verglichen und hiebei wurden einzelne bei der ersten 
Abschrift ubersehene Worter und Stellen nachtraglich iiber die 
Zeilen eingefugt. Neben diesen urspriinglichen und echten 
Zusatzen finden wir aber andere von einer viel jungeren 
Hand, die sich indess offenbar beniuht, die alten Schriftziige 
nachzuahmen. Diese Interpolationen, welche in den noch er- 
haltenen Originaldocumenten nicht vorkommen, sind durchaus 
genealogischen Inhaltes und verfolgen. offenbar ganz denselben 
Zweck, um dessentwillen Hanthaler das Todtenbuch interpolirte, 
den Zweck namlich, zur Ausfiillung der Liicken, welche die 
aus den echten Urkunden erzielten Stammbaume zeigten, durch 
entsprechende Interpolirung der Documente das angebliche 
Quellenmaterial zu gewinnen. Da nun gerade Hanthaler es ist, 
der von diesen Interpolationen Gebrauch macht, da selbst die 
Schriftziige derselben an seine Hand erinnern, so wird man 
kaum Unrecht begehen, wenn man auch diese F&lschungen auf 
ihn zurfickfiihrt. So finden wir in der Urkunde 128 (1257. 
19. Juli. E. Ottokar von Bohmen bestatigt die Freiheiten des 
Klosters Lilienfeld) in die Zeugenreihe nach Dietricus de Hohen- 
berch die Worte: ,Stephani filius' eingeschoben, in Urkunde 296 
(— Hanthaler, Rec. II, 32. Nr. CLII) in der Zeugenreihe zu ,Liv- 
toldus de Hachenberch* den Zusatz des Falschers ,Chalochi 
filius', in Urkunde 302 (=-- Hanthaler, Rec. II, 355. Nr. CXLIX) 
unter den Zeugen zu ,her Hans von Hachenberch* den Zusatz: 
,Stephans sun', in der Urkunde 537 des Copialbuches (1447. 
23. April. Friedrich von Hohenberg tauscht mit dem Kloster 
Lilienfeld ein Lehen zu Pudmannsdorf gegen den Althof zu Kreis- 
bach) im Contexte zu dem Worte ,ich' (dem Aussteller der Ur- 
kunde) den Zusatz : ,hern Stephan sun' interpolirt. Urkunde 408 
vom Jahre 1294 o. T. (Heinrich Reichel verkauft dem Stifte 
Lilienfeld seinen Hof Grueb zu Hergerstetten) enthalt in der 
Reihe der Zeugen von der ersten Hand: Wernhart von Lilinveld; 



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14 

so auch das zu Lilienfeld befindliche Original. Die Hand des 
Falschers aber hat vor Wernhart die Worte , Andre vnd', nach 
Wernhart das Wort ,brueder', nach Lilinueld die Worte: ,herrn 
Ottens sun* eingeschoben, wovon das Original nichts enthalt. Ur- 
kunde 440 vom Jahre 1266 3. Januar (Albert von Lichtenstein 
verkauft dem Kloster Lilienfeld das Gut Gaurelle an der Donau) 
enthalt in der Zeugenreihe zu Heinricus Altenburger den ge- 
falschten Zusatz ,senex Chunradi defuncti filius'. In der Ur- 
kunde 464 (1331. 31. Marz. Otto von Ramsau verkauft dem 
Dietrich Geswenter von Raedel ein Lehen zu Leitten) findet sich 
an dem Schluss der Zeugen vor ,vnd ander erber leutt' die Stelle 
,her Andre von Lilingfeld, Fridreich sein sun' interpolirt. Ebenso 
findet sich in Urkunde 465 (1322. 11. November. Konrad von 
Geggendorf verkauft Friedrich von Velbing eine Wiese am Hun- 
gersberge) am Rande als Erganzung der Zeugenreihe: ,Leutoldus 
von Lierenvelt, David und Heinrich sein sun, Vlreich der Greull', 
wovon das Original nichts enthalt. In Urkunde 593 (1345. 
19. November. Ehrenreich Hesinger verkauft dem Stifte Lilien- 
feld eine Muhle im bosen Dorfel bei Wilhelmsburg) ist nach 
den Worten ,und mit meines Oheims, Stephans des Utendorfer 
insigel' von der falschenden Hand eingeschoben : , vnd mit hern 
Chadolds von Hohenberg insigel hern Chadolds sun'. In Ur- 
kunde 595 (= Hanthaler II, 352. Nr. LXXI) sind die Worte: 
,von meinem ehn herrn Leutold und' interpolirt. In die Zeugen- 
reihe der Urkunde 614 (1325. 12. Marz. Otto der Planken- 
steiner von Liebeck verkauft dem Stifte Lilienfeld das Reich- 
marslehen im Heperg) ist die Stelle: ,Ott und Marichart die 
Poemer, Chunrad der Liernuelder, Dietrich sein sun' interpolirt; 
in Urkunde 619 (1340. 12. Mai. Lorenz Chastner verkauft dem 
Stifte Lilienfeld einen Hof im Pastbache) die Stelle: ,vnd mit 
Chadold von Lirnueld insigel, hernn Dietreichen sun'; in Ur- 
kunde 634 (1356. 22. August. Wernhard der Redler von Od 
verkauft dem Stifte Lilienfeld ein Lehen bei Ruprechtshofen, 
im Slet genannt) finden wir die Stelle: ,hern Chadold insigel 
von Lilienfeld, der dieser red gezeug ist mit seinen sunen Alber 
und Ott', in Urkunde 752 (1299. Peter und Paulstag. Leutold 
von Hohenberg leiht vom Kloster Lilienfeld einen halben Muth 
Korn) nach den Worten ,von mir vnd von meiner hawsfrawen 
ver Jeutten vnd von mein' und vor den sich unmittelbar daran 
anschliessenden Worten : ,tochtern veren Jeutten' die Stelle : 



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15 

,sonen Kalhoch vnd Jorg vnd von main', in Urkunde 753 
(1360. 12. April. Tauschurkunde Hans des Greul von Hohen- 
berg mit dem Stifte Lilienfeld) in dem Satze: ,vnd mit meines 
herrn insigel hern Stephana vnd seines sunes insigel hern 
Stephana [vnd hern Lienhard insigel hern Jorigen sun ihres 
vettern] de Hachenberg 4 die eingeklammerte Stelle, endlich in 
Urkunde 829 (1381. 27. Mai. Peter der Greul verkauft dem 
Stifte Lilienfeld mehrere Lehen und Hofstatten am Ort, am 
Durchlass u. s. f.) den Passus ,vnd mit meiner herrn, hern 
Stephan, hern Fridreich, hern Chunrad brueder von Hachen- 
berg, hern Chaloch des jiingern sun' von dem Falscher hinzu- 
ge%t. 

Um zu unserem Nekrolog zuriickzukehren, so finden wir 
hier Shnliche Falschungen noch zum 14. Februar und zum 
5. October. An der ersten Stelle sind die Worte ,et uxor eius 
Elspet' iiber ,Gotschalcus de Neitperch' von der Hand des F&l- 
schers eingetragen. An der zweiten Stelle sind die Worte: 
,Perchta de Redeprunne uxor domini Stephani de Radeprunne' 
eben falls gefalscht. Dass ubrigens an der ersten Stelle nicht 
Gotschalk IV. von Neitperch, der Gemal der Elisabeth, gemeint 
sein konne und dass auch Perchta von Radeprunne als Gemalin 
Stephans von Radeprunne nicht beglaubigt ist, habe ich an den 
betreffenden Stellen nachgewiesen. 

Wird schon durch das Gesagte fur jeden Unbefangenen 
deutlich ersichtlich, dass die Mittheilungen Hanthaler's aus dem 
Todtenbuche zum Theile unzuverlassig sind und ergibt sich 
hieraus einerseits die Nothwendigkeit einer neuen Ausgabe 
dieser Quelle, welch' letztere sonst unverdienterweise unter dem 
ihrem fruheren Herausgeber geltenden Misstrauen leiden wiirde, 1 
so fuhrt andererseits der Versuch, die in dem Nekrolog vor- 
findlichen Namen urkundlich festzustellen zu weiteren Wahr- 
nehmungen, welche auf die Nothwendigkeit einer neuen Aus- 
gabe der Lilienfelder Urkunden hinweisen. Geht man namlich 
iiber Hanthaler's Recensus hinaus und zu den Originalen selbst 
zuriick, so findet man bald, dass sich Han thaler beziiglich der 
von ihm citirten Urkunden sehr weitgehende Falschungen 
erlaubte, in Folge der en vor der unbedingten Beniitzung des 



J Daher sagt Wattenbach, D. G. Q. II, 354 von unserer Quelle: ,Wegen 
Unznverlaasigkeit des Herausgebers vorsichtig- zu gebrauchen'. 



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16 

genannten Werkes dringend gewarnt werden muss. Hanthaler hat 
zwar, so weit sich meine Priifung erstreckt, die von ihm aufge- 
fuhrten Urkunden selbst nicht ersonnen; vielmehr sind dieselben 
meist wirklich im Original oder in alten Abschriften erhalten. 
Allein mannigfaltige von Hanthaler auf dieselben zuriickge- 
fuhrte genealogische Angaben kommen in ihnen platterdings nicht 
vor und sind einfach ersonnen zu dem schon frtiher angedeu- 
teten Zwecke, unliebsame Lticken auszufiillen und genealogische 
Hypothesen zu unterstutzen. Der geneigte Leser wird in den 
Anmerkungen zu der vorliegenden Ausgabe zahlreiche Belege 
dafiir finden. Besonders gilt diese Wahrnehmung von den Fa- 
milien der Weissenberger, Hohenberger, Ramsteiner, Alten- 
burger und Wildeker. Schon Alfons Huber 1 hat Aehnliches in 
Beziehung auf die Herren von Walsee nachgewiesen. Um in- 
dessen an einem bestimmten Beispiele einen entsprechenden 
Einblick in Hanthaler's Kritik und falsificatorische Thatigkeit 
zu gew&hren, habe ich an den Schluss dieser Einleitung den 
Versuch einer rectificirten Genealogie der alteren Herren von 
Altenburg gesetzt, welche sich erheblich von dem Stammbaume 
des Recensus unterscheidet. 

Zum Belege dafiir, wie es mit Hanthaler's Urkunden- 
beniitzung bestellt ist, moge nur noch Ein Beispiel statt vieler 
an dieser Stelle Platz finden. Nach Hanthaler, Recensus II, 
209. Nr. LVI, werden in der Urkunde Wichards von Ramstein 
vom 4. April 1266, dessen Gattin Alhaid, dessen Vater Konrad 
und Grossvater Ortolf, dessen Bruder Heinrich von Weissen- 
berg, ferner dessen Eidam Gotschalk von Neitperg und Got- 
schalks Frau, Gertrud genannt. Von air diesen schonen Dingen 
aber enthalt die noch abschriftlich vorfindliche Urkunde (cod. 58 f 
Nr. 297) absolut nichts. Es ist zugleich beach tens worth, dass 
in diesem Falle die Urkunde des Copialbuches noch nicht inter- 
polirt erscheint. Ueberhaupt ist das Maass der Interpolationen 
in diesem Codex sozusagen noch ein bescheidenes. Im Recensus 
ging Hanthaler hieruber bereits weit hinaus. L'app&it vient 
en mangeant. Jedenfalls ist diese Thatsache ein starkes Argu- 
ment fur die Annahme, dass Hanthaler auch als der Interpolator 
des Copialbuches anzusehen sei. 



Geschichte des Herzogs Rudolf IV. v. Oesterr. Excurs. III. S. 162. 



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17 

Da von Hanthaler's Falschungen nun einmal die Rede ist, 
so sei es mir verstattet, schliesslich noch eine andere verwandte 
Thatsache zu beriihren, welche fur das ganze Verfahren dieses 
Mannes ungeniein bezeichnend ist. Die k. k. Universit&ts- 
bibliothek in Wien en thai t als cod. Ill, 28 ein Manuscript, 
welches betitelt ist: ,Catalogus manuscriptorum Campililiensium 
item editionum veterum etc. anno 1732', wie man auf dem 
dritten Blatte liest: ,authore P. Chrysostomo Han thaler'. Es 
ist dies die Handschrift, welcher ich die Kenntniss der Schrift- 
zuge Hanthaler's verdanke. Die Handschriften sind in diesem 
raisonirenden Kataloge in Facher getheilt. Die erste Frage, 
die sich wohl jeder bei dem Anblick dieser Handschrift stellen 
diirfte, ist, ob in derselben sich auch die bekannten Falsificate 
Hanthaler's, ob sich Ortilo, Pernoldus u. dgl. hier bereits vor- 
finden. Da zeigt sich denn die interessante Thatsache, dass in 
dem Verzeichnisse der ,Historici sacri atque profani' (p. 87 ff.) 
jene beriichtigten Gewahrsmanner sich nicht be£anden. Erst 
s pater hat dieselben Hanthaler an den Randern vermerkt und 
zugleich auf den Schluss seines Katalogs verwiesen, wo wir 
(p. 113 ff.) als ,Supplementum ad classem historicorum' des 
,Leupoldi monachi Campililiensis excerpta de St. Leopoldo 
Austriae marchione', des Ortilo ,notulae et libellus de exordio 
Campililii', des Pernoldus , chronica acephala de rebus Friderici 
Bellicosi* wie in einem Neste beisammen vorfinden. Hieraus 
geht zugleich hervor, dass die Fillschung erst nach dem Jahre 
1732 stattgefunden haben diirfte. 

Was die Ergebnisse betrifft, zu denen mich die Ver- 
gleichung der Arbeit Hanthaler's mit dem urspriinglichen Texte 
der Lilienfelder Urkunden fiihrte, so muss ich bemerken, dass 
mir die letzteren allerdings nicht im Original selbst vorgelegen 
haben. Mir lagen bios die Abschriften der noch heute zu 
Lilienfeld aufbewahrten Originalurkunden vor, welche der gegen- 
wartige Stiftsbibliothekar , der hochwurdige Herr P. Gott- 
wald unter dem Titel: ,Sammlung der Urkunden des Stiftes 
Lilienfeld. 1. Abtheilung, Band 1, Nr. 1—600, 1208—1365 
und Band 2, Nr. 601—943, 1365—1500, mit vielem Fleisse zu- 
sammenstellte. Fiir die mir durch langere Zeit gestattete Be- 
mitzung dieser Sam in lung und eines dazu gehorigen Register- 
bandes schulde ich dem genannten Herrn ganz besonderen 
Dank. Von der Zuverlassigkeit dieser aus den Originalien 

Footes. Abth. II. Bd. XLI. 2 



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18 

geschopften Abschriften fiberzeugte ich mich bei der Benutzung 
des dem ftinfzehnten Jahrhundert angehdrigen Lilienfelder 
Diplomatars, welches unter Abt Peter I. angelegt, fiber 800 Ur- 
kunden enthalt, von den en einige nicht mehr im Originale 
vorhanden sind and sich nur in unserer Handschrift erhalten 
haben. Ausser dieser Handschrift (Bohm, 58, 78, Unter-, Ober-, 
Inner- Oesterreich) enthalt das k. k. geheime Hans-, Hof- and 
Staatsarchiv in Wien noch einen zweiten ,Codex diplomatics 
Campililiensis' (Bohm, 71, 93, Unter-, Ober-, Inner-Oesterreich) 
in zwei Banden, welcher erst im siebenzehnten oder achtzehnten 
Jahrhundert angelegt und sonst zwar fur die altere Zeit ziem- 
lich belanglos ist, aber die Interpolation en Hanthaler's noch 
nicht enthalt. Ein drittes bereits im 13. Jahrhundert an- 
gelegtes Copialbuch enthalt das MS. 13, 424 der k. k. Hof- 
bibliothek zu Wien. 

Solhe es mir indessen gelungen sein, das Lilienfelder 
Todtenbuch in sorgfeltiger Bearbeitung der Oeffentlichkeit zu 
fibergeben, so danke ich dies vor A Hem der Liberal itat des hoch- 
wiirdigsten Herrn Abtes von Lilienfeld, welcher mir geraume 
Zeit hindurch die Benutzung dieses werthvollen Denkmales der 
Vergangenheit durch dessen Uebersendung nach Wien er- 
moglichte. Nur so war ich in den Stand gesetzt, das Todten- 
buch allseitig zu prufen und manche Erscheinungen an dem- 
selben eingehender zu verfolgen. Ich spreche daher hiemit 
jenem wurdigen Herrn meinen warmsten Dank aus. Moge er 
die Bethatigung desselben vor Allem darin erblicken, dass, wie 
ich zu hoffen wage, die vorliegende Schrift zugleich einen Bei- 
trag zur Geschichte des Klosters Lilienfeld enthalt. Konnte 
ich dabei es nicht vermeiden, an einem einstigen hochberiihmten 
und hochbegabten Mitgliede des genannten Klosters strenge 
Kritik zu iiben, so gebe ich mich doch der Hoffnung hin, dass 
dies nicht als eine Verletzung des genossenen Gastrechtes be- 
trachtet werden, sondern dass eine unbefangene Betrachtungs- 
weise die voile Wahrheit auch in diesem Falle fiber jede sonstige 
Rficksicht stellen wird. 



Zur Genealogie der Herren von Altenburg. 

Die Altenburg lag dem Dorfchen Radichau, jetzt Rothe 
Au, gegenfiber, jenseits der Traisen, auf einem massigen Berge, 



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19 

welcher heute mit Wald bedeckt ist. Nur wemige unter Moos 
und Gestrtippe vergrabene Mauertriimmer verrathen ihr ein- 
stiges Dasein. Nach rich ten iiber das Geschlecht der Altenburger 
liefern vor All em die Urkunden des Stiftes Lilienfeld, daneben 
auch jene von Heiligenkreuz , die ersteren theils wegen der 
Streitigkeiten , in die sie mit dem Kloster unmittelbar nach 
dessen Griindung geriethen, und die ein halbes Jahrhundert 
hindurch immer wieder entbrannten, theils wegen der Schen- 
kungen, die sie in der Folge dem Kloster zuwendeten, der 
Jahrtagstiftungen , die sie sich bei dieser Gelegenheit ausbe- 
dangen, der Kaufvertrage, die sie mit den dortigen Aebten 
abschlossen u. dgl. Han thaler 1 hat, vorziiglich auf dies Material 
sich stiitzend, es versucht, die Genealogie der Herren von 
Altenburg festzustellen. Der Nachweis, dass dieser Versuch riicht 
frei von Falschungen und namhaften Irrth timer n ist, soil der 
Zweck der nachfolgenden Zeilen sein. « 

Die ersten Altenburger, deren in den Lilienfelder Ur- 
kunden erwahnt wird, sind die Briider Leutold und Konrad, 
welche dem neugestifteten Kloster einen Wald mit der auf ein em 
Berge gelegenen Burg Hohenstoufe streitig 1 nach ten. Herzog Leo- 
pold VI., der Stifter von Lilienfeld, legte diesen Streit (30. April 
1209 zu Wilhelmsburg) dadurch bei, dass zwar Forst und Burg 
dem Kloster verblieben, zugleich aber die Alien burger ander- 
weitig entschadigt wurden. 

So lange Herzog Leopold lebte, ruhte der Streit. Nach 
dessen Tode aber brach derselbe neuerdings aus, da die Alten- 
burger die ihnen zu Theil gewordene Entschadigung als unge- 
niigend erachteten. Daher entschadigte sie Herzog Friedrich II. 
am Tage der Beerdigung seines Vaters und bei der Einweihung 
der Kirche zu Lilienfeld (1230) neuerdings durch weitere Schen- 
kungen, wogegen sie ihrerseits vor dem Marienaltare alien fer- 
neren Anspruchen eidlich entsagten und Ruhe zu halten ge- 
lobten. In Folge dieser Verstandigung erscheinen die Briider 
Leutold und Konrad von Altenburg als Zeugen in der Schen- 
kungsurkunde der Grafin Euphemia von Peilstein an das Kloster 
Lilienfeld, eine Urkunde, die zwar nicht datirt, aber, wie aus 
der Zeugenreihe hervorgeht, ebenfalls bei der Einweihungsfeier 
des Stiftes ausgestellt ist. 



Rccenaus diplom. geoeal. arch. Campil. I, 24, sqq. 

2* 



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20 

Von da an verschwinden die Bruder Leutold und Konrad I. 
aus den Urkunden. Ihr Todesjahr ist unbekannt, ebenso der 
Name ihrer Aeltern. Denn dafiir, dass dies Weichard von 
Altenburg und Geisel gewesen seien, welche nach Hanthaler in 
einer Urkunde von 1190 begegnen, sowie fur die Abstammung 
der letzteren aus dera Geschlechte derer von Wildeck f libit 
dieser im Recensus I, 241, 242 nur den von ihm gefalschten 
Ortilo als Zeugen an. 

Im Jahre 1257 waren, wie man aus der Bestatigungs- 
urkunde Konig Ottokars (vom 9. Mai) fur Lilienfeld ersieht, 
die beiden Bruder nicht mehr am Leben. Dagegen erneuerten 
deren Sohne (filii eorum) den Streit mit Lilienfeld, indem sie 
einen diesem Stifte gehorigen Maierhof zu Wilhelmsburg, 
welcher an der Stelle der einstigen Burg Hohenstoufe lag, be- 
setzten. Ottokar legt auch diesen Streit dadurch bei, dass er 
den Sohnen der Altenburger eine Eutschadigung in ausgedehn- 
tern Maasse zu Tbeil werden lasst. Die Sohne der Altenburger 
werden hier nicht mit Namen genannt. Allein es unterliegt 
keinem Zweifel, dass, wie auch Hanthaler richtig bemerkt, die 
in den Urkunden der nachstfolgenden Zeit oft genannten Bruder 
Rapoto I., Konrad II., Konrad III. und Wulfing gemeint 
sind. Dass diese, welche (Hanthaler a. a. O. I, 243. cod. 58, 
Nr. 591) 1252 zum ersten Male urkundlich begegnen und 1258, 
12. Februar, dem Kloster Lilienfeld einen Revers ausstellen, 
des Inhaltes, dass sie und alle ihre Nachkommen dasselbe mit 
keinen weiteren Anspruchen belastigen wollen, Sohne Leutolds 
waren, soil nach Hanthaler (II, 352, Nr. LXXI) eine Urkunde 
Dietrichs II. von Altenburg (1307, 12. Marz) beweisen, in 
welcher dieser Leutold als seinen Grossvater, Wulfing als seinen 
Vater, Rapoto, Konrad und Konrad als seine Oheime bezeichnet. 
Allein in der betreffenden Urkunde, die nicht mehr im Originale, 
sondern bios abschriftlich (cod. 58, Nr. 595) erhalten ist, sind 
die entscheidenden Worte: ,von meinen ehn herrn Leutold 
und' interpolirt; auch ist in derselben nur ein Konrad genannt. 
Ebenso beruht Hanthaler's Behauptung, wonach der in einer 
Urkunde voin 3. Januar 1266 als Zeuge angefuhrte ,Heinricus 
Altenburger' ein Sohn Konrads I. gewesen sei, wie wir oben 
sahen, auf einer Falschung. Als sicher feststehend zu betrachten 
ist daher bios, dass die vier Altenburger Rapoto I., Konrad II., 
Konrad HI. und Wulfing Bruder waren; ob dagegen als ihr 



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21 

Vater Leutold oder Konrad I. zu gelten habe, ist zweifelhaft. 
Aub Anlass abermaligen Streites zwischen den vier Altenbur- # 
gem und dera Stifte, den Graf Heinrich von Hardek und Albert 
Truchsess von Veldsperg als Landrichter von Oesterreich am 

28. November 1267 entscheiden, werden aucb deren drei 
Schwestern Alheid von Walde, Jutta von Heuselin und Berchta 
von Ror, die Gattin Ulrichs von Ror, genannt. 

Von den beiden Konraden war der altere Konrad II. — 
senior wird er in den Urkunden gewohnlich genannt — am 
6. Mai 1263, als er dem Stifte Lilienfeld einige Einkiinfte zu 
Ruprechtshofen verkaufte, bereits vermalt und Vater raehrerer 
Kinder (,uxore mea cum liberis meis . . consentientibus'). 1267, 

29. August, wird sein Sohn Konrad IV. zum ersten Male ur- 
kundlich erwahnt. 1275, 2. Marz, begegnen zum ersten Male 
neben Konrad IV. dessen Briider Dietrich und Kaloch. 

Von nun an aber gerath der Stammbaum der Altenburger 
bei Hanthaler dadurch in grosse Verwirrung, dass er Konrad 
von Ochsenburg, der zum ersten Male in einer Urkunde vom 
2. Februar 1275 als Zeuge erscheint, theils mit Konrad III., 
theils mit Konrad IV., dem Sonne Konrads II., zusammen- 
wirft. Die Ochsenburg besteht in neuerer Umgestaltung noch 
heute und liegt auf einem Vorberge iiber dem Steinfelde, halben 
Weges zwischen St. Polten und Wilhelmsburg. Was zunachst 
Konrad III. betrifft, so wird in den beiden von Hanthaler ci- 
tirten Urkunden (XLV, XLVI) dieser ,de Altenburch* nicht 
,de Ochsenburch' zubenannt und steht daher die Vermuthung, 
dass derselbe der Begriinder der Ochsenburger Linie gewesen 
sei, in der Luft. Was aber Konrad IV. anlangt, so miisste es 
von vorneherein, die* Rich tigkeit der Behauptung Hanthaler's 
beziiglich Konrads III. angenommen, auffallend erscheinen, 
dass jener, der nicht Konrads III., sondern Konrads II. Sohn 
war, als Ochsenburger bezeichnet wiirde. Aber auch Konrad IV. 
wird da, wo er neben seinen Briidern Dietrich und Calhochus 
(2. Marz 1275) genannt ist, wo sonach unzweifelhaft er gemeint 
ist, nie als Ochsenburger, sondern stets als Altenburger be- 
zeichnet. Jedenfalls miisste es auffallen, dass er nur da, wo er 
allein genannt wird, als Ochsenburger vorkame. 

Allerdings war Konrad von Ochsenburg ein Altenburger, 
wie man aus einer Urkunde vom 7. April 1275 ersieht, duroh 



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22 

die Rapoto von Altenburg dem Stifte Lilienfeld seine Besitzun- 
gen in Hainfeld verpfandet, bei welcher Gelegenheit derselbe 
Konrad von Ochsenburg als seinen Bruder, Konrad von Alten- 
burg als seinen Oheim bezeichnet und beide zusaramen mit 
8einem eigenen Sonne Otto als Biirgen der Verpfandung bestellt. 
Wer ist nun der hier genannte Rapoto von Altenburg? 
Han thaler (1. c. 247) erblickt in ihm einen Sohn Konrads II. 
und Bruder Konrads IV., Dietrichs I. und Chalhochs. Aber 
die Urkunde, auf die er sich beruft, beweist das gerade Gegen- 
theil. Am 2. Marz 1275 namlicb verkauft Konrad von Alten- 
burg mit Einwilligung seiner Gattin Gisela dem Kloster Lilien- 
feld einige Einkiinfte zu Oberndorf. Hanthaler (1. c. 245), 
der diese Urkunde falsch (vom 6. Marz — die Urkunde selbst 
hat: ,VI. Non. Marcii') datirt, halt diesen Konrad von Alten- 
burg fur seinen Konrad IV. von Ochsenburg, Konrads II. Sohn. 
Dies ist aber falsch. Denn in der Urkunde nimmt Konrad aus- 
drucklich auf die Urkunde vom Jahre 1258 Bezug, in welcher er 
und seine Bruder Rapoto Wulfing und Konrad ihren Anspruchen 
auf den Maierhof zu Wilhelmsburg u. dgl. entsagt hatten. Es 
kann daher nur entweder Konrad II. oder Konrad III. gemeint 
sein. In der Urkunde vom 2. M&rz 1275 nun werden die 
Zeugen in folgender Ordnung aufgezahlt: ,Rapoto de Altenburch 
et filius ejus Otto; Dietricus Hauselaer, Chunradus, Ditricus 
et Calhochus, fratres de Altenburch*. Aus dieser Aufzahlung 
geht ftir jeden Unbefangenen deutlich hervor, dass Rapoto nicht, 
wie Hanthaler will, ein Bruder der drei durch Dietrich Hau- 
selaer von ihm getrennten Altenburger, demnach nicht ein 
Sohn Konrads II. war, dass er vielmehr von einem anderen 
Vater abstammte. Da nun Rapoto in der Urkunde vom 
7. April 1275 Konrad von Ochsenburg als seinen Bruder, Kon- 
rad von Altenburg als seinen Oheim bezeichnet, so kann auch 
Konrad von Ochsenburg nicht ein Bruder der drei in der Ur- 
kunde vom 2. M^rz genannten Altenburger, nicht ein Sohn 
Konrads II. sein. Der , Oheim' des Ochsenburger's, Konrad von 
Altenburg, wird allerdings nicht naher bezeichnet, so dass 
wir beziiglich desselben die Wahl zwischen Konrad II. und 
Konrad III. haben. Im Allgemeinen lasst sich also nur negativ 
dahin entscheiden, dass Konrads von Ochsenburg und Ra- 
potos II. Vater nicht Konrad II., sondern entweder Konrad in. ? 
oder Rapoto I., oder Wulfing war. 



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23 

Wir besitzen noch eine zweite Urkunde (vom Jahre 1292 
o. T.), welche die Unterscheidung Konrads von Ochsenburg 
von Konrad IV. von Altenburg rechtfertigt. Durch diese Ur- 
kunde schenkt Kadold von Altenburg dem Eloster Lilienfeld 
eine Hofstatt im oberen Sleipach. Kadold wird von Hanthaler 
neben Konrad von Ochsenburg und Rapoto II. als fiinfter Sohn 
Konrads II. bezeichnet. Mir hingegea scheint Kadold mit Cal- 
hoch, dem oben erwahnten dritten Sohne Konrads II. identisch 
zu sein. (— Kaloch — Kadalhoch; vgl. Font. r. Austr. XVI. 
[2. Abth.] p. 100, Nr. XCVI und XCVII). Wie es sich indess 
auch damit verhalten mag, Kadold bezeichnet in jener Urkunde 
Konrad (IV.) und Dietrich (I.) von Altenburg als seine Bruder, 
von denen er Konrad von Ochsenburg als seinen Vetter (pa- 
truelis) bestimmt unterscheidet. 

Aus einer Urkunde vom 15. Juni 1299 lernen wir einen 
zweiten Bruder Konrads von Ochsenburg kennen, den Hanthaler 
mit Stillschweigen iibergeht. Hier nennt sich namlich Kadold 
von Altenburg selbst ,horn Chunrates sun von der Altenburg' 
und Rapot und Wulfing ,die bruder waren, gehaizzen von 
Altenburch' als seine Vettern. Ebenso bezeichnet Dietrich (I.) 
von Altenburg in der Schenkungsurkunde iiber Konigsod (1292, 
29. April) Wulfing als seinen Oheim (patruus), Cadold als 
seinen ,frater uterinus'. Unter den Zeugen erscheinen: , Do- 
minus Chunradus de Ossenburg et dominus Wultingus frater 
eius. Dominus Chadoldus de Altenburch frater meus uteri n us*. 
Dietrich von Weissenburg (1299, 6. Juni) nennt Rapoto (III.) 
und Wulfing ,die bruder waren gehaizen von Altenburg' seine 
Oheime. 

Konrad von Ochsenburg 7 s Frau hiess Geisel, wie unter 

Anderem aus einer Urkunde (1292 o. T.) hervorgeht, durch 

die sie beide dem Siechenhause zu Lilienfeld ein Lehen zu 

Oberndorf schenken. 1307 war Geisel bereits ,her Cunrates 

witib von Ossenburch', als sie von Dietrich dem Heusler Gulten 

auf einer Muhle bei Velderndorf kaufte und zu einem Jahrtage 

fur Lilienfeld bestimmte. Sie besiegelt 26. December 1308 eine 

Urkunde, schenkt am 21. December 1315 einen Hof zu Alt- 

mansdorf und eine Gulte zu Wilhelmsburg nach Lilienfeld. 

EndJich erscheint sie — und zwar zum letzten Male — in einer 

Urkunde vom 20. Juli 1323, indem sie zu dem ewigen Lichte, 

das Abt Ottokar von Lilienfeld mit einem Lehen zu Ganzen- 



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24 

dorf in der Capelle Unserer lieben Frau im Lilienfelder Hof 
zu Wilhelmsburg stiftete, einen Beitrag leistet. Aus all* diesen 
Urkunden, die sie als Witwe ausstellte, scheint nun aber 
hervorzugehen , dass ihre Ehe kinderlos blieb. Diese Geisel 
und die in der Urkunde vom 2. Marz 1275 erwabnte Geisel, 
Gemalin Konrads (III.) von Altenburg, sind ebenso bestimmt 
wie dieser und Konrad v#n Ochsenburg auseinander zu halten. 
Einen Beweis dafur liefert das Todtenbuch von Lilienfeld. Hier 
wird zum 7. Februar: Geizla vxor Chvnradi de Altenburch er- 
w&hnt. Ihr Gatte wohl ist der zum 24. September erwabnte : 
Chunradus de Altenburch, Geisla de Ochsenburch dagegen wird 
zum 27. September erwahnt. Ihr Gemal kommt nicht vor. 

Rapoto I. und seinen Bruder Wulfing lernen wir am besten 
aus den Urkunden von Heiligenkreuz (Font. r. Austr. II. Abth. 
XL Band) kennen. 1259 erscheint hier (Nr. CXLVIII) in einer 
Urkunde Wulfings von Altenburch ,Rapoto frater meus' als 
Zeuge. In der Folge aber, und zwar schon 1261 (Nr. CLX) 
nennen sich Rapoto und Wulfing die ,fratres de Wildekke', 
wohl in Folge ihrer Vermalung. Denn wir erfahren aus letzterer 
Urkunde, dass sie Schwestern, die Tochter jener Frau Gertrud, 
geehelicht hatten, welche dem Stifte Heiligenkreuz einen Mansus 
zu Chrotendorf geschenkt hatte. Dass aber der hier genannte 
Rapoto von Wildekk mit Rapoto I. von Altenburg wirklich 
identisch ist, ersehen wir aus einer Urkunde vom 12. Mai 1270 
(Nr. CLXXXV), in welcher er ,Chunradus senior et Chun- 
radus junior' d. i. Konrad II. und Konrad III. von Altenburg als 
,fratres mei de Altenburch' bezeichnet. Eben hier werden seine 
Gemalin Elisabeth und seine Kinder Rapoto, Otto und Mar- 
garetha namhaft gemacht. (Vgl. auch Nr. CXCVII, 1272, 
24. April.) Auf diesen Rapoto und seine Sohne Rapoto II. und 
Otto und nicht, wie Hanthaler annimmt, auf Rapoto II. und 
Rapoto III. bezieht sich auch die Urkunde vom 7. Marz 1283 
(Hanthaler Recens. II, 353, Nr. CXXV), aus welcher zugleich 
hervorgeht, dass Rapoto I. um diese Zeit aus dem Leben schied. 
Rapoto (II.) und Otto werden hier ,fratres de Wildek, filii et 
heredes Rapotonis de Altenburch' genannt. In einer Urkunde 
vom 6. Januar 1301 aber nennt sich Rapoto von Wildekk (d. i. 
Rapoto II.) ,herrn Rapotes sun von Wildeke'. 

Langer als Rapoto I. lasst sich Wulfing I. von Wildek 
verfolgen. In einer Urkunde vom Jahre 1283 (Font. r. Austr. 



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25 



XL 234, Nr. CCLVI) werden seine bereits verstorbene Gattin 
Gertrudis und seine Kinder Dietrich, Pertha, Agnes, Benedicta 
and Ofraia genannt. Zum letzten Male begegnet Wulfing als 
Zenge in einer Urkunde vom 2. Juni 1286 (ebenda 251). 

Wir lernen demnach aus den Urkunden die Kinder der 
drei Briider von Altenburg: Konrads, Rapotos I. und Wulfings I. 
kennen. Nur fur den zweiten Konrad steht der Stammbaum 
aus. Von ihm mussen demnach die bisher gleichsam noch vater- 
losen Altenburger Rapoto HI., Konrad von Ochsenburg und 
Wulfing II. abstammen. Und zwar durfte von den beiden 
Brudern Namens Konrad, der jiingere als deren Vater zu be- 
trachten sein, da sie selbst erst 1275 urkundlich auftauchen, 
wahrend der andere Altenburger Konrad bereits 1263 als Vater 
mehrerer Kinder begegnet und sein Sohn Konrad (IV.) bereits 
1267 urkundlich vorkommt. 

Demnach gewinnen wir folgenden Stammbaum : 



L»eutold 

von Altenburg 

oder 

Konrad I. 

ron Altenburg 



Konrad II. senior. 



Rapoto I. von (Altenburg) 
Wildekk X Elisabeth 



Wnlfing I. von (Altenburg) 
Wildekk X Gertrudis 



Konrad IT I. junior 
X Geisel. 



I Konrad IV. von Altenburg. 
Dietrich I. x Sophia. 
Caloch X Agnes. 
Cadold? 

[Rapoto II. von Wildekk. 
Otto I. von Wildekk. 
[ Margaretha. 

Dietrich II. von Wildekk. 

Perhta. 

Agnes. 

Benedicta. 

Ofmia. 

(Rapoto III. 
Konrad V. von Ochsenburg 
| x Geisel. 
I Wulfing. 



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1. Januar. 

2. Siglohus conu. Heinricus conu. in Zwetel. 
Dominus Nicolaus de Javrino ciuis in Buda, honestus, 

fidelis amicus domui dedit nobis CXXX florenos Vngaricales. 
[sec. 14./15.] 

3. Leutoldus fam. Pernoldus fam. 

Dominus Wichardus de Topel bonus amicus domus. 

Sifridus Golstain. — Jeuta fam. — Rvgerus Widmandel 

seruicium, de quo habemus seruicium (Rasur. Am Rande: 

Pitancia de ma . . Smerb celler . . . de uinea frusta piscium.) 

hones turn. — Alheidis fam. — Jevta de sancto Ypolito. — 
Eysal vxor iudicis in Planicie. — Otto officialis in Schrenpach 
et vxor eius Erintraut [sec. 14.] 

Ueber Jevta vgl. Necrol. v. St. Polteii (= N. St. P.) zum 1. Janurfr. 

Nicolaus Newchum et vxor eius Clara de Wyenna [sec. 15.] 

? Christina Chemphin de Wienna dedit bonam vineam et 
plura bona contulit domui. [sec. 14.] 

2. Januar. 

2. Otto conuersus in Poumgartinberg. [sec. 14.] 

3. Reichza fam. (Roth). Ditricus judex in Durnze. [sec. 14.] 
[Chunradus (Roth; radirt)]. 

3. Januar. 

2. Chunradus elemosinarius conu. [sec. 14./15.] 

3. Pertholdus Methildis fam. 

Wolfgerus Puchpergarius de Radeprvnne. (Roth.) [sec. 14.] 
Vlricus Furter quondam judex in Wilhalmespurch. [sec. 15.J 

II. Nonas (Januarii). — 4. Januar. 

1. Obiit Fridericus s. et m. (A). 
Leo s. et m. Stephanus s. et m. Vlricus s. et m. in 
Valle Dei. — Obiit Katherina comitissa et domicella in Trebnicz. 



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27 

Item obierunt ibidem Clara, Elizabet, Angnes, Katherina, 
Agnes, Katherina, Katherina, Agnes moniales ibidem, [sec. 15.] 
Fr. Andreas monachus Mystes huius aedis in perpetuam 
rei memoriam se inscripsit uir sane or nam en turn cleri 1587. 
(Am Rande: Annuatim suis confratribus promisit tamquam de 
se benemeritis daturum tres taleros.) 

2. Rudolfus conu. in s. Cruce. 

3. Chunegundis inclusa fam. 

Obiit magister Fridericus Doleator in s. Cruce. [sec. 15.] 

Nonas (Januarii). — 5. Januar. 

1. Bembardus scriptor s. et m. huius domus. [sec. 14.] 
Erasmus cellerarius s. et m. huius domus. (Roth.) [sec, 15.] 
?Laurentius sac. et mon. in Paumgartenberg [sec. 14. /15.] 

2. Chunradus conu. in Paumg. [sec. 14/15.] 

3. Hainricus. Fridericus. Vlricus. Gedrudis. 
Matza. Alhaidis. 

Michahel Merchenslag de Ewsicz 83. (= 1483) [sec. 15.] 

viii. Idus (Januarii). — 6. Januar. 

Epyphania domini. (Roth.) 

Oeisla. Engla moniales apud s. Nycolaum. 
Sophy a mo. (A). 

Vlricus s. et m. [sec. 14.] 

Anno 1657 obiit R. P. Robertus Sindt professus, s. et 
organista huius domus patria Tirolensis. 

2. Marquardus conu. in Paumg. 

3. Heinricus. Alhaidis de Hohenwart. Sophya. 
Wilbirgis fam. 

A Is Wohlthaterin des Klosters erscheint Alhaidis de Hohenwart in dem 
Schiedsspruche des Stephan von Meissan zwischen dem Kloster Lilienfeld and 
Alhaidis einer-, und deren Schwiegertochter Margareta und dem zweiten 
Manne der letzteren, Heinrich von Dachberg, andererseits (1281 o. T.), iiber 
Giiter zo Hohenwart, welche unsere Alhaid dem Kloster zugewendet hatte. 
Sie war damals bereits Witwe und auch ihr Sohn Heinrich, der Gemal der 
Margareta, war bereita verstorben. 1318, 12. Mfirz, verzichtet auch Niklas 
von Volz auf seine Anspriiche an die einst gemachte Schenkung. Der Sohn 
der Alheid von Hohenwart ist aber nicht, wie Han thaler, Recensus II, 42, 
meint, der oben unmittelbar vor ihr genannte Heinricus, so wenig als Sophia 
und Wilbirgifl mit ihr zusammenhKngen, sondern vermuthlich der zum 22. Mai 
genannte H. von Hohenwart. 



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28 

Hadmudis. Otto. Hainricus fam. — Margareta. — Albertug 
Stainar de Paden. — Item Elyzabet. [sec. 14.] 

A. St. von Baden erscheint neben Alber dem Hutler in einera richter- 
lichen Vergleiche von 1307 zwischen Lilienfeld und Heinrich dem Miillner, des 
Mayr's Sobn, iiber zugefugten Schaden am Hofe unter der Scbeiben zu 
Pfaffsteten. 

VII. Idus (Januarii). — 7. Januar. 

1. Albaidis moo. (A). 

Stephanus presb. et mon. prior in Sitansteten. Fridericus 
senior s. et m. Frater Hermannus [sec. 15.] 

Anno MD. 87 obiit Rev. in Christo pater Georgius Pren- 
berger, abbas hiiius domus, qui praefuit monasterio XX annis. 
(Zusatz [19. Jahrh.]: IV.; andere Hand [19. Jahrh.]: aliis V. 
huius noraini8.) 

Nach dem Necrolog von St. Lambrecht (= N. St. L.) starb Abt Gregor IV. 
am 23. Januar dieses Jahres. Dies muss indess ein Irrthum sein. Liegt viel- 
leicbteine Verwechslung mit dem bei una zum 24. Januar in auffallend grosser 
Scbrift eingetragenen : Georgius s. et m. huius monasterii, der 1473 starb, vor? 

2. Vlricus conu. Heinricus conu. Andreas conu. ibidem. 
[sec. 15.] 

sc. in Sitaustetan. Denn die Hand ist dieselbe, wetcbe die dortigen mo- 
nachi in Columne 1 eintrug. 

3. Waltherus fam. 

Hainricus. Brigida. Liugardis fam. — Dominus Stephanus 
de Hohenwerch. — Cliunradus Drochsel; vxor Margareta. 
[sec. 14.] 

Vermuthlieh Stephan II. von Hohenberg, Sohn Dietrichs I., welcher 
nrkundlicb 1297—1324 begegnet und zwischen dem 25. November 1324, wo 
er zum letzten Male mit seinen Sohnen Dietrich III. und Stephan III. zu- 
sammen urkundlich genannt wird, und dem 6. Januar 1326 starb. Denn an 
diesera Tage stiften die Sonne und ihre Mutter Chunigunde fur das Seelenheil 
des verstorbenen, in Lilienfeld bestatteten Vaters und seiner Vorderen 3 Pfd. 
auf dem Veilersberge, auf dem Tauern, auf dem Gotzhofe zu Kaumberg und 
auf Besitzungen zu Heinfeld. Der Jahrtag sollte an St. Hippolyt (13. August) 
begangen werden. Zu diesem ist nichts vennerkt. 

Der Name Chunradns de Drochsel erscheint in Lilienfelder Urkunden 
als Zeuge zwischen 1292 und 1325 und vertheilt sich wohl auf zwei Personen, 
von welchen hier die jilngere gemeint sein diirfte. 

Otto sutor. — Margareta. [sec. 15.] 

Obiit Margareta mater fratris Leopoldi de Haynfeldt. 
(circa 1500.) 

Vgl. 22. Januar. 



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29 

VL Idus (Januarii). — 8. Januar. 

1. Fridericus 8. et m. in Campolylyorum. — Nicolaus s. 
et m. f. Sabina mon. ad s. Nyco. [sec. 14.J 

Vgl. N. St. P. 

2. Chunradus conu. in Pauing. Wernhardus conu. 
in s. f. 

Grifo. Fridericus. Chvnradus fam. 

3. Brigida fam. (Grtin.) — Chunradus. Vlricus. Seyfridus. 
Elizabeth. Chunegundis. [sec. 15.] 

V. Idus (Januarii). — 0. Januar. 

1. Pie memorie dominus Stephanus (Zusatz [19. Jahrh.]: I.) 
abbas huius domus, qui plus quain XXX VIII. annis laudabi- 
liter rexit hunc locum. (Roth. Zusatz [19. Jahrh.]: Anno 1398.) 
[sec. 14.] 

Vgl. N. St. P. Wiedemann bezieht die Stelle fttlschlich auf Stephan II< 
1428 bis 1443. Gemeint ist Stepban I. 1360-1398. 

Obiit pie memorie Wilhelmus s. et m. magister curie 
in Wilhalmspurga, qui diu inultum fideliter pro monasterio la- 
borauit. [sec. 15.] 

Vgl. N. St. P. 

Obiit frater Thomas Textoris sac. et mon. huius domus, 
sacre theologie bacularius formatus. [sec. 15./16.] 

2. Hainricus. 

Hainricus conu. f. — Heinricus Granum conu. [sec. 14.] 

3. Heinricus de Hag, de quo habemus 1 tal. redditus. 
[sec. 13./14.] 

Heiorich von Hag erscheint urkundlich zwiachen 1263 und 1299, wobei 
es zweifelhaft ist, ob hierunter eine oder zwei Personen dieses Namens zn 
versteben flind. Daneben begegnet in einer Urkunde der Frau Offmei von 
Uage als deren Sohn Heinricb 1290, 4. December, den Hanthaler fUr den 
Sobn (?) des ersteren halt. Ein Heinricus Haclier zum 14. November. 

Otto cocus, qui delegauit vineam in Draism. — Vlricus 
[sec. 14.] 

in. Idus (Januarii). — 10. Januar. 

1. Obiit Andreas presb. et m. Vlricus s. et m. (A.) 

Cholomannus senior quondam abbas in s. Cruce. — Christa- 

nus s. et m. — Hainricus cantor s. et m. in Campoly. — Pie 

memorie obiit frater Petrus Smausser subdiaconus et in. — 

[sec. 14.] 



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30 

Vgl. N. St. P. Es gab zwei Aebte von Heiligenkreuz dieses Namens, Colo- 
man n I. 1357 — 1377 und Colomann II. 1377 — 1392, von denen der letztere, 
welcher resignirt starb, wegen des Zusatzes ,senior quondam' hier gemeint 
zu sein scheint. Vgl. 11. September. 

Smansser begegnet auch im N. St. P. 

Gotfridus s. et m. — Wolfgangus de EbaBs (?) magister 
curie in monte Tanperg [sec. 15.] 
Zn Gotfridus vgl. N. St. P. 

2. Vlricus Dietmarus conu. 

3. Altmannus de Wienna. Heinricus. Albero. 
Dimudis institrix vxor Eberhardi, que dedit nobis duos 

calices. — Gedrudis Chemphinn. Dominus Vlricus de Topel. 
[de quo habemus seruicium de vno talento in Wyelantsperig 
a pitanciario. (Andere Hand.)] [sec. 14.] 

Et de Hainrico de Gmunden sfervicium] Brigida. (Am 
Rande: seruicium a [cellerario ?] ; III. frusta piscium, similas et 
bonum vinum.) [sec. 14./15.] 

1326, 28. Marz. Heinrich von Gmunden, ,der Goldschmiod zu Wien', 
kauft von dem Stifte Lilienfeld 10 Pfd. Burgrecht zu Leibgedinge auf vier 
Leiber und nach der Leibgedingsnehmer Tod soil das Burgrecht gegen einen 
Jahrtag an das Eloster fallen. 1332, 30. Mai, ist Heinrich von Gmunden bereits 
todt, wie aus dem von diesem Tage datirten schiedsrichterlichen Vergleiche 
zwischen seinem Sohne Johansen und seinen Verwandten iiber den Wein- 
garten Strutzeler zrf Heiligenstadt hervorgebt. Vgl. auch lib. fund. mon. 
Zwetl. (Font. r. Austr. II., Abth. III., 645. 704.) 

III. Idus (Januarii). — 11. Januar. 

Commemoratio episcoporum et abbatum defunctorum 
ordinis nostri (A.) (Roth.) 

1. Obiit dominus Vlricus plebanus in Chreuspach, qui 
dedit monasterio X libros et octo tal. den. et duas tunicas 
et vnum capucium et vnarn mitram et sepultus est ad altare 
s. Margarethe uirginis. [sec. 14./15.] 

Obiit pie memorie Matthias Pantther de s. Ypolito senior 
s. et m. huius loci 1544. 

2. Wasgreim conu. 

3. Siboto. 

Meinwardus. — Dietmarus ciuis de Noua Ciuitate. — 
Eysal. [sec. 14.] 

Georius Prediger tet Agnes vxor eius. [sec. 14./15.] 



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31 

II. Idus (Januarii). — 12. Januar. 

1. Hertwicus s. et m. in Runa. [sec. 14.] 

Reu. Pater Christophorus Samson m. et s. in Campo- 
liliorum 1644. 

2. Fridericus conu. in Zwe. 

3. Tiemo canon. Pat[auiensisj. Chvnegundis. 
Georius ann dem Stainperg et Anna vxor eius, qui de- 

derunt monasterio decern talent. (Ueber der Rasur einer miniirten 
Stelle.) [sec. 16.] 

Ydus (Januarii). — 13. Januar. 

1. Vlricus mon. in Campoliliorum. Dietricus mon. 
in s. Cruce. (A.) 

Leupoldus portarius. [sec. 14.] 

Obiit frater Thomas Khorrenfeyl de s. Ypolito s. et m. 
huius domus. [sec. 15.] 

? Obiit dominus Nycolaus abbas [sec. 14./15 ] 

2. Pilgrimus conu. in Zwe. 

Vgl. N. St. Cruc. (Zeitachrift f. d. osterr. Gymn. 1877. S. 1 ff.) 

3. Swimunt. Sifridus. Alhaidis. Valco. Petrus. 
Obiit Andreas Rex Vngarie. — Hainricus vinitor. Gabriel. 

Bartholomeus f. eius. — 

Necr. PP. Minor, conv. Vienn. (Pez. SS. r. Anstr. T. IL) XIX. Kl. 
Febr. Obitus serenissimi domini Andreae Ungariae regis celebretur solenniter 
et suae consortia Dominae Agnetis Reginae Ungariae et hoc die sicut mortua 
est etc. 

Vlricus vigilator. Margareta vxor eius. — Haedwigis. — 
Eodem die obiit Dominus Fridericus Rex Romanorum et dux 
Austrie, a quo habemus missam reg. (Am Rande Seru[icium] 

JII. frustra simi ... et bonum vinum de Friderico et 

dace . . . n. Et anniuersarium agitur in conuentu . . . ma 

die vacan[te?]. Ortbinus. Preunhildis (von modern er Hand tiber 
einer Rasur: cum) liberis suis [a quibus habemus. . . .]. — [sec. 14.] 

Zu K. Friedrich vgl. Necr. CI. N. (von Kl. Neuburg) 12. Januar. 
Kalend. Albert! plebani de Waldchirchen. 13. Januar. 

XTX. Kalend. (Februaril). (Roth.) — 14. Januar. 

1. Otto s. et m. in Campol. Nycolaus dyaco. et 
mon. montis s. Marie. [Thomas s. et m. (Zwischen den 
ubrigen Eintragungen dieser Zeile, die von einer Hand her- 



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32 

rtihren, von zweiter Hand tiber einer Rasur.)] Ofmia mo- 
nacha. (A.) 

Nicolaus sacerdos et nouicius in Campoly. [sec. 14.] 

Fridericus Johannes s. et m. [sec. 15.] 

3. Hailka. — Stephanus Porcer. — Wilbirgis. — Nicolaus 
Hincer. [sec. 14.] 

Stephan Porcer erscheint: urkundlich 1280—1292. 

Hainricu8 primum dux Bawarie deinde Avstrie. (Von mo- 
derner Hand, doch nicht jener Hanthaler's.) 

XVm. Kal. (Februarii). — 16. Januar. 

1. Wernherus s. et m. in Campolil. (A.) 
Margareta mon. ad s. Bernh. — Agnes de Wienna mo- 

nialis ad s. Bernhardum. [sec. 14.] 

2. Gotscalcus conu. 

3. Alhalidis fam. (A.) Sifridus in Erchengershof. 
Perhta. Chvnegvndis. Jeuta. 

Wolfhardus currifex fidelis laborator. [sec. 14/15.] 

XVTI. Kal. (Pebruarii). — 16. Januar. 

1. Michahel s. et m. in Zwe. (A.) 

Ernestus s. et m. in Zwetla. — Margareta mon. aput s. 
Ny. — Otto s. et m. in Zwe. dictus Grill, [sec. 14.] 

Otto der Grille, Monch von Zwetel, erscheint 1327 als ,Schaffner* dee 
Frauenklosters St. Bernhard in Font. r. Austr. II. Abth. VI. 292. 

2. Eberhardus conu. in Zwetla. [sec. 14.] 
Sywoto conu. Cainpily. [sec. 15.] 

3. Vlricus de Potendorf. 

In einer Urkunde vom Jahre 1270, in welcher Euphemia von Potendorf 
ibre Zustimmuag zur Schenkung eines Weingartens an Lilienfeld durch ,Ulricus 
Sartor, dictus de Potendorf, ciuis Nonae Ciuitatis 4 gibt, erscheint unter den 
Zeugen: Ulricus de Potendorf, vermuthlich identiscb mit dem Schenker. Vgl. 
Han thaler, Recensns II, 186. 

Hadmuedis. — Heinricus Margraui[us] de Wienna. — 
Dominus Otto de Liebek, a quo habemus redditus duorum 
talent, [et anniuersarium eius in conuentu agitur. (Hand Han- 
thaler's tiber einer Rasur.)] Otto filius Helfuez. [sec. 14.] 

Otto der Schorbech von Liebekke begegnet in den Lilienfelder Urkunden 
zwischen 1282 und 1290. 1312, 25. Februar, war derselbe nicht mehr am Leben 
wie aus einer Urkunde hervorgeht, in welcher seine Erben Heinrich von 
Xonsdorf und denser! Gattin Agnes und Otto von Plankenstein (in der Folge 



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33 

Von Liebekke genannt) und Diemudu, deasen Hausfrau, attf die Schenkung 
an Lilienfeld verzichten, dorch die jener einen Jahrtag mit 2 Pfund Giilten 
zn Heinbach nnd zu Lenzenleiten gestiftet Er war vermuthlich der Sohn dcs 
zum 17. November genannten Albert von Schewrberg. 
Andreas de Wyenna. [sec. 15.] 

XVI. Kal. (Februarii). — 17. Januar. 
Anthonii confessoris. (Roth.) 

1. Vlricus Seklarius s. et m. in Ly. — Dominicus s. et 
m. in Zwe. — Elizabeth m. ad s. Bernh. — Elizabeth sub- 
priorissa in Ypsa. — Liephardus s. et m. in 3. f. — Mein- 
hardus s. et m. in Chetwico [sec. 14.] % 

Eodem die s. Anthonii peragimus solenne anniuersarium 
ducum Bauarie* ex parte libertatis salium cum sedecim candelis 
ad summuui altare. (Roth.) [sec. 15.] 

Heinrich, Pfalzgraf bei Rhein und Herzog von Baiern, gewahrte dem 
Stifle Lilienfeld 1286, 24. April, freie Salzeinfuhr, unter der Bodingung ,quod 
singulis annis certo die vigilias et missas pro nobis et nostris progenitoribus 
sollempniter celebrabunt*. (Iuserirt in die Bestatigungsurkunde Pfalzgraf und 
Herzog Stephana vora 6. December 1306.) Vgl. H. R. I, 221. In den Be- 
stitignngsbriefen der Herzoge Heinrich (1448, 26. Marz) und Ludwig (1450, 
10. September) von Baiern wird als Jahrtag naher bezeichnet: ,am achtisten 
tag unaer lieben frawn schidung'. In jener Herzog Georgs (1480, 25. Mai) : 
der Montag nach St. Anton (17. Januar). 

2. Rugerus conu. f. Hainricus Chvnradus conu. 
in Zwe. 

3. Vlricus Bauarus. 

[Yliana uxor ..... in Stain.] (Radirt.) Agnes [sec. 14.] 
Ruegerus et Anna vxor eius. [sec. 14./15.] 

XV. Kal. Februarii. — 18. Januar. 

1. Alhalidis [!] mon. 

Ortolfus s. et m. in Z. — Maria mon. [sec. 14.] 

Michahel s. et m. in Czbet. [sec. 15.] 

2. Vlricus f. Sifridus conu. f. 

3. Wipoto. 

Chunradus et vxor eius Margareta. — Johannes. — Agnes. 
— Hainricus Reschel. — Fridericus Chn5dl prebendarius. 
[sec. 14.] 

Pontes. Abth. U. Bd. XLI. 3 



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34 

XIV. Kal. (Februarii). — 19. Januar. 

1. Hvgo s. et ra. in s. Cruce. Siboto s. et no. Helyas 
s. et m. inZwe. Obiit pie memorie Fridericus scriptor 
s. et monachus Campolyliorum. (Roth.) (A.) 

Martinus Visingus sac. et m. Campililiorum quondam abbas 
in Zikador [sec. 14.] 

Rudolfus decanus sac. et canonicus in Peritolczgaden. 
(Ueber einer Rasur.) [sec. 15.] 

N. St. L.: Rudolfus Gliws. [sec. 15.] N. St. P.: Rudolfus dictus Gomas. 

2. Burchardu8 in Zw. Vlricus conu. 
Bernhardu8 conuersus in Zwetel. [sec. 14.] 
4. Hartlibus. Jeuta. 

Chunradus. — Johannes et vxor eius Katherina de 
Wyenna. [sec. 14.] 

XIII. Kal. (Pebruarii). — 20. Januar. 

1. Chunradus s. et m. in Li. Chunradus s. et m. f. — 
Georius dyaconus et mon. [sec. 14.] 

Gebolffus 8. et m. in Campoliliorum. [sec. 15.] 

2. Perhta monialis ad s. Bernhardum. [sec. 14.] 

Anno domini 1612. 13. Kal. Februarii obiit serenissimus 
princeps Rudolfus II. Romanorum Imperator semper Augustus. 
Hie rexit Romanum imperium circiter 37 annos. 

3. Wilhelmus officialis in Razlendorf et filia eius 
Gisla. (A.) Rudlinus. Rudolfus. Perhta de Stain. 

Dominus Dietricus de Wildek, de quo habemus molen- 
dinum in Wilhalmspurga. — Gedrudis vxor eius. [see. 14.] 

Nach Hanthaler, Rec. II. 354, schenken ,an s. Wernhardts Abunt 4 
1338 Dietrich (III.) von Wildeck und seine Gattin Gertrud mit Zustimmung 
ihres Sohnes Dietrich (IV.) eine Miihle zu Wilhelmsburg und stiften dam it 
einen Jahrtag. Allein die Urkunde ist P. Gottwald unbekannt und flosst wenig 
Vertrauen cin, da nach einer and ere n von Hanthaler, ebenda, cjtirten Ur- 
kunde Dietrich HI. 1329 nicht mehr am Leben war. 

XII. Kal. (Februarii). — 21. Januar. 

1. Heinricus mon. Marsilius mon. (A.) 

2. Siboto conu. 

3. Christina. Alhaidis. Alhaidis. 

Vlricus de Wienna. — Domina Katherina de Wienna, a 
qua habemus vineam in Medlico [?]. — Maza. — Vlricus Sultzer. 
— Margareta in Durniz. Gerdrudis. [sec. 14.] 



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35 

XI. Kal. (Februarii). — 22. Januar. 
Vincencii. (Roth.) 

1. Jacobus s. et m. f. — Petrus 8. et m. in Zwe. — 
Gerhardu8 8. et m. in Zcwe. [sec. 14.] 

? Johannes sac. et mon. ad s. Lambertum. [sec. 15.] 

3. Rvdolfus de Potendorf. Hainricus. Veutcho. 
Hartmudus. Vlricus de Murerberch. Petrissa. (Von 
Hand -4.) Alhaidis. (Von Hand A.) Petrissa. (Von Hand A) 

Zu R. de Potendorf vgl. Necrolog. CI. Neob. 21. Januar. Derselbe er- 
scheint als Zeuge in Lilienfelder Urknnden 1209—1257. — 1270 erscheint 
Enphemia als Witwe des Rudolf von Potendorf. 

1279. 29. Juui. Elisabeth von Murberg, Schwester Wichards von 
Ramenstein und Schwiegermutter Hcinrichs von Schonleiten, schenkt dem 
Kloster Lilienfeld Einktlnfte im Chris pen thai ,iam proxima dierum suorum 
termino 4 . . . ,quatemi8 ipsius in eodem monasterio memoria perseueret et 
bonorum ibidem diuino cultui exhibitorum particeps fieri mereretur*. 1285. 
12. November. Wigant von Murberg bestatigt die Schenkung, die sein Vater 
Ulrich von Murberg und seine Mutter Elsbeth, die zu Lilienfeld begraben 
sind, bei ihren Lebzeiten dem Kloster Lilienfeld mit zwei G litem, eines zu 
Chrispenthal, das andere im Tiufenthal, zur Stiftung eines SeelgerSthes 
machten. Elisabeth von Murberg's Anniversar wird nach Hanthaler, Rec. II., 
117, am 10. December begangen. Dass sie aber, wie derselbe annimmt, die 
Witwe jenes Ulrich von Murberch war, der ihm zufolge schon 1219 urkund- 
lich begegnet, ist sehr unwahrscheinlich. Vgl. vielmehr 8. April. 

Pernhart officialis. [sec. 14.] 

Tristannus Kernerstock, Katharina vxor eius 7 parentes 
fratris Johannis Haynfelder. [sec. 16.] 

Vgl. 7. Januar und 21. Februar. Die Eintragung riihrt von derselben 
Hand her. 

X. Kal. (Februarii). — 23. Januar. 

1. Heinricus s. et m. in Campolil. Chvnradus s. et 
m. Ditricus s. et m. in Lil. (A.) 

Zu Heinricus vgl. N. St. P. Necr. S. Crucis. 

Margareta mon. ad s. Nycol. [sec. 14.] 

Anno 1632. 23. Januarii obiit Ren. P. Dominicus Schnabel 
s. huius domus et parochns in Rutzbach, qui equo decidente 
fractis ceruicibus post 7 boras expirauit. 

2. Cunradus sartor et conuersus Campilil. [s. 14.] 

3. Ernestus marchio filius fundatoris s. f. Die- 
poldus in Zwe. 

Zu Ernestus m. vgl. Necr. CI. Neob. Necr. 8. Crucis. 

3* 



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36 

DL Sal. (februatii). — 24. Janu&f. 

1. Rugerus s. et m. — Hainricus sac. [sec. 14.] 

Obiit pie memorie Georius s. et m. huius monasterii 
a. 1453. — 

2. Hermannus conu. f. 
Pilgrimus conu. ad 8. Nyco. [sec. 14.] 

3. Hvgo de Mautarn et Alhaidis vxor eius. Ditricus. 
Margareta Graeuendorferin. — Hermannus et vxor eius 

Elizabeth, a quibus habemus vineam. — Dominus Dietricus 
iunior de Weizzenberch. (Roth.) [sec. 14.] 

Dttrfto Dietrich IIL sein. Vgl. 10. M&rz und 21. April. 

Vm. Kal. (Februarii.) — 25. Januar. 
Conuersio s. Pauli. (Roth.) 

1. Symon monachus. Perihta monialis. (A.) 
Wittigo s. et m. in Paumg. 

Obiit Bandala abbatissa in Ybsa. Obiit Gerimus s. et m. f. 
[sec. 14.] 

Zu Bandala vgl. N. St P. Sie ist in den Urkunden des Stiftea Kloster- 
neuburg am 31. Mai 1309 nachznweisen. 

Obiit pie memorie dominus Jacobus abbas huius loci 74. 
Obiit pie memorie Sixtus sac. et decanus de s. Yppolito. 
[sec. 15.] 

Abt Johann v. Lilieufeld 1472—1473; vgl. Hant baler, Fasti Campil. 
IV, 343. 

2. Viricus conu. in Zwe. 

Anno domini 1519 obiit Serenissimus Maximilianus Im- 
perator Romanorum et in Noua Ciuitate sepultus. (Roth.) 

3. Dietricus plebanus de Mistelbach. D^rsto de 
Chrems. Pertholdus. 

Perch toldus vigil. — Anna vxor Vlrici corriarii de s. 
Ypolito. (Roth.) — Hainricus Chastnar de Noua Ciuitate, qui 
delegauit nobis tres vineas et vnam domum in Cunpoltzchirchen 
et vnum pratum in Vischa et vnam domum edificauit in porta 
pro hospitali, a quo conuentus habet plenum seruicium et ho- 
nestum ipso die. (Roth. Dazu am Rande rechts: seruicium a 
cellerario; bonum vinum et similas et III. frusta.) Wolflinus. 
(Am Rande des rechten Blattes unten : Notemus. In die s. Pauli 
conuersionis manifestetur semper raemoria Nicolay Teym ciuis 
de Newnburga Claustrali fideli nostro et est hie sepultus in 



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37 

ecclesia sub lapide marmorea euro cruce auricalci anno do- 
mini millesimo quadringentesimo tricesimo quinto et predictus 
Teym bene fecit nobis. Vgl. 22. Juni.) [sec. 14.] 

In Ferd. K. Bbheim's Chronik von Wiener-Neustadt. 2. Aufl. II., 103 
wird 1301—1303 als Stadtrichter von Neustadt ,Heinrich Kastner (Berthold?)* 
angefuhrt, doch ohne Quellenangabe. 

VII. Kal. (Februarii). — 26. Januar. 

1. Levtoldus s. et m. Chvnradus abbas montis 
s. Marie. Albertus s. et m. (A.) 

Zu Chvnradus abbas m. s. M. vgl. Necr. S. Crucis. 
Johannes subdyaconus et m. in Lilinvelde. [sec. 14.] 
Johannes s. et m. in s. Cruce. [sec. 15.] 

2. Gotscalcus conu. f. 

Johannes conuersus ad s. Andream. Johannes conuersus 
et cocus conuentus. (Roth.) [sec. 15.] 

3. Rudolfus de Planchenstain. Sophya comitissa 
de Hainberch. Ditricus Perner. 

1268. 7. April (= Hanthaler, Recensos II., 175, Nr. CXLVIII). Ru- 
dolf von Plankenstein und seine Gattin Gisela verkaufen dem Stifte Lilienfeld 
ihre Rechte auf das Gehofte Ernstinsperge (!). Deren von Hanthaler er- 
wahnte Sonne kommen indess in dieser Urkunde nicht vor. Die Urkunde 
befindet sich abschriftlich in Cod. mst. 58 des k. k. geheimen Haus-, Hof- 
«nd Staatsarchivs, Nr. 804. 

Alhaidis. — Gedrudis filia Bernhardi Deschnawe. Vlricus. 
[sec. 14.] 

Nycolaus Hechel de Mauttarn. [sec. 15.] 

VI. Kal. (Februarii). — 27. Januar. 

1. Mathildis mon. aput s. Nycolaum. — Johannes Tochkel 
de Neuburga s. et m. (Roth.) [sec. 14.] 

Obiit Hermanus s. et m. Juliana mon. in Gotwico. [sec. 15.] 

2. Hartmannus conu. in Ly. Hainricus conu. 

3. Herbordus. Mathildis. Perihta. 
Wichardus. — Margareta. — Chunegundis. [sec. 14.] 

V. Kal. (Februarii). — 28. Januar. 

1. Rukerus s. et m. in Campolyliorum. Wilbirgis 

mon. Gerdrudis m. (A.) apud s. Nyco. 

Hermannus antiquus cellerarius. [sec. 14.] 
Chunegundis mon. ad s. Nicol. — Frater Wolfgangus 

Schawr de Holobrung s. et m. huius domus. [sec. 15.] 



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38 

2. Gerungus conu. 

3. Dietricus. Perhtoldus. 
Perhta de Wienna. — 

Albertus Weniger de Lengenpah. [sec. 14.] 
Mert Sneyder prebendarius noster. [sec. 16.J 
Anno 1643 obiit Reuerendus Dominus Joannes Cramer 
parochus 30 annis in Durniz. 

IV. Kal. (Februarii). — 29. Januar. 

1. Obiit Dietmarus s. et m. in Campolyliorum. 
Gotscalcus 8. et m. in s. Cruce. Richerus abbas in 
Zwe. Albertus s. et m. s. Cruce. (A.) 

Zu Dietmarus und Gotscalcus vgl. Necr. S. Crucis. 

Nach Frast, Topographic des Erzherzogthums Oesterreich, das De- 
kanat Gross-Gerungs und das Stift Zwetel, S. 12, starb Abt Richer von 
Zwetel 1149. 

Pie memorie Haestolffus s. et m. [sec. 14./15.J 

Obiit pie memorie fr. Thomas [Pogner] (in kleinerer 
Schrift iiber der Zeile) s. et m. huius loci. 74. [sec. 15.] 

2. Chvnradus conu. 

3. Siboto. Chvnegundis. 

Katharina vxor Nycolai Frutoris. (Von derselben Hand 
ist Katharina vxor Nycolai Frutoris auch zum 8. Februar ein- 
getragen worden und sodann halb verwischt.) Heinricus. Nicolaus. 
Chunegundis. [sec. 14./15.] 

HX Kal. (Februarii). — 30. Januar. 

1. Rudegerus s. et m. in s. Cruce. Chvnradus s. et 
m. f. (A). 

Sifridus s. et m. [sec. 14.] 

Johannes s. et m. in Czwetla. Petrus senior s. et cano- 
nicus in Voraw. Laurencius s. et canonicus. [sec. 15.] 

Zu Johannes s. et m. vgl. N. St. P. 

Obiit frater Petrus s. et m. huius domus de Monaco 28 
(= 1528). [sec. 16.] 

2. Chunradus. Chvnradus conu. f. [sec. 14.] 

3. Leutoldus iudex in Wilhamspurch, a quo hospitolarius (!) 
habet III tal. redituum. [sec. 14.] 

Erscheint in Lilienf elder Urkunden zwischen 1310 und 1325. 



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II. Kal. (Pebruarii). — 31. Januar. 

1. Otto acolitus et inon. in Zwe. (A.) 

Wolfgangus abbas in Altenburgk. Johannes. Michel. Kaspar 
s. et m. ibidem, [sec. 15.] 

Ea gab zwei Aebto von Altenburg des Namcns Wolfgang: Wolfgang I. 
(1449—1459) und Wolfgang II. von Meissau (1460—1466). 1st die Beinerkung 
in Honorius Burger's Geschicbtliche Darstellung der Griindung und Schick- 
sale des Benedictiner - Stiftes St. Lambert, S. 53, richtig, dass am 5. Sep- 
tember 1466 zur Wahl eines neuen Abtes geschritten wurdo, so kann der im 
St. Poltener Nekrolog als am 30. September verstorben ervvahnte Abt Wolf- 
gang kaum, wie Wiedemann annimmt, Wolfgang II. sein. 

2. Otto conn, in Zwe. Vlricus conu. in Campoly. 
Obiit domina domina serenissima vxor Maximiliani im- 

peratoris nomine Blanca Maria, [sec. 16.] 

3. Meinhardus de Strecing. Dominus Hainricus 
de Weizzenberch. Gedrudis vxor Gotschalci [senioris] 
de Neitperch, vnde custos habet redditus duorum talentorum 
in Receinstorf. (Ueber diese Stelle vgl. Einleitung S. 3.) 

Unter D. H. de Weizzenberch ist Heinrich von Ramstein, Stammvater 
der Weissenberger gemeint; vgl. 10. Marz. 

Gedrudis war die Gemalin des ersten bekannten Neitperg Namens Got- 
scbalk. Nach einer von Hanthaler, Recensus II., 126 citirten Urkunde 
achenkten beide 1251 nach Lilienfeld zwei Pfund Pf. zu Malmancbesdorf, 
jetzt Malmansdorf bei Tuln, zur Erbauung einer Capelle im Capitelhause. 
Eine Originalurkunde ist nicht vorbanden, das Chartular aber, in welchem die 
Urkunde enthalten war, befindet sich gegenw&rtig in der k. k. Hofbibliothek 
zu Wien (Cod. suppL 2111). Das Chartular stammt in seiner ersten Anlage 
ans dem 13. Jahrhundert. Aber auf einige urspriinglich leer gelassene Blatter 
wxurden sp&ter mehrere Urkunden eingetrageu, darunter drei von der Hand 
eines Falschers, der sich bemiihte, die alten Schriftziige nachzubilden, auf 
pag. 71 — 75. Die eine dieser drei Urkunden ist jene von 1251 iiber Mal- 
mansdorf. Die Schenkung selbst aber ist nicht zu bezweifeln. Denn 1270, 
20. Marz, vertauschten Gotschalk II. und Dietrich die von ihren Eltern ge- 
sehenkten Einkunfte zu Malmansdorf gegen bessere zu Receinsdorf , weshalb 
die obige Eintragung, oder wenigstens der Zusatz zu derselbcn urspriinglich 
nicht vor 1270 entstanden sein kann. In dieser Hinsicht ist auch der 
Schriftcharakter beachtenswerth. Einzelne Worte, wie Gotschalci , sind aufge- 
friacht, die Worte von ,unde* an bis ,Receinstorf, stehen iiber einer Rasur 
und ruhren von anderer Hand her. Der Ausdruck: ,senioris c ist (wie es 
•eheint, nachtraglich von der Hand eines Falschers) hinzugesetzt 

Chunradus de Schuefarn. Agnes. — Dominus Otto miles 
de Goyndorf. — Marquardus de Wienna fam. — Chunegundis 
de TuJna. — Alhaidis et Geuta ibidem, [sec. 15.] 



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40 

Herr Otto von Goyndorf, Zeuge in einer Urkunde der Zinken von 
Lindenberg fiir Lilienfeld 1290, 10. Juni, dttrfte hier nicht gemeint sein. Ob 
Goyndorf, wie Hanthaler, Recensus I, 304, annimmt, identisch mit Gnannen- 
dorf ist, oder vielleicht mit Gaindorf bei Unterdurnbach , bleibt dahingeatellt. 

Kal. (Pebruarii). — 1. Februar. 

1. Heinricus s. et m. Siboto s. et m. in Pouin- 
gartenb. (A.) 

Vlricus s. et m. in Zwe. [sec. 14.] 
Vgl. N. St. P. 

2. Waltherus conu. f. Otto conu. in Zwe. 
Vlricus conuersus. [sec. 15.] 

3. Albertus. Heinricus fam. (A.) Chunegudis. (!) 
Geisla. Hainricus. Vlricus. Fridericus. 

Alhaidis. Fridericus scriptor. [sec. 14.] 
Domina Maria de Wienna, que fecit domui multa bona, 
[sec. 15.] 

IV. Nonas (Februarii). — 2. Februar. 
Purificacio s. Marie. (Roth.) (A.) 

1. Chvno s. et m. Bozlaus abbas in Zwe. Karulus 
mon. in Zwe. (A.) 

Zu Bozlaus vgl. Martyr. Zwetl. (Arch. f. K. 6. G. Q. 1849. III. und 
IV. Heft, S. 390.) Er starb nach dem Stiftungen-Buch von Zwetl (Font. r. 
Austr. II. Abth. Ill, 142) am 2. Februar 1259. 

Bolfgangus Kerspeckch (?) decretorum licenciatus s. et 
canonicus in s. Floriano. [sec. 15.] 

2. Albertus conu. in Cainpoly. Chuno conu. 
Heinricus dux Austrie etStyrie. (Durchgestrichen.) [sec. 14.] 
Necr. Runcns. bei Frohlich und Pusch II, 336. 

Vlricus conuersus. — Vlricus confersus. [sec. 15.] 

3. Wernhardus murator. Chunradus murator. Sifri- 
dus. Gedrudis. Leukardis. Gedrudis. Burchardus. (A.) 

Alhaidis vxor domini Chunradi de Osterburch. Hartungus. 
Ditmarus et vxor eius Dimudis. [sec. 14.] 

HI. Nonas (Februarii). — 3. Februar. 

1. Heinricus s. et m. in Povmgartenberg. Elyzabet 
mon. (A.) 

Thomas dyaconus et m. in Campol. (Roth.) [sec. 15.] 
3. Pertoldii8. Chvnradus conuersi. 



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41 

Bertholdus de Hencendorf. Wernhardus. Cbunigundis. 
Martin u 8 Visingus judex Noue Ciuitatis et vxor eius Mehthildis. 
— Erchenger. — Wentla. Margareta. — Albertus. Michahel. 
Katherina. Elyzabeth. — Agnes. — Georius dictus Hold. — 
Dominu8 Hainricus de Lonstorf et vxor eius Agnes, [sec. 14.] 

Martin Vising, Stadtrichter von Wiener-Neustadt 1307—1322. Vgl. 
Boheim, Chronik von Wiener-Neustadt II, 102. 

Heinrich yon Lonsdorf wird in Lilienfelder Urknnden zwischen 1312 
nnd 1322 genannt Zum letzten Male erscheint er als Zeuge am 2. Februar 1322, 
wfihrend sich seine Gemalin Agnes, die Tochter des Otto de Scheurbech 
in Liebekke sich bereits am 15. Juni desselben Jahres als , Agnes von Scheur- 
bercb, Herrn Heinreichs Witibe des Lansdorfer* bezeichnet 

Chunradus tornator. Jacobus Strobel in Wilhalinspurkch. 
[sec. 14./15.] 

n. Nonas (Februarii). — 4. Februar. 

1. [Rugerus. (Verloscht.)] (A.) 

Vschalcus s. et m. — Jeuta monacha. [sec. 14.] 
Obiit fr. Melchior Dlirnhardt s. et m. huius mon. et pa- 
rochus in Monte S. Anne 1620. 

2. Chunradus. Vlricus conu. f. — Perhtoldus conu. pictor. 
[sec. 14.] 

VgL N. 8t P. 

3. Rugerus. Diemudis. Vlricus. 

Jans de Monte et Veleizhm (!). — Hermannus cum mitra (?) 
am Chalperg, qui dedit (?) (di [!]; vielleicht dicitur) Suben- 
stoch. (Von anderer Hand gleich der n&chstfolgenden Eintra- 
gung iiber einer Rasur. Die radirte Aufzeichnung war roth.) 
Vlricus Pukell prebendarius noster. [sec. 14.] 

Hanthaler, Recensus II, 86, halt Jans de Monte fur den Lilienfelder 
Jofaann 1385. 

Wie schon bemerkt, steht diese Stelle fiber ciner Rasur. Von der un- 
teren Schrift, welche roth war, scbimmern noch die Worte: ,Maza vxor eius* 
and darunter ,uineas' durch. Die Worte : , Hermannus cum mitra* die offenbar 
aof Mjasveratandniss beruhen, sind von derselben Hand eingetragen, welche 
zum 6. Februar den ,Heinricus de Nuernberch et vxor eius Maza, vnde habemus 
seroicinm de duabus vineis in Newnburga, hie sepultus' eintrug, und es unter- 
lieg^ keinem Zweifel , dass es eben diese Notiz in einer etwas anderen Fassung 
war, welche anfangs in rother Tinte zum 4. Februar eingetragen war, spiiter 
aber radirt wnrde. Den hier genannten Hermannus von Nurnberch (!) lernen 
wir ana einer Lilienfelder Urkunde vom 21. Juli 1338 kennen, worin er 
»ieb eioen Jahrtag mit seruitium von Seiten des Pitanzmeisters und eine 



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42 



Begrfibnissst&tte ausbedingt, indem er einen balben Werngarten, Siebenstock 
genannt, am Kahlenberg bei Klosterneuburg dem Stifte schenkt. Hioriiber ist 
vom Abte Leupold von Lilienfeld ein Rovers am 31. Mai 1339 ausgestellt In 
Lilienfold bositzt man von demsolben Hermann von Nurnberg noch eine zweite, 
fast gleichlautende Urknnde tiber eine gleiche Jahresstiftung zn Zwetl mit 
Ausnahme seines Begrabnisses, und auch in den Annales Zwetlenses (Pertz, 
SS. IX, 683) liestman: 1342. Obiit houestus uir dictus Hermannus de Nuern- 
bereh (!), qui dedit monasterio bonam uineam, que dicitur Subenstockel'. 
Haylweig. — Meinbord. [sec. 15.] 

None (Februarii). — 5. Pebruar. 
Agathe uirginis (Roth.) (A.) 

1. Heinricus 8. et m. in Zwe. (A.) 

Heinricus 8. et m. in Ly. — Nycolaus conu. in Zwetl. 

[sec. 14.] 

Obiit Palraia ad 8. N. monialis. [sec. 15.] 

Anno 1642 obiit R mU8 D. Ambrosius Gloggnizer abbas 

Vallis Dei vulgo Seisenstain loci huius professus. 

2. Hainricus conu. 

Waltheru8 conu. in Campo Lyliorum [sec. 14.] 

3. Heinricus. Chunradus. Alhaidis. Wentla. Gedrudia. — 
Eufemia de Topel. Perner piscator de Wienna. [sec. 14.] 

Obiit dominus Wichardus plebanus in Wilhalmspurga, 
qui dedit nobis vnum tal. den. — Syman ze Engeltael. [sec. 15.] 

Vm. Idus (Februarii). — 6. Februar. 

? 1. Johannes Schruker can. et sac. in Neunburga Clau- 
strali. [sec. 15.] 

Jeuta mon. ad s. Bernhardum. (A.) 

Obiit pie memorie frater Cholomannus s. et m. huius 
domus. [sec. 15./16.J 

Obiit pie memorie fr. Clemens Faber subprior et pro- 
fessus in Seon. 1621. 

Vgl. N. St L. mit demselben Jahresdatum. 

2. Albertus conuersus in Campoliliorum. [sec. 14./15.] 
Vgl. N. St P. 

3. Viricus. Methildis. 

Chunradus, Chunradus. — Heinricus de Nuernberch et 
vxor eius Maza, unde habemus seruicium de duabus vineis in 
Newnburga, hie sepultus. (Am Rande: seruicium a celerario.) 
Wentel de Neuburga. [sec. 14.] 



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43 

An diese Stelle kniipfen sich eigenthumliche Schwierigkeiten. Han- 
thaler, Rec. II, 132 erw&hnt drei Urkunden, die eine vom ,weissen Suntag' 
1308, durch welche Heinrich Niernberger (!), Burger von Klosterneuburg, und 
sein Weib Maz (= Magdalena) ihrem Sohne Ulrich einen Weingarten ,an 
dem Ecke' zu Klosterneuburg iibergeben, mit der Bestimmung fur das Kloster 
Lilienfeld, falls Letzterer in dies Kloster eintreten sollte ; die andere, in welcber, 
da Ulrich zu Lilienfeld wirklich eingetreten zu sein scheint, Magdalena mit 
Zustimmung ihres Gatten Heinrich den genannten Weingarten dem Kloster 
Lilienfeld zuwendet; und die dritte (von 1327), in welcher sie, bereits Witwe, 
aosserdem den Weingarten ,an der eren* schenkt. Zwei dieser Urkunden 
stehen im Cod. 58 als Nr. 484 (von 1327) und 485 (von 1308 des n&chsten 
snntags nach O at era). Nun ist es aber auffallend, dass nach Hanthaler, 
Recensus II, 414, der Grabstein des Hermann von Nurnberg (vgl. 4. Februar) 
zu Lilienfeld den Tod des Letzteren auf den 6. Februar 1341, also auf den 
Tag setzt, an,welchem das Nekrolog Heinrich von Nurnberg nennt, wahrend 
nmgekehrt in unserem Nekrologe Heinrich von Nurnberg und seine Frau ur- 
spruoglich zum 4. Februar (sie he daselbst) eingetragen war en, deren Namen 
sodann radirt wurden, worauf dartiber Hermann as de Nurnberg gesetzt ward, 
and zwar von derselben Hand, welche Heinrich von Nurnberg zum 6. Februar 
eintrug. Ein Lilienfelder Monch Nicolaus de Naburga findet sich zum 13. No- 
vember unseres Nekrologs. 

Cvnradus Pinczinger pater fratris Johannis. Chvnegundis 
filia eius. [sec. 15.] 

Generosus dominus Lambertus Strauch supremus vigi- 
liarum praefectus in castris Hispanicis monasterii uostri bene- 
factor a. 1652. 6. Februar. 

VII. Idus. (Februarii). — 7. Februar. 
1. Erwinus s. et m. in Zwet. (A.) 
Vlricus Schollntrit s. et m. Ly. [sec. 14.] 

1354. 20. M&rz. Ulrich ,des Trittenscholes sun 4 , Ordensbruder zu Lilien- 
feld, schenkt dem Stifte seinen ererbten Weingarten zu Klosterneuburg. In 
dieser Urkunde wird als sein Oheim Wolfbart der Alser bezeichnet, der in 
unserem Nekrolog zum 30. Jul! steht, als sein Bruder Jacob, Pfarrer zu 
Mergestorf, der im Nekrolog zum 22. September erwahnt wird. 

Rupertus s. et m. — Obiit felicis memorie Erhardus 
Merchkenslach de Eusitz s. et m. huius domus MCCCC 9. 
[sec. 15.] 

Vgl. N. St. P.: Erhardus de Campoliliorum presb. et conf. n. 

Obiit pie memorie fr. Thomas plebanus in Wilhalmsch- 
purck anno domini 1534. 

2. Hainricus conu. in Campolily. (Stand ursprunglich von 
derselben Hand in Rubrik 1, wo er getilgt ist.) [sec. 14.] 



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44 

3. Geizla vxor Chvnradi de Altenburch (A.) Poppo 
de Liebenberch. Gedrudis. 

Geisla. Gemalin Konrads III. von Altenburg ; siehe Einlcitung S. 23. 

P. von Liebenberg in Lilienfelder Urkunden 1268 und 1271 erwa'hnt. 
Vgl. Han thaler, Rec. II, 68. 

Obiit Mathias cum vxore sua Barbara parentes 

fratris Gregorii aus der Lem ; qui bene fecerunt nobis, [sec. 16.] 

VI. Idus (Februarii). — 8. Februar. 

1. Engelschalcus mon. (A.) Alhaidis mon. 
Waltherus s. et m. in Zwetla. — Nycolaus mon. [sec. 14.] 
Obiit frater Pangracius quondam prior sacerdos et mo- 

nachus huius domus. 87 (1487). [sec. 15.] 

Obiit dominu8 Steffanus plebanus de Hohinwerkh, con- 
frater noster fidelissimus a. d. 1531. 

2. Otto. Hainricus. Gebhardus conuersi. 

3. Elizabet. Hedwigis.. 

Chunradus scriptor in Campoliliorum [sec. 14.] 
Margarethe Bemin. [sec. 15.] 

V. Idus (Pebruarii). — 9. Februar. 

1. Rugerus s. et m. Rapoto s. et m. in Zwe. Perhta 
mon. (A.) 

Vlricus s. et m. [sec. 14.] 

Arnoldus s. et m. huius domus. [sec. 14./15.] 

9. Ftbruarii 1695 obiit Reu. et Must. Matthaeus III. huius 

'domus abbas meritissimus, qui per annos 45 feliciter regnavit. 

(19. Jahrh..[Hand P. Gottwald's.]) 

2. Eberhardus conu. Otto conu. in Zwe. — Otto conu. 
ad s. Bernh. — Fr. Wolfkerus conu. in Zwet. — Ylbungus 
conu. [sec. 14.] 

3. Otto dapifer de Hohcnek. Richgerus. 

Domina Chvnigundis Gewchramerin. Jacobus filius eius, 
de quibus III. tal. datur honestum seruicium. Johannes de 
Gmund, bonus amicus monasterii [sec. 14.] 

Ueber den Grabstoin der Ch. Gewchramerin zu Lilienfeld, wonach sie 
,in octauis purificacionis b. Marie uirg.* 1337 starb, vgl. Hantbaler, Rec 
II., 413 und Fasti Campilil. II, 1, 332. Sie war die Gattin des in unserem 
Nekrolog (24. August) erwahnten Perch told Greuchrainer, eines angesehenen 
Wiener Burgers. 

Zu Joh. de Gmund vgl. 7. September. 



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45 

Chunradus dyac. de s. Andrea. — Obiit Hainricus, Ka- 
terina, Margareta et omnium decessorum suorum de Corona, 
[sec 15.] 

IV. Idus (Pebruarii). — 10. Februar. 

1. Heinricus s. et m. Basilius s. et m. s. Marie. 
Heinricus 8. et m. in 8. Cruce. Chvnradus 8. et m. in 
Zwet. (A.) 

Petrus 8. et m. f et mon. s. Marie. — Cholomanus s. et 
m. [sec. 14.] 

2. Otto conu. (A.) Vbanus conu. f. 

3. Othmarus et vxor eius Selint, qui dederunt V {narcas, 

pro qua pecunia (?) empta curia in (Rasur.) .... Liebis. 

[sec. 14.] 

m. Idus (Pebruarii). — 11. Pebruar. 

1. Vlricus 8. et m. in 8. Cruce. Gvndachorus s. 
et m. (A.) 

Petrus Helbling de Wienna, dyaconus et mon. in Campo- 
liliorum. (Roth.) Wentla mon. [sec. 14.] 

Agnes Margareta. mon. Chunegundis conuersa ad s. Nico. 
(Durchgestrichen und von jiingerer Hand unter die Conversen 
gestellt.) [sec. 15.] 

2. Leupoldus conu. f. Albertus conu. in Zwe. 
Ditricus conu. 

3. Fridericus miles de Altmansdorf. (A.) Tueta. 
Geuta. Chvnegundis. 

In den Lilienfelder Urkunden begegnet ein Friedrich von Altmansdorf 
z wise hen 1263 und 1270 (nicht, wieHanthaler, Rec I, 249, sagt, 1266), ein 
anderer 1315 — 1326 (nicht 1322). Hanthaler bezieht unsere Stelle, wohl 
mit Recht, anf den ersteren. 

Nycolaus. Johannes, [sec. 14./15.] 

II. Idus (Pebruarii). — 12. Pebruar. 

1. Degenhardus s. et m. in Campolil. Heinricus 
nouicius in s. Cruce. (A.) Otto subdiaconus et m. f. 

Obiit Michael sac. Chunradus in Zwe. conuersus. [sec. 14.] 
Hainricus s. et in. [sec. 15.] 

2. Chalochus in Campoli. conu. [sec. 14.] 

3. Geroldus plebanus de Durncze. 



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46 

Ydus (Februarii). — 13. Pebruar. 
1. Offemya mon. in Wienna. Levpoldus acolitus 
et m. in s. Cruce. Obiit pie memorie Sighardus abbas 
s. Crucis. (Roth.) (A.) 

Zu Abt Sighard vgl. Necr. Wilhering. zum 14. Februar. Necr. CI. Neob. 
zum 12. Februar. Die letzte Urkunde, in der er als lebend erw&hnt wird, 
datirt vom 6. December 1289 (Font. r. Austr. II. Abth. XI. Bd. 260). Am 
16. Januar 1290 wird (ebenda 261) bereits ein anderer Abt genannt. 1st obiges 
Datum der Todestag, so muss Sigbard abdicirt baben. 

Domina Cecilia quondam vxor doinini JStephani de Cel- 
cing (?), qui dedit nobis crucem argenteam et tabulam cum 
reliquiis multis. [sec. 14.] Geysla vxor Nicolay Lebetarii de 
Nevburga. 

3. Dominus Stephanus de Meysau. Obiit Dorothea Cam- 
panatrix de Wilhalmspurg mater fratris Leonardi junioris 
anno 9° tercio (d. i. 1493). [sec. 15.J 

Bei Wurmbrand, Collectanea 146, erscheint Cecilia von Zelcing ur- 
kundlich 1391. 

XVI. Kal. (Marcii). — 14. Februar. 

1. Hermannus m. Ernestus s. et m. in s. Cruce. 
Benignus 8. et m. f. (A.) 

Rugerus de Nortz. (!) sac. [sec. 14.] 

Bernhardus s. de Grey czenste ten. [sec. 15.] 

Cristofferus Balneator de Klosterneunburgkh, de quo ha- 

bemus vineam. (Von j lingerer Hand durchgestrichen und zu 

den Familiares gesetzt.) [sec. 16.] 

2. Reinherus. Rapoto. Marquardus conuersi. 

Anniuersarium solenne Serenissimi Imperatoris Romano- 
rum Ferdinandi II. etc. Archiducum Austriae ex parte liber- 
tatis salis peragitur ad sum mum altare cum 16 candelis. (Roth.) 

Zu Ferd. II. vgl. N. St L. zum 15. und Necr. Wilh. zum 16. Februar 1637. 

3. Gotschalcus de Neitperch (A) [et vxor eius Elspet], 
(Von viel spaterer Hand iiber die Zeile gesetzt.) 

Go tts chalk (IV.) von Neitperg und Elsbet, seine Hausfrau, sowie Gott- 
schalks Bruder, Heinrich I., weisen, wie ihnen der Abt Otokar von Lilienfeld 
1333, 13. December, bestiitigt, 3 Pfund Pf. zu Weinprechtsdorf, Ebersdorf und 
Seifriedsdorf, dann 10 Pfund Pf. zu Mannhartadorf an zur Erbauung der 
St. Wolfgangscapelle im Capitelhause und zur Stiftung eines Jahrtages, und 
zwar auf neun Jahre, nach deren Ablanf sie dieselben GUlten mit 70 Pfund Pf. 
abldsen diirfen, welch' letztere zur Stiftung eines Jabrtages und einer taglichen 
Messe in der genannten Capelle dienen sollen. Noch am 8. September 1335 
waren Gottschalk und seine Gemalin Elspet am Leben, wie man aus einem 



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47 

Verkaufscontracte derselben mit Lilienfeld von diesem Datum ersieht. Allein 
die obige Eintragung gehort zu den altesten, wShrend der Zusatz: ,et vxor 
eius Elspet' viel jiinger ist and demnach irrig oder falschlich hierher gesetzt 
ist. Der Gottschalk von Neitperch, den wir oben lesen, war also entweder 
der I. oder II. dieses Namens, wie denn auch die Eintragnng Gottschalks III. 
sum 15. Marz einen viel jiingeren Schriftcharakter zeigt. 

Gumpoldus et uxor eius Leucardis. Kalochus de Hohen- 
werch. — Hainricus Hansgraf. — Katherina. Chunradus. — 
Siglo occisus. Tueta de Tulna. [sec. 14.] 

Erscheint in Urkunden von Lilienfeld 1275 — 1287. Wie auch Han- 
thaler, Recensus II, 30 annimmt, dttrfte er 1297 gestorben sein. Es geht 
dies aus zwei, offenbar und unmittelbar nach dem Leichenbegangnisse (17. ,des 
sunntages vor sant Peterstag, swenne der Per von Lueg get* und 22. Februar 1297) 
ausgestellten Urkunden hervor, in deren einer die Geschwister von Hohenberg 
dem Stifte funf Hbfe zu Traisem fur 5 Pfund Leichenkosten verpfanden, in 
der andern auf das Rccht an eine Miihle auf dem Holzmarkte zu Wilhelmsburg 
zu Gunsten des Klosters fttr das Seelenheil Calochs verzichten. Bei Han- 
thaler, Rec. II, 34, erscheinen allerdings noch ein Calochus II. um 1299 und 
Calochus in. um 1345, von denen er jenen als Enkel, diesen als Urenkel 
Calochus I. bezeichnet. In der Urkunde Nr. CLXII. von 1299 (= Nr. 752 des 
Cod. 58) ist Kalhoch interpolirt; vgl. die Eiiileitung Seite 14. In der Urkunde 
CLXIII. (1345) wird Calochus nicht erwahnt. Auch hier liegt also eine F&l- 
schung vor. 

XV. Kal. (Marcii). — 15. Februar. 

? 1. Jacobus diac. et in. in Zwe. [sec. 14./15.] 

Sifridus m. in s. Cruce. Chvnegundis mon. de s. 
Nyco. (A.) 

Chunradus Sueuus s. et m. — Benedicta mon. 8. Nycol. 
[sec. 14.] 

Vlricus s. et ra. — Artolfus canonicus ad S. Andream. 
[sec. 15. J 

2. Vlricus. Vlricus. Chvnradus conu. Ortwinus 
conu. 

Hainricus conu. apud s. Bernh. [sec. 14.] 

3. Alhaidis. 

Domina Diemudis de Planchenstain. [sec. 14.] 

Vgl. N. St. P. 14. Februar. Tochter des Otto von Schenrbech in 

Liebeck und Gemalin Otto des Planckenstainer T s von Liebeck. Sie erscheint 

in Lilienfelder Urkunden zwischen 1312 und 1325. 

XTV. Kal. (Marcii). — 16. Februar. 
1. Perchtoldus abbas de Cicador. Bertboldus s. et 
m. (Daneben stand ursprUnglich von Hand A: Sifridus mo- 



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48 

nachus Montis S. Mariae. Obiit Alhaidis de Wieniie, que de- 
legauit in remedium anime sue domui [camere?] pro .... mo- 
nachorum X tal. denar. Diese Stelle ist getilgt und von anderer 
Hand theilweise in Rubrik 3 iibertragen worden, wohin sie 
eigentlich gehort.) Wergandus s. et m. (A.) 

2. Rvgerus conu. in Zwe. Sifridus conu. 
Dominus Otto dux Austrie et Stirye, qui delegauit domui 

centum et LX a tal. pro seruicio in die s. Egydii abbatis. 
[sec. 14.] 

N. St P. 19. Februar: ,Ad anniuersarium ducis Ottonis Austri&e 
et Styriae etc.' Necr. Wilh.: 13. Februar. Necr. Runense: 17. Februar. Vgl. 
1. September. 

3. Alhaidis de Wienna, que dedit ad domum ca- 
mere X tal. Albero filius Hadmarj de Chvnringe. Hain- 
ricus ciuis de Neunburga. 

Zu Albero von Kuenring vgl. Necr. S. Cruc. Gemeint ist Albero IV., 
der nacb 1220 aus den Urkunden verschwindet. Vgl. Fries 8, die Herren von 
Kuenring. S. 63. 

Dorothea, [sec. 14.] 

XIH. Kal. (Marcii). — 17. Februar. 

1. Heinricus s. et m. in Campolil. Eberhardus s. 
et m. in Povmg. Petrus 8. et m. in Zwe. (A.) 

Vgl. Necr. S. Crucis. 

Vlricus 8. et m. f. [sec. 14.] 

2. Hainricus. Rapoto conuersi. 

Chunradus conv. f. — Heinricus s. Crv. [sec. 14.] 
Margaretha conversa in Gotwico. [sec. 15.] 

3. Methildis fam. (A.) Alhaidis. 
Chvnradus. [sec. 14.] 

Chunradus Schawr de Wilhelmspurga. [sec. 14./15.] 

XII. Xal. (March). — 18. Februar. 

1. Fridericu8 s. et m. in Zwetla. [sec. 14.] 
Anna mon. ad s. Bernh. [sec. 14.] 

Petrus senior s. et m. in Campoliliorum. [sec. 15.] 

2. Vlricus conu. j\ 
Hnericus (!) Chagler. [sec. 15.] 

3. Chunegundis. Siboto. Vlricus de domo. 



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49 



XI. &al. (Marcii). — 19. Februar. 



1. Obiit Nicolaus 8. et m. in Pawngartenperig. — Obiit 
pie memorie frater Johannes senator domini sac. et monachus 
48 (d. i. 1448). [sec. 15.] — Caspar s. et m. huius domus 1492. 
dictus Grattwoll. — 

Vgl. N. St. P. 

2. Rapoto conu. (Stent iiber einer Rasur. Von letzterer 
noch erkennbar: ,alis de Durnze. Chunegundis familiaris' 
(Hand A) y sodann noch von dieser getilgt, nm das betreffende 
in die richtige Rubrik 3 einzutragen , wo von der Hand B 
Leupoldus officialis in Durnze aufgefrischt ist.) 

Obiit Elizabet vxor Oswaldi de Wilhalmspurk, que habuit 
fraternitatem nobiscum. [sec. 15. J 

3. Chvnegundis vxor Altinanni de Wienna fam. (A.) 
Leupoldus officialis de Durnze. Rudlinus longus. 

1269, 19. November. ,Altmannus vir houestus de Stain vxorque sua 
Chunegundis' schenken zur fctiftung eines Jahrtages 80 Pfund Pf. zum Ankauf 
des Ortes Greuenberg, der ihuen sainmt dcm Hause der Lilienfelder in Wien 
zu lebenslanglichem Nutzgenusse iiberlassen wird' (Cod. 13424 der Wiener 
Hofbibliothek, p. 166). 

Otto de G^nvaren. — Dominus Nicolaus de Wildungs- 
mawer, de quo habemus honestum seruicium in die cynerum 
a pitanciario. — Stephanus juuenis domini abbatis. — Eysen- 
greim iudex de Raseldorf. Laurencius sacer. Alius eius. Sabina. 
[sec. 14.] 

Nicolaus von Wilduugsmauer erscheint urkundlich zwinchen 1308—1316 
zn Lilienfeld. Am 25. Mai 1316 stiften er und seine Frau Offmia daselbst 
einen Jabrtag, und zwar ,an dem Aschentach', d. i. Aschermittwoch, und 
bedingen sich dieselben im Kloster ein Begrfibniss. Er starb nach seiner Grab- 
inschrift zu Lilienfeld bei Hanthaler, Rec. II, 421 am 19. Februar 1319. 

X. Zal. (Marcii). — 20. Februar. 

1. Albertus s. et m. Ludewicus s. et m. Petrus epi- 
scopus Patav. (A.) 

VgL N. 8t. P. zu demselben Tage. Necr. Wilh. zum 21. Febr. N. CI. 
Keob. zum 19. Februar. 

Albertus sacerd. [sec. 14.] 

Obiit pie memorie fr. Marcus s. et m. de s. Cruce 
15. die Marcii 1548. Obiit pie memorie fr. Andreas s. ac m. 
huius domus 15. die Marcii 1548. 

Fontes. Abth. II. Band XLI. 4 



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50 

2. Hainricus conu. f. (A.) Bernhardus. Hainricus 
conu. 

Wolfkerus conu. in Campolyliorum. [sec. 14.] 
Eristannus carnifex conuersus huius domus. [sec. 15.] 

3. Chvnradus Notzman. — Hailka de Neumburga. — 
Hainricus Lonstorfer. — Sifridus in Nydermarcht, qui dedit 
I tal. [sec. 14.] 

Heinrich Lonstorfer begegnet in Lilienfelder Urkonden zwischen 1312 
und 1322. Vgl. Hanthaler, Recensus II, 87. Vgl. 3. Februar. 

Obiit Anna Pinterin de Weincziirl, que dedit monasterio 
nostro ad altare s. Benedicti crucem argenteam constantem 
XXII. flor. (Roth.) [sec. 15.] 

1428, 13. August. Georg Pinter zu Weinziirl gibt dem Stifte Lilien- 
feld auf ein SeelgerKth fur sich und seine ,seu'ge' Hausfrau Anna 32 Pfund 
Pfennige, die das Kloster nach seinem Tode von seinem Hause zu Weinzflrl 
beziehen soil. 

IX. Kal. (Maroii). — 21. Februar. 

1. Gvnipoldus s. et m. in Lil. (A.) 

Obiit fr. Johannes de Hainfeld s. et m. huius domus, 
confessor sanctimonialium in Ybs ibique sepultus. 68 (= 14G8). 
[sec. 15.] 

Vgl. 7. Januar und 22. Januar. 

2. Rudolfus conu. f. [sec. 14.] 

3. Vlricus de Phafsteten. Dietricus Wlpis. Jeuta. 
Zu Ulrich von Pfaffstetten vgl. 11. August. 

Dominus Siboto de Potendorf. — Ipso die obiit Johannes 
judex noster in Hainueld. (Roth.) Item eodem die obiit der 
Chuercz Chuenczl famulus domini Stephani abbatis, qui dedit 
conuentui vnum talentum denariorum pro solacio. (Roth.) 
[sec. 14.] 

Siboto von Pottendorf, Sohn Rudolfs von P. und Euphemias von 
Kuenring, erscheint in Lilienfelder und anderen Urkunden (vgl. Font r. Austr. 
II. Abth. VI., 160) neben seinen Brtidern Heinrich und Conrad zwischen 1267 
und 1312. 

Obiit pie memorie dominus Petrus Chrotentaler uenera- 
bilis abbas huius domus, qui paulo plus uiginti nouem annis 
laudabiliter hoc presens gubernauit monasterium 72. (Roth.) 
[sec. 15.] 

1448—1472. 



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51 

VD1 Kal. (Marcii.) — 22. Februar. 

1. Arnoldu3 m. et clericus j. (A.) 
Vlricus senior f. [sec. 14.] 

Stephanus s. et m. f- — Symon s. et canonicus in S. 
Floriano. [see. 15.] 

Obiit pie memorie reucrendus in Christo ac dominus do- 
minus Wolffgangus Edlpauer ven. abbas huius cenobii, qui 
paulo plus viginti nouem annis laudabiliter hoc presens guber- 
nauit monasterium a. d. 1539. 

1511—1539. 

2. Levpoldus conu f. (A.) Hainricus f. Meinhar- 
dus conuersi. 

Chunradus conu. in Lyli. [sec. 14.] 

3. Hainricus. Ditricus. Elizabet. Chvnegundis. 
Haidenricus ciuis de Stain, vnde habemus redditus 
vnius talenti. 

Dominus Weichardus de Ramstain, de quo conuentus 
habet duo talenta redituum. (Seruiciuin honestum II frusta 
piscium s. bonum vinum a cellerario [am Kande]) [sec. 14.] 

Gemeint ist Weichard III. von Ram stain, welcher mit seiner Gemalin 
Elisabeth (siehe zum 8. Juli) am 30. November 1317 einen Jahrtag mit 
4 Pfund Gulten stiftet nnd sich ein Begrabniss zn Lilienfeld ausbedingt Er 
erocheint noch am 4. Juli 1322 als Zeuge. Aber am 12. Marz 1323 war er 
bereits gestorben; denii 7 seine Witwe verkauft aus Noth an diesem Tage dem 
Stifte zwei Pfund Gulten, die sie friiher fur ihre Bestattung und SeelgerSth 
nach ibrem Tode bestimmt hatte, bei Lebzeiten. 

Obiit Dietricus judex in Duerncz, qui dedit nobis 
XXXII. tal. (Roth.) [sec. 14./15.] 

Thomas Chobelzzhofer. Margatha (!). Chvnigundis vxores 
eiufl. Item Dyetricus Cholbelsshover. [sec. 14./15.] 

1390, 6. Februar. Thoman genannt der Chobelshofer, Niclos des PQtigler 
Sobn in dem Merchtlein zu Lilienfeld und Kunigund, seine Hausfrau, verkaufen 
dem Stifte Lilienfeld den Zehnten zu KrXuterau. 

VII. Eal. (Marcii.) — 23. Februar. 

? 1. Ludwicus s. et m. in Zwe. [sec. 14.] 

Fridericus s. et m. Riwinus 8. et m. f. Alhardus 

moo. (A.) 

Mehthildis mon. — Agnes mon. [sec. 14.] 

2. Albertus conu. f. Albero conu. in Zwe. (A.) Geb- 

hardus. Engelschalcus conuersi. 

4* 



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52 

3. Petrus. — t)omlna Elizabet Sletnerinn. — t)omina 
Alhaidis comitissa, vxor domini Chunradi de Schavnberch, 
vnde habemus [missamj (von jiingerer Hand uber einer Rasur) 
in crastino Petri, [sec. 14.] 

Hanthaler, Rec. II, 265, halt unsere E. Sletnerinn fur identisch mit 
der von Duellius, Miscell. 219 in einer Urkunde von 1398 erwahnten Gemalin 
Ulrichs von Sleten. 

VI. Kal. (Maroii.) — 24. Februar. 
Mathie apostoli. (A.) 

1. Otacherus abbas in monte s. Marie. — Methildis mo. 
[sec. 14.] 

Georius s. et m. ad. 8. Andream. — Hainricus succentor 
s. et ra. huius domus 1492. 

N. St. P.: Hainricus sacerd. et m. in Campol. presb. et confr. n. 

2. Chunradus. Waltherus conu. in Campolyliorum. — Wi- 
chardus conu. — Hainricus conu. de Pavng. [sec. 14.] 

3. Erchelo et vxor eius Offemia, qui contulit 
ecclesie nostre vineam in Welanstorf. Haedbigis. 
Levtoldus. Preunricus. fam. 

Christina vxor Johannis Gundachari. — Tiemo et vxor eius 
de Raedeprvnne, qui dedit domui laneum ibidem de plebano 
in Wyczleinstorf. — Petrissa, filius eius Nycolaus fam. — Got- 
fridus et vxor eius Katherina de Stain, [sec. 14.] 

Urkundlich vermag ich diesen Radeprunner nicht nachzuweisen. Han- 
thaler, Rec. II, 202, citirt zwar fiir denselben eine Urkunde vom 24. April 1326 
(Nr. XIII), die auch noch im Original vorhanden ist, in der aber die von 
ihm citirten entscheidenden Worte: ,Herrn Thyemen vnd vraw Aeten sun 4 , 
wornach derselbe der Vater Christans von Radeprunner sein wiirde, fehlen. 
Auch zum 5. October begegnen wir der fKlschenden Tbatigkeit (vermuthlich) 
Hanthaler' a zu dem Zwecke, die Genealogie der Radeprunner zu vervoll- 
st&ndigen. 

V. Kal. (Marcii.) — 25. Februar. 

1. Hainricus s. et m. (A.) 

Waltherus quondam abbas in Pavmgartenb. [sec. 14.] 

Von den beiden Aebten dieses Namens scheint Walther II. (seit 1317) 
gemeint, welcher 1319 seine Wiirde niederlegte, da Walther I. 1276 am 26. De- 
cember als Abt starb. Vgl. Pritz im Archiv f. K. o. G. Q. XII, 24. 

Vlricus prior in Povmgartenb. Thomas. Andreas. Johannes. 
Johannes s. et m. ibidem. — Anna mon. ad s. Nicolaum. [sec. 15.] 



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53 

Obiit pie memorie Vdalricus plebanus in Wilhamspurkh 
8. et m. huius domus. [sec. 16.] 

1658. 24. Marti i, ipsa dominica Oculi uidere desiit mun- 
dum R mn8 D. D. Michael Schnabel Vicarius Generalis, Abbas 
S.« Crucis. 

2. Ortolfus conu. in Zwetel. [sec. 14.] 

Obiit Warbara Prattpechkin , que habuit fraternitatein 
nobiscum. [sec. 15.] 

3. Hainricus Schench. Wernhardus de Inna et 
Alhaidis vxor eius. 

Zu W. de Inna vgl. Necrol. Wilh. zum 24. Febrnar. 

Wernhardus et Engelschalcus. — Brigida et Gerdrudis. 
— Hartmuedis. Gedrudis. — Alhaydis. — Matza uxor antiqui 
judicis. — Hartinus de Wiermbla. [sec. 14.] 

IV. Kal. (Maroii). — 26. Febroar. 

1. Albero s. et m. in s. Cruce. (A.) 
Vgl. Necr. S. Cruc. nnd Necr. 8. L. 
Stephanus s. et m. in Lili. [sec. 14.] 
Jacobus s. et m. [sec. 15.] 

26. Febr. 1747 obiit Rev. D. D. Abbas Chrysostomus Wieser, 
qui aedificauit magnificum altare marmoreum et totam ecclesiam 
mtrabiliter decoravit. 

Hand P. Gottwald's (19. Jahrh.) 

2. Hainricus conu. in Zwe. [sec. 14.] 

3. Alhaidis. 

Elizabeth. — Wernhardus. — Dominus Vlricus de Pergaw. 
[sec. 14.J 

Zu Ulrich von P. vgl. Necrol. PP. Minor, conv. Vienn. (P e z I. c. 476) 
Idas Febr. 

HE. Kal. (Martii). — 27. Februar. 

1. Petrus s. et m. in Lyen. — Hermannus s. et m. in 
Zwetel. — Dauid quondam abbas ad S. Lampertum. — Wen- 
czeslaus Czuchspretler s. et m. huius domus. 89 (= 1489). 
[sec. 15.] 

Vgl. N. St. L. nnd Necr. Runense. Abt Danid von St. L. f 1387. 

2. Chalochus conu. in Zwe. 
Chunradus conu. de Wilh. [sec. 14.] 

3. Vlscalcus. Eufemia. 



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54 

Alheidis de Zynzendorf. fam. — Margareta. Walbrunus. 

— Vrleugus. |sec. 14.] 

Alheid von Zinzendorf, Tochter Marquards von Z.; vgl. Hanthaler, 
Recensus II, 384, und unser Nekrolog znm 17. Marz. 

Stephanus Holfuez prebendarius, qui bene fecit monasterio 
[et vendidit monasterio bona sua im Hagen]. (Sp&terer Zusatz 
[Hanthaler's?]) [sec. 14./15.] 

Der Zusatz scheint falscb; vgl. Hanthaler, Recensus II, 42. 

II. Kal. (Maroii). — 28. Februar. 

1. Leupoldu8 subdyaconus et m. in Lil. (A.) 
Obiit domnus Ebro abbas in Zwetla. Georius s. et m. 

Zwe. — Katherina mon. — Georius s. et m. in s. Cruce. 

[sec. 14.] 

Mart. Zwetl. Nach dera Stiftungenbuch von Zwetl (Font. r. Austr. II. 
Abth. Ill, 200) regierte Ebro von 1273, 5. Februar bis 1303, 28. Februar. 

Zu Georius vgl. N. St. P. 

Gregorius Prendl s. et canonicus de Patauia. — Nicolaus 
s. et canonicus ibidem, [sec. 15.] 

Obiit pie memorie fr. Johannes Grinczinger prior in s. 
Cruce anno domini 1533. 

2. Albertus conu. in s. f. 

3. Dietmarus. Margareta de Redenprvn. Leutol- 
dus de Altenburch. Dietricus. Margareta de Hohen- 
wart. (Von Altenburch an von Hand A.) 

Leutold von Altenburg ist der eine der beiden Briider von Altenburg 

— der andere hiess Konrad — welchc sich der Schenkung eines Forstes an das 
neugegriindete Kloster Lilienfeld widersctzten und auch ala der Stifter sie fiir 
ihre Anspriiche entschadigte, gegen Lilienfeld feindselig gesinut blieben. Sie 
versucbten noch im Jahre 1230 bei dem Leichenbeggngnisse Herzogs Leopold 
des Glorreichen, der zu Lilienfeld beigesetzt wurde, ihre Anspriiche vor dem 
nenen Herzoge durchzusetzen und wurden neuerdings fur dieselben abgefunden, 
worauf sie Ruhe zu halten versprachen. Sie sclbst erscheinen zum letzten 
Male urkundlich 1230, 30. November. Die Streitigkeiten mit Lilienfeld aber 
gingen auf die Sohne Leutolds (?), Rapoto, Chunrad II., Chunrad III. und 
Wulfing iiber. Vgl. Einleit. S. 18 ff. 

Margaretha von Hohenwart, Schwiegertochter der zum 6. Januar er- 
wahnten Alhaid von Hohenwart? 

Wentla de s. Ypol. — Obiit Johannes antiquus, qui diu 
seruiuit nobis in domo nostra Wyenne. [sec. 14.] 

Item Seyfridus Schekch de Nusdorff. Anna. Katherina. 
Margaretha. Elyzabet vxores eiusdem. Otto. Mai*tinus fami- 
Hares, [sec. 14./ 15.] 



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55 

Kalend. (Maroii). — 1. Marz. 

1. o. Albertus dyaconus et monachus in Povm- 
gartenberg. o. Ekhardus sacerd. et mon. in Poum- 
gartenberg. (A.) 

o. Petrus sacerd. et mon. in monte s. Marie, fsec. 14.] 

0. Paulus sacerd. et mon. in superiori Altach. [sec. 15.] 
Vgl. N. St Lamb, zum 1. Mz. 

Obiit pie memorie Fr. Christophorus prior Villariensis 
anno doraini 1603. 

2. Chunradus conuersus. 
Hainricus conuersus in Zwetel. [sec. 14.] 

3. Mechthildis uxor domini Gotschalci iunioris de Neid- 
perch, de qua custos habet redditus duo rum talentorum in 
Chvebach. [sec. 14.] 

Gemalin Gottschalks II. von Neitperch; mit Zustimmnng ihres Gatten 
schenkte sie am 2. Febrnar 1275 einige Gulten zu Chuepach (Kiibacb) dem Stifte 
Lilienfeld ,durch meiner ael und meines wirtes, herrn Gottschalches und 
meines suns Gandachers und aller meiner vrennt lemtiger nnd taeter selbail 
und seld willen*. Die Ansicht Hanthaler's (Recensus n, 127), dass sie sich 
als Witwe ans fruherer Ehe ,von Starhcmwerch' nenne, scheint mir durcbaus 
verwerflich. Vielmehr gehorte sie offenbar selbst der Familie der Starhem- 
berge an, wesh'alb sie Hans von Starhemberg als seine Base bezeichnet. 
(1333, 6. Jannar.) 

Martinu8 Pogner quondam judex in Porta, qui fideliter 
diu laborauit pro monasterio. [sec. 15.] 

Obierunt parentes fratris Thome de Wilhalmspurk Lau- 
ren tius, Anna, Margaretha. [sec. 16.] 

VI. Hon. (Maroii). — 2. Marz. 

1. Obiit pie memorie Johannes Ennser magister curie in 
Chremss sacerdos et monachus huius domus. [sec. 16.] 

Obiit pie memorie frater Erhardus magister curie in 
monte Tamperig sacerdos et monachus huius domus. [sec. 16.] 

2. Pertoldus conuersus in Ly. 

3. Jeutta uxor Eberhardi quondam judicis in Hainvelde. — 
Margareta de Pach et filius eius Rudlibus fm. — Rugerus 
fun da tor altaris sancti Gregorii. [sec. 14.] 

V. Non. (MartU). — 3. Marz. 

1. Hainricus sacerdos et monachus in Zwetel. 
Jeuta monialis. Agnes monialis. (A.) 



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56 

Domina Gedrudis. abbatissa ad 8. Nicolaum Wienne. Hain- 
ricus sacerdos et monachus in Paumgartenberg. [sec. 14.] 

1357, 24. October, erscheint die Aebtissin G. urkundlich. 

Obiit dominus Chunradus quondam abbas in Campoli- 
liorum. (Moderne Hand: III., 1410.) [sec. 15.] 

Konrad III. f 3. Marz 1408; vgl. Hanthaler, Fasti Campilil. IV., 
39 ff. unter Berufung auf einen S&usensteiner Traditionencodex. 

2. Sifridus. Chvnradus conu(ersi?) f. 

Anno domini 1450 in die Kunegundis Regine obiit magni- 
fies dominus Reinpertus de Walse specialis fautor et promotor 
huius domus, cuius anima requiescat in pace. Amen. (Roth.) 

Von der Ennser Lime. Vgl. A. Huber, Gesch. d. H. Rudolf IV. 
von Oesterreich. Excurs III, S. 168. 

3. Methildis. Gedrudis. Hedwigis. Siboto fa. ciuis 
de Muotarn. (ciuis de Muotarn von Hand A) 

Otto. Marquardus. — Chadoldus de Altenburga. Fride- 
ricus. Johannes famili. [sec. 14.] 

Nach den Schriftziigen zu urtheilen, 1st hier nicht Kadold I., Konrads FT. 
Sohn, sondern Kadold II., Kadolds I. Sohn, gemeint, welcher 1324 ff. ur- 
kundlich erscheint. 

Heinricus Schutwemppel de Tanperch. [sec. 14./15.] 

IV. Non. (Martii). — 4. Marz. 

1. Johannes sacerdos in Ly. — Christanus sacerdos et 
monachus quondam prior. — Agnes mon. ad s. Bernhardum. 
[sec. 14.] 

Ein Prior von Lil. Christian' begegnet urkundlich zwischen 1326 
und 1329. 

Petrus propositus in Perichtolczgaden. — Anna mon. ad 
8. Nycolaum. — Christina. Anna. Magdalena mon. [sec. 15.] 

Der Abt von Berchtesgaden Petrus Pi(n)czenawr f 1432. Vgl. N. 8t. L. 
znm 4. Marz, Necr. von St. Peter zu Salzburg zum 12. Juli, N. St. P. zum 
4. Marz. 

2. Hainricus. Chvnradus. Sifridus conuersi. 

3. Gedrudis. Sophya. Jeuta. Hainricus de Reden- 
prvnne. (de Redenprvnne von Hand A.) 

Hainricus Strezingarius, de quo habemus redditus vnius 
talenti pro pitancia. — Alramus von Emlinge fam. [sec. 14.] 

Hcrmannu8 ciuis de Egenbvrga, Lyeba vxor eiusdem, 
Chunngundis, Dorothea filie eorundem. (Darunter Rasur; noch 
zu lesen: Heinricus ciuis de . . . .) [sec. 15.] 



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57 



in. Non. (Maroii). — 5. Marz. 



1. Johannes sacerd. et mon. in Paumg. — Otto Sweuus 
sacerd. et mon. — Chunradus sacerd. et mon. [sec. 15.] 

Obiit pie memorie Leonhardus suprior et senior de Ra- 
tispona s. et mon. huius domus 1492 to dictus Karig, cuius 
anima requiescat in pace. Amen. 

2. Hainricus. Vlricus conu. 

3. Chunradus ciuis Noue Ciuitatis. (A.) Bertholdus. 

— Hainricus. — Willebirgis. 

Petrissa Slaetnerin, de qua habemus bonum pannum. 
fsec. 14./15.] 

II. Nonas (Maroii). — 6. Marz. 

1. Chvnradus sacerdos et monachus. Rvdolfus 
sacerdos et monachus. (A.) 

Hainricus Czinczendorffer sacerdos et canonicus ad s. 
Ypolitum. Obiit pie memorie frater Georius Ronger sacerdos 
et monachus, venerabilis senior huius domus 84 (= 1484). 
[sec. 15.] 

N. St. P.: H. Sinzendorffer presb. et fr. n. Vgl. auch Necr. S. Rup. 
Salisb. znm 7. M£rz. 

3. Fridericus de Noua ciuitate. 

Petrus Paumboll fam. — Ditricus in Schrenpach. Hain- 
ricus ibidem. — Obiit Geysla Flaschinn vxor Flaschonis judicis 
in porta, [sec. 14.] 

Margareta Gwaltin de Newburga. [sec. 15.] 

None (Marcii). — 7. Marz. 

1. Vlricus sacerd. et mon. f . Gotfridus sac. et mon. f- — 
Karulus s. et m. Dominus abbas Wulfingus in Sancta Cruce. 

— Johannes sac. mon. f. — Leupoldus sac. et monacus. Chun- 
radus s. et m. f . [sec. 14.] 

Wulfing, AM von Heiligenkreuz, 1333—1342. 

Diemudis ad S. Bernhardum. [sec. 14./15.] 

Johannes sacerdos et monachus Cellis Marie 93° (— 1493). 

2. Ditricus conuersus in Zwe. 
Sifridus conu. [sec. 14.] 

Chunradus conu. in Zwe. — Ekhardus conu. in Campo 
Lyliorum. [sec. 15.] 



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58 

3. Gotfridus famulus hospitum. — Brigida. — Albertus 
Gneuss, qui dedit nobis redditus V solid. — Dominus Wei- 
chardus de Topel, vxores domina Gedrudis et Ofmya, et Otto 
filius, a quo habemus III talent, reddituum pro seruicio et IIII or 
tal. redituum pro capella. — Lucas de Buda, de quo habet 
conuentus plus quam centum marcas argenti. [sec. 14.] 

1326, 21. Marz. Die Bruder von Topel Ulrich, Weichard, Ortolf, Stefan, 
Friedrich stiften einen Jahrtag fiir ihren Vater Weichart mit drei Pfund Ein- 
kiinfte, geben zwei Pfund als Begrabnisskosten und vier Pfund zur Erbauung 
der St. Mauritiuscapelle, ihrer Grabstfitte, alles im Dorfe Stetten. 

IX. Idus (Marcii). — 8. M&rz. 

1. Hvgo dyacon. et mon. f. Richerus dyaconus. 
Hainricus subdiaconus f. Alhvnus sub(diaconus) f et 
mon. (A.) 

Michael subprior, dyaconus et monachus huius domus 
a. d. 1492. 

2. Methildis conuersa. 
Vlricus conuersus. [sec. 14.] 
Heinricus conu. f. [sec. 15.] 

3. Ludwicus de Lapide fam., qui dedit nobis 
X talent. 

Ein Ludwig von Stain, Sohn Heinrichs, Bruder Ottos von Stain, be- 
gegnet in Lilienfelder Urkunden zwischen 1281 und 1292. 

Chunradus. — Domina Gedrudis de Puechperg, a qua 
habemus redditus trium talentorum. (Roth. Hand des 19. Jahrh. : 
1328. Darunter eine grossere Rasur; zu lesen: .... vxor judicis 
in porta, was sich auf die nachstfolgende Notiz beziehen 
diirfte. Am Rande: Seruitium honestum a cellerario, III. frusta 
piscium et bonum vinum.) Obiit pie memorie Elizabeth Pheslin 
vxor judicis in porta, mater Nicolai Pheslini fratris nostri. — 
[sec. 14.] 

Gedrudis von Puechperg, Gcmalin Dietrirh Pnechberger's von Wasser- 
burg, neben welchem sie in Urkunden um 1323/24 vorkommt 1328, 14. September, 
bezeugt Abt Ottokar von Lilienfeld, class Gertraud von Puechberg mit drei Pfund 
Giilt auf dem Cholmhofe zu Traisen und in der Grueb einen Jahrtag gestiftet 
und fur ihre Beerdigung im Kloster gesorgt babe. Sie war damals bereits 
gestorben. Sie starb nach dem Grabsteine zu Lilienfeld bei Hanthaler am 
6. Marz 1328 und i«t wohl identisch mit der in einer Urkunde vom 
24. April 1314 erwahnten Gertraud von Pnchberg, Sch wester der Agnes und 
Elisabeth von Puchberg und Wulfings und Albert von Puchberg. 

Thomas Polczel de Schrenpach. [sec. 15.] 



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59 



VH. Idus (Martii). — 9. Mftrz. 



1. Perhtoldus sac. et mon. f. Waltherus clericus 
et mon. (A.) 

Fr. Johannes Bernardus Hart sacerdos et monachus in 
Campoliliorum 1613 obiit. 

2. Leupoldus conu. in sancta f. 
Chunradus conu. f [sec. 14.] 

3. Marquardus. — Wernhardus. — 

Reichza. — Hainricus de Swabdorf et Alhaidis vxor eius. 
— Wilhelmus dictus Paier de Wiermla. — Geisla vxor judicis 
in porta. (Roth; radirt.) [sec. 14.] 

Wilh. Paier v. W. erscheint urkundlich 1297—1318. Vgl. Hanthaler, 
Recensus II, 143. 

Zu Geisla vx. j. in p. vgl. 8. Marz. 



VI. Idua (Martii). — 10. M&rz. 

1. Albertus sac. et m. f. (A.) 
Benedicta monialis ad s. Ny. [sec. 14.J 

Dareslaus s. et m. in Czwetel. Johannes sacer. et m. in 
Wielhering. [sec. 15.] Pater Leonardus Forberg professus et 
sacerdos huius domus pie obiit anno 1646. 10. Martii. 

N. St. P.: Hereslavus, sac. de Zwetl confr. n. 

2. Otto conu. in Zwe. 
Hainricus. Ditricus conu. f. [sec. 14.] 

3. Doininus Dietricus de Weizzenberch, vnde (bis hierher 
die Anfangsbuchstaben miniirt) habemus redditus vnius talenti 
in der Hurapelstat. (In der Humpelstat iiber einer Rasur von 
anderer Hand. Pitancia a pitanciario am Rande.) Hadmarus 
(der Anfangsbuchstabe miniirt) filius eius. — Bentla fam. — 
Margareta fam. (Radirt.) — Hilta de Newnburga. Wulfingus, 
vxor eius Elyzabet fam. [sec. 14.] 

A us den Lilienfelder Urknnden ergibt sich folgende Genealogie der 
Weissenberger: 
Heinrich von Rabenstein (Ramatein). Wichard von Ramntein (patruua 1269.) 



Dietrich 1. 1267—1304 (»eit 1302 ,der alt' genannt) 
f vor 1308 X Ofmia. 



Georg 
1267—1308. 



Ortolf 
1267. 



Dietrich II. Otto I. 

1299 — 1342? 1310—1326. 

X 1. Elsbet (fvor 1318). 2. Anna? 
Dietrich III. Ofmia filsbet 



1314—1334, 1318. 



1318 f 



Weichard 

Pfarrer 

zu Snltz 

f vor 1314. Retelperg 

1312— 132SJ. 



Otto II. Jbrg 

v. Weiasen- 1312-1322. 
berg zu 



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60 

Von diesen scheint oben auf den ersten Blick Dietrich II. gemeint. 
Denn dieaer schenkt mit seinem Sohne Dietrich III. und seiner Hausfrau 
Elsbet dem Stifte Lilienfeld 1314, 25. Juli, ein ha lb Pfund Giilt auf seinem 
Hofe bei Hofstetten ,und sitzet darauf Ulreich der zngenant H umbel 1 als 
Seelgerlith fur seinen Bruder Pfarrer Weichard, der zu Lilienfeld bestattet ist. 
Derselbe Dietrich II. mit seinem Sohne Dietrich und seinen Tochtern Ofmia 
und Elsbet gibt 1318, 21. Januar, dem Stifte Lilienfeld 12 Schillinge Giilt, 
und zwar ein Pfund als Seelger&th fur seine zu Lilienfeld bestattete Hausfrau 
Elsbet, ein lialb Pfund als Ersatz fttr die Kosten ihrer Beerdigung. Dietrich II. 
erscheint urkundlich zum ersten Male 1299. Mit seinem Bruder Otto zu- 
sammen wird er bis 1326 haufig als Zeuge genannt. Bei den folgenden Ur- 
kunden ist es unsicher, ob dieselben sich auf ihn beziehen. 1333, 21. Mai, 
erscheint ein Dietrich von Weissenberg, seine Hausfrau Anna und Dietrichs 
Sohn Dietrich, die indessen 1347 alle bereits verstorben sind, wie aus einer 
Urkunde des Jans von Weissenberg, des Bruders des Letztgenanuten hervor- 
geht. Ist hier Dietrich II. gemeint, so w&re anzunehmen, dass er nochmals 
heiratete. Bei Duellius, Excerpta genealog. histor. 188, wird die Gemalin 
Dietrichs II. 1322 — 1324 Agnes genannt. Was unsere Stelle betrifft, so bleibt 
es immerhin zweifelhaft, ob sie nicht vielmehr auf Dietrich I. zu beziehen 
ist, da die Worte ,in der Humpelstat' spSter zugefugt sind, da der Zusatz 
,Hadmarus filius eius* sich besser mit Dietrich I. als mit Dietrich II. zu- 
sammenstimmen l&sst, und endlich aus Griinden, die unten bei dem 26. October 
beigebracht sind. 1342, 15. Juni, wird Dietrich ,der alte' von Weissenberg 
genannt, worunter wohl Dietrich II. gemeint sein wird. Vgl. auch Duellius 
1. c. 191. 

Hadmar von Weissenberg erscheint ein einziges Mai in den Lilienfelder 
Urkunden als Zeuge: 1305, 1. Mai, neben Dietrich von Weissenberg. Ob er 
wirklich Dietrichs II. Sohn war, ist demnach zweifelhaft und wiirde vielleicht 
auch diese Stelle fur die Annahme, dass oben Dietrich I. gemeint sei, geltend 
gemacht werden konnen. In den Urkunden bei Han thaler, Rec. II, 344, 
Nr. LXXXIII und 344, Nr. LXXXIX kommt Hadmar in Wirklichkeit nicht vor. 

Heinricus et Gedrudis vxor eius. — Obiit Chunigundis 
de Wienna, que nobis multis annis ad cameram nostram pannos 
dedit et nobis vineam delegauit. [sec. 15.] 



V. Idus (Maroii). — 11. Marz. 

1. Otto monachus in Paumgartenberg. (A.) 
Vlricus de S. Loco s. et m. — Eatharina mon. in lbs. 

[sec. 14.] 

N. St. P.: Ulricus mon. in Campolil. presb. et confr. n. 

Johannes de Tulna s. et m. huius domus. — Fr. Wolf- 
gangus Schonberger, predicator in monte s. Anne 59 (= 1459). 

2. Margareta nouicia ad s. Nicola, [sec. 14./ 15.] 

3. Qetrudis. 



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61 

Hartungus. — Credrudis. — ftvdolfus fam. — Otto car- 
pentarius, qui delegauit nobis vineam. Mehthildis vxor eius. 
Dauit, qui delegauit nobis VI. solidos reddituum. — Symon 
filius eius. — Nycolaus frater. — Alhaydis famil. [sec. 14.] 

IV. Idufl (March). — 12. Mftra. 

1. Chvnradus mon. in Lyl. Hainricus. Albertus. 
Hainricus sacerdotes et mon. (A.) 

3. Diemudis fam. Hainricus de Wienna. (A.) Leu- 
toldus. Herwordus. Wernhardus faber. — 

Rugerus Galinator de Wienna. (Radirt.) [sec. 14.] 

Rugerus Galinator de Wienna, der Mann jener Jeata Smerberinn, die 
nnaer Nekrolog asum 21. Juni erw&hnt. Ihr Gemal heisst in einer dort citirten 
Urkande Rudlein Huener. Als sein Gedachtnisstag wird in derselben der Gre- 
gorientag, d. i. der 12. Marz, bezeicbnet Derselbe ist am 14. April 1288 nicht 
mehr am Leben. 

Marqiiardus. Marquardus sacerdd. Rugerus. Sophya. Rv- 
dolfus. Albertus. [sec. 14./15.] 

m. Idus (Marcii). — 13. M&rz. 

1. Cristannus quondam abbas Noui. f. — Cristanus s. et 
m. in Paumgartenperig. [sec. 15.] 

Scbmutz, Hist topogr. Lexicon III. 12 nennt einen Abt von Neuberg 
des Namens Cristannns, obne Zeitangabe. 

2. Chunradus conu, f. — Vlricus conu. [sec. 14.] 

3. Meinhardus plebanus de Meuzlich. Otto saccu- 
larius de Wienna, qui dedit nobis vineam in Nevm- 
burga et duos calices et duas casulas. Meinhardus. 
Rugerus fam. 

Jeuta fam. — Nycolaus de Oedenburga. [sec. 14.] 
[Jancobina (!) de Veustritz wrgo deuota legauit nobis 

XXXV. tal. redituum et unum poculum argenteum. (Hanthaler's 

Hand.) 

Turchoc de Sopronio et uxor Weila et Ferkoc JUius fami- 

UartSy a quibus habemus imam castdam de bombiceo praaini 

coloris et unum calicem et unam crucem argenteam et LXXX tal. 

denar. (Hanthaler's Hand.) 



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02 

II. Idus (Marcii). — 14. Marz. 

(?) 1. Waltherus sac. et m. huius domus. 

Chunradus s. et m. in Lyl. — Magister Ambrosius s. et 
m. f. [sec. 14.] 

Vlricus b. et m. in Paumgartenl\erg. [sec. 15.] 

(?) 2. Meinhardus conu. in Zwetla. [sec. 15.] 

Gedrudis monialis in Ybs. [sec. 14.] 

3. Margareta, Perhta. Elyzabet fam. (A.) Ortlibus. 
Chunradus. Herbordus. Vlricus. Sifridus fa. Fridericus 
Hekler fa. Hainricus Peterser fam. de Dverncz. 

Alhaidis fam. [sec. 14.] 

Idus (Martii). — 15. Marz. 

1. Fridericus s. et m. (A.) 

Herbordus m. Domina Ofmia abbatissa apud s. Nicolaum. 
[sec. 14.] 

2. Siboto. Leutoldus. Dietricus. Albertus conu. 

3. Chunradus Thau tend orfar. — Leutoldus fam. — O. 
Dominus Gotschalcus de Neitperch. (Roth.) — Diemuedis. 
[sec. 14.] 

Chunradus de Tautendorf Zeuge in einer Urkunde des Jahres 1281, 
4. August. 

Gotschalk III. von Neitperch f 15. M&rz 1327, laut Grabstein zu Lilien- 
feld; ygl. Han thaler, Recenaus II, 422 nnd desselben Fasti Campilil. 
n., 1, 326. 

Petrus calefactor domini abbatis, qui dedit conuentui duas 
libras den. [sec. 15.] 

Obiit pie memorie dominus Melchior canonicus et sa- 
cerdos in S. Yppolito. [sec. 16.] 

XVH. Kal. (Aprilis). — 16. Marz. 

1. Jacobus 8. et m. f. (Daneben Rasur; von der ersten 
Hand noch zu lesen: Fridericus, Hainricus, Chunradus; vgl. 
Columne 2.) Rvdolfus s. et m. (A.) 

Hartmudus mo. in Pau. — Chunradus s. et m. in Paum- 
gartenperig. [sec. 14.] 

Obiit pie memorie fr. Johannis ; fuit plebanus in Diernicz, 
s. et m. in Campo Lylyorum. [sec. 15./16.] 

Eodem die obiit venerabilis Pater Sebastianus Pr&ndl 
prior in monasterio Seon. a. 1G10. 



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63 

2. Fridericus. Hainricus. Chvnradus. Ludwicus 
conuersi. 

Eberhardus Kolbeis. (?) Barbara Veinstuellin. (?) [sec. 14.] 

3. Dominus Hainricus de Radekk. 
Vgi. 11. November. 

Wernhardus fam. — Margereta vxor [breuis Leupoldi .... 
(Radirt.)] — Marquardus pilleator. [sec. 14.] 

Vgl. 19. Mara. 

Wysento quondam ciuis in Neunburga, qui habuit frater- 
nitatem nobiscum et fuit noster special is amicus, [sec. 15.] 

XVI. Kal. (Aprilis). — 17. Marz. 

- 1. Laurentius 8. et m. in Cycador. (A.) 
Martinus s. et m. in Campo Lyly. [sec. 14.] 
Ipso die obiit dominus Johannes abbas de Valle Dei. 
[sec. 16.] 

Von derselben Hand eingetragen, die den Abt Wolfgang von Sausen- 
stein (f 1525) zum 13. Mai eintrug. £s koiuien unter den beiden (vgl. 13. Mai) 
in unserer Quelle vorkommenden Aebten dieses Namens zwei der drei Aebte 
Johann III. (1441—1469), Johann IV. (1459—1460), oder Johann VI. (1499 
bis 1517) gemeint sein. Ja aelbst Johann V., obgleich am 5. April 1499 ge- 
storben (siehe Blatter des Vereins f. Landesk. v. N. Oesterr. 1876, S. 167) ware 
for den zum 13. Mai angefilhrten Abt Johann nicht ausgeschlossen, da dieser 
vielleicht nur sum maris eh mit dem Abt Wolfgang zu diesem Tage gestellt wurde. 

2. Richerus. Hainricus. Hainricus. Chvnradus 
conu. 

3. Marquardus de Zinzendorf, de quo habemus 
redditus trium talentorum. (Am Rande roth und von 
spate rer Hand: Anniuersarium.) 

Vgl. deasen Schenkungsurkunde fiir Lilienfeld, 1281, 6. December bei 
Hanthaler, Rec. II, 385. 

Jacobus institor ciuis Wiennensis, qui dedit nobis ca- 
licem. — Sidlo occisus. [sec. 14.] 

XV. Kal. (Aprilis). — 18. Marz. 

1. Meinhardus monachus in Zwetel. (A.) 
Johannes s. et m. in Zwe. — Johannes s. et m. — Otto 
s. et m. f. [sec. 14.] 

Fridericus s. et m. de Pawingartenperig. [sec. 15.] Ipso 
die obiit frater Steffanus Semlercziph plebanus in Wilhalms- 
purg, sacerdos et monachus huius domus. 1499. Obiit pie me- 



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64 

morie frater Johannes fLhr&utboll magister Curie in monte 
Tanperg sacerdos et monachus huius domus. [sec. 15./16.] 

2. Manegoldus conuersus f. 

3. Chvnradus. Perlita. 

Mathias iudex in Chremsa. Obiit pie niemorie Stephanus 
Stiker de Hainfeld et Eaterina vxor eius. [sec. 15.] 

Erscheint urkundlich 1308, 12. Marz. Vgl. 11. September. 

Domina Gedrudis ducissa de Prunswick Friderici duels A. 
et S. vxor prima statim defuncta. (Ursprunglich roth; verblasst. 
Von Hanthaler's Hand.) 

XIV. Kal. (Aprilis). — 19. Mftrz. 

1. Ymmo s. et m. f. (A.) 
Otto m. in Pavmg. [sec. 14.] 

Obierunt parentes fratris Johannis Ensser Thomas, Mathias, 
Khunigunde, Elizabeth, Appolonia, Barbara, Margaretha. [sec. 15.] 
Vgl. 2. Marz. 

2. Herraannus. Chvnradus conuersus. 

3. Chvnradus de Walde. Gedrudis de Neunburga. 
Methildis. 

Ein Konrad von Wald Zeuge 1267. 

Obiit Blanca ducissa Austrie filia regis Francie. (Roth 
ausgenommen filia.) Laubradis. — Geysla de Hasendorf. — 
Leupoldus breuis de Wienna et uxor eius Margareta. [sec. 14.] 

Zu Blanca ducissa vgl. Necr. CI. Neob. (f 1305). Necr. PP. Minor, 
conv. Vienn. (Pez 1. c. 479.) 

Zu Leupoldus brevis vgl. 16. Marz und N. St. P. zum 24. Marz. 

XIII. Kal. (Aprilis). — 20. Mftrz. 

1. W . . . (Rasur.) diacon. mon. f. (A.) 

Chalochus s. et m. f. — Tohmas s. et m. — Chvnradus 
s. et m. f. Chunegundis mon. ad s. Bernh. [sec. 14.] 

Johannes Plumeschein s. et m. [sec. 15.] 

N. St. P. 21. Marz: Johannes dictus Plurnshaimer de Campol. presb. 
et confr. n. 

2. Methildis mon. (A.) 
Wichardus conu. f. [sec. 14.] 

Serenissimus Doininus Dominus Mathias Rom. Imp. 
Semper Augustus Hung, et Bohem. Rex obiit a. 1G19, Prin- 
ceps Catholicus, Tutor Cleri. 



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(35 

3. £>omina Ofmia de Perchtolstorfe, a qua habemus red- 
ditus vnius talenti. — Dietmarus in Silua. [sec. 14.] 

Ofmia war vermuthlich die Gemalin des zum 7. Juli erw&hnten Otto 
von P. Vgl. Necroi. PP. Minor. Vienn. (Pez 1. c. 479): XII. Kl. April. 

Wolfgang Huefsmid von Eusicz. [sec. 15.] 

Xn. Kal. (Aprilis). — 21. Marz. 
Benedicti abbatis. (Roth.) (A.) 

1. Jacobus sac. et mon. f. Hainricus acolitus et 
m. f. (A.) 

Hailwigis mon. in Ibsa. [sec. 14.] 

0. Georius de Prant s. et m. magister curie in Phafsten (!), 
qui multum fideliter pro monasterio laborauit. [sec. 15.] 

Vgl. N. 8t P. 20. April. 

2. Vlricus conu. f. [sec. 14.] 

(?) 3. Margareta Gnemhertlinn. 

Gemalin des Wiener Burgers Friedrich Gnaemhertel, der 1324 als Wohl- 
tbater des Stiftes Zwetl genannt wird. Vgl. Liber fund. mon. Zweti (1. c.) 
644. 672. Vgl. auch Hanthaler, Recensus I, 325. 

?Laubradis. — Anna. — Franciscus. [sec. 14.] 

Albertus fam. (A.) 

Eberhardus. Perhardus. — Ebergerus plebanus de Durnz, 
qui dedit nobis vineam in Gumpoteschirchen. (!) (Roth.) — 
Geisla in curia Rogonis. Chvnegundis. Gotfridus Plehlarius." 
Elizabet vxor eius, a quibus habemus seruicium. [sec. 14.] 

Zn Geisla i. c. R. vgl. 28. October. 

XI. Kal. (Aprilis). — 22. Marz. 

1. Hedwigis mon. (A.) 
Fridericus s. et m. see. f. [sec. 14.] 

Andreas s. et m. in Tzwettla. — Waltherus sac. et m. 
[sec. 15.] 

VgL N. 8t. P. 

Obiit piae memoriae Reuerendus P. Frater Johannes Re- 
gewer Cantor et Magister Nouitiorum in Campoliliorum a. 1625. 
Vgl. 22. April. 

2. Leupoldus. Swikerus conu. f. 

3. Reinoldus. Sifridus. Hainricus. Perhta. Perhta. 

Fob tea. Abth. II. Band XLI. 5 



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GG 

X. Kal. (Aprilia). — 2d. M&r*. 

1. Amulo s. et m. Sifridus s. et m. Vlricus m. Rv- 
dolfus nouiciu8. (A.) 

Chunradus canonicus. [sec. 14.] 

Andreas s. et m. in Cwetla. Martinus 8. et m. in Pawn- 
gartenperg. [sec. 15.] 

Zu Andreas vgl. N. St. P. 

P. Melchior Sagittarius Professus, Cantor et Senior huius 
domus obiit a. 1652, 23. Martii. (Durchgestrichen.) 

2. Bero. Adloldus conu. 

3. Balbinus. Vreitlo. 
Tueta de Wienna. [sec. 14.] 

Obiit doininus Hainricus de Celking miles et aduocatus 
fidelis. [sec. 15.] 

IX. Kal. (Aprilis). — 24. Mftrz. 

1. Chvnradus s. et m. in Cicador. Methildis 
mon. — (A.) 

Rapoto sacerd. de Wiczlestorf. [sec. 14.] 

0. Dominus Thomas sac. et canonicus ad s. Vitum. [sec. 15.] 
R. P. Hieronymus Eberswaldt Prior Campililiensis 1640; 

praefuit circa 30 annis. 

3. Hainricus Dimuedis. 

Dietmarus et Vlricus Alius eius de Strezing. — Nicolaus 
vinitor de Grinzing et vxor eius. [sec. 14.] 

Stephanus. Katherina vxor eius. Barbara filia. — Leutol- 
dus Chreucher. (War urspriinglich von anderer Hand daruber 
geschrieben, dann radirt.) [sec. 15.] 

VIII. Kal. (Aprilis). — 26. Mftrz. 

Annunciatio dominica. (Roth.) 

1. Lazarus s. et in. s. M(ari)e. — Ortliebus s. et m. 
in Lyl. — Vlricus s. et m. ibidem. (A.) 

Martinus de Erensprun quondam abbas et . . . . s. et m. 
(Roth.) [sec. 14./15.] 

Dominus Wolfgangus Veldun canonicus monaster! i S. Flo- 
riani. [sec. 15.] 

F. Philippus s. et m. huius domus, parochus in monte 
s. Annae 1599. 



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6? 

2. Hainricus. Hadiuarus conuersi. 

Pertha conuersa ad sanctum Bernhardum. [sec. 15.] 

3. Hainricus Winpech et vxor eius Perhta. Leu- 
kardis. Pertoldus Ceker. Rudolfus de Veleben. Chun- 
radus de Strecing. Wolfkerus fam. Ekkehardus. Elena 
vxor eius fa. (Die Worte , Wolf kerus . . . vxor eius fa.' von 
Hand A.) Mehthildis. Heinricus. Vlricus. Fridericus fam. 

Hermannus fam. — Chunegundis fam. Nycolaus textor. — 
Hainricus Raedlarius et uxor eius Alhaidis. — Domina Gysla 
de Merchenstain. — Domina Elyzabeth vxor domini Welch(ardi) 
de Topel. [sec. 14.] 

Ein Heinrich Raedler von Lichtenberg erscheint zwischen 1314 and 
1325 in Lilienfelder Urkunden. 

Gisela von Me rch en stein starb urn 1323, da ihr Gatte Ulrich von M. 
am 20. Juli deaselben Jahres als Ersatz fur die Kosten ihrer Beerdigung im 
Kloster Lilienfeld diesem 10 Schillinge Gtilt auf einem Hofe in Perntal zu- 
wendet. 

Erhardus. [sec. 15.] 

vH. Kal. (April is). — 26. Marz. 

1. Wentla mon. aput s. Ny. (A.) 
Sifridus. Choppo o. s. et m. in Lyl. [sec. 14.] 
Laurenciuss. et m. f. (Am Rande: Honestum seruicium.) — 

Dorothea nouicia. [sec. 15.] 

Simon cantor in Valle Dei. [sec. 16.] 

2. Ludwicus. Rudegerus. Nicolaus Eitenperga- 
rius conu. 

F. Balthasar Oollerus conuersus huius domus obiit 1650. 
26. Martii. 

3. Hainricus. Agnes. Hainricus. Chueno. Vlricus. 
Leukardis. Jeutta. Mechthildis de Wienna. 

Bernhardus. Eyta. — Hainricus Molehdinator. — Dominus 
Otto de Weizzenberch fam. — Gedrudis vxor Nycolai am 
Roggfenhoff. Nycolaus maritus eius. — Agnes de Stain. — 
R&potinna de Hachenwart, que dedit nobis tres uineas uenditas 
pro C et XX tal. (Am Rande: Honestum seruicium.) [sec. 14.] 

Zu Otto von Weissenberg vgl. 10. Marz. Es kann hier ebensowohl 
Otto I. als Otto II. von Weizzenberch gemeint sein. 

Zu Gedrudis v. N. vgl. 28. October. 

Barbara filia Weispacherin de Wienna. [sec. 15.] 



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68 



VI. Kal. (Aprilis). — 2l Mftrt. 



1. Albertus s. et m. (A.) 

Chunradus cantor in Zwetla. — Soldanus s. in Paurag. 
[sec. 14.] 

Ipso die obiit pie memorie dominus Paulus [III.] abbas 
huius domus 1485 [1485]. (Roth, nur das eingeschaltete schwarz, 
letzteres von einer Hand des 19. Jahrhunderts.) 

2. Chunradus conu. in Ybsa. [sec. 14.] 

Sifridus conu. in Zwetla. [sec. 15.] 
i 

3. Rimbertus fam. Geysla ferraria. Chunradus. 
Mehthildis fam. 

Reinhardus. Herdwigis (!) fam. [sec. 14.] 

V. Kal. (Aprilis). — 28. Mara. 

1. Pie memorie Johannes abbas in Victoria. An- 
dreas s. et m. in Cicador. (A.) 

Offimia abbatissa ad S. Bernhardum. (Roth.) — Methildis 
mon. — Jeuta mon. — Georius baccalarius s. theologie s. et 
m. in s. Cruce. [sec. 14.] 

Offimia erscheint im Stiftungsbuche des Klosters St Bernhard (Font r. 
Austr. II. Abth. VI. Bd.) als Aebtissin zwischen 1293 und 1301. 

Zu Georius vgL N. St P. 

Martinus s. et m. in Valle Dei. — Johannes s. et m. 
ibidem, [sec. 16.] 

2. Fridericus. Reinbertus. Johannes. Hainricus 

conuersi. 

Heinricus conuersus in Zwet. [sec. 14.] 

Chunradus conu. in Pavmgartenb. [sec. 15.] 

3. Petrus Naeusel de S. Vito. [sec. 14.] 

IV. Kal. (Aprilis). — 20. Marz. 

1. Sifridus m. in Campolil. (A.) 
Goldruna mon. ad s. Nyco. [sec. 14.] 

2. Sifridus conu. f. 
Hermanus conu. [sec. 14.] 

Hainricus conuersus magister curie nostre in Radebrunn. 
— Thomas conuersus. Johannes de s. Cruce. [sec. 15.J 

3. Hainricus. Ekpertus. 
Hainricus. Perchtoldus. [sec. 14.] 



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69 

Hanns Stainprecher et vxores Katerina et Dorothea. 

[sec. 15.] 

HI. Kal. (Aprilis). — 30. Marz. 

1. Fvlco mon. in Lyl. Wernherus s. et m. Zwe. (A.) 
Gotfridus s. et mo. — 

Obiit Vlricus s. et m. s. Crucis. [sec. 14.] 
Petrus ferreus in s an eta f. [sec. 15.] 

2. Leutoldas. Wisento. Andreas. Sifridus conuersi. 

3. Chanradus super murum. Diemudis vxor eiusdetn. 
Katherina. Petrissa. [sec. 14.] 

Leutoldus Heczzhel faber in Haynueld. [sec. 15.] 

H. Kal. (Aprilis). — 31. Mara. 

1. Sofphya mon. ad s. Bernbardum. [sec. 14.] 
Hainricus succentor de Wienna s. et m. in Campo- 

liliorum. — O. Vlricus, Johannes, Thomas s. et m. in Czwetla. 
[sec. 15.] 

2. Albertus Tvmberczer conuersus. [sec. 15.] 

3. Leupoldus de Celo. — Petrissa uxor eius. — Engel- 
bertus ciuis de Chremsa, qui dedit nobis vineam dictam Spigel. 
Gotfridus de Harlant. Wernhardus fam. — Agnes tornatrix. 
[sec. 14. J 

In Lilienfelder Urkunden erscheint Gotfrid von Harlant zwischen 1308 

and 1357 haufig als Zeuge neben seinen Brttdern Friedrich und Heinricb. 

Sollte dies etwa der Godefrid de Hierle bei Hanthaler, Reccnsus II, 

422 sein? 

Eberhardus Cholbecher et vxor eius [sec. 15.] 

Michael Czyngiesser ciuis Yppolitensis. Veronica vxor 

eius. Steffanus filius. Wolffgang Scherer vir eiusdem, qui multa 

bona fecerunt monasterio. [sec. 15./16.] 

Kal. (Aprilis). — 1. April. 

1. Heinricus s. et m. in Pavmg. (A.) 

Johannes prior in Valle dei. Petrus supprior ibidem. 
Johannes sacerdos et m. [sec. 16.] 

2. Wernhardus conu. 

[Dominus (Radirt.)] Otacherus [ a J^* 8 (abbas radirt.)] in 

Seytesteten. [sec. 14.] 

Ottokar Stiller 1324—1828. 



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70 

3. Syghardus Ferto de Noua Ciuitate. (A.) Chvne- 
gundis fam. 

Sighard Ferto erscheint urkundlich 1287. (Nr. 281 des Cod. 58.) 

Peter Neithart [sec. 15.] 

IV. Hon. (Aprilis). — 2. April. 

1. Nicolaus quondam abbas in Nouo Monte sepultus in 
Terueis. [sec. 14./15.] 

Johannes de Gobolczpurgk predicator s. et m. in Campo- 
liliorum. [sec. 15.] 

2. Marquardus conu. 

Wolfhardus conu. maigister (!) hospitum. [sec. 14.] 

3. Arnoldus. Ditricus fam. 
Margareta. 

Otto miles dictus Vrizenstorfer. Leukardis vxor eius. Mar- 
quardus familiaris. — Elyzabeth de Radeprunn. — Heinricus 
faber. — Reynpoldus. [sec. 14.] 

Ein Otto Fricesdorfer im liber fund. mon. Zwetl. (1. c. 588. 650) zu 
den Jahren 1311 — 1313. Eine Leukarde de Fritzestorf ebenda 480 ohne Zeit- 
angabe. Vgl. auch Han thaler, Recensus II, 315. 

Anno 1657 Aprilis 2. obiit Augustissimus Imperator Fer- 
dinandus Tertius bello ac pace et omnigena scientia clarus 
anno imperii 21. 

III. Non. (Aprilis). — 3. April. 

1. O. Domnus Rapoto abbas in Poumgartenberg. 
(Roth.) 

1287-1298. ' 

Otto Aurifaber s. et m. — Johannes s. et m. in Pawn- 
gartenberg. [sec. 15.] 

Zu letzterem vgl. N. St P. 

2. Dietmarus conu. ad s. Bernh. [sec. 14.] 

Frater Christophorus Hertl conuersus huius domns et 
lapicida obiit anno 1648. 2. (!) Aprilis. 

3. Albero plebanus de Neleub. 

Urkundlich 1281, 21. December. (Font r. Austr. II. Abth. VI. Bd. S. 201.) 

Reychmuedis fam. — Otto fam. [sec. 14.] 

Katherina Albelin de Durniczt, que habuit fraternitatem 

nobiscum. [sec. 15.] 

Wolfhardus de Pehemchirichen et Dorothea vxor eius. 

[sec. 16.] 



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71 

n. Non. (Aprilis). — 4. April. 

Ambrosii episcopi. (Roth.) 

1. Rvdlibus 8. et m. in Zwe. — Gedrudis. Cristina 
moniales (A.) 

Ditricus nouicius f. Alhaidis monialis. [sec. 14.] 
Vlricus Ptirgl s. et m. — Georius s. et in. f. [sec. 15.] 
VgL N. St. P. 

Sigmundus II. Abbas h. d. moritur 4. Aprilis 1716. (Roth.) 
(19. Jahrh.) [Hand Gottwald's.] 

2. Herwicus conuersus. Hainricus conu. in Zwe. 

3. Hainricus Geiselher, de quo habemus redditus dimidii 
talenti. — Prechtlo de Chrems, de quo habemus redditus vnius 
talenti. — Rugerus de Neumburga. — Perchtoldus Muerre, a 
quo habemus seruicium in die sancti Stephani in inuencione et 
tria talenta reddituum. [sec. 14.] 

Die Stiftung Heinrich Geiselher's erfolgte am 4. Juni 1297 mit dem 
Althofe zu Kreisbach. In einer Lilienfelder Urkunde (1318, 25. April) werden 
zwei Tocbter H. G/s Jeuta und Maria, letztere die Fran Ulrichs des Hesinger, 
ge naunt. 

Perch tolt der Murre, Zenge in einer Urkunde von 1319, 4. Juli. 

None (Aprilis). — 5. April. 

1. Heinricus s. et m. +. (A.) 
Gerungus s. et m. in Zwe. [sec. 14.] 

Chuenradus quondam prior in Campoliliorum pie memorie. 
(Roth.) [sec. 14.] 

2. Methildis monialis. 
Tanquardus rasor conuersus. [sec. 15.] 

3. « [Anniuersarium (Roth, von Hanthaler's Hand)] in 
vigilia cene domini [pro Sophia (von alter Hand ober einer Rasur 
und zum Theile selbst radirt)] Ortolfi de sancto Vito de V ta- 
lentis reddituum [et feria 4 post pascha datur eleemosina in 
porta scilicet 300 panes, 2 vrnae vini. (Hanthaler's Hand. Am 
Raode [15. Jahrh.]: Cum quatuor candelis.)] [sec. 14.] 

Vgl. Necr. PP. Minor. Vienn. (Pez II, 482) XVI. Kal. Mai. Ortolf von 
St. V. erscheint in Lilienfelder Urknnden als Zeuge 1327—1331. - 1334, 3. April 
itiftet er zu Lilienfeld zwei Jahrtage ftlr sich und seine verstorbene Gattin Sophia, 
die zu Lilienfeld begraben iat, auf verschiedene Hauser zu Kaumberg, die er 
froiier von Weichard von Arnstein erkaufte. Der Jahrtag filr seine Gattin soil 
fabrlicb vierzehu Tage vor Weihnachten begangen werden ; an demselben soil 
man gebeo ,an iren porteu armeu leuten dreihundert prot, die als grosz seiu als 



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72 

ir herrenprot, zwen emmer weines, ein halbes phunt rintfleisch und scbullen 
auch geben werden dem conuent semeln, guter wein and dreu stuk gueter 
vische*. Ftir sich bestimmt Ortolf einen Jahrtag mit ftinf Pfund Giilt Wiener 
Pf., die er urn 60 Pfund gekauft, jahrlich am Mittwoch in der letzten Fasten- 
woche, an welchem Tage es ebenso wie an dem Jahrtag seiner Gattin ge- 
halten werden soil, bios mit dem Unterschiede , dass das Almosen an der 
Pforte erst acht Tage darnach, das ist Mittwocb in der Osterwocbe, gespendet 
werden soil. Die Inschrift des Grabsteines seiner Gemalin zu Lilienfeld bei 
Hanthaler, Recensus II, 308, and Fasti Cam pi 1. II, S. 329, tragt angeblicb 
die Inschrift: ,Anno d. 1334, IIII. Idus Dec. obiit Sophia de Vreibech vzor 
D. Ortolfi de Sancto Vito', eine Zeitangabe, die sich mit jener Urkunde nicht 
vereinigen lfisst. Vgl. 26. Juni. 

Obiit Katherina vxor Scheurlin de Wilhalmspurga. — 
[sec. 14./15.] 

Katherina vxor Schlechtlin de Neunburga. [sec. 15.] 

Barbara Talingerin, que habet fratemitatem nobiscum. 
[sec. 15.] 

Waldramus de Mertzeinsslage et Getrud uxor etas, qui 
ualde amarunt domum nostram et dederunt nobis decern uasa 
boni uini. (Hand Hanthaler's.) 

Vm. Idus (Aprilis). — 6. April. 

1. Hvgo dya. et mo. j\ Heinricus s. et m. (A.) 
Jacobus s. et m. f. — Heinricus s. et m. in Campo Ly- 

lyorum. [sec. 15.] Dominus Otto abbas sancte f. [sec. 14.] 
Zu Jacobus s. vgl. N. St. P. 
Abt Otto von Heiligenkreuz f 1328. 

2. Goldrvna mon. (A.) 
Albertus. Rugerus conuersi. 
Trautmannus conu. [sec. 14.] 
Hainricus El- (!)• [ sec - !&•] 

3. Vreutla dicta Schuechlerinn, que contulit domui vnam 
vineam in Pfafsteten pro minucione conuentus. — Pertoldus. 
Hailradus. — Chunegundis de Wienna. — Brigida famili. 
[sec. 14.] 

Meingoltu8 de Rackerspurga et vxor Wentel y de quibus lia- 
bemus XX VII talenta et unam curiam in Wilhalmspurch. (Hand 
Hanthaler's.] 

VII. Idus (Aprilis). — 7. April. 
1. Pie memorie Ernestus abbas de Hylaria. Hain- 
ricus sac. et m. (A.) 

Abt Ernst 1246 bis circa 1270. Necr. With. «u demielben Tage. 



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73 

Vlricus s. et m. f . [sec. 14.J 

Wolfardus s. et canonicus ad s. Ypolitum. Dorothea 
nouicia ad s. Nicolaum. [sec. 15.] 

Zu Wolfardus vgl. N. St Petri Sal. (sec. 14), N. St. P. und S. Rup. Saiisb. 

3. Vlricus. Elyzabet. Rudolfus. Heinricus. Chvn- 
radus. Chvnegundis. Gotfridus. 

Elyzabet de Wilhalmspuerch. [sec. 15.] 

VI. Idus (Aprilis). — 8. April. 

1. Marcus s. et m. (A.) 
Vgl. 21. Juni. 

Hainricus dyaconus et mon. in s. f. — Dominus Chun- 
radus episcopus Frisiensis (!), qui multa bona contulit monasterio 
nostro et est hie tumulatus coram summo altari. (Roth. 19. Jahrh. : 
mortuus 1340.) [sec. 14.] 

Necrol. Wilh. 9. April. Konrad IV. von Klingenberg, B. von Freisingen, 
1324, 5. Jnli bis 1340, 5. Mans (nach Potthast). Vgl. die Urkunde 1342, 
17. Februar in den Font. r. Austr. XXXV. 280, Nr. 688. 

3. Elyzabet de Rabenstain fam. 

Vennnthlich, wie auch Hauthaler, Recensus II, 211, annimmt, die 
Sch wester Weicbards von Ramstein und Gattin des am 22. Januar erwfihnten 
Ulrich von Mnerberch. Sie war 1279 bereits hochbetagt und starb vor 1285. 

Fridericus. — Eliszabet (!) Tehelsprunerin. — Ortliebus. 
Gerwirgis. — Chunigundis. [sec. 14.] Simon fam. [sec. 15.] 

V. Wub (Aprilis). — 9. April. 

1. Nycolaus s. et m. in sancta f. — Dominus Andreas 
s. et canonicus ad s. Ypolitum. — O. dominus Nycolaus ple- 
banus et sac. ad s. Andream. [sec. 15.] 

Vgl. N. St. P. 

3. Wernhardus ciuis Noue ciuitatis, qui magnam 
fid em et multa beneficia domui impendit fa. (Multa .... 
impendit von Hand A.) 

Gotfridus Fluschart et vxor sua Perchta, qui dedit con- 
uentui V talent, dd. — Vlricus Poedwein, a quo habemus 
LXX den. reddituum. [sec. 14.] 

Gotfrit Flosthart, Wolfher's Sohu, begegnet urkundlich 1300—1308. 
(Font. r. Austr. II. Abth. XXXV. Nr. 431, Nr. 474) als Burger von Waid- 
bofen. VgL N. St. P. sum 7. April. 



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74 



IV. Idufl (Aprilis). — 10. April. 



1. Hainricus s. et m. Merboto mon, Margareta 
mon. (A.) 

Dietricus abbas in Zwet. [sec. 14.] 

Mart. Zw.: 9. April. Nach den Annales Zwetl. (M. G. SS. IX, 683) 
starb D. am Ostertag 1335, das ist 16. April. 

Johannes Vertar m. et s. — Ludbicus s. et m. in Campo- 
lyliorum. 

Vgl. N. St. P. 

2. Vlricus Pilichdarfer. [sec. 15.] 

Vermuth lich Ulrich III. der Pilichdarfer auf Watinstein, der mit seiner 
Gemalin Erweip 1328, 26. Juni, gegen eine H of 8 tat t am Stainrigel sich und 
ihr ein LeichenbegKngniss von Seite des Klosters ausbedingt, walireud die 
meisten anderen Pilichdorfer bei den Minoriten in Wien begraben sind. Am 
24. Februar 1336 machen beide weitere Schenkungen nach Lilienfeld mit 
zwei Hofen auf der Stetten und auf der Uoheneben mit Giilt und Dienst. 

3. Hartmannus. Pilgrimus. Hermannus. Agnes. 
Obiit Wentzeslauss Khramer et Helena vxor eius, qui 

dederunt quinque talenta. [sec. 16.] 

m. Idus (Aprilis). — 11. April. 

1. Hermannus s. et m. (A.) 
Michael s. et m. — 
Gotfridus cantor f. [sec. 15.] 

2. Hartliebus conu. in Ly. Ditricus. Vrleugus 
conu. in Paumg. Eberhardus conu. in s. Cruce. 

3. Gebhardus. Perhta. Agnes. Chunegundis fa. 
Tueta de Wienna. Heinricus textor in Stangeltal. [sec. 14.] 

H. Idus (Aprilis). — 12. April. 

1. O. Ludewicus abbas in Aldersbach. (A.) 
Begegnet urkundlich 1209. (Mon. Boic. XXXI, 472.) 

Dorothea mon. ad s. Nycolauin. [sec. 15.] 

2. Hertlinus conu. in Zwe. [sec. 14.] 

3. Ditricus Cherebrunner. 
Margareta uxor Mathie. — 

Chunegunt de Newburga mater Ludwici fratris noBtri. 
(Hoth.) [sec. 15.] 



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75 

Idua (Aprilfe). — 13. April. 

1. Albero s. et m. in Lil. Gcbhardus. Fridericus 
8. et m. in Zwet. Hertricus s. et m. (A.) 

Petrus s. et m. [sec. 14.] 

Hainricus quondam abbas in Zwetla. Fridericus, Heinricus, 
Vlricus, Johannes, Heinricus, Ludwicus, Johannes, Johannes, 
Chunradus s. et m. [sec. 15.] 

Heinrich, Abt von Zw., regierte von 1402 — 1404, in welchom Jahre 
(October) er resignirte. Vgl. Frast, Decanat Grossgerungs S. 63 — 64, und 
N. St. P. 

2. Hainricus. Hainricus. Perhtoldus. Wolhardus f. 
Chunradus. Chunradus. Fridericus. Johannes. Apostolus (?). 

Leutewicus. Waltherus conuersi. [Bee. 15.] 

3. Vlricus. 

Johannes senex cocus familiarium c on f rater noster dictus 
Mendel. (Roth.) 

Peter Gerwer (?) de s. Ypolito. [sec. 15.] 

XVHI. Kal. (Mai). — 14. April. 

Tyburtii et Valeriani martyrum. (Roth.) (A.) 

1. Mergardis mo. [sec. 14.] 

Nicolaus prior sac. et mon. in Czwetla. [sec. 15.] 
Frater Blasius professus de Porta aurea obiit 1552. 

2. Bernhardus. Hainricus conu. 

3. Thomas. Perhta. Chvnegundis. 

Vlricus deWienna. — Diotricus. Hylta vxor eius. [sec. 14.] 
Lyenhardus. Stephanus. [sec. 15.] 

ldha comitissa de Znoym soror fundatoris see. f. (Han- 
thaler's Hand.) 

XVH. Kal. (Mai). — 15. April. 

1. Otto s. et m. in Campolil. Vincentius m. (A.) 
3. Chunradus. Sophya. Elyzabet. Eysal. Gerwirch. 

XVI. Kal. (Mai). — 16. April. 

1. Fridericus dux Austrie frater fundatoris nostri 
Levpoldi. (Roth.) Bonifacius s. et m. (A.) Elyzabet mo. 

Friedrich I. von Oesterreich f 16. April 1198. Sein Grabstein zu 
Heiligeiikreuz mit deinselben Datum in den Mittheil. d. 0. Commiss. z. £^rbalt. 
d. Baudenkmale. XVI II. Jahrg., 120, abgebildet 



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76 

2. Vlricus conu. 
Ditricus con. f. [sec. 14.] 

3. Leupoldus. Willebirgis. 
Otto Sippech. [sec. 14.] 

1297, 12. April. Otto der Sippeche gibt sein Eigenthum zu Dietrichs- 
berge dem Kloster Lilienfeld und ein halbes Pfund ,durch meiner Hausvrowen 
sel willen, die ich do bestatet hau*. Vgl. 19. September. 

Elisabeth Kaechlerinn. (Roth.) [sec. 15.] 

XV. Kal. (Mai). — 17. April. 

? 1. Andreas s. et m. in Campoli. — ? O. Vitus de 
Wyenna s. et m. huius domus. [sec. 15.] 

N. St. P.: Vitus de Campoliliorum prosb. et conf. n. 

Otto sac. et mo. in Campolil. Eberhardus s. et m. 
Wilhelmus presbyter etmon. Fridericus mon. f. Hert- 
nidus subdiac. et mon. Irmegart mo. (A.) 

Vlricus s. et m. de Czwetla. Johannes s. et m. [sec. 15.] 

2. Augustissimus et Inuictissimus Princeps ac Dominus Do- 
minus Josephus Rom. Imp. semper Aug. Hung. Boh. Rex etc. etc. 
Triumphator perpetuus. Obiit Vienne ex variolis a. 1711. 

3. Otto Dens. Leutoldus. Vlricus. Uainricus. 
Methildis. 

XTV. Kal. (Mai). — 18. April. 

1. Chvnradus s. et m. in Lyl. Vlricus m. s. Cruce (!). 
Engla mon. (A.) 

Evfemia mon. [sec. 15.] 

2. Rvdolfus. Wernhardus conu. 

3. Hilkardis. Methildis. Irmegardis. Geysla. 
Chunradus Paingruber. [sec. 14./15.] 

Holhat (!) de Pischolfsteten, que dedit conuentui VI. sol. 
den. — Martinus Czubaich carpentarius de Duernitz, qui dedit 
monasterio XLIIII tal. denariorum, de quibus conuentui datus 
est vnus florenus. [sec. 15.] 

Xm. Kal. (Mai). — 19. April. 

1. Fridericus. Amelricus s. et m. (A.) 
Petrus s. et m. in Chedbico. [sec. 14.] 
Leo 8. et m. in s. +. [sec. 14./15.] 
Gregorius b. et m. in Lyl. [sec. 15.] 



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11 

2. fiainricus Conu. 

Ramugus conversus f. — Fridricus Velwingarius conu. 
[sec. 14.] 

Letzterer erscheint urkundlich zwischen 1315 — 1325, 3. MSrz. 
Perichtoldus conuersus f. [sec. 15.] 

3. Benedicta. 

Chunegundis de Batenstain. [sec. 14.] 

Obiit pie memorie Veit Poellinger de Wienne. [sec. 16.] 

XH. Kal. (Mai). — 20. April. 

1. Methildis mon. 
Fridericus s. et m. [sec. 14.] 

0. pie memorie Vlricus quondam (Rasur) senior. (Das 
ganze roth.) [sec. 15.] 

St Hippol. : Ulricus senior quondam abbas in Campoliliorum et confr. n. 

2. Chvnradus. Geroldus conu. 
Hainricus ad s. Bernhardum. [sec. 14.] 
Vlricus in Paumg. [sec. 15.] 

3. Wernhardus dictus Laimholtz et Alhaidis vxor 
eius, qui legauit nobis uineam dictum Ceuzinch, de 
qua dabitur seruicium in die s. Georii et XII. sol. den. 
Item dedit pratum in Dreschirhen. 

Chunradus Chuerz. [sec. 14.] 

XI. Kal. (Mai). - 21. April. 

1. Albertus s. et m. s. Crucis. (A.) 
Petrus Druml sac. [sec. 14./15.| 

2. Rudolfus. Hainricus. Trautmannus conu in Lyl. 
Sighardus conu. f. Otto conu. f. — Wernherus conu. — 

Chunradus conu. [sec. 15.] 

3. Obiit dominus Leupoldus de Weizzenberch. — Obiit 
pie memorie Symon Weinheppl, qui habuit fraternitatem nobis- 
cum et dedit pro solacio conuentui V florenos Renenses 1492. 

Hanthaler, Recensus II, 342, bezieht sich unter Nr. LXXV anf eine 
mir nicht vorliegende Urkunde von 1347, worin Jans von Weissenberg in 
seinem, seines Binders Leopold, ferner ihrer Bruderstochter (neptis ex tercio 
fratre) Wentel Namen dem Kloster Lilienfeld zwei Pf. Gfilten zn .Crispental 
nnd zu Hofstetten gibt als Ersatz fur die Bestattungskosten seines Vaters 
Dietrich (I. aagt Hanthaler), seiner Mutter Anna and seines Binders Diet- 
rich. E» liegt auf der Hand (vgl. 10. Mfirz), dass sich hier Hanthaler in 
einem doppelten Irrthum befindet, indem er Dietrich I. von Dietrich II. 



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is 

unterscheidet, jenem Anna, diesem Ofmia als Gemalin zuweist, und indem et 
Jans, Leopold und Dietrich dem ersteren ohne weiteres als Kinder zuerkennt. 
Vielmehr ist Jansens Vater httchst wahrscheinlich nnser Dietrich II. (bei Han- 
thaler Dietrich III. und IV.) und Jansens Bruder Dietrich III. (bei Han- 
thaler V.) und die fortgesetzte (vgl. 10. Marz) Genealogie folgende: 
Dietrich II. X 1. Elsbet (f vor 1308); 2. Anna? 
Dietrich III. Ofmia Elsbet Jans Leopold 

1314-1342. 1318 1318. 1347. 1347—1368—1401. 



Wentel 1347. Leo? 1401. 

Letzterer Leopold ist oben gemeint Er begegnet urkundlich 1368, bei welcher 
Gelegenheit Offo von Araberg, Sohn Konrads, ihn seinen Oheim nennt. Also 
war eino der beiden Sch western an Konrad von Araberg vermalt Dass, wie 
Hanthaler 1. c. 342, Nr. LXXVI, sagt, in dieser Urkunde Leopolds Sohn 
Leo genannt werde, ist falsch. Dagegcn kommt ein Leo von Weissenberg 
bei Duellius, Excerpta geueal. hist 96 im Jahre 1401 urkundlich vor. 

X. Kal. (Mai). — 22. April. 

1. Karolus s. et mon. in Zw. [sec. 14. J 

Margareta abbatissa ad s. Spiritum in Ybss. Wigandus 
s. et m. de s. Corona, [sec. 15.] 

Zu Margareta a. vgl. Kalend. Alb. pleb. in Waldkirch, 21. April. 

Obiit piae memoriae ven. Pater Joannes Regewer cantor 
huius monasterii 1625, 22. Aprilis. 
Vgl. 22. Marz. 

2. Siboto conu. f. 
Vlricus conu. f. [sec. 14.J 

3. Hertwicus. Weinlo. — Hainricus de Laubenwerch. — 
Merichlo de Praunspach. — Jans am Zeidelhof. — Wilhelmus 
in Strohof et vxor eius Mergardis, a quo habemus II. tal. 
reddituum in die s. Georii et I tal. ad lumen Bartholomaeum. 
Heinricus Diezenpech. Wentla vxor eius. [sec. 14.J 

1285, 25. April. Heinrich von Laubenberg und seine Gattin Elspet be- 
stellen sich zu Lilienfeid eine Grabstiitte, das Abholen der Leichen und einen 
Jahrtag und geben dafiir zwei WeingSrten und eine Hofstatt zu Piestnich. 
Beide urkunden noch am 21. Juni 1293 (Font r. Austr. Abth. II. Bd. I. 256). 
Auch das Necr. PP. Minor, conu. Vienn. bei Pez II, erwiihnt zum V. Id. 
Mai einen Heinrich von Laubenberg, der aber bei den Minoriten zu Wien 
bestattet ist 

Ein Marquart von Praunspach, 7. Mai 1296, in Font r. Austr. X. 64. 

Zu Wilhelm im Strohhof vgl. Necrol. PP. Minor. Conv. Vienn. (Pez 
1. c 482) zu diesem Tage und zu IV. Non. Junii, N. St. P. zum 23. April 
und miser Nekrolog zum 26. Juli. Der hier genannte Wilhelm im Strohhof 
wird 1306 und 1307 als Zeuge in Lilienfelder Urkunden erwiihnt. 1330, 



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79 

6. Januar, best&tigt Abt Otaker von Lilienfeld, dass Mergart, die Witwe 
Wilhelms im Strohhof mit ihrem Sohne Wilhelm zur Belenchtung des Bar- 
tholomfiusaltars sechs Schilling Pfenninge auf eine Fleischbank gewidmet 
babe. Der jdngere Wilhelm im. Strohhof scheint zum 26. Juli erwahnt and 
noch 1340, 20. Juli (Font. r. Auatr. II. Abth. XVIII. Band, 221) am Leben 
geweaen zu sein. 

VH. Kal. (Mai). — 28. April. 
Georgii. 

1. Hainricus 8. et m. in Lil. Arnoldus mon. (A.) 
Hermannus sac. et m. — Wernhardus s. et m. f. — Do- 
minus Chunradus plebanus in Rewt, qui bene fecit nobis. (Roth; 
Rasur: de quo habemus.) [sec. 15.] 

2. Burchardus. Sifridus. Swikerus. Chunradus 
conuersi. 

Leupoldas conuersus in Zwetel. [sec. 14.] 

3. Herliebus. Gedrudis. Margareta. Gedrudis. 
Anna. 

Chunradus Schober. [sec. 14.] 

Jacobus Swertfuber de Newmburga. — Hainricus de 
Newnburga. — Michel Guzterchnecht. — Fridericus. — Erhar- 
dus Swibek de Karlsteten, auus Stephani abbatis. Cunegundis 
vxor eius. [sec. 15.] 

Vm, Kal. (Mai). — 24. April. 

1. Vlschalcus s. et m. f. Hainricus s. et m. in Pourag. 
Levtoldus. Lambertus s. et m. (A.) 
Hayino s. et m. [sec. 14./15.] 
N. St. P. 1. Mat 

2. Georius. — Alhardus conu. — Ebro. [sec. 14.] 

3. Hainricus. Walburgis. Chvnegunt. Alhaidis. (A.) 
Hainricus Valb fam. [sec. 14.J 

Agnes judicissa in porta que habuit fraternitatem nobis- 
cum. [sec. 15.] 

VH. Kal. (Mai). — 25. April. 

Marci Evangelists (Roth.) 

1. Hainricus presb. et m. in Zwe. Petrus episcopus. 

Chunegundis mon. (A.) 

Agnes mon. ad s. Nycolaum. [sec. 14.] 



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80 

Dominus Otto abbas in Formbach. — Obiit frater Cri- 
stofforu8 hospes de Valle Dei (dariiber: Seisenstein) sacerdos et 
monachus. [sec. 15.] 

Obiit dominus Georgius abbas in Valle Dei. [sec 16.] 
Georg I. Abt von Sfiusenstein 1460? — 1474. Vgl. Erdinger a. a. O. 154. 
3. Yermgardis de Chapfenwerch. — Eberhardus famulus 
abbatis. Methildis fa. — Alhaidis. — Dominus Ditricus ple- 
banus in Durnicz. — Ditricus et Otto socii ibidem. (Am Rande: 
seruicium de Conrado . . . Tumprobst. Dies scheint sich auf eine 
grossere Rasur in Columne 3 zu beziehen. Gemeint ist die 
Stiftung des Wiener Burgers Konrad ,in des tumprobests Hof' 
[1319, 12. Mai], welcher einen Jahrtag fur sich, seine Gemalin, 
seinen Vater Ulrich und seine Mutter Diemudis mit einem ser- 
uitium am S. Marcustage errichtcte, indem er 3 Pf. Gtilt auf 
einen Weingarten zu Erdburg legte. Im Siegel der Urkunde: 
,Pellifex<.) [sec. 14.] 

Anna vxor Johannis Pollonis de Wienna. [sec. 14/15.] 
Nicolaus Ensser. — Bernhardus. [sec. 15.] 

VI. Kal. (Mai). — 26. April. 

1. Martinus s. et m. f. (A.) 
Chunradus quondam abbas in Paumg. 
Wahrscheinlich Conrad I., welcher 1285 resignirte. 

2. Trautliebus conu. in Lyl. [sec. 14.] 

3. Hainricus plebanus in Cella. Chunegundis. Al- 
haidis. 

N. St. Lamb. 26. April : Hainricus plebanus in Cella pbr. et mon. istiua 
loci (,um 1278* Pangerl) s. XIII. 

Hugo. Albertus. — Laurencius. [s. 14.] 

Otto Grasser. Chunegundis vxor eius. — Stephanus 
Grasser, Margareta vxor eius. — Chunegundis filia eorum. 
[sec. 15.] 

V. Kal. (Mai). — 27. April. 

1. Gedrvdis mon. Wienne. 
Chunradus s. et m. f. [sec. 15.] 

2. Chvnradus in Zwe. Hainricus. Albero conuersi. 

3. Chunradus. Irmgardis de Hag. 

Mit Unrecht bezieht Hanthaler, Recensas II, 3, die Worte: de 
Hag, auch auf Chunradus, den er als Gatten der Irineugard bezeichnet. 



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81 

Gysla. — Gedrudis de Tulna. [sec. 14.] 

Chunradus Paungartner fidelis famulus. Katherina vxor 
eius. Nicolaus Schvettel Alius eius qui habuit fraternitatem 
nobiscum. [sec. 14./15.J 

IV. Kal. (Mai). — 28. April. 

1. Wintherus subdiaconus et mon. in Campo Lv. 
Ellisabet monialis ad s. Nycolaum. [sec. 14.] 

Vlricus 8. et m. in Formbach. — Chvnradus pincerna 
sac. [sec. 15.] 

2. Marquardus conuersus in s. f. 

3. Hainricus. Alhaidis fa. 

Chvnradus cellerarius de 8. Ypolito. — Albertus judex. 
Chunigundis vxor eius. [sec. 14.], 

Marquardus absque sagmine. [sec. 15.] ' 

Hans Polczel anno XX Schrenpach. [sec. 16.] 

in. Kal. (Mai). — 29. April. 

1. Fridericus. Wernherus s. et m. Zwe. (A.) 
Vlricus s. et m. in Campo lyliorum. — Jeuta mon. ad 

s. Ny. — Geisla monialis. — Hugo s. et m. [sec. 14.] 

Syfridus prior in Paumg. — Augustinus s. et m. [sec. 15.] 

2. Chvnradus f. Fridericus in Lyli. 
Hermannus. Uxor eius. Sophia. Margareta. Johannes. — 

Chunradus Hunczgrueber. — Hie obiit Georius Ploechel pre- 
bendarius noster familiar is. — Ditricus. Chunradus fam. 
[sec. 14.] 

3- Perichtoldus. — Haert de Lintaprun. Stephanus auus 
eius et Vlricus auus eius. [sec. 15.J 

H. Kal. (Mai). — 30. April. 

1. Vlricus s. et m. (Daneben Rasur: magister huius edis?) 
— Gregorius de Neunburga. [sec. 14.] 

Johannes de Herczogenburga s. et m. — O. frater Paulus 
de Wienna diaconus et mon. huius domus 64. [sec. 15.] 

2. Vlricus f. Leo conu. in Lyl. [sec. 14.] 

FoDttt, AbA IL Band ILL 6 



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82 

Anno domini 1459 obiit dominus Fridericus de Hahen- 
berkch et hie nobiscuin sepultus in ambitu iuxta altare suum 
bonus uicinus et fautor huius monasterii etc. (Roth.) 

Beschreibung seines noch wohl erhaltenen Grabmales in der Kirche 
des Stiftes Lilienfeld im Jahrb. der k. k. Central-Commission zur Erforsch. 
und Erbalt. der Baudenkmale, Wien 1857, II. Bd., S. 118. Abbildung in 
Mittheil. des Alterthumsvereines zu Wien, XI, 185, wo aber die Jahrzahl 
1463 falsch ist. Sein Todestag war darnach : ,suntag nach s. Jorigen Tag', 
der 1459 auf den 29. April fiel. 

3. Rudolfus. Fridericus. Walchvnus. Hainricus. 
Hainricus. [Jveta. Gerbirch. Wilbirch. Alhaidis fam.]. 
(Das eingeschaltete von Hand A.) 

Levtlinus fam. Diepoldus fam. [sec. 14.] 

Leudoldus Chramer. Chunigundis vxor sua. — Elysabet. 
[sec. 15.] 

, Eal. (Mai). — 1. Mai. 

Philippi et Jacobi. (Roth.) 

1. Ortolfus mon. Dyemudis mon. (A.) 

Johannes s. et m. montis S. Marie. — Vlricus s. et m. 
in Pa. — Dominus Philippus propositus ad S. Yppolitum. — 
Chaeradus dyaconus et mon. et IIII intito™ (?). [sec. 15.] 

Zu Philippus vgl. N. St. P. zu 29. April. Philipp II. f 14 66. 

2. Qvntherus conu. f. 
Hainricus conu. in Pa. [sec. 15.] 

3. Gebhardus. Methildis. Chvnegundis. [Hainricus 
fam. Rvdolfus fa.]. (Das eingeschaltete von Hand A.) 

Herrandus. — Alhaidis. — Cristina Wisentinn de New- 
burga. — Pie memorie Albertus gloriosus Roraanorum rex 
occisus est perfide a Johanne filio fratris sui et aliis iniquis 
anno domini MCCCVIII. [sec. 14.] 

Zu Letzterem vgl. N. St. Lamb. N. St. P. 

Obiit Anna judicissa in Haynfelda, que dedit monasterio 
LXX tal. den. pro memoria. (Roth.) [sec. 15.] 

VI. Nonas (Mai). — 2. Mai. 

1. Engelhradus mon. (A.) 
Valchenstainerius mon. ad sa. Ny. [sec. 14.] 

2. Rvdgerus conu. in Zwe. 



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83 

3. [ et qui dedit nobis unam domum] (Rasur) 

in Winna. 

Arnoldus. Vlricus. Leupoldus. 

Obiit dominus Stephanus de Sleten, qui dedit nobis vnam 
domum in Wyenna venditam pro LXXV talentis [a qua solenne 

seruicium bonum vinum cellerarius]. (Roth. Rasur.) 

[sec. 14.] 

Der bier genannte Stephan yon Sleten scheint der Sohn Ottos von 8., 
welcher in nnserem Nekrolog znm 3. August vorkommt, zu sein. Vgl. Hor- 
mtyr, Geschicbte Wiene, Urkundenbuch LXIX, Nr. LXVII. Stephan von 
Sleten stiftete 1350, 4. April, zn Lilienfeld einen Jahrtag mit seinem Haruie 
in Wien, aber nur fur den Fall, dass er von einer (wahrscheinlich Pilger-) 
Fahrt, nicbt zuriickkehren sollte. 

V. Nonas (Mai). — S. Mai. 
Inventio see. Crucis. (Roth.) 

? 1. Vlricus Lonholtz sac. mon. [sec. 14.] 

N. St. P.: Ulricas presb. de Campolil. confr. n. — Ulricus Lonholtz 
wird in einer Urknnde dee Abtes Gerlach (1355, 15. Juni) erwUhnt. Darnach 
hatto der genannte Lilienfelder Conventuale cine Giilt von '/? Pfund sra Wil- 
helmsburg erworben, die Abt Gerlach zn einer Kerzenstiftung am St. Jacobs- 
altare bestimmt. 

Methildis m. ad s. Nycol. [sec. 14.] 

Otto 8. et m. f. [sec. 15.] 

Vgl. N. St. P. 

Notandum, quod Martinus Lenginawer pater Wolfgangi 
Lenginawer apothecarii et Anna et Margaretha vxores ipsius 
obierunt et idem Wolfgangus apothecarius confrater noster in 
Christo carissimvs pro animarum salute sue suarum et suorum 
dedit duos ornatus, vnum sollempnem et preciosum de samitta 
fusci coloris cum cruce de perl is facta decoratum pro summo 
altari in monasterio vtendum, alterum vero ad s. Wolfgangum 
cap ell e in Forenveld conseruandum. [sec. 15./16.] 

2. Vlricus conuersus. [sec. 14.] 

3. Waltherus. Fridericus. Alhaidis. Hedwigis. 
Gey s la. Gedrudis institrix. — Vlricus fa. [sec. 14.] 

Heydwide Kronsstorfferin, que dedit X talent, denariorum. 
(Unter denariorum stand: seruicium.) Vlricus Heydwide (mari- 
tus?), qui dedit conuentui (unter conuentui stand urspriinglich: 
Ulricus de Tulna?; vgl. 4. Mai) quinque talenta denariorum. 
[sec. 16. J 



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84 

IV. Nonas (Mai). — 4. Mai. 

1. Vlricus mon. in Zwe. (A.) 
Lucia monialis ad 8. Nye. [sec. 14./15.] 

Admodum Reuerendus Pater ac Dominus D. Simon Ru- 
pertus huius domus abbas et professus obiit IV. die Maij a. 
d. MDCXXII. et prefuit huic domui XV. annis. 

2. Albertus conu. in Zwe. [sec. 14.] 

3. Leupoldus. Wilbirgis. Alhaidis. 

Vlricus de Tulna. Margareta molendinatrix. — Viricus 
Vruar de Patauia famil. [sec. 14.J 

in. Nonas (Mai). — 6. Mai. 

1. Hainricus mo. (A,) 
Gerdrudis moni. [sec. 14.] 

2. Katherina. Vrsula. Johannes. Sigismundus. Dorothea. 
Nicolaus. Katherina. [sec. 15.] 

Augustissimus et Invictissimus Princeps ac Dominus 
Dominus Leopoldus Magnus Rom. Imp. semper Augustus, 
Hung. Boh. Rex etc. pius, potens ac gloriosus ob. Vienne 1705. 

3. Hainricus de Inne canonicus Patauiensis lega- 
uit nobis redditus dimidii talenti in Wilhamspurch. 

Albertus dictus Humel [pater .... (Rasur)]. [sec. 14.] 

n. Nonas (Mai). — 6. Mai. 

1. Vlricus s. et m. Chvnradus s. et m. f. (A.) 
Nicolaus Fesel s. et m. [sec. 15.] 

2. Levtwinus. Hvgo. Engelbertus f conuersi. 
Wigmannus conuersus in Paumg. [sec. 14.] 

Obiit Frater Johannes conuersus huius domus. [sec. 15.] 
? 3. Fridericus Chaltenpech. Leupoldus fiiius eius et Geuta 
vxor eius. [sec. 14.] 

Levpolt des Chaltenpech en sun Zeuge in einer Urkunde von 1306, 
24. Februar (Font. r. Auatr. II. Abth. XXI. Bd. 112). 

Reichgardis de Hag. Otilia. Alhaidis. 

Dittricus et Margareta vxor eius de Neunburga, vnde 
habemus vnam vineam pro seruitio in die s. Johannis ante 
portam Latinam. [sec. 14.] 



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85 

None Mai. — 7. Mai. 

1. Hainricus s. et m. in Zwe. 

Ludwicus s. et m. in Ly. — Gysela monialis in Ipsa, 
[sec. 14.] 

Za Ladwig vgl. N. 8t P. 

2. Hainricus conu. 

3. Fridericus de Mainberch. 

Erscheint nrkandlich 1266 and 1267, neben seinen Brlidern Heinrich, 
Otto and Marqaard. 

Margarets. (Roth.) — Romanus. [sec. 15.] 

Augustinus Sengseissen, Elena vxor eius parentes fratris 
Laurencj de Haienfell. 

Obiit Barbara que dedit .... sedecim talenta de- 

nariorum. (Rasur.) [sec. 15./16.] 

Vm. Idus (Mai). — 8. Mai. 

?1. Ludwicus de Newburga s. et m. [sec. 15.] 

Waltherus s. et m. in Zwetl. (A.) Jeuta mon. ad s. 
Bernh. [sec. 14.] 

Hainricus sac. in Zwe. — Wilhelmus canonicus monasterii 
in Berchsgaden. [sec. 15.] 

N. St. P.: WUhalmns Schonstetter de Berchtesgaden presb. et confr. 
n. N. St. Rap. Salisb. 

2. Arnoldus. Walchvnus in Paumg. Ditmarus 
conuersi. 

3. Gvndacherus de Berd. 

Ein Gundacher, Sohn Chadolts des Werders, erscheint urknndlich 1311 
(Fund. mon. Zwetl 1. c. 587) and 1317 (Font. r. Anstr. II. Abth. XVTII. 159). 
Anch 1345 (Dnellius, Miscell. 92) and 1346 (Font. r. Aastr. II. Abth. X. 
313) begegnet ein G. von Werd. Aber beide scheinen, nach den Schriftziigen 
der obig-en Eintragung zu ortheilen, junger. 

Vn. Idus (Mai). — 9. Mai. 

1. Marquardus de Alss s. et m. — Agnes. — Chvnegundis 
mo- ad s. Nyco. [sec. 14.] 

Marquardus de Alss erscheint urknndlich 9. October 1319 (Font r. 
Auatr. II. Abth. X. 176, Nr. CLXXXVI). 

Kodem die obiit frater Johannes Zwetler professus huius 
monasterii s. et m. [sec. 15./16.] 

2. Dietmarus conu. 

3. G-nemkindus. 



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86 

Elisabeth, [sec. 14.] 

Stephanus Schoenpekch. — Martinus. Katherina filii eius. 
[sec. 15.] 

VI. Idus (Mai). — 10. Mai. 

1. Dominus Johannes propositus monasterii S. Floriani. 

— Petrus sacerd. et canonicus ibidem. — Fr. Mathias Stadler 
de Ewersperg. sac. et raon. huius domus. — Pie memorie 
Petrus summus cellerarius huius domus s. et m. [sec. 15.] 

2. Johannes conu. in Povmg. 
Vlricus conu. in Zwetla. [sec. 14.] 

Ipso die obiit pie memorie Andreas calefactor domini 
abbatis, qui quasi triginta annis fideliter laborauit, anno 5*°. 
Cristina famula que dedit conuentui 1 libram denariorum. 
[sec. 16.] 

3. Othacherus dux Stirie. 

N. St. Lamb. [sec. 12.] 8. Mai. f H92. N. St. P. 11. Mai. N. Bun. 
8. Mai. 

Hailka. Agnes. 

Diemudis. Diemudis. 

Sophia comitissa de Schalach soror fundatoris 8. f. (Hand 
Hanthaler's.) 

V. Idus (Mai). — 11. Mai. 

1. Hainricus. Gerlachus. Iacinctus s. et m. (A.) 
Geysla mon. [sec. 14.] 

Dominus Johannes abbas s. f. Martinus. Simon ibidem. 
[sec. 15.] 

Fr. Mattheus parochus in monte S. Anne s. et m. huius 
domus a. 1617. 

2. Gote conuersus. 

3. Otto. Vlricus. 

[Ditricu8 Glosl, iudex in Diirnizz. (Rasur. Vgl. 13. Mai.)] 

— Andre prebendarius noster. [sec. 15.] 

Zu Ditricns Glosl vgl. 13. Mai. 

IV. IduB (Mai). — 12. Mai. 

1. Vlricus. Michahel. Vlricus sacerdotes et mon. 
Chvnegundis mon. (A.) 

XII. die mens. May o. fr. Gebhardus s. et m. ad 8. Lam- 
pertum. [sec. 15.] 

N. St. L. [sec. 14.] 



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87 

2. Hainricus conu. Chunradus conu. f. 

3. Leapoldus caraerarius regine. 

Im lib. fond. mon. Zwetl. 1. c. 178 ersoheint in einer Urkunde der 
romischen Konigin Margaretba (Gemalin Ottokars II.) von 1264 ein ,Leupoldus 
camerarius* als Zeuge. Dagegen war nach einer Lilienfelder Urkunde derselben 
Tom 27. October 1266, in welcher auch ,fr. Bernoldus, penitentiariua nostri 
ordinis praedicatorum 4 erw&hnt wird, damals Otto von Cbornspacb ibr 
Kammerer. 

Symon Gewalt de Newnburga. — Margareta Puchpergerinn 
de Radeprvnn, de qua habemus vnam curiam in Radeprvnn et 
VI areas cum agris ciuilibus fere ad vnum mansum et vnam 
vineam, item VII solidos in Chrems prope ciuitatem et vnam 
vineam in Strezing et unam in Phafsteten (die Zeilen, iiber 
denen diese Notiz steht, sind roth gczogen) [de qua tenetur 
pitanciarius honestum seruicium (radirt)] Pangracii. [sec. 14.] 

1281, 14. August Die Witwe Margareta von Pucbperg and ihre Tocbter 
Margareta scbenken dem Stifte Lilienfeld nacb ihrem Tode ,duos mansos 
minus uno quartali, sitos in Radenprunne et de agris cultis ibidem jacentibus 
fere ad unum mansum cum sex areis et uniuersis pertinentibus ad easdem, 
item domum nostram in Cremsa et septem solidorum redditus in loco, qui 
in fern us vulgariter nuncupatur, item uineam nostram in Strecinge totam ( . 
Davon sollen jSbrlich zwei seruitia gegeben werden: das eine zu Johann 
Baptist (24. Juni, s. daselbst), das andere am Tage der £lftausend Jungfrauen; 
das ubrige ffiUt dem Siecbhause zu. Vgl. 19. Mai. Ihr Gatte ist unbekannt. 

in. Idus (Mai). — 13. Mai. 

1. Vlmannus s. et m. in Campolylyorum. — Jacobus 
s. et m. [sec. 14.] 

Obiit dominu8 Johannes abbas de Valle Dei. Obiit dorai- 
nas Wolfgangus abbas ibidem, [sec. 16.] 

Zu Johannes vgl. 17. Marz. 

Wolfgang, Abt von Sfiusenstein, 1520—1525. 

Obiit pie memorie frater Sthteffanus (!) quondam prior 
huius domus a. d. 1534. 

Fr. Casparus Sebast. Fridl m. et profess, sacerd. in 
Lilienveldte, parochus in Tannperg a. 1621. 

2. Hainricus. Wolfgerus conuersi. 

3. Vlricus sac. Hainricus. Chvnradus. Marquardus. 
Hainricus. 

[Gedrvdis. Reyza. Sophya. Perhta. Qedrudis fam.J 
(Das eing , e8chaltete von Hand ^4.) 



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88 

Hainricus plebanus de S. Stephano Premigarius. — Dietri- 
cus Gloesel. Wilbirgis vxor eius. — Alhaidis. [sec. 14.] 

Heinrich von Lucern, Pfarrer zu St. Stephan in Wien, + 1336; vgl. 
Hormayr, Geschichte Wiens II., Jahrg. I, 2. Heft 121, wo aber der Vers: 
,Idibus internis Jnni flentibus undique vernis' wobl falsch gelesen und statt 
,internis' ,in tern is 4 , statt ,Juni ( ,Mai* zu setzen sein diirfte. 

Dietrich, der Gloessel zu Tiirnitz, erscheint urkundlich 1346, 1. Sep- 
tember, und war am 20. Mai 1353 bereits verstorben, lant einer Urkunde, in 
der einer von ihm gestifteten Fruhmesse auf dem St. Nicolans-Altare zu 
Tiirnitz gedacht wird; vgl. 11. Mai. 

Obiit pie memorie Stephanus Mendel carpentarius, qui 
diu pro monasterio fideliter laborauit. [sec. 15.] 

n. Idus (Mai). — 14. Mai. 

1. Reingerus acolitus et nouitius f. (A.) 
Christina mon. [sec. 14.] 

Fridmannus s. et m. in Zwe. Philippus nouicius. — Petrus 
Cleophas s. et m. — Wolfgangus dyaconus et mon. in Zwethel. 
[sec. 15.] 

2. Wemhardus. Gerungus conuersi. 
Ernestus conu. f. [sec. 14.] 

3. Otto scriptor panum. Margareta. Agnes filie. Golda vxor. 
Chunradus. Hertreich. Jans fam. [sec. 14.] 

Seruicium de Chunrado et Eysengart vxore eius, de qui- 
bus habemus vineam Haimtaler et vnam curiam in Gumpolcz- 
kirichen. Seruicium honestum de Wisentinna de Newnburga 
Johannis ante portam latinam. [sec. 15.] 

Vgl. 25. Mai. 

Ydufl (Mai). — 15. Mai. 

1. Pie memorie Eglolfus abbas s. f. Johannes s. 
et m. in Povmg. Gerhardus s. et m. in Alderspach. (A,) 
(Rasur: Gotfridus. Petrus. Beide sind sodann unter die Con- 
versen gestellt worden.) 

Zn Efflolfas (f 1242) vgl. N. Wilh, und N. CI. Neob. zu demselben Tage. 
Zu Johannes vgl. N. St. P. : Dom. Joliannen de Paumgartenberg, quon- 
dam proc. presb. et confr. n. 

2. Hainricus. Rvgerus. Hainricus. Dietmarus. 
Gotfridus. Petrus conuersi. 

3. Hermannus de Wienna. — Heinricus de Fri . . . (ver- 
loscht.) — Margareta de Neunburga fam. [sec. 14.] 



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89 



XVIL Knl. (Junii). — 16. Hal. 



1. Alhaidis. (A.) 

Leupoldu8 8. et m. — Lvdwicus 8. et m. in 8. f. [sec. 14.] 
Judocus s. et m. [sec. 14./15.] 
N. St P. 

Obiit fr. Jacobus Waizenrieder a. 1615 8. et m. in Campo- 
liliorurn. 

2. Leutoldus conu. 

Fridericus conu in Pawmgart. [sec. 15.] 

3. Ditmarus fam. 

XVI. KaL (Junii). — 17. Mai. 

1. Albertus s. et m. (A.) 

Waltherus sac. et mo. in Campolyl. — Eatherina mon. 
Nicol. — 

Dominus Johannes s. et canonicus in Perichtolczgadem. 
[sec. 14.] 

N. St. P.: Johannes dictus Paohinger de Berchtesgaden presb. et confr. 
n. N. 8t. Rap. Saliab. 

Johannes prior in Zwetl. [sec. 15./16.J 

2. Johannes conuersus in Campolil. [sec. 15.] 
N. St P. 

3. O. Chunradus Nater f. [sec. 15.] 

XV. Kal. (Junii). — 18. Mai. 

1. Johannes Nycolaus s. et m. in Czwetla. — 

Johannes de Greytschensteten s. et m. huius domus. 
[sec. 15.] 

3. Eberhardus Hacika. [sec. 14.]. 

In die corporis Christi habemus sollempne seruicium 
de Gotfrido de Chapffenberch ab hospitalario. (Die beiden 
letztcn Worte roth. Die ganze Stelle roth umrandert. Es folgt 
tod einer mode men [Han thaler's ?] Hand: In processione Cor- 
poris Christi omnes monachi debent portare candelas accensas. 
In lib: priuileg. monast. nostri fol. 265. Am Rande: Abt 
Ottocar 1355.) [sec. 14./ 15.] 

VgL 2. Juni. 

Petrus faber fidelis laborator. [sec. 15.] 



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90 

XIV. Kal. (Junii). — 19. Mai. 

1. O. pie memorie Pertholdus abbas in Campo- 
lyliorum. (Roth.) Chvnradus s. et m. Methildis. Gedru- 
dis mon. (A.) 

Abt Pertholdus wird zum letzten Male als lebend in einer Urkunde 
vom 18. September 1271 erwahnt, kann also nicht, wie Becziczka a. a. O. 
34 annimmt, am 19. Mai 1271 gestorben sein. 

Pie memorie magister Johannes s. et m. generosus doctor 
et professor sacre theologie. [sec. 14.] 

Sein Orabmal zu Lilienfeld trfigt nach Hanthaler, Fasti Caiupil. II. 
1, 431, und Recensus, II, 419 die Insch rift: f Anno domini MCCCLV. indie 
b. Potentiane uirginis obiit pie memorie magister Johannes corona clericonim 
sacre theologie professor eximius. Derselbe wird auch erw&hnt im N. St. P. 
zu diesem Tage. Vgl. Hanthaler 1. c. and Becziczka a. a. O. 99. 

Rugerus s. et m. in Campoliliorum. — Chunegundis 
monia. ad s. Bernhardum. [sec. 15.] 

3. Albertus. Hainricus. Hainricus. 

Katherina. — Heinricus de Wiczenchrum. — Margareta 

filia Puchpergerinn (Radirt. Noch zu lesen: 

,seruicium a subcellerario de vna vinea in Strecing* (?).• Am 
Rande von anderer Hand : ,honestum seruicium a . . . . celle- 
rario . J Auch an dieser Stelle sind die Zeilen roth ausgezogen. 
Die Stelle ruhrt von derselben Hand her, welche zum 12. Mai 
die Margaretha von Puchperg eintrug.) Johannes presbyter et 
canonicus ad s. Andream. [sec. 14.] 

Margareta, Tochter der zum 12. Mai erwahnten Margaretha von 
Puchperg. 

XHI. Kal. (Junii). — 20. Mai. 

1. Anniuersarium omnium personarum regularium nostri 
ordinis. (Grun.) [sec. 15.] 

Johannes Wolff s. et canonicus de Patauia. [sec. 15.] 

Obiit pie memorie s. et m. Joannes de Weytra professus 
huius loci a. d. 1543. 

3. Chvnradus. Wlfingus. Gedrudis. Petrissa. Me- 
moria multorum fidelium, qui perierunt per incen- 
dium in Noua ciuitate. 

Wilhelmus plebanus fam. 

Werhardus comes et Alhaidis vxor eius de Eschenau. 
[sec. 14.J 



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91 



XH. Kal. (Junii). — 21. Mai. 



l. b Pie mem one Johannes conuersus huius domus magister 
curie in Phaffstetten, qui diu pro raonasterio fideliter laborauit. 
[sec. 15.] 

2. Pilgrimus in Campolyl. Siboto in Zwe. 

3. Otto de Mainberch et cum eo occisi. Meinhar- 
dus miles. Otacherus. Chunradus judex. Ekchardus. 
Albero. Dietmarus. Vlricus Chling. Reicherus. Hain- 
ricus. Ditricus et f rater suus Chvnradus. Otto 
Cherspech. 

XI. Kal. (Junii). — 22. Mai. 

1. Margareta mon. Wienna. (A.) 
Fridericus s. et m. — Johannes, [sec. 15.] 

2. Obiit pie memorie frater Ludwicus magister curie in 
Pfafstetten conuersus huius domus, qui fideliter laborauit pro 
monasterio. [sec. 15./16.] 

3. Hainricus de Hohenwart. Ruedl. Eckchardus. 
Trauta de Asparn fa. 

Heinrich von Hohenwart sobeint identisch mit H. von H., dem 1281 
bereits veretorbenen Sohne der in nnserem Nekrolog zum 6. Jannar genannten 
Alhaidifl von H. 

Chunradus officialis in Razelndorf. [sec. 14.] 
O. Anna mater fratris Johannis Bauari. Georius pater 
ipsius. Achacius, Michael, Ypolitus fratres eius. [sec. 15.] 

X. Kal. (Junii). — 23. Mai. 

? 1. Wolfhardus Geyr canonicus ad s. Yppolitum. [sec. 15.] 
N. 8t Rnp. Salisb. sum 23. April (!) : Wolf hardus Geyr presb. et can. 
g. Ypoliti. 

? Obiit Fr. Antonius de Suppronio anno 61 s. et m. h. d. 
[sec. 15.] 

Anno 1655. 23. Maij obiit Reuerendus Pater Joannes 
Blissing sacerdos huius domus, qui ex milite monachus statum 
non deseruit sed mutauit. 

Anno 1657 Maij 23 obiit Reuerendus Pater Casparus 
Damps, qui bello Suecico multis annis monasterio suo Caesa- 
riensi exesse jussus, sub aetatem decrepitam in hoc loco stabi- 
litate emissa plenus dierum et meritorum placidissime occubuit. 



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92 

2. Chvnradus conu. in Zwe. Leutoldus conn. 
in Zwe. 

3. Wido. Wilbirgis. 

Hainricus. Methildis. Alhaidis fam. Symon de Hohenekk 
pater fratris Georij Oeder. [sec. 14.] 

Vgl. 11. November. 

Sthephan [Pam waller (wasser?) vnd sein gles], 

(Rasur.) [sec. 15.] 

IX. Kal. (Junii). — 24. Mai. 

1. Pie memorie o. Johannes s. et m. m agister montis 
S. Anne. — Johannes s. et m. — Dimuedis monialis ad s. 
Nycolaum. [sec. 15.] 

3. Chalochus canonicus sancti Nicolai Patauie. 

Chvnradus de Winchel. Hermannus. Alhardus. 
Albertus scolasticus in Wilhalmspverch. 

Vin. Kal. (Junii). — 25. Mai. 

1. Chvnradus b. et m. in Campolyl. Petrissa mon. 
Pertholdus s. et m. in sancta f. (A.) Agnes mon. ad s. 
Nycolaum. [sec. 14.] 

Fridericus presbyter et m. Johannes. Johannes. Johannes. 
Johannes. Petrus. Sydilmannus. Nycolaus. Nycolaus s. et m. 
Item Mathias accolitus et mo. Dominus Johannes de Stokstal 
decanus aput s. Andream. [sec. 15.] 

N. St. P.: Stochstal. Darnach starb derselbe 1460. 

2. Nicolaus. Nicolaus. Nicolaus. Witko. Petrus conversi. 
[sec. 15.] 

3. Waltherus famulus abbatis in .... occisus est. — 
Chunradus et Eysngart uxor eius, de quibus habemus 

vin earn, qui vocatur Haimtaler et vnam curiam in Cumpolcz- 
chirchen. [sec. 14.] 

Vgl. 14. Mai. Dies ist die urspriingliche Eintragung; jene zum 14. Mai 
ist spater erfolgt. 

VII. Kal. (Junii). — 26. Mai. 

1. Wilhelmus s. et m. in Campolil. Chvnradus. 
Hainricus s. et mo. (A.) 

Albertus s. et m. in Zweztla. [sec. 14.] 



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93 

R. P. Daniel Lutiek (?) professus et sacerdos huius domus 
obiit Petouii in Styria a. 1643. 26. Mai. 

2. Hainricus. Pilgrimus conu. f. 

3. HermannuB. Witigo. Chvnegundis. Jeuta. 
Hermannus dispensator. Chunegundis vxor domini de 

Weizenek. [sec. 14.] 

Paull Hunczhamer de Radlprun, qui delegauit conuentui 
HIT talenta denariorum. [sec. 16.] 

VI. Kal. (Junii). — 27. Mai. 

1. Chvnradus s. et m. in Lil. (A.) 

Fridericus scriptor, qui scrips it antiphanarium (!) et multa 
alia bona. — Andreas cantor in Zwe. [sec. 14.] 
Zu Fridericus vgl. N. St P. 

0. Fr. Wo(!) Dtirniczer s. et m. — Wolfhardus s. et 
m. in Choedwico. [sec. 15.] 

2. Hainricus conu. f. 

Hainricus conu. f. — Otto conu. in Paumgartenb. [sec. 14.] 

3. Alhaidis vxor Rugeri de Hag. Perhta fi. 
Zu Alhaidis vgl. 4. September. 

V. Kal. (Junii). — 28. Mai. 

1. Nycolaus s. et m. in Zwe. [sec. 14.] 
Anna abbatissa ad s. Nycolaum. [sec. 15.] 

2. Gotschalcus. — Albertus conuersus f. [sec. 14.] 
Anna conuersa ad s. Nycolaum. [sec. 15.] 

3. Leo et Margareta filia eius de Vreuntshausen. Johannes. 
Jeata fa. [sec. 14.] 

Aus unserem Nekrologe (vgl. 29. October) and aas den Urkanden 
scbeint hervorzugeben, dass es zwei Leo (Leb) von Vr. gab. Der eine wird 
in der Austria Mellic. 1312 genannt, der and ere bei Duellius, Excerpta 
geneal. 195 nnd Font r. Austr. II. Abtb. VI, 208 in einer Urkunde von 1345 
ala Sohn Konrads von Vreuntshausen. Dieser anch in einer Lilienfelder Ur- 
kunde von 1352, 5. Februar (nicht, wie Hanthaler sagt, 1356). 

IV. Kal. (Junii). — 20. Mai. 

1. Pie memorie Hainricus abbas in Zwe. Adam 
s. et m. VolkmaruB m. Leo s. et m. in Campolil. (A.) 

Zu Abt Hainricus (f 1233?) vgl. Mart. Zwetl. zum 30. Mai, N. St 
Petri Saliab. mid N. St. Rup. Salisb. 

2. Mainhardus conu. 



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94 

3. Obiit dominus Johannes miles dictus Pellndorffer 
quondam prebendarius noster, qui bene fecit nobis et monasterio, 
a quo habemus seruicium honestum ipso die de triginta talentis 
denariorum. [sec. 14./ 15.] 

Hanthaler, Recensus II, 414, wo dessen Grabstein beschrieben wird. 
Die Inschrift desselben ohne Jahr und Tag. In den Urknnden jener Zeit 
(1366 — 1398) begegnen zwei Ham von Pellndorf, von denen der eine 1380 
als ,der elter* bezeichnet wird (Font. r. Anstr. II. Abth. XVI, 342). Gemeint 
ist wohl jener H. v. P., welcher bei dem Vergleiche mit den Scheffherrn 
(vgl. 25. Jnni and Font. r. Anstr. 1. c. 358) intervenirte. 

in. Kal. (Junil). — 80. Mai. 

?1. Hainricus s. et m. in Paumg. [sec. 14.] 

Gundramus s. et m. (Grtin.) — 

N. St. P. 

Heinricus s. et m. s. f. fsec. 14./16.] 

Vlricus at>bas in Czwetla. — Obiit fr. Thomas Weniger 
magister curie montis s. Anne s. et m. huius domus. — Obiit 
frater Vincencius diaconus et monachus de Offlencz huius 
domus. [sec. 15.] 

Ulrich I. Offerl, Abt von Zwetel. 

2. Hertwicus conu. 
Hugo conu. in Zwe. 

3. Mehthildis fam. 

II. Kalend. (Junii). — 31. Mai. 

1. Rimboto s. et m. 

Nuedungus s. et m. f. — Vlricus s. et m. f. — Rein- 
bertus dya. et mon. in Paumg. — Pie memorie obiit dominus 
Gerlacus abbas huius domus (bis hieher roth), qui rexit per 
tres. (Folgt eine Rasur, daruber von einer Hand des 19. Jahrh. : 
1358.) [sec. 14.] 

Zu Letzterem vgl. N. St. P. Er regierte 1351 — 1358. 

2. Vlricus conu. f. — Margareta nouicia ad sanctum 
Spiritum in Ybs. [sec. 14.] 

3. Rveplo. Chvnegundis fa. 

Jeuta. — Vlricus dux in Phafsteten, a quo habemus 
vineam, que dicitur Lechsenpreht. — Johannes Peinstarch 
noster fidelis famulus. (Roth.) — Jacobus fa. f« — Hainricus 
fa. — Otto fa. — Agnes. Petrissa. [sec. 14.] 



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95 

1319, 12. Marz. Abt Ottokar von Lilienfeld beieugt, dass Ulrich ,der 
Herzog von Phafsteten' mit seiner Hausfrau Geisel dem Stifte Lilienfeld den 
Weingarten Lechsenprecht am Badener Berge zur Stiftung von zwei Jahr- 
tagen, n&mlich an St Margreten Tag (13. Juli) und an Sant Symons Tag 
(28. October), gegeben und ftlr sich and seine Frau eine Grabstfttte zn 
Lilienfeld ansbednngen babe. Yon demselben Tage findet sich von Ulrich 
H. v. Pf. selbst eine hierauf bezugliche Urkunde ansgestellt. Siehe anch zum 
11. August. 

Rudolfus s. et canonicus 8. Stephani Constanciensis. Wein- 
herus sac. Vlricus fratres magistri montis s. Anne. [sec. 14./15.] 

Obiit Ambrosius sac. et frater fratris Thome de Wilhalms- 
purck. — Margareta soror eius. [sec. 16.] 

Kal. Juxdi. — 1. Jtmi. 

1. Johannes abbas montis s. M[arie]. (A.) 
Philippus portarius. — Wernhardus s. et m. f. Petrus de 

Erembs pistrinarius s. et m. f? [sec. 14.] 

Frater Wolfgangus s. et m. de s. Ypolito. — Egidius s. 
et m. in Chremsmiinster. (Stand fruher unter den familiares, 
wnrde daselbst getilgt und von derselben Hand in die erste 
Columne iibertragen.) — Vlricus s. et m. in Czwetla. [sec. 16.] 

2. Pertoldus. Meinhardus. Rudolfus conuersi. 
Wernhardus conu. f. [sec. 14.] 

3. Hainricus. Chvnegundis. Methildis. Eyta. 
Chunradus an Cherspaum. [sec. 14.] 

Parentes fratris Mathie Schtadler: Magdalena. Anna. 
Thomas. Jorius. [sec. 16.] 

IV. Non. (Junii). — 2. Juni. 

1. Lambertus nouicius. (A.) 

Wolfhardus s. et m. in Zwe. — Witigo s. et m. in Paumg. 
— Johannes s. et m. Campi Lyli. — Christianus s. et m. in 
Poumkfartenb]. [sec. 14.] 

2. Altmannus conu. — Hainricus Sletner conu. [sec. 14.] 

3. Rudegerus. Geysla. Eysal. Jeuta fa. 
Wilherus. (!) — Hiezmannus ciuis Ypolit. a quo habemus 

HI. candel. m&g. — Hertreich Carnifex. [cognomento. (Spllterer 
Zusatz.)J Gotfridus de Chapfenwerch, a quo habemus honestum 
seruicium [pistas ab hospitalario simulas et bonum uinum a 
celJerario, (radirt)] in die Corporis Christi. [sec. 14.] 
Vgh IS. Mai. 



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96 

HI. Hon. (Junii). — 8. Juni. 

1. Samson. Mechtfridus s. et m. Ditmarus. Wilhel- 
mus m. (A.) 
$ Fridericus 8. et m. [sec. 15.] 

3. Hainricus. Hirzburch. Dimuedis. 

Katherina vxor Helmlini de Wienna et filia eius Kathe- 
rina. [sec. 14./15.] 

n. Non. (Junii). — 4. Juni. 

1. Thomas s. et m. in Campoli. (Roth.) (A.) 
Gedrudis mo. ad s. Ny. [sec. 14.] 

Johannes Fuchs carpentarius, qui dedit conuentui quinque 
talenta denariorum. [sec. 15.] 

2. Anno 1657. 4. Julii obiit Fr. Carolus Ployer conuersus 
huius domus et lapicida. 

Anno 1658. 21. Julii obiit Fr. Leonardus Schwalber con- 
uersus huius domus et cellerarius, item culinae prefectus, gra- 
ciarius, pictor. 

3. Leutoldus. 

Chunradus Botenstainer. [sec. 14.] 
Chunrad von jWatinstain* urkondlich 1297, 29. September. 
Wencel. (Ober Wenzel ein rother Querstrich, der viel- 
leicht andeuten soil, dass Wencel bereits zum folgenden Tage 
gehore, wo der Name wieder begegnet.) [sec. 14./15.] 

None (Junii). — 5. Juni. 
1. Engelschalcus 8. et m. (A.) 
Eberhardus s. et m. in Zwetel. [sec. 14.] 
Johannes s. et m. in Campolil. [sec. 15.] 
Vgl. N. St. P. 
3. Ortolfus. 
Wencel. [sec. 14./15.] 

Vm. Idus (Junii). — 6. Juni. 

1. Gundoldus sac. et m. (bis hieher roth) in Campoly. 
[sec. 14.] 

2. Burchardus. Siboto. Ebro conuersi f. Hainri- 
cus. Herbordus conu. 

Hartmannus. [sec. 14./15.] 
Ludwicus conu. [sec. 15.] 



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97 

3. Hartmannus. Methildis. 

Wolfardus Haym de Amsdorf. Petrus filius eius. [sec. 15.] 

[Angnes Sehrenpach (Rasur)]. 

VII. Idus (Junii). — 7. Juni. 

1. Hainricus. Sifridus s. et m. in Lil. (A.) 
Willewirgis mon. ad 8. Bernh. — Anna mon. ad s. 

Nycolaum. [sec. 14.] 

Stephanus Holczer s. et m. huius donius. [sec. 15.] 
Obiit frater Stephanus Holczer de Wilhalmspurga s. et m. 
huius conuentus. — Obiit Jorius Faschang senior s. et m. huius 
domus. Obiit Wolffler ym niaerckln Paetrischpfaen. [sec. 16.] 

0. Fr. Andreas Simon mon et sac. Zwetl. in Campolilio- 
ram 1617. 

2. Vlricus f- Ditricus conu. Montis s. Marie. 

3. Stephanus Fiasco, [sec. 14.] 
Flasch, Stefan der, urkundlich 1344, 23. Juni. 

Obiit Katherina Pognerin hospita in Porta. — Fr. Johannes 
conu. doleator. [sec. 14./15.] 

VI. Idus (Junii). — 8. Juni. 

1. Benedictus s. et m. in Campo Ly. [sec. 14.] 
Theodericus s. et m. f. Otto s. et m. [sec. 15.] 

2. Wisinto conu. in Zewe. Vlricus conu. in Pomg. 

3. Agnes mon. Marquardus. Ortolfus. Gedrudis fa. 
Heilbirg ducissa Bohemorum soror fundatoris see. f. (Hand 

Han thai era ?) 

V. Idua (Junii). — 9. Juni. 

1. Otto s. et m. — Perhta in Ybsa. [sec. 14./15.] 
Frater Andreas Kostler, pastor in Tiirnitz, venerabili con- 

uentui dedit honestum seruitium 10 fl. a. 1589. 

2. Sifridus. Heinricus conuersi in s. f« 

3. Vreitlo filius domini Chunradi in Monte et dominae Had- 
mudis, a quo habemus predium suum iuxta monasterium, propter 
(food nos Chunradus Lupoldi filius fratris Vreitlonis diu vexauit. 
(Von moderner Hand [Han thaler's?] mit ungeschickter Imitirung 
alter Sehriftzuge; zum Theile tiber einer Rasur. Vgl. Einleit. 
S. 11.) 

F#nte». Abth. II. Band XLI. 7 



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98 

IV. Idus (Junii). — 10. Juni. 

1. Hermannus de Potendorf sac. — Petrus s. et m. in 
Zwe. [sec. 14.] 

Ein Lilienfelder ,B™ier Hermann von Potendorf 1 erscheint als Zeuge 
in einer Urkunde des Abtes Ottokar vom 12. Marz 1319. 

2. Vlricus conu. in Zwe. [sec. 14.] 

3. Ratoldus. Chvnradus. Hainricus. Qedrudis. 

HI. Idus (Junii). — 11. Juni. 
Barnabe apostoli. (Roth.) (A.) 

1. O. Ditricus s. et m. Eglolfus diaconus et m. in 
Lil. (A.) 

Alhaidis mon. ad s. Bernhardum. — Dominus Chunradus 
de Gruening sacerdos et canonicus in Mospurga. (Roth. Moderne 
Hand: obiit 1343.) [sec. 14.] 

Nach dem Grabsteine zu Lilienfeld bei Hanthaler, Recensus II, 419, 
und Fasti Caropil. II. 1, 378, wo er Chunradus Griedning(!) heisst, starb er 
1343, 11. Juni. 

Vlricus s. et m. in Campolyliorum. — O. Nicolaus de 
Patauia s. et m. magister curie in monte s. Anne. [sec. 15.] 
Zu Ulrich vgl. N. St. P. 

2. Vlricus conu. f. — Fridericus carpentarius conuersus. 
[sec. 14.] 

3. Pilgrimus. Herbordus. Gedrudis. Ditricus de 
Hoheneck. 

Hainricus Gevchramer de Wienna. — Margareta. Alhaidis 
fam. Agnes, [sec. 14.] 

Obiit confrater noster dominus Stephanus decanus et ple- 
banus in Arspaerig. [sec. 14./15.] 

Heinricus Posch. — Dorothea filia. Chunigundis. [sec. 15.] 

II. Idus (Junii). — 12. Juni. 

1. Hermannus s. et m. in Zwet. (A.) 

Heinricus s. et m. in Zwet. — Johannes de Opauia s. 
et m. [sec. 14.] 

2. Ernestus conu. f. [sec. 14./15.] 

3. Hainricus. Alhaidis. 

Vlricus Toeckhel et Margareta vxor eius de Neunburga. 
Obiit Lieba uxor Hermanni magistri ciuium de Egen- 
burga. (Roth.) [sec. 14/15.] 



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Ydufl (Junii). — 13. Juni. 

1. Chvnradus s. et m. (A.) Christina monialis. [sec. 14.] 
Zu Chvnradus vgl. N. St P. 

Johannes de Winczdarf s. et m. — Johannes de s. Ypo- 
lito s. et m. in Campoliliorum. [sec. 14./15.] 

N. 8t. P.: Johannes de Winsdorf s. et ra. de Campolil. confr. n. 

N. St. P. Johannes s. et m. ibidem confr. n. 

Anno MD nonagesimo in die Apostolorum Petri et Pauli 
erat terrae motus horibilis. Eodem anno erat aestas maxima. 

2. Waltherus. Rudolfus f. 
Johannes conuersus f. [sec. 15.J 

3. Anno domini MD nonagesimo obiit pie memorie Karo- 
lus dux Austrie et Stirie. 

XVm. Kal. (Julii). — 14. Juni. 

1. Chvnradus mon. Dvrinhardus s. et m. f. Ulricus 
mon. in Lil. (A.) 

Pie memorie Christanus abbas huius domus. (Roth. Zu- 
satz [19. Jahrh.J: 1360.) [sec. 14.] 

f 1360, 14. Juni, nicht, wie Becziczka a. a. O. 102 sagt, 15. Juni. 

2. Elblinus conuersus. [sec. 14.] 

3. [Heinricus. Agnes fam . . .]. (Radirt.) 

. Obiit Elizabeth Kyelerin , que habuit confraternitatem 
nobiscum etc. 59. [sec. 15.] 

1448, 6. December. Abt Peter von Lilienfeld bezeugt, dass ihm die 
Fran Elisabeth Kyelerin, Biirgerin von Wilhelmsburg, 100 ungarische Gold- 
gulden gegeben babe mit der Verbindlicbkeit, nach ihrem Tode durch ein 
gauzes Jahr alle Wochen zwei Aemter zu singen. — 1478, 26. Mai, stellt 
Hans von Hohenberg eine Urkunde aus, der wir entnehmen, dass jene E. K., 
Witwe des Hans Kyeler, mit liegenden Gutcrn eine Messe in der St. Oswald- 
Capelle zu Wilhelmsburg gestiftet, und dass der genannte Hohenberger diese 
Grande mit anderen vertauscht und rait letzteren wochentlieh zwei Messen 
in der Oswald-Capelle gestiftet hat. Aus einer zweiten Urkunde von dem- 
selbes Tage geht hervor, dass Elisabeth K. damals nicht mehr lebte und dass 
anf ihren Namen auch zwei Messen in der Pfarrkirche St Stephan zu Wil- 
helnxsburg gestiftet wurden. 

XVH. Kal. (Julii). — 15. Juni. 

1. Pertholdus sac. et mo. in s. Corona. (A.) 
Vlricus s. et m. in s. f. — Perchtoldus. Chlingo. [sec. 14.] 
2. Fridericus Dux Austrie hie occiditur. (Roth. 
Daruber von Hanthaler's Hand : filius fundatoris ab Vngaris.) — 



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100 

Ortlibus ministerialis de Winchil. (A.) Reinhardus 
conu. f. Hainricus conu. in Lyli. 

Zu Fridericus vgl. N. St. Lamb. [sec. 13.] 

Der Name Ortlieb von Winkel begegnet als Zeuge in Urkunden w£h- 
rend des ganzen 13. Jahrhnnderts, muss also mehreren Personen dieses Ge- 
schlechtes eigen gewesen sein. Im lib. fund. mon. Zwetl. lassen sich ein Ort- 
lieb von W., als dessen Mutter Kunigunde, als dessen Gattin Elisabeth von 
Mistelbach bezeichnet ist und der bereits 1275 vers tor ben war, nnd dessen 
Sohn Ortlieb von W. unterscbeiden, welch' letzterer noch 1300 neben seinera 
Bruder Hadmar urkundlich erscheint. Oben durfte der erstere gemeint sein. 
In Lilienfelder Urkunden erscheint der Name zwischen 1289 und 1325. 

Obiit dominu8 Stephanus Topler bonus fautor nostri mo- 
nasterii. (Roth.) [sec. 15.J 

Stephan von Topel starb nach dem Grabstein bei Hanthaler, Rec. 
II, 412, am 15. Juni 1414; seine Gemalin TaQbergerinn am 8. September 1439. 

3. Elyzabet fam. (A.) 

Hermannus. Hermannus. Chvnradus. Hermelint 
Vlricus Poedwein. — Heinricus Frueto. [sec. 14.] 
Otto. Margareta. Paulus aurifaber. — Vlricus Zurcher iudex 
noster fidelis in Raseldorf. [sec. 15.] 

XVI. Kal. (Julii). — 16. Juni. 

1. Hermannus abbas in Cycador. Florentius no- 
uicius. Chvnradus 8. et m. in Zwe. Chvnradus m. in 
Lil. [Zinzen. (Steht zu Ende der Zeile in Columne 2; wahr- 
scheinlich folgte ,dorfer', was radirt ist.) Otto prior sac. et 
mo. in Campolyliorum. (A.) 

Chunradus, Sohn des Marquard von Zinzendorf, wie aus der Urkunde 
bei Hanthaler, Recensus II, 384 (1281, 6. December), hervorgeht. Vgl. 
27. Februar und 17. MKrz 

Vlricus 8. et mon. f . [sec. 14.] 

Katherina conversa in Slierbach. (Durchgestrichen und 
von neuerer Hand eingetragen in die Rubrik: conversi.) [sec. 
14./15.] 

2. Hainricus conu. f. 

3. Leupoldus. Margareta. 

Dominus Leutoldus de Chunnringe. [sec. 14.] 

Leutold I. von Kuenring-DUrnstein. Fries s a. a. O. 142 setzt seinen 

Tod auf den 18. Juni 1312 an. Allein die citirte Stelle besagt bios, dass er 

an diesem Tage begraben wurde. 

Eufemia comitissa de PeiUtein soror fundatoris 8. f. (Hand 

Hanthaler's.) 



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101 

XV. Kal. (Julii). — 17. Juni. 

1. Erchengerus s. et m. f. (A.) Anna mon. Jueta 
moo. ad s. Bernhardum. 

2. Chvnradus. Sifridus conuersus. 

3. Vlricus Chriechpovm. Hailka. 
Ein Ulrich Chriechpaum als Zeuge 1270. 
Ventel. [sec. 14.] 

Obiit dominus Fridericus magister chori in Noua Ciuitate, 
confrater noster, qui delegauit nobis vnam vineam in Weles- 
dorf etc. 36. [sec. 16.] 

XIV. Kal. (Julii). — 18. Juni. 

1. Chunradus sac. et ra. huius domus. [sec. 14.] 
Sighardus Georius sacerdotes. [sec. 14./15.] 

2. Eberwinus. Wernhardus conu. Waltherus conu. f. 
Levkardis conuersa. — Vlricus conu. in Zwetel. [sec. 14./15.] 

3. Margareta de Walde. Perhta. Geysla. 

M. d. W. ist die Gemalin Otto I. von Walde (1290, 28. Februar). Siehe 
1. December. 

Ventel. Katherina. [sec. 14./15.] 

Wolfhardus. Dorothea vxor eius. Christannus. [sec. 15.] 

Xm. Kal. (Julii). — 19. Juni. 

1. Paltramus sac. [sec. 14.] 

Obiit pie memorie fr. Thomas de Vberling s. et m. huius 
loci a- 1543. 

2. Eberhardus conuersus montis s. Marie. 

3. Vdalricus officialis in minori Cella. Cristina vxor 
eius. C flor. Vngar. et omnes res eius. Wolffgang Pinter amb 
anger fidelis famulus noster. Erhar(!) Liechtenstainer, qui diu 
seruiuit nobis, [sec. 16.] 

XH. Kal. (Julii). — 20. Juni. 

? 1. Nicolaus senior quondam abbas, [sec. 15.] 
Becziczka a. a. O. 119 setzt 1428 als sein Todesjahr an; der Aua- 

drack ,quondam abbas* diirfte indess eher auf eine Abdication des Abtcs, der 

mxr zwef Jabre regierte, schliessen lassen. 

Marcus s. et m. — Margareta monialis ad 8. Bernhardum. 

Albertus s. et m. [sec. 14.] 



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102 

2. Rapoto. Pertholdus conu. f. 

3. Wilbirch fa. (A.) Othacherus. Otto. Othacherus. 
Alhaidis. 

XI. Kal. (Julii). — 21. Juni. 

? 1. Hainricus s. et m. in Zwe. [sec. 15.] 

Levtwinus s. et m. in Zwe. (A.) 

Ortolfus s. et m. in Zwe. — Sifridus s. et m. [sec. 14.] 

2. Theodora ducissa vxor fundatoris nostri Lev- 
poldi. (Roth.) (A.) — Witigo. 

Pernoldus conuersus Greul. [sec. 14.] 

3. Alhaidis. 

Geutta de Wienna dicta Smerberinn, de qua habemus 
(durchgestrichen ; neuere Hand : habuimus) duas vineas Wienne ; 
vnam habet (daruber neuere Hand: habuit) pitanciarius, alteram 
infirmarius et ambo tenentur (neuere Hand : bant d. i. tenebantur) 
seruire conuentui honesta seruicia et vnam domum ibidem, vnde 
habemus seruicium in die Achacii (d. i. 22. Juni). (Das Ganze 
roth paraphirt.) [sec. 14.] 

Aus einer Urkunde vom 14. April 1288 erfahren wir, dass Jeuta Smer- 
berinn damals bereits Witwc nach Ruedlein Huener war und eine Stieftochter 
Wentel batte. Eonrad von Teya, Konrad von Praitenveld, Dietrich von Chaln- 
perg nnd Pilgraim der Chrigler bestimmcn an dem bezeichneten Tage als 
Schiedsrichter der beiden Frauen, dass Fran Jeuta an ibre Stieftochter als 
Ersatz fur den Anspnich auf das Erbgut ihres Vaters 30 Pfund Wiener 
Pfennige zu zahlen habe. Jenes Erbgut be stand in einem Hofe beim Rothen 
Thurm in Wien, zweieu Weingfirten, ein Joch zu Ottakring, ein halbes Joch 
,in der Walgries', und einem Stadcl vor dem ,Schottenburgthor'. Dieselbe 
Jeuta (Smerberinne) vermachte bereits am 29. April 1279 dem Kloster Lilien- 
feld ein Haus auf dem Hohen Markte ,unter den Mezzerern* mit Zustimmung 
Ortolfs, des deutschen Ordenscomthurs, dem das Burgrecht auf jenes Haus 
zustand. 1296, 25. November, andert Jeuta ihre Schenkung wieder ab, indem 
sie und ihr inzwischen herangewachsouer Sohn Marcus sich mit dem Abte 
von Lilienfeld dahin vor dem Wiener Stadtrichter Greif einigeu, statt des 
Hauses dem Kloster ein halbes Joch Weingarten neben dem Weingarteu 
der Lilienfelder, der die Chalchgrueb genannt wird, zuzuwenden. 1301 o. T. 
bezeugt Abt Albero von Lilienfeld, dass Jeuta die Smerberinne von Wien 
dem Stifte ihr Haus ,unter den Messerera', einen Weingarten neben der 
Chalichgrueb und einen anderen, genannt ,die Walgries', zugewendet habe, 
gegen sechs Dienste, d. i. seruitia, von denen zwei, einen am Gregorien- 
tag, dem Jahrtage ihres Wirthes, den anderen an ihrem eigenen Jahrtage, 
der Eellner, zwei, nSmlich am Marcustage (!) und zu S. Peter und Paul, 
der Siechmei8ter, zwei zu Michaeli und am ersten Sonntag in dem Advent 
der Pitanzmeistcr gebou solle. Geschehe dies nicht, so solle der Abt von 



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103 

Heiligenkreuz die ganze Stiftung iibernehraen. Gegen dies© Schenkung 
erhob jedoch 1302 der Bfirgermeister von Wien Konrad Polio insoferne Ein- 
sprache, als er nach dem Stadtrechte forderte, dass binnen Jahresfrist das 
Hans in Wien von dem Stifte Lilienfeld verkanft werden miisse. Die Ueber- 
gabe der beiden Weingfirten an die Bergmeister des Elosters erfolgte vor 
Konrad, dem Hubmeister des Herzogs von Oesterreich und Bttrger von 
Wien, der dies am 30. November 1306 beurkundet. Derselbe bezeugt am 
6. Januar 1307 eine nene Schenkung der Smerberinn, welche zum Heil ihrer 
selbst, ibres Wirthes nnd ihrer Vordern mit drei Weingfirten zu Perchtolds- 
dorf, ,an des Hertzogen perge, der ainer haizzet der Jeger, der andere der 
Seibot, der dritte der Recbel 4 , einen Jab r tag stifte te, doch so, dass ,ir zwo 
dierne' Maria und Cbunigunt die Weingfirten auf Lebenzeiten innebaben und 
ihrem Sohne , Bruder' Marcus und Bruder Petern ,den deuselbe Jeute von 
chindes bain gezogen hat, untz in den orden binfiirwert dester gfitlicher tun*, 
nach dem Tode beider Dirnen aber die Weingfirten ohne weiters an das 
Kloster fallen sollen. Der hier als Monch bezeichnete Sohn der Smerberin 
ist wohl der in unserem Nekrolog zum 8. April verzeichnete. Vgl. 12. M&rz. 

X. Kal. (Julii). — 22. Juni. 

1. Vlricus Slit magister curie nostre in Tan perch. (Roth.) 
— Dominus Otto plebanus in Meuslich. [sec. 14.] 

Letzterer erscheint urkundlich 1313, 22. October, als Otto, clericus 
de Wienna, plebanus ecclesie in Meuslikch, auf Bitten des Kaisers Heinrich 
und der Herzoge von Oesterreich zu dieser Wtirde promovirt, ferner 1318, 
24. Februar, und 1333, 24. Februar, in der letzteren Urkunde als Bruder 
Merts von Strazing bezeichnet. 

Meinhardus s. et m. in Zwe. — Degenhardus s. et cano- 
nicuB ecclesie Bethersgadem. (!) [sec. 15.] 

2. Albertus. Hainricus conuersi. 

Margareta Swemlinn, a qua conuentus habet solacium. 
(Roth.) [sec. 14] 

3. Obiit Nicolaus Teym de Newnburga Claustrali con- 
frater noster et prebendarius huius monasterii, qui delegauit 
nobis magnum ciffura argenteum cum tribus catenis deauratis 
valoris XL tal. d. et conuentui XV. tal. den. et sepultus est 
ante altare crucis. [sec. 15] 

Seine Grabschrift bei Hanthaler, Recensus II, 413, wornach er 1446 
starb. Vgl. 25. Januar, wo sein Todesjahr verschieden (1435) angegeben wird. 

IX. Kal. (Julii). — 23. Juni. 

1. Hedwigis mo. ad s. Nyco. [sec. 14.] 
Obiit frater Vlricus de Herczogenburga. s. et m. huius 
monasterii. [sec. 15.] 



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104 

Reuerendissimus dominus Cornelius Strauch abbas huius 
domus meritissinius, praefuit annis 12, adiecit monasterio bona 
transdanubiana Beygarten et Diirrenbach, obiit a. 1650. 
23. Junii. 

1638 — 1650. Vgl. Becziczka, Histor. u. topogr. Darstell. von Lilien- 
feld, 183 ff., und Feil, Die Schweden in Oesterreich, in: Quellen u. Forscb. 
z. vaterl. Lit. u. Kunst, S. 407 ff. 

2. Hainricus. Waltherus conuersi in Zwetel. Vlri- 
cub conu. in sancta Cruce. 

3. Chveno. Perhta de Redenprvnn. Albertus ple- 
banus de Potenprvnn. 

Viricus fam. (A.) — Alhaidis fara. [sec. 14.] 

Vm. Kal. (Julii). — 24. Juni. 

? 1. Obiit pie inemorie Fr. Wilpoldus plebanus in Duer- 
nicz sac. et mon. [sec. 16.] 

Nach Han thaler, Kecensus I, 72, in den Jahren 1472 und 1474 bei 
der Wahl der Aebte Jacob und Paul III. von Lilienfeld zugegen; 1494 war 
bereits ein anderer Pfarrer (Oswald) zu Tiirnitz. 

Ditmarus prior in Pavmg. (A.) 

Wisento sac. et m. f. — Nicolaus s. et m. — Frater Leo 
in Melch. [sec. 14.] 

N. St. Lamb. [sec. 14.] Leo prb. et mon. Medlicen. 

2. Hainricus conu. in Zwetel. 
Otto conv. in Zwe. [sec. 14.] 

Heinricus Stochvigz conuersus in Lyli. [sec. 15.] 

3. Chvnegundis fam. (A.) Leupoldus. Chvnradus. 
Otto. Otto. Walchvnus. 

Perchta. Otto. Katherina. — Brigida. [sec. 14.] 
Stephanus Greffler calefactor noster fidelis. (Am Rande: 

De bonis Puechpergerinn .... simil .... bonum vinum 

Vgl. 12. Mai.) [sec. 15.] 

VH. Kal. (Julii). — 25. Juni. 

1. Welfingus s. et m. in Zwe. Elyzabet mon. 
Wienne. (A) 

Petrus 8. et m. ad s. Lambertum. 

2. In crastino [S. Johan. Baptiste (nachtraglich von sp&terer 
Hand eingeschaltet)] habet conuentus sollempne [anniuersarium 
(nachtraglich von sp&terer Hand eingeschaltet)] pro baronibus, 



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105 

qui dicuntur Schefherren, tria frusta pisfcium, semulas et bonum 
vinum (Rasur)]. (Das Ganze roth.) [sec. 14.] 

Die Genossenschaft der sogenannten Schefherren zu Laufen, welche 
das Monopol des Salzhandels nach Oesterreich besass, gerieth mit den vier 
Klostern Lilienfeld, Heiligenkreaz, Zwetl und (dem Frauenkloster) St. Nicola 
in Wien in Streit iiber den sogenannten Flbsspfenning, den ira Betrage von 
je 7 (zusammen 28) Pfund Wiener Pfennige jene Kloster bisher jahrlich von 
ihrer Freiung des von Laufen ausgeftthrten jMuezsalzes* zu entrichten pflegten. 
Die Kloster bracbten die Sacbe vor den Papst nnd spater vor Erzbischof 
Pilgrim von Salzburg. Endlich wurde am 22. April 1384 die Sacbe durcli ein 
Schiedsgericbt beigelegt. Die Scbiffherren entsagten ihren Anspruchen auf 
den Flbsspfenning und bielten nur den Ansprucb auf die ,Schiffsmiethe ( auf- 
reeht. Dagegen verspracben die vier Kloster, dass jedes derselben ewiglich 
drei Messen in der Wocbe: Montags fiir alle Seelen, Mittwoch zu Ehren 
slier Heiligen, Samstag zu Ebren unser Frauen an einem besonderen Altar, ge- 
nannt der Schefherren- Altar von Laufen, abhalten lassen werde. Der Messe 
lesende Priester soil an dem betreffenden Tage an des Abtes Tisch essen, 
oder ein Essen, drei Pfenning werth, bekommen. Ferner verpflicbten sich die 
vier Kloster zur Abbaltung eines Jahrtages ,des n&chsten tags nacb sand 
Johannstag zu Sunnbenten' mit Kerzen und Teppichen und einer gesungenen 
Vigilie des Abends vor jenem Altar. ,Und da scbullen alle prueder, swestern, 
pfaften, layn, frawn und alle gemain, Jung und alt, die den orden tragent in 
den vorgescbrieben chloestern, die scbullen baben zu ir gewonleichen phriient 
einen gantzen hcrren phriient des pesten weins so in der abt oder abtessin 
habent in irn chellern oder anderswo und ein fein semel und drew stukcb 
visch gute und nich sttikcblein. 4 Ferner geniessen die Schefherren mit jenen 
Klostern ,pruederschaft in alien guettaten gen Got 4 . Auf Verlangen muss 
jeder Schefherr in einem der vier Kloster vor dem erw&linten Altar bestattet 
werden. Geschehe dies Alles nicht, so verfalleu den Schefherren taglich 
5 2 Pfund Wiener Pfenninge so lange, bis der Gottesdienst in genannter Weise 
abgebalten wird. Das so verfallene Geld, dessen sicb die Schefherren in 
beliebiger Weise bem&chtigen dtirfen, soil im Frauenkloster zu Ybs zu Messen 
ang-elegt werden. Die Urkuude im Original sowohl zu Lilienfeld als audi zu 
Heiligenkreuz. Aus letzterem edirt in Font. r. Austr. II. Abth. XVI, 358. 

3. Walchvnus Otto. Chvnegundis fara. (A.) Ditri- 
cus. Radebod. Chvnradus. Otto. Alhaidis. 

Brigida de Judenburga. — Hainricus eius maritus. Chun- 
radus murator occisus. — Johannes frater. Katherina. [sec. 14.] 

VI. Kal. (Julii). — 26. Juni. 

1. Hainricus raon. (A.) 
Burchardus s. et m. in Lil. [sec. 14.] 
Petrus s. et m. in Cwetla. — Wolfgangus s. et m. in 
CeJJis Marie, [sec. 15.] 



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106 

3. Hie occisus est comes Otto de Hardeke et frater 
suus. [Chvnradus et Chadoldus ministeriales]. Vlri- 
cus Crafto. (Die Worte Chunradus . . . ministeriales roth, die 
Worte Chunradus . . . Chrafto von Hand A ; s. Einl. S. 4.) 
Ortolfus. Dietmarus. Reichza. 

N. CI. Neob. : Otto, Chunradus comites de Hardek, Chadoldus orphanus 
Chrafto de Sleuncz occisi cum aliis multis circa Steuz obieruut. Vgl. Necr. 
Mellicense. Sie fielen insgesammt im Treffen bei Staaz, 26. Juni 1260. Vgl. 
Blfitter des Ver. f. Landesk. v. N. Oesterr. Neue Folge, XL Jahrg., S. 150. 

Margareta. (Rasur.) — Seruicium plenum de Sletnario 
[cellerarius. (Roth.)] Ortolfus. [de sancto Vito. (de s. Vito stent 
unter Ortolfus, und zwar von derselben Hand, welche unmittel- 
bar darunter Stephanus carnifex setzte, scheint sich aber auf 
ersteren zu beziehen, dessen Gemalin zum 5. April genannt 
wird.)] Wilbirgis fam. [sec. 14.] 

S. 3. August. 

Stephanus Carnifex [cognomine. (Neuerer Zusatz.)] — 
Bernhardus cocus conuentus 66. [sec. 15.] 

V. Kal. (Julii). — 27. Juni. 

1. Gebhardus mon. f. Nycolaus s. et m. in Lilin. (A.) 
Chunradus s. et m. in Pavmgartenb. — Chunradus Tesser 

8. et m. [sec. 14'.] 

Stephanus Haekler sac. et canonicus ad s. Ypolitum. 
[sec. 15.] 

N. St. P.: Stephanus Hegkchl presb. et fr. n. anno 1491. 

2. Otto. Gotschalcus conuersus. 

Anno 1655. 27. Maii moritur Augustissima Imperatrix 
Eleonora Ducissa Mantuae Ferdinandi 2. dilectissima con- 
iunx, ipsa die, quo Serenissimus Archidux Leopoldus in regem 
Vngariae coronatur. Sic risus dolore miscetur et extreraa gaudii 
luctus. 

3. Hainricus. Vlricus. Rudolfus. Chunradus. Mar- 
gareta. Leutoldus. 

[Mechthildis Visingerinn iudicissa in Noua Ciuitate et filius 
eius Chunradus plebanus in Wilhalmspurga]. (Rasur.) [sec. 14.] 
Nicolaus Schorndl prebendarius. [sec. 15.] 



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107 

IV. Kal. (Junii). — 28. Juni. 

1. Pie memorie Hainricus abbas s. Crucis. (Roth.) (A.) 
Heinrich I. von Heiligenkrenz, f 15. December 1185 (nach Roll, 

Chronicon breue pag. 41), Heinrich II. resignirte 1269, Heinrich III., f 
29. Jali 1284. 

Andreas s. et m. [sec. 14./15.] 

N. St. P. 

3. Othakarus. Gedrudis. Gedrudis. Prvnricus. (A.) 

Chvnradus. Chvnradus. Rudegerus. Hainricus. VI- 
ricus. Geroldus. 

Chuoradus in Porta, [sec. 14.] 

Tibaldus officialis in Eschnaw, qui diu fideliter pro mo- 
nasterio laborauit. [sec. 15./16.] 

IH. Kal. (Julii). — 29. Juni. 

? 1. Michahel magister curie in Tanperch s. et m. [sec. 
14./15.] 

Leo mon. in Zwe. Gedrudis mon. 

Symon s. et m. [sec. 14.] 

Nycolaus s. et m. f. — [Otto scriptor panura]. (Verwischt.) 
[sec. 14./15.] 

Obiit pie memorie Sigismundus Torneator in opidulo, qui 
testinauit (!) conuentui decern talenta et patri Reuerendissimo 
quatvor 7 cuius anima deo viuat a. salutis nostre 1528. 

2. Chvnradus conuersus in Lyl. 

3. Hailka fam. (A.) 

Gotfridus [quondam officialis (Rasur)] in Raden- 
prunne. Wolfgerus. Chvnradus Chemph. Perichta. 

Gotfridus Chemph. — Leutold et vxor eius Eysal. — 
Mathias. Gerwirch. — Starchandus. — Nicolaus et Elizabet 
vxor eius. [sec. 14.] 

Obiit Anna mater domini Pauli abbatis huius domus. 
(Roth.) [sec. 15./16.] 

Paul's III. 

IL Kal. (JulU). — 30. Juni. 

? 1. Obiit pie memorie Erasmus s. et m. in Campolilio- 
rum. fsec. 15.] 

Walchvnus. Chvnradus mon. in Campoliliorum. (A.) 
Hainricus s. et m. [sec. 14.] 



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108 

Richerus et Otto conuersi in Zwe. [sec. 15.] 

2. Vlricus. Irenfridus f. 

Otto monetariu8 conuersus in Lyli. [sec. 14.] 

3. Hyldegundis. Wentla. 

Hainricus. Geisla. Marquardus de Hag et vxor eius Geisla. 
— Witigo famulus abbatis. Eysal Chreucherinn. — Heinricus 
Sweuus de Witzleinstorf. [sec. 14.] 

Zu Marquardus de Hag vgl. 30. November. 

In Lilienfelder Urkunden begegnet ein Heinricus Sueuus, Sohn des 
Conradus S. 1252, ein Heinrich der Swab 1324, 25. Juli. 

Katherina Mueglerinn de Karlsteten. [sec. 15.] 

Kal. Julii. — 1. Juli. 
Octaua sancti Johannis Baptiste. (Roth.) (A.) 

1. Dorainus Vlricus canonicus et s. ad s. Ypolitum. — 
Eysal prioris8a in Ybsa. — Evfemia mon. s. Bernhard. [sec. 14.] 

2. Hugo conu. in Zwe. 

3. Dominus Ditricus de Neitperch. (Roth.) — Johannes 
famulus a ligno peremptus. — Pernoldus. [sec. 14.] 

Ditrich von Neitperch, Bruder Gotschalchs II. v. N., urkundlich 1270 
Aber audi 1330 erscheint ein Dietrich von Neitperch als Vetter Gott- 
schalks III. (?) v. N. 

Agnes de Wienna fam. — Nycolaus Slit de Prunna. 
[sec. 15.] 

VI. Nonas (Julii). — 2. Juli. 

1. Wernhardus. Lvdewicus. Jacobus. Hainricus. 
s. et m. (A.) 

Bartholoraaeu8. — Petrus s. et m. — Georius Bischolff 
de Seueld s. et m. [sec. 15.] 

? Nicolaus de Frisaco mon. in Lyl. [sec. 14.] 

2. Rvdolfus. Pertholdus. Pertholdus conuersi. 
Haydenricus conu. f- [sec. 14./15.] 

Obiit Warbara Weinpergerin judicissa de Hainfeldt, que 
habuit fraternitatem nobiscum 86. [sec. 15.] 

3. Rinhardus. 

Chunegundis de Wienna, [a qua habemus ]. 

(Rasur.) [sec. 14.] 

Katherina de Wienna. [sec. 14./15.] 

Obiit Walthasar Schifer cum vxore, qui habuerunt frater- 
nitatem nobiscum 1490. 



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109 

9 

V. Non. (Julii). — 3. Juli. 

1. Sifridus mon. in Povmg. (A.) 

Michael Caiher de pago s. Petri ex Savoj. [sec. 16./17.] 

3. Leukardis de Leiden. 

Brigida. Alhaidis. — Rudolf us rex Boheinie. (Roth.) — 
Elisabet. — Chunradus. fsec. 14.] 

Zu Rudolf us r. B. vgl. Liber fundak mon. Zwetl. (Font. L c. pag. 262) : 
4n uigilia s. Udalrici episcopi*. 1307. 

IV. Nonas (Julii). — 4. Juli. 

1. Vlricus s. et m. f- (A.) 
Johannes. — Thomas s. et m. [sec. 14.] 

2. Wolfherus conu. Hainricus conu. in sancta f. 

3. Perhta. Jeuta. 

Dominus Meinhardus de Wiermla et Chunegundis vxor 
eius. (Steht uber einer Rasur, von der noch: Dominus Mein- 
hardus de Wiermla zu lesen ist.) [sec. 14.] 

Beide schliessen 1320 nnd 1321 mit Lilienfeld Kaufcontracte. Das 
Hans, dem Meinhard angehorte, hiess eigentlich ,von Pain*. 1337, 5. Februar, 
stifle n nnser Meinhard und sein B ruder Wolf hart von Payn im Kreuzgange 
ron Lilienfeld ein ewiges Licht mit y 2 Pfand Gtilt auf dem Krapfenhofe im 
Dorfel als Seelgerfith ihres Braders Jans von Pain. — 1343, 12. Mai. Mein- 
h&rt von W. and seine Haasfrao Chunigund stiften mit 30 Pfund Pfenninge 
einen Jahrtag ,Montag nach St. Cholomanstag' zu Lilienfeld. Chunigunde er- 
scheint in unserem Nekrolog zum 11. October. 

Anna, que dedit ad altare s. Andree duos ornatus. 
[sec. 14./15.] 

Dorothea Riederin, que habuit fraternitatem nobiscum. 
(Roth.) 

Egidius s. et canonicus ad s. Ypolitum. [sec. 15.] 

N. St. Rudp. Salisb. zum 4. December. 

HI. Nonas (Julii). — 6. Juli. 

1. Jacobus s. et m. in Paumg. — Vlricus nouicius. — 
Manignus(?) s. et canonicus ad S. Andream. [sec. 15.] 

2. Hainricus conv. in Lyl. Otto conu. 
Leo conu. in Zwe. [sec. 14.] 

3. Margareta fam. — Leutoldus am Cherspaum. [sec. 14.] 
Obiit Martinus (eingeschaltet von jungerer Hand : dictus) 

Carnifex de Newnburga, qui habuit fraternitatem nobiscum, 
qui dedit nobis XX tal. den. (Roth.) [sec. 14./15.] 



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110 

H. Bon. (Julii). — 6. Juli. 
Oct. apostolorura. (Rasur.) (A.) 

1. Wolfkerus s. et m. f (A.) 

Pertholdus s. et m. in Zwe. [sec. 15.] 

Obiit fr. Sebastianus Sartorius s. et m. huius loci et pa- 
rochus in Wilhemspurg a. 1605 circa octauam horara. 
Herman nus s. et m. in f. 

2. Heinricus conuersus [magister pe in Cain- 

polil. (Rasur.)] [sec. 14.J 

3. Engelschalcus de S. Ypolito. — Alhaidis. — Hainricus. 
Pertholdus celerarius de Neunburga. [sec. 14.] 

None (Julii). — 7. Juli. 

1. Wernhardus abbas in Rvna. (A.) 
Urkundlich urn 1268. 

2. Otto conu. in campo Lyl. 

3. Fridericus. Marquardus. [Otto de Perhtolstorf, 
qui contulit nobis mansum in Weinprehtstorf]. (Das 
eingeschaltete von Hand A.) (A.) 

1286, 4. Juli (nicht bei Han thaler). Otto von Perhtoldsdorf und 
seine Gattin Eufemia schenken deiu Kloster Lilienfeld ein Lehen (unum 
mansum) zu Weinpreichsdorf, das sie von den Schotten zu Wien ange- 
kauft haben 

Stephanus cocus in infirmaria. [sec. 14.] 

Vni. Idue (Julu). — 8. Juli. 

1. Hartmannus mon. in Zwe. (A.) 
Matheus s. et m. [sec. 15.] 

2. Otto. Alhardis conuersi. 

3. Domina Elizabet de Ramstain, que legauit doraui 
IIII or t. redditum. [sec. 14.] 

Gemalin des 1322/23 verstorbenen Weichard III. von R. Vgl. 22. Fe- 
bruar. 8ie war 1333, 21. Mai, bereits verstorben, wie man aus der Urkunde 
bei Hanthaler, Recensus II, 342, Nr. LXXII ersieht, wornach Dietrich von 
Weissenberg seinen AnsprUchen auf 6 Pfund Quit entsagt, die jene nach 
Lilienfeld gestiftet. 

Maigister(!) Heinricus dolator fidelip. [sec. 15.1 



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Ill 

VH. IduB (Julii). — 9. Juli. 

1. Hyldegardis inon. (A.) Albertus s. et ra. f« 

Pie meraorie Paulus abbas huius domus. (Roth. 19. Jahrh. : 
obiit 9. Julii 1277; obiit et Paulus II. 1316? Am Rande links 
roth: Honestum seruicium a cellerario ipso die.) — Hainricus 
de Tulna dyaconus et mon. [sec. 1^.] 

Es kann nnr Paul II. (1303 — 1316) gemeint sein, wozu die Schrift- 
charaktere trefflich stimmen, wahrend der angebliche Abt Paul I., den 
Beczicska 1276—1277 ansetzt, mir urkundlich nicht begegnet ist. 

2. Anno doraini tausend funfhundert vier vnd sechzigisten 
am Tag Jacobi des heilligen Apostels das ist den Julij zwischen 
die sechs vnd siebend Stundt nach Mittag ist der Durchleuch- 
tigist Grosmachtigist Fiirst vnnd Herr Herr Ferdinand Erwelter 
Roraischer Kaiser, auch zu Hungern vnnd Behaimb Khiinig 
zu Wienn zu der Burg in Christo dem Herrn saliglich ent- 
schlaffen, welchem Gott der Allmechtig vnd vnns alien ain 
froliche Aufferstehung gnedicklich geben vnd verleihen welle. 
Amen. 

Anno 1654. 9. Juli moritur Ferdinandus 4tus Romanorum, 
Vngariae et Bohemiae Rex niagno parentis et orbis luctv. 

3. Gedrvdis neptis Theodore ducisse Austrie. (A.) 
Hainricus. Leupoldus. 

Mainbergerinna familiaris. [sec. 15.] 

VI. Idus (Julii). — 10. Juli. 

1. Pie memorie Rvdegerus abbas in Povmg. Chun- 
radus (eingeschaltet I. und am Schlusse: 1281 resign., beides 
von moderner Hand) sac. et mon. quondam abbas huius 
domus. (Die Stelle roth.) (A.) 

Abt Rudeger v. B. 1207—1232. 

Zu Abt Konrad vgl. N. CI. Neob. Es int entweder Konrad I. (1277 bis 
1281) oder Konrad II. (1285—1294) gemeint. Siehe Einleitung S. 7. 

Nycolaus subdiaconus et mon. in Campo Lyliorum. — 

Johannes Gwalt de Neuburga s. et m. h. d. — Steffanus de 

Tekendorf s. et m. magister curie in Forhefeld. [sec. 15.] 
Zn Nycolaus vgl. N. St. P. 

2. Hainricus. Leutoldus. Dietmarus conu. Hain- 
ricus con a. in campo Ly. 

3. Jevta fam. Gerdrudis. Otto. Chvnradus. [sec. 14.] 



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112 

Seruicium de vno talento quod datur de vna vinea in 

Strecing in die Cholomanni. Pitanciarius. (Das Wort P. roth.) 

Alhaydis bona familiaris in domo peccoruin. [sec. 14./15.] 

V. Idus (Julii). — 11. Juli. 

1. Gvntherus s. et m. in Campo Lyliorum. Perthol- 
dus mon, (A.) 

Johannes abbas in Cykador. — Chunradus diaconus in 
Paumg. — Eygidius 8. et m. huius domus quondam prior. — 
Liebhardus s. et m. — Vlricus infirmarius de Velsperch. 

[86C. 14.] 

Zu Liebhardus vgl. N. St P. zum 10. Juli (unter den filtesten Ein- 
tragungen). 

2. Hainricus. Hainricus conuersi. 
Burchardus conu. in Campo. Ly. [sec. 14.] 

3. Lambertus. Katerina Paumbollinn, de qua ma- 
gister pitanciarum habet omni anno XVIII vrnas vini 
in Pezeleinstorf. 

(Cod. 58 des geh. H. H. u. St. Arch. Nr. 497) 1267 in crastino Nicolai 
confessoris. Katharina, Tochter Schutwurfls, Witwe BawmwoU's, Burgers von 
Wien, schenkt dem Kloster Lilienfeld fiir ihr und der Ihrigen Seelenheil einen 
Weingarten zu Petzleinsdorf. 

Vlricus officialis de Streczinge, a quo habemus vnum 
talentum. [sec. 14.] 

Alhaidis Zendlinn. [sec. 14./15.] 

IV. Idus (Julii). — 12. Juli. 

1. Hainricus s. et in. in Campolil. (A.) 

Wilbirgis mon. — Philippus prepositus s. Ypoliti. — Vl- 
ricus 8. et m. in s. Cruce. [sec. 14.] 

Zu Philippus vgl. CI. Neob. u. N. St P. Philipp I., Probst v. St. P., f 1315. 

Zu Vlricus vgl. N. St. P. 

Johannes Poley abbas in s. Cruce. Johannes senior. Sigis- 
mundus. Kaspar. Englmarus. Vlricus. Mathias. Johannes. Bar- 
tholomeus sac. monachi ibidem. Jeronimus dyaconus et mon. 
ibidem, [sec. 15.] 

Zu Johannes senior vgl. N. St. P. 

2. Gozwinus. Wernhardus conu. 
Vlricus conu. in Paugartenb. [sec. 14.] 
Michahel, Johannes conuersi in s. Cruce. [sec. 15.] 

3. Hainricus. 



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113 

Chunegundis fam. — Marchardus de Neuwalde, de quo 
habemus V solidos redditus. — Haistolfus ciuis in Stain et 
uxor eius Gerwirgis ibidem. Vlricus. — Gregorius famil. 
[sec. 14.] 

Marchardus d. N. erscheint in Lilienfelder Urkunden 1308 — 1328. 

Anna Finanzzerin. Margareta filia eius. [sec. 15.] 

m. Idus (Julii). — 13. Juli. 

1. Rvdolfus sac. et m. (A.) 
Perchtoldus s. et m. in Zwetla. [sec. 14./15.] 

2. Albero conu. in Zwe. 

3. Sifridus Hainricus. [Gedrudis. (Roth; radirt.)] 
Thomas de Ernsprun. Margareta, Katharina sorores eius. 

[sec. 15.] 

H. Idus (Julii). — 14. Juli. 

1. Ortlibus s. et m. f* [ 8ec » 14.] 

Johannes. Johannes. Petrus sacerdd. monu. f. [sec. 15.] 
Cecilia conuersa in Ybs. 

Anno 1630 obiit P. Andreas Lysias sac. et mon. huius 
domus. 

2. Rvdolfus conu. 

3. Leukardis. 
Pilgrimus. [sec. 14.] 

Perichta vxor Vlrici Faulches de Passaw, que habuit 
fraternitatem nobiscum. (Roth.) Item Katherina vxor eiusdem. 
[sec. 15.] 

Ydus (Julii). — 15. Juli. 

1. Christianus quondam abbas in cella Anglorum. — Otto 
de Drezing s. et m. Campilyliorum. — Vlricus Pipingus s. et 
m. [sec. 14.] 

Zu Abt Christian vgl. das Nekrolog von Engelszell zu demselben Tage; 
er starb jWabracheinlich* 1317. Vgl. J. Strnadt, Peuerbach 351 (27. Bericht 
des Francisco-Carolinnm). 

Johannes s. et m. in Pawngartenberg. — Johannes s. et 
m. ad S. [Lambertum. (Von moderner Hand aufgefrischt.)] 
[sec. 15.] 

Zu Letzterem vgl. N. St. Lamb. [sec. 14.]: Johannes pbr. ot mon. 
istios loci de Austria. 

Fontei. Abth. II. Band XLI. 8 



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114 

2. Rudolfus gloriosus rex Romanorum. (Roth.) (A.?) 
N. CI. Neob. 14. Jul. 

Chaenradus (!) conu. in Campo Lil. — Oistannus conu. 
in Campoliliorum. (Roth.) [sec. 14./15.] 

Anno 1655. 15. Julii F. Jacobus Kramer conuersus huius 
domus miserabili casu ab altissima rupe in coelum (?) decidit. 

3. Hainricus. Jevta. Agnes. Levkardis. 

Otto famulus custodis. — Chunradus cocus; vxor eius 
Elyzabeth. Margareta. [sec. 14.] 

Michel Chern de Rappotenstain pater fratris Friderici de 
s. Ypolito. Margarete Elizabet vxorum suarum. Elizabet, Agnetis 
filiarum suarum. Martinus filius eius. [sec. 15.] 

XVII. Kal. (August!). — 16. Juli. 

1. Chvnradus. Sifridus sac. et m. Reinhardus m. (A.) 
Wilhelmus s. et m. [sec. 14.] 

Frater Marcus plebanus in Duernicz s. et m. huius domus. 
(Roth.) — Frater Nycolaus prior in sancta *f\ [sec. 15.] 

Frater Marcus erscheint um 1450. Vgl. Hanthaler, Recensus II, 72. 
1\ Rinhardus m. 

2. Hainricus. Ebro. Chvnradus conu. 
Pertoldus. [sec. 14.] 

3. Eberhardus. 

XVI. Kal. (Augusti). — 17. Juli. 

1. Mauricius canonicus. [sec. 14.] 
Wandel monialis. [sec. 15.] 

2. Hainricus conu. 

3. Pertha. 

XV. Kal. (Augusti). — 18. Juli. 

1. Otto s. et m. (A.) 
Wernherus subdi. [sec. 14.] 

Ofmya monialis. — Vlricus Schawr 8. et m. [sec. 14./15.] 

Zu Letzterem vgl. N. St. P. 

Nicolaus s. et m. f. [sec. 15.] • 

2. Sifridus conu. in Zwe. 

3. Wernhardus. 

Katerina. Margareta fVuni. [sec. 14.] 



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115 

XIV. Kal. (August!). — 19. Juli. 

1. Albero s. et m. in Paumg. — Nycolaus s. et m. f- 
— Heinricus s. et m. in Cainppoly. [sec. 14.] 

Chunradu8 s. et m. in Czwetla. [sec. 15.] 
Obiit frater Jacobus Holdt de Penczing wursarius s. et 
m. domus 1539. 

2. Alhaidis mon. ad s. Nycolaum. — Ortolfus plebanus 
in Wilhalmspurga. [sec. 14.] 

3. Alhaidis ferraria de Chrems. 
Leutoldus. Hugo. Gerdrudis. [sec. 14.] 

Leutoldus et filius eius Hainricus. (Darunter stand ur- 
spriinglich: Leupoldus .... et filius eius Heinricus.) [sec. 15. ] 

Xm. Kal. (Augusti). — 20. Juli. 

? 1. Pie memorie Nicolaus abbas huius domus. (Zusatz 
[19. Jahrh.]: vide 20. Nov.) [sec. 14.] 

Rafoldus s. et m. Hainricus subdiaconus et mon. 
in Zwe. (A.) 

Obiit frater Leopoltus (!) Pinter de Puech s. et m. huius 
domus 1541. (Roth.) 

Otto L Abas huius domus 1233. (Von einer Hand des 
19. Jahrh. [Gottwald's].) 

2. Prenricus conu. f. 

3. Ipso die obierunt Georius Guesmet et Elisabet vxor 
eius, qui multa bona fecerunt monasterio huic cum rebus suis. 
[sec. 16.] 

Xn. Kal. (Augusti). — 21. Juli. 

1. Otto (Zusatz [19. Jahrh.]: H.) quondam abbas in 
Campoliliorura. (Zusatz [19. Jahrh.]: an. 1345. Beide Zu- 
s&tze scheinen mir falsch.) (A.) Hermannuss. etm. f. Al- 
brrnus mon. (A.) 

Efl muflfl nach den Schriftzugen an Otto I. gedacht werden, dessen 
Tod man in das Jahr 1234 zn setzen pflegt. Otto II., der 1345 starb, kann 
wegen der Schriftzuge nicht gemeint sein. Es ist dies demnach der Jilteste 
Abt von Lilienfeld, der in unserem Nekrolog sich erwfihnt findet. 

Andreas s. et m. in Zwe. [sec. 14.] 

Perchtoldus s. et m. in Campolyl. — Leonhardus s. et m. 
Vlricus s. etm. [sec. 14.] 

2. Eberhardus conuers. f. 

8* 



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116 

3. Hainricus. Sifridus. Hadmarus. Christina. 

Anna. Dymuedis. Katherina. Dorothea. Cristina. Chun- 
radus. Heinricus Mauzzer et Nicolaus, Jost filii eius. Frideri- 
cus, Andreas, Dyetricus de Lewbestorff. [sec. 15.] 

XI. Kal. (Augusti). — 22. Juli. 

1. Ditricus s. et in. montis 8. Marie. (A.) 
Perch toldus s. et m. [sec. 14./15.] 

Obiit pie memorie Johannis supprior(I), senior et cantor 
huius doini a. 1519. 

Obiit pie memorie Gregorius auf der Laukin plebanus in 
Diernitz s. et m. huius domus 1531. 

2. Bochdalus conu. in s. Corona. (A.) Walchvnus 
conv. in Zwetel. 

Hainricus conu. in Zwetel. [sec. 14.] 
Cholomannus. [sec. 15.] 

3. Margareta de Radaun. (A.?) 

Vlricus miles de Ueuchsen et Agnes vxor eius. — Chun- 
radus [. . . ciuis de Wienna. (Rasur.)] — Otto Schrenpoch. 
[sec. 14.] 

Vlricus crschoint urkundlich 1294, 23. Februar (Font, r. Austr. II. Abth. 
X, 50) — 1307, 31. October (ebenda XVIII, 126), an letzterer Stelle mit 
seiner Frau Agnes. 

X. Kal. (Augusti). — 23. Juli. 

? 1. Paulus s. et m. in Paung. [sec. 14.] 

Martinus s. et m. — Chunradus scriptor. Jiacobus(!) 
naut(!). Chunradus Narlinger sacerd. Haestolphus sac. et canou. 
in 8. Nicolao in Patauia. [sec. 15.] 

2. Fridericus pictor. [sec. 15.] 

3. Eberhardus. Wilbirgis. 

Georius Haegn(a)gl de Hainfeld et Elizabet vxor eius. 
[sec. 15.] 

Obiit magister Fridericus cocus famulorum ym Kindhaus, 
qui diu fideliter pro monasterio laborauit. [sec. 15./1G.] 

IX. Kal. (Augusti). — 24. Juli. 

Ludwicus 8. et m. in Campolyliorum pie memorie. (Roth. J 
[sec. 14.] 

Petrus s. et m. f. [sec. 14./15.] 



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117 

2. Rvdolfus. Alhardus conu. f. 

3. Methfridus. Hyldericus. 

Jacobus iudex in Haymueld et Margareta vxor eius, de 
qaibus habemus vineam, que dicitur Hawsperger. Eberhardus 
Chnuppfer et Gerdrud .vxor eius, qui dederunt nobis vnam 
domum suam in Haymveld et alia bona. — Vlricus accolitus 
ad s. Andream. [sec. 15. J 

Vin. Kal. (Augusti). — 25. Juli. 
Jacobi apostoli. (Blau.) (A.) 

1. Vlricus sac. [sec. 14.] 

Johannes dyaconus et mon. in Canipoliliorum. Sigismundus 
canonicus s. Ypoliti. [sec. 15.] 

Zu Johannes vgl. N. St P. 

Obiit Reuerendus in Christo Pater Martinus Tegethoff 
parochus in monte s. Anoae, hie sepultus a. 1633. 

2. Chunradus conv. in Campoliliorum. — Cholomannus 
conuersus. [sec. 15.] 

Zu Chunradus vgl. N. St. P. 

3. Hainricus de Schvrnberch. (A.) Rvdegerus. 
Vlricus. Hainricus. Chvnradus. 

1282, 25. Juli(!), Hainricus de Schvrnberch bereits todt; vgl. 17. No- 
vember. Der 25. Juli ist der Ausstelluugstag der dort citirten Urkunde. 

Bentla fam. — Perichta. Margareta. — Hermannus Welsar. 
(Blau.) — Hainricus pictor d. 8. Ypolito. — Martinus ciuis in 
Stain. — Nentkerus fam. — Otto Flass. Margareta tilia eius. 
— Jans fam. — Heinricus. Perchta. Gotfridus. Agnes. Chun- 
radus. Alhaidis. [sec. 14.] 

Marchardus de Waidhofen et vxor eius Geysla, qui dede- 
runt conuentui III solid, den. [sec. 15.] 

VII. Kal. (Augusti). — 26. Juli. 

1. Dietherus s. et m. f. [sec. 14.] 
Martinus diaconus et mon. in Campolili. [sec. 15.] 
Vgl. N. St. P. 

Michael subdiaconus et mon. huius domus. [sec. 16. J 
2. Wolfgeru8 fam. de Alpetauwe. Herbordus. Mar- 
gareta. 



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118 

Hermannus. — Wilhelraus im Strohof et uxor eius Ka- 
therina, a quibus habemus vineam, que dicitur Hell pro candelis 
Nycolay, Achacii, Jacobi apostoli. — Gotfridus fam. [sec. 14.] 
Zu Wilhelm im Strobhof vgl. 22. April und N. St. P. 30. August 
Anna Sutbemplin de Tanperch. [sec. 14/15.] 

VI. Kal. (August!). — 27. Juli. 

1. Helnwicus dyaconus et mon. Obiit pie memorie 
Perichtoldus abbas sancte Crucis. (Roth.) 

N. Wilh. zu demselben Tage. f 1297.' 

Chunegundis quondam abbatissa ad s. Nyco. — Wulfin- 
gus sac. [sec. 14.] 

Allexius s. et canonicus in Voraw. [sec. 15.] 
N. St. P. zum 27. August. (!) 

2. Hainricus conu. f. e 
Ludwicus conu. in monte s. M. [sec. 14.] 

3. Heinricus Snezl fam. 
Gerdrudis. Margareta. Katerina. [sec. 14.] 

Petrus Walkhaymer fidelis vinitor noster in Neuwurga. 
[sec. 15.] 

V. Kal. (Augusti). — 28. Juli. 

1. Anniuersarium Leupoldi ducis Austrie funda- 
toris huius domus. (Roth. Am Rande links roth: Honestis- 
sima tria seruicia ipso die a domino abbate Pantaleonis.) 
Chvnradus s. et m. in Lil. Wernherus s. et m. (A.) 

Leopold f 1230. Vgl. v. Meiller, Regesten der Markgrafeu und 

Herzoge Oesterreichs aus dem Hause Babenberg, S. 147. 

Pie memorie dominus Wernhardus episcopus Patauiensis 

ecclesie. — Katherina priorissa et mon. ^ . _. . /iX 

T7.1- i A . > ad s. Bernh. (!) 

Ehzabet et mon. ^ v ' 

[sec. 14.] 

Wernhardus von Prambach f 1313. N. St. P. 29. Juli. N. Wilh. 27. Juli. 
N. CI. Neob. 28. Juli. 

Jacobus cantor, f. — Symon s. et m. [sec. 14./15.] 

Zu Letztcrem vgl. N. St. P. 

Barbara nouicia. [sec. 15.] 

2. Frater Erhardus conuersus huius domus. Ludwicus 
Institor in Haynfeldt, qui testatus est nobis domum, que olim 
fuit illius halperger et est hie sepultus. (Roth.) [sec. 16.] 

3. Leupoldus. Tveta. 

Heinricus. Vlricus. Katherina. [sec. 14.] 



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119 



IV. Kal. (Augusti). — 29. Juli. 

1. Dvringus s. et m. Nycolaus subdiacon. et m. (A.) 
Nicolaus s. et m. in Zwe. — Nicolaus 8. et m. f. — 

Johannes Grinczinger 8. et m. in Campoliliorum. — Obiit ma- 
gi8ter Laurentius plebanus in Wilhalmspurga s. et m. huius 
domus. [sec. 15.] 

Zu Johannes Grinczinger vgl. N. St. P. zum 29. Juli. 

2. Hertnidus conu. in Campolilyorum. [sec. 14.] 

3. Cecilia. — Alhaidis. Katherina, Gisla filie eius. Hugo 
de Neundorf. Leupoldus. Hermannus ibidem. Alhaidis vxor 
eius. — Jeronimus subdiaconus ad s. Andream. — Vlricus 
iudex cze Rabenstain. Thomas filius eius. — Jflst Ffirter quon- 
dam judex in Wilhalmspurga. — Stephfanus (!). Osbaldus. 
Wolfganus.(!) Barbara, [sec. 15.] 

HI. Kal. (Augusti). — 30. Juli. 

? 1. Andreas s. et m. in Campoliliorum. [sec. 14.] 

Hainricus s. et m. in Povmg. (A.) 

Stefphanus sac. de Neunburga. — Chunegundis mon. ad 
s. Bernh. — Margareta nouicia ad s. Nyco. [sec. 14.] 

3. Alhaidis. 

Vlricus rasor. 

Item obiit Wolfhardus Alser, qui delegauit nobis vnam 
vineam in Neunburch an der Chalichleyten, vnde conuentus 
habet honestum seruicium in die sanctorum Abdon et Sennes 
martirum de XII solidis denariorum. (Roth. Am linken Rande 
des linken Blattes roth: Abdon et Sennes.) [sec. 15.] 

Vgl. N. Minor, conv. Vienn. bei Pez, SS. r. Austr, II. 478, ad II. 
Non. Mart. — 1340, l.Februar, stiftet Wolf hart der Alser in der Absicht, eine 
Pilgerreise an zu tret en, sammt Geisel, seiner Hausfrau, einen Jahrtag mit der 
Bestimmung, dass dem Priester, der das Frohnamt liest, und spater dem, der 
das Seelenamt halt, taglich 3 Pfenninge gege ben werden. Die Stiftung betragt 
4 Pfund 6 Scbillinge Wiener Pfenninge Giilt auf einem Weiuberge an der 
Kalkleiten zu Kloster Neuburg, welcher seiner Frau als Leibgedinge verbleibt, 
nach ihrem Tode aber ganz an das Kloster fallen soil. Dafiir soil der Pitanz- 
meister stete einen Jahrtag begehen mit Semmelu, Wein und Fischen. Wolf- 
hard Alser lebte, wie es scheint, noch 1372. Vgl. 22. September und Font. 
r. Austr. II. Abth. X. 398. 



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120 

n. Kal. (Augusti). — 31. Juli. 

1. Altmannus s. et m. (A.) 

Leupoldus s. et m. in Campoliliorum. [sec. 14.] 
Bernhardus s. et m. f . Symon prior. Petrus Nicolaus s. 
et monachi. — Gregorius Helbinger s. et m. 1488. 
Zu Bernhardus vgl. N. St P. 

2. Vlricus conv. f. Walchvnus. Reimbertus in Zwe. 
Fridericu8 conu. f. — Vlricus conu. s. Crucis. [sec. 14.] 

3. Jacobus Pincerna. — Gedrudis in Ponte. [sec. 14.] 
Obiit Nicolaus Lebetarius ciuis de Newburga, de quo 

habemus tria talenta et reddituum pro seruicio honesto a ma- 
gistro infirmorum in die s. Nicolay episcopi. (Roth.) [sec. 15.] 
Obiit Gregorius Vischgretl ciuis in Wilhalmspurkh. — 
Obiit pie memorie dominus Georgius Praitter plebanus in s. 
Egidio. [sec. 16.] 

Kalend. Augusti. — 1. August. 
Ad uincula s. Petri. (Roth.) (A.) 

1. Gotfridus s. et m. in Campolil. Vlricus presb. 
et m. (A.) 

Dominus Fridericus quondam abbas in Cella Angelorum. 
— Nycolaus Quarinto s. et m. [de Velzperch. (Spaterer Zu- 
satz.)] [sec. 14.] 

Zu Abt Fridericus vgl. N. v. Engelszell: 2. August; derselbe regierte 
1319—1337. Vgl. Strnadt, Peuerbach 351 (a. a. O.). 

Dominus Leonardus Chrepfel s. et canonicus ad s. Yppo- 
litum. [sec. 15.] 

N. St. P.: Dom. Leonardus presb. et fr. n. anno 32 obiit. N. S. Petri 
Salisb. 31. Juli: L. ChrepfL N. S. Rup. Salisb. 

2. Tiemo. Leo. Chvnradus. Hainricus conu. 
Siffridus conu. in Campoly. [sec. 14.] 

3. Dominus Hainricus de Schawnberch. — Stephanus 
scriptor in Villula. (Am Rande rechts: Honestum seruicium 
proxima II. feria post Jacobi: II similas et bonuin vinum.) 
[sec. 14.] 

Es ist schwer zu bestimraen, welcher der verschiedenen Heinriche von 
Schaumberg bier gemeint ist. Am nftcbsten lagc wohl, wofiir aucb die 
Schriftziige sprechen, an jenen Grafen H. v. Sch. zu denken, welcher mit 
seinen Briidern und Vettern Konrad, Rudolf, Wemhart, Wilhelm, Leu to It, 
Friedrieh und Otto am 2. Februar 1329 dem Kloster Lilienfeld die freie 
Salzdurcbfabrt durch die Mauth zu Ascbach gegen die Abbaltung ernes 



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121 

Jahrtage* immer am Montag nach Jacobi gestattet. Nur fUllt es anf, dass 
H. in unserem Nekrolog nicht als ,Graf bezeichnet wird. Der Vertrag der 
Schaumberge mit dem Stifte Lilienfeld wurde wiederholt (nach Hanthaler 
1375), 1397, 1422 und 1455, erneuert. 



IV. Non. (August!). — 2. August. 

1. Chvnradus 8. et m. in Povmg. (A.) 

Johannes s. et m. in Campolil. — Johannes de Neunburga 
s. et m. [sec. 14.] 

Johannes de Patauia s. et m. [sec. 14./15.] 
Dorothea mon. ad s. Nicolaum. [sec. 14./15.] 

2. Chvnradus conu. 
Hainricus conu. f- [sec. 15.] 
N. 8t. P. 

3. Cecilia. Hainricus. [sec. 14.] a 
Wilhelmus iunior circa fontem a quo abemus III tal. 

redituum pro seruicio. [sec. 14.] 

Wenczeslaus fidelis famulus domini abbatis et quondam 
custodis et Magdalena vxor eius. [sec. 15.] 

m. Nonas (August!). — 3. August. 

? 1. Johannes s. et m. [sec. 15.] 
N. St. P. 

? Heinricus s. et m. f. [sec. 15.] 
Griffo celerarius. — Phylippus s. et m. f. [sec. 14.] 
Ein Greif der Chelner 1329. 

Johannes Wymer s. et m. qui comparauit II 08 ornatos 
ad altare s. Andree et alia inulta bona. (Roth.) [sec. 14./15.] 

2. Geroldus conu. 

Albertus conu. in Campolyl. — Heinricus conu. in Zwe. 
[sec. 14.] 

3. Ortolfus fam. (A.) Chvnradus. Gotfridus. Al- 
bertus. Chalochus. Reinhardus. 

Domnus Offo de Slaet. — Geysla. [sec. 14.] 

1321, 24. April. Offo von Slaet stiftet einen Jahrtag mit 5 Pfund GUlt, 

jrelegen auf der Altenburg im Kendlbach, zu Raidenfeld und Wilhelrasburg. 

Der Jahrtag sollte begangen werden ,des uachsten montages for sunwendeu'. 

Lereelbe acheint zum 26. Juni gemeint zu sein. O. v. S. lebte noch am 

6. November 1325. Vgl. Hormayr, Geschichte Wiens, Urkundenbuch LX1X 

Nr. LXVII. 

Vlricus et Elyzabet vxor eius de Patauia. [sec. 15.] 



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122 

n. Nonas (August!). — 4. August. 

1. Gotfridus s. et m. Hainricus s. et m. in Zwe. (A.) 
Chunradus s. et m. in Campoliliorum. — Pertoldus breuis 

s. et m. — Eaterina mon. ad s. Nycol. [sec. 14.] 

Chri8tofferus sac. — Petrus s. et m. — Johannes cano- 
nicus et celerarius de Neuburga, qui habuit £ rater nitatem nobis- 
cum. — Hainricus de Newburga. — Osbaldus Ladndorffer 
s. et m. in Campoliliorum. [sec. 15.] 

Zu Letzterem vgi. 4. December. 

Diemuedis mon. ad s. Nyco. — Dominus Vlricus pleba- 
nus de Meuzlich, a quo habemus vineam. [sec. 14.] 

3. Ezmannus. 

Johannes Zukersuezz, a quo seruicium habemus a celle- 
rario in die s. trinitatis et cottidie vnam pitanciam ebdomade 
misse. (Am Rande: seruicium a cellerario.) [sec. 14.] 

Thomas cocus abbatis 1410. 

Mathias cocus qui multa bona fecit nobis, [sec. 16.] 

None (Augusti). — 5. August. 

? 1. Petrus s. et m. [sec. 14./15.] 
Albertus s. et m. in Campolil. 

2. Otto conu. in Poumg. Vlricus conu. 
Hainricus conu. f. Rugerus conu. in f. 

3. Ortolfus filius Ortolfi judicis de Meissave. (A.) 
Chunradus. 

Nicolaus Ratner. Elysabeth. Chungundis vxores eiusdem de 
Odenburga. — Deittreich de Newburga. [sec. 15.] 

Jorig Staudinger et Dorothea vxor eius. [sec. 16.] 

Vin. Idus. (Augusti). — 6. August. 

1. Chvnradus s. et m. in Campolil. (A.) 
Agnes mon. ad s. Bernh. [sec. 14.] 

2. Otto conu. 

3. Nycolaus, Petrus fratres dicti Chreuharii. — Gedrudis. 
Anna. [sec. 15.] 

VII. Idus (Augusti). — 7. August. 

1. Rvdegerus. Albertus s. et m. in Zwe. (A.) 
Albertus s. et m. +. [sec. 14.] 



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123 

Pertoldus in f sac* Petrus. Sifridus sac. in f. Nycolaus 
diacon. in f. — Symon. in Zwe. [sec. 15.] 

Obiit piae memoriae dominus Matheus (moderner Zusatz I.) 
abbas huius domus. (Moderner Zusatz 1548.) [sec. 16.] 

MatthSufl I. 1543—1548. 

2. Otto conu. Chvnradus conu. in f. Christanus conuersus 
in Zetla. (!) Chunradus Paumgartenberc. [sec. 15.] 

3. Gerhardus. P6rhta. 
Margareta de Wienna fa. [sec. 14.] 
Chlara in Stain fam. [sec. 15.] 

VI. Idus (Augusti). — 8. August. 

1. Albertus s. et m. in Zwe. (A.) 

Dominus Chvnradus episcopus Olmvncensis, qui dedit nobis 
vnam casulam et vnum calicem. (Roth.) — 
f 1308, 8. August 

Vrschalcus portarius. — 

Dominus Qundackarus plebanus de Chalmperg, qui dedit 
nobis vineam Gegenler pro solacio conuentus in adventu domini 
et postea dedit centum florinos pro pitancia conuentus. [sec. 15.] 

Vgl. 13. August 

2. Rugerus conu. Linsperger. [sec. 14./15.] 

3. Geyla(!) Egenwvrgaerin fam. de Wienna. 

V. Idus (Augusti). — 9. August. 

1. Hainricus s. et m. in Campolil. (A.) 

Paulus sac. f« [sec. 14.] 

Nycol. sac. f. — Kylianus s. et m. in Campolil. — 
Dominus Andreas Heyligengeyst ad s. Yppolitum. [sec. 15.] 
Zu Kylianus vgl. N. St P. 10. August 

2. Hainricus conu. in Zwe. 

3. Geyala. Agnes. Elizabeth, [sec. 14.] 

Stephanus cocus abbatis. — Heinricus. Chunradus. Hertri- 
cus. — Johannes Glozzel. Christannus frater eius. — Vrsula 
Scheybserin de s. Ypolito. [sec. 15.] 



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124 

IV. Idus (AugUBti). — 10. August. 
Laurentii martyris. (Roth.) (A.) 

1. Chvnradus raon, (A.) 

Chunradus (roth) [s. et m. (daruber eingeschoben 
schwarz)] Premingarius quondam abbas huius loci. (Roth. 
Dazu 19. Jahrh. : 1293.) Johannes s. et m. in Carapoli. — 
Johannes s. et m. f. [sec. 14.] 

Konrad I. (1277—1281) oder Konrad II. (1285—1294); vermuthlich 
der letztere. Siehe die Einleitung S. 7—8. 

Petrus Margram. — Fridricus cantor in Pavmgartenberg. 
— Matheus s. et m. in Zwetl. — Michahel s. et m. f. — 
Obiit pie memorie frater Laurencius senior huius monasterii. 
[sec. 15.] 

2. Anno domini MDLI1I circa festum diui Bartholomei 
apostoli obiit venerandus dorainus Franciscus Eckher pastor 
et diuini uerbi praeco in Eschenau, cuius Deus Opt. Max. mi- 
sereatur animae. 

3. Hierzo institor ciuis de Wienna. [Bero ciuis 
Noue Ciuitatis hospes domus nostre, qui delegauit] 
(das eingeklammerte von Hand A) nobis vineam et do mum 
et seruicium in die animarum. (Am Rande: seruicium a 
cellerario.) Hainricus. Hainricus. Chadoldus. Perhta de 
Stain. 

Brigida. Vlricus Zeybetter, Gedrudis vxor eius; a quo 
habemus honestum seruicium. — Prechtlo de Prabstorf. — 
Gregorius scriptor — Jacobus et vxor eius. — [Perichta de 
Stain. (Geloscht, weil bereits oben.)] [sec. 14.] 

1311, 28. M&rz. Calhoch von Eberadorf verkauft dem Ulrich Zeiweter, 
Bilrger zu Wien, und dessen Hausfrau Gertrud sechs Tagwerk Wiesen zu 
Grafeuwerd. Ulrich Zeywetter erscheint noch 1323, 2. Juni, als Zeuge. 

Elizabeth. — Elizabeth de Grinczing. — Johannes Sulz- 
pacher. Margaretha Sulczpacherin uxor eius. [sec. 15.] 

HI. Idus (Augusti). — 11. August. 

1. Dominus Ortolfus abbas in Cycador. — Hainricus s. 
et m. in Paumg. [sec. 14.] 

Albertus s. et m. f. — Michael dictus Kollinger s. et 
can. ad s. Ypolitum. [sec. 15.] 

Nach N. St. P. 11. August starb ,Michael Cholinger 4 im Jahre 1425. 



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125 

Adm. It. P. Jodocus Philippi, huius monastcrii Prior 

zelotissimus 1644; fuit . . . Magister Vienn. et absolut. 

in Collegio Germanico Romae. 

2. Otto conuersus. 

Fridericus conu. in Zwetla. — Wolfhardus. Chunradus 
conv. in Cam. [sec. 15.] 

3. Ditricus. Albertus. Leukardis. Ofmeya fam. 
Dominus Otto de Mainwerch. Geysla Ducissa de Phaff- 

steten. Vlricus, Vlricus inariti ipsius, a quibus habemus III 
vineas pro honesto seruitio in die s. Corone. (Am Rande: 
sancte Corone domini. Von neuerer Hand [17. Jahrh.]: 2° anni- 
uersaria: 1. circa festuin 8. Margarethae 2. circa festum Simonis 
et Judae.) Ottlo murator occisus. Salmon fam. [sec. 14.] 

Aus deu beiden zum 31. Mai citirten, sowie aus den folgenden Ur- 
kunden geht hervor, dass Gey sel, die Herzogiu von Pfaffstetten, dreimal ver- 
heiratet gewesen ist. Denn in der Urkunde vom 12. Ma'rz 1319 sagt ihr 
damaliger Gatte ,Ulrich der Herczog von Pf.', dass der Weingarten Lachsen- 
precht: ,het emalen meiner Hausvrawen erer wirt Ulreich der Herzog, dem 
got genad, gebeu dem forgenanten cbloster (namlich zwei Viertel); deu an- 
dern zwai viertal han ich choiifet mit meinen aigeuhaften guet u. han seu 
auch geschaffet demselben chloster'. In der Urkunde des Abtes Otokar von 
Lilienfeld (von demselben Tage) heisst es nach Erwtfbnung des Weingarten 
Lecbsenprecbt: ,Es bat auch die vorgenant vrou Geisel durch ieres ereren 
wirtes sel hail, Ulreicbes des Herzoges, dem Got gonad, unserem goteshaus 
gegeben ain setz auf dem Staiuveld zu der pitantz, daz man ierleicli dovon 
an san sant Peters tach in den lantzen unserm conuent schol geben ein mal 
von ainem phunt phenninge mid ain gepet in dem capitel umb sein sel auf- 
setzen*. 8. Peter im Lenz ist cathedra Petri, 22. Februar. Wir werden daher 
kaum fehlgehen, wenn wir in dem in unserem Todtenbuche zuin 21. Februar 
verzeichneten : Ulricus de Pf. den ersteu, in dem zum 31. Mai erwahnten 
den zweiten Gcmal Geisels erblicken. In dritter Ehe war Geisel mit , Jacob, 
Hern Jacobes sun, des Scheucheu' vermiilt, und zwar schon am 24. August 
1319, an welchem Tago sie ihm mehrere Weiugarten ubergibt, namlich zwei 
halbe Weingarten zu Pfaffstetten, genannt der Laimgruber und der Tenn, die 
ihr ihr friiherer Mann Ulrich der Herzog von Pf. vermacht, wahrend er die 
andere Halfte seines Brudcrs Kindern zugewcndet hatte, sowie den Wein- 
garten Abolt, den ihr der friiherc Gatte als Ersatz fiir den nach Lilienfeld 
geachenkten Weingarten Lecbsenprecbt zugewendet. 1323, 29. Juni, stiftet 
sie mit dem Weingarten Abolt am Badencrbergc ein Seelgerath fUr sich und 
ihren Gatten Jacob zu Lilienfeld. 1324, 2. Februar, stiftet Jacob, ihr dritter 
Gatte, im Begriffe, nach Rom zu pilgern, fur sich und sie gleichfalls zu 
Lilienfeld ein SeelgerSth mit zwei Weingfirten, Abolt und Ludweigh, am 
Badenerberge und mit zwei Weingarten, Laimgrube und Tenn, zu Pfaffsteten 
und wUhlt sich zu Lilienfeld eine Grabsta'tte. Im Jab re 1333, 21. Januar, 
waren Jacob und Geisel nicht mehr am Leben, wie der schiedsrichterliche 



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126 

Vergleich zw is eh en dem Stifte Lilienfeld und Heinrich dem Mauthner beim 
roth en Thurm in Wien ttber die drei Weingarten Abolt, Laimgrube und Tenne 
lehrt, von denen die beiden letzten dem Kloster verbleiben, Abolt aber an 
die Verwandten Ulrichs des Herzogs von Pf. fallen sollte. Gsell, Giilten- 
buch des Cistercienserstiftes Heiligenkreuz, 8. 35, ist geneigt, den Nam en 
Dux damit in Verbindung zu bringen, dass Ulrich Dux sich im Besitze des 
Herzogshofes zn Baden befand. 

II. Idus (Augusti). — 12. August. 

1. Albertus s. et m. (A.) 

Vlricus s. et m. in monte s. Marie, [sec. 14.] 
Fridericus prepositus et canonicus ad s. Ypolitum. — 
Johannes decanus et canonicus ad s. Ypolytum. — Pangracius, 
Wolfgangus, Caspar, Walthasar presbiteri et canonici in 8. Ypo- 
lito. — Wolfgangus presbyter et nouicius ibidem, [sec. 15.] 

N. St. P.: Johannes dictus Malzner decanus presb. et fr. n. ,Am 
13. Mai 1416 urkundlich verzeichnet 4 , Wiedemann. N. St. Rup. Salisb. : 
Johannes Malczer decanus mon. s. Ypoliti. 

2. Ditmarus. Ditmarus. Rudolfus conv. f. 

3. Elizabeth Chranichpergerin. — Heinricus in hospitali 
famulus. — Nycolaus Schulter. — Mychahel Alius eius. 
[sec. 14./15.] 

Ydus (Augusti). — 18. August. 

1. Hainricus s. et m. Gotfridus s. et m. in Lil. (A.) 
Johannes prior in Paumgartenberc. [sec. 14.] 

Jutta mon. ad s. Nyco. — Anna mon., quondam abbatissa 
in Ybsa. [sec. 14./15.] 

Obiit felicis meraorie dominus Johannes abbas Celle 
Marie 86. Eodem die obiit dominus Gallus abbas Scotensis 
Wyenne. [sec. 15.] 

Zu Abt Johannes vgl. N. Scot. Wienn. zuni 17. August. 
N. Scot. Wienn. 17. August: Galli abbatis nostri 1486. 

2. Chvnradus conv. Wernhardus conv. in Zwe. [sec. 14.] 

3. Ortolfus abbas Medlicensis. Pertholdus. Wal- 
therus. 

Zu Ortolfus vgl. N. Mell. 1253—1273. 

Obiit dominus Gundachrus quondam plebanus in Chirich- 
perch, qui largam elemosinam dedit nobis, [bonum vinum et 
bonas pistas . . . (Rasur.)] [sec. 14.] 



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127 

1347, 18 Marz. Herbort auf der Seuln, Burger zu Neustadt, verkauft 
dem Gundacker, ,hern Niclas sun von Ternbergh, dem Got genade', ,weilen' 
Pfarrer zu Kirchberg den Weingarten Hegenler in der Eintfd zu Pfaffstetten, 
and dieser stiftet mit diesem Weinberge 1348, 12. Mai, einen Jahrtag. Der 
Jahrtag soil am ersten Sonntag im Advent begangen werden. 1349, 25. Juli, 
stiftet G. v. T. ,weilen 4 Pfarrer zu Kirchberg einen Jahrtag zu Lilienfeld 
(Sonntag vor Weihnachten; dass, wie Hanthaler angibt, dieser Jahrtag 
fur Gundakars Vater gestiftet worden sei , sagt die Urkunde nicht) mit 
10 Pfund Burgrecht, die er von Ritter Hans Jansen dem Greifen in Wien 
am 100 Pfund Wiener Pfenninge gekauft Vgl. Hanthaler, Fasti Campilil. 
H, 1, 380 ff., und Recensus II, 409, wo auch sein damals noch sichtbares 
Grabmal geschildert wird. Nun finden wir in unserem Nekrolog zum 8. August 
denselben Gundakar, dessen Identitat wegen der Erwahnung der Stiftungen 
nicht zweifelhaft sein kann, als ,plebanus de Chalmperg' bezeichnet. Die 
sich hieraus ergebende Schwierigkeit, welcher der beiden Tage als Todestag 
anzusehen sei, hat schon Hanthaler zu einem langeren Excurse im Recen- 
sus II, 409, veranlasst Der Grabstein in Lilienfeld gibt keine Losung dieses 
Rathsels; denn er enthalt das Jahr 1300 und gibt nicht den Todestag an. 
Moglich, dass sich Gundakar selbst den Stein bei Lebzeiten setzen liess und 
dass die Jahrzahl seines Todes erst spatcr vervollstandigt werden sollte. Wir 
finden denselben Gundachar erw&hnt in dem ,Chronicon Alberti ducis Austrie 
IL vulgo Contracti, authore anonymo Carthusiano Gemnicensi, bei Pez, 
SS. II, 375, wo zuerst Ottos des Frohlichen lustiger Ratgeber Neydhart 
von Zeiselmauer genannt und sodann fortgefahren wird: ,Eo etiam tempore 
floruit ille mirabilis presbyter Gundakerus, plebanus in Caluo Monte, de quo 
inaudita narrantur, qui est in Campo Liliorum sepultus.' Hanthaler ver- 
muthet, da sonst (bei Lazius) der Pfaff vom Kahlenberge Wigand von 
Theben genannt wird, dass der Karthauser von Gaming sich durch das 
Lilienfelder Nekrolog zu einer Combination habe verleiten lassen. Er meint: 
Caluo monte konne aus: Dernberg = Durrnberg latinisirt sein. Wahrschein- 
licher ist es, dass Gundakar friiher (weilen) Pfarrer zu Kirchberg, dann zu 
Kahlenberg gewesen. Zu beachten ist fiir diese Frage auch eino Stelle bei 
Ladislaus Suntheim (Das Donauthal, herausgegeben von Fr. Pfeiffer im 
Jahrb. f. vaterl. Gesch., 1. Jahrg., Wien 1861, S. 292): ,Kallenberg, ein perg- 
alos, . . darunter ain dorf und pfarkirchen, da ist der abente wrist phaff, ge- 
nannt vom Kallenperg, pharrer gewesen und ist von gepiirt ein edelman 
gewesen, genant mit sinem taufnamen her Gundeckher, von geschlecht von 
Ternperg, und ligt begraben in dem chloster Lienfeld in dem kor under den 
glockhen.' Von beiden Eintragungen ist die zum 13. August die urspriing- 
licbe, die altere, daher jene zum 8. August wohl bios auf das Anniversar zu 
beziehen. 

Nicolaus Solsneyder de Schrenpach. [sec. 14./15.] 

Anna. [sec. 15.] 

3. Domina Hadmudis in monte vxor olim Chunradi filii 
Vreitel Lupolt Herman. (Dieselbe moderne Hand, welche alte 
Schriftziige imitirend zum 9. Juni, Vreitlo eintrug.) 



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128 

XIX. Kal. (Septembris). — 14. August. 

? 1. Petrus 8. et m. in Zwe. [sec. 14.] 

Rvdolfus s. et m. in Campolil. (A.) 

Fridericu8 cum macula. Chunradus Creuspech s. et m. — 
Martinus Ceibetr. — Petrus s. et m. in Zwetla. — Petrus s. 
et m. montis s. Marie, [sec. 15.] 

Obiit frater Petrus prior s. et m. huius domus. [sec. 15./16.] 

2. Geysel monial. ad s. Nycol. [sec. 15.J 

3. Leukardis. 

Dominus Cunhradus im tumprobst [vnde 

(Rasur.)] [sec. 14.] 

1329, 12. Mai. Chunrad in des turaprobstshof, Biirger zu Wien, stiftet 
zu Lilieufeld einen Jahrtag zu S. Marcus (vgl. 25. April; mit 3 Pfund Pfen- 
ninge auf einem Weingarten zu Erdburg, fur sich, seine Frau Agnes, seinen 
Vater Ulrich und seine Mutter Diemudis. 

XVHL Eal. (Septembris). — 15. August. 

Assumptio 8. Mariae. (Blau.) (A.) 

1. Engelmannus s. et m. f. Albertus s. et m. (A.) 
Fridericus 8. m. f. [sec. 14.] 

Johannes in f- Sifridus sac. Jacobus ibidem. Item Rugerus 
sac. ibidem. — Dominus Vlricus prepositus ad s. Ypolitum. 
[sec. 15.] 

N. St. P. Udalricus Welmikcher, September 1413—1426. 

2. Mathias conu. in Campoly. [sec. 15.] 

3. Leupoldus filius Leupoldi fundatoris nostri. 
Pertholdus. Wlfingus. Margareta. 

Marichardus de Oede. et vxor eius Wentla, a quibus 
habemus vnam curiam et vnum pratum. — Geuta fam. — 
Yermgardis. Gebhardus eius filius. — Michael Swemlinus. 
Margareta vxor eius, a quibus habemus VIII tal. reddituum pro 

duobus seruiciis a cellerario in annunciacione et in 

assumptione beate Marie. — Petrus officialis. [sec. 14.] 

XVII. Kal. (Septembris). — 16. August. 
• 1. Elyszabet mon. (A.) 
Petrus de Newburga s. et m. in Campolyl. [sec. 14.] 

2. Pilgrimus de Tyernstain, qui sepultus est in monte 
Tanperch ad s. Annam. [sec. 14.] 

3. Wlfingus. Volchmarus. Rvdolfus. Chvnradus. 
Hainricus. Alhaidis. 



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129 

[Petrissa (Rasur.)] 

Vlricus ciuis Noue Ciuitatis, qui dedit nobis vineam in 
Welesdorf dictam Wolfsgrum et Rudolfus filius eius. [sec. 14.] 

XVI. Kal. (Septembris). — 17. August. 

1. Levpoldus 8. et m. in Zwe. (A.) 
Rugerus s. et m. in Campolyli. [sec. 14.] 
Symon Ceybeter diaco. [sec. 15.] 

Dominus Johannes sac. in Wilhalmspurga. [sec. 16.] 

2. Chunradus conu. in Lyli. [sec. 14.] 
Alexander conu. in Poumkartenb. [sec. 15.] 

3. Hainricus. 

Ipso die obiit Elizabeth filia Leupoldi ducis Austrie et 
Stirie in oppido nostro Duernicz et sepulta est Wienne ad 
s. Stephanum. (Roth.) [sec. 14.] 

Elisabeth, Tochter Herzog Leopolds III. von Oesterreich (f 1392). 
Vgl. Ebendorfer bei Pez, SS. r. Austr. II, 815. 

Elizabet vxor Michahelis. [sec. 15.] 

Cronsdorffer ciuis in Wilhalmspurga. [sec. 16.] 

XV. Kal. (Septembris). — 18. August. 

1. Chvnradus. Otto s. et m. f. (A.) 
Nicolaus. Georius. Erhardus s. et m. f. [sec. 15.] 
Johannes I. Abbas hums domus 1412? (Hand Gottwald's.) 
Johannes I. von Langenheim (1410—1412). N. St. P. 

2. Ipso die obiit Serenissimus Fridericus tercius Roma- 
norum imperator et Wienne sepultus apud s. Steffanum 93. 
(Roth.) 

Nicolaus Geueller et Anna vxor eius. Item Nicolaus filius 
eius et Anna uxor eius, que dedit conuentui centum florenos, 
quorum anniuersarium in crastinum agitur in conuentu. (Roth. 
Urspiiinglich stand zum 17. August: Nycolaus Geueller et 
Anna vxor eius , wurde aber dort radirt.) [sec. 14.] 

Niklas der Gveller, Burger zu Leubs, erscheint 1403 urkundlich. 

3. Michel sutor de SchrenpSch. (Roth.) [sec. 15.] 

XIV. Kal. (Septembris). — 19. August. 
1. Albertus s. et m. f. (A.) 

Stephanus Hohemvergarius s. et m. in Campoliliorum. — 
Petrus s. et m. in Zwetla. [sec. 15.] ^ 

N. St. Lamb. [sec. 15] : Sthephfanus pbr. et mon. de Lienneld. 
Fontes. Abth. II. Baud XL1. 9 



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130 

2. Viricus conu. in Poumgart. 
Eberhardus f. [sec. 14.] 

3. Chvnradus. Viricus. Ditricus Stainer de Paden. 
[sec. 14.] 

Martha virgo. — Bernhardus Zuchman fidelis cap i tan e us 
huius domus 1481. 

XIII. Kal. (Septembris). — 20. August. 

? 1. Dominus Albero abbas in Runa. [sec. 14./15.J 
Albero f 1323. Vgl. Schmutz, hist. top. Lex. 321 unter: Rein. 
Albertus. Gotschalcus. Rvdegerus s. et m. (A.) 
Reynoldus decanus Chremsensis, qui XII solidorum red- 
ditus delegauit conuentui in festiuitate beati Bartholomei pro 
seruicio. Item habemus ab eo ilia bona in Rechperch. [sec. 14.] 
Nach Kinzl, Chronik der Stlidte Krems, Stein, S. 613, begegnet nr- 
kundlich ein Pfarrer von Krems Namens Rinoldos 1288. 

. . . afto. [sec. 15.] 

Ipso die obiit pie memorie Gregorius abbas huius domus 
1502. — Obiit frater Liepoldus prior s. et m. huius domus de 
Hainwedt(!) 1544. 

Gregorius starb nach Becziczka 1501. 

2. Eberhardus conu. f- 

Otto conuers in Pawngart. [sec. 15.] 

3. Zaismannus ciuis de Chrems, qui delefgauit 
domui redditum quinque talentorum, qui conmutati 
sunt in] (das eingeklammerte von Hand A) dec imam de 
Redenprvnne. (Am Rande: Seruicium de decano in Dresing.) 

Ruepplo fa. — Agnes, [sec. 14.] 
Leudoldus veter. [sec. 15.] 

XII. Kal. (Septembris). — 21. August. 

1. Viricus mon. (A.) 

Johannes s. et m. de Perichtolsgaden. [sec. 14./15.] 

Georius. [sec. 15.] 

Obiit Oswaldus plebanus in Duernicz. [sec. 16.] 

2. Hainricus conu. in Zwe. 
Leutoldus. Hainricus f. [sec. 14.] 
Viricus conu. in Czwet. [sec. 15.] 

3. Margaret. 

Gevta vxor Andree. — Albertus de Nova Ciuitate. [sec. 14.] 



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131 

XI. Kal. (Septeznbris). — 22. August. 
Oct. S. Marie. (Roth.) (A.) 

1. Chvnradus mon. (A.) 

Ortolfus 8. et m. in Zwe. — Fridericus s. et m. in Pav- 
gar. — Heinricus, Vlricus s. et m. in Zwetla. — Johannes, 
Chunradus canonici ad s. Andream. — Gedrudis mon. ad s. 
Nieol. [sec. 14.] 

Thomas s. et m. f. — Symon prior in Czwettla s. et m. 
— Obiit fr. Wartholoraeus de Hollenbrvn s. et m. huius do- 
mus. [sec. 15.J 

Zu Symon vgl. N. St. P. zum 22. August. 

? Obiit pie memorie Johannes abbas in Pawngartenperig. 
? Vlricus sac. et mon. ad s. Lambertum. [sec. 15.J 

Vermuthlich Abt Johann IV. von Baumg. (1487—1499). 

Johannes sac. et mon. in Czwetel. — Michahel sac. et 
canonicus ad s. Ypol. — Pernoldus sac. et mon. in Paumgarten- 
perg. — Affra monialis. [sec. 15.] 

2. Pertholdus conu. f. 
Dietricus conv. in Zwe. [sec. 14.] 

3. Fridericus. (A.) 

Obiit pie memorie Margaretha Hagaerin mater fratris 
Gregorii, que bona fecit nobis a. MCCCC84. Nycolaus Schut- 
bempel. [sec. 15.] 

Magdalena Welspergerin. (Roth. Ueber einer grosseren 
Rasur.) Stephanus Veber am Anger, [sec. 16.] 

X. Sal. (Septembris). — 23. August. 

Johannes studens, rector curie montis s. Anne. Margareta 
nouicia. [sec. 14.] 

Sigismundus sac. et mon. — Christanus sac. [sec. 15.] 

23. Sept.(!) 1786 obiit Rev. D. Dominions Beckenstoi'fer, 
ultimus ante submersionem monasterii CampUiensis (!) infelix 
abbas. (Hand Gottwald's.) 

2. Ebro. 

Ortolfus conu. f- [s e c 14.] 

Haymo conu. f. [sec. 15.] 

N. St. Lamb. [sec. XIV.] 

3. Hainricus ciuis Noue Ciuitatis. Alhaidis. 

9* 



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132 

Perhtoldus submersus cum puero. [sec. 14.] 
Eberhardus Kolbeck. Katerina Taegerin. Georgius Yetzen- 
perger. Brigida f. [sec. 16.] 

IX. Kal. (Septembris). — 24. August. 
Bartholomei apostoli. (Roth.) 

Petrus s. et canon, ad s. Yppo. — Hertwicus sacerdos. 
— Pie memorie dominus Pertholdus Gevchramarius, (a quo 
habemus IX talenta reddituum pro perpetua missa ad altare 
s. Johannis ewangeliste. Item in Raseldorf tres modios tritici 
annuatim pro piscibus in estate ad cenam conuentui. Item 
honestum seruicium in anniuersario eius a priore scilicet: tria 
frusta piscium, similas, bonumvinum. Item tria talenta reddituum 
pro decumbentibus, quos percipit prior de monte Tanperch). 
(Das eingeschaltete roth. Am Ran.de roth und von anderer 
Hand, des 14./15. Jahrh.: Honestum seruicium a priore.) — 
Gedrudis monialis in Ybsa priorissa. — Katherina mon. ad 
s. Laurencium. [sec. 14.] 

Zu Petrus vgl. N. S. Rup. Salisb. 

Zu Pertholdus Gevchramarius vg-1. unser Nekrolog zum 9. Februar. 

2. Nicolaus sac. et prebendiarius noster de Fravdarff. 
[sec. 15.] 

? 3. Symon de Paden. [sec. 14./15.] 

Alhaidis. Perhta. 

Hainricu8. — Hainrici imperatoris. [sec. 14.] 

Heinrich VII., f 24. August 1313. 

Gedrudis. Salmey. — Martinus judex in Duernicz, qui 
dedit conuentui X tal. den. (Roth.) [sec. 15.] 

Vm. Kal. (Septembris). — 25. August. 

1. Walchvnus. Chvnradus. s. et in. in Zwe. (A.) 
Tueta mo. ad s. Nycolaum. [sec. 14.] 

Vlricus s. et m. in Pawmgartenb. — Stephanus s. et m. 
in Czwet. — Leupoldus seruitor abbatis s. et m. Campilylio- 
rum. — O. Paulus quondam cantor huius domus s. et m. 
[sec. 15.] 

Zu Stephanus vgl. N. St. P. 

2. Vlricus conu. in Li. 

3. Elizabet. 

Fridericus Schoephelmayer. [sec. 14./15.] 



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133 

VIE. Kal. (Septembris). — 26. August. 

? 1. Obiit pie memorie domiuus Nicolaus quondam abbas 

in Zwetla postea professus in Seusenstahu [sec. 14./15.] 

Nikolaus II. 1389 — 1392, starb, nacbdem er gezwungen abdicirt hatte, 

*ls Profess von Sausenstein. Vgl. Frasst, Decanat Grossgerungs, S. 59. 
Hainricus s. et m. — Chunradus s. et m. [sec. 14.] 
Hermannus III. intonator sac. [sec. 14./15.] 
Johannes Masserl sac. — Marchardus s. et m. [sec. 15.] 

Obiit pie memorie fr. Thomas Strawbinger venerabilis senior 

huius domus a. d. MCCCC87. 

2. Otacherus illustris Rex Bohemie. (Roth.) (A.) 
Wernhardus conu. [sec. 14.] 

Hainricus conuersus de s. f. [sec. 14./15.] 
Laurentius conu. sutor huius domus. — Johannes conu. in 
Campoli. [sec. 15.] 

3. Eberhardus. 

Johannes Dregsel et Elyzabeth vxor eius. — Andreas 
cecus in porta, [sec. 14.] 

Friedrich and Jans der Drohsel Zeugen 1344, 23. Jnni. 

VI. Kal. (Septembris). — 27. August. 

1. Obiit pie memorie dominus Petrus prepositus mona- 
sterii S. Floriani 86. et frater Thomas decanus et fr. Matheus, 
fr. Ambrosius canonici ibidem. Wolfgangus senior in Voraw 
et fr. Ludowicus s. et canonicus ibidem. 

3. Chvnradus. Hermannus plebanus de Wilhalms- 
pvrch. Herfmannus Chastner do Noua Ciuitate]. (Das 
eingeklammerte von Hand A) Margareta de Winchel. 

Ein Pfarrer Namens Hermann zu Wilhelmsburg ersebeint im Streite 
iiber die Besetzung der Pfarre Tiirnitz mit dem Kloster Lilienfeld, den Papst 
Alexander IV. 1 259, 20. Febrnar, dera Bischof von Passau und dem Abte von 
Melk znr Entscbeidung tibertrfigt, 1265, 7. Juni, und 1267, 5. Juni, ein anderer 
dieses Namens 1328, 2. Febraar. Hier ist der erste gemeint. 

Meinhardus Rechwanger. (Roth.) — Obiit Domina Wil- 
wirgis comitissa in Hardeke, pro qua et domino Perhtoldo 
comite marito eius habemus anniuersarium (Hand Hanthaler's 
iiber einer Rasur) et fit distribucio elemosine in porta sicut in 
die fundatoris ducis Leupoldi. (Roth.) — Margareta Sunleite- 
rinn. [sec. 14.] 

Zu Wilwirgis de Hardeke vgl. Necrologium der Dominicaner zu Retz 
bei Duell^UB, Miscell. 169; darnach starb sie am 27. August 1314. Nach 



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134 

derselben Quelle starb ihr Gemal Graf Berthold I. von H. am 7. August 
1312. Beide ruhen in der Dominicanerkirche zu Retz. Vgl. Bl&tter d. Ver. 
f. Landesk. v. N. Oe. Neue Foige, Jahrg. XI, 154. 

Erne Begrabniss- und Jahrtagstiftung der Margareta Sunleiterinn wird 
am 30. April 1329 erwfihnt. Sie lebte noch 1332, 4. Juli. 



V. Sal. (Septembris). — 28. August. 

1. Fridericu8 de Seueld s. et m. — Heinricus de Tulna 
8. et m. [sec. 14.] 

Thomas presbyter et canonicus ad s. Andream. — Obiit 
Valentinus Froschl presbyter et canonicus ad s. Florianum. 
Andreas presbyter et canonicus ibidem. Obiit magister Wolf- 
gangus Pawngartner presbyter et canonicus ibidem, [sec. 15.] 

Zu Thomas vgl. N. St. P. 

Ein Valentinus Froschl de s. Floriano wird im N. St. P. zum 24. Juli 
und zum 1. August erwahnt 

3. Arnoldus propositus de s. Floriano. Walchvnus. 

Arnold I. (1250—1256) oder Arnold II. (1258—1271). Vgl. N. S. Rup. 
Salisb., N. St.JP., N. CI. Neob. 

[Diemudis. (Rasur.)] Leupoldus Polzze et vxor eius Dye- 
m&dis. [sec. 14.] 

Leupoldus Polzze erscheint zwischen 1306 — 1329. Er war Eidam der 
Christina, Witwe Heinrichs von Chrannest Ein anderer Leupolt der Poltz 
erscheint 1366 als Stadtrichter von Wien. 

Obiit pie memorie Ott Scheybeben ciuis de Wyenna, 
qui dedit conuentui tres florenos. [sec. 15.] 

Anthonius Raumer ad D. Arychangelum Michaelem in 
celeberrima urbe Vienfiensi organici chori magister in frater- 
nitatis uinculum perpetueque memorie se ergo inscripsit a. 1586. 

IV. Kal. (Septembris). — 29. August. 
Decollatio s. Johannis Bapt. (Roth.) (A.) 

1. Merboto s. et m. in f. (A.) 

Wichardus quondam abbas in Campolyliorum. 
(Roth.) (A.?) 

Die Zeitbestimmung fur diesen Abt: 1282 — 1285 bei Becziczka 
a. a. O. 61 ist falsch. Derselbe erscheint vielmehr urkundlich als Abt bereits 
am 4. August 1281 und zum letzten Male am 3. Mai 1285. Da am 30. M&rz 
1286 bereits Abt Conrad erscheint, so ist Wi chard am 29. August 1285 ge- 
storben, woferne der Zusatz , quondam 1 nicht etwa auf eine Abdication zu 
deuten ist. 



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135 

Obiit pie meraorie Albertus dux Austrie a. MCCCLXXXXV. 
Hermann us presbyter et canonicus ad s. Andream. [sec. 15.] 
N. St P. zum 29. August 

2. Fridericus conuersus in Paumg. — Hanricus conu. in 
campo Lyly. [sec. 14.] 

3. Ernestus ciuis Wienne, qui magnam fid em et 
multa beneficia [domui inpendit. (Am Rande: Ab isto 
Ernesto habemus bonam vineam in Qrin(zing) et tres modios 
tritici et pulchrum ornatum.) Agnes filia ducis Levpoldi 
fundatoris nostri.] (Altes rothes Merkzeichen. Neuere Hand 
roth: NB. Anniuersarium Agnetis. Die Worte: domui . . . nostri 
von der Hand A.) 

1294 o. T. Hartnid von Wildon, Marscball von Steiermark, best&tigt 
die von weiland Ernst, Btirger von Wien, dem Stifte Lilienfeld zugewendete 
Schenkung zweier Fleischb&nke zu Phraumna. 

N. CI. Neob.: Agnes ducissa Saxonie filia Livpoldi ducis Austrie. 

Otto notarius episcopi Patauiensis. [sec. 14.] 

in. Kal. (Septembris). — 30. August. 

1. Fridericus Trvtmannus s. et m. f. Hainricus 
nouicius. (A.) 

Martinus m. in Runa. — Vlricus s. et m. in Zwetel. 
[sec. 14.] 

Wolfgangus dyaconus et mon. 92°. Gedurdis(!) mon. ad 
s. Nyco. [sec. 15.] 

3. Hainricus. Waltherus. 

Georgius Chriglar antique. Elyzabet et Chvnegundis 
vxores Stephani Chriglarii. — Sifridus Chastner de Wienna, 
qui multa beneficia domui impendit, qui eciam nobis dedit 
mam domum. [sec. 14.] 

Georg der Chriegler als Zeuge in Urkunden 1275—1295 (Hormayr, 
Geschichte Wiens, Urkundenbuch Nr. CCXLI und CCLXVI). Stephan der 
Chrigler stiftet 1333, 26. Februar, ein Anniversar zu Lilienfeld. 1327/28 er- 
#cheint derselbe als Burgermeister, 1320 und 1323 als Stadtrichter von Wien. 

Ein Seifrid von Kasten und seine Sbhne Seifrid und Stefan werden 
in Urkunden von 1315 genannt 

II. Kal. (Septembris). — 31. August. 

1. Pertholdus s. et m. f. (A.) 

Vlricus s. et m. — Christanus s. et m. [sec. 14.] 



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136 

Sthepheffanus. sacerdos. — Elizabet monialis. Hainricus, 
Martinus, Philippus, Bartholomew, Petrus, Michahel, Wolfgangus, 
Johannes s. et m. in s. Cruce. Michahel subdiaconus et mo- 
nachus. [sec. 15.] 

2. Engelbertus conu, in Zwe. Wernhardus conu. 
in Lyli. 

Rapoto conu. in Zwe. Nicolaus conu. [sec. 14.] 
Andreas. Johannes conuersi f. [sec. 15.] 

3. Pertholdus. Perhta. Vlricus. Elyzabet. 
Sifridus de Newnburga. Trauta et Elyzabeth vxores eius. 

[sec. 14.] 

Leutoldus in der Grueb. — Obiit Bernhardus dictus 
Nevnburger ciuis in Wienna et vxor eius Chvnigundis et filius 
eorum Johannes, a quibus habemus vnam doraum in Wienna 
retro scolas et vnam vineam in Seizz(?) dictam Tuers(?) et 
vnam vineam in Praetense et vnam vinealam(!) ante portam 

Scotorum (Roth.) Item Georius H&fgeber procurator 

domini propositi de 8. Stephano promotor fidelis omnium pre- 
dictorum fuit. (Roth.) — Anna Mfirrm (!) de Neunburchk mater 
fratris Thome. Barbara soror eius. (Roth.) [sec. 14./15.] 

Kal. Septembris. — 1. September. 

1. Albero. Levtoldus s. et m. in Campolil. (A.J 
N. S. Cruc. : Albero mo. Leutoldus Ca. LilL 

Methyldis mon. — Perchtoldus sac. [sec. 14.] 
Vlricus Nyger s. et m. in Campolil. — Dominus Johannes 
Pellndorffer propositus ad s. Andream. — Paulus s. et canoni- 
cus ibidem. Wolfgangus dyaconus et canonicus ibidem, [sec. 15.] 

N. St. P.: Johannes Pellndorffer f 1473. 

Obiit pie niemorie fr. Castolus sac. et m. huius domus. 
[sec. 15./16.] 

R. P. Benedictus Micklovich, sac. et professus huius loci 
Viennensis ante parochus in Caumberg. [sec. 17.] 

2. Ortolfus conu. f. — Hainricus conu. in sancta f. — 
Johannes conu. in Zwetl. — Dominus Vlricus Pincerna. [sec. 14.] 

Dominus Otto dux Austrie et Styrie, qui delegauit domui 
huic centum tl. et LX tal. pro seruicio, cuius anniversarium per- 
agitur XIIII Kal. Marcii a celerario; III. frusta, similas et 
bonum vinum [sec. 15.] 

Vgl. 16. Februar. 



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137 

3. Hainricus de Mainberch. Preunricus deWienna 
fam., a quo domuscamere habet redditus vnius talenti 
et plura bona fecit nobis. Rudolfus, Sifridus, Brigida, 
Perchta, Gebhardus familiares. 

Am 29. August 1267 schenkt Heinricb von Mainberg ,in infirmitate 
gram positus, timore mortis et expectatione', wie es scheint, wenige Tage vor 
seinem Tode sum Ersatz fur zugefugten Schaden und fiir eine Grabstatte zu 
Lilienfeld dem Kloster einen Hof zu Hackilmannsperg. In einer Urkunde 
rom 9. Mai 1257 wird er als Bruder Ottos v. M. bezeichnet. 

Margareta Seld. — Otto de Newnburga, qui delegauit 
domui II vineas et vnam domuni in Newnburga. — Margareta. 

[sec. 14.] 

Ein Otto von Neuburg erscheint urkundlich 1299—1301. (Font. r. 
Au«tr. II. Abth. VI. Bd. Vgl. den Index.) 

IV. Non. (Septembris). — 2. September. 

1. Albertus mon. in Zwe. — Otto Vaschanch s. *j\ 
[sec. 14.] 

2. Waltherus conu. f. [sec. 14.] 
Ditmaru8 conu. [sec. 15.] 

3. Sifridus de Chrems. Margareta. Wentla. 
Gedrudis molendinatrix. Alhaidis. Chunradus. Hainricus. 

Otto. Vlricus. fam. — Petrus. [sec. 14.] 

Anniuersarium dominorum de Hohenberg, de Rabnstain et 
Altenburch 2. uel 3. die post S. Egidii festum. (Roth. Von Han- 
thaler's Hand.) 

Dieser Jahrtag verdankt seine Entstehung dem Vergleiche, welcher am 
2. Februar 1316 zwischen dem Abte Paul von Lilienfeld einer- und Stefan 
von Hohenberg und Wichart von Ramenstein andererseits zu Stande kam. 
Darnach entsagten diese der Mauth- und Zollfreiheit ihrcr Lente zu Wilhelms- 
burg unter der Bedingung, dass fortan ein Jahrtag began gen werde ,durch 
aller Hochenberger, Ramenstainer, Altenburger sel hail nach sant Giligentag 
an dem andern oder an dem dritten tag, also, daz sein conuent getrost ward 
.... mit drein stuchen vischen, semeln und gutem wein und desselben tages 
soil mein schaffer oder des eltesten Hohonberger schaffer nenien ain halb 
phunt pbenninge Wienner raiintz, von des chlosters chelner, das sol getailt 
werden unter arme leut und dieweil roan messe und vigil singet in dem 
cbor, do sol auf der Hochenberger grab ligen ain tebich und prinnen vier 
cherzen. 1st das getan, daz ich Stephan oder meiner n&chsten erben ainer 
von Hochenberg, der elteste wil sein pei dem jartag durch andacht, der sol 
fiber zehen phert mit im nicht fueren, ir chnecht ainer an seu uber dreu 
phert sol nicht fueren, ob sie in darsendent' u. s. f. Im Nekrologe befindet 



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138 

sich die Eintragung des Jahrtages gegenwartig nicht mehr. Denn unsere 
Notiz riihrt, wie schon in der Bemerkung hervorgehoben ist, vonHanthaler 
her. Dagegen war sie einst am Rande zum 4. September zu lesen. Siehe 
daselbst Anmerkung. 

ILL. Nonas (Septembris). — 3. September. 

1. Ovkerus prior in Zwe. Sifridus mon. Vlricus 
8. et m. (A.) 

Petrus de Asparn 8. et m. — Lucia mon. in Yb(s). 
[sec. 14.] 

2. Eberhardus. Fridericus conu. 
Diethardus conu. f. [sec. 14.] 

3. Wernherus Pincerna. Mechthildis vxor eius. Hart- 
mannus, Katherina, Chvnegundis liberi eorum. — Brigida. 
[sec. 14.] 

Vlricus Longus familiaris domini abbatis, qui dedit mo- 
nasterio VI. tal. den. (Roth.) — Jacobus de Prant bonus 
amicus monasterii et dedit nobis vnam vineam in Leus et 
Katherina vxor eius. (Roth.) [sec. 15.] 

Die Stiftung des Weingartens zu Leubs durcb Katbarina, die Witwe, 
und Georg, den Sohn Jacobs des Pran triers, erfolgte ,am sant Katharinen 
Abent' 1403. (Cod. 68, Nr. 811.) 

n. Non. (Septembris). — 4. September. 

1. Andreas s. et m. f. (A.) 

Fridericus s. et m. in Campoly. — Herwordus Chalten- 
pech. [sec. 14.] 

Bruder Herword Kaltenbeck von Lilienfeld kauft mit seinem Erbgute 
Giilten in Strazing und scbenkt sie dann als Jahrtagstiftung dem Kloster. 
Die Urkunde datirt vom 21. Januar 1345. Seine Schwester Katbarina war 
Nonne zu S. Bernhard. Sein Bruder ,dominus Heinricus de Kaltenbach' ist 
in die Stiftung mit einbezogen. 

Johannes 8. et m. f. — Nicolaus s. et m. — Obiit pie 
memorie dominus Nicolaus de Mistelbach dictus Hofman de- 
canus in Voelkenmarkcht confr. noster 1480. 

Zu Johannes vgl. N. St. P. 

3. Wernherus de Noua Ciuitate fami. Rvgerus de 
Hag. Dominus Ditricus de [Hohenberch]. Walchvnus. 
Eberwinus. (Das Wort Hohenberch von Hand A. Am Rande 
eine Rasur, von der noch Folgendes zu lesen ist: ,Seruicium 
de dominis de Hohenberg de muta et theloneo in Wilhelms- 



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139 

purkch-, III frusta piscium, similas et bonum vinum ' 

Vgl. 2. September.) 

Rvgerus de Hag erscheint urkundlich als Bruder Heinrichs von Hag 
1263—1268 (16. Juli). Hanthaler, Recensua II, 1, 3. 

Die Genealogie der Hohenberger bei Hanthaler, Recensus II, 30, 
iat, soweit aie nicht die Linie Calochua I. betrifft (vgl. 14. Februar), ira 
Ganzen richtig dargelegt Hanthaler bezieht unsere Stelle, die zu den 
iltesten Eintragnngen gehort, auf Dietrich I. v. H., der urkundlich zwischen 
1257 und den 28. November 1267 begegnet und vor 1271, 18. September, 
starb. Es konnte indess auch deasen Sohn Dietrich II. v. H. gemeint sein, 
welcher vor 1294 starb, da am 3. December dieses Jahres sein Schwager 
Dietrich von Pilichdorf eine Schenknng bezeugt, die derselbe gemacht ,an 
sinem ende, do ich entgegenburtich waz ( . Dies hat Hanthaler iibersehen, 
der ihn noch 1297 anfuhrt. Vgl. 18. November. Immerhin aber diirfte an 
nnserer Stelle Dietrich I. gemeint sein. Eine Erganzung erffihrt Han thaler's 
genealogische Tafel durch zwei Urkunden fur das Frauenkloster S. Bernhard 
(Font. r. Anstr. II. Abth. VI. Bd. S. 221 and S. 188). Aas diesen Urkunden 
von 1280 and 1286 entnehmen wir, dass Perch ta, die Gattin Dietrich I. von 
Hohenberg, ausser den von Hanthaler erw&hnten Kindern noch zwei nament- 
lich bezeichnete Tochter, Elisabeth and Wilbirgis, hatte, welche Abt Ebro 
von Zwetel zor Nonne (in Pernegg) einkleidete, ferner zwei Tochter, Nonnen 
zu Pernegg, endlich einen Sohn Ulrich, Monch von Lilienfeld. 

None (Septembris). — 5. September. 

1. Leutoldus de Phafsteten. [sec. 14.] 

2. Chunradus conv. f. [sec. 14.] 

3. Ortolfu8. Alhaidis. Wentla. Heinricus. Eysenpart. 
ChuDradus filius eius. [sec. 14.] 

Otto. 



VUL Idus (Septembris). — 6. September. 

? 1. Johannes Diirrnpekch prior f. [sec. 15.] 

Chvnradus. Wlfingus s. et m. f. (A.) 

Michahel s. et m. in Campoly. — Nycolaus Drescher 

s. et m. in Camp. — Ortolfus subdiaconus et m. — Heinricus 

presbyter et canonicus ad s. Ypolitum. [sec. 15.] 

Pater Candidus Aicher sac. et professus huius loci, Passa- 

uiensis parochus in Caumberg obiit pie memorie a. 1656. 

6. 7 bri \ 

2. Jacobus conu. nouicius. [sec. 14.] 

3."Fridericus. Pertholdus. Hertwicus. Pertholdus. 



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140 

Wernhardus iudex. — Chunigundis, hie sepulta, que 
dedit nobis IIII talent. — Dorothea, [sec. 14.] 

Georius famulus in pistrino, qui quasi d«cem et octo 
annoB fideliter laborauit. [sec. 15.] 

VII. Idus (Septembris). — 7. September. 

Sifridus s. et m. (A.) 

N. St. P. zum 7. September. 

Dauit in Pavmgartenb. — Richilths(!) mon. ad S. Bern- 
hardum. — Pie memorie dominus Leupoldus abbas [huius do- 
mus 1342. (Hand des 19. Jahrh. iiber einer Rasur.)] [sec. 14.] 

Abt Leopold erscheint zum ersten Male urkundlich am 5. Februar 
1337, zum letzten Male am 24. Juni 1342. Am 2. Februar 1343 erscheint 
bereits Abt Otto. Abt L. starb demnach 1342 (nicht, wie Becziczka an- 
gibt, 1343). 

Siffridus Symonin s. et m. — Witigo prespiter. [sec. 15.] 

2. Fridericus conu. f. (A.) 

3. Chvnradus ciuis Noue Ciuitatis. (A.) Ekpertus 
ciuis Noue Ci. 

Elizabet soror Hainrici de Gmund, de qua habemus vi- 
neam in Durrenberinch. [sec. 14.] 

1325, 28. M&rz. Heinrich von Gmunden, der Goldschmied zu Wien, 
kauft von dem Stifte Lilienfeld 10 Pfund Burgrecht zu Leibgedinge auf vier 
Leiber, fur sich, seine Schwestern Agnes und Eisbet und seinen Sohn Johansen. 
Nach der Leibgedingsnehmer Tode f&llt das Burgrecht gegen einen Jahrtag 
zuriick. Vgl. 10. Januar. 

Obiit Jeronimus Rottaler de Tullna pater fratris Seba- 
stiani a. d. 1539. 

VI. Idus (Septembris). — 8. September. 
Natiuitas s. Marie. (Roth.) (A.) 

1. Heinricus de Potendarf s. et m. [sec. 14.] 

Andreas s. et m. Petrus m. et subdiaconus in Valle Dei. 
— Leonhardus, Johannes, Amandus sac. et canonici in Berch- 
tesgaden. — Rudbertus Mathias accoliti et canonici ibidem. — 
Dominus Johannes abbas s. Michaelis in Metem. Petrus, Paulus, 
Martin us s. et monachi ibidem, [sec. 15.] 

Johannes, Abt von Metten, f U78 oder 1479. Vgl. Mon. Boic. XI. 

2. Sifridus conu. in Campoly. [sec. 14.] 

3. Chvnradus sacer. Ypo. Vlricus. Hainricus. 
Hartmannus. 



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141 

Harttradus ciuis de Wienna, a" quo habemus pratum in 
Lachszendorf et plura bona fecit nobis. — Hainricus. — Eli- 
zabet de Grossaw. — Johannes, Hainricus, Johannes, familiares. 
— Andreas, Chunegundis familiares. de Pat. (!) [sec. 14.] 

Es scheint dies jener Konrad Hartrat zu sein, welcber durch eine zu 
Wien am 10. August 1271 ausgestellte Urkuude dem Kloster Lilienfeld eiue 
Hofsta'tte zu Inzersdorf und eine Wiese in Erla schenkte und auch das Stift 
Heiligenkreuz (ca. 1260) rait einer Schenkuug bedachte. (Font. r. Austr. 
II. Abth. XL 148.) 

Ortolfus occisus familiaris. — Diemuedis Chotterarii vxor. 
[sec. 14./15.] 

V. Idus (Septembris). — 9. September. 

? 1. Otto senior in Zwetel. [sec. 14.J 

? Margareta monialis. [sec. 15.] 

Chvnradus. Nycolaus acolitus et m. (A.) 

Waltherus mon. [sec. 14.] 

Stephanus s. et m. f. — Katherina monialis ad s. Bern- 
hardum. — Nicolaus Pawnveint s. et m. 1490, [qui hospes fuit 
in Hohenfurt et scripsit ibidem psalterium vnum in membrana. 
(Spaterer Zusatz.)] 

Zu Stephanus vgl. N. St. P. 

R. Pater Thomas Weiss ordinis S. Benedicti professus in 
Neresheim ex itinere Cellense fessus in Campoliliorum vitam 
posuit et ibidem sepultus in templo anno 1651. 9. Sept. 

? 3. Margaretha Polbeschin. — ? Cristofferus filius eius. 
[sec. 16.] 

Perhta fam. (A.) Vlricus. Eberhardus. Haimo. 

Gotfridus tilius doniini Ottonis de Mainberch. — Vlricus 
c. — Heinricus et Ofmya uxor eius. [sec. 14.] 

1307, 12. M&rz. Albero von Maiuberch und Otto sein Bruder stifteu 
fur ihren verstorbenen Bruder Gotfrid, fiir Alberos Gattin Margareta und fur 
aich drei Jahrtage und bedingen sich auf Stiftskosten ein Leichenbegangniss 
aus. 1317, 20. Juli, stiftet Albero v. M. 1 Pfund Giilt zu einem See I ge rath zu 
Lilienfeld fiir seinen Bruder Gotfrid und zugleich als Ersatz ftir ein verlorenes, 
von Lilienfeld ausgeliehenes Bahrtuch bei diesem Leichenbegangniss. Das 
Datum der letzteren Urkunde, die auch Hanthaler, Recensus II, 95, citirt, 
ist mir jedoch verda*chtig, da in derselben Abt Paul von Lilienfeld noch als 
lebeod angenommen wird, w&hrend damals Ottokar Abt war. Dagegen war 
Paul 1307 Abt und diesem Jahre diirfte die zweite Urkunde ebenfalls urn so 
mehr angehoreu, da sie, nach ihrem Inhalte zu urtheilen, bald nach dem 



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142 

Leichenbeg&ngnisse Gotfrids entstanden sein dttrfte, der demnach 1306/7 ge- 
storben sein mag. Was seinen Vater betrifft, so wiirde sich hieftir allerdinga 
ein Otto v. M. herausstellen, falls sich' in der von Han thaler, Recensns II, 
95, Nr. XVII, citirten Urkunde, die mir nicht vorliegt, wirklich Albero v. M. 
al8 Sohn Ottos v. M. bezeichnet 

Chunigundis Heugin, a qua habemus III. den. redditum 
pro seruicio. [sec. 15.] 



IV. Idus (Septembris). — 10. September. 

1. Nicolaus dictus Swemel s. et m. [sec. 14.] 

Petrus 8. et m. f. — Dominus Thomas s. et can. ad s. 
Ypolitum quondam plebanus in Pruk super Leytta. — Ipso die 
o. domina Anna monialis. (Roth.) [sec. 15.] 

N. St. P. Darnach starb Thomas 1476. N. 8. Rup. Salisb. 

Obiit Wolffgangus mon. in Campoli. [sec. 16.] 

2. Chvnradus conu. f. 

Obiit pie memorie magister Laurencius Eyzenziecher con- 
frater noster in Farulo(!), qui testatus est nobis picarium argen- 
teum pro memoria et Magdalena vxor eius. [sec. 15./16.] 

3. Marquardus canonicus Pat. Vlscalcus. Vlscal- 
cus. Hainricus. Hainricus. 

Nicolaus. Katerina vxor eius. [sec. 15.] 

m. Idus (Septembris). — 11. September. 

? 1. Pie memorie obiit Cholomannus s. Crucis abbas. 
(Roth.) [sec. 14] 

Vermuthlich Colomann I. 1357—1377. Vgl. 10. Januar. 

Albertus. Chvnradus s. et m. f. Johannes subdia- 
codu8 et m. (A.) 

Nycolaus s. et m. in Zwe. — Hilta mon. ad s. Ny. — 
Hainricus s. et m. f . — Michahel s. et m. in Noua Monte. 
[sec. 14.] 

Zn Hainricus vgl. N. St. P. 

Margareta monialis ad s. Nicolaum. [sec. 14./15.] 

? 3. Otto officialis in Schrenpach. (Roth.) — ? Haynricus 
et vxor eius Elysabet. [sec. 14./15.] 

Otto. Chvnradus. Hylprandus. Rugerus. Eyta. 

Rapoto de ^ruar. GWtfridus. [sec. 14.] 

Rapoto v. V. erscheint mehrfach in Urknnden aus dem Anfange des 
14. Jahrbunderts, so als Zeuge in einer za Krems am 26. Mai 1299 ansgestellten 



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143 

Urkunde, in der sein Sohn Gotfrid als Richter in Krems bezeichnet wird. Daraus 
ist zu schliessen, class der in einer Urkunde vom 24. Febraar 1296 genannte 
Rapoto, Richter zu Krems, mit unserem R. y. U. identisch ist. Rapoto von 
Urvar und seine Gemalin Kunigunde nrkunden noch 1310, 2. Febmar, zu 
Wien (Font. r. Austr. II. Abth. XVI. Bd. 8. 25) und 1310, 26. Juni, in welch 
letzterer Urkunde ein anderer Sohn Laurentius genannt wird. Vgl. auch Lib. 
fund. mon. ZwetL 430. Gotfrid, Rapotos Sohn, erscheint noch 1307 (die Ur- 
kunde enthalt falschlich das Datum 1407), 21. Mara, und 1308, 12. Marz, 
urkundlich, an letzterer Stelle neben seinem Vater Rapoto und seinem Bruder 
Laurentius als Zeuge einer Urkunde seines anderen Bruders Mathias, Richters 
zu Krems. Hanthaler, Recensus II, 313, nimmt an, class der oben im Ne- 
krolog neben Rapoto de V. genannte Gotfridus dessen Sohn sei. Der andere, 
Mathias, ist vermuthlich der zum 18. Marz genannte. 



n. Idus (Septembris). — 12. September. 

Hie cantatur de spiritu s. in conuentu (Roth. 

Darnach Rasur.) (A .) 

1. Chvnradus 8. et m. in Zwe. — Hainricus 8. et m. in 
Campolylyorum. — Albero s. et m. in Campo Ly. [sec. 14.] 

Georius subdiaconus ad s. Ypollitum. [sec. 14./15.] 
N. S. Rup. Salisb.: Georius Erasimer subdiac. et can. S. Tpoliti. 
Obiit felicis memorie dominus Georgius (19. Jahrh. Zu- 
satz : III.) ZSerl quondam abbas huius domus 9° HIP (Zusatz 
[19. Jahrh.]: i. e. 1494.) Thomas abbas huius monasterii obiit 
feria tercia post Egidii mense Decembris (spfiter verbessert in : 
Sept[embris]) anno etc. 99°. (Zusatz [19. Jahrh. j: i. e. 1499.) 
[sec. 15.] 

Nach Becziczka a. a. O. 146 starb Abt Georg 1495. 
Zu Abt Thomas vgl. N. Scot Wienn. zum 6. September. 

2. Katherina priorissa ad s. Nycol. [sec. 14.] 

Obiit pie memorie Gregorius Wishofer quondam judex in 
porta, qui habuit fraternitatem nobiscum, qui plura bona fecit, 
[sec. 15./16,] 

3. Elizabet de Redenprun. Leo ibidem. Methildis. 
Hainricus. Ruedwinus. — Vlricus uilicus, vxor eius Ge- 

drudis. Vlricus filius eius. Elizawet filia eiusdem. [sec. 14.] 

Hedwigis. — Ipso die obiit Thomas doleator, qui fideliter 
laborauit pro monasterio et fuit confrater noster et dedit con- 
uentui V flor. 1481. 



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144 

Ydus (Septembris). — 13. September. 

1. Gveta monial. (A.) 

Wichardus s. et m. in Campolil. — Obiit dominus Nyco- 
laus plebanus de Sedrasicz, qui dedit nobis XIII florenos et 
LXXX grossos, vnde comparati sunt duo ornatus, vnus ad 
summum altare et alius ad missam Regis. Item dedit nobis 
matutinale viaticum et vnum equm et est hie sepultus ante 
altare Margarete. (Roth.) [sec. 14.] 

Zu Wichardus vgl. N. St. P. 

Chunradus s. et m. f. Gerhardus s. et m. in Pomuckh. 
[sec. 15.] 

Obiit domnus Leonhardus abbas de Valle Dei. [sec. 16.] 

Leonhard, Abt von Sausenstein, 1517 — 1519. 

2. Gebhardus conu. Hainricus conu. 

Gerungus conu. in Zwe. — Pie memorie obiit dominus 
Heinricus de Walse fidelis aduocatus huius domus. (Roth.) — 
Chunradus Sweuus famulus noster multum nostro monasterio 
vtilis et fidelis in Wienna. (Roth.) [sec. 14.] 

Dieser Heinrich dtirfte ebenfalls der Ennser Linie der Walsee angehort 
haben. Ob aber der 1340 bereits verstorbene Sohn Heinrichs I. (f 1326), 
Heinrich II., oder des letzteren Neffe, Heinrich HI. (1355—1398), gemeint ist 
(vgl. Huber, Gesch. d. H. Rud. IV., S. 168), ist zweifelhaft. 

3. Hainricus de Meizelberndorf. Hie delegauit 
domui vnum mansum in Radeprunne, quod annuatim 
soluit modiura tritici, de quo tenetur pitanciarius mi- 
nistrare conuentui in die sancte f honestum seruicium. 
(Am Rande: Seruicium a pitanciario in die s. f.) Hermann us. 
Hainricus. Gedrudis de Rabenstain. 

Ein Heinrich von Mizzelworndorf (vermuthlich bereits verstorben) er- 
wahnt in eiuer Urkunde fur Lilienfeld von 1306, 12. Mai. 

Der Grabstein Gedrudis de Rabenstain bei Hanthaler, Recensus II, 
421, ohne Jahrzahl. 

Nicolaus. — Agnes filia regis Wenczeslai Bohem. [sec. 14.] 

XVIII. Kal. (Octobris). — 14. September. 

Exaltacio s. Crucis. (Roth.) (A.) 

1. Alhaidis. Methildis mon. (A.) 

Nicolaus. Otto. Herbart. — Dominus Otto illustris dux 
Babarie. — Johannes dyaconus. — Margarinus. — Vlricus s. 
et canon. Ypolit. [sec. 14.] 

Vermuthlich ist obeu Otto III., Herzog von Niederbaiern (f 9. September 
1312) gemeint. 



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145 

firhardus de Heicza dyaconus et mon. (Roth.) [sec. 15.] 

2. Heinricu8 conu. — 
Hainricus conu. f. [sec. 15.] 

3. Perhta. Mehtildis fam. Albertus. Eberhardus. (A.) 
Hainricus. Leupoldus. Gedrudis. 

Wisento de Zwetla. [sec. 14.] 

Dorothea de Srenpach. — Ipso die obiit Dominus Al- 
bertus dux Austrie et Styrie clarissimus amator cleri et reli- 
gionis, deuotissimus et specialis ac precipuus huius domus pro- 
pugnator quondam et amicus. Obiit anno etc. CCCO IIII . 
(Roth.) — Petrus Typerger, qui bene fecit nobis 1481. 

XVH. Kal. (Octobris). — 15. September. 

1. Albertus Pippinch et uxor eius Perch ta. [sec. 14.] 
Ein Wiener Burger Albertus Pippingus urkundlich 1272, 6. December 

(Font. r. Austr. II. Abth. XVIII. Bd. S. 63) und 1281, 4. September (Hor- 
mayr, Geschichte Wiens, Urkundenbuch Nr. CCLXIII). Derselbe oder ein 
gleicbnamiger Biirger Wiens wird in dem von Fr. Gold ban n edirten Giilten- 
buche des Scbottenklosters in Wien vom Jahre 1314 (Quellen u. Forechungen 
z. vaterland. Gescb , Lit. u. Kunst, Wien 1849, S. 175), wie es scheint, als 
berehs verstorben erw&hni 

Syfridus Schober s. et m. — Dominus Laurencius pre- 
positus ad s. Andream. [sec. 15.] 

N. 8t P. xum 16. September: Sifridus sac. S. Marie de Campolil. 
confr. n. 

Probst Laurentius von St. A. 1396—1405. 

R. P. Conradus Bleymiiller sacerdos et senior huius domus 
parochus in Retzbuch. ibidem mortuus a. 1657 15. 7 bri, (!). 

2. Symon conu. 

3. Hainricus. Ruedwicus. Otto fam. Hermannus. 
Eberhardus. 

Reinhardus decanus de Chvleub, a quo conuentus habet 

et vineam in Paphsteten, de qua ministratur nobis 

inagister pitanciarum tria oua. (Am Rande : Pitancia de duobus 
talentis.) [sec. 14.] 

N. St. P. zum 26. September: Reinhardus presb. et decanus in Chuleb 
obi. I. tal. 1296, 8. September, vermacht derselbe testamentariscb dem Kloster 
Lilienfeld einen Weinberg bei Pfaffsteten, neben dem Weinberge der Lilienfelder, 
der Torel heisst, gelegen und bestimmt flir die Kosten seines Begrabnisses : 
fttr das Wachs 16 Pfund Pfenninge, fttr einen Kelch 10 Pfund Pfenninge, 
4tem tabula ad s. Simonem' 3 Pfund Pfenninge, den Monchen und Conversen 
15 Pfund Pfenninge, fur Glas zur Capelle an der Porte 3 Pfund Pfenninge, 
I o n t e •. Abth. II. Bd. ILL 1 



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146 

dem Senior Conrad, seinem speciellen Frennde, 2 Pfund Pfenninge ,et opti- 
mum corium, quod habeo'. 

0. pie memorie Anna Reschin de Newburg. [sec. 15.] 
Andreas famulus in pistrino 1481. 

XVI. Kal. (Ootobris). — 16. September. 

1. Chvnradus s. et m. in Zwe. Engelbertus acoli- 
tus et mo. in Campolil. (A.) 

Obiit pie memorie dominus Johannes decanus in Kurn- 
berg, parentes patris Kholomani Jeorius Khamrer, Andre, 
Pieregan, Margaretha Khamrerin. [sec. 16.] 

[Obiit Reuerendissimus D. Dominus Ignatius Crafft abbas 
huius coenobii, qui intra 15 annos quibus praefuit emit domi- 
nium Creusbachense, templum suo splendori restituit, semirutum 
monasterium restaurauit, praesidem imperialis camerae egit 
apud Ferdinandum II. et quod caput est, fuit in prouinciis 
Austriaci8 vicarius generalis ordinis denique mortalis. (Durch- 
gestrichen.)] [sec. 17.] 

1622—1638. Vgl. 1. October. 

2. Nicolaus conu. f. [sec. 14.] 

3. Haymo. Reichpoldus. 

Genus prebendarius et bonus colator vinearum nostrarum 
in Racleinstorf. — Stephanus. Elisabet. [sec. 15.] 

XV. Kal. (Octobris). — 17. September. 

1. Ditricus. Dvrinhardus s. et m. f. (A.) 

Tueta mon. in Ybsa. — Diepoldus s. et m. f. — Rued- 
winus 8. et m. f. — Agnes monial. [sec. 14.] 

2. Chueno. Albero conversi. 
Nicolaus Sartor conuersus. [sec. 14.] 
Nycolaus conuersus in Pannhehl. [sec. 15.] 

3. Trautmann ciuis Noue Ciuitatis, qui contulit 
ecclesie nostre redditus LX den. (A.) Hadmuedis fa. 

Gerdrudis et maritus eius Ditricus. — Ruetlinus. — Gysla. 
[sec. 14.] 

XTV. Kal. (Octobris). — 18. September. 

? 1. Obiit frater Andreas prior in Pawngartenberg. [sec. 
15./16.] 



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147 

Wernhardiw 8. et m. in Campolylyor. [sec. 14.] 
Chunigundis mon. ad s. Ny. — Chunradus subdyaconus 

et monachus f. — Gotfridus s. et m. +. — Cunradus s. et m. 

obiit. [sec. 15.] 

Zu Gotfridus vgl. N. St. P. 

2. Chvnradus. Sifridus conu. 

3. Wolfgangus. — Wendelmuet. [sec. 14.] 

Stephanus presbyter et canonicus ad s. Andream. — 
Michel Weber am Anger, qui testatus est nobis MI tal. den. 
pro fraternitate, 87. 

Zu Stephanas vgl. N. St. P. 

2. 3. In sollempni tricennario dicat cantor: Absoluite 
fratres et familiares hoc anno defunctos. (Roth.) [sec. 15.] 

XTTT. Eal. (Octobris). — 10. September. 

1. Rvgerus. Albertus mon. f. Osterhildis mon. (A.) 
Cecilia mon. ad s. Nycol. [sec. 14.] 

Johannes Cellerarius s. et m. in s. Corona, [sec. 15.] 

Obiit felicis memorie Johannes Weyssenkircher sac. et m. 
trams domu8. [sec. 16.] 

Anno D. MDLVI XXVI die Septembris hora quinta a 
meridie obiit Reuerendissimus ac Piissimus pater et dominus 
D. Georgius Richardus Almanganus abbas monasterii Campi- 
Kliorum, cui deus opt. max. per Jesum C. filium ac vnicum 
s&luatorem nostrum, quern ipse coram hoc mundo ore etiam 
corde est confessus, et gloriosam dignetur largiri resurrectionem. 
Amen. (Von derselben Hand, die zum folgenden Tage den Abt 
Sebastian Rottaler eintrug. Am Rande: praefuit monasterio 
Vallis Dei 2 annis, Campililiorum monasterio 9 annis.) [sec. 17.?] 

Vgl. 26. September. 

2. Leutoldus conu. Chunradus in Pau. 

3. Agnes vxor Ottonis de Sitpach, que dedit nobis 
V. talenta den. 

VgL 16. April. 

Methildis. — Hartungus. — Otylia fa. [sec. 14.] 

XII. Kal. (Octobris). — 20. September. 

? 1. Obiit dominus Nycolaus abbas in Seysenstain. (Roth.) 
[sec. 14.] 

Nicolaus, Abt von Sftusenstein, 1386—1398. 

10* 



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148 

Marquardus. Rapoto s. et m. f. (A.) 

Vlricus de Sighartzchirchen s. et m. (Roth.) — Nicolaus 
quondam senior — Symon 8. et m. in Czwe. [sec. 14.] 

? Daniel s. et m. in Campoliliorum. [sec. 15.] 

N. St P. 

Anno D. ML VI (sic!) XXVIII die Sept. obiit pie me- 
morie frater Sebastianus Rottaler abbas huius coenobii rexit 
decern mensis(!), deinde nescio qua transgressione, forsitan magis 
ex inuidia quam zelo ordinis per fratrum conspiration em est 
reiectus sed iterum a g. Richardo a. d. MDL° (!) in contuber- 
nium fratrum est susceptus ac parochialis ecclesia, que Diir- 
nitz vocatur, sibi est commissa ac concredita. [sec. 17.?] 

3. Pertholdus conu. 

Chunradus conu. +. [sec. 14.] 

Rugerus conu. in Zwetel. [sec. 15.] 

Elizabeth de Hausek. — Alhaidis. [sec. 14.] 

1306, 25. Marz. Elisabeth von Hauseke stiftet zu Lilienfeld far sich 
und ihren bereits verstorbenen Qatten Friedrich v. H. einen Jahrtag und zwei 
Kerzen am St. Johannesaltar mit einem Weingarten am Wartberge zu Mod- 
ling und einer Wiese und einem Acker im Pfenningbache. 

Ortolfus. Andreas. — Stephanus s. et canonicus ad s. 
Andream. [sec. 15.] 

N. St. P.: Stephanus Tiedorffer presb. ad s. Andream. 

XI. Kal. (Octobris). — 21. September. 

1. Constantinus s. et m. (A.) 

Dietmarus s. et m. f. — Hainricus 8. et m. in Campo 
Ly. infirmorum magister. — Pilgrimus sac. [sec. 14.] 

Obiit pie memorie Mathias Zingiesser de s. Yppolito s. 
et m. huius domus. [sec. 15.] 

2. Reimarus. 

Leupoldus in Zwe. — Ortolfus conu. [sec. 14.] 
Maximus et inuictissimus princeps Carolus hoc nomiue 
V tU8 Rom. Imp. semper Augustus Hispaniarum et Indiarum 
Rex Catholicus pietatis causa abdicato regno in Hispania pie 
obiit a. 1558. 

3. Balwinus. Hermannus. 

Perichta Gyesserinna. Gerdrudis. — Otto iudex ir^ pla- 
nicie et Eysal vxor eius. — Vlricus Druml. — Jeutta. [sec. 14.] 
Otto erscheint in Urkunden von 1314—1323 als Zeuge. 



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149 

X. Kal. (Octobris). — 22. September. 

1. Albero. Reinwinus s. et m. f. Pittroffus s. et m. 
Zwe. (A.) 

Otto sacer. et mo. — Nycolaus s. et m. in Zwetla. [sec, 14.] 
Ciriacus Diemer professus in Rotenhaslach, qui per 20 
annos hie fuit 81. [sec. 15.] 

2. Hainricus conu. 

Hermannus conu. f. Benedicta conu. [sec. 14./15.} 

3. Obiit Dominus Jacobus plebanus in Mergerstor (!) et 
canonicus ad s. Stephanum. (Roth.) — Chvnradus cliens de 
sancto Loco. — Johannes de Wiermla, qui delegauit y. 2 tal. 
reddituum. ad altare 8. Margarete pro lampade. — Obiit Chun- 
radus Longus seruitor domini Stephani abbatis. (Roth.) [sec. 14.] 

1372, 25. November. Jacob, Pfarrer zu Mergestorf und Chorherr zu 
St Stephan in Wien, verpflichtet iich, ein von dem Stifte Lilienfeld als Leib- 
geding ubernommenes Joch Weingarten an der Kalkleiten zu Kloster Neu- 
burg, welches fruher sein Vetter Wolfhart der Alaer von Newnburg als 
Leibgeding besessen, das aber nnter diesem verrottet war, gat zu bebanen. 
Vgl. 7. Febrnar und 30. Juli. 

1337, 5. Febrnar. Meinhard von Wiirmla und sein Bruder Wolfhart 
von Payn stiften im Kreuzgange zu Lilienfeld ein ewiges Licht mit l / 7 Pfund 
Gnlt auf dem Kempfenhofe im Dorfel um der Seele ihres Bruders Jansen von 
Pain und ihrer Vordern und Nacbkommen willen als SeelgerSth. 

IX. Kal. (Octobris). — 23. September. 

1. Chvnradus 8. et m. in Povmg. Margareta 
mon. (A.) 

Obiit pie recordacionis frater Blasius Schratt plebanus in 
Dyrniczs s. et m. huius domus 1539. 

2. Vlricus conu. in s. f. — Chunradus conu. f. [sec. 15.] 

3. Otto mon. Morimundensis, qui postea reuocatus 
a patre [suo factus est episcopus Frisingensis; qui 
etiam fuit filius fundatoris s. f- Chvnegvndis fam.] 
(Das eingeklammerte von Hand A.) Dominus Rimbertus de 
Eberstorf, qui delegauit nobis ^ mageriam, que ven- 
drta est pro XLV tal. 

Zu Beinbert von Ebersdorf vgl. N. PP. Minor, conu. Vienn. IX. Kal. 
Oct. (bei Pes 1. c. 495). Er starb 1288; vgl. Pez 1. c. 509 und Berichte u. 
Mittheil. d. Alterthumsvereins in Wien, XII, 60. 

Albertus de Medlico fam. — Selint famil. [sec. 14.] 



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Vm. Kal. (Ootobris). — 24. September. 



?1. Georius s. et m. ad s. Lambertum. [sec. 15.] 

Chunradu8 8. et m. in Zwe. — Hainricus dyaconus et 
mon. in s. f. [sec. 14.] 

Agnes moniaL [sec. 14./15.] 

Anno 1634. 24. Febr. obiit Reuerendus P. Nicolaus Kra- 
melius sac. huius domus, ultra 25 annos gravi morbo detentus. 

2. Obiit pie memorie Osbaldus Lienfelder ciuis in Wil- 
halmspurgk, qui habuit fraternitatem nobiscum et testatus est 
nobis 2 tal. den. Magdalena vxor. Johan Lienfelder (!) in Jew- 
ching pater et Christina mater eius. [sec 16.] 

3. Chvnradus de Altenbvrch. (A.) Hadmuedis. 
Agnes vxor fundatoris s. f. 

Zu Konrad v. A. vgl. Einleitung S. 19 ff. Welch er der drei alteren 
Konrade von A. hier gemeint ist, ist zweifelhaft. Wahrscheinlich aber ist hier 
au Konrad III. zu den ken, dessen Gemalin Geisel zum 7. Februar und dessen 
Schwiegertochter zum 27. September genannt ist 

Zu Agnes vgl. N. St. Lamb. — N. S. Petr. Salisb. - N. CI. Neob. 

Alhaidis judicissa de Ratzedorf. Elysabet. Wentla. Ely- 
sabet. [sec. 14.] 

Christanus Smerpauch. [sec. 15.] 

VII. Kal. (Ootobris). — 25. September. 

1. Chvnradus dyaconus et mon. Hailka. Perhta 
mon. 

Geroldus s. et m. in Zwe. — Maria mon. in Ybsa. — 
Chunradus s. et m. in Paum. — Dominus Petr us plebanus de 
B6hemia, qui dedit nobis equum, hie eciam sepultus. — Jo- 
hannes Chekch s. et m. — Chunradus s. et m. in Chetwico. 
[sec. 14.] 

N. St P.: Johannes presb. et m. de Campolil. eonfr. n. 

Obiit fr. Mathias quondam bursarius huius domus a. 
1458. Obiit fr. Georius s. et m. in Campoli. Eberhardus 
canonicus in s. Yppollito. Johannes dyaconus ad s. Yppo. 
[sec. 15.] 

N. St. P.: Johannes Potingner dyac. et fr. n. N. S. Rup. Salisb.: Jo- 
hannes diac. et can. s. Ypoliti. 

2. Waltherus. Engelmarus. Jacobus conuersi. 
Nicolaus conu. [sec. 14.] 

3. Nycolaus occisus fam. [sec. 14.] 



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151 

VI. Kal. (Octobris). — 26. September. 

? 1. Johannes Vmkerer canonicus et sac. Neunburge 

Claustrali. [sec. 15.] 

N. St P.: Dbm. Johannes Urakcher de Newburga presb. et confr. n, 
Helfricus s. et m. Campolil. Sifridus s. et m. 

Zwe. (A.) 

Vrleugus s. et m. in Z. — Andreas acolitus f . [sec. 14.] 
Anno 1556 Georgius Reichard IV. huius nominis . . . vide 

19. Sept. (Hand Gottwald's uber einer Rasur, von der nur die 
Jahrzahl 1556 noch sichtbar ist.) 

2. Hainricus conu. Marichardus conu. [in Campolil. (An- 
dere Hand.)] [sec. 15.] 

N. St. P. 

Hainricvs dux filius fundatoris. (Hanthaler's [?] Hand.) 

3. Obiit domina Radegundis Reysacherin vxor Poten- 
prunner, que contulit nobis vnum calicem ex eo, quod babuit 
confraternitatem nobiscum 1454 etc. (Roth. Moderne Hand da- 
neben: 1424, was jedoch falsch ist.) 

Agnes uxor Wla&lai duds Zlezorum jilia fundatoris sancte f. 
(Hanthaler's [?] Hand.) 

V. Kal. (Octobris). — 27. September. 

1. Elizabet mon. Vlricus s. et m. f. [sec. 14.] 
Albertus abbas in Gersten. Georius, Erbardus, Thomas, 

Johannes, Nicolaus, Vdalricus, Christoferus s. et m. ibidem. 
Andreas dyac. monachus ibid. [sec. 15.] 

Diese fur die Kritik wichtigpe Stelle entspricht N. St. Lamb, zum 
lO.Jnli: jObiernnt in monasterio Gerstensi fratres venerabiles pater dotninns 
Albertus abbaa, Georius, Erbardus, Johannes, Thomas, Nicolaus, Vdalricus, 
Cbristophorus, omnes presbyteri et mon. fr. Andreas diac. et mon. 1.4.66.' 
Albert war Abt von Garsten 1444 — 1461. (Pritz, Gescb. v. Garsten, S. 35.) 

Obiit Joannes pi. (Hand Gottwald's)] Mirle abbas huius 
domus [et successor D. Reichardi abbatis (spatere Hand, 16. Jahr- 
hundert)] [1561. (Hand Gottwald's. Am Rande, modern: Non 
verura.)] [sec. 16.] 

Sebaetianus Rotthaler abbas huius domus 1556; reliqua vide 

20. Septembris. (Hand Gottwald's.) 

2. Reinwardus. Vlricus conv. 

3. Domina Gisla de Ochsenburch. [sec. 14.] 
Siebe Einleitung 8. 24. 



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152 



IV. Kal. (Ootobris). — 28. September. 



1. Paulus s. et m. in Paumg. Laurentius s. et m. 
ibidem. (Roth.) (A.) 

Artolffus quondam prior 8. Crucis. — Joachim, Lauren- 
cius, Erasmus ad s. Ypolitum. [sec. 15.] 

N. St. P. zum 1. October: Erasmus de Wienna senior presb. et fr. 
n. 1476. 

2. Viricus conuersus de cella b. Marie, [sec. 15.] 

3. Hainricus. 

Chunegundis. — Hermannus. — Geysla. [sec. 14.] 
Obiit domina Anna Haumerinna vxor Hainrici de Wienna. 
(Roth.) [sec. 15.] 

m. Kal. (Ootobris). — 20. September. 

1. Hainricus. Rvdolfus. Grerhardus s. et m. Chvno. 
Burchardus. Albertus s. et m. (A.) 

Martinus s. et m. in Poungart. [sec. 14.] 

Obiit dominus Ypolitus dictus Kelbl sacerdos, qui dedit 
conuentui VI flor. 1481. Obiit Yudocus conuersus huius domus. 
(Von einer Hand des 17. Jahrhunderts durchgestrichen und 
unter die conuersi gesetzt.) [sec. 15.] 

2. Johannes plebanus. [sec. 14.] 

Obiit felicis recordacionis illustria princeps et domina 
domina Zimburga nata de Mazowia quondam serenissimi prin- 
cipis domini Arnesti archiducis Austrie etc. relicta et in tumulo 
nostri fundatoris sepulta. (Roth. Am Rande links: Michahelis.) 
[sec. 15.] 

N. Runense. Kaiser Friedrichs Memorandenbach (bei Chmel, Gesch. 
Kaiser Friedr. IV., I. 576) : ,an Sand Micbelsabent 1429*. 

3. Nycolaus fa. Hainricus. Hainricus. Hemma. 
Gedrudis. 

Chunradus Vnko. — Perchta de Chavnperch. — Bern- 
hardt Schiuer de Nevnburga. Benedicta vxor Bua, de quibus 
habemus seruicium ipso die. [sec. 14.] 

Bernhard Schifer erscheint als Zeuge in Schenkungen yon Kloster- 
Neuburger Liegenschaften an Lilienfeld 1304, 12. M&rz. 1306, 15. Febraar. 
1308, 30. October. 

Obiit Martinus carnifex de Neuburga, qui delegauit */ 2 **!• 
den. in die Michahelis pro seruicio [et Anna uxor eius. (Andere 



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153 

Hand.)] — Andree Chursner et Elysabet vxor eius. — Caspar 
Laistl(!) et Anna vxor eius de Suppronio. [sec. 15.] 

n. Sal. (Ootobris). — 30. September. 

1. Sifridus s. et m. in Zwe. (A.) 

Leutherus 8. et m. (in Campolil. [Sp&tere Hand.]) — Mar- 
quardus s. et m. in f. [sec. 14.] 

Martinus Hurrer de Perchtoldstorff s. et m. huius loci 
a. 1411. 

3. Chvnradus. Engla. Elizabet. 

Symon. Merbordus fam. [sec. 14.] 

Obiit Elysabeth mater fratris Martini de Ernsprun. — 
Hanns Wagner et Anna vxor eius, et Margareta filia eius. 
(Am Rande : Seruicium a cellerario de P . . bergario de X tal. 
. . tuum : III frusta piscium, similas, bonum vinum.) [sec. 15.] 

Kal. Ootobris. (Roth.) — 1. October. 

1. Hainricus. Wernherus s. et m. Pie memorie 
abbas Sifridus in s. Cruce. (A.) 

Zu Sifridus vgl. N. Wilh. zum 6. October, f 1261. 

Sighardus s. et m. in Campoli. — Grerungus s. et m. — 
Dominu8 Otto senior huius domus. — Katherina Gevchramerinna 
monialis ad s. Nicolaum. (Roth.) [sec. 14.] 

Zu Gerungus vgl. N. 8t. P. 

Obiit frater Johannes Kranperger s. et m. in Campoli. 
apud sanctimoniales in Ybs et ibidem sepultus anno 1445. 

Obiit Reuerendissimus dominus Ignatius Crafft, abbas 
huius loci, camerae Caesareae praeses, professus Runensis a. 
1638. 1. Octobris [i. e. hoc die sepultus est; obiit 29. Sept. 
Wiennae. (Zusatz des 19. Jahrhunderts [Gottwald's] ; vgl. 
16. September.)] 

Anno 1631. 1. Octob. obiit Fr. Nicolaus Sittart, philo- 
sophiae magister . . Viennae, diaconus et monachus huius 
domus. 

2. Eppo conu. f. 

3. Alhaidis vxor iudicis de Dvrnze. 
Paulus sartor et Anna vxor eius. [sec. 14.] 



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154 

VI. Non. (Octobris). — 2. October. 

1. Cristannus s. et m. Perhta mon. (A.) 
Nycolaus s. et m. in Zwe. [sec. 14.J 

Obiit frater Paulus Marggraber 8. et m. huius domus. 
Obiit fr. Sebastianus P51 8. et m. huius domus 31°. [sec. 15./16.] 

2. Chvnradus conu. in Zwe. 

2. 3. Obiit Serenissimus princeps Archidux Austriae Maxi- 
milianus Romanorum imperator, nomine secundus, semper 
Augustus, Hungariae Rex Bohemiaeque, Romanique soli semper 
pacificus, clericorum fidelissimus defensor dextreque tenax, 
qui et sua heroica virtute Romanum foelix Imperium lauda- 
biliter necnon ardenti feruore rexit, cuius anima Ratisbonae 
ad astra migrauit 12. Octobr. anno instauratae salutis humanae 
MDLXXVI. 

V. Nonas (Ootobria). — 3. October. 

1. Vlricus dyaconus in s. Cruce. [sec. 14.] 
Sigismundus s. et m. in Zwethl. — Karolus, Johannes, 

Georius, Leo sac. et monachi in Medlico. [sec. 15.] 
Zu Sigismundus vgl. N. St P. 

2. Vlricus conv. f. [sec. 14.] 

IV. Nonas (Octobris). — 4. October. 

1. Waltheru8 s. et m. in Z. — 

Chunegundis mon. ad s. Nycolaum. — Do minus Stepha- 
nus Redebrunner de Chlaubendorf. — Pie memorie Chalochus 
abbas huius domus. (19. Jahrh. [Gottwald]: NB. in serie abba- 
turn nostrorum non inuenitur abbas Calochus.) — Johannes s. 
et m. f. — Fridericu8 Pruno s. et m. in Campoliliorum. 
[sec. 14.] 

1336, 9. Mai. Abt Ottokar von Lilienfeld bezeugt, dass Stephau der 
Radelbrunner von Chlaubendorf ftir sich, seine Gemalin Katreyn und seine 
Vorfahren einen Jahrtag gestiftet und sich ein Begr&bniss im Kloster Lilien- 
feld ausbedungen babe mit 3 Pfund Giilt zu Pfaffsteten bei Ravelsbach, welch© 
Stiftung er mit Zustimmung seiner Sonne Chris tan, Ulrich und Jans und 
seiner Eidame Paul des Inprukkers (und dessen Frau Elsbet) und Stephan 
des Haimpechen (und seiner Hausfrau Anna) nach dem Tode seiner obge- 
nannten Hausfrau, 20. Juli 1347, erneuert. Uebrigens scheint mir dieser 
Radeprunner wegen des Beinamens von Chlaubendorf mit dem im Nekrolog 
oben erwfihnten identisch und letzterer nicht, wie Hanthaler annimrat, jener 



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155 

Stephan de R. zu sein, dessen Gattin Perch ta zum nlichstfblgenden Tage 
(5. October) von moderner Hand vermerkt ist. 

Zu Johannes vgl. N. St. P. 

Dominu8 Georius propositus ad s. Andream. — Philippus, 
Pangracius s. et m. in Paumgartenperg. Fr. Wolffgangus noui- 
cius in Camp. [sec. 15.J 

Probat Georius Ton St A. 1405—1406. 

N. St. P. : Philippus et Pangratius s. et m. de P. et confratres nostri. 

Obiit pie memorie fr. Marcus s. et m. huius domus. 
[sec. 16. J 

2. Chunradus conu. 

Rugerus conu. in Campoly. Obiit pie memorie dominus 
Nicolaus episcopus Ratisponensis. [sec. 14.] 

Nikolaus von Stachowitz 1313—1340, 11. October. 

3. Marquardus. Alhaidis. 
Cbunegundis Wein . . . [sec. 14.] 

HE. Nonas (Octobris). — 5. October. 

1. Hainricus. Gerhardus s. et m. f. (A.) 

Viricus. — Michael de Chasten sac, et canonicus ad s. 
Ypolit. [sec. 14.] 

Clara monialis ad s. Nyco. [sec. 15.] 

3. [Obiit pie memorie Katharina (?) (Rasur) 

Joh et] Barbara [soror eius]. (Rasur.) [sec. 15.] 

Perchta de Redeprunne uxor domini Stephani de Rade- 
prunne. (Neuere Eintragung mit Imitation alter Schriftzuge.) 

Eine Perhta von R. 1st in unserem Nekrolog unter den ttltesten Ein- 
tragungen zum 23. Juni verzeichnet, ohne Bezeichnung ihres Gemals. Eine 
Perhta als Gemalin eines Stephan von R. aber ist urkundlich nicht beglaubigt. 

n. Nonas (Octobris). — 6. October. 

1. Rvdolfus 8. et m. in Campolil. (A.) 
Vincencius s. et m. in Gotwico. [sec. 15.] 

Obiit pie memorie fr. Wolfgangus de Haynfeld s. et m. 
quondam custos et prior huius domus, cuius anima requiescat 
in pace. Amen. MCCCCC XXI 2. Nonas Octobris. 

2. Rudolfus conu. f. 

3. Gvndacherus. 

Gerungus. — Gerdrudris (!) de Tulna. [sec. 14.] 



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156 

None (Octobris). — 7. October. 

1. Vlricus s. et m. — Alhaidis mon. Wienne. (A.) 
Nicolaus 8. et ra. in Czwe. — Perchtoldus s. et m. f. 

[sec. 15.] 

2. Andreas conu. in Zwe. 

3. Had mar u 8 de Valchenwerch. — Chunradus. — Michel 
Mur de Newburga. [sec. 14.] 

Wie die Schriftztige lehren, ist hier Hadmar von V., der Bruder des 
zum 23. November verzeichneten jiingeren Rapoto von V. gemeint. 
Simon fara. — Elizabet scriptrix Chaltp. [sec. 15.] 
Obiit Andreas Schutenhelmer, qui plus quam XL annos 
fidelissime laborauit pro monasterio etiam amictu non tantum 
pro victu. [sec. 15./16.] 

vm. Idus (Octobris). — 8. October. 

1. Petrissa mon. ad s. Ny. [sec. 14.] 

Nycolaus Wegschraet acolitus et mon. in Camp. — Symoh 
sac. in Zwe. et mon. — Otto dyaconus et mon. in Paum- 
gartenberg. — Obiit frater Erhardus magister curie in monte 
8. Anne Tanperg 8. et m. huius domus 64. [sec. 15.] 

1346, 21. December. Wilhelm bei dem Brunnen, Burger zu Wien, 
schenkt dem Kloster zu Lilienfeld 60 Pfund breite Pfennings, weil es seinen 
Bruder Niklas Wegschrat aufgenommen, und stiftet ftlr ihn ein Vitalicium 
von 4 Pfund Burgrecht, wenn er daselbst Profess -macht. — 1372, 24. April. 
Hermann bei dem Brunnen, Burger zu Wien, des obgenannten Wilhelm Sohn, 
bezeugt das von dem Vater ftlr dessen Bruder, der inzwischen ins Kloster 
eingetreten ist, gestiftete Vitalicium und gleicht sich fiber verschiedene dazu 
gehorige Geldangelegenheiten aus. 
. Zu Otto vgl. N. St. P. 

2. Vlricus conu. in Zwet. [sec. 14.] 

Chunradus de Patauia magister curie in Phafsteten. 
[sec. 15.] 

3. Vlricus fam. (A.) Chvnradus. Chvnegundis. 
Alhaidis. 

VII. Idus (Octobris). — 9. October. 

Dyonisii et sociorum eius. (Roth.) (A.) 

? 1. Dominus HeinricJus prepositus Ypolit. [sec. 15.] 
N. St. P. zum 8. October; Heinrich III. f 1330. 
Hainricus. Rapoto s. et m. Zwe. Engelrat m. Chv- 
negundis mon. (A.J 



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157 

Perchtoldus s. et m. f. — Ipso die obiit frater Vlricus 
de Ausse dyacon. et mon. huius domus anno etc. 1481. 

Obiit fr. Burchardus Friesneker prior huius domus 
anno 1607. 

2. Hainricus conu. in Zwe. 

Conradus conu. quondam magister pistrini. [sec. 14./15.] 

3. Eysal de Harlant. Elizabet. 

Eberhardus decimator in Stain. — Magister Fridericus 
physicus de Bononia. [sec. 14.] 

Her Eberhart der Zehentner ze Stain erscheint als Zeuge 1295, 
24. Februar. 

Heinricus, Hildmudis et vxor sua Jeuta. Meinwart . . . 
Engelschalcus et vxor eius Alhaydis, (Roth. Am Rande schwarz: 
qui dederunt domui XIIII or tal.) — Johannes filius Wilhalmi 
Hansgrauarii de Wiennaf?) dedit nobis I tal. [sec. 14./15.] 

VL Nonas (Oetobris). — 10. October. 

1. Hermannus sac. in Pavng. — Marchardus sac. mon. f. 
— Nycolaus s. et m. in Zwe. [sec. 14.J 

Zu Machardus vgl. N. St. P. 

Hainricus s. et m. — Obiit frater Johannes de s. Ypo- 
lito bursarius s. et m. huius domus anno etc. 1481. 

Fr. Albertus diaconus in Campoliliorum. et . . . parentum 
8uorum. [sec. 16.] 

2. Hainricus. Chvenzo. Hainricus conu. 
Hainricus. — Gerungus conuersus. [sec. 14.] 

N. St. P.: Gerungus magister later, connersns de Campoliliorum et 
confr. n. 

3. Otto. Otto. 

Nicolaus'Cziegelmaister fidelis laborator. (Roth.) [sec. 14./15.] 
Elizabeth marchionissa de Styre soror fundatoris sancte f. 
(Hand Hanthaler's.) 

V. Kal. (Oetobris). — 11. October. 

1. Marquardus s. et m. in Lil. (A.) 

Agnes mon. ad s. Bernh. [sec. 14./15.] 

Johannes Lynteprunner s. et m. — Johannes s. et m. f. 
Thomas s. et m. — Hainricus senior de Tekendarff s. et m. 
(Roth.) [sec. 15.] 



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158 

Zu Johannes Lynteprunner vgl. N. St. P. : Johannes s. et m. de Cam- 
pol. confr. n. 

Zu Johannes s. et m. f vgl. N. St. P. 

Obiit fr. Erhardu8 Pirhinger de Ewsitz s. et m. huiijs 
domus. — 

Obiit pie memorie douiinus dominus Laurentius abbas 
huius domus. (Roth. Zusatz [19. Jahrh.] : I. und 1539.) [sec. 16.] 

Abt Laurentius I. 1539—1541. 

Reuerendus P. Wolfgangus m. sac. et prof. Campil. obiit 
27. Oct. 1639. (Durchgestrichen.) 

2. Hainricus conu. in Lyl. 
Wemhardus conu. f. [sec. 14.J 

3. Chunegundis de Wiermla. [sec. 14.] 
Vgl. 4. Juli. 

Vlricus. Margareta vxor eius. Katherina tilia eorum. 
[sec. 14./15.J 

IV. Nonas (Ootobris). — 12. October. 

1. Pie memorie abbas Wernherus in s. f. (A.) 
N. CI. Neob. 18. October, f 1227. 

Wis(i)nto s. et m. in Zwetla. — Pie memorie Dyetmarus 
s. et m. [. . . .J (Rasur; huius?) domus. [sec. 14.] 

Zu letzterem vgl. N. St. P. 

Heinricus 8. et m. Petrus s. et m. in Ch&dwico. — Hein- 
ricus acolitus et mon. in Chrempsmunster. — Obiit pie me- 
morie Wolfgangus Verier de s. Ypolito s. et m. huius domus 
a. d. 1481. 

2. Pertholdus conu. 

Liupoldus conu. in Zwetel. [sec. 14.] 
Henricus conu. [sec. 15.J 

? 3. Albertus de Dote in Wienna. [sec. 14./15.] 
Herwordus. Margareta. Jeuta. Margareta. 
Christannus Glozzl. [sec. 14./ 15.] 

in. Idufl (Ootobris). (Am Rande links: Cholomanni.) — 
13. October. 

1. Hainricus m. in Povmg. Fridericus s. et m. (A.) 
Wergandus sac. j\ [sec. 14./15.] 
? Dominus Wolfgangus abbas in Tzwethl. [sec. 15.] 
Mart. Zwetl. zum 14. October: Obiit 1470 d. Wolffgangus abb. Z. 
Wienna in curia nostra annos circa 80 habens. 



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159 

2. Otto conu. in Zwe. 

Petrus conu. in Zwetl. — Obiit fr. Hainricus conu. 
[sec. 15.J 

3. Wilbirgis. 

Item habemu8 eodem die plenum seruicium de Neitper- 
gario. Cellerariu8. (Dieses Wort roth.) [sec. 14.J 

1382, 28. December, erneuern Heinrich (II.) und Gottschalk (V.) von 
Neyperg, Sonne Gottschalks IV. (vgl. 14. Februar), ihres Vaters wegen Miss- 
helligkeiten mit' dem Kloster Lilienfeld nicht zur Ausfuhrung gelangte Jabr- 
tagstiftung fur den Colomanstag. 

Elizabeth Lyennvelderinn de Newnburga et Margareta 
filius eius. — Obiit dominus Cholomannus de Enczestarff, a 
quo habemus VI vrnas vini juris montani in Neuburga. (Das 
Gaoze tiber einer Rasur. Am Rande rechts Rasur: tria frusta 
piscium, similas, bonum vinum in die Cholomani.) [sec. 15.] 

1335, 28. October. Elisabeth, Cholomans Witwe zu Neuburg, sammt 
ihren Sohnen stiftet mit sechs Eimern Bnrgrecht auf zwei Joch Weingfirten 
za Kloster Neobnrg, den einen gelegen ,ausserhalb Weidnich', genannt ,die 
Drachsetzen', zu Lilienfeld einen Jahrtag auf S. Cholomann ftir sich und 
iare Vorfahren. 

n. Idus (Octobris). — 14. October. 

1. Gerhardus. Hainricus. Albero s. et m. f. (A.) 
Siffridus s. et ra. f. [sec. 14.J 

2. Leutoldus conu. f. 

3. Ebro. Perhta. Benedicta. 

Dominus Dietinarus plebanus de Wilhalmspvrch. — Obiit 

dominus Chunradus miles de Frevncz [ ] (Mit dem 

Rande beschnitten.) — Wentla uxor Stephani Sulcarii. — Pau- 
las, [sec. 15.] 

Aus einem Schiedsspruche, welcher 1319, 15. Juni, yon dem Abte 
Otacher von Lilienfeld, dem Propste Hugo von St Andra, dem Pfarrer und 
Chorherrn Prunrik von Herzogenburg und dem Pfarrer Alber in Capella 
zwiscben Dietmar dem Pfarrer von Wilhelmsburg, friiher von Pyrha, und 
seinem Amtsnachfolger an letzterem Orte, Konrad, iiber einige Mobilien und 
Immobilien gefallt wurde, von denen Dietmar behauptete, er babe sie zur 
Zeit, als er zu Pyrha Pfarrer war, aus eigenen Mitteln erworben, von denen 
derselbe aber nunmehr zwei Weingarten zu Leubensdorf und einige Mobilien 
herauageben muss, ersieht man, dass derselbe bereits geraume Zeit zuvor 
(iam dudum) einen Weingarten in der Laimgrube zu Gumpoldskirchen dem 
Stifte Lilienfeld geschenkt und sich daftir daselbst eine Grabstatte ausbedungen 
hatte, woran der besagte Schiedsspruch nichts anderte. Doch belangte ihn 
Konrad auch um dieses Weingartens will en, bis diesen Streit 1321, 1. Januar, 



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160 

zu St. Polten der Propst von Nordhausen im Auftrage de« Dittcesans zd 
Gunsten Dietmars entschied, der sich 1321, 2. Februar, die gemacbte Schen- 
kung an Lilienfeld durch Konrad von Kyburg, Konig Friedricbs Kellermeister, 
best&tigen Hess. Nach seiner Grabschrift bei Hanthaler, Recensas II, 418, 
starb Dietmar 1321. Vgl. 12. Juli, Randnote. 

Zu Frevncz ist wohl ,bansen ( zu erganzen. Von den beiden Konrad von 
Freundshausen, die Hanthaler, Rec. II, 314, anftihrt, diirfte, nach den Schrift- 
ztigen zu urtheilen, der jiingere, 1366 urkundlich begegnende, gemeint tein. 

Pridie Idus Octobris agitur anniuersariam Chunradi, qui 
dedit nobis vineam in Gumpolskirchen. [sec. 17.J 

Tdus (Octobris). — 15. October. 

1. Johannes s. et m. de Cella. [sec. 15.] 
3. Chvnradus fam. Elysabeth fam. 
J . . . . (Rasur; Jeoriug?) dictus Stainperg de Haymfeld, 
qui bene fecit huic domui. [sec. 16.] 

XVH. Kal. (Novembris). — 16. October. 

1. Marquardus s. et m. f. Hvgo mo. in Zwe. Ge- 
drudis mon. (A.) 

Nicolaus s. et m. in Pawmg. — Sthephanus de Tulna 
subd. et mon. [sec. 15.] 

2. Wernhardus conu. in Zwe. 

3. Nycolaus cocus infirmarii. [sec. 14./15.] 
Chunradus am Mairhoff et Anna vxor eius in Chirch- 

perk. [sec. 15.] 

XVI. Kal. (Novembris). — 17. October. 

1. Ezelo. Ditricus s. et m. Laurentius nouitius. (A.) 
Mathias s. et m. in Paumgartenperg. [sec. 15.] 

Obiit P. Seruatius Welsbach plebanus in monte Tanberg 
a. 1632. 

2. Viricus conu. in Campoly. magister curie, qui diu pro 
monasterio fideliter laborauit. (Roth.) [sec. 14./15.] 

3. Viricus. Gedrudis. 

Dietricus de Tulna. Gedrudis. Chunegundis. — Domina 
Margareta vxor domini Vlrici de Topel [sec. 14.] [a quibus 
habemus 2 domos, unam auf dem Eck bei Kirchberg et unam 
bey Mainburg in der Clausse, hac tamen lege f ut omni feria 2. 
dicatur in capella 8. Mauritii missa pro defunctis et omni sabbatho 



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161 

missa de assumptions h. v. M.] (Das eingeschaltete von Han- 
thaler's Hand und roth. Am Rande verloscht: Seruitium a 
pitanciario de . . . . Luce euang.) 

Diese Stiftung erfolgte am 1. September 1344. 

XV. Kal. (Novembris). — 18. October. 

Absoluite aniinas fratrum, quibus peractura est sol- 

lempne tricenarium. (Roth.) [sec. 15.] 

1. Waltherus s. et m. Zwe. (A.) 
Leupoldus mon in s. Cruce. [sec. 14.] 

Chvnradus s. et ra. im (!) Chedwico. — Martinus s. et m. 
in Valle Dei. [sec. 15.] 

R. Pater Philippus Hilgeri s. et professus huius domus, 
parochus in Retzbach obiit ibidem a. 1648. 

2. Hierzo conu. f- (In dieser Columne stand urspriing- 
lich : Obiit Thomas de Bruch dccimo kalendas Junii. sec. 15.) 
[sec. 14.] 

3. Gedrudis. Leupoldus dux Bawarie et Marchio 
Austrie [filius, fundatoris s. Crucis et sepultus est in 
s. Cruce]. (Das eingeschaltete von Hand A.) 

Vgl. Meiller, Regest. z Gesch. d. Babenb. 29. Leopold f 1141. 
Dominus Vrschalcus plebanus de Wilhalmspurga , qui 
multa beneficia fecit nobis. (Roth.) [sec. 14.] 

N. St P. (nltere Eintrngimg.) Erscheint urkundlich 1296, 8. September. 

XIV. Kal. (Novembris). — 19. October. 

1. Fr. Wolfgangus Tectoris de Yppolito succentor s. et 
m. huius domus sepultus in s. Cruce 1467. — 0. Wolgangus (!) 
confessor in Ybs s. et m. huius domus et hie sepultus 1474. 
Altmannus s. et m. de s. Ypolito a. d. etc. 91 huius domus. 
[sec. 15.] 

3. Fridericus de Chrems. Margareta. 

Obiit Margareta soror fratris Ludwici. (Roth.) [sec. 14./15.] 

Vrbanus sartor filius Painhekl conuersi. [sec. 15./1G.J 

Vg!. 17. September. 

XIII. Kal. (Novembris). — 20. October. 

1. Gedrudis. Margareta mon. Wienne. 
Marichardus s. et m. f. — Petrus s. et m. f. [sec. 14.] 
Nicolaus s. et in. [sec. 15.] 

Pontes, Abtb. II. Band XLI. 11 



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162 

Obiit Reuerendus in deo P. Georgius Lang philosophise 
baccalaureus . . . inagister nouitiorum et parochus ad s. Mariam 
Magd. a. 1035. 5. Nov. (Durchgestrichen.) 

2. Ipso die obiit dominus Leopoldus utriusque juris doctor 
dictus Prancz Wyenne, specialis amicus huius domus, qui multa 
beneficia nobis fecit 1490. 

Augustiss. et Inuictiss. Princeps ac Dominus Dominus 
noster Carolus VI. Rom. Imp. semper Aug. Habspurgicorum 
Caesarum XVI tU8 et pro dolor! ultimus, Hispan. Hung. Bohem. 
etc. Rex, Archidux Austrie etc. etc. gloriosae memoriae, ui 
Augustam masculam gen tern suam breui et acerbissimo bonis 
omnibus funere clausit Viennae hac die post horam primam 
noctis brumali pluribusque principibus fatali anno MDCCXL. 

3. Chvnradus plebanus de Dresing. 

Vlricus commendator de domo Teutonica in Wienna. — 
Neudingus. — Purchardus plebanus de Witzleinstorf, qui multa 
bona contulit ecclesie nostre. [sec. 14.] 

Nach der Grabsclirift bei Han thaler, Recenaria II, 418, und (lessen 
Fasti Campil. Ill, 325, starb Letzterer ,anno domini MCCCXXXITII Kl. 
Nov.*. Doch scbeint man ,MCCCXXXIII. XIII. Kl. Ndv.' lesen zu miissen. 
Urkundlich erscheint deraelbe 1321, 20. September. 

XII. Kal. (Novembris). — 21. October. 

1. Nicolaus s. et m. f. [sec. 14.] 

Thomas s. et m. in Campoliliorum. [sec. 15.] 

Obiit fr. Sebastiannus s. et m. huius domus. [sec. 1G.] 

2. Bertholdus. Engelscalcus. Rudolfus. Vlricus 
conu. 

Detricus conu. magister curie in Wienna. [sec. 14.] 

3. Hainricus ciuis Noue Ci., qui contulit ecclesie 
nostre vineam [in Welanstorf (von Hand A)], (de quo 
habemus pitanciam pro 1 tal. den.). (Die eingeklammerten 
Worte von spaterer Hand. Am Rande: Seruicium a magistro 
pitanciario XI milium virginum.) 

Obiit domina Anna vxor domini Friderici nostri aduocati 
do Walsse. [sec. 15.] 

Gemalin Friedrieha (VI.) von Walsee, welcber 1408 atarb; eraeheint 
urkundlich 1384 — 1300 und wird ebenda aU Toehter Friedrieba von Winkel 
bezeic.hnet. Siebe Huber, Gescliiclite dea Ilerzog'a Rudolf IV., 170. Han- 
tbalerV Ang-abe (Kecen«ua II, 333), der sic ala Anna Gnifin von Hohenlobe 
bezeicbnet, berubt auf Laziua. 



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163 
XI. Kal. (Novembris). — 22. October. 

1. Chvnradus s. et m. Chvnradus abbas in Cyca- 
dor. Brigida mon. (A.) 

Goezwinus s. et m. in Zwe. — Meinhardus cellefarius s. 
et in. [sec. 14.] 

Nycolaus s. et m. in s. Corona, [sec. 15.] 

2. Hertwicvs in Zwe. Vlricus. Vlricus f. 

3. Rvgerus. 

[Witigo famulus domini abbatis in Campoly. (Verloscht.)J 
— Margareta fam. [sec. 14.] 

Christina Dregslerin. [sec. 15.] 

X. Kal. (Novembris). — 23. October. 

? 1. Obiit pie memorie Reuerendus in Christo pater et 
dominus dominus Johannes abbas in s. Cruce 1536. 

Chvnradvs 8. et m. f. (A.) 

Hainricus s. et m. f. [sec. 14.] 

Paulus, Joannes, Philippus, Andreas, Conradus monachi 
s. Crucis. Margaretha abbatissa. [sec. 16. J 

2 [Alhaidis fam. (Verloscht.)] 

Otto. Chvnradus. Alhaidis. 

Sighardus fam. [sec. 14.] 

3. Achacius Faigla de Dincklspuel lapicida. Brigitta 
vxor eius. Georius. Brigitta. Thoma Forster. Lienhardus Rocken- 
pach. [sec. 16.] 

IX. Kal. (Novembris). — 24. October. 

1. Ditricus s. et m. in Campoliliorum. — Nicolaus s. et 
m. f. [sec. 14.] 

Zu Nycolaus v#l. N. St. P. 

Martinus custos. — Frater Johannes Spiczer plebanus 
in Wilhalmspurgk s. et m. huius domus a. 1470. 

1456, 1. November. Udalricb, Bischof von Passan, ertbeilt dem Ptarrer 
von Diirnitz den Befebl, Joliannes Spitzer, Professbn von Lilienfeld, als 
Pfarrer zu Wilbclmsburg zu installiren und zu schiitzen. 

2. 3. Eberhardus antiquus index in Hainueld. [sec. 14.] 
Ein Eberbard, llichter zu Hainfeld, schenkt 1200, 20. Juli, sein Hans 

zn Hainfeld, nls Ersatz fftr dem Kloster Lilienfeld zu£efiigtes llnrecbt. 

11* 



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164 

Ortolfus N5rlinger de Wienna. (Roth.) Leucardis vxor 
eius. [sec. 14./15.] 

Johannes Reychesperger. [see. 15.] 

VHI. Kal. (Novembris). — 25. October. 

1. Pernoldus s. et m. in Campolil. [sec. 14.] 
Dominus Vlricus abbas Medlicensis. Sifridus s. et m. 

ibidem. Syraon 8. et m. ibid. [sec. 14.] 

Ulrich II. 1305—1324. Vgl. Keiblinger, Geschichte von Melk, I, 411. 

Obiit pie memorie frater Andreas s. mon. huius domus. 
[sec. 15.] 

2. Leo conuersus. [sec. 14.] 

3. Ditricus. Chvnegundis. Methildis. 

Nicolaus Proder. Brigida. Gedrudis. Otto. — [Nycolaus. 
(Ausgeloscht.)] — Otto sartor, [sec. 14.] 

VII. Kal. (Novembris). — 26. October. 

2. Perinchus conu. f. [sec. 14.] 
Hilibrandus conu. [sec. 15.] 

Anno 1(339. 2G. Oct. obiit Fr. Matthaeus conuersus pro- 
fessus in Ossek hie sepultus. 

3. Vlricus de Hard. 

Dominus Dietricus senior de Weizzenberch et Ofmia vxor 
iunioris Dietrich de Weizzenberch. — Poppcnhaminna. [sec. 14.] 

Vgl. 10. Marz. Auf welchcn Weissenberger die obige Stelle, die nicht 
zu den altesten Eintragungen gehort, zu dcuten sei, ist zweifelhaft. Hant hale r, 
Rec. arch. Campil. II. 342, 344, bezieht dieselbe anf seinen Dietrich I. und 
auf Ofmia, die Gemalin seines Dietricli II. Allein cs muss bemerkt werden, 
dass Han thaler sowie die Genealogie der Altenburger auch jene der Weissen- 
berger in die grosste Verwirrnng gebracht hat. Sein Dietrich I. und Dietrich II. 
sind eine und dieselbe Person, niimlich unser Dietrich I., Sohn Heinrichs von 
Ramstein. Hanthaler nber Hess sich 1. c. 341 durch die Urkunde vom 
6. Marz 1278 (recte 1279), in welcher Wichard von Ramstein nicht, wie er 
liest, als ,pater', sondern als ,patruus' Dietrichs und Georgs von Weissenberg 
bezeichnet wird, verleiten, von jenem Dietrich I. (bei ihm II.), dem Sonne, 
Dietrich (nach ihm I.), einen Neffen Ilcinrichs von Ramstein (Weissenberg), 
zu unterscheiden. Kann dies noch allenfalls als Irrthum gelten, so ist es 
bereits eine offenbare Falschung, wenn derselbe 1. c. 344, Nr. LXXXV, sich 
auf eine Urknnde vom 25. Januar 1314 benift, in welcher Dietrich IV. (nach 
nnserer Ziihlung II.) und Otto II. (recte I.) als ,Hern Dietrichs seligen des 
jiingern siin von Weizzenberch' bezeichnet werden, da die Worte ,seligen des 
jiingern' in dor citirton Urkunde nicht stehen. Hieraus folgt sodann, dass 



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165 

auch Han thaler's Dietrich III., den er als Sohn Dietrichs I., und dessen 
Dietrich IV., den er als Sohn Dietrichs II. bezeichnet, identisch sind. Sie 
fallen init unserem Dietrich III. zusammen. So sicher dies Ergebniss ist, so 
donkel bleibt die Stelle in unserem Nekrologe. Denn Ofmia hiess die Gemalin 
Dietrichs I., des altesten Weissenbcrger's dieses Naraens. Dietrich II. hat eine 
Elsbet, sodann vermuthlich eine Anna oder Agnes zur Frau. Nimmt man an, 
es sei hier unter dem Slteren Dietrich von W. Dietrich II., unter dem jtin- 
geren Dietrich III. gemeint, dessen Gemalin wir nicbt kennen, so ware an- 
znnehmen, dass Dietrich II. in unserem Nekrologe zweimal eingetragen 
wurde, zum 10. Marz und zum 26. October, was an sich nicht unmoglich 
ware und die Folge zweier Stiftungen sein kbnnte. Dann wiirde aber in 
unserem Nekrologe Dietrich I. vermisst. Daher ist vielleicht dieser unter dem 
10. Marz gemeint, wobei man annehmen miisste, dass der ohne Zweifel 
spStere Znsatz: ,in der Humpclstat' irriger Weise auf ihn bezogen wurde. 
Hugo de Potenstain et Anna filia eius. [sec. 14./15.] 
Nicolaus Chrawcher fidelis et bonus amicus noster anno 
LXXXXII (oder III). 

VI. Kal. (Novembris). — 27. October. 

1. Albertus s. et in. in Campolil. (A.) 

Nicolaus sac. et mon. — Johannes subdyaconus f . [sec. 15.] 
Zu Letzterem vgl. N. St. P. 

R. Pater WolfFgangus Planck s. et processus Campol. et 
obiit a. 1639. 27. Oct. 

2. Hainricus. Siboto conu. f. Vlricus conu. f. 

3. Chunegundis. 

Vlricus. Wenlo de Wienna. — Margareta. [sec. 14.J 
Johannes famulus abbatis s. f. — Katerina. — Anna 
Goriczerin hospita in porta. — Ipso die in quadara uilla Lan- 
gendorff in Vngaria infra octauam et nonam horas diei obiit 
serenissimus princeps Albertus Rex Roman orum, Vngarie et 
Bohemie, qui pater religiosorum ac totius cleri amator deuo- 
tis8imus extitit et precipuus hereticorum regni Bohemie fuit 
extirpator, post cuius obitum tota Romana ecclesia tamquam 
altero patrono viduata in intollerabilcs planctus proruit et do- 
lores anno 1439. (Roth.) 

Kaiser Friedrichs Memorandenbuch bei Chmel a. a. O. 576. 

V. Kal. (Novembris). — 28. October. 

1. Rvgerus. Hainricus s. et m. f. Gotfridus m. in 
Zwe. (A.) 



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166 

Leo s. et m. f . — Wernhardus prior s. et m. in Zwetla. 
[sec. 14.] 

Martinus de Cella s. M. — Johannes de Weitra s. m. 
— Martinus de Fell s. mon. [sec. 15.J 

N. St. P.: Fr. Johannes s. et m. de Campol. confr. n. 

Obiit pie memorie fr. Thomas plebanus in Durnitz, sacer- 
dos et monachus, venerabilis senior huius domus 1529. 

Obiit frater Joannes Thyringer s. et m. huius domus 1531. 

2. Chvnradus. Chvnradus. Rvdolfus conv. 

3. Nycolaus. Leutoldus. Elyzabeth. Otto. Reiza. 
Elyzabeth Regina Romanorum. — Ortlinus am Rogen. 

[sec. 14.] 

Elisabeth f 28. October 1313. Vgl. Han thaler, Recensus I, 209— 
210, Nr. XXI, XXIV. 

1323, 15. Juni. Nicla der Rog, seine Hausfrau Gordraud, ihre zwei 
Tochter Margaret und Ohunigundc, ferner Gertraud, die Witwe Ortleins, 
und ilire §ohne Niklas, Peter, Paul, Jans, Martein und ihre Tochter Margaret 
bewegen den Peter von Ebergassing, ein ihnen ubertrageues Lehen auf dem 
Rogenhofe dem Kloster Lilienfeld zu iiberlassen. 13-10, 5. Februar, verkaufeu 
Gertrud, Ortolfs Witwe, ihre Sohue (ausser den obgonannten noch Andreas) 
und ihre Tochter nach Lilienfeld die Illilfte des Rogcnhofes und drei Heim- 
weseu. Vgl. 21. und 2G. Marz. 

IV. Kal. (Novembris). — 29. October. 

1. Poppo s. et m. — Johannes s. et m. f. [sec. 14. J 
Zu Poppo vgl. N. St. P. 

Nicolaus sac. — Georius magister uini s. et m. [sec. 15. J 

2.3. Margareta quondam Regina Romanorum f ilia 
ducis Levpoldi et est sepulta iuxta patrem suum in 
Oampoliliorum. Anniuersarium eiusdem in conucntu 
et priuatim ab omnibus celebretur. (Roth. Am Rande 
roth: Seruicium plenum a cellerario.) (A.) 

N. CI. Neob. 

Chvnradus coiiu. 

3. Fridericus. Alhaidis. Rapoto de Valchenberch 
fa. (A.) Hainricus. 

Ein zweiter Rapoto de Valchenberch wird in unserom Nekrologc zum 
23. November genannt. Aus einer Urkunde voui 28. November 1267, sowic 
aus dem Liber fund. Zwetl. erfahreii wir, * dass es damals zwei Rapoto von 
V., Vater und Sohu, gab. Von den in unserem Nekrolog befindliehen ist der 
zum 20. October verzeichuete der altere. 



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167 

Dominus Leo de Frewnczhawsen. Item filia eius Kathe- 
rina. [sec. 15.] 
Vgl. 28. Mai. 

IIL Kal. (Novembris). — 80. October. 

? 1. Michahel s. et m. f. [sec. 14.] 

Johannes canonicus ad s. Andream. — Thomas s. et m. 
in Paumg. — Otto de Lampach s. et m. in Campolyl. — Mar- 
tinus s. et m., Mawricius s. et m., professi in Cedliczz. [see. 15.] 

N. St. P.: Johannes de s. Andrea presb. et conf. n. 

2. Chvnradus. Rvgerus conu. 
Wolfhardus conu. in Li. [sec. 14.) 

3. Hainricus de Lengenueld. 

Frater Hermannus camerarius, qui emit domui camere 
redditus IIIl or tal. den. in Neynsidel, de quibus redditibus vide- 
licet de duobus talentis quicumque est camerarius tenetur con- 
uentui dare honestum seruitium in die Malachie. [sec. 14.] 

n. Kal. (Novembris). — 31. October. 

1. Admodum reuerendus amplissimus praenobilis dominus 
dominus Laurentius Keiss huius monasterii abbas necnon sere- 
nissimi principis Matthiae Austriae Archidueis etc. consiliarius 
obiit 24. die Nouembris a. d. 1601 et praefuit huic loco 
15 annis. 

2. Waltherus. Otto de f. 
Albertus conu. in Zwe. [sec. 14.] 

3. Gerhardus fam. Vlricus Patauiensis episcopus. 
Methildis Reidaxin. Chvnradus. Perhta. Eyta. 

Ulrich II. Graf von Diesscn, Biscliof von Pussau, 1215 -l'J'-'l, 31. Oct. 

Chunigundis fam. f. — Meinbordus im Filzstal. [sec. 14.] 
Anna Pozenerynne, que habuit fraternitatem nobiscum. — 
Syman Gropiter. Katerina vxor eius. — Obiit Hartmannus de 
Wienna. Sophya. Elizabet. Margareta. Johannes, [sec. 15] 

Obiit (!) Margaretha strennui militis Peregrini Walich de 
Brandekch, Elizabet Forsterin de Hohenberkh. Georgii Gartner, 
Steffani de Wulhing, Simonis de Reisenberig, Agnetis(!) vxor 
eius, vxor Waltheri ciuis de Freinstat. [sec. 15./16.J 



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168 

Kal. Novembris. — 1. November. 
Omnium sanctorum. (Roth.) (A.) 

1. Vlricus s. ct m. s. Crucis. — 

[Obiit fr. Hermannus de Aetting.] (Rasur.) [sec. 15.] 

2. Pertholdus conu. in Campolyl. Marquardus. 
Ebro conuersi in s. f. 

3. Fridericus. Ebergerus. Fridericus. Marquar- 
dus. Reyza. [Sighardus. Otto. Methildis. Wilburh. Mein-- 
hardus Valwe. Ch^no magister monete Wienne.] (Das 
eingeklammerte von Hand A.) 

Meinhardus Valwe erscheint urkundlich 1270. 

Chuno begegnet urkundlich 1261 (Fischer, Merkwiirdige Schicksale, 
Urkundenbuch 249, wo erals Bruder des Otto in foro erscheint) bis 1276 (II o r- 
ma'yr, Geschichte Wiens, II. Jahrg., 1. Bd., Urkundenbuch Nr. CXCVIII). 
Schon 1270 (Font. 1. c. 174) wird er jedoch als Magister quondam raonete 
bezeichnet. Vgl. auch Lib. fund. mon. Zwetl. 1. c. 481. 

Otto. Chueno. [sec. 14.J 

Elyzabeth. Anna. Barbara, [sec. 15.] 

IV. Nonas (Novembris). . — 2. November. 

Commemoratio omnium fidelium defunctorum. Coll. 
Fidelium deus. (A.) 

1. Obiit fr. Bernhardus s. et m. — Margareta mon. ad 
s. Ny. [sec. 14.] 

Agnes mon. ad s. Nicolaum. — Martinus s. et m. in 
Povngartenberg. [sec. 15.] 

2. Albertus in campo Lyl. Hainricus conu. Zwe. 
Bernhardus f. [sec. 14.] 

Hermannus conu. in Zwe. — Obierunt pie memorie Mi- 
chael et Anna vxor eius, parentes fratris Wolfgangi plebani (?) 
ex Poysdarff. [sec. 15. | 

Zu Letzterem vgl. 12. November. 

3. [Chvnradus. Perhta fam.] (Das eingeklammerte von 
Hand A.) Albertus. Chunradus. Benedicta. Chvne- 
gundis. 

Jeuta. Perchta de Stain. — Otto de Schrenbach. — Chun- 
radus iudex in Durnic. Alhaidis uxor eius, a quibus habuimus 



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169 

tres areas in Durniz venditas pro XII tal. et pi lira bona fecerunt 
domui. — Vbertus Alius Sleclitlini. [sec. 14.] 
Johannes, [sec. 15.] 

m. Nonas (Novembris). — 3. November. 

1. Reynwardus. Engelmarus. Leo s. et m. (A.) 
Leutwinus s. et m. f. [sec. 14.] 

2. Maricliardus conu. f. [sec. 14.] 

3. Sighardus presb. 
Alhaidis fa. [sec. 14.] 

Agnes. — Vrsula tornatrix cum quatuor filiis. [sec. 15.] 
Thomas Pecham ciuis Posoniensis cum Auna vxore sua, 

que ex sua vltima voluntate contulit nobis decern aureos Vn- 

garicales. [sec. 16.] 

n. Nonas (Novembris). — 4. November. 

1. Obiit Fr. Thomas custos s. et m. huius domus a. 
d. 1531. 

2. Fr id eric us conu. in Zwe. (Fridericus conu. stent 
fiber urspninglichem : Waltherus fain. Unter letzteren Worten 
stand: Heiuricus fam. Beides radirt. Vgl. die Familiaren- 
Columne.) 

3. Waltherus. Hainricus. 

0. Andreas Leb, Margaretha vxor ejus, parentes fratris 
Steffani. Vrsula soror eius. [sec. 15./16.] 

None (Novembris). — 5. November. 

1. Hermannus seruitor domini s. et m. (Blau.) [sec. 15.] 
Anno 1635 obiit Rev. Pater Georgius Lang philosophiae 

baccal. magister nouitiorum et parochus ad s. Magdalenam. 
Vgl. 20. October. 

2. Stephanus confersus(!) de Nouo Monte, [sec. 15./16.] 
? 3. Gothardus de Neytperch. (In fetter Schrift.) [sec. 15.] 
Chvnradus. Engla. Chvnegvndis. Geysla. 

Vili. Idus (Novembris). — 6. November. 

1. Dominus Otacherus (Zusatz [19. Jahrh.J: I.) abbas 
huius domus. (Zusatz [19. Jahrh.J: 1336.) [sec. 14.] 

1316—1336. N. St. P. 



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170 

Sifridus s. et m. in Campolil. Franco s. et m. (A.) 
Rvdolfus 8. et m. f. 

Hedwigis nion. ad s. Nycol. [sec. 14.J 

2. Rvpertus conu. in monte s. M(ari)e. 

3. Obiit Wolfgerus Reychelsperger. Item filia eius Anna. 
[sec. 15.] 

VII. Idus (Novembris). — 7. November. 

1. Jacobus s. et m. f. (Roth.) — Wentla monial. ad s. 
Nicolaum. (Roth.) [sec. 14.] 

2. Albertus conv. — Eberhardus conu. [sec. 14./15.] 

3. Agnes f. Anna f. [sec. 15.] 

0. Pernhart Pantner. Anna vxor eius et Ypolitus filius 
suus. [sec. 16.] 

VI. Idus (Novembris). — 8. November. 

? 1. Dominus Wlfingus abbas in Chotwico. [sec. 15.] 

Chvnradus s. et in. Zwe. (A.) 

N. St. Cruc. 

Pie memorie obiit Nycolaus quondam prior huius domus. 
— Dominus Wolfgangus prepositus ad s. Andream. [sec. 15.] 

N. St. P.: Wolfgang I. Peck (1473—1484). 

Fr. Matthaeus .... hospes huius domus professus in 
Aldersbach. (?) [sec. 1(1/17.] 

2. Waltherus conu. y. Otto conu.. 

3. Chvnegundis. Alhaidis. Albertus marchio [filius 
fundatoris s. Crucis, qui sepultus est in Nevnbvrch.] 
(Das eingeklammerte von Hand A.) 

Nekrolog von St. Andra a. d. Traisen zum 9. November. Er starb 
1137? N. CI. Neob. zum 9. November. 

Geuta iilia judicis in Wilhalmspvrg. [sec. 14.] 

Fridreich Lienuelder (darunter roth von Han thaler's Hand: 
Lilienfelder. Am Rande roth von derselben Hand: Nobiles in 
monte iuxta monasterium die Lilienfelder genannt) Elissabet 
vxor eius. [sec. 15.] 

Vgl. Einl. S. 11. 

V. Idus (Novembris). — 9. November. 

1. Ditmarus s. et m. Margareta mon. (A.) 
Zu Margareta vgl. N. St. Cruc. 



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171 

Nieolaus 8. et ni. f. [sec. 15. J 
N. St. P. 

Pie memorie ebiit frater Laurencius s. et m. ac celera- 
rius huius domus. [sec. 15./16.] 

2. Chynradus. Albertus conu. f. 
Mathias conu. f. [sec. 15.] 

N. St P. 

3. Johannes de Mavttorn. (!) Dyetricus Fruetto hospes 
noster in porta et Heinricus. [sec. 14.] 

Obiit pie memorie Christannus famulus infirmorum tide- 
lissimus. [sec. 15.] 

IV. Idus (Novembris). — 10. November. 

1. Hainricus s. et m. (A.) 

Nycolaus s. et m. — Martinus de Nusdarff s. et m. (Roth.) 
[sec. 15.] 

2. Vlricus Pasler conu. [sec. 14./15.J 

3. Wernhardus. Vlricus. Hugo fam. 

Obiit Hainricus de Gantzendorf et vxor eius Alhaidis, 
vnde intinnarius habet redditus IX solidorum, de qiubus red- 
ditibus tenetur inlirniarius dare conuentui seruitium in die 
sanctorum Symonis et Jude. Albertus in dem Vogelsanch, qui 
dedit conuentui III sol. et Margareta vxor eius. — Stephanus 
filius eorum ibidem, [sec. 14.] 

1297 (nicht, wie Hanthaler, Recensus I, 316, angibt, 1*298) i»9. Sep- 
tember, schenken Heinrieh vou Gantzendorf uud seine Gemalin Alheit dem 
Kloster Lilienfeld eiu Lehen mit jiihrlich 7 Schilling Dienst auf dem Diet- 
richsberge. 1310, % 25. Miirz, erneuert Alhait vou Gantzendorf, ,goaessen datz 
Chirichpcrch', Witwe Heinrichs v. G., dem Siechenhause zu Lilienfeld diese 
Scheukuug, die sie hieruach (6 Schillinge und Pfenninge Giilt Wiener 
Miinze von eiuem Lehen am Dietrichsberge) schenkte. Aus der Urkunde gelit 
hervor, dass Alhaid aus dem Hause der Klinge stanimte. Denu unter den 
Zetigen werden genannt: ,Hainrich und Pcrchtold di Chlingen, meines 
bruders siin'. 

Egidius in fouea ciuis Newnburgensis vltra Danubium 
et Anna vxor eius. [sec. lti.] 

HI. Idus (Novembris). — 11. November. 
Martini episcopi. (Roth.) 
? 1. Obiit pie memorie dominus Georius (19. Jahrh. : II.) 
dictus Oder pius pater et abbas huius domus. (Roth. 19. Jahrh. : 
1420.) [sec. 15.] 



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172 

Audi zum 27. November begegnet ein Abt dieses Namens. Wir baben 
hierGeorgll. (1412—1427) oder Georg III. (1185—1195) vor uns, ohue dass 
die Schriftziige eiue bestimmte Unterscheiduug erniogliehten. Audi ist mir 
unbekanut, welcber von beiden Oder hiess. 

Matheus s. et in. in Povmgartenberg. Chvnradus. 
Chvnradus. Hainricus. Hainricus s. et m. (A.) Eber- 
hardus acolitus et m. 

2. Vlricus conu. f. Ebro conv. f. 

Wernhardus conu. in Zwe. [sec. 14.] 

Rvgerus. Chvnegvndis. Hainricus de Radekk, qui 
dedit nobis nied. lib. reddit. pro se et progenitoribus 
suis ? de qua media libra dabitur fratribus seruicium 
ipso die. 

Der Name Heinrich von Radekk erscheint urkiindlich zwisehen 1256 
und 1299 (Blotter des Vereins fur Landeskunde von Nieder-Oesterreich. Nene 
Folge, XI. Jahrg., 124 If.) und scheint hiernach mebreren Personen zuge- 
kommen zu seiu. Unser Nekrolog nennt einen H. v. R. auch zum 16. Marz. 
Den Schriftziigen nach ist obige Eintragung die altere. 

Otto in inonte. Nycolaus et vxor eius de Grinzingen vini- 
tor noster ibidem. — Leutoldus an der Pruust. — Perchta 
fam. [sec. 14.] 

n. Idus (Novembris). — 12. November. 

1. Mehtildis mon, Wienne. (A.) 

Elizabet abbatissa ad s. Bernh. — Agnes monial. [sec. 14.] 
Elisabeth I. von Freundsberg, welche als Aebtissin von St. Bern hard 

zwisehen 1306 und 1328, oder Elisabeth II., welche 1332 urkiindlich erscheint. 

Vgl. Font. r. Austr. II. Abth. VI. Bd. 

Fridericus s. et m. in Valle Dei. [sec. 15.] 

O. fr. Wolfgangus de Poystarff plebanus in Wilhalms- 

purg, qui fideliter pro monasterio laborauit. [sec. 16.] 
Vgl. 2. November. 

2. Otto. Chvnradus conv. Zwe. 
Leutoldus conv. in Campoly. [sec. 14.] 

0. Pertholdus. Richerus. 
Chuneguudis. [sec. 14.] 

Obiit Hans Hirzdarfer fidelis famulus Georii abbatis et 
huius monasterii. [sec. 15.] 

Ydus (Novembris). — 13. November. 

1. Duringhardus mon. f. Alhaidis mon. ad s. Spiritum. 

[sec. 14.] 



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173 

Heinricus de Aschah 8. et m. — Nicolaus de Naburga 
s. et m. in Campoliliorum. [sec. 15.] 
Zn Letzterem vgl. 6. Februar. 

2. Ludwicus. Hainricus. Rimpertus. Chunradus. Chunradus 
conuersi. — Chunradus conv. Zwe. [sec. 14.] 

3. Thomas. Chunradus. Golda. Alhaidis. — Magister 
Reicherus incisor, [sec. 14.) 

Johannes im Liegk. — Tham am Puxspam, qui testatus 
est conuentui XI libras denariorum de Durnitz. 1481°. 

Matheus murator famil., qui dedit conuentui sex talenta 
denariorum. [sec. 16.] 

XVm. Kal. (Decembri8). — 14. November. 

1. Chrizendorfer. — Otto s. et m. — Vrbanus s. et m. 
— Dominus Stephanus s. et m. — Item Chunradus sen ex ad 
s. Ypolitum. — Johannes Wild dyaconus et raon. 76. [sec. 15.] 

2. Fridericus conv. f. — Rugerus conv. in Zzwe. — 
Martin us sartor conu. [sec. 14.] 

3. Dominus Chunradus plebanus de Gerlaos et frater 
domini de Mainberch. Vlricus Scophel. Chunegundis de Tulna ; 
que dedit domui X talenta den. — Elizabet. — Heinricus 
Hacher. [sec. 14.] 

1317, 20. Juli. Albero von Mainberch stiftet ein Seelgeriitb zn Lilien- 
feld fur seipen verstorbenen Brmler Konrad, Pfarrer zn Gcrlos, mit 1 Pfund 
GCUt anf dem Gute Taubstein. Das seruitinm iat anf den Philippstag, d. i. 
1. Mai angesetzt. 

XVIL Kal. (Decembris). — 15. November. 

1. Arnoldus s. et m. f. 
Waltherus conv. [sec. 14./15.] 

2. Ebergerus conu. [sec. 14.] 

3. Margareta vxor Chuuradi Retzar, vnde domus nostra 
habet vnam bonam vineam Wienne. — Geysla, que dedit nobis 
curiam valentem X talenta. [sec. 14.] 

1299. 25. Februar. Konrad der Rotzer, Margaret seine Hansfrau und 
Alber ibr Sohn schenken dem Stifte Lilienfeld um ihres Sohnes Konrad willen, 
der daselbst Monch ist, einero Weingarten, ,gelegen an der Hochenwart zwissen 
der Staingrueb vnt Pezelestorf und ist gebaizen des Rezeres weingarten', 
doth so, dass Margaret bis an ihr Lebensende den Nutzgenuss des Wein- 
gartens innehaben solle. 1300, 11. November, wird, da inzwischen Margaretens 
Gatte ,sich nu begeben bat hintz Medlik in den beiligen orden san Bene- 



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174 

dictea*, die Stiftung dahin abgeiindert, dass der Weinparten bereits jetzt in 
die Gewehr des Klosters Lilienfeld iibergehen und der vorpenannten Frau 
nur stets die Halfte des ausgepressten Wcines ausgefolgt werden solle. Dies 
bezeugt Sifrid von Feuchtwangen , Commendeur des Deutscben Ordens 
zu Wien. 

XVI. Kal. (Decembris). — 16. November. 

1. Vlricus. [sec. 14.] 

Obiit Agnes abbatissa in Ibbsa. [sec. 14./ 15.] 

Obiit fr. Georius s. et m. hospes de Labencz. [sec. 15.] 

2. Chvnradus. Ilainricus conv. in Zwe. Vlricus. 
Leutwinus. Waltherus conu. 

Vlricus conuersus in Zwetel. [sec. 14.] 

3. Chvnradus. Fridericus. Walpurgis. 
Mechthildis. — Leutoldus de [Paden?] (verloscht. Neben 

Walpurgis von derselben Hand nochmals und ebenfalls ver- 
loscht: Leutoldus de Paden) et Geysla vxor eius. [sec. 14.] 
Dominus Otto plebanus de Perchtolstorf. [sec. 15.] 
Vgl. seine Grabinscbrift bei Ha nth a lor, Recensus II, 412, wornach 
derselbe am lfi. November 1441 starb. 

Wolfgang Matschach. Omelia vxor eius. Jobst Heyslar. 
Warbara vxor eius. Obiit Elisabeth vxor Thome balneatoris 
nostri antiqui in porta, que dedit nobis vnum talentum. (Am 
Rande: Seruicium t' miidi(!) epi (!) de 1 e(!).) [sec. 16.] 

[Dominus Hartnidus 

Eberhardus filius ejus. (Verloscht.)l - 

XV. Kal. (Decembris). — 17. November. 

1. Chunradus sac. et predicator. [sec. 14.] 

Agnes conuersa. — Jacobus s. et m. ad s. Lambertum. 
[sec. 15.] 

3. Albertus Scheurberch et Hainricus filius eius, de qui- 
bus habemus curiam in Schilpach; de qua nobis ministrantur 
tria oua a festo s. Trinitatis usque ad festum s. Crucis. — 
Stephanus Desser. (?) — Heinricus Sulczer et Elizabet vxor 
eius. [sec. 14.] 

1282, 25. Juli. Albert von Scheworberch schenkt dem Kloster Lilien- 
feld den Hof Scbildbach und bedingt dafiir sicb, seiner Gomalin Margaretha 
und seinen Sohnen Otto und Hcinricli, welch letzterer bereits daselbst be- 
graben liVgt, cine Grabslntte aus, mit der Bestimmung, ,ut de qnatnor modiis 
siliginis et auene annis singulis Xnde prouenientibus a festo pentherostes et 



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175 

deinceps, quani din fieri potest, in orani cena tria oua dentur singulis raona- 
chis et conuersis*. Vgl. 25. Juli. Albert v. Sch. ist noch am 8. Marz 1297 
am Leben. 

Ein Heinrich von Sultz erscheint urkundlich 1294 (Font. r. Austr. 
II. Abth. XI, 277) bis 1312 (ebenda XVI, 36), auch 1299 als Zeuge in Lilien- 
felder Urkunden. 

XIV. Kal. (Decembrifl). — 18. November. 

1. Artolfus canonicus ad s. Ypolitum. [sec. 15.] 

Obiit frater Lucas magister curie in monte Tanperg s. 
et m. huiua monasterii 1521. 

3. Ditricus junior de Hohenberch. 

Wir haben die Wahl zwischen Dietrich II. (f vor 1294, vgl. 4. Sep- 
tember) und Dietrich III. von Holienberg, Sohn Stefans II., weleher 1316 bis 
1356 sich sicher verfolgen lasst. Die Schrift liesse eber an Dietrich II. denken, 
so dass 4. September Dietrich I. gemeint ware. 

Wlfingus de Wildek. — Chadoldus de Altenwrch. [sec. 14.] 

Zu Wulfing von Wildeck vgl. Einl. S. 24. 

Chadold I., Sohn Konrads II. von Altenburg. S. Einl. S. 23. 

Katherina de Trautmansdorf. — Urbaflus. [sec. 15.] 

XIII. Kal. (Decembris). — 19. November. 

1. Leonardus m. (A.) 

Dominus Johannes abbas in Pavmgartenb. [sec. 14./15.] 
Johann II. (1357—1375) oder Johann III. (1379-1405). 

Johannes Listel s. et m. — Chunradus, Stephanus, Vlri- 
cus, acoliti ad s. Ypolit. — Nicolaus s. et m. in Campo. — 
Paulus cellerarius 63 s. et m. huius domus. [sec. 15.] 

2. Poppo. Craza. Herdegen. Hainricus. Chvnradus. 
Wilbertus in Lyl. conuersi. 

Georius conu. — Obiit fr. Wlfhardus conu. qui multa 
bona fecit domui. [sec. 14.] 
Zu Letzterem vgl. N. St. P. 

3. Phylippus. Geroldus. Albero. Gedrudis. Alhaidis. 
Hermannus breuis, a quo habemus duas vineas. Ser- 
uicium a cellerario honestum. 

Hans Pehaim, Katherina vxor eius de Krickersaw in 
Vngaria. [sec. 15.] 

2. 3. Ipso die obiit serenissimus princeps dominus Ladis- 
laus gloriosus Rex Vngarie, Bohemie, Dux Austrie etc. in 
ciuitate Pragensi, specialis araator huius monasterii 1457. (Roth 
bis auf die Jahrzahl.) 



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176 

XII. Kal. (Decembris.) — 20. November. 

Commemoratio patrum, matrurn, fratrum et sororum 
nostra rum. (Roth.) (A.) 

1. Gedrudis mon. apud s. Nyco. [sec. 14.J 

Obiit , dominus Nicolaus abbas huius domus. (Zusatz 
[19. Jahrh.]: 1428.) [sec. 15.] 

1423— 14-28. 

2. Obiit pie memorie Leonhardus Radawner ciuis in 
Wyenna, qui habuit fraternitatem nobiscuro. [sec. 15.] 

3. "[Albertus. Hvgo. Otto. Bvhten fain.] (Das einge- 
klammerte von Hand A.) Albertus. Albertus. Hermannus. 
Vlricus. Hermannus. 

Otto. — Rudolfus. Elizabet vxor eius. — Dominus Vl- 
ricus plebanus de Potenbrunn, Hainricus pater eius, Alhaidis 
mater, Johannes frater; a quo plebano habemus redditus XH 
solidos den. [pro honesto seruicio. (Rasur.)] [sec. 14.] 

1316, 21. December. Ulrich, Pfarrer von Pottenbrnnn, kauft von Sey- 
fried, dem Schenken von Wolfsberg, 12 Schilling Giilt Wiener Miinze ,auf 
raentaekkern datz Oberndorf, zwischen Vieliofen und Raetelperg' urn 15Pfund 
Pfenningc nnd wendet dieselben dem Stifte Lilienfeld zu unter der Bedin- 
gung, ,daz der abbt hinfurwert nimmer mer die samnung von derselben gult 
sol trosten an sant Elizbetentag und sol seiner sel und seines vaters sel 
Hainrich und seiner muter sel Alhaiden und seiner pruder sel Johansen und 
Fridercich gedacht wcrden*. Es ist also der 20. (eigentlich 10.) November 
der dies anniuersarius und nicht wohl der Sterbetag. 

Elizabet conbusta in fabrica. 

XI. Kal. (Decembris). — 21. November. 

1. Stephanus de Tullua. — Elizabet mon. ad s. Ny. — 
Katherinna mo. in Ypsa. — Obiit domina Agnes abbatissa et 
comitissa ad s. Bernhardum. [sec. 14.] 

Stephanus de Tulna begegnct urkundlich 1344 und 134G. 
, Agnes Greffin von Meichssen, Aptessin zu St. Pernhart' crscheint ur- 
kundlich im Jahre 1300 (Font. r. Austr. II. Abth. VI, 309). 

Johannes Wienner canonicus ad s. Ypolitum. [sec. 15.] 

3. Alhaidis. Christina. Leukardis. Geisla. Alhai- 
dis. Methildis. 

Vlricus famulus domini abbatis occisus in Redebruenn. 
[sec. 14.] 

Item Hainreich am Schayd, qui omnia bona sua nobis 
dedit ante obitum suum. [sec. 14./1T).] 



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177 

X. Kal. (Deoembris). — 22. November. 

1. Wigandus b. et m. in Campolil. (A.) 
Wernhardus s. et m. f. — Gregorius s. et m. in Zwe. 

Waltheru8 in Pavmgartenperg. [sec. 14.] 
Zu Letzterem vgl. N. St. P. 

2. Nycolaus conu. in Campoly. [sec. 14.] 
Cholomannus fidelis conv. et amator fratrum. [sec. 15.] 

3. Hainricus. Chvnegundis. Bentla. 

Vlricus presb. et canonicus ad s. Andream. [sec. 14.] 
N. St. P. 

Obiit Johannes sellator fr. domini Pauli abbatis. [sec. 
14./15.] 

Pauls II. (f 1316), der im Nekrolog nicht genannt wird. 
Chvnradus. Wentel. Stephanus. [sec. 15.] 

IX. Kal. (Deoembris). — 23. November. 

? 1. Obiit Oswaldus ven. abbas huius loci 1507. [sec. 
17./18.?] 

f vielmehr 1511. 

Siboto. Hverzo s. et m. f. Waltherus s. et m. Zwe. 
Otto 8. et m. Zwe. Gedrudis mon. (A.) 

Elyzabet mon. — Waltherus s. et m. in f. [sec. 14.] 

Obiit fr. Petrus Kchochpinter de s. Yppolito seruitor 
domini (?) s. et m. huius domus 68. [sec. 15.] 

2. Ditricus conu. in s. f. 

3. Nycolaus. Margareta vxor Fertonis deNovaCi. 
Dominus Rapoto de Valchenberch. — Anna de Wienna, 

que dedit ad infinnariam vnaui vineam in Phafsteten, de qua 
tenetur iniirmarius seruire conuentui honestum seruitium in 
die s. dementis pape et martyris [de vinea Clementel. (Zu- 
satz von anderer Hand. Am Rande : Seruicium de infirmaria: 
l ttm frustum pi8cium.)] (Das eingeschaltete tiber einer Rasur 
von einer Hand des 16. Jahrh.) [sec. 14.] 
Zu Rapoto de Valchenberch vgl. 29. October. 

1304, 6. Januar. Agnes, Tochter der Anna Reinprechtinn, und Wolfel, 
der Wirth der Agones, Matze, derselben Anna R. Tochter, und deren Mann 
Otto, endlich Diemut, Annas Enkelin, und deren Gatte Marchart bezeugen, 
dasfl ibre Mutter Anna R. einen Weingarten, den ihr Vater ihrem ersten 
Sohne, Bruder Heinrich, Monch zu Lilienfeld, schaffte, demselben Sohne und 
dem Kloster Lilienfeld eingeantwortet hat, mit der Bedingung, dass der 
Siechmeister alle Jahre am St. Clemenstage (23. November) dem Convent 
einen Dieust von Fisclien gebe. Anna war damals nicht mehr am Lcben, 
F«ntH. Abth. II. Band XLI. 12 



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17S 

VEIL Kal. (Decembris). — 24. November. 

? 1. Obiit frater Johannes PSltiner s. et in. huius domus. 
[sec. 15.] 

Petrus s. et m. in Zwe. — Gedrudis mon. Mambergerinna 
in Ybsa. [sec. 14.] 

Fr. Vlricus m. et accolitus in Valle Dei. — Obiit pie 
mernorie Nicolaus Gamentz s. et mon. huius monasterii. [sec. 15.] 

2. Dietmarus. Hainricus conu. Ditricus conu. ad 
s. Ny. G6zwinus conu. 

Johannes conuersus in s. f. [sec. 14.] 

3. Gotfridus fam. 

Vlricus fam. — Margareta. — Vlricus de Stokstal, qui 
dedit infirmario X sol.; dimidiam libram ad luminaria et infir- 
mariam dabit honestum seruicium in die 8. Katherina. [sec. 14.] 

Magdalena. — Obiit Chuncz officialis in Redenprun et 
Anna vxor eius. Item Wolffgangus et Erhardus filii eorundem, 
qui dederunt nobis L tal. d. [sec. 15.] 

VII. Kal. (Decembris). — 25. November. 

Am Rande roth: Katherine virginis. 

1. Heinricus de Colonia s. et m. huius domus. — Obiit 

dominus senior in Valle Dei. — Johannes s. et m. in s. Corona. 

Vdalricus abbas monasterii in Glewnkch. Andreas Nycolaus s. 

et m. ibidem. Ernestus s. et m. in superiori Altach. [sec. 15.] 

Ulrich II., Abt von Gleink, 1382 bis circa 1403. Ygl. Pritz, Gcscb. 
von Garsten und Gleink, S. 179—180. 

Zu Ernestus vgl. N. St. Lamb.' 

3. Hvgo. Geisla fam. Leutoldus. Gedrudis. 
Rvgerus. 

Perchtoldus et vxor eius Gysla. — Gedrudis. Leutoldus 
de Styria. — Chunegunde. — Gysla. (Roth.) — Heinricus 
tornator. — Alhaidis im Schrenpach. [sec. 14.] 

Chunradus filius iudicis de Durniz. [sec. 15.] 

VI. Kal. (Decembris). — 26. November. 

1. Christanus s. et m. in Povmg. (A.) 

Steffanus canon, sac. Newnburgeclaustral. — Wernhardus 
Schrot. [sec. 15.] 

Obiit Beu, ac venerabilis abbas Gebhardus 1227. (Hand 
Han thaler's? Moderne Hand: ,falsch'.) 

3. Otto de Manswerd. 



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179 

Hainricus Grill et vxor eius Sophya. [sec. 14.] 

Mathias (dies Wort roth) tornator. [sec. 15.] 

Obiit pie memorie dominus Vlricus plebanus in Duernicz, 

qui habuit fraternitatem nobiscum. [sec. 15.] 

Ein Ulrich von Hardeck wurde auf Befehl des Papstes Johann XXIII. 

1410 als Pfarrer in Diirnitz eingesetzt, woriiber sich ein Process entspann. 

Derselbe ist noch 1425 Pfarrer zu Diirnitz. 

V. Kal. (Decembris). — 27. November. 

1. Obiit dominus Georius (Zusatz [19. Jahrh.]: I.) abbas 
hums domus. (Zusatz [19. Jahrh.]: a. 1281.) [sec. 15.] 

Georg III. 1485—1495. 

Petrus, Antonius, Georius, Johannes, Thomas, Georius, 
Thomas s. et m. in superiori Altach. [sec. 15.] 

2. Jevta conuersa. [sec. 14.] 

3. Chunradus Lantshuter. — Gedrudis de Stain vxor eius. 
[sec. 14.] 

Pie memorie obiit Nicolaus Pocigl, qui multa bona fecit 
domui. — Obiit pic memorie Stephanus Havaer de Diirncz, 
bonus amicus huius domus. — Obiit pie memorie dominus 
Jost Alt ciuis in Noua Ciuitate, qui habuit fraternitatem nobis- 
cum et multa bona fecit nobis, [sec. 15.] 

IV. Kal. (Decembris). — 28. November. 

1. Rvgerus s. et m. f. (A.) 

Frater Stephanus Australis cellerarius s. et m. [sec. 15.] 

2. Wichardus conv. f. 

3. Sidlo. Rueplo. Ditricus. Hertricus sco 

Chunegundis. 

Christanus. Vlricus. Elyzabet. [sec. 14.] 
Michael quondam iudex Herczogwurge. [sec. 15.] 

m. Kal. (Decembris). — 29. November. 

? 1. Obiit magister Albertus cum madera de s. Cruce s. 
et m. f. — Dominus abbas Otacherus in Medlico. [sec. 14.] 

Ottokar von Streitwiesen 1324—1329. 

Petrus Teper s. et m. 1491. — Domina Thaplwigis abba- 
tiasa ad s. Bernh. (?) — Anna monialis. [sec. 15.] 

Herwicus quondam abbas in Campoliliorwn. (Zusatz [1 9. Jahr- 
hundertj : 1275. Die Notiz von derselben Hand [17. Jahrh.], 
welche zunj 26. November den Abt Gebhard eintrug.) 

12* 



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180 

2. Engelbertus conu. in Poumg. 
Hertingus conu. [sec. 14.] 

Symon et Leupoldus conuersi ibidem, [sec. 15.] 

3. Reyza. Perhta fain. (A.) Chvnradus pistor. VI- 
ricus. Hainricus. Vlricus de Hasendorf. 

Andreas Laneid. Elizabet soror eius. Johannes, [sec. 14.] 
Crfstina de sancto Loco. [sec. 15.] 

n. Kal. (Decembris). — 30. November. 
Am Rande: Andree apostoli. 

? 1. Vitus s. et m. in Campolil. 1459. (Roth.) 

Gebhardus s. et m. in Campolil. Burchardus s. et 
m. in Povmg. (A.) 

Liupoldus s. et m. in Zwetel. [sec. 14.] 

Michael s. et can. ad s. Ypolitum. — Hainricus canoni- 
cus in Berchtsgaden. — Andreas Solsneyder canonicus in S. 
Ypolito. [sec. 15.] 

N. St. P. : Heinricus dictus Girttawer de Berchtesgaden presb. et confr. n. 
N. St. P.: Andreas dictus Sollneyder de S. Yppolito presb. et fr. 
n. 1460. 

2. Fridericus in Campolyl. 
Fridericus conu. in Zwet. [sec. 14.] 

Marichardus de Hag et vxor eius Geisla, de qui bus 
habemus redditus duorum talentorum. — Christina de Stain. 
[sec. 14.] 

1302 o. T. Marchard der Hager wendet mit Zustimmung seiner ITaus- 
frau Geisel 2 Pfund zu Vroschcnthal und Stainfeld dem Stifte Lilienfeld zu 
und bedingt sich und seiner Gattin im Kloster eine Grabstiitte, sowie einen 
Gedlichtnisstag filr sich, seinen (leider nicht genannten) Vatcr und seine Vor- 
eltern. 1308, 25. Mai, wenden dieselben zu demselben Zwecke dem Kloster 
Lilienfeld 2 Pfund Einkiinfte zu Edelitze, zu Hoflein, zu Wainzich und zu 
Purimansdorf zu. Marquard bezeichnet sich in beiden Urkunden als Vetter 
Heinrichs von Hag. Auch sonst wird in Urkunden von 1286—1293 Heinrich 
von Hag als ,veter, fratruelis, patruelis* Marcliards bezeichnet. Marchard und 
Frau Geisla werden zum 30. Juni ebenfalls aufgefiihrt. 

3. Johannes. Bartholomeus. Perhardus fam. [sec. 14./15.J 

Kal. December. (!) (Roth.) — 1. December. 

1. Rvdolfus s. et m. in Campolil. (A.) 
Pilgrimus s. et m. in Campo. [sec. 14.] 
Frater Johannes Falk dyaoonus et monachus huius do- 
mus 81. 



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181 

2. Eberhardus archiepiscopus Saltzpurgensis. (A.) 
f 1. December 1246. 

Eysgerus conv. 

Hainricus conv. in Zwe. Wolfkerus conu. f. [sec. 14.] 

3. Chunradus officialis de Asparen et vxor eius 
Leukardis. Leupoldus. Margareta ibidem. — 

Dominus Otto de Wald. (Roth.) [sec. 14.] 

Der Name Otto von Wald begleitet uns als Zeuge durch die Lilien-- 
felder Urkunden von 1268 bis 1366. Der alteste Otto von Wald (I.) lasst 
rich zusammen mit seinem Bruder Wulfing bis 1301 verfolgen. Neben dem- 
selben taucht 1297 ein Otto der Jiingere v. W. (II.) auf. Die Hausfrau des 
Letzteren hiess Dieniut (1325, 24. April). 1365, 21. Juli, erscheint urkund- 
lich ein dritter Otto v. W. (III.) rait seiner Hausfrau Sophia und seinem 
Sohne Jans. Otto II. war der Sohn Ottos I., wie daraus hervorgeht, dass 
Otto I. als Eidam Ulrichs von Merkenstein (1290), ein Ulrich von Merken- 
stein, des Letzteren Sohn, als Oheim Ottos II. bezeichnet wird (1325, 24. April). 
Einer dieser beiden Otto v. W. diirfte oben gem ein t sein, vermuthlich Otto I., 
denn dessen Gemalin Margaretha von Merkenstein (1290, 28. Februar) ist in 
inwerem Nekrologe znm 18. Juni als M. de Walde erwahnt. Von Stiftungen 
der Wald nach Lilienfeld findet sich urkundlich keine Andeutung. 

Nycolaus et Elizabet soror sua. — Obiit pie memorie 
dominus Johannes Preyner miles, pater domini Friderici Preyner 
Dostri procuratoris aput imperatorem. Agneta mater eius, Wil- 
helmus, Ewstachius, Cristofforus filii eorum,s Efranica, Cecilia 
filia eorundum. Andreas Naerzinger frater matris Friderici 
Preyner. [sec. 15.] 

IV. Non. (Decembris). — 2. December. 

1. Rvgerus prior in Campolil. (A.) 

Frater Thomas de Ebersperkch s. et m. huius domus 81. 

Hs. 267 (ZShlung Hanthaler's) zu Lilienfeld: ,Et sic est finis per 
fratrem Tbomam Piscatorem de Ebersperick professum in Campo Liliorum 
anno domini MCCCCLXXV. Et ego feci professionem in an. domini MCCCCLX 
in die Johannis ante portam Latin, in praesentia Petri abbatis, dicti 
Krotentaler. 

Vlricus abbas honorabilis in Campoliliorum. (Zusatz 
[19. Jahrh.]: 1351?) [sec. 16.] 

Wurde 1345 Abt und erscheint am 6. Juni 1351 zum letzten Male in 
dieser Wiirde. Sein Nachfolger Gerlach erscheint urkundlich bereits am 
13. October 1351. Nach Hanthaler, Fasti Campil. II, 1, 429, legte Ulrich 
seine Wiirde nieder und widmete sich fortan ganz den Studien. 

2. Geroldus conv. 

Fr. Johannes conuersus doleator et magister curie in 
Campo. [sec. 15.] 



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182 

3. Ek hard us. Alhaidis et Albertus maritus eius 
de Wienna. 

Domina Alhaidis vxor Wilhelmi do Wienna iuxta fontem, 
a quo habemus (roth. Das ttbrige radirt) [bonum vinum . . . 
semulas in crastina die]. — 

Perchtungus, a quo habemus unum t. reddituum,' chamer- 
maister(!) de Perchtoldstorf. [sec. 14.] 

HI. Nonas (Decembris). — 3. December. 

1. Vlricus s. et m. in Povmg. Alhaidis abbatissa 
Wienne. (A.) 

Dominus Oswaldus propositus ad s. An dream. — Ipso 
die obiit pie memorie Albertus suffraganeus domini Patauiensis 
bonus amator noster, qui reconciliauit ambas ecclesias nostras 
videlicet in Diirnitz et Wilhalmspurg et vnum altare in porta 
s. Trinitatis (?) et altare s. Wolfgangi in capitulo 93. (Roth.) 
[sec. 15.] 

Zu Oswald vgl. N. St. P. zum 2. December. Nach Wiedemann: Os- 
wald II. Ruger (1493—1507), mbglicher Weise auch Oswald I. (1484—1486). 

1489, 15. October. Albert, Bischof von Salona, Suffragan von Passaa, 
reconciliirt emeu Altar xu Ehren der heil. Dreifaltigkeit, aller Heiligen, der 
heil. Maria und der heil. Dorothea. 

3. Obiit Jeorgius Grun (?) seissen pater fratris Wolfgangi 
de Hainfeld. fsec. 15./16.] 

Vgl. 6. October. 

II. Nonas (Decembris). — 4. December. 

1. Jacobus mon. f. (A.) 

Fridericus s. et m. s. Crucis. [sec. 14.] 

Haindenricus s. et m. Campil. [sec. 15.] 

N. St. P. 

3. Leupoldus. 

Obiit pie memorie AnnaLadndarfferin ciuissa(!) de Wienna 
mater fratris Oswaldi, que multa bona fecit ad altare s. Mi- 
chahelis. [sec. 15.] 

Ihr Qrabstein zu Lilienfeld tragt nach Hanthaler, Recensus II, 41 3, 
die Aufschrift: ,f Hie est sepulta Anna Ladendorferin ciaissa de Wienna, 
domina mater fratris Oswaldi anno MCCCCL*. Vgl. 4. August. 

None Decembris. — 5. December. 

1. Nicolaus. Nicolaus. Jacobus. Theodericus. Martinus s. 
et m. Item Thomas nouicius. [sec. 15.] 



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1H3 

Sigismundus (Zusatz [19. Jahrh.] : I.) abbas huius domus 
professus Runensis 1495. [sec. 16./17.] 
Sigismund I. 1495—1497. 

2. Andreas. Jacobus, [sec. 15.] 

3. Geysla. Engelrat. Elblinus. Reinhardus fam. (A.) 
Vlricus. Herwicus. Hainricus. Elizabet. Methildis. 
Georius Waldner. — Alhaidis Grazzerinna. [sec. 14.] 
Margareta et Elyzabet. — Nycolaus Leczelter de Newn- 

burga. [sec. 14./15.] 

viu. Idus (Decembris). — 6. December. 
Nycolai episcopi. (Roth.) (A.) 

1. Pertholdus s. et m. in Povm. Vlricus s. etm. (A.) 
Zu Letzterem vgl. N. St. P. 

Johannes s. et m. — Gebhardus Stainer celerarius huius 
domus. [sec. 14.] 

Dominus Jacobus decanus ad s. Andream. [sec. 15.] 

2. Siboto conu. f. 

Otto conu. — Syrnon conu. f. [sec. 14.] 

3. Mehthildis ferraria. — Dominus Wichardus de Ramen- 
stain, a quo habemus redditus vnius talenti. — Alhaidis vxor 
eius. — Engelbertus. Vlricus. Agnes. Chvnegundis. Chvnegun- 
dis. — Otto Lyligenuelder [nobilis]. (Dieser Beisatz ist von 
jungerer Hand mit Imitation der alten Schrift gemacht. Am 
Rande rechts von einer Hand des 18. Jahrh.: Otto Lilienfelder.) 
— Achilles. Alhaidis vxor. — Rudgerus Perner. — Jacobus 
iudex in Diirnicz. [sec. 14.] 

Vgl. Einleitung S. 11. Bei Due Hi us, Excerpta 190, wird cine Ur- 
kunde aus dem Jahre 1331 auszugsweise raitgetheilt, laut welcber Albero von 
Mainberg ein vor mehr als dreissig Jahren ertblgtes, von ihm aber festge- 
haltenes Vermfichtniss der Alhaidis von Ramstein der Kirch e St. Polten 
zuriickstellt. 

Dorothea. — Christanus Semlerczipher pater fratris StefFani 
plebani in Wilhalmspurgk. [sec. 15.] 

Zu Letzterem vgl. 18. Marz. 

VH. Idus (Decembris). — 7. December. 

1. Nycolaus s. et m. f. — Bernhardus s. et m. in Campo- 
liliorum. [sec. 14.] 

2. Erhardus conu. f. [sec. 14./15.] 

3. Leupoldus. (A.) 



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184 

Hvgo. Jevta de Styria fam. — Johannes filius judicis de 
Raselndarf. — Angnes. — Otto. — Vlricus. — Heinricus. 
Perchta. Katherina. Petrus. Margareta. Johannes. Chvnegundis. 
[sec. 14.] 

Obiit dominus Stefanus Wysing ciuis Wyennensis, qui 
delegauit nostro monasterio centum libr. den. pro perpetuo 
anniuersario peragendo cum XII candelis et conuentui pro 
solacio vnum frustum piscium. [sec. 15. J 

Obiit pie memorie Wolfgangus pater domini Pauli abbatis 
huius domus. (Roth. Zusatz [19. Jahrh.]: 1539.) 

VI. Idua (Decembris). — 8. December. 

1. Pertholdus s. et m. f. Gebhardus s. et m. in 
Campolil. (A.) 

Dominus Rugerus episcopus Bornen. (!) mon. Cisterc. 
ordinis in Zweltla. (!) — Johannes senior f. [sec. 14.] 

Fridericus 8. et m. in Paumgartenperg. — Simon s. et 
canonicus ad s. Andream. — Philippus s. et m. in Czwetel. 
[sec. 15.] 

Vgl. zu den drei hier genannten N. St. P. 

2. Hainricus conu. f. 

3. Lilia de Goyndorf. [sec. 14.] 

Margareta de Hahenekk. (Roth.) — Domina Margareta 
comitissa de Phanberch, fundatrix capelle s. Cesarii, qui dedit 
conuentui centum talenta, cuius seruicium datur nobis in die 
Jheronimi. (Am Rande von spaterer Hand roth: Fundatrix 
capellae S. Caesarii.) [sec. 15.] 

V. Idus (Decembris). — 9. December. 

1. Gotschalcus abbas in Zwe. Marquardus s. et m. 
Fridericus s. et m. in Campolil. (A.) 

A bt Gotschalcus 1233—1248. Vgl. Frast, Decanat Grossgerungs, S. 27. 

Margareta mon. — Fridericus s. et m. in Campolil. 
[sec. 14.] 

Johannes Pulkawer canonicus ad s. Ypolitura. [sec. 15.] 

P. Joannes Wagner, professus huius domus et parochus 
in Wilhalmspurg a. 1622 die Decembris 19. (!) 

R. D. Joannes Carpentarius, 40 annis parochus in Meis- 
ling, obiit ibidem 2. Dec. 1665. 

3. Witigo fa. 



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185 

Fridericus Lueger de Wienna. [sec. 14./15.] 
Obiit dominus Dyetricus Chek, plebanus in D#rncz. 
(Roth.) [sec. 14./15.] 

IV. Idus (Deoembris). — 10. December. 

1. Bernhardus s. et m. in Campoliliorum. (A.) 
Rugerus s. et m. in Zwe. — Vlricus s. et m. — Lieb- 

hardus. Heinricus. Witigo s. et m. — Margareta mon. — Obiit 

pie meinorie magister Chunradus de Ebraco sacre theologye 

professor. (Roth.) [sec. 15.] 

Obiit pie memorie frater Wolfgangus senior s. et m. 

huius domus. [sec. 16.] 

m. Idus (Deoembris). — 11. December. 

1. Rvdolfus 8. et m. f. (A.) 

Andreas s. et m. in Zwe. — Herwicus prior, quondam 
abbas in Campo Lyl. (Roth ; das folgende radirt.) — Dominicus 
8. et m. [sec. 14.] 

Herwicus (1271—1276). Vgl. Becziczka a. a. O. 53. 

Zu Dominicus vgl. N. St P. zum 12. December. 

Wentla conuersa ad s. Ny. [sec. 15.] 

Obiit frater Fridericus de Pharkirchenn superior et cantor 
huius domus 1538. 

Gebhardus abbas huius monasterii a. 1227. [sec. 16./17.] 

Vgl. 26. November. 

II. Idus (Deoembris). — 12. December. 

1. Gotfridus abbas de Cycador. Otto acolitus et 
m. f. Rvdolfus s. et m. in Campolil. (A.) 

Alhardus s. et m. in Zwetl. — Chunradus s. et m. 
montis s. Marie, [sec. 14.] 

Obiit R. P. F. Petrus Rauch abbas huius domus. a. 1606. 
in die natiuit. domini. 

25. 10 bri8 a. 1649 obiit Reuerendus P. Andreas parochus 
in Retzbach, professus Alderspacensis. 

27. 10 bri8 1650. obiit Reuerendus P. Franciscus Philippi 
huius domus sacerdos et professus parochus in Tyrniz. 



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AN HANG. 



Inhalt des Blattes 118 der Handschrift. 

Nota qui receperunt fraternitatem nobiscum hie subnotantur. 

Die Durichleuchtig Furstin Junkhfraw Katherina filia ducis 

Arnesti. 
Ursula Hofmaistrin Hern Petern Gradner seligen Witib. 
Lwinbriczerin. 

Junkhfraw Anna Grabnerin. 
Junkhfraw Ursula Grabnerin. 
Junkhfraw Margareth Uberegkerin. 
Junkhfraw Margaret Frawnhofferin. 
Junkhfraw Margareth Awerin. 
Her Hanns Hawczinger Hofmaister. 
Her Hertneyd Kreyger. 
Her Niklas von Polentz. 
Her Caspar Wuerij. 
Her Albrecht Arass. 
Her Ludweig Ratenstain. 
Her Lienhart Aschpach. 
Her Jacob Dorner. 
Her Hanns Gybinger. 
Her Mert Rewter. 
Caspar Tschernemler. 
Bernhardus Fuchsperiger. 
Leonhardus Weytel ambo notarii principis Friderici junioris 

ducis Austrie. 
Fraw Ursula von Topel. 

Fraw Barbara Hern Otten von Topel Hawsfraw. 
Fraw Benigna Hewslerin. 



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187 

Her Kaspar von Rasenhart. Agatha vxor eius. 
Her Albrecht Korer et vxor eius. 

Wolfgang Langenawer Apoteker in Wienna. Anna vxor eius. 
Erhart von Welestorf vnser Hofmaister. Margaretha vxor eius. 
Johannes Hasel de Wyenna nostri monasterii amicus et pro- 
motor specialis et est beneficiatus Wyenne, qui dedit nobis 

summam Pysani anno 14xhi. (1442.) 
Meinhardus Loehner capellanus domini episcopi Frisingensis 

frater noster anno eiusdem. 
Hanns Stainer sartor Wyennensis frater noster eiusdem anni. 
Achacius scolaris de Villaco. 
Steffan von Melkh Burger zw Wienn und Anna Ladendorfferin 

sein Hawsfraw und Ludwicus Ladendorffer ir Sun. 
Fraw Barbara Fleischauherin Purgerin zu Wyenn sed antea 

peratrix. 
Junkhfraw Margaretha von Wyenn. 
Junkhfraw Anna Hagerin von Wyenn. 
Ulricus Pausbegkh kapellanus in Viechofen. 
Hanns Watenstayner dedit XV talenta denariorum zu Pesserung 

der Gleser in der Chirchen et gasulam anno 1441. 
Syman Potel von Wyenn und Anna Magdalena uxor eius. 
Hainreich Hayden von Wyenn und Anna sein Hausfraw. 
Michel Torler von Wienn und Dorothea sein Hausfrawe. 
Andre Stainprecher von Wyenn. 
Hanns Weisz von Wyenn. Item Kunigundis. • 
Barbara Mautterin von Wyenn. Walpurgk. 
Michel Phundtinnaschen von Wienn und sein Hausfraw. 
Item Margareth. 

Katherina und Jacob ir Man von Wyenn. 
Junckhfraw Anna. 

Lienhart Gemizer und Margaretha vxor eius. 
Item Hanns Ryeder. 
Item Hanns Winckhler. 
Item Albrecht. 
Item dominus Andreas am Stain secretarius et Wilibaldus 

Harrer scriptor serenissimi et invictissimi domini Fride- 

rici imperatoris tercii ducis Austrie etc. 
Idem eodem anno scilicet 72 decima die mensis Septembris 

receperunt eandem gratiam a nobis scilicet: 
Hanns Rosch Katherina; eiusdem de Schemnicz in Ungaria. 



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188 

Item dominus Jacobus Mayr de Ratispona cappellanus eiusdem. 

Item Lorencz Weydacher nepos eiusdem. 

Item Thaman Behem von Prespurgk cum uxore et liberis 

eorundem. 
Item der Sbartz Cristoff sein Swager cum uxore et liberis 

eorundem. 
Lona Hauptmanin von Prespurg. 
Ursula Graff Jorgin. 

Briccius Purkhgraff ze Prespurg puertig von Halbs. 
Jacob Praytenegker 'Burger zu Prespurg. 
Sebastianus Kranstorffer judex noster in Wilhalmspurga. Hed- 

wigis uxor eius. 
Dominus Stephanus Kling miles in Rabenstain. 
Dominus Fridericus Prewnner noster fidelis procurator recepit 

a nobis fraternitatem quarta feria post Katherine virginis 

et martyris anno domini dcccc83. 
Mathias Reycher apotecarius noster Wienne et Barbara uxor 

eius. 
Johannes Weinperiger iudex in Hainfeld et Barbara uxor eius; 

Katherina filia eorundem. 
Dominus Johannes Offerler beneficiatus ad sanctum Oswaldum 

in Wilhalmpurga. 



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INDEX. 



A. Personen weltlichen Standes. 

(Mit Einseliluas der weltlichen Namen geistlicher Personen.) 



Agnes, filia ducis Leopoldi funda- 
toris Li., 29. Aug. 

— vxor fundatoris s. Cruris, 24. 

Sept. 

— vxor Wenzeslai Bohemie regis, 

13. Sept. 

— vxor Wlaslai ducis Zlesie, filia 

fundatoriss. Cruris, 26. Sept. 
Aicher, Candidus, 6. Sept. 
Albelin, Katharina, 3. April. 
Albertus, marchio filius fandatoris 

s. Cruris, 8. Nov. 

— I. rex Ro manor um, 1. Mai. 

— III. dux Austriae, 29. Aug. 

— IV. dux Austriae, 14. Sept. 

— II. rex Romanorum, 27. Oct. 
Alpetauwe, Wolfgerus de, 26.Juli. 
Alser, Wolfhardus, 30. Juli. 
Alss, MarqUardus de, 9. Mai. 
Alt, Jost, 27. Nov. 
Altenburg, anniuersarium domino- 
rum de, 2. Sept. 

— Chadoldus de, 3. Marz, 1 8. Nov. 

— Chunradus de, 24. Sept. 

— Geyzla vxor Chunradi de, 7. 

Febr. 

— Leutoldus de, 28. Fobr. 



Altmannsdorf, Fridericus miles de, 

11. Febr. 
Amsdorf, Wolfardus Haym de, 

Petrus filius eius, 6. Juni, 
Andreas, rex Ungariae, 13. Jan. 
Anger, am: Wolfgang Pinter, 19. 

Juni. 

— Stephanus Veber, 22. Aug. 

— Michel Weber, 18. Sept. 
Arass, Albrecht, S. 186. 
Arnestus, archidux Austriae, 29. 

Sept. 
Aschah, Heinricus de, 13. Nov. 
Aschpach, Lienhart, S. 186. 
Asparn , Chunradus officialis de, 

1. Dec. 

— Leukardis vxor eius, 1. Dec. 

— Leupoldus, 1. Dec. 

— Margaretha, 1. Dec. 

— Petrus de, 3. Sept. 

— Trauta de, 22. Mai. 
Awerin, Margapeth, S. 186. 
Aus8e, Ulricus de, 9. Oct. 
Australis, Stephanus, 28. Nov. 

Pach, Margaretha de, 2. Marz. 

— Rudlibus filius eius, 2. Miirz. 



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190 



Paden, Leufoldusde; Goysla vxor 
eius, 16. Nov. 

— Symon de, 24. Aug. 

— Stainer, Albertus de, 6. Jan. 

— Stainer, Dietricus de, 19. Aug. 
Panther, Mat-hias, 11. Jan. 
Pantner, Pernhart, 7. Nov. 

— Anna vxor eius, 7. Nov. 

— Ypolitus Alius, 7. Nov. 
Pasler, Vlricus, 10. Nov. 
Patauia, Aicher Candidus de, 6. 

Sept. 

— Andreas de, 8. Sept. 

— Chunegundis de, 8. Sept. 

— Fauiche8, Vlricus de; Perichta 

vxor eius; Katharina vxor 
eius, 14. Juli. 

— Johannes de, 2. Aug. 

— Chunradus de, 8. Oct. 

— Nicolaup de, 11. Juni. 

— Vlricus ot Elizabet vxor eius 

do, 3. Aug. 

— Vlricus Vrvar de, 4. Mai. 
Batenstain v. Botenstein. 
Paumboll, Petrus, 6. Marz. 
Pamballer, Stefan, 23. Mai. 
Paumbollin, Katharina, 11. Juli. 
Paumgartner, Chunradus famulus ; 

Katherina vxor eius; Nico- 
laus Schoettel filius eius, 
27. April. 

— Wolfgangus, 28. Aug. 
Pawnveint, Nicolaus, 9. Sept. 
Pausbegkh. Vlricus, S. 187. 
BauaruB, Vlricus, 17. Jan. 
Bauari, Johannis mater Anna; 

Georius pater ; Achacius, 
Michael, Ypolitus fratres, 
22. Mai. 



Bauarie, ducum anniuersarium, 

17. Jan. 
Pecham, Thomas, 3. Nov. Vgl. 

S. 188. 
Pehaim, Hans, 19. Nov. 

— Katherina vxor eius, 19. Nov. 
Pehemkirchen , Wolf hardus de, 

Dorothea vxor eius, 3. April. 
Paier, de Wiermla, Wilhelmus, 

9. Marz. 
Peilstein, Eufemia comitissa de, 

16. Juni. 
Paingruber, Chunradus, 18. April. 
Painhackl, Vrbanus, 17. Sept., 

19. Oct. 
Painstarch, Johannes, 31. Mai. 
Beckenstorfer, Dominions, 23. Aug. 
Pellndorffer, Johannes, 1. Sept. 

— Johannes miles, prebendarius, 

29. Mai. 
Bemin, Katherina, 8. Febr. 
Penczing, Jacobus Holdt de, 19. 

Juli. 
Berd, Gundacherus de, 8. Mai. 
Perner, Dietricus, 26. Jan. 

— Rudgerus, 6. Dec. 

— piscator de Wienna, 5. Febr. 
Perchtolstorf, Martinus Huerrer 

de, 30. Sept. 

— Ofraia de, 20. Marz. 

— Otto de, 7. Juli. 

— Perchtungus, chamermaister 

de, 2. Dec. 
Pergaw, Vlricus dominus de, 26. 

Febr. 
Peterser, Heinricus, 14. Marz. 
Paetrischpfaen, 7. Juni. 
PfafFsteten, Leutoldus de, 5. Sept. 

— Vlricus de, 21. Febr. 

— Vlricus Dux in, 31. Mai. 



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191 



PfafFsteten, Geysla Ducissa de, 

11. Aug. 
Phanberch, Margaretha comitissa 

de, 8. Dec. 
Pharkirchen, Fridericus de, 11. 

Dec. 
Pheslin, Elizsabet, uxor judicis in 

Porta, mater Nicolai Phes- 

lini fratris Lil., 8. Marz. 
Philippi, Franciscus, 12. Dec. 

— Jodocus, 11. Aug. 
Phundtinnaschen, Michel, S. 187, 
Pilichdarfer, Vlricus, 10. April. 
Pincerna, Chunradus, 28. April. 

— Jacobus, 31. Juli. 

— Vlricus, 1. Sept. 

— Wernherus, Mechthildis vxor, 

Hartmannus etc. liberi eo- 
rum, 3. Sept. 
Pinter, Leopoldus de Puech, 10. 
Juli. 

— Wolfgang, 16. Juni.. 
Pinterin, Anna, 20. Febr. 
Pinczinger, Chvnradus. Chune- 

gundis filia eius, 6. Febr. 
Pipingus, Vlricus, 15. Juli. 
Pippinch, Albertus. Perchta vxor 

eius, 15. Sept. 
Pirhinger Erhardus, 11. Oct. 
Bischolff, Georius, 2. Juli. 
Pischolfsteten, Holhaet de, 1 8. Apr. 
Blanca, ducissa Austriae, filia regis 

Franciae, 19. Marz. 

— Maria, vxor Maximiliani I. 

imperatoris, 31. Jan. 
Planicie, Eysal vxor judicis in, 
1. Jan. 

— Otto judex in. Eysal vxor, 

21. Sept. 
Planck, Wolfgangus, 27. Oct. 



Plauchenstein, Rudolfusde, 26. Jan. 

— Diemudis de, 15. Febr. 
Plehlarius , Gotfridus. Elisabeth 

vxor, 21. Marz. 
Bleymiiller, Conradus, 15. Sept. 
Blissing, Johannes, 23. Mai. 
Ploechel, Georius, prebendarius, 

29. April. 
Ployer, Carolus, lapicida, 4. Juni. 
Plumeschein, Johannes, 20. Miirz. 
Poedwein, Vlricus, 9. April, 15, 

Juni. 
Poel, Sebastianus, 1. Oct. 
Poellinger, Veit, 19. April. 
Poelten, St., v. St. Ypolito. 
Poeltiner, Johannes, 24. Nov. 
Pogner, Martinus, 1. Miirz. 
Pognerin, Katherina, 7. Juni. 
Polbeschin, Margareta. Cristoforus 

filius eius, 9. Sept. 
Polentz, Xiclas von, S. 186. 
Poley, Johannes, 12. Juli. 
Pollonis, Johannis, vxor Anna, 

25. Mai. 
Polzze, Leupoldus et vxor eius 

Diemudis, 28. Aug. 
Polczel, Hans, 28. April. 

— Thomas, 8. Miirz. 
Pomukh, Gerhard us de, 13. Sept. 
Bononia, Fridericus physicus de, 

9. Oct. 
Ponte, Gedrudis in, 31. Juli. 
Poppenhaminna, 26. Oct. 
Porcer, Stephanus, 14: Jan. 
Porta, Agnesjudicissain, 24. April. 

— Andreas cecus in, 26. Aug. 

— Pogner Martin judex in, 1. 

Marz. 

— Pognerin Katherina hospita in, 

7. Juni. 



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192 



Porta, Chunradus, 28. Juni. 

— Elisabeth vxor Thome balnea- 

toris antiqui in, 16. Nov. 

— Pheslin, Elizabeth vxor judi- 

cis in P., mater fr. Nicolai 
Pheslini, 8. Marz. 

— Flaschinn Geysla vxor Fla- 

schonis judicis in, 6. Marz. 

— Fruetto Ditricus hospes in, 9. 

Nov. 

— Geysla vxor judicis in, 9. Marz. 

— Goriczerin Anna hospita, 27. 

Oct. 

— Wishofer, Gregorius judex in, 

12. Sept. 
Posch, Heinricus, 11. Juni. 
Posoniensis ciuis, Thomas Pecham, 

3. Nov. 
Potel, Syman; Anna Magdalena 

vxor eius, S. 187. 
Potenprunner, Radegundis Rey- 

sacherin vxor, 26. Sept. 
Potendorf, Heinricus de, 8. Sept. 

— Hermannus de, 10. Juni. 

— Rudolfus de, 22. Jan. 

— Siboto de, 21. Febr. 

— Ulricus de, 16. Jan. 
Potenstein (,Batenstain*), Chune- 

gundis de, 19. April. 

— Hugo de; Anna filia, 26. Oct. 
Watenstainer, Hans, S. 187. 
Botenstainer, Chunradus, 4. Juni. 
Poystarff, Wolfgangus de, 2. Nov., 

12. Nov. 
Pozenerynno, Anna, 31. Oct. 
Pocigl, Nicolaus, 27. Nov. 
Prabstorf, Preohtlo de, 10. Aug. 
Brandeckh, Peregrinus Walich de, 

miles, 31. Oct. 
Prant, Georius de, 21. Marz. 



Prant, Jacobus de, Katherina vxor, 

3. Sept. 
Praunspach, Merichlo de, 22. April. 
Prattpechkin, Barbara, 25. Febr. 
Prediger, Georius et Agnes vxor 

eius, 11. Jan. 
Preyner, Agnes, 1. Dec. 

— Cecilia, 1. Dec. 

— Cristoforus, 1. Dec. 

— Efranica, 1. Dec. 

— Eustachius, 1. Dec. 

— Fridericus, 1. Dec, S. 188. 

— Johannes miles, 1. Dec. 

— Wilhelmus, 1. Dec. 
Praytenegker, Jacob, S. 188. 
Praitter, Georgius, 31. Juli. 
Premingarius, Heinricus, 13. Mai. 
Prenberger, Georgius, 7. Jan. 
Prendl, Gregorius, 28. Febr. 

— Sebastianus, 16. Marz. 
Praencz, Leopoldus juris doctor, 

2a. Oct. 
Presburg, Praitenegker burger zu, 
S. 188. 

— Briccius, Burggraf zu, S. 188. 

— Lona, Hauptmanin von, S. 1 88. 
Breuis, Hermannus, 17. Nov. 

— Leopoldus. Margaretha uxor, 

16. Marz, 19., Marz. 
Proder, Nicolaus, 25. Oct. 
Bruech, Thomas de, 18. Oct. 
Prunna, Nycolaus Slit de, 1. Juli. 
Prunst, Leutoldus an der, 11. Nov. 
Puech , Leopoldus Pinter de, 

20. Juli. 
Puchperg, domina Gedrudis de, 

8. Marz. 
Puchpergarius, Wolfgerus, 3. Jan. 
Puchpergerinn,Margareta, 12. Mai. 

Vgl. 24. Juni. 



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193 



Puchpergerinn , Margareta filia, 

19. Mai. 
Buda, Nicolaus de Javrino, ciuis 

in, 1. Jan. 

— Lucas de, 7. Marz. 

Pukell, Virions prebendarius, 4. 

Febr. 
Palkawer, Johannes, 9. Dec. 
Piirgl, Virions, 4. April. 
Puxspam, Thamam, 13, Nov. 

Carnifex, Hertreich, 2. Juni. 

— Martinus, 5. Juli. 

— Martinus, 29. Sept. 

— Stephanus, 26. Juni. 
Carpentarius, Johannes, 9. Dec. 
Cella minor, Vdalricus officialis 

in ; Cristina vxor, 19. Juni. 

Celo, Leupoldus de ; Petrissa vxor, 
31. Marz. 

Colonia, Heinricus de, 25. Nov. 

Corona, Heinricus, Katerina, Mar- 
gareta de, 9. Febr. 

Talingerin, Barbara, 5. April. 
Tanperg, Schutwemppel Heinricus 
de, 3. Marz. 

— Sutbemplin de, 26. Juli. 
Thautendorfer, Chunradus, 15. 

Miirz. 
Tectoris, Wolfgangus, 19. Oct. 
Taegerin, Katherina, 23. Aug. 
Tegcthoff, Martinus, 25. Juli. 
Tehelsprunerin, Elisabeth, 8. April. 
Teyra, Nicolaus, 25. Jan., 22. Juni. 
Tekendorf, Heinricus de, 11. Oct. 

— Stephanus de, 10. Juli. 
Demps, Casparus, 23. Mai. 
Dens, Otto, 17. April. 
Theodora, ducissa Austrie, 21 . Juni. 

Fontes. Abth. II. Bd. XL1. 



Teper, Petrus, 29. Nov. 
Desser, Stephanus, 17. Nov. 
Tesser, Chunradus, 27. Juni. 
Textoris, Thomas, 9. Jan. 
Diemer, Ciriacus, 22. Sept. 
Diezenpech , Heinricus. Wontla 

vxor, 22. April. 
Dinklspuel de, Achacius Faigla, 

lapicida, 23. Oct. 
Tochkel, Johannes, 27. Jan. 
Toeckhol, Vlricus de; Margareta 

vxor, 12. Juni. 
Dote, Albertus de, 12. Oct. 
Topel, Barbara, Otten v. T. Haus- 

frau, S. 186. 

— Elisabeth, vxor Weiohardi de, 

25. Marz. 

— Eufemia de, 5. Febr. 

— Gedrudis vxor Weichardi de, 

7. Marz. 

— Margareta vxor d. Vlrici de, 

17. Oct. 

— Ofmia vxor Weichardi de, 

7. Marz. 

— Otto von, S. 186. 

— Otto Alius Weichardi de, 7. 

Marz. 

— Vlricus de, 10. Jan., 17. Oct. 

— Ursula von, S. 186. 

— Wiohardus de, 7. Miirz, 25. 

Marz. 

— Wichardus, 1. Jan. 

Topler, d. Stephanus, 15. Juni. . 
Torler, Michel; Dorothea seine 

Hausfrau, S. 187. 
Dorner, Jacob, S. 186. 
Trautmannsdorf, Katherina de, 

18. Nov. 

Dregsel, Johannes ot Elisabeth 
vxor eius, 26. Aug. 
13 



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194 



Dregslerin, Christina, 22. Oct. 
Drescher, Nicolaus, 6. Sept. 
Drezing, Otto de, 15. Juli. 
Drochsel, Chunradus, Margareta 

vxor, 7. Jan. 
Drtiml, Petrus, 21. April. 

— Virions, 21. Sept. 
Tschernemler, Caspar, S. 186. 
Tulna, Alhaidis de, 31. Jan. 

— Cunegundis de, 31. Jan., 

14. Nov. 

— Dietricus de, 17. Oct. 

— Gedrudis de, 27. April. 

— Gerdrudis de, 6. Oct. 

— Geuta de, 31. Jan. 

— Heinricus de, 9. Juni, 28. Aug. 

— Johannes de, 11. Miirz. 

— Rottaler, Jeronimus de, 7. Sept. 

— Stephanus de, 16. Oct., 21. 

Nov. 

— Tueta de, 14. Febr. 

— Virions de, 4. Mai. 
Tumberczer, Albertus, 31. Miirz. 
Tuemprobst(hof), Konrad im, 25. 

April, 14. Aug. 

Typerger, Petrus, 14. Sept. 

Durnhardt, Melchior, 4. Febr. 

Diirniz (Durncze), Chunradus ju- 
dex in, 2. Nov. 

— Ditricus judex in, 2. Jan., 

22. Febr. 

— Ditricus Glosl judex in, 11. 

Mai. 

— Jacobus judex in, 6. Dec. 

— Martinus judex in, 24. Aug. 

— Leupoldus offioialis, 19. Febr. 

— Alhaidis vxor judicis de, 1 . Oct. 

— Alhaidis vxor Chunradi judi- 

cis de, 2. Nov. 

— Albelin Kathcrina de, 3. April. 



Diirniz (Durncze), Chunradus Alius 
judicis de, 25. Nov. 

— Ditricus, 25. April. 

— Ha vaer Stephanus de, 27. Nov. 

— Margaretha in, 21. Jan. 

— Otto, 25. April. 

— Peterser Heinricus fam. de, 

14. Miirz. 

— Czubaich Martinus Carpenta- 

ria de, 18. April. 
Diirnitzer, Wo., 26. Mai. 
Tyernstain, Pilgrimus de, 16. Aug. 
Thyringer, Johannes, 28. Oct. 
Diirrenpekch, Johannes, 6. Sept. 
Dux, VlricuB, 31. Mai. 
Ducissa Geysla, vxor Vlrici, 11. 

Aug. 

Ebans(?), Wolfgangus de, 10. Jan. 
Ewersperg, Stadlor Martinus do, 

10. Mai. 
Eborsperkch, Thomas de, 2. Dec. 
Eberstorf, Rimbertus de, 23. Sept. 
Eberswaldt, Hieronynius, 24. Miirz. 
Ebraco, Chunradus de, niagister 

s. th. professor, 10. Dec. 
Edlpauer, Wolfgangus, 22. Febr. 
Egenburga, Hermannus ciuis de. 

Lyeva vxor eius. Chuno- 

gundis. Dorothea filia, 4. 

Miirz. 

— Lieba vxor Hermanni magistri 

ciuium de, 12. Juni. 
Egenwurgaerin, Gey la, 8. Aug. 
Eitenpergarius, Nicolaus, 26. Miirz. 
Eyzenzieher, Laurencius. Magda- 

lena vxor, 10. Sept. 
Eckher, Franciscus, 10. Aug. 
Eleonora, imperatrix, vxor Fer- 

dinandi II. imp., 27. Juni. 



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195 



Elisabeth, marchionissa de Styrc, 
8oror fundatoris s. Crucis f 

10. Oct. 

— filia Leupoldi ducis Austrie 

et Styrie, 17. Aug. 

— regina Roraanorum, 28. Oct. 
Emlinge, Alramus von, 4. Miirz. 
Engeltael, Symon ze, 5. Febr. 
Ennser, Johannes, 2. Marz. 

— Nicolaus, 25. April. 

— pare rites Johannis, 19. Marz. 
Enczestarff, Cholomannns do, 13. 

Oct. 
Erchengershof, Sifridus in, 1 5. Jan. 
ErnestuB v. Arnestus. 

— marchio, filius fundatoris s. f , 

23. Jan. 
Ernsprun, Elizabeth de, mater fr. 
Martini de E., 30. Sept. 

— Martinus de, 25. Miirz. 

— Thorn as de. Margareta, Katho- 

rina sorores eius, 13. Juli. 
Eschenau, Tibaldus officialis in, 
28. Juni. 

— Gedrudis, filia Bernhardi Desch- 

nawe, 26. Jan. 

— Wernhardus comes do. Alhai- 

dis vxor, 20. Mai. 
Ewsitz, Erhardus Pirhinger de, 

11. Oct. 

— Wolfgang Huefsraid do, 20. 

Miirz. 

— Erhardus Morchkonslach de, 

7. Febr. 

— MichaolMerchenslagdo, 5. Jan. 

Faber, Clemens, 6. Febr. 
Faigla, Achacius do Dincklspuel. 
Brigitta vxor eius, 23. Oct. 
Valb, Heinricus, 24. April. 



Falwe, Meinhardus, 1. Nov. 
Falk, Johannes, 1. Dec. 
Valchenberch(Valkenwerch), Had- 
marus de, 7. Oct. 

— Rapoto de, 29. Oct. 

— Rapoto de, 23. Nov. 
Valchenstainerin, 2. Mai. 
Faschang, Jorius, 7. Juni. 

— Otto, 2. Sept. 

Faulches, Ulrici vxor Perichta, 

14. Juli. 
Veinstuellin, Barbara, 16. Marz. 
Velwingarius, Fridericus, 1 9. April. 
Veldun, Wolfgangus. 25. Miirz. 
Veloben, Rudolf us do, 25. Miirz. 
Veleizhm (!), Jans de Monte et, 

4. Febr. 
Fell, Martinus de, 28. Oct. 
Velzberch, Nicolaus Quarinto, 1. 

Aug. 
Volsberch, Vlricus de, 11. Juli. 
Ferdinandus I. Imperator, 9. Juli. 

— II. Imperator, 14. Febr. 

— III. Imperator, 2. April. 

— IV. Rex Romanorum, 9. JuJi. 
Verier, Wolfgangus, 12. Oct. 
Vertar, Johannes, 10. April. 
Ferto, Syghardus, 1. April. 
FertonisvxorMargaretha, 23. Nov. 
Fesel, Nicolaus, 6. Mai. 
Veuchsen, Vlricus miles do. Ag- 

nos vxor, 22. Juli. 
Vcustrilz, Jancobina de, 13. Miirz. 
Villaco, Achacius scolaris do, S. 

187. 
Viilula, in, Stephanus scriptor, 

1. Aug. 
Filzstal, Mcinbordus im, 31. Oct. 
Finanzzerin , Anna ; Margarota 

filia eius, 12. Juli. 
13* 



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196 



Vischgretl, Gregorius, 31. Juli. 
Vising, s. Wising. 
S. Vito, Ortolfus de, 5. April, 
26. Juni. 

— Petrus Neusel de, 28. Marz. 
Flasce, Stephanus, 7. Juni. 
Flaschinn, Geysla vxor Flaschonis 

judicis in Porta, 6. Marz. 
Flass, Otto; Margareta filia eius, 

25. Juli. 
Fluschart, Gotfridus; vxor sua 

Perch ta, 9. April. 
Vogelsanch, in dem, Albertus, 

Margareta vxor, Stephanus 

films eius, 10. Nov. 
Fontem circa, Wilhelmus junior, 

2. Aug. 
Forberg, Leonardus, 10. Marz. 
Forster, Thomas, 23. Oct. 
Forsterin, Elisabeth, 31. Oct. 
Fouea, Figidius in; Anna vxor, 

10. Nov. 
FraudorfF, Nicolaus, prebondarius, 

24. Aug. 
FrawnhofFerin, Margarot, S. 18G. 
Freinstat, Agnes vxor Waltheri 

ciuis de, 31. Oct. 
Frewnczhawsen, Loo de, 29. Oct. 

— Leo de, Margareta filia eius, 

28. Mai. 
Fridericus dux Austrie, 15. Juni. 

— dux Austrie, 16. April. 

— dux Autttrie et Styrie, 18.Miirz. 

— Rex Roraanorum, 13. Jan. 

— III. Iraperator, 18. Aug. 
Fridl, Caspar Sebastianus, 1 3. Mai. 
Friesnoker, Burchardus, 9. Oct. 
Frisaco, Nicolaus de, 2. Juli. 
Vrizenstorf, Otto miles de; Leu- 

kardis vxor oius, 2. April. 



Froschl, Valentinus, 28. Aug. 
Fruetto, Dietricus de, 9. Nov. 
Fruetp, Heinricus, 15. Juni. 
Fruetoris Nicolai vxor Katherina, 

29. Jan. 
Fuchs , Johannes , carpentarius, 

4. Juni. 
Fuchsperiger, Bernhardus, nota- 

rius Friderici junioris, ducis 

Austrie, S. 186. 
Fuerter, Jost, 29. Juli. 

— Vlricus, 3. Jan. 

Gallinator, Rugerus, 12. Marz. 
Gamentz, Nicolaus, 24. Nov. 
Gantzendorf, Hainricus de; Al- 

haidis vxor, 10. Nov. 
Gartner, Georgius, 31. Oct. 
Gedrudift % dxicium dc Prunsicich, 

18. Marz. 

— neptis Theodore ducisso Au- 

strie, 9. Juli. 
Geueller, Nicolaus et Anna vxor 

eius; Nicolaus filius eius, 

Anna vxor eius, 18. Aug. 
Geyr, Wolfharchus, 23. Mai. 
Geiselher, Heinricus, 4. April. 
Gemiczer, Lienhart; Margareta 

vxor eius, S. 187. 
Gerwer, Petrus, 13. April. 
Gewchramer, Pertholdus, 24. Aug. 

— Heinricus, 11. Juni. 
Gewchramerin, Chunigundis; Ja- 
cobus filius eius, 9. Febr. 

— Katherina, 1. Oct. 

Gcwalt, Rymon, 12. Mai. S. Gwalt. 
Gybinger, Hans, S. 186. 
Gyessorinna, Perichta, 21. Sept. 
Gloesel, Dietricus; Wilbirgis vxor, 
11. Mai, 13. Mai. 



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197 



Glozzl, Christannus, 12. Oct. 
Glozzl, Johannes; Christannus fra- 

ter eius, 9. Aug. 
Gloggnitzer, Ambrosius, 5. Febr. 
Gmund, Elisabeth, soror Heinrici 

de, 7. Sept. 

— Heinricus de, 10. Jan. 

— Johannes de, 9. Febr. 
Gnemhartlinn, Margareta, 2 1 .Marz. 
Gneuss, Albertus, 7. Marz. 
Gobolczpurgk, Johannes de, 2. 

April. 
Gollerus, Balthasar, 26. Marz. 
Golstain, Sifridus, 1. Jan. 
Goriczerin, Anna, 27. Oct. 
Goyndorf, Otto miles de, 31. Jan. 

— "Lilia de, 8. Dec. 
Grabnerin, Anna, S. 186. 

— Ursula, S. 186. 
Gradner, Peter, S. 186. 
Graeuendorferin, Margareta, 24. 

Jan. 
Granum, Heinricus, 9. Jan. 
Grasser, Otto; Chunegundis vxor, 

26. April. 

— Stephanus; Margareta vxor, 

Chunegundis filia, 26. April. 

Grazzerinna, Alhaidis, 5. Dec. 

Grattwoll, Caspar, 19. Febr. 

Greffler, Stephanus, 24. Juni. 

Greyczenstetten, Bernhardus do, 
14. Febr. 

Greytschenstetten, Johannes de, 
18. Mai. 

Grill, Heinricus et vxor eius So- 
phia, 26. Nov. 

— Otto, 16. Jan. 

Grinczing, Elisabeth de, 10. Aug. 

— Nicolaus vinitor de, 24. Marz. 



Grinczing, Nicolaus et vxor eius, 

vinitor de, 11. Nov. 
Grinzinger, Johannes, 28. Febr., 

29. Juli. 

Gropiter, Symon; Katherina vxor 
eius, 31. Oct. 

Grossaw, Elisabeth de, 8. Sept. 

Grueb, Lento Id us in der, 31. Aug. 

Gruening, Chunradus de, 11. Juni. 

Grunseissen, Jeorgius, 3. Dec. 

Gundachari, Johannis, vxor Chri- 
stina, 24. Febr. 

Guenvaren, Otto de, 19. Febr. 

Guesmet, Georius, et Elisabeth 
vxor eius, 20. Juli. 

Guzterknecht, Michel, 23. April. 

Gwalt, Johannes, 10. Juli. 

Gwaltin, Margareta, 6. Marz. 

Hacher, Heinricus, 14. Nov. 
Havaer, Stephanus, 27. Nov. 
Hag, Alhaidis vxor Rugeri de, 
27. Mai. 

— Terhta filia, 27. Mai. 

— Geisla, vxor Marichardi de ; 

30. Nov. 

— Geisla, vxor Marquardi de, 

30. Juni. 

— Heinricus de, 9. Jan. 

— Irmgardis de, 27. April. 

— Marichardus de, 30. Nov. 

— Marquardus de, 30. Juni. 

— Reichgardis de, 6. Mai. 

— Rugerus de, 4. Sept. 
Hagerin, Anna, S. 187. 
Hagaerin, Margareta, mater fratris 

Gregorii, 21. Aug. 
Hahenberckh v. Hohenberg. 
Halbs, S. 188. 
Hansgraf, Heinricus, 14. Febr. 



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198 



Hansgrauarii, Wilhelmi, Johannes 
filius, 9. Oct. 

Hart, Johannes Bernardus, 9. Marz. 

Hard, Vlricus de, 26. Oct. 

Harttradus, 8. Sept. 

Hardeke, Otto et frater suus Chun- 
radus et Chadoldus mini- 
sterialis occisi, 26. Juni. 

— Wilwirgis comitissa in; Perh- 

toldus comes, maritus eius, 
27. Aug. 
Harlant, Eysal de, 9. Oct. 

— Gotfridus de, 31. Marz. 
Harrer, Wilibaldus, scriptor Fri- 

derici III. imperatoris, S. 
187. 
Hasendorf, Geysla de, 19. Marz. 

— Virions de, 29. Nov. 
Hawczinger, Hans, S. 186. 
Haumerinna, Anna. 28. Sept. 
Hauseck, Elisabeth de, 20. Sept. 
Hechel, Nicolaus, 26. Jan. 
Haegnagl, Georius et Elisabeth 

vxor eius, 23. Juli. 
Hayden, Heinrich; Anna seine 

Hausfrau, S. 187. 
Haienfell, Laurencius de, 7. Mai. 
Heilbirgis, ducissa Bohemorum, 8. 

Jnni. 
Heiligengeist, Andreas, 9. Aug. 
Haym, Wolfardus, 6. Juni. 
Hainberch, Sophia comitissa de, 

26. Jan. 

Heinburch, Ulrious de, 26. Nov. 
Haynfeldt, Anna judicissa in, 1. 
Mai. 

— Joutta vxor Eberhardi judicis 

in, 2. Marz. 

— Barbara Weinpergerin judi- 

cissa de, 2. Juli. S. 188. 



Haynfeldt, Johannes Weinperiger, 
iudex in; Barbara uxor, Ka- 
tharina filia. S. 188. 

— Eberhardus judex in, 24. Oct. 

— Jacobus judex in; Margareta 

vxor, 24. Juli. 

— Johannes judex in, 21. Febr. 

— Grunseissen, Jeorius pater fra- 

tris Wolfgangi de, 3. Dec. 

— Haegnagel, Georius de; Eli- 

sabeth vxor, 23. Juli. 

— Heczzhel, Leutoldus, faber in, 

30. Marz. 

— Institor, Ludowicus, 28. Juli. 

— Johannes de, 21. Febr. 

— Liepoldus de, 20. Aug. 

— Margareta, mater fratris Leo- 

poldi de, 7. Jan. 

— Sticker, Stephanusde, 1 8. Marz. 

— Wolfgangus de, 6. Oct., 3. Dec. 
Haynfelder, Johannes, 22. Jan. 
Heimvelderinn, Elisabeth; Mar- 
gareta fil., 13. Oct. 

Heinricus VII. Imperator, 24. Aug. 

— dux Baxcarie, dtinde Autirie, 

14. Jan. 

— dux filius fundatoris, 26. Sept. 

— [dux Austrio et StyrieJ, 2. Febr. 
Heyslar, Jobst; Warwara vxor 

eius, 1Q. Nov. 
Hewslerin, Benigna, S. 186. 
Heicza, Erhardus de, 14. Sept. 
Haekler, Stephanus, 27. Juni. 
Heckler, Fridericus, 14. Miirz. 
Helbling, Petrus, 11. Febr. 
Helbinger, Gregorius, 31. Juli. 
Helmlini, Katharina vxor, 3. Juni. 
Hencendorf, Bcrtholdus dc, 3. Febr. 
Hertl, Christophorus, fr. conu. 

lapicida, 3. April. 



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199 



Herczogenburga, Johannes de, 
30. April. 

— Michael judex de, 28. Nov. 

— Virions de, 23. Juni. 
Heugin, Chunigundis, 9. Sept. 
Hcczzhel, Leutoldus, 30. Marz. 
Hilgeri, Philippus, parochus in 

Retzbach, 18. Oct. 
Hincer, Nicolaus, 14. Jan. 
Hirzdoifer, Hans, famulus Georii 

abbatis, 12. Nov. 
Hoefgeber , Georius , procurator 

domini propositi de S. Ste- 

phano, 31. Aug. 
Hofman, Nicolaus, 4. Sept. 
Hohenberg (Hohenberckh, Hohen- 

wercli), Anniuersarium domi- 

norum de, 2. Sept. 

— Ditricus de, 4. Sept. 

— Ditricus junior do, 18. Nov. 

— Fridericus de, 30. April. 

— Kalochus de, 14. Fobr. 

— Stephanus de, 7. Jan. 
Hohemvergarius, Stephanus, 19. 

Aug. 
Hoheneck, Ditricus do, 11. Juni. 

— Forsterin, Elisabeth de, 31. Oct. 

— Margaretha de, 8. Dec. 

— Otto, dapifer de, 9. Febr. 

— Symon de, pater fratris Georii 

Oeder, 23. Mai. 
Hohenwart, Alhaidis de, 6. Jan. 

— Heinricus de, 22. Mai. 

— Margareta, 28. Febr. 

— Rap ot inn a de, * 26. Marz. 
Hold, Georius, 3. Febr. 
Holdt, Jacobus, 19. Juli. 
Hollenbrunn, Wartholomaeus de, 

22. Aug. 



Holerbrunn, Wolfgangus Schawr 

de, 28. Jan. 
Holfuez, Otto filius, 16. Nov. 
— Stephanus prebendarius , 27. 

Febr. 
HoLzep, Stephanus, 7. Juni. 
Huefsmid, Wolfgang, 20. Marz. 
Humel, Albertus, 5. Mai. 
Huener s. Gallinator. 
Huerrer, Martinus, 30. Sept. 
Hunczgrueber, Chunradus, 29. 

April. 
Hunczhammer, Paul, 26. Mai. 

Idha, comitissa de Znoym, 1 4. April. 

Inna, Wernhardus de; Alhaidis 
vxor eius, 25. Febr. 

Inne, Heinricus de, 5. Mai. 

Jaurino, Nicolaus de, 1. Jan. 

Jewching, Johann Lienfelder in, 
24. Sept. 

Yetzenberger, Georius, 23. Aug. 

Josephus I. Iraperator, 17. April. 

Judenburga, Brigida de; Hein- 
ricus maritus eius, 25. Juni. 

Chagler, Hnericus(!), 17. Febr. 

Chalperg, am, Hermannus cum 
mitra, 4. Febr. 

Chaltenpech, Fridericus, Leupol- 
dus filius, Guta vxor eius, 
6. Mai. 

Chaltenpech, Herwordus, 4. Sept. 

Khamror, Kholomani, patris, pa- 
rentes Jeorius Khamrer, An- 
dreas Fieregan, Margareta 
Khamrerin, 16. Sept. 

Karig, Leonardus, 5. Marz. 

Karlsteten, Erhardus Swibek de, 
auus Stephani abbatis, 23. 
April. 



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200 



Karlsteten, Katherina Muglerinn 

de, 30. Juni. 
Chapfenberch, Yermgardis de, 25. 

April. 

— Gotfridus de, 18. Mai. 

— Gotfridus de, 2. Juni. • 
Karolus V. Imperator, 21. Sopt. 

— VI. Imperator, 20. Oct. 

— Dux Austrie et Styrie, 13. 

Juni. 
Chasten, Michael de, 5. Oct. 
Chastner, Heinricus, 25. Jan. 

— Heinricus, 27. Aug. 

— Sifridus, 30. Aug. 
Katherina,filiaducisArnesti,S.186. 
Chavn perch, Perch ta de, 29. Sept. 
Chekch, Dietricus, 9. Dec. 

— Johannes, 25. Sept. 
Kelbl, Ypolitus, 29. Sept. 
Chemph, Gotfridus, 29. Juni. 
Chemphin, Christina, 1. Jan. 

— Gedrudis, 10. Jan. 
Kenfelder, Osbaldus, 24. Sept. 
Cherebrunner, Ditricus, 12. April. 
Chern, Michael, pater fr. Fride- 

rici de S. Ypolito. Margareta, 
Elizabet vxores. Elisabet et 
Agnes filiae. Martinus filius. 

15. Juii. 

Kernerstock, Christannus, Kathe- 
rina vxor eius, 22. Jan. 
Cherspaum, am, Chunradus, 1 . Juni. 

— Leutoldus, 5. Juli. 
Kerspeckh, Bolfgangus, 2. Febr. 

— Otto, 21. Mai. 
Chirchperk, Chunradus am Mair- 

hoff et Anna vxor eius in, 

16. Oct. 
Chlaubendorf, Stephanus Rede- 

brunner de, 4. Oct. 



Kling, Stephanus, S; 188. 
Chling, Vlricus, 21. Mai. 
Chnoedl, Fridericus, prebendarius, 

18. Jan. 
Chnuppfer, Eberhardus, Gerdrud 

vxor, 24. Juli. 
Kchochppinter, 23. Nov. 
Chobelshoffer, Dietricus, 22. Febr. 

— Thomas, Margaretha, Chuni- 

gundis vxores eius, 22. Febr. 

Kostler, Andreas, 9. Juni. 

Kolbeck, Eberhardus, 23. Aug. 

Cholbecher, Eberhardus, 3 1 . Marz. 

Kolbeis, Eberhardus, 16. Marz. 

Kollinger, Michael, 11. Aug. 

Khorrenfeyl, Thomas, de S. Ypo- 
lito, 13. Jan. 

Korer, Albrecht, S. 187. 

Chottcrarii vxor Diemudis, 8. Sept. 

Crafft, Ignatius, 16. Sept., 1. Oct. 

Kramelius, Nicolaus, 24. Sept. 

Kramer (Cramer), Jacobus, 1 5. Juli. 

— Johannes, 28. Jan\ 

— Leutoldus, Chunigundis vxor, 

30. April. 

— Wenceslaijs et Helena vxor, 

10. April. 
Chranichpergerinn, Elizabeth, 12. 

Aug. 
Kranperger, Johannes, 1. Oct. 
Kraeutboll, Johannes, 18. Marz. 
Chrems, Aihaidis ferraria, 1 9. Juli. 

— Prechtlo de, 4. April. 

— Duersto de, 25. Jan. 

— Engelbertus ciuis do, 31. Marz. 

— Fridericus de, 19. Oct. 

— MathiaB judex in, 18. Marz. 

— Petrus de. 1. Juni. 

— Sifridus de, 2. Sept. 

— Zaismannus ciuis de, 20. Aug. 



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201 



Chrepfel, Leonardus, 1. Aug. 
Chreucharii, Nicolaus, Petrus fra- 

tres, 6. Aug. 
Chreucher, Leutoldus, 24. Miirz. 

— Nicolaus, 26. Oct. 
Chreucherinn, Eysal, 30. Juni. 
Creuspech, Chunradus, 14. Aug. 
Kreyger, Hertneyd, S. 186. 
Krickersaw (in Ungaria), Hans 

Pehaim de, Katherina vxor, 

19. Nov. 
Chriechpoum, Vlricus, 17. Juni. 
Chriglar, Georgius, 30. Aug. 

— Elisabeth et Chunegundis vxo- 

res Stephani, 30. Aug. 
Chrizendorfer, 14. Nov. 
Kranstorffer, Sobastianus, S. 188. 
Cronsdorffer, 17. Aug. 
Kronsstorfferin, Heydwide, 3. Mai. 
Chrotentaler, Petrus, 21. Febr. 
Chunring, Albero, filius Hadmari 

de, 16. Febr. 

— Leutoldus de, 16. Juni. 
Chuerz, Chunradus, 20. April. 

— Chuenczl der, famulus Stephani 

abbatis, 21. Febr. 
Chursner, Andree, Elisabeth vxor 

eius, 29. Sept. 
Kyelerin, Elisabeth, 14. Juni. 

Labencz, Georius, hospes de, 16. 

Nov. 
Ladislaus (Postumus), rex Vnga- 

rie, Bohem., dux Austrie, 

19. Nov. 
Ladendorfer, Ludwicus, S. 187. 
Ladndorfer, Osbaldus, 4. Aug. 
Ladndorferin, Anna, mater fr. Os- 

waldi, 4. Dec. S. 187. 



Laistl, Caspar, Anna vxor eius, 

29. Sept. 
Laimholtz, Wernhardus, Alhaidis 

vxor, 20. April. 
Laneid, Andreas, Elisabet soror 

eius, 29. Nov. 
Lang, Georgius, phil. baccal. ma- 

gistr. nouit., 20. Oct., 5. Nov. 
Landshuter, Chunradus, 27. Nov. 

— Gedrudis de Stain, vxor eius, 

27. Nov. 
Langenauer s. Lenginawer. 
Laubenwerch, Heinricus de, 22. 

April. 
Laukin, Gregoriusaufder, 22.Juli. 

Vgl. Lem, aus der. 
Leb, Andreas, Margarcta vxor, 

parent os fratris Stephani ; 

Vrsula soror eius, 4. Nov. 
Lebetarii, Nicoiai vxor Geysla, 

13. Febr. 

— Nicolaus, 31. Juli. 
Leiden, Leukardis de, 3. Juli. 
Lem, aus der, Gregorius, 7. Febr. 
Lempach, Otto de, 30. Oct. 
Lengenpach, Albertus Weniger de, 

28. Jan. 

Lengenveld, Hainricus de, 30. Oct. 

Lenginawer, Martinus pater Wolf- 
gangi, Anna, Margareta vxo- 
res, 3. Mai. S. 187. 

Jueopoldus I. Impcrator, 5. Mai, 

27. Juni. 

Leupoidus, dux Bawarie et mar- 
chio Austrie, 18. Oct. 

— dux Austrie fundator JL.il., 

28. Juli. 

— filius Leupoldi fundatoris Lil., 

15. Aug. 

— camerarius regine, 12. Mai. 



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202 



Lewbestorff, Ditricus de, 21. Juli. 
Leczelter, Nicolaus, 5. Dec. 
Liebek, Otto de, 16. Jan. 
Liebenberch, Poppo de, 7. Febr. 
Liechtenstainer, Erhard, 19. Juni. 
Liegk, im, Johannes, 13. Nov. 
Lienfelder, Fridreich, Elisabeth 
vxor, 8. Nov. 

— Elisabeth, 13. Oct. 

— Osbaldus ; Magdalena vxor, 

Johan pater, Christina mater 

eius, 24. Sept. 
Lyligenuclder, Otto nobilis, 6. Dec. 
Lintaprun, Haert de, Stephanus 

auus eius ; Vlricus auus eius, 

29. April. 
Lynteprunner, Johannes, 11. Oct. 
Listel, Johannes, 19. Nov. 
Loco S., Chunradus cliens de, 

22. Sept. 

— Christina de, 29. Nov. 

— Vlricus, ll.Miirz. 
Loohner, Meinhardus, S. 187. 
Longus, Chunradus, 22. Sept. 

— Vlricus, 3. Sept. 
Lonholcz, Vlricus, 3. Mai. 
Lonsdorf, Heinricus doininus de, 

vxor Agnes, 3. Febr. 
Lonstorfcr, Heinricus, 20. Febr. 
Lueger, Fridericus, 9. Dec. 
Lutick, Daniel, 26. Mai. 
Lwinbrinczerin(!), S. 186. 

Manswerd, Otto de, 26. Nov. 
Margarcta, llcgina Horn., filius 

ducis Loupoldi, 29. Oct. 
Marggrabcr, Paulus, 1. Oct. 
Margram, Tetrus, 10. Aug. 

— Heinricus, 16. Jan. 



Matschach , Wolfgang , Omelia 

vxor, 16. Nov. 
Mathias, Romanorum Imperator, 

20. Marz, 31. Oct. 
Mauzzer, Heinricus; Jost, Nico- 

laus, filii eius, 21. Juli. 
Mautarn, Siboto ciuis in, 3. Marz. 

— Hechel Nicolaus de, 26. Jan. 

— Hugo de,Alhaidis vxor, 24. Jan. 

— Johannes de, 9. Nov. 
Mautterin, Barbara, S. 187. 
Maximilianus I. Imperator, 25. 

Jan. 

— II. Imperator, 2. Oct. 
Medlico, Albertus de, 23. Sept. 
Mainberch, Fridericus do, 7. Mai. 

— Gotfridus, filius domini Otto- 

nis de, 9. Sopt. 

— Heinricus de, 1. Sept. 

— Chunradus, plebanus de Ger- 

laos, frater domini de, 14. 
Nov. 

— Otto de, 11. Aug. 

— Otto de, et cum eo occisi, 

21. Mai. 

Mainbergerinna, 9. Juli. 

— Gedrudis, 24. Nov. 

Mainhardus miles, 21. Mai. 

Mayr, Jacobus, S. 188. 

Mairhoff, am, in Chirchperk, Chun- 
radus, vxor eius Anna, 16. 
Oct. 

Mcizelberndorf, Heinricus de, 13. 

Sept. 
Melkh, Steffan von, S. 187. 
Mendel, Johannes, 13. April. 

— Stephanus, carpontarius, 13. 

Mai. 
Merchenslag, Erhardus, 7. Febr. 

— Michael, 5. Jan. 



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203 



Merckenstain, Gysla domina de, 

25. Marz. 
Mertzenslage, Waldramus, Gedrudis 

vxor, 5. April. 
Meyssau, Ortolfus, films Ortolfi 

judicis de, 5. Aug. 

— d. Stephanus de, 13. Fcbr. 
Masserl, Johannes, 26. Aug. 
Miklouich, Benedictus, 1. Sept. 
Mirlo, Johannes, 27. Sept. 
Mistelbach, Nicolaus Hofman de, 

4. Sept. 
Monaco, Petrus de, 30. Jan. 
Monte, in, Chunradus Lupoldi filius 

fratris Vreitlonis, 9. Juni. 

— Hadmudis in, vxor Chunradi filii 

VreWonis, 13. Aug. 

— Jane de, etVotleizhm, 4. Febr. 

— Otto in, 11. Nov. 

— Vreitlo, fitius d. Chunradi et 

dominae Hadmudis, 9. Juni. 
Muer, Michael, 7. Oct. 
Muerre, Perch toldus, 4. April. 
Muerrin, Anna de Neunburckh, 

mater fratris Thome, 3 1 . Aug. 
Muglerin, Katherina, 30. Juni. 
Murerberch, Vlricus de, 22. Jan. 
Murum, super, Chunradus, Die- 

mudis vxor, 30. Marz. 
Mystes, Andreas, 4. Jan. 

Naerzinger, f rater matris Friderici 

Preyner, 1. Dec. 
Xarlinger, Chunradus, 24. Juli ; 

v. Noerlinger. 
Nater, Chunradus, 18. Mai. 
Naeusel, Petrus, 28. Marz. 
Xcytperch, Gothardus do, 5. Nov. 

— d. Ditricus de, 1. Juli. . 



Neytperch, Gedrudis vxor Got- 
schalci [seniorisj de, 31 . Jan. 

— d. Gotschalcus de, 15. Marz. 

— Gotschalcus, vxor Elspet, 14. 

Febr. 

— Mechthildis, vxor d. Gotschalci 

iunioris de, 1. Marz. 
Neitpergario,seruicium de, 1 3. Oct. 
Neithart, Peter, 1. April. 
Neu(n)burga, Carnifex Martinus de, 

5. Juli. 

— Carnifex Martinus de, Anna 

vxor, 29. Sept 

— Christofforus balneator de, 14. 

Febr. 

— Chunegunt de, mater fratris 

Ludwici, 12. April. 

— Deittreich de, 5. Aug. 

— Dittricus et Margareta vxor 

eius de, 6. Mai. 

— Gedrudis de, 1 9. Marz. 

— Gregorius de, 30. April. 

— Gewalt, Simon de, 12. Mai. 

— Gwalt, Johannes dc, 10. Juli. 

— Gwaltin, Margareta de, 6. Marz. 

— Hailka de, 20. Febr. 

— Haimueldcrinn, Elisabeth de, 

Margareta fil., 13. Oct. 

— Heinricus de, 23. April. 

— Heinricus de, Maza vxor, G. 

Febr. 

— Heinricus ciuis in, 16. Febr. 

— Hilta de, 10. Marz. 

— Johannes de, 2. Aug. 

— Lebetarii Nicolai vxor Geysla 

de, 13. Febr. 

— Lebetarius, Nicolaus, ciuis in, 

31. Juli. 

— Leczeltcr, Nicolaus, 5. Oct. 

— Ludwicus de, 8. Mai. 



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204 



Neu(n)burga, Margareta de, 15. 
Mai. 

— Muer, Michel- de, 7. Oct. 

— Muerrin, Anna de, 31. Aug. 

— Nicolaus de, 13. Nov. 

— Otto de, 1. Sept. 

— Petrus de, 16. Aug. 

— Reschin, Anna de, 15. Sept. 

— Rugerus de, 4. April. 

— Schiuer, Bernhardus, Bene- 

dicta vxor sua de, 29. Sept. 

— Schlechtlin Katharina, vxor 

de, 5. April. 

— Sifridus de, Trauta et Elisa- 

beth vxores, 31. Aug. 

— Swertfurber, Jacobus de, 23. 

April. 

— Teym, Nicolaus de, 25. Jan., 

22. Juni. 

— Toechkel, Johannes de, 27. Jan. 

— Tockhel, Vlricus de, 12. Juni. 

— Walkhaymer,uinitorin,22.Juli. 

— Wentla de, 6. Febr. 

— Wisentinn, Cristina de, 1. Mai, 

14. Mai. 

— Wysento, ciuis de, 16. Marz. 

— ultra Danubium (Kornouburg), 

Fouea in, Egidius ciuis in, 

10. Nov. 
Nevnburger, Bernhardus, 31. Aug. 
Neundorf, Hugo de, 29. Juli. 

— Leupoldus, Hermannus ibid., 

Alhaidis vxor eius, 29. Juli. 
Neuwalde, Marchardus de, 12. Juli. 
Newchum, Nicolaus, 1. Jan. 
Nydcrmarcht, Sifridus in, 20. Febr. 
Nyger, Vlricus, 1. Sept. 
Noerlinger,Ortolfus,Leucardisvxor 

eius, 24. Oct. v. Naorlinger. 
Notzman, Chunradus, 20. Febr. 



NouaCiuitate, Albertus de, 2 1 . Aug. 

— Bero ciuis de, 10. Aug. 

— Chunradus ciuis de, 5. Marz, 

7. Sept. 

— Dietmarus ciuis de, 11. Jan. 

— Ekpertus ciuis de, 7. Sept. 

— Ferdo, Syghardus de, 1. April. 

— Fertonis, Margareta vxor de, 

23. Nov. 

— Fridericus de, 6. Marz. 

— Fridericus magister chori in, 

17. Juni. 

— Heinricus ciuis in, 23. Aug., 

21. Oct. 

— Jost Alt, ciuis in, 27. Nov. 

— Chastner, Heinricus de, 2 5. Jan. 

— Chastner, Hermannus de, 27. 

Aug. 

— Trautmannus de, 17. Sept. 

— Ulricus ciuis in, Rudolfus filius 

eius, 16. Aug. 

— Visingerin, Mechtildis de, 27. 

Juni. 

— Visingus, Martinus, judex, vxor 

eius Mehthildis, 3. Febr. 

— Wernhardus de, 4. Sept. 

— Wernhardus ciuis de, 9. April. 

— Memoria fidclium qui petierunt 

per incendium in, 20. Mai. 
Nusdorf, Martinus de, 10. Nov. 

— SeyfridusScheckh,de,28.Febr. 

Ochsenburch, Gisla de, 27. Sept. 
Oede, Marichardus de, 15. Aug. 

— Wentla vxor eius, 15. Aug. 
Oedenburg v. Soprouium, Nico- 
laus de, 13. Miirz. 

— Nicolaus Ratner, Elisabeth, 

Chunegundis vxores eiusdera 
de, 5. Aug. 



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205 



Oeder, Georius, 23. Mai, 11 Nov. 
Offeler, Johannes, S. 188. 
Offlencz, Vincencius de, 30. Mai. 
Oppauia, Johannes de, 12. Juni. 
Oppidulo, in, Sigismundus Tor- 

neator, 29. Juni. 
Osterburch, Alhaidis vxor d^ Chun- 

radi de, 2. Febr. 
Othacherus, dux Styrie, 10. Mai. 

— rex Bohemie, 26. Aug. 
Olto, dux Austrie, 16. Febr. 

— dux Austrie, 1. Sept. 

— dux Babarie, 14. Sept. 

Quarinto, Nicolaus, 1. Aug. 

Rabenstain, anniuersarium domi- 
norum de, 2. Sept. 

— Elisabeth de, 8. April. 

— Gedrudis de, 13. Sept. 

— Chling, Stephnnus miles in, 

S. 188. 

— Ulricus judex de, Thomas Alius 

eius, 29. Juli. 
Radaun, Margareta de, 22. Juli. 
Radawner, Leonhardus, ciuis in 

Wienna, 20. Nov. 
Radekk, d. Heinricus de, 16. Miirz. 

— Heinricus de, 11. Nov. 
Radeprunne CRedenprunne 4 ), 

Perhta de, 23. Juni. 

— Perehta de, vxor domini Stephani 

de, 5. Oct, 

— Chuncz, officialis in, Anna 

vxor eius, Wolfgangus, Er- 
hardus filii, 24. Nov. 

— Elisabetde, 2. April, 12. Sept. 

— Gotfridus, officialis in, 29. Juni. 

— Heinricus de, 4. Miirz. 

— Hunczharaer,Paull de, 26. Mai. 



Radeprunne (,Redonprunne*), Leo 
de, 12. Sept. 

— Margareta, 28. Febr. 

— Puchpergarius, Wolfgerus de, 

3. Jan. 

— Puchpergerinn, Margareta de, 

12. Mai. 

— Tiemo et vxor eius de, 24. Febr. 
Redeprunner, Stephanus, 4. Oct. 
Ratenstein, Ludwig, S. 186. 
Rackerspnrga, Meingoltus de, Wentel 

vxor, 6. April. 
Ramstain, d. Elisabeth de, 8. Juli. 

— de Weichardus de, 22. Febr. 

— d. Weichardus de, Alhaidis 

vxor, 6. Dec. 
Rappotenstain, Michael Chern de, 

1 5. Juli. 
Raseldorf, Eysengrim judex de, 

19. Febr. 

— Laurencius filius eius, 1 9. Febr. 

— Johannes fi liusjudicis de, 7.Dec. 

— Ziircher, Ulricus, judex noster 

in, 15. Juni. 
Ratzedorf, Alhaidis, judicissa de, 

24. Sept. 
Razlendorf, Chunradus officialis 

in, 22. Mai. 

— Wilhelmus officialis in, Gisla 

filia eius, 20. Jan. 
Rasenhart, Caspar, S. 186. 
Ratispona, Jacobus Mayr de, S. 

186. 

— Leonhardus Karig de, f>. Miirz. 
Ratner, Nicolaus, Elisabeth, Chu- 

negundis vxores, 5. Aug. 
Rauch, Petrus, 12. Dec. 
Raumer, Anthonius, 28. Aug. 
Raechlerinn, Elisabeth, 16. April. 
Rechwanger, Meinhardus, 27. Aug. 



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206 



Raedlarius, Heinricus, Alhaidis 

vxor eius, 25. Marz. 
Regower, Johannes, 22. Marz, 

22. April. 
Roichard, Georgius, 26. Sept. 
Reycher, Mathias apotecarius, S. 

188. 
Reychesperger, Johannes, 24. Oct. 
Reychelsperger, Wolfgerus, 6. Nov. 
— Anna filia eius, 6. Nov. 
Reidaxin, Mathildis, 31. Oct. 
Reiss, Laurentius, 31. Oct. 
Reisenberig, Simon de, Agnes vxor 

eius, 31. Oct. 
Reysacherin, Radegundis de, vxor 

Potenprunner, 26. Sept. 
Reschel, Vlricus, 18. Jan. 
Reschin, Anna, 15. Sept. 
Rowter, Mert, S. 186. 
Retzar, Chunradi vxor Margareta 

15. Nov. 
Rieder, Hans, S. 187. 
Rioderin, Dorothea, 4. Juli. 
Rogen, am, Ortlinus, 28. Oct. 
Rogonis curia, in, Geisla, 2 1 . Marz. 
Roggenhoff, am, Gedrudis vxor 

Nicolai, 26. Marz. 
Rockonpach, Lienhardus, 23. Oct. 
Ronger, Georius, 6. Marz. 
Rosch, Hans, S. 187. 
Rottalor, Joronimus, do Tulna, 

pater fr. Sebastiani, 7. Sept. 

— Scbastianus, 20. Sept., 27. 

Sept. 
Rudolfus I. Rex Roman., 15. Juli. 
Rudolfas Rex Bohemie, 3. Juli. 

— II. Imporator, 20. Jan. 

Saccularius, Otto, 13. Miirz. 
Sagittarius, Molchior, 23. Miirz. 



Sagmine, absque, Marquardus, 28. 

April. 
Samson, Christophorus, 21. Jan. 
Sartorius, Sebastianus, 6. Juli. 
Schalach, Sophia comitissa de y 10. 

Mai. 
Schaunberg , Alhaidis comitissa 

vxor d. Chunradi de, 23. 

Febr. 

— d. Hainricus de, 1. Aug. 
Schawr, Chunradus, 17. Febr. 

— Ulricus, 18. Juli. 
-— Wolfgang, 28. Jan. 
Schefherron, 25. Juli. 

Schayd, am, Hainrich, 21. Nov 
Scheybeben , ciuis de Wienna, 

28. Aug. 
Schoybserin, Vrsula, 9. Aug. 
Scheckh, Seyfridus, 28. Febr. 

— Anna, Katherina, Margareta, 

Elisabeth vxores eiusdom, 

28. Febr. 

Schemnitz, Hans Rosch de, Ka- 
tharina, S. 187. 

Schench, Hainricus, 25. Febr. 

Schoror, Wolfgang, 31. Marz. 

Scheurberch, Albertus ot Hainri- 
cus films eius de, 17. Nov. 

Schvornberch, Heinricus de, 25. 
Juli. 

Scheuerlin, Katharina vxor, 5. 
April. 

Schifor (Schiver), Bernhardus, 

29. Sept. 

— Walthasar, 2. Juli. 
Schlochtlin, Katharina vxor, 5. 

Mai. 
Schnabel, Dominicus, 23. Jan. 

— Michael, 25. Febr. 
Schobor, Chunradus, 23. April. 



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207 



Schober, Sifridus, 15. Sept. 
Schoenpekch, Stephanus, Martinus, 

Katherina filii eius, 9. Mai. 
Schoephelmayer, Fridericus, 25. 

Aug. 
Schoerndl, Nicolaus, 27. Juni. 
Schollnirit, Vlricus, 7. Febr. 
Schratt, Blasius, 23. Sept. 
Schrenpach, Alhaidis in, 25. Nov. 

— Ditricus in, 6. Marz. 

— Heinricus in, 6. Marz. 

— Michael sutor de, 18. Aug. 

— Otto de, 22. Juli, 2. Nov. 

— Otto, officialis in, 1. Jan., 11. 

Sept. 

— Polzl, Hans, 28. April. 

— Polzel, Thomas, 8. Marz. 

— Solsneyder, Nicolaus de, 13. 

Aug. 
Schrot, Wernhardus, 26. Nov. 
Schruker, Johannes, 6. Febr. 
Schuechlerinn, Vreutla, 6. April. 
Schuefarn, Chunradus do, 31. Jan. 
Schutcnhelmer, Andreas, 7. Oct. 
Schulter, Nicolaus, Michahel filius 

eius, 12. Aug. 
Schuettel, Nicolaus, 27. April. 
Schutwemppol, Heinricus, 3. Miirz. 

— Nicolaus, 22. Aug. 
Sutbemplin, Anna, 26. Juli. 
Schwalber, Leonardus, 4. Juni. 
Scophel, Vlricus, 14. Nov. 
Seklarius, Vlricus, 17. Jan. 
Seld, Margareta, 1. Sept. 
Semlercziph, Stephanus, 18. Miirz. 
Scmlerczipher, Christannus, pater 

fir. Stephani, 6. Dec. 
Sengseissen , Augustinus , Elena 
vxor, parentos fratris.Lau- 
renici de Haionfell, 7. Mai. 



Seueld, Georius Bischolff de, 2. 
Juli. 

— Fridericus de, 28. Aug. 
Symonin, Siffridus, 7. Sept. 
Sindt, Robertas, 6. Jan. 
Sippech, Otto, 16. April. 
Sitpach, Agnes vxor Ottonis de, 

19. Sept. 
Sittart, Nicolaus, philos. mag., 

I. Oct. 

Slechtlin, filius Vbertus, 2. Nov. 
Slaot, d. Offo de, 3. Aug. 
Sleten, Stephanus de, 2. Mai. 
Sletnario, seruicium do, 26. Juni. 
Sletner, Hainricus, 2. Juni. 
Sletnorinn, d. Elizabet, 23. Febr. 

— Petrissa, 5. Miirz. 
Slit, Nycoiaus, 1. Juli. 

— Ulricu8, 22. Juni. 
Smausser, Petrus, 10. Jan. 
Smerpauch, Cristanus, 24. Sept. 
Smorberinn, Jeutta, 21. Juni. 
Sney der, Mert, prebendari us nostor, 

28. Jan. 
Snezl, Heinricus, 27. Juli. * 

Solsneyder, Andreas, 30. Nov. 

— Nicolaus, 13. Aug. 
Sopronium v. Oedcnburg, Anto- 

nius fr. de, 23. Mai. 

— Caspar Laistl et Anna vxor 

eius do, 29. Sept. 

— Turchoc de, Weila vocor, Ferkoc 

filius, 13. Miirz. 
Spiczer, Johannes, 24. Oct. 
Stadler, Mathias, 10. Mai. 

— parentos eius, 1. Juni. 
Stiiudinger, Jorig, Dorothea vxor 

eius, 5. Aug. 
Stangestal, Heinricus Textor'de, 

II. April. 



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208 



Stain (Lapis), Agnes de, 26. Marz. 

— Perhta de, 20. Jan., 10. Aug., 

2. Nov. 

— Clara in, 7. Aug, 

— Christina de, 30. Nov. 

— Chunradus Landshuter, Ge- 

drudis vxor eius, 27. Nov. 

— Eberhardus decimator de, 9. 

Oct. 

— Gedrudis, 27. Nov. 

— Gotfridus et uxor eius Kathe- 

rina de, 24. Februar. 

— Haidenricus ciuis de, 22. Febr. 

— Haistolfus ciuis in, Gerwirgis 

vxor, 12. Juli. 

— Ludwicus, 8. Miirz. 

— Martinus ciuis in, 25. Juli. 
Stain, Andreas am, secretarius 

Friderici III. imperatoris, 

S. 187. 
Stainberg , an dem , Georius et 

Anna vxor eius, 12. Jan. 
Stainer, Dietricus, de Paden, 19. 

Aug. 

— Albertus, de Paden, 6. Jan. 

— Gebhardus, 6. Dec. 

— Hanns, sartor Wionnensis, S. 

187. 

Stainprecher, Andre, S. 187. 

Stainprecher, Hanns et vxores Ka- 
therina, Dorothea, 29. Marz. 

Stiker, Stephanus, Katherina vxor 
18. Marz. 

Styria, Leutoldus de, 25. Nov. 

— Jeuta, 7. Dec. 

Stockstal, Johannes de, 25. Mai. 

— Vlricus de, 24. Nov. 
Straubinger, Thomas, 20. Aug. 
Strauch, Cornelius (abbas Lil.), 

23. Juni. 



Strauch, Larabertus supr. uigil. 

prefectus in castris Hisp., 

6. Febr. 
Strecing, Chunradus de, 25. Marz. 

— Dietmarus et Vlricus filius 

eius de, 24. Miirz. 

— Meinhardus de, 31. Jan. 

— Vlricus officialis de, 11. Juli. 
Strezingarius, Hainricus, 4. Marz. 
Strobel, Jacobus, 3. Febr. 
Strohof. Wilhelmus in, Margardis 

vxor, 22. April. 

— Wilhelmus in, Katherina vxor, 

26. Juli. 
Sultzer, Heinricus et Elisabet 
vxor, 17. Nov. 

— Ulricus, 21. Jan. 
Sulzpacber, Johannes, Mar gar eta 

vxor, 10. Aug. 
Sunleiterinn, Margareta, 27. Aug. 
Sueuus, Chunradus, 15. Febr., 

13. Sept. 

— HeinricUs, 30. Juni. 

— Otto, 5. Miirz. 

Swabdorf, Heinricus de, Alhaidis 

vxor, 9. Miirz. 
Sbartz, der, Cristoff, S. 188. 
Swemel, Nicolaus, 10. Sept. 
Swemlin, Margareta, 27. Juni. 
Swemlinus, Michahel, Margareta 

vxor eius, 15. Aug. 
Swertfurber, Jacobus, 23. April. 
Swibek, Erhardus, 23. April. 

— auus Stephani abbatis, Chuno- 

gundis vxor, 23. April. 

Uberegkerin, Margareta, 27. Juni. 
Uberling, Thomas de, 19. Juni. 
Umkerer, Johannes, 26. Sept. 
Ungarie rex, Andreas, 13. Jan. 



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209 



Urvar, Rapoto de, 11. Sept. 

— Ulricus de, 4. Mai. 

Wagner, Hanns, Anna vxor, Mar- 
garets filia, 30. Sept. 

— Johannes, 9. Dec. 

Walde (Silua), Chunradus de, 19. 
Marz. 

— Dietmarus in, 20. Marz. 

— Margareta a de, 18. Juni. 
Wald, d. Otto de, 1. Dec. 
Waldner, Georius, 5. Dec. 
Walich, Peregrinus miles de Brand- 

ekh, 31. Oct. 
Walkhaymer, Petrus, uinitornoster 

27. Juli. 
Wabe, d. Friderici de, aduocati 

nostri vxor Anna, 21. Oct. 

— Heinricus de, 13. Sept. 

— d. Reinpertus de, 3. Marz. 
Weber, Michel, 18. Sept. 
Veber, Stephanus, 22. Aug. 
Wegschraet, Nicolaus, 8. Oct. 
Weydacher, Lorencz, S. 188. 
Waidhofen, Marchardasde, Geysla 

vxor, 25. Juli. 
Weinheppel, Symon, 21. April. 
Weinperiger, Johannes, Barbara 

vxor, Eatharina filia, S. 188. 
Weinpergerin, Warbara, 2. Juli. 
Weinziirl, Anna Pinterin de, 20. 

Febr. 
Weispacherin, Barbara filia, 26. 

Marz. 
Weiss, Hans, S. 187. 

— Thomas, 9. Sept. 

Weytel, Leonhardus, notarius Fri- 
derici junioris ducis Austrie, 
S. 186. 

Fontee. Abth II. Bd. XLU 



Weytra, Johannes de, 20. Mai, 
28. Oct. 

Weizenek, Chunegundis vxor do- 
mini de, 26. Mai. 

Weizzenberck, d. Dietricus, Had- 
marus filius eius, 10. Marz. 

— Dietricus iunior de, 24. Jan. 

— d. Dietricus senior de, et Of- 

mia vxor iunioris Dietrici 
de, 26. Oct. 

— Hainricus de, 31. Jan. 

— Leupoldus de, 21. April. 

— d. Otto de, 26. Marz. 
Waizenrieder, Jacobus, 16. Mai. 
Welesdorf, Erhart von, Hofmeister, 

Margareta vxor eius, S. 187. 
Welsar, Hermannus, 25. Juli. 
Welsbach, Seruatius, 17. Oct. 
Welspergerin, Magdalena, 22. Aug. 
Weniger, Albertus, 28. Jan. 

— Thomas, 30. Mai. 
Widmendel, Rugerus, 1. Jan. 
Wienna, Agnes de, 15. Jan., 1. 

Juli. 

— Alhaidis de, 16. Febr. 

— Alhaidis et Albertus maritus 

eius de, 2. Deo. 

— Alhaidis, vxor Wilhelmi de, 

2. Dec. 

— Altmannus de, 10. Jan., 19. 

Febr. 

— Andreas de, 16. Jan. 

— Anna de, 23. Nov. 

— Paulus de, 30. April. 

— Perhta de, 28. Jan. 

— Perner pisoator de, 5. Febr. 

— Phundtinnaschen, Michel von, 

S. 187. 

— Potel, Simon de, S. 187. 

— Poellinger, Veit, de, 19. April. 

14 



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210 



Wienna, Pollonis, Johannis de, 
uxor Anna, 25. April. 

— Praencz, Leopoldus, 20. Oct. 

— Preunricus de, 1. Sept. 

— Chastner, Sifridus de, 30. Aug. 

— Katherinade, 21. Jan., 2.Juli. 

— Katharina und Jacob ihr Mann, 

von, S. 187. 

— Chemphin, Christina de, 1 . Jan. 

— Chunegundis de, 10. Marz, 6. 

April, 2. Juli. 

— Chunegundis vxor Altmanni 

de, 19. Febr. 

— Chuno, magister monete, 1. 

Not. 

— Chunradus, ciuis de, 22. Juli. 

— Torler, Miohael von, Anna 

seine Hausfraw, S. 187. 

— Dote, Aibertus de, 12. Oct. 

— Egenwurgaerin, Gey la de, 8. 

Aug. 

— Erne8tus ciuis, 29. Aug. 

— Fleischhauerin, Barbara, pur- 

gerin zu, S. 187. 

— Fontem, juxta, Alhaidis vxor 

Wilhelmi de, 2. Dec. 

— Gallinator (Huener), Rugcrus 

de, 12. Marz. 

— Gevchramer, Heinricus de, 

11. Juni. 

— Hagerin, Anna von, S. 187. 

— Hansgrauarii, Wilhelmi filius, 

Johannes de, 9. Oct. 

— Kartmannus de, 31. Oct. 

— Hartradus ciuis de, 8. Sept. 

— Hasel, Johannes de, S. 187. 

— Haumerrina, Anna, vxor Hein- 

rici de, 28. Sept. 

— Hayden, Heinreich von, Anna 

seine Hausfrau, S. 187. 



Wienna, Heinricus de, 12. Marz, 
31. Marz, 28. Sept. 

— Helbing, Petrus de, 11. Febr. 

— Helmlini de, Katherina vxor, 

Katherina filia, 3. Juni. 

— Kermannus de, 15. Mai. 

— Hierzo institutor ciuis de, 10. 

Aug. 

— Jacobus institor ciuis de, 17. 

Marz. 

— Johannes et vxor eius Kathe- 

rina de, 19. Jan. 

— Ladndorfferin, Anna, ciuissa 

de, mater fr. Oswaldi, 4. Dec. 

— Leupoldus in, 2. Mai. 

— Leupoldis breuis de, Margareta 

vxor, 19. Marz. 

— Lueger, Fridericus de, 9. Dec. 

— Margareta de, 7. Aug. S. 187. 

— Margram, Heinricus, 16. Jan. 

— Maria, domina de, 1. Febr. 

— Marquardus de, 31. Jan. 

— Mechthildis de, 26. Marz. 

— Melk, Steffan von, Burger zw, 

S. 187. 

— Micklouich, Benedictus de, 1. 

Sept. 

— Neunburger, Bernhardus de, 

Chunegundis vxor, Johannes 
filius oius, 31. Aug. 

— Noerlinger, Ortolfusde, 24. Oct. 

— Otto saccularius de, 13. Marz. 

— Radawncr, Leonardus , ciuis 

in, 20. Nov. 

— Raumer, Antonius, ad D. Ar- 

changelum Michaelem in W. 
organici chori magister, 28. 
Aug. 

— Roychor, Mathias, apotecarius, 

Barbara vxor eius, S. 188. 



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211 



Wienna, Saccularius, Otto de, 13. 
Marz. 

— Scheybeben ciuis de, 28. Aug. 

— Smerberin, Geutta de, 2 1 . Juni. 

— Stainer, Hans, sartor, 8. 187. 

— Stainbrecher,Andre,von,S.187. 
— - Tueta de, 23. Marz, 11. April. 

— Vlrious de, 21. Jan., 14. April. 

— Vlricus, commendator de domo 

Teutonica in, 20. Oot. 

— Vitus de, 17. April. 

— Weisz, Hanns von, S. 187. 

— Weispacherin de, Barbara filia, 

26. Marz. 

— Wenlo de, 27. Oct. 

— Wysing, Stephanus, ciuis de, 

7. Dec. 
Wienner, Johannes, 21. Nov. 
Wiermbla, Chunegundis de, 1 1 . Oct. 

— Johannes de, 22. Sept. 

— Martinus de, 25. Febr. 

— d. Meinhardus de, Chunegun- 

dis vxor eius, 4. Juli. 

— Paier, Wilhelmus, de, 9. Marz. 
Wild, Johannes, 14. Nov. 
Wildek, Dietricus de, Gedrudis 

vxor eius, 20. Jan. 

— Wlfingus de, 18. Nov. 
Wildungsmauer, d. Nicolaus de, 

19. Febr. 
Wilhalmspurch, Albertus sohola- 
sticus in, 24. Mai. 

— Ambrosius s. et frater Thome 

de, Margareta soror eius, 
31. Mai. 

— Elisabeth de, 7. April. 

— Elizabeth, vxor Oswaldi de, 

19. Febr. 

— Vischgretel, Qeorgius, ciuis in, 

31. Juli. 



Wilhalmspurch, Fuerter, Jost, 
judex in, 29. Juli. 

— Fuerter, Ulricus, judex in, 

3. Jan. 

— Geuta, filia judicis in, 8. Nov. 

— Gampanatrix, Dorothea in, 

13. Febr. 

— Holczer, Stephanus de, 7. Juni. 

— Cronsdorffer, ciuis in, 17. Aug. 

— Kronstorffer, judex in, S. 188. 

— Leutoldus judex in, 30. Jan. 

— Lienfelder, Osbaldus, ciuis in, 

Magdalena vxor, 24. Sept. 

— Schawr, Cunradus, 17. Febr. 

— Scheurlin, Katherina vxor, de, 

5. April. 

— Strobel, Jacobus de, 3. Febr. 

— Thomae fr. de, parentes, 1. 

Marz. 
Wymer, Johannes, 3. Aug. 
Winchel, Chunradus de, 24. Mai. 
Winchil, Ortlibus, ministerialis de, 

15. Juni. 

— Margareta de, 27. Aug. 
Winckhler, Hans, S. 187. 
Winpech, Hainricus, Perhta vxor, 

25. Marz. 
Winczdarf, Johannes de, 13. Juni. 
Wisentinn, Cristina, 1 . Mai, 14. Mai. 
Wieser, Chrysoslomus, 26. Febr. 
Wysing (Vising), Stephanus, ciuis 

Wienn., 7. Dec. 

— Martinus, 19. Jan., 3. Febr. 
Visingerin, Mechtildis, 27. Juni. 
Wishofer, Gregorius, 12. Sept. 
Wiczenchrum, Heinricus de, 19. 

Mai. 
Witzleinstorf, Heinricus Sueuus 

de, 30. Juni. 
Wlpis, Ditricus, 21. Febr. 
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212 



WolfFler ym maerckln 7. Juni. 
Wolff, Johannes, 20. Mai. 
Wreuntshausen,v. Frewuczhausen. 
Wulhing, Stephanus de, 31. Oct. 

S. Ypolito, Anna vxor Vlrici cor- 
rarii do, 25. Jan. 

— Panther, Mathias de, 11. Jan. 

— Engelschalcus de, 6. Juli. 

— Gerwer, Peter, de, 13. April. 

— Heyligengeyst, Andreas ad, 

9. Aug. 

— Heinricue, pictor de, 25. Juli. 

— Hiezmannus, ciuis de, 2. Juni. 

— Jeuta, 1. Jan. 

— Johannes de, 13. Juni. 10. Oct. 

— Kchochpinter, Petrus de, 23. 

Nov. 

— Khorrenfeyl de, 13. Juni, 10. 

Oct. 

— Chunradus de, 28. April. 

— Scheybserin, Vrsula de, 9. Aug. 

— Verier, Wolfgangus de, 12. Oct. 

— Wentla de, 28. Febr. 

— Zingiesser,Mathiasde, 21. Sept. 

— Zingiesser, Michael, ciuis de, 

Veronica vxor, Stephanus 
fili us, 31. Miirz. 

Zaidelhof, Jans am, 22. April. 
Zeybetter, Martinus, 14. Aug. 

— Symon, 17. Aug. 



Zeybetter, Ulricus, Gedrudis vxor, 

10. Aug. 
Caiher, Michael, 3. Juli. 
Zaismannus, ciuis de Chrems, 

20. Aug. 
Ceker, Pertoldus, 25. Miirz. 
Celcing(!), Stefani domini de, 

vxor Cecilia, 13. Febr. 
Celking, Heinricus de, miles et 

aduocatus, 23. Marz. 
Zendlinn, Alhaidis, 1 1 . Juli. 
Cziegelmaister, Nicolaus, 10. Oct. 
Zimburga de Mazowia, 29. Sept. 
Zynczendorf, Alhaidis de, 2 7. Febr. 

— Chunradus de, 16. Juni. 

— Marquardus de, 17. Marz. 
Czinzendorfer, Heinricus, 6. Marz. 
Czyngiesser, Mathias, 21. Sopt. 

— Michael, 31. Miirz. 
Ziserl, Georgius, 12. Sept. 
Znoym, Idha, comitissa de y 14. 

April. 
Czubaich, Martinus, carpentarius, 

18. April. 
Czuchspretl,Wenczeslaus, 2 7 . Febr. 
Zuchmann, Bernhardus, capita- 

neus huius domus, 19. Aug. 
Ziircher, Virions, 15. Juni. 
Zuckersuezz, Johannes, 4. Aug. 
Zwetei, Dipoldus de, 23. Jan. 

— Wisento de, 24. Sept. 
Zwetier, Johannes, 9. Mai. 



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213 



B. Personen geistlichen Standes. 



Aeting, fr. Hermannus de, 1 . Nov. 

Aldersbach : 
Ludewicus abbas, 12. April. 
Andreas parochus in Retzbach, 

professus in, 12. Dec. 
Gerhardus s. et m., 15. Mai. 
Fr. Matthaeus professus, 8. Nov. 

Altaich superior: 
Sacerdotes et monachi: 
Antonius, 27. Nov. 
Ernestus, 25. Nov. 
Georius (2), 27. Nov. 
Johannes, 27. Nov. 
Paulus, 1. Marz. 
Petrus, 27. Nov. 
Thomas (2), 27. Nov. 

Altenburg: 
Wolfgangus abbas, 31. Jan. 
Monachi: 
Johannes, 31. Jan. 
Kaspar, 31. Jan. 
Michael, 31. Jan. 

Andream, ad S. : 
Propositi: 
Georius, 4. Oct. 
Johannes Pellndorfer, 1. Sept. 
Laurentius, 15. Sept. 
Oswaldus, 3. Dec. 
Wolfgangus, 8. Nov. 

Jacobus decanus, 6. Dec. 
Johannes de Stokstal decanus, 
25. Mai. 

Presbyteri (sacerdotes) et 

canonici: 
Artolfus, 15. Febr. 



Hermannus, 29. Aug. 

Johannes, 19. Mai. 

Manignus, 5. Juli. 

Paulus, 1. Sept. 

Simon, 8. Dec. 

Stephanus, 18. Sept., 20. Sept. 

Thomas, 28. Aug. 

Vlricus, 22. Nov. 

Wolfgangus dyac. et can., l.Sept. 

Canonici: 
Chunradus, 22. Aug. 
Johannes, 22. Aug., 30. Oct. 

Georius s. et m., 24. Febr. 
Chunradus diac, 9. Febr. 
Jeronimus subdiac, 29. Juli. 
Vlricus acolitus, 24. Juli. 
Johannes conu., 26. Jan. 
Nicolaus s. et pleb., 9. April. 

Annaberg (Mons S. Anne): 
Magistri curie: 
Johannes, 24. Mai. 
Johannes studens, 23. Aug. 
Nicolaus de Patauia, 11. Juni. 
Thomas Weniger, 30. Mai. 

Plebani: 

Martinus Tegethoff, 25. Juli. 

Matthaeus, 11. Mai. 

Melchior Diirnhardt, 4. Febr. 

Philippus, 25. Marz. 

Wolfgangus Schdnberg, prae- 
dicator, 1 1 . Marz. 

Arspaerg : 

Stephanus decanus et plebanus, 
11. Juni. 



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214 



Patauia (Passau): 
Episcopi: 
Petrus, 20. Febr. 
Vlricus, 31. Oct. 
Wernhardus, 28. Juli. 

Albertus sufiraganeus, 3. Dec. 
Otto notarius episcopi, 29. Aug. 

Canonici: 
Tiemo, 12. Jan. 
Gregorius Prendl, 28. Febr. 
Haestolphus, 24. Juli. 
Heinricus de Inne, 5. Mai. 
Johannes Wolff, 20. Mai. 
Marquardus, 10. Sept. 
Nicolaus, 28. Febr. 

Baumgartenberg : 
Abbates: 

Chunradus, 26. April. 
Johannes, 22. Aug., 19. Nov. 
Rapoto, 3. April. 
Rudegerus, 10. Juli. 
Waltherus, 25. Febr. 

Priores: 
Andreas, 18. Sept. 
Ditmarus, 24. Juni. 
Johannes, 12. Aug. 
Syfridus, 29. April. 
Vlricus, 25. Febr. 

Fridericus cantor, 10. Aug. 

Sacerdotes et monachi: 
Albero, 19. Juli. 
Andreas, 22. Febr. 
Pornoldus, 22. Aug. 
Pertholdus, 6. Dec. 
Burchardus, 30. Nov. 
Christanus, 13. Miirz, 2. Juni, 
26. Nov. 



Chunradus, 16. Marz, 27. Juni, 

2. Aug., 23. Sept., 25. Sept. 
Dauit, 7. Sept. 
Eberhardus, 17. Febr. 
Ekhardus, 1 . Marz. 
Fridericus, 18. Marz, 22. Aug., 

8. Dec. 
Hartmudus, 16. Marz. 
Heinricus, 3. Febr., 1. April, 

24. April, 30. Mai, 30. Juli, 

11. Aug., 13. Oct. 
Hermannus, 10. Oct. 
Jacobus, 5. Juli. 
Johannes (2), 25. Febr., 5. Marz, 

3. April, 15. Mai, 15. Juli. 
Laurentius, 5. Jan., 28. Sept. 
Martinus, 23. Marz, 29. Sept., 

2. Nov. 
Matthaeus, 11. Nov. 
Mathias, 1 7. Oct. 
Nicolaus, 19. Febr., 16. Oct. 
Otto, 11. Marz, 19. Marz. 
Pangracius, 4. Oct. 
Paulus, 23. Juli, 28. Sept. 
Philippu8, 4. Oct. 
Reinbertus, 31. Mai. 
Siboto, 1. Febr. 
Sifridus, 3. Juli. 
Soldanus, 27. Marz. 
Thomas, 25. Febr., 30. Oct. 
Ulricus, 14. Marz, 1. Mai, 25. 

Aug., 3. Dec. 
Waltherus, 22. Nov. 
Wittigo, 25. Jan., 2. Juni. 

Dyaconi: * 
Albertus, 1. Marz. 
Chunradus, 11. Juli. 
Otto, 8. Oct. 



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215 



Conuersi: 
Alexander, 17. Aug. 
Chunradus, 5. Jan., 8. Jan., 28. 

Marz, 7. Aug., 19. Sept. 
Engelbertus, 29. Nov. 
Fridericus, 16. Mai, 29. Aug. 
HeinricuR, 24. Febr., 28. Marz, 

1. Mai. 
HertingUR, 29. Nov. 
Johannes, 10. Mai. 
LeupolduR, 29. Nov. 
MarquarduR, 6. Jan. 
Otto, 2. Jan., 27. Mai, 5. Aug., 

20. Aug. 
Symon, 29. Nov. 
Vlricus, 20. April, 8. Juni, 12. 

Juli, 19. Aug. 
Vrleugus, 11. April. 
Walchunus, 8. Mai. 
Wigmannu8, 6. Mai. 

Berchtesgaden : 
Petrus propositus, 4. Marz. 
Rudolfus decanus, 19. Jan. 

Sacerdotes et oanonici: 
Amandus, 8. Sept. 
Johannes, 8. Sept. 
Leonhardus, 8. Sept. 

Canonici: 

Degenhardus, 22. Juni. 
Hainricus, 30. Nov. 
Johannes, 17. Mai. 
Wilhelmus, 8. Mai. 

Accoliti et canonici: 
Rudbertus, 8. Sept. 
Mathias, 8. Sept. 

Johannes, s. et m., 21. Aug. 



Bernhardum, ad S.: 

Abbatissae: 

Agnes abbatissa et comitissa, 

21. Nov. 
Elizabet, 12. Nov. 
Offimia, 28. Marz. 
Thaplwigis, 29. Nov. 

Katerina priorissa, 28. Juli. 

Monialos: 

Agnes, 4. Miirz, 6. Aug., 1 1 . Oct., 

12. Nov. 
Agnes de Wienna, 15. Jan. 
Alhaidis, 1 1 . Juni. 
Anna, 18. Febr., 17. Juni, 29. 

Nov. 
Barbara, 28. Juli. 
Perhta, 20. Jan. 
Chunegundis, 20. Marz, 19. Mai, 

30. Juli. 
Diemudis, 7. Miirz. 
Elisabeth, 17. Jan., 28. Juli. 
Eufmia, 1. Juli. 
Jeuta, 6. Febr., 8. Mai, 17. Juni. 
Katherina, 9. Sept. 
Margareta, 15. Jan., 20. Juni. 
Richiltis, 7. Sept. 
Sophia, 31. Marz. 
Willewirgi6, 7. Juni. 

Conuersi: 
Dietmarus, 3. April. 
Hainricus, 15. Febr., 20. April. 
Otto, 9. Febr. 

Perhta conuersa, 25. Marz. 

Perchtolstorf: 

Otto plebanus, 16. Nov. 
Petrus episcopus, 25. April. 



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216 



Pfaffsteten : 

Magistri curie: 
Chunradus de Patauia, 8. Oct. 
Georius de Prani, 21. Marz. 
Johannes, 21. Mai. 
Ludwicus, 22. Mai. 

Bohemia: 

Petrus plebanus, 25. Sept. 

Potenprunn : 
Plebani: 
Albertus, 23. Juni. 
Vlricus, 20. Nov. 

Pomuk, Gerhardus s. et m., 13. 
Sept. 

Pruk super Leytta: 

Thomas plebanus, 10. Sept. 

Cella: 

Hoinricus plebanus, 26. April. 
Johannes s. et m., 15. Oct. 

Cella Angelorum: 
Abbates: 
Christinus, 15. Juli. 
Fridericus, 1. Aug. 

Cella S. Marie: 

Johannes abbas, 13. Aug. 

Sacerdotes et monaohi: 
Johannes, 7. Marz. 
Wolfgangus, 26. Juni. 

Martinus mon., 28. Oct. 
Vlricus conu., 28. Sept. 

Cicador: 
Abb at 6 8*. 

Perchtoldus, 16. Febr. 
Chunradus, 22. Oct. 



Gotfridus, 12. Dec. 
Hermannus, 16. Juni. 
Johannes, 11. Juli. 
Martinus Vising, 19. Jan. 
Ortolfus, 11. Aug. 

Sacerdotes et monachi: 
Andreas, 28. Marz. 
Chunradus, 24. Marz. 
Laurentius, 17. Marz. 

Constanciensis, Rudolfus s. et can. 
s. Stephani, Si. Mai. 

S. Corona: 

Sacerdotes et monachi: 
Pertholdus, 15. Juni. 
Johannes, 25. Nov. 
Johannes cellerarius, 19. Sept. 
Nicolaus, 22. Oct. 
Wigandus, 22. April. 

Bochdalus conu., 22. Juli. 

Tanperg (v. Annaberg): 
Plebani: 

Caspar Sebastian Fridl, 13. Mai. 
Seruacius Welsbach, 17. Oct. 

Magistri curie: 
Eberhardus, 2. Marz. 
Krhardus, 8. Oct. 
Johannes Kraeutboll, 18. Marz. 
Lucas, 18. Nov. 
Michahel, 29. Juni. 
Uiricus Slit, 22. Juni. 
Wolfgangus de Ebans, 10. Jan. 

Trebnicz : 

Kathorina comitissa et domi- 

cella, 4. Jan. 
Moniales in, 4. Jan. 



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217 



Dresing: 
Chunradus plebanus, 20. Oct. 

Diirnitz : 
Andreas Kostler pastor, 9. Juni. 

Plebani: 

Blasius Schratt, 23. Sept. 
Ditricus, 25. April. 
Dietricus Chek, 9. Dec. 
Ebergerus, 21. Marz. 
Franciscus Philippi, 12. Febr. 
Geroldus, 12. Febr. 
Gregorius auf der Laubin, 22. 

Juli. 
Johannes, 16. Marz. 
Johannes Cramer, 18. Jan. 
Marcus, 16. Juli. 
Oswaldus, 21. Aug. 
Thomas, 28. Oct. 
Ulricus, 26. Not. 
Wilpoldus, 24. Juni. 

S. Egidio: 

Georgius Praitter plebanus, 31. 
Juli. 

Eschenau: 
Franciscus Eckher pastor, 10. 
Aug. 

Viehoven : 

Ulricus Pausbegkh, capellanus, 
S. 187. 

8. Florianum, ad: 
Propositi: 
Arnoldus, 28. Aug. 
Johannes, 10. Mai. 
Petrus, 27. Aug. 

Thomas decanus, 27. Aug. 



Canonici: 
Ambrosius, 27. Aug. 
Andreas, 28. Aug. 
Matthaeus, 27. Aug. 
Petrus, 10. Mai. 
Symon, 22. Febr. 
Valentinus Froschl, 28. Aug. 
Wolfgangus Pawngartner, 28. 

Aug. 
Wolfgangus Kerspeckh deer, lie, 

2. Febr. 
Wolfgangus Veldun, 25. Marz. 

Forhefeld: 

Stephanus de Tekendorf, ma- 
gister curie, s. et m., 10. Juli. 

Formbach : 

Otto abbas, 25. April. 
Vlrious s. et m., 28. April. 

Frisingeneis episcopus: 
Chunradus, 8. April. 
Otto, mon. Morimund, 23. Sept. 

Garsten (,Gersten*). 

Albertus abbas, 27. Sept. 

Sacerdotes et monachi: 
Christophorus, 27. Sept. 
Erhardus, 27. Sept. 
Georius, 27. Sept. 
Johannes, 27. Sept. 
Nicolaus, 27. Sept. 
Thomas, 27. Sept. 
Vdalricus, 27. Sept. 

Andreas dyac. m., 27. Sept. 

Gerlaos : 

Chunradus plebanus, frater do- 
mini de Mainberch, 14. Nov. 



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218 



Glewnkck : 

Vdalricus abbas, 25. Nov. 

Sacerdotes et monachi: 
Andreas, 25. Nov. 
Nycolau8, 25. Nov. 

Gobolczpurgk: 

Johannes praedicator, 2. April. 

Gottweih : 

Wulfingus abbas, 8. Nov. 

Sacerdotes et monachi: 
Chunradus, 25. Sept., 18. Oct. 
Heinricus, 12. Oct. 
Meinhardus, 17. Jan. 
Petrus, 19. April, 12. Oct, 
Vincentius, 6. Oct, 
Wolfhardus, 27. Mai. 

Juliana, monialis, 27. Jan. 
Margaretha conuersa, 17.Febr. 

Heiligenkreuz : 
Abbates: 
Albero, 26. Jan. 
Perichtoldus, 27. Juli. 
Choiomannus senior, 10. Jan. 
Cholomannus, 11. Sept. 
Eglolfus, 15. Mai. 
Heinricns, 28. Juni. 
Johannes, 11. Mai. 
Johannes, 23. Oct, 
Johannes Poley, 12. Juli. 
Michael Schnabel, 25. Febr. 
Otto, 6. April. 
Sifridus, 1. Oct. 
Sighardus, 13. Febr. 
Wernherus, 12. Oct. 
Wulfingus, 7. Marz. 



Seniores: 
Vlricus, 22. Febr. 
Johannes, 12. Juli, 8. Dec. 

Priores: 

Artolfus, .28. Sept, 
Johannes Diirrenpeckh, 6. Sept. 
Johannes Grinczinger, 28. Febr. 
Nicolaus, 16. Juli. 

Cantores: 
Gotfridus, 1 1. April. 
Jacobus, 28. Juli. 

Sacerdotes et monachi: 
Albero, 20. Febr., 22. Sept., 

14. Oct, 
Albertus, 29. Jan., 10. Marz, 
21. April, 9. Juli, 7. Aug., 
11. Aug., 19. Aug., 11. Sept., 

19. Sopt, 

Albertus cum mad era, 29. Nov. 
Ambrosius, magister, 14. Marz. 
Andreas, 4. Sept., 23. Oct. 
Arnoldus, 22. Febr., 15. Nov. 
Bartholomaeus, 12. Juli, 31. Aug. 
Benignus, 14. Febr. 
Bernhardus, 31. Juli. 
Pertholdus, 9. Marz, 25. Mai, 

7. Aug., 31. Aug., 7. Oct., 

9. Oct., 8. Dec. 
Chalochus, 20. Marz. 
Caspar, 12. Juli. 
Chunradus, 20. Jan., 30. Jan., 

20. Marz, 27. April, 6. Mai, 
18. Aug., 6. Sept., 11. Sept., 
13. Sept., 23. Oct, (2). 

Diepoldus, 17. Sept. 
Dietherus, 26. Juli. 
Dieimarus, 21. Sept. 
Dietricus, 13. Jan., 17. Sept, 



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219 



Durinhardus, 14. Juni, 17. Sept., 

13. Nov. 
Engelmanus, 12. Juli, 15. Aug. 
Erchengerue, 17. Juni. 
Erhardus, 18. Aug. 
Krnestus, 24. Febr. 
Fridericus, 22. Marz, 17. April, 

15. Aug., 4. Dec. 
Gebhardus, 27. Juni. 
Georius, 28. Febr., 4. April, 

18. Aug. 
Georius baoc. s. th., 28. Marz. 
Gerhardus, 5. Oct., 14. Oct. 
Gerimus, 25. Jan. 
Gotrridus, 7. Marz, 18. Sept. 
Gotscalcus, 29. Jan. 
Hainricus, 10. Febr., 5. April, 

30. Mai, 3. Aug., 31. Aug., 

11. Sept., 5. Oct., 14. Oct., 
23. Oct., 28. Oct. 

Hermannus, 6. Juli, 21. Juli. 

Huerzo, 23. Nov. 

Hugo, 19. Jan. 

Jacobus, 22. Jan., 16. Marz, 

21. Marz, 6. April, 15. Aug., 

7. Nov., 4. Dec. 
Ymmo, 19. Marz. 
Johannes, 26. Jan., 7. Marz, 

12. Juli, 14. Juli (2), 10. Aug., 
15. Aug., 31. Aug., 4. Sept., 
4. Oct., 11. Oct., 23. Oct., 
29. Oct., 7. Nov. 

Lauren tins, 26. Marz. 
Leo, 19. April, 28. Oct. 
Leupoldus, 18. Oct. 
Leutwinus, 3. Nov. 
Liephardus, 17. Jan. 
Ludwicus, 16. Mai. 
Marchardus, 10. Oct., 20. Oct. 
Marcus, 20. Febr. 



Marquardus, 20. Sept., 30. Sept., 

16. Oct. 
Martinus, 26. April, 11. Mai, 

31. Aug. 
Mathias, 12. Juli. 
Merboto, 29. Aug. 
Michael, 10. Aug., 31. Aug., 

30. Oct. 
Nicolaus, 8. Jan., 9. April. 29. 

Juni, 17. Juli, 19. Juii, 29. 

Juli, 9. Aug., 18. Aug., 21. 

Oct., 24. Oct., 9. Nov., 7. Dec. 
Nuedungus, 31. Mai. 
Ortliebus, 14. Juli. • 

Otto, 18. Marz, 3. Mai, 18. Aug. 
Otto Vaschanch, 2. Sept. 
Paulus, 9. Aug., 23. Oct. 
Petrus, 10. Febr., 14. Juli, 24. 

Juli, 7. Aug., 31. Aug., 10. 

Sept., 20. Oct. 
Petrus ferreus, 30. Marz. 
Philippus, 3. Aug., 31. Aug., 

23. Oct. 
Rapoto, 20. Sept. 
Reinwinus, 22. Sept. 
Riwinus, 23. Febr. 
Rudegerus, 30. Jan. 
Rudolfus, 6. Nov., 11. Dec. 
Ruedwinus, 17. Sept. 
Rugerus, 15. Aug., 19. Sept., 

28. Oct., 28. Nov. 
Siboto, 23. Nov. 
Sifridus, 15. Febr., 7. Aug., 

15. Aug., 14. Oct. 
Sigismundus, 12. Juli. 
Simon, 11. Mai. 
Stephanus, 22. Febr., 9. Sept. 
Theodoricus, 8. Juni. 
Thomas, 22. Aug. 
Truetmanus, 30. Aug. 



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220 



Vlricus, 11. Febr., 17. Febr., 
7. Marz, 30. Marz, 7. April, 
9. April, 18. April, 31. Mai, 
15. Juni, 16. Juni, 12. Juli, 
15. Juli, 27. Sept., 1. Nov. 

Ulschalcus, 24. April. 

Waltherus, 23. Nov. 

Wergandus, 13. Oct. 

Wernhardus, 23. April, 1. Juni, 
22. Nov. 

Wisento, 24. Juni. 

Wolfgangus, 31. Aug. 

Wolfkerus, 6. Juli. 

WMngus, 6, Sept. 

Diaconi: 

Heinrious, 8. April, 24. Sept. 

Hugo, 8. Marz, 6. April. 

Jeronimus, 12. Juli. 

Nicolaus, 7. Aug. 

Richerus, 8. Marz. 

Vlricus, 3. Oct. 

Subdiaconi: 
Aihvnus, 8. Marz. 
Chunradus, 18. Sept. 
Heinricus, 8. Marz. 
Johannes, 27. Oct. 
Michael, 31. Aug. 
Otto, 12. Dec. 

Acolythi: 
Andreas, "2$. Sept. 
Hainricus, 21. Marz. 
Leupoldus, 13. Febr. 
Otto, 12. Febr. 

Reingerus acol. et nouicius, 
14. Mai. 

Nouicii: 

Dietricus, 4. April. 
Heinricus, 12. Febr. 



Petrus de Krembs pistrinarius, 

I. Juni. 

Johannes famulus abbatis s. f» 

27. Oct. 

Conversi: 

Albertus, 23. Febr., 28. Febr., 

28. Mai, 9. Nov. 
Alhardus, 24. Juli. 
Andreas, 31. Aug. 
Perinchus, 26. Oct. 
Bernhardus, 2. Nov. 
Pertholdus, 19. April, 20. Juni, 

22. Aug. 
Pilgrimus, 26. Mai. 
Prenricus, 20. Juli. 
Burchardus, 6. Juni. 
Chuuradus, 30. Jan., 4. Febr., 

17. Febr., 3. Marz, 7. Marz, 

9. Marz, 13. Marz, 29. April, 
12. Mai, 7. Aug., 5. Sept., 

10. Sept., 20. Sept., 23. Sept., 
9. Nov. 

Diethardus, 3. Sept. 

Ditricus, 10. Marz, 16. April, 

23. Nov. 

Eberhardus, 11. April, 21. Juli, 

19. Aug., 20. Aug. 
Ebro, 6. Juni, 23. Aug., l.Nov., 

I I . Nov. 
Engelbertus, 6. Mai. 
Eppo, 1. Oct. 
Erhardus, 7. Dec. 
Ernestus, 14. Mai, 12. Juni. 
Fridericus, 31. Juli, 7. Sept., 

14. Nov. 
Gotscalcus, 26. Jan. 
Guntherus, 1. Mai. 
Heydenricus, 2. Juli. 
Hay mo, 23. Aug. 



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221 



Heinricus, 9. Jan., 17. Febr., 
20.Febr., 22. Febr., 8. Marz, 
6. April, 12. Mai, 26. Mai, 
27. Mai, 9. Juni, 16. Juni, 

4. Juli, 27. Juli, 2. Aug., 

5. Aug., 21. Aug., 26. Aug., 
1. Sept., 14. Sept., 27. Oct., 

8. Dec. 

Herman nus, 24. Jan., 22. Sept. 

Hierzo, 18. Oct. 

Hugo, 6. Mai. 

Johannes, 29. Marz, 13. Juni, 

12. Juli, 31. Aug., 24. Nov. 
Irenfridus, 30. Juni. 
Leupoldus, 11. Febr., 22. Febr., 

9. Marz. 

Leutoldus, 21. Aug., 14. Oct. 
Leutwinus, 6. Mai. 
Manegoldus, 18. Marz. 
Marichardus, 3. Nov. 
Marquardus, 28. April, 1. Nov. 
Mathias, 9. Nov. 
Michael, 12. Juli. 
Nioolaufl, 16. Sept. 
Ortolfus, 23. Aug., 1. Sept. 
Otto, 21. April, 31. Oct. 
Ramungus, 19. April. 
Rapoto, 20. Juni. 
Reinhardus, 15. Juni. 
Rudolfus, 4. Jan., 21. Febr., 

13. Juni, 24. Juli, 12. Aug., 

6. Oct. 

Rugerus, 17. Jan., 5. Aug. 
Siboto, 22. April, 6. Juni, 27. 

Oct., 6. Dec. 
Sifridus, 18. Jan., 29. Marz, 

9. Juni. 
Sighardus, 21. April. 
Symon, 6. Dec. 
Swidkerus, 22. Marz. 



Vbanus, 10. Febr. 
Viricus, 18. Jan., 4. Febr., 18. 
Febr., 21. Marz, 22. April, 

30. April, 31. Mai, 7. Juni, 
11. Juni, 23. Juni, 30. Juni, 

31. Juli, 23. Sept., 3. Oct., 
22. Oct., 27. Oct., 11. Nov. 

Waltherus, 1. Febr., 13. Juni, 
18. Juni, 31. Oct., 2. Sept., 

8. Nov. 

Wernhardus, 8. Jan., 1. Juni, 

11. Oct. 
Wichardus, 20. Marz, 28. Nov. 
Wolfhardus, 13. April. 
Wolfkerus, 1. Dec. 

Hobenwerkh : 

Stephanus plebanus, 8. Febr. 

Hohenfurt : 

Nicolaus Pawnveint, hospes in, 

9. Sept. 

Hylaria v. Wilhering. 

Johannes plebanus, 29. Sept. 

Chalraperg: 

Gundackarus plebanus, 8. Aug. 

Cha(u)mberg: 

Benedictus Micklouich, 1 . Sept. 
Candidas Aicher, 6. Sept. 

Chirichperg: 

Gundacherus plebanus, 1 3. Aug. 

Ghrems : 

Johannes Ennser, magister curie, 
2. Marz. 

ChremRensis : 

Reinoldus decanus, 20. Aug. 



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222 



Chremsmiinster: 

Heinricus acol., 12. Oct. 
Egidius 8. et m., 1. Juni. 

Chreuspach : 

Vlricus plebanus, 11. Jan. 

Chuleub : 

Reinhardus decanus, 15. Sept. 

Kiirnberg : 

Johannes decanus, 16. Sept. 

Labencz : 

Georius, fr., s. et m. hospes, 
16. Nov. 

S. Lambertnm: 

Dauid abbas, 27. Febr. 

Sacerdotes et monachi: 
Gebhardus, 12. Mai. 
Georius, 24. Sept. 
Jacobus, 17. Nov. 
Johannes, 23. Jan., 15. Juli. 
Petrus, 25. Juni. 
Ulricus, 22. Aug., 25. Aug. 

S. Laurencium, ad: 

Eatherina mon., 24. Aug. 

Lilienfeld : 
Abbates: 

Pertholdus, 19. Mai. 
Chalochus, 4. Oct. 
Cornelius Strauch, 23. Juni. 
Christanus, 14. Juni. 
Chrysostomus Wieser, 26. Febr. 
Chunradus III., 3. Marz. 
Chunradus, 10. Juli. 
Chunradus Premingarius, 10. 

Aug. 
Dominions Beckenadorftr , 23. 
Aug. 



Gebhardus, 26. Nov., 11. Dec. 
Georius, 12. Nov., 27. Nov. 
Georius Oder, 11. Nov. 
Georgius Prenberger, 7. Jan. 
Georgius Re i chard, 26. Sept. 
Georgius Richardus Almanga- 

nus, 19. Sept. 
Georgius Ziserl, 12. Sept. 
Gerlacus, 31. Mai. 
Gregorius, 20. Aug. 
Herwicu8, 29. Nov., 11. Dec. 
Jacobus, 25. Jan. 
Ignacius Crafft, 16. Sept., 1. Oct. 
Johannes, 18. Aug. 
Johannes Mirle, 27. Sept. 
Lauren this, 11. Oct. 
Lauren tius Reiss, 31. Oct. 
Leupoldus, 7. Sept. 
Matthaeus, 9. Febr., 7. Aug. 
Nicolaus, 13. Jan., 20. Juli, 

20. Nov. 
Oswaldus, 23. Nov. 
Otacherus, 6. Nov. 
Otto I., 20. Juli, 21. Juli. 
Paulus III., 27. Marz, 29. Juni. 
Paulus II., 9. Juli, 22. Nov. 
Petrus Chrotentaler, 21. Febr. 
Petrus Rauch, 12. Dec. 
Premingarius, 10. Aug. 
Sebastianus Rottaler, 20. Sept. 

27. Sept. 
Sigismundus II., 4. April. 
Sigismundus I., 5. Dec. 
Simon Rupert us, 4. Mai. 
Stephanus I., 9. Jan. 
Stephanus, 21. Febr., 23. April. 
Thomas, 12. Sept. 
Vlricus, 2. Dec. 
Wichardus, 29. Aug. 
Wolfgangus Edlpauer, 22. Febr. 



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223 



Seniores: 

Johannes supprior, senior et 

cantor, 22. Juli. 
Otto senior, 1. Oct. 
Michael Sagittarius cantor et 

senior, 23. Marz. 
Leonardus Karig magister, su- 

prior et senior, 5. Marz. 
Petrus senior, 18. Febr. 
Fridericus, 7. Jan. 
Georgius Ronger, 6. Marz. 
Heinricus de Tekendarff, 11. 

Oct. 
Jorius Faschang, 7. Juni. 
Lanrentius, 10. Aug. 
Mathias Panther de S. Yp., 

11. Jan. 
Nicolaus, 20. Sept. 
Nicolaus senior, quondam abbas, 

20. Juni. 
Thomas, 28. Oct. 
Thomas Straubinger, 26. Aug. 
Vlricus, 20. April. 
Wolfgangus, 10. Dec. 

Priores: 

Burchardus Friesnecker, 9. Oct. 
Christanus, 4. Marz. 
Chunradus, 5. April. 
Egydius, 1 1 . Juli. 
Herwicus, quondam abbas, 1 1 . 

Dec. 
Hieronymus Eberswaldt, 24. 

Marz. 
Jodocus Philippi, 11. Aug. 
Leupoldus, 20. Aug. 
Nicolaus, 8. Nov. 
Otto, 16. Juni. 
Pangracius, 8. Febr. 
Petrus, 14. Aug. 



Rugerus, 2. Dec. 
Simon, 31. Juli. 
Stephanus, 13. Mai. 

Wolfgangus de Haynfeld, custos 

et prior, 6. Oct. 
Leonardus Karig magister, su- 

prior et senior, 5. Marz. 
Fridericus de Pharkirchen su- 

prior et cantor, 11. Dec. 
Michael subprior, diac, 8. Marz. 

Cantores: 

Heinricus, 10. Jan. 

Johannes Regewer, 22. Marz, 

22. April. 
Paulus, 25. Aug. 

Johannes Regewer, cantor et 
magister nouic, 22. Marz, 
22. April. 

Georgius Lang, magister noui- 
ciorum, 20. Oct., 5. Nov. 

Succentores: 
Heinricus, 24. Febr. 
Heinricus de Wienna, 31. Marz. 

Wolfgangus Tectoris, confessor 
in Ybs, 19. Oct. 

Custodes: 

Marti nus, 24. Oct. 

Thomas, 4. Nov. 

Wolfgangus de Haynfeld prior 
et custos, 6. Oct. 

Scriptoros: 
Bernhardus, 5. Jan. 
Chunradus, 8. Febr., 23. Juli. 
Fridericus, 19. Jan., 1. Febr., 

27. Mai. 
Gregorius, 10. Aug. 



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224 



Johannes magister, prof. s. th., 

19. Mai. 

Chunradus praedicator, 17. Nov. 

Sacerdotes et monaohi: 

Adam, 29. Mai. 

Albero, 13. April, l.Sept., 12. 

Sept. 
Albertus, 26. Jan., 20. Febr., 

12. Marz, 27. Marz, 17. Mai, 

20. Juni, 5. Aug., 12. Aug., 
15. Aug., 20. Aug., 29. Sept., 
27. Oct. 

Albrunus, 21. Juli. 
Alhardus, 23. Febr. 
Altmannu8, 31. Juli 19. Oct. 
Arabrosius Gloggnizer, 5. Febr. 
Amelricus, 19. April. 
Amulo, 23. Marz. 
Andreas, 10. Jan., 20. Febr., 

17. April, 28. Juni, 30. Juli, 

25. Oct. 
Andreas Lysias, 14. Juli. 
Andreas Mystes, 4. Jan. 
Antonius de Suppronio, £3. Mai. 
Arnoldus, 9. Febr., 23. April. 
Augustinus, 29. April. 
Bartholomaeus, 2. Juli. 
Bartholomaeus de Hollenbrunn, 

22. Aug. 
Ben'edictus, 8. Juni. 
Benediotus Miklouich, 1. Sept. 
Bernhardus, 2. Nov., 7. Dec, 

10. Dec. 

Bernhardus de Grey czenste ten, 

14. Febr. 
Pernoldus, 25. Oct. 
Bertholdus, 16. Febr., 15. Juni, 

11. Juli, 21. Juli, 22. Juli, 
1. Sept. 



Bertoldus breuis, 4. Aug. 
Blasius Schratt, 23. Sept. 
Bonifacius, 16. April. 
Burchardus, 26. Juni, 29. Sept. 
Candidus Aicher, 6. Sept. 
Caspar Demps, 23. Mai. 
Caspar Grattwoll, 19. Febr. 
Caspar Sebastianus Fridl, 13. 

Mai. 
Castolus, 1. Sept. 
Chlingo, 15. Juni. 
Cholomannus,6.Febr., lO.Febr., 

16. Sept. 
Constantinus, 21. Sept. 
Choppo, 26. Marz. 
Chri8tanus, 10. Jan., 23. Aug., 

31. Aug., 2. Oct. 
Cristoferus, 4. Aug. 
Chris to forus Samson, 12. Febr. 
Chrizendorfer, 14. Nov. 
Chuno, 2. Febr., 29. Sept. 
Chunradus, 20. Jan., 23. Jan., 

5. Marz, 6. Marz, 12. Marz, 
14. Marz, 13. April, 18. April, 
19. Mai, 25. Mai, 26. Mai, 
27. Mai, 13. Juni, 14. Juni, 
16. Juni, 18. Juni, 30. Juni, 
16. Juli, 28. Juli, 4. Aug., 

6. Aug., 10. Aug., 22. Aug., 
26. Aug., 9. Sept., 18. Sept., 
22. Oct., 11. Nov., 17. Nov. 

Chunradus Bleymuller, 15. Sept. 
Chunradus Creuspech, 14. Aug. 
Chunradus Narlinger, 24. Juli/ 
Chunradus Sueuus, 15. Febr. 
Chunradus Tesser, 27. Juni. 
Chunradus Czinzen(dorfer), 16. 

Juni. 
Daniel, 20. Sept. 
Daniel Lutiok, 26. Mai. 



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225 



Degenhardus, 12. Febr. 
Ditmarus, 29. Jan., 3. Juni, 

12. Oct., 9. Nov. 
Ditricus, 23. Jan., 11. Juni, 

17. Oct., 24. Oct, 
Dominions, 17. Jan., 11. Dec. 
Dominicus Schnabel, 23. Jan. 
Duringus, 29. Juli. 
Eberhardus, 17. April. 
Engelhardus, 2. Mai. 
Engelraarus, 3. Nov. 
Engelschalcus, 8. Febr., 5. Juni. 
Erasmus, 30. Juni. 
Erhardus, 21. Marz, 8. Oct, 
Erhardus Merchkenslach , 7. 

Febr. 
Erhardus Pirhinger, 1 1 . Oct. 
Ezelo, 17. Oct. 
Volkraarus, 29. Mai. 
Franciscus Philippi, 12. Dec. 
Franco, 6. Nov. 
Fridericus, 4. Jan., 8. Jan., 14. 
Jan., 23. Febr., 15. Marz, 
19. April, 20. April, 22. Mai, 
25. Mai, 3. Juni, 30. Aug., 
4. Sept., 13. Oct., 9. Dec. (2.) 
Fridericus Pruno, 4. Oct, 
Fridericus de Seueld, 28. Aug. 
Fridericus cum macula, 14. Aug. 
Fuico, 30. Marz. 
Gebhardus, 30. Nov., 8. Dec. 
Gebolffus, 20. Jan. 
Georius, 24. Jan., 18. Juni, 21. 
* Aug., 2b. Sept, 
Georius de Prant, 21. Marz. 
Georius Oeder, 23. Mai. 
Georius Bischolff de Seueld, 

2. Juli. 
Gerbardus, 29. Sept. 

Footes. Abth II. Bd. XLI. 



Gerlachus, 1 1 . Mai. 

Gerungus, 1. Oct, 

Gotfridus, 10. Jan., 30. Marz, 

1. Aug., 4. Aug., 13. Aug. 
Gotschalcus, 20. Aug. 
Gregorius, 19. April. 
Gregorius Helbinger, 31. Juli. 
Gregorius auf der Laukin, 22. 

Juli. (= Gregorius auf der 

Lem, 7. Febr.) 
Gregorius de Neunburga, 30. 

April. 
Gumpoldus, 21. Febr. 
Gundacherus, 11. Febr. 
Gundoidus, 6. Juni. 
Gundramus, 30. Mai. 
Guntherus, 11. Juli. 
Haestolfus, 29. Jan. 
Haymo, 24. April. 
Hayndenricus, 4. Dec. 
Heinricus, 21. Jan., 23. Jan., 

24. Jan., 1. Febr., 5. Febr., 
lO.Febr., 12. Febr., 17. Febr., 

25. Febr., 12. Marz, 6. April, 
7. April, 10. April, 23. April, 
5. Mai, 11. Mai, 26. Mai, 
7. Juni, 26. Juni, 30. Juni, 

2. Juli, 12. Juli, 19. Juli, 
9. Aug., 13. Aug., 26. Aug., 
5. Sept., 12. Sept., 29. Sept., 

I. Oct., 10. Oct., 10.. Nov., 

II. Nov., 10. Dec. 
Heinricus de Aschah, 13. Nov. 
Heinricus de Colonia, 25. Nov. 
Heinricus de Neuburga, 4. Aug. 
Heinricus de Pottendorf, 8. Sept. 
Heinricus de Tulna, 28. Aug. 
Helfricus, 26. Sept. 
Herbart, 14. Sept. 
Herbordus, 15. Miirz. 

15 



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226 



Hermannus, 7. Jan., 27. Jan., 
14.Febr., 11. April, 23. April, 
26. Aug. 

Herraanu8dePotendorf, lO.Juni. 

Hertricus, 13. April. 

Hertwicus, 24. Aug. 

HerwordusChaltenpeCh, 4. Sept. 

Hugo, 29. April. 

Jacintus, 11. Mai. 

Jacobus, 26. Febr., 13. Mai, 
2. Juli, 5. Doc. 

Jacobus Waizenrieder, 16. Mai. 

Jodocus, 16. Mai. 

Johannes, 14. Jan., 4. Marz, 
16. Marz, 18. Marz, 1 7. April, 
19. Mai, 22. Mai, 24. Mai, 
25. Mai, 2. Juni, 5. Juni, 
4. Juli, 2. Aug., 3. Aug., 
10. Aug., 6. Dec. 

Johannes seruitor domini, 19. 
Febr. 

Johannes Bauarus, 22. Mai. 

Johannes Bernard us Hart, 9. 
Marz. 

Johannes Blissing, 23. Mai. 

Johannes Pluraeschein, 20.Marz. 

Johannes Plnnser, 2. Marz, 19. 
Marz. 

Johannes de Gobolczpurgk, 2. 
April. 

Johannes de Greytschensteten, 
18. Mai. 

Johannes Grinczinger, 29. Juli. 

Johannes Gwalt, 10. Juli. 

Johannes de Haynfeld, confes- 
sor monial. in Ybs, 21. Febr. 

Johannes Haynfeld er, 22. Jan. 

Johannes de Herczogenburga, 
30. April. 

Johannes Chekch, 25. Sept. 



Johannes Kranperger, 1. Oct.' 
Johannes Krautboll, 18. Marz. 
Johannes Listel, 19. Nov. 
Johannes Lyntbrunner, 11. Oct. 
Johannes de Neunburga, 2. Aug. 
Johannes Opauia, 12. Juni. 
Johannes do Patau i a, 2. Aug. 
Johannes Poeltiner, 24. Nov. 
Johannes Seralercziph, 18. Marz. 
Johannes Spitzer, 24. Oct. 
Johannes Tochkel de Ncuburga, 

27. Jan. 

Johannes de Tulna, 1 1 . Marz. 
Johannes Thyringer, 28. Oct. 
Johannes Vertar, 10. April. 
Johannes Wagner, 9. Dec. 
Johannes Weissenkircher, 1 9. 

Sept. 
Johannes de Weytra, 20. Mai, 

28. Oct, 

Johannes Wymer, 3. Aug. 
Johannes de Winczdarf, 1 3. Juni. 
Johannes deS. Ypolilo, 13. Juni. 
Johannes Zwetler, 9. Mai. 
Karolus, 7. Marz. 
Kylianus, 9. Aug. 
Lambertus, 24. April. 
Laurentius, 29. Juli. 
Laurencius de Haienfeil, 7. Mai. 
Leo, 4. Jan., 29. Mai, 3. Nov. 
Leonhardus, 21. Juli, 19. Nov. 
Leonardus Forberg, 10. Marz. 
Leonardus junior, 13. Febr. 
Leupoldus, 7. Miirz, 16. Mai, 

31. Juli. 
Leopoldus Pinter, 20. Juli. 
Leutherus, 30. Sept. 
Leutoldus, 26. Jan. 24. April, 

1. Sept. 
Leutoldus dePfafsteteu, 5. Sept. 



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227 



Liebhardus, 11. Juli, 10. Dec. 

Lucas, 18. Nov. 

Ludewicus, 20. Febr., 10. April, 

7. Mai, 2. Juli, 24. Juli, 

19. Oct. 
Ludwicus de Newburga, 12. 

April, 8. Mai. 
Marcus, 8. April, 20. Juni, 16. 

Juli, 1 8. Juli, 4. Oct. 
Marchardus, 26. Aug. 
Margarinus, 14. Sept. 
Marquardus, 11. Oct., 9. Dec. 
Marquardus de Alss, 9. Mai. 
Marsilius, 21. Jan. 
Martinus, 17. Marz, 23. Juli, 

5. Dec. 

Martinus de Ernsprun , 30. 
Sept. 

Martinus de Fell, 28. Oct. 

Martinus Huerrer, 30. Sept. 

Martinus de Nusdorf, 10. Nov. 

Martinus Visingus, 19. Jan. 

Martinus Ceibeter, 14. Aug. 

Mathias Stadler, 10. Mai. 

Mathias Zingieser, 21. Sept. 

Matthaeus, 11. Mai, 8. Juli. 

Mechtfridus, 3. Juni. 

Melchior Diirnhardt, 4. Febr. 

Merboto, 10. April. 

Michael, 12. Febr., 11. April, 
12. Mai, 29. Juni, 6. Sept. 

Nicolaus, 8. Febr., 25. Mai, 
24. Juni, 27. Juni, 31. Juli, 
4. Sept., 14. Sept., 20. Sept., 
20. Oct., 27. Oct., 29. Oct., 
10. Nov., 19. Nov., 5. Dec. 

Nicolaus Pawn vein t, 9. Sept. 

Nicolaus Drescher, 6. Sept. 

Nicolaus Fesel(Pheslin), 8. Marz, 

6. Mai. 



Nicolaus de Frisaco, 2. Juli. 
Nicolaus Gamentz, 24. Nov. 
Nicolaus Kraraelius, 24. Sept. 
Nicolaus de Neunburga, 13. 

Nov. 
Nicolaus de Patauia, 11. Juni. 
Nicolaus Quarinto, 1. Aug. 
Nicolaus Swemel, 10. Sept. 
Nicolaus Wegschraet, 8. Oct. 
Ortliebus, 25. Marz. 
Osbaldus Ladendorfer, 4. Aug., 

4. Dec. 
Otto, 14. Jan., 15. April, 17. 

April, 3. Mai, 8. Juni, 9. Juni, 

18. Juli, 14. Sept., 22. Sept., 

14. Nov. 
Otto Aurifaber, 3. April. 
Otto de Drezinge, 15. Juli. 
Otto de Lampach, 30. Oct. 
Otto Sueuus, 5. Marz. 
Paltramus, 19. Juni. 
Paul us Marggraber, 2. Oct. 
Petrus, 27. Febr., 13. April, 

25. Mai, 2. Juli, 31. Juli, 

4. Aug., 5. Aug. 
Petrus de Asparn, 3. Sept. 
Petrus Cieophas, 14. Mai. 
Petrus Druml, 21. April. 
Petrus Margram, 10. Aug. 
Petrus de Monaco, 30. Jan. 
Petrus de Neuburga, 16. Aug. 
Peter Teper, 29. Nov. 
Philippus, 25. Miirz. 
Philippus Hilgeri, 18. Oct, 
Pilgrimus, 21. Sept., 1. Dec. 
Poppo, 29. Oct. 
Rafoldus, 20. Juli. 
Reinhardus, 16. Juli. 
Reynwardus, 3. Nov. 
Rimboto, 31. Mai. 

15* 



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228 



Rudolfus, 6. Marz, 16. Marz, 
13. Juli, 14. Aug., 29. Sept., 

6. Oct., 1. Dec, 12. Dec. 
Rugerus, 24. Jan., 9. Febr., 

19. Mai, 17. Aug., 20. Aug. 

Rugerus de Norte (!), 13. Febr. 

Rukerus, 28. Jan. 

Rupertus, 7. Febr. 

Samson, 3. Juni. 

Sebastianus, 7. Sept., 21. Oct. 

Sebastianus Poel, 2. Oct. 

Sebastianus Sartorius, 6. Juli. 

Siboto, 19. Jan. 

Sydelmanus, 25. Mai. 

Sigbardus, 18. Juni, 1. Oct. 

Sigismundus, 23. Aug. 

Sifridus,. 30. Jan., 23. Marz, 
26. Marz, 29. Miirz, 7. Juni, 
21. Juni, 16. Juli, 3. Sept., 

7. Sept., 6. Nov. 
Sifridus Schober, 15. Sept. 
Sifridus Symonin, 7. Sept. 
Symou, 25. Jan., 29. Juni, 28. 

Juli. 
Stephanus, 4. Jan., 26. Febr., 

13. Mai, 31. Aug., 14. Nov. 
Stephanus Hoheravergarius, 1 9. 

Aug. 
Stephanus Holzer, 7. Juni. 
Stephanus Seralercziph , 1 8. 

Marz. 
Stephanus deTahendorf, lO.Juli. 
Stephanus de Tulna, 21. Nov. 
Theodericus, 5. Dec. 
•Thomas, 14. Jan., 29. Jan., 20. 

Marz, 4. Juni, 4. Juli, 1 1 . Oct., 

21. Oct., 28. Oct. 
Thomas Pogner, 29. Jan. 
Thomas de Ebersperkch, 2. Dec. 
Thomas Khorrenfeyl, 13. Jan. 



Thomas Textoris, 9. Jan. 
Thomas de Vberling, 19. Juni. 
Thomas Weniger, 30. Mai. 
Thomas de Wilhalmspurk, 1. 

Marz, 31. Mai. 
Vdalricus, 25. Febr. 
Vlmannus, 13. Mai. 
Vlricus, 5. Jan., 10. Jan., 13. 

Jan., 9. Febr., 15. Febr., 23. 

Marz, 25. Marz, 29. April, 

30. April, 6. Mai, 12. Mai, 
11. Juni, 14. Juni, 21. Juli, 
25. Juli, 1. Aug., 21. Aug., 

31. Aug., 3. Sept., 5. Oct., 
7. Oct., 16. Nov., 6. Dec, 
10. Dec. 

Vlricus Piirgl, 4. April. 
Ulricus de Herczogenburga, 23. 

Juni. 
Ulricus de S. Loco, 11. Marz. 
Vlricus Lonhol tz, 3. Mai. 
Ulricus Nyger, 1. Sept. 
Ulricus Pipingus, 15. Juli. 
Ulricus Schawer, 18. Juli. 
Ulricus Scholntrit, 7. Febr. 
Ulricus de Sigharczchirchen, 

20. Sept. 
Urbanus, 14. Nov. 
Uschalcus, 4. Febr. 
Vincencius, 15. April. 
Vitus, 30. Nov. 
Vitus de Wienna, 17. April. 
Walchunus, 30. Juni. 
Waltherus, 9. Marz, 14. Marz, 
22. Marz, 17. Mai, 9. Sept. 
Wenczeslaus Czuchspretl, 27. 

Febr. 
Wergandus, 16. Febr. 
Wernhardus, 2. Juli, 18. Sept. 
Werohardus Schrot, 26. Nov. 



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229 



Wernherus, 15. Jan., 28. Juli, 

I. Oct, 
Wichardus, 13. Sept. 
Wigandus, 22. Nov. 
Wilhelmus, 17. April, 26. Mai, 

3. Juni, 16. Juli. 
Witigo presbiter, 7. Sept., 10. 

Dec. 
Wolfgangus, 1. Juni, 10. Sept., 

II. Oct., 19. Oct. 
Wo(lfgangus)T)urnitzer, 2 1 .Mai. 
Wolfgangus Planck, 27. Oct. 
Wolfgangus Verier, 12. Oct. 
Wolfgangus Schawer, 28. Jan. 
Wolfgangus Schbnberger , 11. 

Marz. 
Wulfingus, 27. Juli. 
Ypolitus Kelbl, 29. Sept, 

Diaconi: 

Albertus, 10. Oct, 
Chunradus, 25. Sept. 
Eglolfus, 1 1 . Juni. 
Erhardus de Heicza, 14. Sept. 
Georiu6, 20. Jan. 
Heinricus de Tulna, 9. Juli. 
Helnwicu8, 27. Juli. 
Johannes, 25. Juli, 14. Sept. 
Johannes Falk, 1. Dec. 
Johannes Wild, 14. Nov. 
Martinus, 26. Juli. 
Nicolaus Sittart, phil. mag., 

1. Oct, 
Paulus de Wieuna, 30. April. 
Petrus Helbing, 1 1 . Febr. 
Simon Ceibeter, 17. Aug. 
Thomas, 3. Febr. 
Vlricus de Ausse, 9. Oct. 
Vincentius de Offlenz, 30. Mai. 
Wolfgangus, 30. Aug. 



Subdiaconi: 
Hertnidus, 17. April. 
Johannes, 26. Jan., 11. Sept. 
Leupoldus, 28. Febr. 
Michael, 26. Juli. 
Nicolaus, 10. Juli, 29. Juli. 
Ortolfus, 6. Sept, 
Petrus Smausser, 10. Jan. 
Stephanus de Tulna, 16. Oct. 
Wernherus, 18. Juli. 
Wintherus, 28. April. 

Nouicii: 

Florentius, 16. Juni. 
Heinricus, 30. Aug. 
Jacobus, 6. Sept. 
Lambertus, 2. Juni. 
Laurencius, 17. Oct. 
Nicolaus, 14. Jan. 
Philippus, 14. Mai. 
Rudolfus, 23. Marz. 
Thomas, 5. Dec. 
Ulricus, 5. Juli. 
Wolfgangus, 4. Oct, 

Acolythi: 
Eberhardus, 11. Nov. 
Engelbertus, 16. Sept. 
Mathias, 25. Mai. 
Nicolaus, 9. Sept. 
Nicolaus Wegschraet, 8. Oct. 

Bursarii: 

Jacobus Holdt de Pencing, 19. 

Juli. 
Mathias, 25. Sept. 
Johannes de S. Ypolito, 10. Oct, 

Cellerarii: 
Erasmus, 5. Jan. 
Gebhardus Stainer, 6. Dec. 



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230 



Griffo, 3. Aug. 
Hermannus, 28. Jan. 
Chunradus de S. Ypolito, 28. 

April. 
Laurencius, 9. Not. 
Meinhardus, 22. Oct. 
Paulus, 19. Nov. 
Petrus summus cellerarius, 10. 

Mai. 
Stephanas Australis, 28. Nov. 

Georius magister uini, 29. Oct. 

Heinricus magister infirmorum, 
21. Sept. 

Virions infirmarius, 11. Juli. 

Robertas Sindt, organista, 6. Jan. 

Hermannus camerarius, 30. Oct. 

Johannes conu. doleator et ma- 
gister curie inCampol., 2. Dec. 

Viricus conu. in Campoly., ma- 
gister curie, 17. Oct. 

Conradus conu. magister pistrini, 
9. Oct. 

Heinricus magister piscine oc- 
cisus, 29. Juni. 

Wolfhardus magister hospitum, 
2. April. 

Hermannus dispensator, 26. Mai. 

Chunraduselemosinarius, 3. Jan. 

Portarii: 
Leupoldus, 13. Jan. 
Philippus, 1. Juni. 
Vrschalcus, 8. Aug. 

Coci: 

Stephanus cocus abbatis, 9. Aug. 
Thomas cocus abbatis, 4. Aug. 
Bernhardus cocus conuentus, 

26. Juni. 
Nicolaus cocus infirmarie, 16. 

Oct. 



Stephanus cocus infirmarie, 7. 
Juli. 

Johannes senex cocus familia- 
rium dictus Mendel, 1 3. April. 

Fridericu8 cocus famulorum ym 
Kindhaus, 23. Juli. 

Chunradus cocus, uxor eius Eli- 
sabeth, 15. Juli. 

Johannes cocus conuentus, 26. 
Jan. 

Mathias, 4. Aug. 

Otto, 9. Jan. 

Famuli: 

Stephanus juvenis d. abbatis, 
19. Febr. 

Chunradus Longus, seruitor d. 
abbatis, 22. Sept. 

Chuenzl, Chuercz, fam. Stephani 
abbatis, 21. Febr. 

Chunradus Baumgartner famu- 
lus, 27. April. 

Eberhardus, famulus abbatis, 
25. April. 

Hans Hirzdarfer, famulus Gco- 
rii abbatis et monasterii, 12. 
Nov. 

Hermannis seruitor domini, 5. 
Nov. 

Johannes antiquus, 28. Febr. 

Johannes Painstarch, 31. Mai. 

Chunradus Sueuus, 13. Sept. 

Leupoldus seruitor abbatis, 25. 
Aug. 

Petrus Kochpinter, seruitor do- 
mini, 23. Nov. 

Viricus famulus abbatis, occisus 
in Radeprunne, 21. Nov. 

Ulricus Longus famil. domini 
abbatis, 3. Sept. 



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231 



Wenzeslaus famulus d. abbatis 

et quondam custodis, 2. Aug. 
Witigo famulus abbatis, 30. Juni, 

22. Oct, 
Johannes sellator frater domini 

Pauli abbatis, 22. Nov. 
Andreas calef actor domini ab- 
batis, 10. Mai. 
Petrus calofactor domini abbatis 

15. Marz. 
Stephanus Greffler, calefactor, 

24. Juni. 
Gotfridus famulus hospitum, 7. 

Marz. 
Christannus famulus infirmo- 

rum, 9. Nov. 
Otto famulus custodis, 15. Juli. 
Heinricus famulus in hospitali, 

12. Aug. 
Andreas famulus in pistrino, 

15. Sept. 
Georius famulus in pistrino, 6. 

Sept. 
Tanquardus rasor conu., 5. April. 
Ulricus rasor, 30. Juli. 

Margaretha abbatissa, 23. Oct. 

Mariam Magdalenam, ad S. : 
Georgius Lang parochus, 20. 
Oct., 5. Nov. 

Marienberg: 
Abbates: 
Chunradus, 26. Jan. 
Johannes, 1. Juni. 
Otacherus, 24. Febr. 

Sacerdotes et monachi: 
Basilius, 10. Febr. 
Chunradus, 12. Dec. 



Ditrious, 22. Juli. 

Johannes, 1. Mai. 

Lazarus, 25. Marz. 

Petrus, 10. Febr v 1. Marz, 14. 

Aug. 
Vlricus, 12. Aug. 

Nicolaus diac. et mon., 14. Jan. 

Conversi: 
Ditricus, 7. Juni. 
Eborhardus, 19. Juni. 
Ludewicus, 27. Juli. 
Rupert us, 6. Nov. 

Mauricius canon., 17. Juli. 

Melk: 

Abbates: 
Ortolfus, 13. Aug. 
Otacherus, 29. Nov. 
Ulricus, 25. Oct. 

Sacordotes et monachi: 
Georius, 3. Oct. 
Johannes, 3. Oct. 
Karolus, 3. Oct. 
Leo, 24. Juni, 3. Oct. 
Sifridus, 25. Oct. 
Simon, 25. Oct. 

Mergersdorf: 

Jacobus plebanus, 22. Sept. 

Metem: 

Johannes abbas s. Michaelis, 

8. Sept. 
Petrus, Paulus, Martinus s. et 
m., 8. Sept. 

Meuzzlich: 
Plebani: 

Johannes Carpentarius, 9. Dec. 
Meinhardus, 13. Marz. 



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232 



Ottt>, 22. Juni. 
Ulricus, 4. Aug. 

Mistelbach : 

Dietricus plebanus, 25. Jan. 

Mospurga : 

Chunradus de Gruening, s. et 
canon., 11. Juni. 

Neleub: 

Albero plebanus, 3. April. 

Neresheim : 

Thomas Weiss, ord. s. B. pro- 
fessus, 9. Sept. 

Neuburg, Kloster: 

Perchtoldus cellerarius, 6. Juli. 
Siophanus sac, 30. Juli. 

Canonici et sacerdotes: 
Johannes, canon, et cellerarius, 

4. Aug. 
Johannes Schruker, 6. Febr. 
Johannes Vmkerer, 26. Sept. 
Stephanus, 26. Nov. 

Nicolai S. Patauiensis: 

Chalochus canon., 24. Mai. 

Nicolaus abbas, 14. Jan. 

Nicolaus can. et m., 27. Oct. 

Nicolaura, ad S. (Wienne): 
Abbatissae: 
Anna, 28. Mai. 
Chunegundis, 27. Juli. 
Gedrudis, 3. Marz. 
Ofmia, 15. Marz. 

Katherina priorissa, 12. Sept. 



M o n i a 1 e s : 

Agnes, 25. April, 9. Mai, 25. 

Mai, 2. Nov. 
Alheidis, 19. Juli. 
Anna, 25. Febr., 4. Marz, 7. 

Juni. 
Benedicta, 15. Febr., 10. Marz. 
Cecilia, 19. Sept, 
Clara, 5. Oct. 
Chunegundis, 28. Jan., 1 5. Febr., 

9. Mai, 18. Sept., 4. Oct. 
Diemudis, 24. Mai, 4. Aug. 
Dorothea, 12. April, 2. Aug. 
Elisabeth, 28. April, 25. Juni, 

21. Nov. 
Engla, 6. Jan. 
Valchenstainerin, 2. Mai. 

Geysel, 14. Aug. 
Geisla, 6. Jan., 29. April. 
Gedrudis, 28. Jan., 27. April, 
4. Juni, 22. Aug., 20. Nov. 
Gedurdis, 30. Aug. 
Goldruna, 29. Marz. 
Hedwigis, 23. Juni, 6. Nov. 
Hilta, 11. Sept. 
Jeuta, 29. April. 
Juta, 13. Aug. 
Katherina, 17. Mai, 4. Aug. 
Katherina Gewchramerin, 1. Oct. 
Lucia, 4. Mai. 
Margaret a, 16. Jan., 23. Jan., 

22. Mai, 11. Sept., 2. Nov. 
Mechtildis, 27. Jan., 3. Mai. 
Palmia, 5. Febr. 

Petri ssa, 8. Oct. 

Sabina, 8. Jan. 

Tueta, 25. Aug. 

Went la, 26. Marz, 7. Nov. 

Wilbirgis, 28. Jan. 



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233 



Noviciae: 
Dorothea, 7. April. 
Margareta, 11. Marz, 30. Juli. 

Conuorsae: 
Anna, 28. Mai. 
Chunegundis, 11. Febr. 
Wentla, 11. Dec. 

Conuersi: 
Dietricus, 24. Nov. 
Pilgrimus, 24. Jan. 

Novo Monte, de (Neuberg): 
Christannus abbas, 13. Marz. 
Nicolaus abbas, 2. April. 
Michael s. et m., 11. Sept. 
Stephanas conu., 5. Nov. 

Olomncensis episcopas: 
Chunradus, 8. Aug. 



Matthaeas conu., professus, 26. 
Oct. 

Porta Aurea: 

Blasiu6 fr., professus, H.April. 

Radeprunne : 
Heinricus conu., magister curie, 
29. Marz. 

Ratisponensis episcopus: 
Nicolaus, 4. Oct. 

Reitenhaslach : 

Ciriacus Diemer professus, 22. 
Sept. 

Retzbach (Rutzbach): 

Andreas parochus, 12. Dec. 
Dominicus Schnabel, plebanus, 
23. Jan. 



Chunradus Bieymuller parochus, 

15. Sept, 
Philippus Hilgeri parochus, 

18. Oct. 

Rewt: 

Chunradus plebanus, 23. April. 

Runa: 

Albero abbas, 20. Aug. 

Wernhardus abbas, 7. Juli. 

Hertwicus s. et m., 12. Jan. 

Martinus, 30. Aug. 

Ignatius Crafft abbas (Lil.) pro- 
fessus Runensis, 1. Oct. 

Sigismundus abbas (Lil.) pro- 
fessus Runensis, 5. Dec. 

Salzburgensis archiepiscopus: 
PIberhardus, 1. Dec. 

Scotos, ad (Wienne): 
Gallus abbas, 13. Aug. 

Sedrasicz : 

Nicolaus plebanus, 13. Sept. 

Seitensteten: 
Priores: 

Otacherus [Albertus], 1. April. 
Stephanus, 7. Jan. 

Seon: 

Sebastianus Priindl prior, 16. 

Marz. 
Clemens Faber subprior, 6. Febr. 

Seusenstein v. Valle Dei. 

Slierbach : 

Katherina conu., 16. Juni. 

Stephano, de St. (v. Constancien- 

sis): 
Heinricus plebanus, 13. Mai. 
Propositi de S. St. procurator, 

31. Aug. 



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234 



Jacobus plebanus in Mergers- 
dorf et canon, ad S. St., 
22. Sept. 

Valle Dei (,Seusenstein') : 
Abbates: 

Ambrosius Gloggnizer, 5. Febr. 
Georgui8, 25. April. 
Johannes, 17. Marz, 13. Mai. 
Leonardus, 13. Sept. 
Nycolaus, 20. Sept. 
Wolfgangus, 13. Mai. 

, Nicolaus abbas in Zwctla, postea 
professus in Seusen stain, 26. 
Aug. 

Dominus senior, 25. Nov. 

Johannes prior, 1. April. 

Petrus suprior, 1. April. 

Simon cantor, 26. Marz. 

Sacerdotes et monachi: 
Andreas, 8. Sept. 
Christofforus, 25. April. 
Fridericus, 12. Nov. 
Johannes, 28. Marz, 1. April. 
Martinus, 28. Marz, 18. Oct. 
Vlricus, 4. Jan. 

Petrus subdiaconus, 8. Sept. 
Ulricus m. ct acolitus, 24. Nov. 

Victoria: 

Johannes abbas, 28. Marz. 

Vitum, St., ad: 

Thomas s. et can., 24. Marz. 

Vorau : 

Alexius can., 27. Juli. 
Laurencius can., 30. Jan. 
Ludowicus can., 27. Aug. 
Petrus senior s. et can., 30. Jan. 



Wolfgangus senior, 27. Aug. 
Voelkenmarkcht: 

Nicolaus Hofmann decanus, 4. 
Sept. 

Villariensis v. Wilhering. 

Wicnne : 

Alhaidis abbatissa, 3. Dec. 

Moniales: 
Alhaidis, 7. Oct. 
Chunegundis, 10. Marz, 6. April. 
Gedrudis, 20. Oct. 
Margareta, 20. Oct. 
Mechthildis, 12. Nov. 
Offemya, 13. Febr. 

Vlricus commendator de domo 

Teutonica, 20. Oct. 
Detricus conu., magister curie, 

21. Oct. 

Wilhalmspurch: 
Plebani: 

Ditmarus, 12. Juli, 14. Oct. 
Hermannus, 27. Aug. 
Chunradus, 27. Juni. 
Laurentius, 29. Juli. 
Ortolfus, 19. Juli. 
Poystorff, Wolfgangus de, 2. 

Nov., 12. Nov. 
Sartorius, Sebastianus, 6. Juli. 
Semlercziph, Stephanus , 1 8. 

Marz, 6. Dec. 
Spiczcr, Johannes, 24. Oct. 
Thomas, 7. Febr., 31. Mai. 
Vdalricus, 25. Febr. 
Urschalcus, 18. Oct. 
Wagner, Johannes, 9. Dec. 
Wichardus de, 5. Febr. 
Johannes sac, 17. Aug. 



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235 



Johannes Offerler, beneficiatus 
ad s. Oswaldum, S. 188. 

Wilhelmus, magistcr curie in, 
9. Jan. 

Wilhelmus plebanus, 20. Mai. 

Wilhering (Hylaria) : 
Ernestus abbas, 7. April. 
Christophorus prior, 1. Marz. 
Johannes s. et m., 10. Marz. 
Chunradus conu., 27. Febr. 

Wiczlesdorf (Wiczleinstorf, Witz- 
leinstorf: 
Plebanus de, 24. Febr. 
Purchardus plebanus, 20. Oct. 
Rapoto sacordos, 24. Marz. 

Ybbs (ad S. Spiritum): 
Abbatissae: 
Agnes, 16. Nov. 
Anna, 13. Aug. 
Bandala, 25. Jan. 
Margareta, 22. April. 

Eysal priorissa, 1. Juli. 
Gedrudis priorissa, 24. Aug. 
Elisabeth, subpriorissa, 17. Jan. 

Moniales: 
Alhaidis, 13. Nov. 
Perhta, 9. Juni. 
Gedrudis, 14. Marz. 
Gedrudis Mainbergerinna, 24. 

Nov. 
Gysela, 7. Mai. 
Hailwigis, 21. Marz. 
Katherina, 1 1 . Marz, 2 1 . Nov. 
Lucia, 3. Sept. 
Maria, 25. Sept. 
Tueta, 1 7. Sept. 



Margareta nouicia, 31. Mai. 

Cecilia conuersa, 14. Juli. 

Chunradus conu., 27. Marz. 

Fr. Johannes de Hainfeld, con- 
fessor monialium, 21. Febr. 

Johannes Krenperg s. et m. 
Campil. apud moniales, 1. Oct. 

Wolfgangus confessor, 19. Oct. 

S. Ypolito de: 
Propositi: 
Fridericus, 12. Aug. 
Heinricus, 9. Oct. 
Philippus, 1. Mai. 
Philippus, 12. Juli. 
Ulricus, 15. Aug. 
Johannes decanus, 12. Aug. 
Sixtus decanus, 25. Jan. 

Canonici: 
Andreas, 9. April. 
Andreas Solsneyder, 30. Nov. 
Artolfus, 18. Nov. 
Caspar, 12. Aug. 
. Chunradus senex, 14. Nov. 
Eberhardus, 25. Sept. 
Egidius, 4. Juli. 
Erasmus, 28. Sept. 
Heinricus, 6. Sept. 
Heinricus Czinczendorfer, 6. 

Marz. 
Joachim, 28. Sept. 
Johannes Pulkawer, 9. Dec. 
Johannes Wiener, 21. Nov. 
J^aurencius, 28. Sept. 
Leonhardus Chrepfel, 1. Aug. 
Mathias Czingisser, 21. Sept. 
Melchior, 15. Marz. 
Michael, 22. Aug., 30. Nov. 
Michael de Chasten, 5. Oct. 
Michael Kollinger, 11. Aug. 



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236 



Pangracius, 12. Aug. 
Petrus, 24. Aug. 
Sigismundus, 25. Juli. 
Stephanus Haekler, 27. Juni. 
Thomas, 10. Sept. 
Virions, 1. Juli, 14. Sept. 
Walthasar, 12. Aug. 
Wolfgangus, 1. Juni, 12. Aug. 
Wolfardu8, 7. April. 
Wolfhardus Geyr, 23. Mai. 

Wolfgangus presb. et nouitius, 

12. Aug. 
Johannes diaconus, 25. Sept. 
Georius subdiaconus, 12. Sept. 

Acoliti: 

Chunradus, 19. Nov. 
Stephanus, 19. Nov. 
Vlricus, 19. Nov. 

Chunradus cellerarius, 28. April. 

Cedliczz: 

Martinuss. et m. prof., 30. Oct. 
Mawricius s. et m. prof., 30- 
Oct. 

Zwettel : 
Abbates: 
Bozlaus, 2. Febr. 
Dietricus, 10. April. 
Ebro, 28. Febr. 
Gotschalcus, 9. Dec. 
Hainricus, 13. April. 
Heinricus, 29. Mai. 
Nicolaus, 26. Aug. 
Richerus, 29. Jan. 
Ulricus, 30. Mai. 
Wolfgangus, 13. Oct. 

Otto senior, 9. Sept. 



Priores: 

Johannes, 17. Mai. 
Nicolaus, 14. April. 
Oukerus, 3. Sept. 
Simon, 22. Aug. 
Wernhardus, 28. Oct. 

Andreas cantor, 27. Mai. 
Chunradus, cantor, 26. Marz. 

Sacerdotes et monachi: 
Albertus, 26. Mai, 7. Aug., 8. 

Aug., 2. Sept. 
Alhardus, 12. Dec. 
Andreas, 22. Marz, 23. Marz, 

21. Juli, 11. Dec. 
Andreas Simon, 7. Juni. 
Bernhardus, 19. Jan. 
Pertholdus, 6. Juli, 13. Juli. 
Burchardus, 19. Jan. 
Chunradus, 10. Febr., 13. April, 

16. Juni, 19. Juli, 25. Aug., 

12. Sept., 24. Sept., 8. Nov. 
Dareslaus, 10. Marz. 
Dominicus, 17. Jan. 
Eberhardus, 5. Juni. 
ErnestuB, 16. Jan. 
Erwinus, 7. Febr. 
Fridericus, 18. Febr., 13. April, 

29. April. 
Fridmannus, 14. Mai. 
Gebhardus, 13. April. 
Georius, 28. Febr. 
GerharduB, 22. Jan. 
Geroldus, 25. Sept. 
Gerungus, 5. April. 
Gotfridus, 28. Oct. 
Goezwinus, 22. Oct. 
Gregorius, 22. Nov. 
Hartmannus, 8. Juli. 



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237 



Heinricus, 5. Febr., 3. Marz, 
13. April, 25. April, 7. Mai, 
8. Mai, 12. Jani, 21. Juni, 
4. Aug., 22. Aug., 9. Oct. 

Helyas, 19. Jan. 

Herraannus, 7. Febr., 27. Febr., 
12. Juni. 

Hugo, 16. Oct. 

Johannes, 30. Jan., 18. Marz, 
31. Marz, 18. Mai, 22. Aug. 

Karolus, 2. Febr., 22. April. 

Leo, 29. Juni. 

Leupoldus, 17. Aug., 30. Not. 

Leutwinus, 21. Juni. 

Ludwicus, 23. Febr. 

Matthaeus, 10. Aug. 

Meinhardus, 1 8. Marz, 22. Juni. 

Michael, 16. Jan., 18. Jan. 

Nicolaus, 18. Mai, 28. Mai, 29. 
Juli, 11. Sept., 22. Sept., 
2. Oct., 7. Oct., 10. Oct. 

Ortolfus, 18. Jan., 21. Juni, 
22. Aug. 

Otto, 30. Juni, 23. Nov. 

Otto Grill, 16. Jan. 

Petrus, 22. Jan., 17. Febr., 
10. Juni, 26. Juni, 14. Aug., 
19. Aug., 24. Nov. 

Phiiippus, 8. Dec. 

Pitroffus, 22. Sept. 

Rapoto, 9. Febr., 9. Oct. 

Richerus, 30. Juni. 

Rudlibus, 4. April. 

Rudegerus, 7. Aug. 

Rugerus, 10. Dec. 

Sifridus, 26. Sept., 30. Sept. 

Sigismundus, 3. Oct. 

Stephanus, 25. Aug. 

Symon, 7. Juni, 7. Aug., 20. 
Sept., 8. Oct. 



Thomas, 31. Marz. 
UlricuR, 1. Febr., 31. Marz, 
13. April, 17. April, 4. Mai, 

1. Juni, 22. Aug., 30. Aug. 
Vrleugus, 26. Sept. 
Walchunus, 25. Aug. 
Waltherus, 8. Febr., 8. Mai, 4. 

Oct., 18. Oct., 23. Nov. 
Welfingus, 25. Juni. 
Wernherus, 30. Marz, 29. April. 
Wisinto, 12. Oct. 
Wolfhardus, 2. Juni. 

Jacobus diaconus, 15. Febr.' 
Wolfgangus, diacon., 14. Mai. 
Heinricus subdiacon., 20. Juli. 
Otto acolitus, 31. Jan. 
Rugerus episcopus Bornen (!) 

mon. Cist, ordinis in Zwetla, 

8. Dec. 

Conuersi: 

Albero, 23. Febr., 13. Juli, 

31. Oct. 
Albertus, 11. Febr., 4, Mai, 

31. Oct. 
Andreas, 7. Oct. 
Bernhardus, 19. Jan. 
Burchardus, 19. Jan. 
Calochus, 27. Febr. 
Christanus, 7. Aug. 
Chunradus, 17. Jan., 12. Febr., 

7. Marz, 26. April, 23. Mai, 

2. Oct., 12. Nov., 13. Nov., 
16. Nov. 

Ditricus, 22. Aug. 
Diepoldus, 23. Jan. 
Eberhardus, 16. Jan. 
Engelbertus, 31. Aug. 
Fridericus, 12. Jan., 11. Aug., 
4. Nov., 30. Nov. 



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238 



Gerungus, 1 3. Sept. 

Heinricus, 1. Jan., 17. Jan., 
26. Febr., 1. Miirz, 28. Mtirz, 
4. April, 23. Juni, 24. Juni, 
22. Juli, 3. Aug., 9. Aug., 
21. Aug., 9. Oct., 2. Nov., 
16. Nov., 1. Dec. 

Heinricus Stochvigz, 24. Juni. 

Hermannus, 2. Nov. 

Hertlinus, 12. April. 

Hertwicus, 22. Oct. 

Hugo, 30. Mai, 1. Juli. 

Johannes, 1. Sept. 

Leo, 5. Juli. 

Leupoldus, 23. April, 21. Sept., 
12. Oct, 

Iieutoldus, 23. Mai. 

Meinhardus, 14. Miirz. 

Nicolaus, 5. Febr. 

Otto, 31. Jan., 1. Febr., 9. 
Febr., 10. Miirz, 24. Juni, 
30. Juni, 13. Oct., 12. Nov. 



OrtolfuR, 25. Febr. 
Petrus, 13. Oct. 
Pilgrimus, 13. Jan. 
Rapoto, 31. Aug. 
Reimarus, 21. Sept, 
Reimbertus, 31. Juli. 
Richerus, 30. Juni. 
Rudgerus, 2. Mai. 
Rugerus, 16. Febr., 20. Sept., 

14. Nov. 
Siboto, 21. Mai. 
Sifridus, 27. Miirz, 18. Juli. 
Ulricus, 25. Jan., 10. Mai, 

10. Juni, 18. Juni, 21. Aug., 
8. Oct., 16. Nov. 

Walchunus, 22. Juli, 31. Juli. 
Waltherus, 23. Juni. 
Wcrnhardus, 13. Aug., 16. Oct., 

11. Nov. 
Wisinto, 8. Juni. 
Wolfkerus, 9. Febr. 



r^ -£>--:- 



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FUMES RERUN \l Silll ACIIUN. 



(ESTERREICHISCHE GESCHICHTS QDELLEN. 



HERAU8GEGEBEN 



HISTORISCHEN COMMISSI* >X 



kaisi;ui,k;iikn akademie deb wissenschaften in wien. 



ZWEITE ABTHEILUNG, 



l>ll>M>niTAItl\ ET ACTA. 



XLI. BAND. 



Z W JT) ITE HALFT E. 

BK1KFK ALBRKOHTSVON WALDSTEIN AN KARL VON HARBACH 0525-1627). 



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FUMES RERll AUSTRIiUMlM. 



(ESTEMEICHISCHE GBSCHICHTS QDELLEH. 



HERAU8GEGEBEN 



HISTORISCHEN COMMISSION 



KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN IN WIEN. 



ZWEITE ABTHEILUNG. 

DIPLOJJIATAIIIA ET ACTA. 

ILL BAND. 

ZWEITE HALFTE. 



^ r ^e^& 



WIEN, 1879. 



IN COMMISSION BEI KARL GEROLD'S SOHN 

BUCHHANDLER DER KAIS. AKA.DKMIU DER WIS8ENSCHA.FTEN. 



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BRIEFE 



ALBRECHTS VON WALDSTEIN 



AN 



KARL VON HARRACH 

(1625—1627). 



NACH DEN EIGENHANDIGEN ORIGINALEN DE8 GRAFLICH 
HARRACH'SCHEN ARCHIV8 IN WIEN 

HKRAUSOEGEBEN TON 

FERDINAND TADRA, 

SCBIPTOR AN DER K. K. UN1VERS1TAT8-BIBLIOTHEK IN PBAG. 



NEB3T EINER EINLEITUNG : ALBBECHT YON WALDSTEIN 8EIT DEB SCHLACHT 

AUF DEM WEISSEN BEBGE BIS ZU SEINEB ERHEBUNG ZUM HEBZ06 

UND OBEBCOMMANDANTEN DEB KAISEBLICHEN ABMEE. 

(1620-1625). 






WIEN, 1879. 



IN COMMISSION BEI KARL GEROLD'S SOHN 

BUCBHANOLER DRR KAI8. AKA.DKMIE DEK WIS8KN3CHA7TKN. 



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EINLEITIJNG. 



Bericht uber Albrecht von Waldsteins Briefe an Karl 
von Harrach. 

Uurch Vermittlung des k. bohmischen Landesarchivars, 
Professor Dr. Gindely, der wahrend seines langeren Auf- 
enthaltes in Wien (1875) die dortigen Archive durchforscht 
und so kostbare Schatze fiir die bohmische Geschichte ange- 
sammelt hatte und unter anderen auch das graflich Harrach'sche 
Archiv besuchte, hatte Se. Erlaucht der Herr Graf J. Harrach 
die Erlaubniss ertheilt, dass die in seinem Archiv zu Wien 
befindlichen, in den Anfang des dreissigjahrigen Krieges (in 
welcher Zeit bekanntlich Freiherr Karl von Harrach als einer 
der vornehmsten Rathgeber und Geheimrathe Kaiser Ferdi- 
nands II. eine hervorragende Stelle einnahm) fallenden Schriften 
in seine Hauskanzlei zu Prag geschickt werden, wo ihre Durch- 
; sicht und Copirung fiir das k. bohmische Landesarchiv vor- 
genommen werden sollte. Mit dieser Arbeit von Professor 
Gindely betraut, habe ich die eingesandten Fascikel durch- 
. gesehen und die auf Bohmen und den bohmischen Aufstand 
^ sich beziehenden, mitunter sehr wichtigen Urkunden und 
^Schriften excerpirt und copirt. Unter den eingesandten Fas- 
^ cikeln befand sich einer, der beinahe ausschliesslich eigen- 
handige Briefe Albrechts von Waldstein an Karl von Harrach 
enthielt. Dieser war bekanntlich Vater der durch Geist und 
personliche Anmuth ausgezeichneten Isabella Katharina, zweiten 
Gemahlin Waldsteins, dessen hervorragendster Gonner und 
vertrauter Freund, und diesem Verhaltnisse entspringen auch 

Fontes. Abtb. II. Bd. XLL 2. H&lfte. 16 



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242 

die erwahnten und mitunter — wie nattirlich — sehr vertrau- 
lichen Briefe Waldsteins an Harrach, von denen ich nach 
Durchsicht beinahe der ganzen Waldsteinischen Literatur con- 
statirte, dass sie bisher ganzlich unbekannt sind. Aus diesem 
Qrunde konnte ich nicht umhin meine Verwunderung dariiber 
auszusprechen, dass kein einziger von den Biographen Wald- 
steins darauf verfallen ist, das genannte Archiv hauptsachlich 
fur die Periode von 1623 — 1628 (bis zum Tode Karls von 
Harrach) auszubeuten und dies um so mehr, als von dessen 
Eigenthiimern die Beniitzung in liberalster Weise — wie bereits 
mehrfach erwiesen — zugestanden wird. 

In dem betreffenden Fascikel, der die Signatur lit. I. i 
Nr. 74. tragt, sind zusammen 238 Nummern und zwar 230 
Briefe Waldsteins, von diesen 2 Briefe an den Kaiser (1 in 
Abschrift, 1 im Original), je einer an den Herzog Franz 
Albrecht von Sachsen und an S. Julien, die iibrigen sind eigen- 
handige, theilweise chiffrirte Briefe Albrechts von Waldstein 
an den Freiherrn Karl von Harrach; nebstdem einige, theil- 
weise auf den Briefen Waldsteins geschriebene, eigenhandige 
Anmerkungen Karls von Harrach, die sich dieser iiber beson- 
ders wichtige Gegenstande, z. B. iiber Waldsteins Gesuch um 
Entlassung im Jahre 1626, zu dem Zwecke gemacht zu haben 
scheint, um bei Geheimrathssitzungen dem Kaiser dariiber 
zu referiren. Als letzte Nummer ist eine Abschrift des be- 
kannten amtlichen Berichts iiber Waldsteins Verrath und die 
Egerer ,Execution' (namlich: ,Ausfiihrlicher und griindlicher 
Bericht der vorgewesten Friedlandischen und seiner Adharenten 
abscheulichen Prodition') mit einem dazu beigefiigten, bisher 
unbekannten Gutachten ,der Deputirten kaiserl. Rathe und 
Commissarien* an den Kaiser, ob es iiberhaupt nothig sei, 
gegen Waldstein und Consorten nach ihrer Ermordung einen 
rechtlichen Process anzustrengen. 

Nachdem ich s&mmtliche Briefe copirt und dieselben 
chronologisch geordnet hatte, ergab sich nachstehendes Resultat: 

23 Briefe fallen in das Jahr 1623; sie sind geschrieben 
in der Zeit vom 20. October bis zum 19. November 1623 und 
betreffen den Feldzug gegen Bethlen Gabor und die Ein- 
schHessung des kaiserlichen Heeres bei Goding. Mit Ausnahme 
der zwei ersten sind sie chiffrirt und zwar mit einer eigenen 
zwischen Waldstein und Harrach verabredeten Chiffre. (Ich 



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243 

habe sie bei meiner Abhandlung Uber den Feldzug des Jahres 
1623 im Archiv fur osterr. Gesch. Bd. LV. II. Halfte S. 401 
veroffentlicht). 

Die ubrigen Briefe betreflfen den Feldzug Waldsteins in 
Deutschland und in Ungarn (1625 — 1626), von diesen fallen 
in das Jahr 1625 nur 17, in das Jahr 1626 dagegen 154 Briefe. 
Der Rest (36 Stuck) ftlllt in das Jahr 1627 und zwar reichen 
diese bis zum 11. August und enthalten wiehtige Nachrichten 
iiber die Vorbereitungen zum Feldzuge des Jahres 1627 und 
fiber den Feldzug in Schlesien selbst. 

Sammtliche Briefe sind ftir die Geschichte der betreffen- 
den Jahre ausserst wichtig. In manchen Beziehungen wird 
erst durch diese Briefe Klarheit gebracht, ganz neue oder 
wenigstens von den Geschichtschreibern bezweifelte Thatsachen 
werden sichergestellt, der Feldzug in Ungarn, dessen Verlauf 
zu vielfachen Anschuldigungen Waldsteins Anlass gab, wird 
in vielen Beziehungen in ein anderes Licht gestellt; ganz be- 
sonders wichtig sind diese Briefe zur Aufklarung des person- 
lichen VerhUltnisses Waldsteins zu vielen hervorragenden Per- 
sonlichkeiten jener Zeit, namentlich zum Herzoge von Baiern, 
zu Tilly, Collalto, Cardinal Dietrichstein, Caretto u. A. 

Aus alien leuchtet heraus, dass Waldstein durch und 
durch dynastisch gesinnt war, es wird ihm auch von Niemandem, 
wenigstens fUr die friihere Periode seines Lebens, abgesprochen. 
Dies ffihrte ihn in seiner Jugend bereits in den Krieg ftir die 
Dynastie in den verschiedensten L&ndern derselben. Als es 
sich um seine Ernennung zum obersten Feldhauptmann des 
Kaisers handelte, bildeten sich am kaiserlichen Hofe zwei 
Parteien: die eine, und zwar die machtigere, mit dem Fiirsten 
Eggenberg und Harrach an der Spitze, war fur, die andere 
gegen Waldstein und seine Erhebung. Sowie nun die erste 
aus innerster Ueberzeugung, dass des Kaisers und des Reiches 
Wohl daran hange, bestrebt war, Waldstein zu unterstiitzen 
und zu halten, verabs&umte die andere nicht, ihm durch aller- 
hand Mittel Schwierigkeiten zu bereiten, um ihn zur Nieder- 
legung des Oberbefehls zu bewegen. Diese Gegenpartei Wald- 
steins bestand aus einigen von den kaiserlichen Geheimrathen, 
unter ihnen waren Graf von Trautmannsdorf, der Cardinal von 
Dietrichstein, Statthalter in Mahren, ferner der Hofkriegsraths- 
Prasident Collalto, wenigstens eine Zeit lang, nachdem er sich 

16* 



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244 

mit Waldstein entzweit hatte, dann auch Caretto Marchese de 
Grana, dieser aus Aerger, dass er von Waldstein mit seinem 
Ansuchen um eine Obristenstelle abgewiesen wurde. Diesen 
schloss sich bald der Herzog Maximilian von Baiern an, der 
sowohl in Wien durch seinen Botschafter gegen Waldstein 
wirkte, als auch im Felde ihm durch bezugliche Weisungen an 
Tilly Verlegenheiten bereitete. 

Die Intriguen dieser Partei brachten Waldstein bereits 
im Sommer des Jahres 1626 dahin, dass er sowohl seinem 
Schwiegervater als auch dem Kaiser (,bei dem die Calumnia- 
tores nicht allein Gehor sondern gute Audienz bekommen') den 
festen Entschluss bekannt gab, nach Beendigung des Feldzuges 
in diesem Jahre (1626) vom Generalat abtreten zu wollen. 
Dass diese Absicht Waldsteins ernst gemeint war, dieselbe 
bereits auch im Geheimrathe des Kaisers zur Sprache kam, 
diirfte durch diese Briefe Waldsteins vollkommen sichergestellt 
werden; Harrach hat hochst wahrscheinlich dariiber referirt 
und bereits auch Antr&ge zur etwaigen Wiederbesetzung des 
Generalats in Bereitschaft gehabt. Besonderes Interesse dttrften 
namentlich nachstehende Anmerkungen Harrachs haben, die 
er sich diesbezuglich gemacht hatte, weil wir aus denselben 
einestheils die Ursachen der von Waldstein begehrten Ent- 
lassung kennen lernen, anderntheils aber klar ausgesprochen 
finden, wozu sich Waldstein — entgegen der bisher allgemein 
geltenden Ansicht, dass er den Krieg auf eigene Kosten fuhren 
wollte — bei Uebernahme des Commandos eigentlich nur ver- 
pflichtet hatte. Es heisst hier unter Anderem: Der Herzog von 
Friedland vermeine genug gethan zu habeh, ,indem er Ihr 
Majestiit ein ansehenliche Armee auf den Fuss gebracht, darmit 
posto genommen und bishero den Feind aufgehalten etc. . . 
beklagt sich, dass man bei Hof vermeint, dass er den volligen 
Krieg auf sein Spesa fuhren soil und kann, habe mehrers 
nicht versprochen als die Armee auf den Fuss zu 
bringen und posto zu nehmen, habs bisher erhalten, der- 
gleichen Krieg aber kann Niemand als ein grosser Potentat 
und nicht ein Privat fuhren. Er hab Traidt und Pulver begehrt: 
das eine schick man ihm nicht und schreib, er soil gesparig 
darmit umbgehen, auf das andere geb man ihm keine Ant- 
wort etc. . . . Begehre derhalben seine Entlassung anjetzo, damit 
hernach auf den Winter Ihre Majestat den Campo mit ein 



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245 

Capo und aller Notturft versehen konnen'. Harrach sagt weiter: 
,Dies sein Sachen grosser Consideration, vieler schadlichen Con- 
sequenzen und liegt Ihr Mtt. Dienst, dero Konigreich und 
Lander ja des ganzen gemeinen Wesens Schaden oder Be- 
furderung daran*. Zu Ersetzung Waldsteins schlug Harrach 
zwei Wege vor: Entweder solle sich der Kaiser mit Spanien 
and der Liga vergleichen, dass jeder Theil eine gewisse Anzahl 
Volks im Felde halte, tiber welches Tilly als kaiserlicher Ge- 
neral commandiren wtirde, oder solle Waldstein in seiner 
Stellung ah Anfuhrer der kaiserlichen Truppen durch einen 
anderen General ersetzt werden, wozu dann nachstehende Per- 
sonlichkeiten tauglich waren: Ftirst Max (v. Liechtenstein); 
Rudolf von Tiefenbach, Hans Breuner, Don Balthasar, Collalto, 
von Auslandern: Graf Johann von Nassau, Graf von Bergk, 
Graf Wolf von Mansfeld. Dass also weder die Behauptung, 
Waldstein h&tte erst nach Beendigung des Feldzuges in Ungarn, 
als sich beim Hofe eine ungiinstige Meinung liber ihn ver- 
breitete, mit Niederlegung des Oberbefehls gedroht, noch jene 
Hurters und Anderer, er h&tte den Unwillen des Kaisers 
fiber seine erfolglose Kriegfuhrung beschwichtigen miissen, 
nicht stichh&ltig sind, ist ersichtlich; gegen die letztere will 
ich noch ein Schreiben Waldsteins voin 5. November 1626, 
also bereits nach Beendigung des Feldzuges in Ungarn, hier 
anfuhren, in welchem er auf seiner Entlassung beharrt und 
hinzufiigt: ,Dass aber nach meinein Abzug meine Feind Campo 
haben werden mir zu schaden, solches werde ich miissen Gott 
befehlen. Umb den Kaiser und das Haus von Oesterreich hab 
ich viel ein anderes verdient, will aber meine merita nicht 
exaggeriren, dies troste ich mich allein, dass kein Mensch in 
der Welt anders sagen kann als dass ich jederzeit treulich, 
ehrbar und nutzlich dem Kaiser gedienet habe, und wann ich 
Gott also gedienet h&tte, so wfire ich gewiss der vornehmbsto 
Heiliger im HimmeK 

Dass der Rttcktritt Waldsteins vom Obercommando nicht er- 
folgte, ist durch eigenes Eingreifen des Kaisers, durch vereinten 
Einfluss Eggenbergs und Harrachs und namentlich in Folge 
der personlichen Zusammenkunft Eggenbergs und Harrachs 
mit Waldstein zu Bruck an der Leitha erreicht worden. 

Ueber Waldsteins Zug nach Schlesien und Ungarn zur 
Verfolgung Mansfelds wird behauptet, dass er denselben erst 



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246 

auf wiederholtes Ansuchen des Kaisers untemahm und sehr 
langsam vorwarts zog. Dem entgcgen findet man aus seinen 
Briefen Folgendes: Nachdem Waldstein sehr oft und zwar 
noch vor der Schlacht an der Dessauer Brucke auf Mansfelds 
beabsichtigten Zug nach Schlesien und die daraus entspringende 
Gefahr aufmerksam gemacht und gefordert hatte, man solle in 
Schlesien und Mahren riisten, um Mansfeld abzuhalten, da er 
selbst ihm nicht nachfolgen konnte, von Seite des Kaisers aber 
nicht das Mindeste geschah und dazu noch Bethlen heranzog, 
um sich mit Mansfeld zu vereinigen, brach Waldstein, nachdem 
er vorher den Obristen Pechmann mit einem Theile der Reiterei 
zur Verfolgung Mansfelds vorausgeschickt hatte, Ende Juli 1626 
von Aschersleben mit seinem Heere auf (die Starke desselben 
gibt er selbst auf nur 20.000 Mann an, da er 8000 Mann an 
Tilly abgeordnet und in vielen Stadten Besatzungen zuriick- 
gelassen hatte) und eilte in starken Marschen Mansfeld nach, 
der aber bereits einen grossen Vorsprung vor ihm gewann. 
Wahrend Waldstein mit seinem Hauptquartier noch am 8. August 
in Zerbst war (inzwischen setzten sich aber schon seine Truppen 
in Bewegung), finden wir ihn am 9. August in Koswig, am 
10. in Dahme, am 13. in Kottbus, am 15. in Kosel, am 17. in 
Sagan, am 21. in Goldberg, am 26. in Strelitz, am 30. in Neu- 
stadtl, am 2. September in Olmutz, am 3. in Kremsier, am 5. 
in Ungarisch-Brod und am 8. September in Neusohl, so dass 
er also in der Zeit vom 8. August bis 8. September den weiten 
Weg von Zerbst bis Neusohl mit seiner ganzen Armee zuriick- 
legte. In Zerbst erhielt er vom Kaiser ein Schreiben, welches 
beweist, was fur sonderbare Zumuthungen man an ihn stellte 
und woniber er sich folgendermassen aussert: ,Ich hab ein 
Handschreiben von Ihr Majtt. aus der Kammerexpedition be- 
kommen, ich sollte mich ausser des Landes halten und in 
Schlesien nicht rucken, sondern den Feind eher er hinkommt 
schlagen, auf dass die Schlesier konnten die Contributionen er- 
legen. Nun sehe man der Kammer wohl considerirte Ordinanz, 
der Feind ist in Schlesien, das Land halt mehr mit ihm als 
mit dem Kaiser und ich sollte ausserhalb des Landes bleiben; 
auch wird sich der Feind gleich also wie sies auf Papier 
setzen schlagen lassen und ich mit der Armee gleich hin und 
her marchieren konnen, als wann sie ein Paar Ross vor den 
Wagen spannen lassen, nach Hof fahren und von dannen wieder 



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247 

nach Haus. Ich sehete lieber, class Ihr Majtt. Lander mochten 
dessen enthebt werden, denn ich habe sowohl als die anderen 
nichts anderes als nur meiner Outer ruin a zu gewarten, aber 
dieweils nicht anders sein kann lieber ruinirte als verlorene 
Guter haben'. 

Weiters durften durch diese Briefe auch iiber das Ver- 
haltniss Waldsteins zu Tilly, theilweise auch zu dem Herzoge 
von Baiern, nahere Aufschliisse ertheilt werden; Schriftsteller, 
die, um den Ruhm des Ersteren zu erhohen, den Anderen vollig 
in den Koth herunter werfen, durften doch eines Besseren be- 
lehrt werden. Es lasst sich nicht l&ugnen, dass durch besseres 
Zusammenwirken der beiden Feldherren mehr ware erzielt 
worden, dass aber die Schuld der Uneinigkeit Waldstein allein 
zufallt, wird schwerlich zu erweisen sein, auch bairischerseits 
diirfte man viel dazu beigetragen haben. Interessant in dieser 
Beziehung ist folgender Ausspruch Waldsteins iiber Tilly: 
,Er ist der bairischen Commissari Sclavo und muss wider 
Ragon travagliren und die Armee consumiren und ist gewiss 
nicht ohn, dass er wegen seiner tapferen Thaten bei der Welt 
glorioso ist, wegen der Pacienz aber, so er mit denen Hunds- 
futern [von Harrachs Hand durchstrichen] muss haben, wird 
bei Gott coronam martyri erlangen' (Schreiben vom 3. Juni 
1626). Dass Waldstein oft mit Tilly wegen Vereinigung der 
beiden Armeen verhandelt hat, davon findet man in diesen 
Briefen hinreichende Beweise; so schreibt er am 6. Juni 1626 
an Harrach unter Anderem Folgendes: ,Ich hab von Don 
Balthasar vernommen, dass man zu Wien vermeint hat, dass 
ich Ursach bin gewest und mich mit dem Grafen von Tilly 
nicht hab conjungiren wollen; man frage den Capitan Leon, 
dass er sich diesen Winter schier zu Todt hat reiten mtissen 
ihn zu persuadiren dass ers thate, aber hats nit than wollen, 
ausserhalb damals etlich wenig Tag bei Schleden. Itzunder 
schicke ich den Obristen Colloredo zu ihm, ihn zu ersuchen, 
dieweil kein Feind dorten jst, so solle er sich wieder herein- 
wenden etc. . . . itzt wird man sehen, ob ihm seines Herrn secrete 
instructioni solches zu than zulassen werden, denn thuet er 
dies, so ist der Feind ruinirt, wo nicht so haben wir ein lang- 
wierigen Krieg und mit grossen Incommoditaten, denn gewiss 
der Kurfurst aus Baiern ist besser vor sich als vor uns'. Die 
Vereinigung der beiden Armeen erfolgte nicht, Waldstein musste 



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248 

spater Mansfeld nachziehen, aber seine zur Verstarkung 
Tilly's hinterlassene Hilfe war in der Schlacht bei Lutter 
doch entscheidend. Dass Waldstein auch das Nachtheilige 
ihrer Trennung eingesehen, leuchtet unter Anderen auch aus 
dem Briefe vom 14. August 1626, wo er schreibt: ,Hatte 
der Herr Tilly das bose GSttingen gehen lassen, wie ich ihn 
so unterschiedlichemal gebeten, und sich mit mir conjungirt, 
so wfire der Sach schon Feierabend gemacht gewest'. 

Sonderbar gestaltete sich das Verhaltniss zwischen Wald- 
stein und dem Hofkriegsraths-Pr&sidenten, Grafen Romb. von 
Collalto. Dieser war mit Einverstandniss Waldsteins zum 
Feldmarschall bei der kaiserlichen Armee ernannt worden (am 
15. November 1625 schreibt Waldstein : ,Der Graf Collalto ist 
dahie und assistirt mir in Allem liber die massen wohl und 
gewiss man hatte mir Niemanden schicken konnen, den ich 
lieber gesehen hatte, denn er uberhebt mich vieler Miihe'); 
bald aber entzweiten sich Beide — die Ursache ist aus diesen 
Briefen nicht ersichtlich — , Collalto entfernte sich wider den 
Willen Waldsteins von der Armee und ging nach Wien, wo 
er sich um ein selbstandiges Commando bewarb (unter Andern 
wollte er Befehlshaber des gegen die aufst&ndischen ober- 
osterreichischen Bauern abgeschickten Volkes werden). Am 
3. Juli schreibt Waldstein uber ihn: ,Der Collalto ist ein grosser 
Practico aber kein Soldat, er hat bald nach seinem Abzug an- 
fangen bei Baiern zu practiciren, auf dass wann der Hen- 
Tilly 8ollte abgehen man ihm der Liga exercitum sollte unter- 
geben; es ware wohl versehen wie ein Dorf mit einem un- 
sinnigen Pfaffen'. Die Feindschaft zwischen Beiden muss heftig 
gewesen sein; selbst das Eingreifen des Kaisers, der bereits 
am 16. Februar 1626 an Collalto schrieb und ihn zur Einigkeit 
mit Waldstein im Interesse des kaiserlichen Dienstes ermahnte, 
vermochte nicht beide Gegner auszusohnen. Erst in dem Briefe 
vom 2. August 1626 findet man von Seite Waldsteins den 
ersten Schritt zur Verstandigung; er schreibt (chiffrirt): Dieweil 
der Kaiser mir den Titel ,Obrister Feldhauptmann* hat geben, 
so wollte mein Herr mit mir tractiren dass ich mirs nicht Hesse 
zuwider sein, dass auch der Collalto accom modi ret wiirde, doch 
dass er auch unter mir ware tanquam membro separato del 
corpo mit Titel Feldmarschalk, den sonsten werde ich stets 
intrigi mit ihm haben. 



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249 

Ganz neu, von den Geschichtschreibern — so viel rair 
bekannt — gar nicht erwahnt, ist Waldsteins Plan, den immer- 
wahrenden Friedbrecher Bethlen Gabor endlich unschadlich zu 
machen, den er besonders in zwei Briefen (vom 5. und 7. August 
1626) ausfiihrlicher bespricht. In dem Briefe vom 7. August 
schreibt er: ,Ich hab meinem Herrn geschrieben, dass man 
zeitlich gedenken thate, wenn der Feind geschlagen sollte 
werden, wie sich Ihr Majtt. der victori praevaliren und sein 
Konigreich und Lander vor solchen feindlicheu Einfallen ver- 
sichern, finde aber kein anderes Mittel als dass man alsbalden 
mit dem Cornitsch oder sonsten Jemanden practiciren thate, 
dass sobald unser Herr dem Kaiser wider dem Bethlehem 
victori verliehen hat, dass ihm Ihr Mtt. wollen Assistenz leisten 
und zum Fursten in Siebenbiirgen machen. Die Assistenz aber 
vermeine ich dass diese sein miisste, dass ich 3000 Pferd neben 
3000 Drachonen unter einem Capo geben thate, zu deme konnte 
man alle die Polen dahie gebrauchen, auch 2000 oder 3000 
Ungern darzu geben, diesen alien dass der Forgatsch comman- 
diren thate, und sobald der Feind rumpirt ware, in zwei oder 
drei Tagen dahin marchieren, unter dessen in dem Schrecken 
machet der Cornitsch das ganze Land sich zu ihm voltiren 
und konnt es gar leicht occupiren*. Wenn daher O. Klopp 
(in seinem Werke iiber Tilly) aus einem Postscript Waldsteins 
an Collalto (Schreiben dd. 28. August 1627, bei Chlumecky, 
Keg. I.) ,man miisse gegen Bethlen mehr mit Praktiken als 
aperto Marte kriegen, solches aber miisste angesehen sein auf 
sein Person ala usanza de Italia 4 , schliessen will, Waldstein habe 
eine Ermordung Bethlens im Sinne gehabt, so glaube ich, dass 
es denn doch zu viel ist, so einen Schluss ziehen zu wollen, 
es scheint vielmehr, dass Waldstein seinen fruheren Plan im 
Sinne gehabt habe, namlich Bethlen durch einen Mann aus 
seinem Volke zu stiirzen und zu diesem Zweck auch von 
riickwarts in seinem eigenen Lande durch die Eosaken an- 
greifen zu lassen. 

Was das Privatleben und das Verhaltniss Waldsteins zu 
seinem Schwiegervater Karl von Harrach betrifft, so finden 
wir in den Briefen manche interessante Bemerkungen, die 
dasselbe vielfach illustriren. Aufrichtig gesteht er einmal, dass 
er sich ,einen Rausch gesoffen', obwohl er sonst sehr massig 
leben muss und lernt ,rohen Schinken zu essen und Bruhen 



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250 

zu trinken', woruber sich seine Frau gewiss freuen wird; trotz- 
dera sei ihm ; die Schelmerei wieder in die Fuss kommen' und 
babe ihn lfingere Zeit geplagt. Als er in Ascbersleben von 
den Nonnen ein Gemalde und zwei Paar Handschube zum 
Present bekommen, schickte er dies seinein Scbwiegervater, 
dem er am 1. November 1625 schreibt: ,Dieweil icb weiss, 
dass sich mein Herr mit schonen Kunststiicken von Mahlwerk 
delectirt, so hab ich nicht weniger than konnen als ihm dies 
zu praesentiren, so mir gestern die hiesigen Nonnen verehrt 
haben; auch haben sie mir 2 Paar Handschuh verehrt, welche, 
weil sie gar stattlich vor mich sein, nicht besser hab wissen 
anzuwenden, als gleichfalls meinem Herrn zu schicken, denn 
er wird darmit ein Paar Damen konnen regaliren*. — Als 
zufolge vielfacher Klagen Waldsteins iiber schlechte Versor- 
gung der Armee ein kaiserlicher Geheimrath als Commissar 
ins Lager geschickt werden sollte und es verlautete, dass 
Harrach selbst dazu verordnet werden solle, dies aber 
dennoch nicht geschah, schreibt Waldstein (3. Juni 1626): 
,Mit herzlicher Freud hab ich vernommen, dass mein Herr 
wieder wohl auf ist, unser Herr erhalte ihn lange Zeit 
darbei. Sein Ankunft hatte mich dahie als wenn ein Engel 
vom Himmel kommen ware erfreut, aber dieweil mein Weib 
sein Tochter ist, so h&ttens etliche bbse Leut diirfen vor 
suspect halten, ist besser dass der Graf von Trautemstorf 
herkombt etc. . / 

Ganz besonders wichtig sind die Briefe Waldsteins an 
Harrach fur die Geschichte des Feldzuges in Deutschland und 
in Ungarn, denn dieselben werden, da er beinahe taglich (vom 
13. Juli 1626 sind sogar vier Briefe), immer aber in sehr 
kurzen Unterbrechungen schreibt, von seinen Dispositionen und 
Bewegungen, sowie auch von seinen Absichten, von seinem 
Scharfblick in Bezug auf Bethlen und Gustav Adolf, fiber die 
Mangel der Kriegfuhrung und iiber vieles Andere mehr Auf- 
schluss ertheilen. 

Was das Aeussere betrifft, so sind sie wie uberhaupt alle 
eigenhandigen Briefe Waldsteins oben mit dem Zeichen des 
Kreuzes gezeichnet, recht leserlich geschrieben — jedoch 
grosstentheils ohne Interpunktion — sehr haufig oben, unten 
und an den Seiten mit Nachschriften begleitet, manche ganz 
(die aus dem Jahre 1623), manche theilweise chiffrirt. Das 



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251 

Papier ist stark, rait Wasserzeichen in der Mitte, eigenthumlich 
zusammengelegt und mit einem kleinen Siegel versehen. Die 
Aufschrift in den Briefen von 1623 lautet: ,Wohlgeborner 
Freiherr', in den spateren ,Hochwohlgeborner Freiherr'; die 
Unterschrift in den ersten ,Meines Herrn dienstwilliger Sohn 
und Diener (manchmal Knecht) A. F. z. FJ (d. i. Albrecht 
Fiirst zu Friedland), in den spateren ,A. H. z. FJ (Albrecht 
Herzog zu Friedland), nachdem er namlich durch das 
Diplom vom 13. Juni 1625 zum Herzog von Friedland er- 
nannt worden war. 

Al8 letzte Nummer in dera Fascikel der Waldstein'schen 

Briefe ist der bekannte bereits erwahnte ,Ausfuhrliche und 

griindliche Bericht', der im Jahre 1634 zuerst in Wien, spater 

und zwar noch in demselben Jahre auch zu Prag gedruckt 

wurde. Die vorliegende Abschrift ist jedoch aus dem Original 

in dessen urspriinglicher Fassung angefertigt und zwar vor der 

Drucklegung desselben, wie einige anders lautende Stellen, be- 

sonders aber das demselben beigefugte ,Gutachten der deputirten 

Rathe und Commissarien an den Kaiser* bezeugt. Beide Schrift- 

stiicke bieten wohl keine neuen Anhaltspunkte betreffend die 

Schuld oder Nichtschuld Waldsteins, dagegen aber diirfte auf 

Grundlage derselben eine andere Frage ihrer Losung zugefuhrt 

werden, die namlich: Ob Kaiser Ferdinand II. von der Er- 

mordung Waldsteins wusste und dieselbe anbefohlen habe, 

oder ob die betreffenden Personen in Eger aus eigenem Willen 

handelten. Die von Mai lath (Oesterr. Gesch. III.) und nach 

ihm von Hurter u. A. vorgebrachten Qrunde und Erklarungen 

fur die Ansicht, dass der Kaiser den Befehl zur Ermordung 

Waldsteins nicht gegeben habe, erfahren besonders durch das 

,Gutachten' in mehreren Beziehungen eine grundliche Correctur. 

So behauptet unter Anderm Mailath und legt grosses Gewicht 

darauf, dass die in dem Bericht vorkommende — wie er sagt 

— gewohnliche Formel ,Wallenstein lebendig oder todt einzu- 

bringen* erst nachtraglich in denselben aufgenommen wurde 

und zwar auf Veranlassung des Konigs Ferdinand III., dem 

der , Bericht' vor der Drucklegung zur Begutachtung zugeschickt 

wurde, und welcher seine Meinung dahin aussprach, ,dass viel- 

leicht mehr rathsam ware, wider die Executirten Proditoren 

auch sententiam post mortem zu publiciren'. Mailath meint 

nun (S. 382), dass in Folge dessen erst die Worte ,lebendig 



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252 

oder todt* in den ,Bericht' gesetzt wurden, und dass diese 
Worte die ,sententiam post mortem 4 bedeuten. Unsere beiden 
Schriftstucke belehren unB aber eines Anderen. Die Worte 
,lebendig oder todt' konnen weder in diesem Sinne aufgefasst 
werden, noch sind sie erst in Folge des Gutachtens von Seite 
Konigs Ferdinand in den ,Bericht' gekommen, sie waren 
bereits darin aufgesetzt, als Konig Ferdinand denselben zur 
Begutachtung bekam; auch kann der Ausdruck ,sententia post 
mortem' nicht als eine einfache Achtserkl&rung durch die 
Worte , Waldstein lebendig oder todt einzubringen* gedeutet 
werden, vielmehr als ein ordentliches, rechtliches Urtheil, da 
n&mlich von einem Theile der kaiserlichen Geheimrathe und 
auch vom Konige Ferdinand vorgeschlagen wurde, neben der 
Veroffentlichung des ,Berichts' auch noch ,eine declaratoriam et 
condemnatoriam sententiam gegen die Ermordeten zu schopfen 
und zu publiciren'. Die ,Deputirten, Rathe und Commissarien', 
denen auch eine Abschrift des ,Berichts' wie dem K6nig Fer- 
dinand zur Begutachtung vorgelegt wurde, sprechen sich gegen 
die nachtrfigliche Urtheilsf&llung gegen Waldstein und Con- 
sorten aus und unter den Griinden sagen sie, dass es an dies- 
beztiglichen kaiserlichen ,Declarationen und Denunciationen' 
gegen Waldstein nicht ermangelt; als solche erklaren sie die 
drei Patenter das vom 24. Janner, das vom 18. Februar 1634 
und endlich ein drittes, wodurch Konig Ferdinand zum Ober- 
commandanten der Armee ernannt worden, welches aber, da 
es sich auf den noch nicht gedruckten ,Bericht* referirt, noch 
zuriickbehalten wurde. Hierauf sagen sie: ,So ist weiter iiber 
dieses alles und viertens auf Ihr Kaiserl. Majtt. Befelch 
und denen damaligen Umst&nden nach mit wirklicher 
Execution gegen den Personen als in manifesto et per- 
manent crimine laesae Majestatis, rebellionis et perduellionis 
albereit verfahren, nachmalen approbirt und remunerirt und 
aho ipso facto fur wen sie zu halten der ganzen Welt declarirt 
worden . . . alldieweiln das crimen rebellionis et perduellionis 
nit allein die Lebensstraf sondern auch die damnation memoriae 
et confiscationem bonoruin als consequentia rechtswegen auf 
dem Riicken trtigt*. 

Damit will ich meinen Bericht iiber die neugefundenen 
Briefe Waldsteins schliessen, zugleich aber die Ueberzeugung 
aussprechen, dass dieselben nicht nur filr die Geschichte 



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253 

Waldsteins sondern iiberhaupt fiir die Geschichte der Jahre 
1625 — 1627 ausserst wichtig sind, so dass durch Drucklegung 
derselben der Geschichtsforschung ein wesentlicher Dienst ge- 
leistet wiirde. 

Ferd. Tadra. 



Albrecht von Waldstein seit der Schlacht auf dem weissen 

Berge bis zu seiner Erhebung zum Herzog und Obercom- 

mandanten der kaiserlichen Armee. 

(1620—1625.) 

In der Lebensgeschichte Albrechts von Waldstein, dieses 
gewiss ausserordentlichen Marines, gibt es noch manche Liicken, 
die erst nach und naeh durch Auffindung neuer Quellen aus- 
gefiillt werden konnen. Naturlich wurde bis jetzt die grosste, 
ja ausschliessliche Aufmerksamkeit jener Zeit zugewendet, in 
welcher er als der allgewaltige Heerfiihrer des Kaisers eine 
so bedeutende und hervorragende Rolle in der Weltgeschichte 
spielt, wogegen die fruhere Lebensperiode desselben, nament- 
lich seine Thatigkeit in den J ah r en 1620 — 1625 sehr mangelhaft 
behandelt, man kann sagen, iibergangen wird, obwohl gerade 
diese Zeit den Grund zu seinem Ruhme legte und er — wohl 
in untergeordneter Stellung — eine Regsamkeit entfaltete, 
welche all ein die darauffolgende Erhebung zu jener unge- 
heueren Macht, die ihm durch seine Ernennung zum ,Capo* 
des gesammten kaiserlichen Kriegsvolkes ubertragen wurde, 
erklfirlich macht. 

Es ist sichergestellt, dass Waldstein personlich an der 
Schlacht auf dem weissen Berge nicht theilgenommen hatte. 
Er war im Sommer des Jahres 1620 lebensgefahrlich erkrankt, ! 
nach seiner Genesung ubernahm er wohl wieder das Com- 
mando uber sein Regiment, entfernte sich aber einige Tage 

1 Eine eigenhandige Anmerkung Waldsteins lautet: ,A° 1620 im Julio bin 
ich nf den Tod krank gewest nnd die Krankheit vermeine ich dass ich 
mirs mit Trinken causirt hab, hat audi sollen die Ungerische Krankheit 
werden, aber die Esperienss nnd Fleiss der Medici dem bald bevorkommen*. 
(Waldsteins Horoskop im k. sachs. Staatsarchiv. Abgedrnckt bei Helbig, 
Ferdinand II. und Waldstein.) 



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254 

vor der Schlacht von dem kaiserlichen Heere und begab sich 
behufs Beschaffung von Proviant fiir dasselbe in den Schlaner 
Kreis; der grosste Theil seines Regiments k&mpfte aber in der 
Schlacht auf dem weissen Berge und zwar unter Commando 
des Obristlieutenants Lamotte, welcher durch seinen Bericht 
uber die Stellung der bohmischen Armee und uber die nicht 
besonders starken Verschanzungen und Befestigungen derselben 
die Entscheidung in dem Sinne herbeifuhrte, dass sich die 
Anfuhrer des vereinigten kaiserlich-baierischen Heeres zum 
AngrifFe entschlossen. Die Schlacht entschied das Schicksal 
des bohmischen Aufstandes. Waldstein kehrte zum kaiserlichen 
Heere nicht zuriick, sondern blieb in jener Gegend und be- 
setzte bald darauf die Stadt Laun, wo er sein Hauptquartier 
fiir l&ngere Zeit aufschlug. 

Er hatte n&mlich vom Kurfursten von Baiern als ,kaiser- 
lichen verordneten Commissario fiir das Konigreich Boh men' 
den Auftrag erhalten, die Stadte des Schlaner, Saazer und 
Leitmeritzer Kreises zum Gehorsam des Kaisers zuruckzir- 
bringen und dieselben gegen Mansfeld, der sich in.Pilsen noch 
hielt, zu schiitzen. Zu diesem Zweck sandte er in die ver- 
schiedenen Stadte seine Officiere, damit sie daselbst Kriegsvolk 
in kaiserliche Dienste anwerben, mit diesem geworbenen Volk 
aber daselbst verbleiben und so die Bewohner im Gehorsam 
erhalten und verhindern, damit sie nicht die Stadte an Mans- 
field ausliefern. Neben dem Kurfursten von Baiern wurde auch 
der Kurfurst von Sachsen vom Kaiser mit der Commission und 
zwar nicht nur fiir Schlesien und die Lausitz, sondern auch 
fiir Bohmen, namentlich fur die an Sachsen grenzenden Gebiete 
und Stadte betraut. Die evangelischen nordbohmischen St&dte 
wandten sich nun lieber an den Kurfursten von Sachsen, von 
dem sie eher Beschutzung ihrer Religion als vom Kurfursten 
von Baiern und dem von diesem als Subdelegirten bestimmten 
Obersten Albrecht von Waldstein erwarten konnten, und boten 
ihm ihre Unterwerfung an. So gingen bereits Mitte November 
1620 Gesandte von der Stadt Briix zum Kurfursten von Sachsen 
und meldeten im Namen der Stadt ihre Unterwerfung dem 
Kaiser mit der Bitte, dass sie bei ihrer Religion, ihren Frei- 
heiten und Giitern geschutzt werden. Inzwischen kam aber 
der Waldsteinische Hauptmann, Gerhard von Taxis, nach Briix 
und iibergab dem Biirgermeister und Rath ein Schreiben 



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255 

Waldsteins, l worin dieser befahl, in die H&nde des Haupt- 
manns dem Kaiser den Eid der Treue zu leisten und zwar 
ohne weiteren Verzug, da er ihre Entschuldigung, dass sie dem 
Kurfiirsten von Sachsen ihre Unterwerfung angeboten h&tten, 
nicht berflcksichtigen konne. Die energische Sprache des 
Schreibens Waldsteins und die mundliche Versicherung des 
Hauptmanns Taxis, dass ihnen, wenn sie sich ergeben, ver- 
ziehen, sie und ihre Stadt verschont und dasjenige, was sie 
vom Kurfiirsten erreichen werden, respectirt werden soil, be- 
wirkten, dass der Biirgermeister und Rath der Stadt Brttx am 
17. November dem Hauptmann Taxis durch Handschlag ihre 
Ergebung und Treue dem Kaiser gelobten , dam it Taxis gar 
wohl zufrieden gewesen'. Beim Herausgehen aus der Rathstube 
versicherte Taxis, dass keine Soldaten in die Stadt gelegt 
werden sollen, da alles Volk gegen Prag und von da nach 
Mahren sich begeben wird. 

Auf eine Angabe hin, dass die Brttxer in einigen be- 
nachbarten Stadten Volk geworben, dasselbe in die Stadt ein- 
genommen und die Besatzung des Briixer Schlosses verstarkt 
hatten, befahl Waldstein dem Biirgermeister und Rath, eine 
Deputation zu ihm nach Laun zu schicken. Bevor noch dies 



Der Brief lautet: 

,Ehrsame etc. 

Laut meines vorigen Schreibens ilbersende zu euch den Gestr. 
Herrn Gerharden von Taxis, Haupttnan iiber ein Fandl tentscher Knecht, 
in welches Beiwesen ihr der Rom. Kaiserl. Mtt. enren schuldpflichtigen 
Aid leisten und volnbringen, anch was mehr euch obgemelter H. Haupt- 
mann in meinem Namen befehlen that aufs fleissigste verrichten und 
exequiren werdet, dam it durch das Widerapiel mir keine Ursach gegeben 
werden mochte mit euch zu euren grossen Verterben anders zu procediren. 

Qeben im Quartier zu Laun 16. Novemb. 1620. A. v. W. 

Eigenh findiges Postscript : 

Qleich itzunder hab ich euer Antwort bekommen, dass ihr zu Ihr 
Ch. G. geschickt habt, ist gar recht geschehen, aber der Kaiserl. Mtt. 
zu schworen seid ihr schuldig, und das excusirt euch nicht Gehorsamb 
zu leisten, dass ihr zu Ihr Ch. G. geschickt habt, denn dieselbige be- 
gehren auch, dass ihr dem Kaiser eurem Herrn sollt gehorsamb und 
unterthlinig sein. Derwegen ermahne ich euch nochmals, dass ihr kein 
einzige Dilation nicht nimbt, sondern alsbalden den schuldigen Aid leistet, 
im widrigen sollte euch sehr gereuen aber zu split. 

(Dieser Brief [Copia] sowie andere weiter angefuhrte Urkunden 
befinden sich im k. sachs. Staatsarchiv zu Dresden. 9180/46.) 



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256 

erfolgt war, erfuhren die Brtixer urn was es sich handle und 
schickten eine schriftliche Entschuldigung an Waldstein, dass 
sie kein Volk geworben hfitten, und dass sie nur zu dem 
Zweck eine Besatzung hielten, damit sie sich und ihre Outer 
gegen die herumstreifenden Rotten vertheidigen konnten, wie 
sie dann auch Beweise anfiihrten, dass wirklich unerhorte Ge- 
waltth&tigkeiten veriibt werden, und dass also solcher Schutz 
hoch von Nothen sei. Die Deputation, die sich auf Befehl 
Waldsteins nach Laun begeben hatte, brachte dieselbe Ent- 
schuldigung miindlich vor und es gelang derselben, Waldstein zu 
tiberzeugen, so dass er am 21. November 1620 fur die Stadt 
Briix und ihre Giiter eine Salva guardia ausstellen Hess, gegen 
die Abgesandten sehr freundlich war und dieselben zum Essen 
geladen hatte. Die Abgesandten kamen vollkommen befriedigt 
zuruck und versicherten : ,dass er der Herr Albrecht von 
Waldstein gar ein freundlicher Herr, aber darneben so scharf 
und Ernst sei, was er ihme in Sinn nehme das musse seinen 
Fortgang erreichen und Hesse nicht nach, wie er denn soil 
gesagt haben, wir hatten recht gethan, dass wir dem Kaiser 
uns gutwillig ergeben hatten, denn so es nicht geschehen ware, 
sollte die Scharfe furgenommen sein worden, zu dem Ende 
dann albereit fiinf Petarden nach Laun geholet worden, die 
Thor alhier damit zu eroffnen*. l 

Aber uoch an demselben Tage (21. November) bekam 
Waldstein den Befehl, in die Stadte, welche sich dem Kaiser 
ergeben hatten, Guarnison zu legen und schickte auch sogleich 
24 Musketiere mit 2 Corporftlen nach Briix mit einem Schreiben 
an Taxis, in welchem er unter Andern sagt: ,Dieweil ich nicht 
gerne die Herrn von Briix mit einer stark en Guarnison be- 
schweren wollte, so ist hiemit mein Befelch, dass ihr alsbalden 
in Angesicht dieses diese Knecht auf das Schloss zu Briix en 
leget. Im Ubrigen schauet wohl auf ein gut Regiment, auf 
dass Niemanden kein Schaden zugefugt wird, schicket auch 
uberall aus auf Aussig und Leitmeritz Knecht und Reiter zu 
werben, darzu euch dann die Herrn von Briixen eine gute 
Assistenz werden leisten konnen, dieweil sie von rair mit keiner 
starken Guarnison nicht beschwert sein'. 2 Dies verursachte 



1 Burgermeister und Rath von Briix an ihre Abgesandten bei Kursaclisen. 

Original ddo. 23. November 1620. Sfichs. Staatsarchiv. 
* Copia ddo. 21. November 1620. Sachs. 8taatsarchiv. 



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257 

allgemeine Bestiirzung und Unzufriedenheit in Briix. In einem 
Schreiben, welches der Biirgermeister und Rath am 23. Novem- 
ber an ihre Abgesandten bei dem Kurfursten von Sachsen 
ergehen liessen, klagen jene, dass die Bewohner der Stadt, 
ja selbst Weiber unzufrieden sind und sich ihnen gegentiber 
widerspanstig erzeigen, so dass zu besorgen, ,wenn man nur 
eine einzige Ursach zu ihnen haben konnte, man ihnen gerne 
in die Haare ware 4 ; die Abgesandten mogen daher trachten, 
entweder vom Kurfursten oder von Adam von Waldstein ein 
Intercessionsschreiben an Albrecht von Waldstein zu bekommen. 

Am 23. November erfolgte die Resolution des Kurfiirsten 
von Sachsen auf die Bitte der Stadt Brtix: ,Da der Kurftirst 
von Baiern als Mit-Coramissarius den Obristen Waldstein bereits 
nach Briix geschickt, sie demselben auch bereits den Hand- 
schlag gethan, so lasse er es dabei bewenden; jedoch nehme 
er die Stadt Briix nicht minder kraft tragender Commission 
in dero Schutz auf und an und wolle dieselbe bei ihren Privi- 
legien (ausser derer, so sie bei dem neuen Regiment erlangt) 
und bei ihrer Religion schutzen und erhalten'. l 

Nebst Brtix hatten sich auch die Stadte Leitmeritz und 
Aussig und die Ritterschaft des Leitmeritzer Kreises an den 
Kurfursten von Sachsen gewendet, ihre Unterwerfung ihm an- 
gezeigt und um Schutz und Erhaltung bei ihrer Religion gebeten. 
Wahrend nun ihre Abgesandten 2 beim Kurfursten in Bautzen 
sich befanden, citirte Waldstein die Stadte und Ritterschaft 
des Leitmeritzer Kreises zur Eidesleistung nach Laun. Dazu 
wollten sich diese nicht verstehen und beriefen sich darauf, 
dass sie dem Kurfursten von Sachsen als dem andern kaiser- 
lichen Commissar in Schutz sich ergeben hatten; gleichzeitig 
berichteten sie dies ihren Gesandten beim Kurfursten, indem 
sie das Begehren Waldsteins als ein ,Attentatum' gegen die 
vom Kaiser an den Kurfursten von Sachsen iibertragene Com- 
mission bezeichneten und um Schutz baten. 3 Am 28. November 
eriiess der Kurftirst von Sachsen ein Schreiben an Waldstein, 
in welchem er ihm bekannt machte, dass ausser Briix auch 



1 Concept ddo. Bautzen 23. November 1620. Sachs. Staatsarchiv. 
* Smil KapKF von Sulevic, Adam Georg Kostomlatsk^ von Vresovic, 
M. Panlus Stransky, Vencesl. Arcadius, Jacob Herda und Mathes Pezolt. 
3 Bitte der Gesandten an den Kurfiirsten ddo. Bautzen 27. November 1620. 
Original im sachs. Staatsarchiv. 
Pontes. AMh. IL Bd. XLI. 2. H&lfte. 17 



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258 

die St&dte Leitmeritz und Aussig und die Ritterschaft des 
Leitmeritzer Kreises sich ergeben, seinen Schutz verlangt und 
bereits von ihm Salvaguardien bekommen batten, er moge sie 
daher verschonen und weiter nicht bel&stigen. x 

Was aber trotzdem die St&dte bereits jetzt zu ertragen 
hatten, davon haben wir vielfache Zeugnisse. Obwobl z. B. 
die Stadt Brux sich nach all' dem Vorgesagten einer besonderen 
Freundschaft von Seite Waldsteins zu erfreuen hatte, mussten 
doch bald darauf die BUrger die ganze Strenge des riicksichts- 
losen Siegers erfahren: es wurden einige Hundert Reiter und 
Knechte in die Stadt gelegt, die Burger entwaffnet, sie mussten 
ihre Geschtttze und Gewehre, sowie auch Pulver und Blei 
herausgeben und nebst Wein und anderen Vorr&then, so viel 
vorzufinden war, in das Schloss abliefem, welches ausschliesslich 
von Waldsteinischen Soldaten besetzt wurde. Die Stadt Saaz 
hatte sich ebenfalls in Folge einer Aufforderung, welche von 
den zu Prag versammelten Standen an sammtliche Stadte 
Bohmens erfolgte und von Waldstein ihnen zugeschickt wurde, 
ergeben, Waldsteinisches Volk unter Heinrich Hiserle aufge- 
nommen und dem Kaiser den Huldiguugseid geleistet. Das 
Kriegsvolk mussten sie langere Zeit unterhalten, so dass sie 
bereits 15.000 Schock Meiss darauf gegeben, und zudem mussten 
sie sich Waldstein verpflichten, zum h. Georg 1621 noch bare 
20.000 Schock M. zur Unterhaltung des kaiserlichen Kriegsvolks 
zu zahlen; nebstdem verlangte Waldstein von ihnen, dass sie 
ihre Geschtttze und Gewehre, Pulver und Blei ausliefern und 
auf das Briixer Schloss fuhren sollten. 2 Die Briixer richteten 
ihre Klage an den Kurfiirsten von Sachsen, der auch am 
21. December an Waldstein schrieb, und sich der Stadt Brttx 
warm annahm: er hoffe, dass Waldstein selbst an den Be- 
drtickungen der Briixer nicht schuldig sei, dass er wahrschein- 
lich davon nicht wisse, wie sein Hauptmann (Taxis) daselbst 
hause, er solle es aber diesem verbieten und der Stadt Er- 
leichterung gew&hren, da es der Kurfurst sonst dem Kaiser 
anzeigen mttsste. 3 Es ist nicht wahrscheinlich, dass diese 



1 Concept ddo. Bautzen 28. November 1620 im sachs. Staataarchiv. 

3 Bittgesuch der Soazer (bohiuisch) an den Fiirsten Karl von Liechtenstein 

ddo. 9. December 1620. Origiual im Prager Stattbaltereiarchiv, Mi lit. 

VII (1620). 
3 Concept im sa'chs. Staatsarchiv. 



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259 

Intercession des Kurfiirsten einen besonderen Erfolg hatte, 
ebenso wie die Bitte, welche die Stadt Saaz an den Ftirsten 
Karl von Liechtenstein richtete, dass sie namlich von der 
Zahlung der ihnen unerschwinglichen Summe von 20.000 
Schock M. an Waldstein befreit werden. ,Haben sie sich dem 
Pfalzgrafen durch Contributionen u. A. willfahrig erweisen 
konnen, — lautete die Antwort — so sollen sie es auch jetzt 
zum Beweise ihrer wirklichen Untergebung dem Kaiser thun*. ! 
Die Geldcontributionen, die Waldstein aus den einzelnen 
Stadten erhielt, verwendete er zu neuen Werbungen, deren es 
zur Besetzung der Stadte bedurfte. Am 21. November schrieb 
er von Laun an den Kurfiirsten von Sachsen, dass er fur den 
Kaiser ein Regiment Knechte eilends werben musse, ,dieweil 
er aber in Bohmen schwerlich damit aufkommen mochte, so 
bitte er, der Kurfurst moge Ihr Majest&t zum Besten in dero 
Landen die Werbung gnadigst erlauben'. 2 Der Kurfiirst ver- 
weigerte zwar diese Erlaubniss, indem er hervorhob, dass er 
zu seiner Starkung selbst werben lasse, 3 trotzdem kamen aber 
ganze Abtheilungen Soldner, darunter auch manche Haufen, 
welche von dem bohmischen Heere nach der Schlacht auf dem 
weissen Berge dahin versprengt wurden, aus den sachsischen 
Landen zu Waldstein, wodurch es ihm mbglich wurde, viele 
Stadte Nordbohmens zu besetzen und zu behaupten. 4 Wenn 
daher der Kaiser in einem Waldstein spater ertheilten Privi- 
legium (15. September 1622) dessen Verdienste hervorhebt, 
welche er sich in der Schlacht auf dem weissen Berge und 
bei der Unterjochung Bohmens erworben hatte, so kann dies 
eben nur von dieser seiner Thatigkeit gemeint sein, denn bis 
jetzt hatte sich Waldstein durch keine besondere Waffenthat 
neben Buquoy und Dampierre ausgezeichnet. 

1 Auf der Bitte ch rift der Saazer heisst es: ,Odpov£<f dati Zateekym, 2e se 
tato omluva jich neprijfma, njfbrfc 2e jest I. M tl Knfiecf s podivenim, 
ponevadi jsou falckrabeti v kontribuci daremn£ a torn u to kr41ovstvi jako 
i jim SkodlivS volni byli, ze nyni k dokazani veVnosti I. M. Cis. jistou 
sumu proti pojiat£ni neprodlennu zaptijci a bez dalsich vejmluv ta kdei 
nafizeno sloif*. 

5 Original im sfichs. Staatsarchiv. 

3 Concept des Schreibens an Waldstein ddo. Lobau 2. December 1620 im 
sacbs. Staatsarchiv. 

4 In Kaaden sollen 1500 Waldsteiniscbe Soldner gewesen sein; auch Ko- 
motau hatte eine starke Besatzung. 

17* 



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260 

Eine in vieler Beziehung selbst&ndigere Thatigkeit ent- 
faltete Waldstein im Jahre 1621, als ihm die Aufgabe zu Theil 
wurde, mit einem Theile des kaiserlichen Kriegsvolks M&hren 
gegen den Markgrafen von Jagerndorf und die mit ihm ver- 
bundeten Ungarn zu vertheidigen, wahrend Buquoy mit dem 
grossten Theile der kaiserlichen Arraee in Ungarn gegen 
Bethlen Gdbor kSmpfte. Neben dem kaiserlichen Volk be- 
fanden sich in Mahren auch noch spanische Hilfstruppen unter 
Anfuhrung des Feldmarschalls Thomas Caracciola. Da der 
Kaiser nur tiber geringe Geldmittel verfugte, das Kriegsvolk 
daher unbezahlt und in Betreff der Unterhaltung meist auf das 
Land und die Bewohner jener Orte, wo es Quartiere hatte, 
angewiesen war, diese aber zumeist bereits ganzlich verarmt 
und ausgeplundert waren, so besorgte man in Mahren, die Be- 
wohner mochten durch fortgesetzte Pliinderungen ,in ausserste 
Desparation und zum Aufstand geursachet werden* und es 
kamen daher Mitte August Cardinal Dietrichstein, Waldstein 
und der Obriste Breuner in Briinn zusammen, urn iiber die 
Beschaffung der Mittel zur Unterhaltung und Bezahlung des 
Kriegsvolks zu berathschlagen. Die kaiserliche Kriegsmacht 
in Mahren bestand aus 4900 Mann Infanterie, 1700 Reitern 
und 160 Artilleristen, zu deren Unterhaltung man monatlich 
38.400 fl. R. brauchte. Zur Auftreibung dieses Geldes schlug 
Dietrichstein nachstehende Mittel vor: Die vier m&hrischen 
Hauptorte Olmiitz, Iglau, Briinn und Znaim sollen zu einem 
Anlehen verhalten werden (erstere zwei zu je 4000, letztere 
zu je 3000 Thaler), welches 16.333 fl. 20 kr. ertragen sollte; 
das ubrige Geld (monatlich 22.000 fl.) solle aus Bohmen ab- 
gefiihrt werden, da Mahren ,fast durch und durch ausgepliindert', 
die Steuern bereits sehr hoch, vielen Standen ausserdem Ge- 
treidelieferungen auferlegt sind. Wenn das Geld ordentlich 
abgefuhrt und die Soldaten bezahlt werden konnten, so ver- 
sprach Waldstein, das Volk in strenger Disciplin zu halten, 
das Land vor Plundern und Rauben zu sichern und das Volk 
monatlich mustern zu lassen, damit die Anzahl desselben sicher- 
gestellt werde und keine Unterschleife stattfinden. l 



Dietrichsteins Bericht ddo. 16. August 1621 in den Schriften der ro&hr. 
GeselUchaft, Bd. 22. S. 228. 



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261 

Dass dies nicht geschehen ist, und dass namentlich aus 
Bohmen keine Contribution nach Mahren geschickt wurde, ist 
gewiss; dies beweist auch Waldsteins Schreiben ddo. Lunden- 
burg 7. September 1621, ! in welchem er an Dietrichstein aus- 
driicklich schreibt, er ktinne das Volk nicht mehr im Zaume 
halten, da es gar keine Bezahlung und keinen Proviant be- 
kommt, und dass deshalb das Land vollstandig ausgepliindert 
wird, Dietrichstein moge ihn entschuldigen, dass er sich in 
dieser Angel egenheit direct an den Kaiser wende, da sonst zu 
befiirchten, dass sich das Landvolk erheben mochte; dadurch 
aber wurde die Gefahr ungemein gross werden, er habe sehr 
wenig Volk beisammen, nicht hinreichend einmal ,die Pass zu 
besetzen, will geschweigen einen sonderlichen Krieg mit den 
Wallachen anzufangen*. Waldstein schiebt die Schuld dessen 
auf Dietrichstein, indem er ihm offen schreibt: ,hStte er die 
mahrische Landcontribution nicht eingestellt, so hatte man dem 
Volk eine ziemliche Unterhaltung geben konnen und es ware 
den Landleuten viel leichter ankommen zu contribuiren als 
sich ganz und gar ruiniren zu lassen ; denn es ist ein Unter- 
schied, wo sie das Volk am Hals haben und sehen, dass sie 
miissen oder Mittel verschaffen, dass selbiges zu leben hat, 
oder gewarten dass mans ihnen mit Gewalt nimmt, als wann 
sie in den Landtagen wegen der Contribution disputiren. Ich 
vor meine Person hab nichts begehrt und begehre noch nichts 
anders als Ihr Mtt. Dienst zu befiirdern und guts Regiment 
zu halten, dieweil es aber dahie nicht sein kann so verhoffe 
ich entschuldigt zu sein'. Und noch an demselben Tage schreibt 
Waldstein an Dietrichstein: ,Euer Gnaden sein versichert, dass 
viel eher ein General-Aufstand wird causirt, wann man alles 
wegnehmen wird als wann mat mit Ordnung contribuirt. Basta, 
ich hab das meinige gethan, will entschuldigt sein, wann Un- 
ordnungen geschehen, ich begehre da nichts vor mich sondern 
nehme in Acht Ihr Mtt. Dienst und Conservation des Landes'. 

Es stand demnach nicht besonders giinstig um die kaiser- 
liche Sache in Mfihren, als nach dem Tode Buquoy's und dem 
Ruckzuge des kaiserlichen Heeres aus Ungarn Bethlens Horden 
bis iiber die Grenzen Mahrens zu streifen und das Land zu 
verheeren anfingen. Am 28. September berichtete Waldstein 



» Schriften der mfihr. Gesellschaft, Bd. 22. S. 234. 



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262 

an den Fursten von Liechtenstein, class der Feind die Stadt 
Straznitz gepliindert, Holi<5 (wo sich aber nur 15 Musketiere 
befanden) genommen und Skalitz belagere, er konne Skalitz 
nicht entsetzen, da er mehr als 1000 Knechte und 600 Reiter 
, effective* nicht bei sich habe, doch ziehe er gegen Straznitz, 
damit er dem Feinde den Uebergang uber die Waag verwehre. l 
(Zu diesem Ende hatte er sich fruher, namentlich behufs Ver- 
pflegung seines Volkes mit dem Besitzer der Herrschaft Goding, 
Zdenko von 2ampach, ins Einvernehmen gesetzt.) Zu Ende 
seines Briefes ersuchte Waldstein den Fttrsten Liechtenstein, 
dass er ungesaumt den anderen Theil des Waldstein ischen 
Reiterregiments, welcher in dem Koniggratzer Kreise stand, 
nach Mahren beordere. 2 

Unterdessen begannen bereits neuerliche Verhandlungen 
wegen Herstellung des Friedens zwischen dem Kaiser und 
Bethlen Gdbor; es wurde anfangs Rabensburg, dann Nikolsburg 
als Verhandlungsort bestimmt, wo sich die beiderseits abge- 
ordneten Bevollmachtigten einfanden, wahrend der Kriegslarm 
weiter wtithete, da man keinen Waffen stills tand geschlossen 
hatte. Sowohl die ungarische als die mit Bethlen vereinigte 
Armee des J&gerndorfers, darunter auch viel bohmisches Volk 
sich befand, streiften zum grossen Verderben des Landes durch 
Mahren und lieferten mehrere Gefechte dem zerstreuten kaiser- 
lichen Volk; gliicklich kampfte besonders Waldstein gegen die- 
selben, nahm ihnen drei Fahnen ab und schickte sie dem Kaiser 
nach Wien. 3 Durch den ublen Ausgang der Belagerung von 
Pressburg und durch den nahenden Winter dem Frieden zu- 
ganglicher gemacht, Hess Bethlen manche seiner lib er span n ten 
Forderungen fallen und so wurde endlich, nachdem die Ungarn 
bereits aus Mahren abgezogen waren, am 6. Janner 1622 der 
Friede von Nikolsburg unterzeichnet. 

Waldstein kehrte alsbald nach Abschluss des Feldzuges 
in Mahren nach Prag zuriick, wo wir ihn bereits zu An- 
fang des Jahres 1622 wieder finden. Auf Antrag des Fiirsten 

1 Eigenhiindiges bohmisches Schreiben Waldsteins ddo. Lundenburg, 
28. September 1621 im Archiv der bohm. Statthalterei zu Prag. 

3 Waldstein hatte namlich nur 7 Compagnien (etwa 700 Reiter) bei sich. 
Anfangs October ergab sich auch Skalitz den Ungarn. 

9 Ueber die Vorgfinge in MShren im Jahre 1621 finden wir sehr wenige 
Berichte. 



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263 

von Liechtenstein wurde er zum ,Obristen von Prag' ernannt, 
wo seither bestandig ein Theil seines Regiments als Besatzung 
blieb. Der Fiirst von Liechtenstein war zu Anfang des Jahres 
1622 nach Wien gereist, wurde hier aber ernstlich krank, sq 
dass er erst nach langerer Abwesenheit nach Prag zurtick- 
kehren konnte. Wahrend dieser Zeit verwaltete die politischen 
Angelegenheiten der Obersthofmeister des Konigreichs Bohmen, 
Adam von Waldstein, die militarischen aber Albrecht von Wald- 
stein, wie aus verschiedenen Patenten, die er im Namen des 
abwesenden Fiirsten von Liechtenstein ergehen liess, zu sehen 
ist. Das Amt eines Obristen der Prager Stadte war etwa das- 
selbe, wie eines , Command irenden' in Prag und in Bohmen 
iiberhaupt (spater wurde es an Don Balthasar de Marradas als 
^General des Konigreichs Bohmen' verliehen) und war damals 
am so wichtiger, als in Folge der noch immer zerrutteten Zu- 
stande des Landes die Militargewalt das entscheidende Wort 
hatte und besonders in diesem Jahre immerwahrende Durch- 
ziige, Musterungen und Einquartierungen stattfanden, weil das 
Kriegsvolk aus Mahren nach Bohmen zog, um theilweise hier 
zu bleiben, theilweise nach Deutschland wegzuziehen. Die 
Bevolkerung Bohmens war aufs Hochste erschopft und konnte 
das mei8t ungezahlte Soldnervolk nicht befriedigen, hatte daher 
von demselben viel zu leiden und fiihrte fortwahrende Klagen 
bei dem Fiirsten von Liechtenstein und in dessen Abwesenheit 
bei Waldstein. Damit nun diese wenigstens dem Scheine nach 
ihren guten Willen bekunden, — denn dass sie wirklich die 
Soldaten hatten im Zaume halten konnen und wollen, ist nicht 
wahrscheinlich — liessen sie durch verschiedene Patente dem 
Kriegsvolk befehlen, die Bevolkerung zu schonen. So schrieb 
am 11. Februar 1622 Albrecht von Waldstein an die Stadt 
Kourim, welche sich mit einer ahnlichen Beschwerde an ihn 
wandte, dass dem bei ihnen ein quar tier ten Kriegsvolk bereits 
der Befehl zum Verlassen der Stadt zugeschickt worden sei; 
ware dies noch nicht erfolgt, so sollen sie ihm dies berichten, 
sowie auch, ob und welchen Schaden sie durch dieses Volk 
erlitten hatten. Wahrscheinlich war dieses Volk noch nicht 
aus Koufim abgezogen, als Waldstein am 15. Februar ihnen 
einen neuen Befehl zukommen Hess, dass sie andere zwei 
Compagnien Reiter in ihre Stadt aufnehmen und ,mit ge- 
buhrendem Quartier und aller Nothdurft' versehen sollen und 



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264 

am 1. Marz befahl er ihnen wieder, eine Compagnie der unter 
dem Commando des Obristlieutenants Alexander Haugwitz 
von Biskupitz stehenden Reiterei in Quartiere aufzunehmen. 
Diese Reiterei befand sich noch zu Ende des Monats April 
daselbst; denn am 20. April schrieb Waldstein den Btirgern 
von Koufim, welche zu wiederholten Malen urn Erledigung 
baten, es konne diese Reiterei nirgend anders verlegt werden, 
da uberall in Bohmen viel Kriegsvolk sich befinde. ' Nebst 
alledem wurde am 6. April 1622 ein Patent im Koufimer Kreis 
publicirt, dass einige Tausend Mann spanischen Kriegsvolks 
aus Mahren durch diesen Kreis ziehen werden, man solle Vor- 
bereitungen treffen, damit das Volk mit allem Nothigen ver- 
sehen werden konnte, namentlich in der Stadt Bohmisch-Brod, 
wo ein grosser Theil desselben Volks einquartiert werden solle; 
ausserdem wurde zur Bezahlung des diesein Volke ausstehenden 
Soldes eine ausserordentliche Steuer ausgeschrieben. Am 4. April 
1622 erliess Waldstein eine Verordnung an die Stadt Laun, 
damit sie das Regiment des Obristen Fugger nebst vier so- 
genannten ,Freifahnen' alles spanischen Volks einquartieren, 
mit allem Nothigen versehen und den uber dieses Volk ver- 
ordneten Commissar Hynko Zd&rskf von 2<fdr mit gebtihrendem 
Respect aufnehmen und seine Verordnungen befolgen. 

Dass eine ahnliche Bescherung wie den St&dten Koufim, 
B6hmisch-Brod und Laun auch anderen St&dten und Orten zu 
Theil wurde, ist gewiss; wie das Kriegsvolk in den Quartieren 
hauste, ist vielfach bekannt, wir werden auch spelter Gelegenheit 
haben, darauf zuriickzukommen. 

Noch ein anderes Mandat hatte Waldstein in seiner Eigen- 
schaft als Vertreter des Fiirsten von Liechtenstein zu Anfang 
des Jahres 1622 in verschiedenen Stadten Bohmens publiciren 
lassen. Wie bereits erwahnt, befand sich im Heere des J&gern- 
dorfers auch eine grossere Anzahl bohmischen Kriegsvolks. 
Als Bethlen mit dem Kaiser Frieden geschlossen hatte und 
aus Mahren abgezogen war, verliess auch der Markgraf seine 
Truppen, ohne sie zu bezahlen, und wollte sich zu seinem 
Bruder dem Kurfursten von Brandenburg begeben ; 2 die Truppen 

1 Originate dieser Schreiben befinden sich im Archiv des bohm. Museums 
zu Prag. 

2 Im siichs. 8taatsarchiv (9188. V. fol. 371) be6ndet sich eine Abschrift 
der Erklarung des Cardinals Dietrichstein vom 10. Janner 1622 : er habe 



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265 

wollten jedoch nicht auseinander gehen, bevor ihnen nicht ihr 
ruckstandiger Sold ausgezahlt wiirde. Zu diesem Zwecke unter- 
haodelten die Fursten und St&nde Schlesiens mit den Fxihrern 
desselben Volkes und boten ihnen einen Theil ihrer Forderung 
an; dies wollten diese aber nicht annehmen, sondern verlangten 
vollig bezahlt zu werden. Es kam zu gegenseitigen Gewalt- 
thatigkeiten, das Volk der schlesischen Ftirsten und St&nde, 
durch kaiserliche und sachsische Truppen verst&rkt, griff die 
zeretreuten Abtheilungen des JSgerndorfischen Volkes an, schlug 
einzelne und trieb sie auseinander. Da die Reste keine Be- 
schaftigung fan den 7 kehrten sie meistentheils nach Hause zuriick. 1 
Bei dieser Gelegenheit nun erliess Waldstein am 15. Februar 
1622 ein Mandat, worin den Stadtamtern aufgetragen wurde, 
auf dieses zuriickkehrende Volk Acht zu geben und einen Jeden, 
sei er, wer er wolle, von dem sie erfahren, dass er im Heere 
des Markgrafen von Jfigerndorf gedient hatte, gefangen zu 
nehmen und zur Besti'afung einzuliefern. 2 

Ueber die weitere offentliche Thatigkeit Waldsteins iua 
Jahre 1622 ist uns wegen Mangel von beztiglichen Berichten 
nichts weiter bekannt; wir finden zwar die Angabe, dass das 
Regiment Waldsteins bei der Belagerung von Glatz, welche 
Festung der junge Graf von Thurn heldenmiithig gegen die 
mit den Sachsen vereinigten kaiserlichen Truppen vertheidigte, 
betheiligt war; aber es ist uns nicht bekannt, ob Waldstein 
personlich zu seinem Regimente abgegangen ist Es scheint 
vielmehr, dass er nach der Ruckkehr des Fursten von Liechten- 
stein, welche am 23. April erfolgte, 3 sich ausschliesslich seinen 
Privatangelegenheiten widmete und haupts^chlich auf die Ver- 
mehrung seiner Gilter in Bohmen bedacht war, da er bereits 
in diesem Jahre die ersten Schritte zu der von ihm so er- 
sehnten Abrundung seiner bohmischen Besitzungen gethan 



seine Zustimmung dazu ertheilt, dass sich der Markgraf von Jagerndorf 
durch die kaiserlichen Lander zu seinem Bruder, dem Kurftirsten von 
Brandenburg, begeben diirfe, jedoch unter der Bedingung, dass er daselbst 
nichts ,gegen den Kaiser raachinire, sonst wiirde praesens noster salvus 
conductus nullius vigoris werden*. 
« Skila, V. 194. 

2 Zwei gleichlautende Exemplare, eines an die Stadt Kourim, das andere 
an die Stadt Pilsen, im Archiv des bohm. Museums zu Prag. 

3 Sk&U, V. 215. 



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266 

hatte. ! Ihm war aber nicht genug daran, unter dem bohmischen 
Adel durch Reichthum zu glanzen; er wollte iiber seine Standes- 
genossen auch durch andere Vorrechte und Wurden empor- 
ragen und den furstlichen Geschlechtern gleichgestellt sein. Zu 
diesem Ende trachtete er fur sich und seine Besitzungen be- 
sondere Freiheiten und dadurch eine Ausnahmsstellung zu ge- 
winnen. Dies gelang ihm nach und nach vollst&ndig. Als er 
die Herrschaft Fried land erwarb und diese ihm durch das 
kaiserliche Patent vom 5. Juni 1622 zum Lehen gegeben 
wurde, erlangte er auch bald darauf (12. August 1622) die 
kaiserliche Genehmigung, aus dieser Herrschaft, sowie aus alien 
andern dazu gehorigen Giitern und jenen, die er in Zukunft noch 
erwerben wurde, fur seine Familie ein Fideicommiss zu errichten; 
am 15. September bekam er das Recht, sich ,von Waldstein und 
Friedland' schreiben zu diirfen. Durch ein anderes kaiserliches 
Diplom vom 15. September 1622 erhielt er aber noch nach- 
stehende besondere Privilegien und Vorrechte: 

1. Den Titel ,Hoch- und Wohlgeboren und die Ehr und 
Wurde unserer kaiserl. Pfalz- und Hofgrafen zu Late in Comites 
Palatini'. 

2. Das Recht, offentliche Notare zu ernennen. 

3. Das Recht, jene Personen der niederen adeligen Stande 
(mit Ausnahme der Fursten, Grafen und Freiherrn), welche 
nicht ehelich waren, zu legitimiren und in den Genuss aller 
Rechte, wie wenn sie in der Ehe geboren waren, zu setzen. 

4. Das Recht, Personen aus der vaterlichen Gewalt oder 
aus dem Unterthanenverbande zu entlassen, in den Adelsstand 
zu erheben und Wappen und Adelsprivilegien zu ertheilen. 

5. Das Recht, Giiter, die in der Herrschaft Friedland 
lagen, als Lehen wieder zu verkaufen und von ihren Eigen- 
thumern den Lehenseid abzuverlangen. 

6. Das Recht, Wirthsh&user und Miihlen zu erbauen, Berg- 
werke anzulegen, Markte zu bewilligen u. A. 

Durch das am 14. J&nner 1623 erfolgte Decret der konigl. 
bfthmischen Hofkanzlei wurden auf Wunsch Waldsteins alle 
diese Privilegien auf das Konigreich Bohmen und dessen in- 
corporate Lander ausgedehnt. 

1 Ueber Waldsteins Giitererwerbungen schrieb Professor Gindely im Casop. 
iesk. musea. 1875. 



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267 

Auf diese Weise, durch seinen Reichthum, durch solche 
Ausnahmsstellung und mit Hilfe seiner zahlreichen Freunde 
am kaiserlichen Hofe, bereitete er sich den Weg zu weiterer 
Emporhebung und zur Erreichung seiner weitgehenden Plfine. 

Eine neue gunstige Gelegenheit dazu bot sich ihm im 
Jahre 1623, als der Kaiser durch das feindliehe Auftreten des 
Siebenburger Fursten Bethlen Gdbor und durch die neuen 
Werbungen des Mansfelders, sowie des Herzogs von Braun- 
schweig sowohl in seinen Erblandern als auch in Deutschland 
bedroht, auf beiden Seiten sich vorsehen und neue Truppen 
werben lassen musste, um nothigenfalls sowohl Bethlen Wider- 
stand leisten, als Tilly die nothige Verstarkung schicken zu 
konnen. Wie immer fruher, so litt der Kaiser auch jetzt grossen 
Mangel an Geld; die Einkunfte aus den kaiserlichen Landern 
waren gering, da diese beinahe bis zura Aeussersten erschopft, 
die Rammer mit Schulden uberladen war; es war keine andere 
Hilfe, als wieder ein Anlehen aufzunehmen und wieder war es 
Waldstein, der dem Kaiser eine grossere Summe herlieh, die 
er sich natiirlich gut zu versichern nicht unterliess. Die Lage 
gestaltete sich fur den Kaiser sehr gefahrvoll: in Deutschland 
hatte er durch die Uebertragung der Kurwiirde an Baiern die 
Anzahl der feindlich gesinnten Fursten noch vermehrt, Frank- 
reich, Venedig und Savoyen unterstiitzten Mansfeld, l der in 
Deutschland den Tilly beschaftigen , wfihrend der Braun- 
schweiger in Schlesien und Mahren einfallen, daselbst das Land- 
volk zu neuem Aufstande bewegen und mit Bethlen Gdbor, der 
mit einer grossen Armee tiirkischen und ungarischen Volks 
dort einzudringen versprach, sich vereinigen sollte. Auf diese 
Art hoffte man die Sache des Pfalzgrafen Friedrich wieder 
in bessern Stand zu bringen, ihn in die bohmischen Lander 
wieder einzufuhren und den Kaiser niederzuwerfen. Die 
Gegenanstalten, die der Kaiser traf, reichten bei weitem nicht 



In der Instruction (ddo. 29. MKrz/8. April 1623), welche der Graf von 
Mansfeld dem an den Konig von Danemark abgeschickten, gewesenen 
bohmischen Kanzler Wilh. von Ruppa mitgab, heisst es, ,dass Frankreich, 
Venedig und 8avoyen sich in eine Union oder Verbiindnuss eingelassen 
zu erhaltung ihrer Statuum nnd der Freiheit der Fursten und Stand e 
von Deutschland gegen Oesterreich und Spanien; der KQnig von Danne- 
mark moge diese Gelegenheit in Obacht neb men und sich zu solchem 
End auch confoederiren*. Sachs. Staatsarchiv, 9200/23 fol. 204. 



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268 

hin, dieser Gefahr die Spitze bieten zu konnen. Noch immer 
glaubte man am kaiserlichen Hofc, Bethlen werde den Nikols- 
burger Frieden nicht brechen und aus seiner zwar drohenden 
Stellung zu offenen Feindseligkeiten nicht schreiten; deshalb 
war das Augenmerk mehr auf Deutschland gerichtet und die 
kaiserlichen Truppen, zu deren Obercommandanten der spa- 
nische General Hieronymus Caraffa von Montenegro ernannt 
wurde, versammelten sich in Bohmen, urn von da zur Ver- 
st&rkung Tilly's abgehen zu konnen. Bei dieser Gelegenheit 
nun taucht das Gerucht auf, l Waldstein habe sich dem Kaiser 
erboten, auf eigene Kosten ein Heer von 40.000 Mann aufzu- 
stellen und gegen Bethlen zu fuhren. Es ist jedoch sehr un- 
wahrscheinlich, dass Waldstein dies bereits in dieser Zeit gethan 
hatte, es scheint vielmehr, dass er durch seine Uebergehung 
und durch Ernennung des bisher beiuahe unbekannten Mar- 
chese von Montenegro zum kaiserlichen Obergeneral beleidigt 
war und sich an den Vorbereitungen zu dem neuen Feldzuge 
nicht besonders thatig betheiligte; ausserdem war er wohl zu 
dieser Zeit zu kiihnen und gefahrlichen Unternehmungen auch 
aus dem Grunde weniger geneigt, weil er eben Anstalten traf 
zu seiner Vermahlung mit der schonen und geistreichen Isabella 
Katharina von Harrach, Tochter des kaiserlichen Geheimraths 
und besonderen Lieblings Karl von Harrach. 2 Mit dem Fiirsten 
Carl von Liechtenstein begab sich Waldstein von Prag nach 
Wien, und am 9. Juni 1623 fand daselbst die Trauung statt. 
Einige Tage friiher (am 3. Juni 1623) wurde Waldstein vom 
Kaiser zum Oberstfeldwachtmeister iiber alles Kriegsvolk zu 
Fuss ernannt, und von seinen Freunden wurde ihm als Ersatz 
fur seine Uebergehung tjei der Besetzung des Obercommandos 
eine andere Erhebung versprochen, die ihm auch durch die 
am 7. September 1623 erfolgte Erhebung zum Fiirsten von 
Friedland zu Theil wurde. 



1 Biographic Waldsteins von Cervenka von VSinov. Manuscript im bohm. 
Museum zu Prag-. 

3 Ranke (nebst anderen Schriftstellern) setzt die VermKhlung Waldsteins 
mit Isabella von Harrach irrthumlich in die Zeit vor dem Ausbruche des 
bohmischen Aufstandes und begriindet daraus die ganze sp&tere Handlung^s- 
weise Waldsteins dem Aufstande gegeniiber. Die betreffende Notiz iiber 
die zweite Verma'hlung Waldsteins befindet sich auch in dem Anfangs 
citirten Horoscop, abgedruckt bei Helbig, Ferdinand II. und Waldstein. 



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269 

Ende Juni traf Waldstein wieder in Prag ein mit dem 
kaiserlichen Befehle, dass man mit den Kriegsvorbereitungen 
eilen solle. Er selbst entwickelte von nun an eine solche 
Th&tigkeit, dass er, obwohl in untergeordneter Stellung, doch 
als die eigentliche leitende Seele des ganzen Feldzuges gegen 
Bethlen angeseben werden muss. 1 Derselbe hatte wohl insofern, 
als Betblen nicht uberwunden wurde, fur den Kaiser keinen 
gunstigen Erfolg; er hatte aber sehr leicht fiir ihn sehr uble 
Folgen haben konnen, und dass dies nicht geschah, ist einzig 
und allein das Verdienst der kaiserlichen Heerfiihrer, namentlich 
aber Waldsteins. Dieser begab sich, nachdem er in Prag nur 
die nothwendigste Besatzung unter Commando seines Obrist- 
lieutenants, des Grafen von Nogarolla 2 zuriickgelassen hatte, 
mit den ubrigen Truppen nach Mahren und dann weiter gegen 
Skalitz, um Bethlen den Uebergang uber die Waag zu ver- 
wehren. Dazu war es aber schon zu spat und bald musste 
sich das kaiserliche Heer iiber die March zuruckziehen, wurde 
aber bei Goding von Bethlen eingeholt und eingeschlossen. 
Dies erfolgte am 25. oder 26. October 1623. Da Bethlen dem 
kaiserlichen Heere jede Zufuhr von Proviant ganzlich abschnitt, 
der in Goding vorfindliche Vorrath aber gering war, so konnte 
sich dasselbe nicht lange halten und Bethlen erwartete in Ktirze 
dessen Uebergabe. 

In dieser ausserordentlichen Gefahr nun bewies Waldstein 
sowohl seine personliche Unerschrockenheit, als ein ganz be- 
sonderes Talent in Erfindung von Mitteln, durch welche sich 
das kaiserliche Heer nicht nur so lange, als liberhaupt moglich 
war, in seiner Stellung halten konnte, sondern fur dasselbe 
noch Hoffnung auf Befreiung und Niederwerfung des Feindes 
sich blicken liess; seine vorgeschlagenen Rettungsmittel wurden 
aber nur dem geringsten Theile nach durchgefuhrt ; denn sie 
erheischten eine Energie und Schnelligkeit, an welche man am 
kaiserlichen Hofe nicht gewohnt war. Es handelte sich vorerst 
darum, dass sich das kaiserliche Heer so lange in seiner 
Stellung behaupte, bis demselben Hilfe gebracht werden konnte. 



1 Siehe: Meine BeitrSge zur Geschichte des Feldzuges 1623 im Archiv fiir 
osterr. Geschichte, Jahrgang 1877. Hier sei nur das Wichtigste mit 
hesonderer Bercicksichtigung Waldsteins erwShnt. 

2 Er wird auch Nagroll oder Nagrelli genannt. 



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270 

Da nun eine Ersturmung der festen Stellung bei Goding durch 
die grosstentheils aus leichter Reiterei bestehenden Truppen 
Bethlens nicht wohl zu befiirchten war, und es also hauptsach- 
lich darauf ankam, dass die Kaiserlicben nicht durch Hunger 
zur Uebergabe gezwungen werden, so wurden auf Veranlassung 
Waldsteins sogleich nach der Einschliessung die taglichen 
Portionen fur den Mann auf das geringste Mass reducirt; da 
ihnen die Reiterei in ihrer jetzigen Stellung ohnehin wenig 
nutz war, so begannen die Waldsteinischen Reiter, denen ihr 
Obrister Entsch&digung nach Beendigung des Feldzuges ver- 
sprochen hatte, ihre Pferde zu schlachten und zu verzehren, 
worin ihnen bald auch die iibrige Reiterei nachfolgte, da man 
ohnedies gleich Anfangs gar keine Nahrung fur die Pferde 
hatte. Zudem rieth Waldstein, man moge zu Rabensburg etliche 
Schiffe mit Proviant beladen und zur Nachtzeit versuchen, die- 
selben nach Goding zu bringen; Pulver solle man in S&cke 
packen und durch kroatische Reiter dahin schaffen lassen. 
Zur Befreiung des kaiserlichen Heeres aus seiner Lage in 
Goding sollte nach dem Plane, den Waldstein durch seinen 
Schwiegervater dem Kaiser vorbringen liess, und dem auch 
Montenegro zustimmte, Folgendes angeordnet und durchgefuhrt 
werden: Es sollte so viel Volk als nur immer moglich ge- 
worben werden, und zwar hauptsachlich Reiterei, bestehend aus 
Polen und Kroaten; Zdenko von 2ampach, der nach Wien 
ging, um sich dann mit kaiserlicher Vollmacht nach Polen zu 
begeben, sollte nebst anderen Boten die Ankunft der Polen 
beschleunigen; das Collaltische Regiment, welches aus Deutsch- 
land heranzog, sollte so bald als moglich, am besten und 
schnellsten an der Donau, nach Mahren gebracht werden; das 
Tiefenbachische Volk aus Ungarn und die Reiterei aus Press- 
burg sollten ebenfalls herangezogen werden. Dieses Volk solle 
in verschiedene Stadte Mahrens und Oesterreichs, namentlich 
nach Lundenburg, Nikolsburg, Zistersdorf u. A. gelegt, nebstdem 
auch Proviant angesammelt werden, 1 und erst bis Alles in 



1 Dabei solle man sich nicht auf die Proviantbeamten verlassen, ,denn 
diese lu'gen den Kaiser an, sag-en dass vorhanden ist, wenn es anch 
nicht wahr ist; er (Waldstein) kenne sie gut, drohe ihnen bisweilen mit 
Hangen oder verspreehe ihnen Geschenke, und wann er etwas will, so 
miisse er es selbst thun*. (Waldsteins Schreiben vom 20. October im 
grfiflich Harrach'schen Archiv zu Wien.) 



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271 

Ordnung w&re und das Volk in hinreichender Anzahl, dass 
etwas gegen den Feind mit Hoffnung auf Erfolg vorgenommen 
werden konnte, solle es in Lundenburg zusammenstossen und 
im Vereine mit dem Heere von Goding gegen den Feind 
Ziehen. Diesen Plan empfahl Waldstein schon aus dem Grunde, 
weil der Kaiser, wenn seine Armee bei Goding dem Feinde 
sich ergeben mttsste, nicht ganzlich ohne Kriegsvolk dastehen 
wurde. Nebstdem solle man nicht unterlassen, durch ofters zu 
wiederholende Befehle anzuordnen, dass das schlesische Kriegs- 
volk sich in Bewegung setze und nicht ,ihrem langsamen 
Brauch nach', sondern allsogleich an die mahrische Grenze 
riicke und auch einige St&dte in Mahren, namentlich Sternberg, 
Littau, Neutitschein und Weisskirchen besetze. 

Was geschah jedoch von diesem Allen? Am 6. November 
erhielt Waldstein ein Schreiben von Harrach, das wenig trost- 
lich lauten musste, denn er antwortet ihm unter Anderem: 
,Dass wir uns so wenig Hilf zu getrosten haben, ist nicht gut, 
denn der Kaiser stent in grosserer Gefahr die Lander zu ver- 
lieren als nie zuvor'; und am 10. November antwortet er auf 
ein Schreiben Harrachs vom 7. November Folgendes: ,Bedank 
mich, dass er mich avisirt, was sie vor praeparationes machen, 
aber meines Erachtens sind die einen so schlecht und die 
andern so langsam, dass uns schwerlich wird geholfen werden, 
denn die neuen und weiten Werbungen werden nicht zu rechter 
Zeit ankommen konnen. Mein Herr schreibt mir auch, dass 
sie noch auf zwei Tausend Pferd Anrittgeld geben wollen, 
mein Gott, hat mans schon vor 14 Tagen nicht than konnen, 
denn man hat wohl gewusst, in was vor Labyrinth sich der 
Kaiser befindt*. 

Eingeschlossen in Goding verlor Waldstein auch Bohmen 
nicht aus den Augen, denn er erkannte die ganze Grosse der 
Gefahr, und sei es nun aus Privatinteresse oder aus Sorge fur 
den Kaiser, wahrscheinlich aus beiden Ursachen, ertheilte er 
Rathschlage zur Sicherung Bohmens. Unter Anderem sollte 
dem Statthalter aufgetragen werden, so viel Volk als moglich 
werben zu las sen und dasselbe unterdessen in die Stadte zu 
legen, damit wenigstens diese erhalten werden und nicht frei- 
willig bei einem etwaigen Einfall dem Feinde sich ergeben. 
Waldstein berief sich dabei, dass auch er auf diese Weise 
nach der Schlacht auf dem weissen Berge die Stadte im Saazer 



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272 

Kreis gegen Mansfeld versichert hatte. Besonders auf Prag 
miisse man Achtung geben und die Besatzung ver stark en; im 
Fall der Noth solle man alle verd&chtigen und unntitzen Leute 
von Prag abschafFen, damit sie nicht umsonst die Vorrathe 
verzehren. 

Dass Waldstein bei alle dem auch auf die Sicherheit 
seiner Familie und seiner Outer bedacht war, ist selbstver- 
standlich. Die libertriebenen Nachrichten iiber die Erfolge der 
Ungarn und iiber die Streifungen und Grausamkeiten der Tiirken 
bewirkten unter der Bevolkerung Bohmens, namentlich unter 
den Katholiken, grosse BestUrzung, welche noch durch die Rtick- 
kehr einzelner Exulanten nach Bohmen, sowie durch die kaiser- 
licherseits in Angriff genommenen Befestigungsarbeiten und 
andere Vorkehrungen in Prag und auf dem Lande vermehrt 
wurde. Angesehenere katholische Familien trafen bereits An- 
stalten, Prag und Bohmen zu verlassen, und das Ihrige in 
Sicherheit zu bringen. Auch Waldstein, welcher mehr als 
jemand Anderer bei einer etwaigen Erneuerung des Aufstandes 
in Bohmen um seine Besitzungen und seine Angehorigen zu 
furchten Ursache hatte, sorgte zeitlich daftir, dass seine Ge- 
mahlin, im Falle die Gefahr grosser werden sollte, Bohmen 
verlassen und sich auf die Guter ihres Vaters, des Freiherrn 
Karl von Harrach, nach Oberosterreich fliichten konnte; selbst 
in Unterosterreich und namentlich in Wien hielt man es nicht 
fur sicher. Vorl&ufig erklarte Waldstein, man solle mit der 
Uebersiedlung noch einhalten; am 20. October schrieb er an 
Harrach: ,Dass mein Herr mir die Gnad will than und er- 
lauben, dass mein Weib sambt der Frau Catrle auf seine Guter 
ins Land ob der Enns ziehen mag, sag ich ihra dienstlichen 
Dank, furchte aber zwei Sachen, eins dass ein erschreckliches 
Geschrei draus zu Prag sein mochte, dardurch dann die ubel 
intentionirten Herz nehmen, die Getreuen aber sich verlieren 
mochten, das andere wann sie ins Land ob der Enns sollten, 
dass sie ganz Bohmen traversiren musstcn und also dem Feind 
leicht in die Hand recapitiren, schreibe aber dem Maxen, dass 
wenn die Gefahr etwas grosser sein sollte er mit ihnen auf 
Lowositz und von dannen auf Dresden auf dem Wasser sich 
begeben solle, alsdann werden sie ihren Weg sicher wo sie 
hin wollen nehmen konnen*. Da jedoch die Gefahr von Tag 
zu Tag grosser, bei dem kaiserlichen Heere in Goding der 



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273 

Mangel an den nothwendigsten Lebensmitteln immer fuhlbarer 
wurde und die Hoffnung auf Entsatz beinahe schwand, nach 
der Capitulation dieser einzigen kaiserlichen Armee aber der 
Feind ohne Hinderniss M&hren und Bohmen h&tte (iberfluthen 
konnen, so Hess Waldstein seinem Vetter Max den Auftrag zu- 
kommen, die Uebersiedlung aus Bohmen denn doch ins Werk 
zu richten und ordnete an, dass sie den Weg nicbt tiber Bud- 
weis und Krumau, sondern tiber Pilsen und Bischofteinitz nach 
Straubing und von da auf der Donau in das Land ob der 
Enns antreten. Als ihm von Harrach gemeldet wurde, dass 
sich seine Gattin bereits auf den Weg gemacht babe und zwar 
iiber Budweis und Krumau, war er sehr ungehalten dariiber, 
dass seinen Anordnungen entgegen gehandelt werde und schrieb 
an seinen Schwiegervater, dieser wolle sogleich einen eigenen 
Courier ihnen entgegen Schick en, damit sie umkehren und den 
ihnen bezeichneten Weg tiber Pilsen antreten, denn ,dorten (in 
der Gegend bei Budweis) sei es voller Rebellen und sie konnten 
dem Feind in die Hande kommen, auch weiss man wohl, dass 
die Ungern im ganzen Land sicher streifen konnen' etc. ! Sollte 
nbrigens auch der Weg tiber Pilsen nicht vollkommen sicher 
sein, so moge Max mit den Frauen den Weg nach Dresden 
nehmen und von da durch Deutschland nach Oberosterreich 
sich begeben. Ob sich Waldstein s Gemahlin tiberhaupt aus 
Bohmen entfernt hatte, konnen wir nicht bestimmt angeben; 
bis zum 8. November war es aber nicht geschehen. 

Waldstein verwendete schon in seiner jetzigen Stellung 
viel Geld auf Kundschafter, welche ihm tiber alle Bewegungen 
des Feindes Berichte tiberbrachten; obwohl das kaiserliche 
Heer in Goding von alien Seiten eingeschlossen war, dass 
nicht das Wenigste von Proviant hineinzubringen war, so hatte 
doch Waldstein Boten, welche beinahe taglich seine chiffrirten 
Schreiben an Harrach heraus und sowohl von diesem als vom 
Kaiser und auch von anderen Seiten Nachrichten hineinzu- 
bringen vermochten. Aus diesen leuchtete heraus, dass die 
vom Kaiser getroffenen Anstalten nicht die geringste Hoffnung 
auf Entsatz zuliessen und darum rieth Waldstein, es sei als 



1 Waldsteins Schreiben ddo. 7. November 1623. Dieses und andere hier 
citirte Schreiben Waldsteins an Carl von Harrach siehe in m einen 
,Beitragen zur Geschichte des Feldzuges 1623*. Archiv fur osterr. Ge- 
schichte 1877. 
Pontes. Abth. IT. Bd. XLI. 2. H&lfte. 18 



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274 

einziges Mittel zur Rettung der kaiserlichen Armee mit Bethlen 
ein Waffenstillstand abzuschliessen und zwar so bald als moglich; 
doch sollte dariiber durch den Oberbefehlshaber oder durch ab- 
geschickte Commissare im Lager selbst verhandelt werden ; denn 
anders, so fiirchtete man sich beim kaiserlichen Heere, wiirden 
die Verhandlungen von Bethlen in die Lange gezogen werden und 
miisste vielleicht unterdessen das kaiserliche Heer doch capitu- 
liren. Was Waldstein anbelangt, so war dessen Absicht, wie sie 
sich in seinem Briefe vom 13. November 1623 kundgibt, durch 
Abschluss eines Waffenstillstandes mit Bethlen nur Zeit zu ge- 
winnen, damit die von ihm vorgeschlagenen Vorbereitungen ge- 
troffen werden konnten; auf den Abschluss eines wirklichen 
Friedens hatte er es vorlaufig gar nicht abgesehen. Darum ver- 
langte er eben, dass die Verhandlungen im Lager stattfinden 
sollten und versicherte, ,sie wollen schon sehen, wie sie den 
Bethlen bei der Nasen ziehen und Ihr Majestat nichts vergeben'. 
Als die Noth beim kaiserlichen Heer den hochsten Grad erreichte, 
kam am 19. November der ungarische Palatinus nach Goding 
und brachte die ersehnte Botschaft, dass er mit Bethlen einen 
Waffenstillstand geschlossen hatte. Diesem folgte nach Ian- 
geren Verhandlungen der Abschluss eines neuen Friedens mit 
Bethlen zu Wien, welcher den osterreichischen Landern wohl 
auf kurze Zeit Ruhe, aber nur wenig Erholung brachte. 

Waldsteins Benehmen wahrend dieses Feldzuges und seine 
Rathschlage behufs Befreiung des kaiserlichen Heeres, die 
freilich nur dem geringsten Theile nach durchgefiihrt wurden, 
hatten doch fur Waldstein die Folge, dass die vornehmsten 
Rathe des Kaisers, Eggenberg, Harrach u. A., ihn fur den 
Geeignetsten hielten, dem bei etwaiger neuer Kriegsgefahr die 
Fiihrung des kaiserlichen Heeres anvertraut werden konnte, 
und dass sie nun Waldstein zur Erreichung dieses seines Zieles 
nach ihren Kraften behilflich waren. 

Waldstein kehrte bald nach Abschluss des Waffenstill- 
standes mit Bethlen nach Prag zuriick; bereits am 29. J&nner 
1624 erliess er von da im Namen des Oberstcommandirenden 
Caraffa von Montenegro eine Verordnung an die Truppen des 
Grafen von Collalto (welcbe auf ihrer Riickkehr aus Deutsch- 
land im December 1623 nach Bohmen gekommen und auf 
Verordnung des Fiirsten von Liechtenstein in der Gegend von 
Deutschbrod und Iglau einquartiert waren), wodurch bestimmt 



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275 

wurde, was einem jeden Soldaten taglich gebtihre, und zu 
welchem Preis es ihnen gegeben, ebenso wie und zu welchem 
Preis die Bedurfnisse der Reiterei, auch wie viel Holz, Salz, 
Licht u. A. den Truppen von der Bevolkerung geliefert werden 
8olle. ! Diese Verordnung wurde hervorgerufen durch die immer- 
wahrenden Klagen iiber die Erpressungen der Soldaten aus 
jenen Gegenden, wo diese Quartiere hatten. Es wurden zwar 
bereits friiher diesbeziigliche Verordnungen erlassen, aber die 
Soldaten kehrten sich nicbt daran; sie wurden nicht ordentlich 
gezahlt, entweder erhielten ihre Conimandanten keinen Sold 
fur sie vom Kaiser, und dann mussten sie zu Requisitionen 
schreiten, wollten sie uberhaupt leben, oder behielten die Be- 
fehlshaber den Sold, den sie bekommen hatten, fiir sich und 
dann erlaubten sie gern ihren Soldaten, dass sie sich in der 
Gegend, wo sie eben waren, selbst bezahlt machen. In beiden 
Fallen beschrankten sich die Soldaten aber nicht auf das un- 
umganglich Nothwendige, sondern raubten, was sie bekommen 
konnten ; war es ja in den meisten Fallen nur Raubgier und 
Sucht nach Bereicherung, was die Soldnerschaaren vom Obersten 
bis zum gemeinen Soldaten herab in den Krieg fuhrte. So kam 
es, dass ganze Abtheilungen zu 15 bis 20 Mann zu Fuss und 
zu Pferd, von denen manche gar nicht zum kaiserlichen Heer 
gehorten, also nur Rauberbanden waren, zum grossten Ver- 
derben des Landes herumstreiften und die Wege unsicher 
machten. Sehr viele Klagen kamen nach Prag iiber das Be- 
tragen der Soldaten vom Regiment des Grafen von Collalto, 
so dass Waldstein bereits am 9. Februar 1624 an den corn- 
man direnden Obristlieutenant desselben, Franz de Courrirs, die 
strenge Verordnung ergehen liess, dam it er diesem Treiben 
Einhalt thue und selbst zur Verantwortung in Prag erscheine, 
da man solches keinesfalls weiter dulden diirfe. 2 Diese und 
andere Verordnungen hatten aber wenig Erfolg, die Raubereien 



1 Als tagliche Portion wurde fiir einen gemeinen Soldaten bestimmt: ein 
Pfand Fleisch (um 3 kr.), V/ 2 Pfund Brod (um 3 kr.) und zwei Maass 
Bier (zu 2 kr.). Solcher Portionen erhielt ein General iiber die Caval- 
lerie 50, ein Obrister 20, Obristlieutenant 15, Obristwachtmeiflter 8 
(ausserdem ein jeder von diesen als Hauptmann liber eine Compagnie 10), 
Hauptmann 10, FHhnrich 7, Lieutenant 5, Fiihrer 3, ein Kaplan u. s. w. 
Chlumeck^, Regesten I. 

2 Die betreffenden Briefe Waldsteius bei Chlumecky, Regesten I. 

18* 



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276 

der Soldaten dauerten fort, so dass der Fiirst von Liechtenstein 
am 27. April 1624 neue Patente erliess, durch welche einer- 
seits jedes Herumstreifen von bewaffneten Soldatenbanden auf 
dem Lande strengstens untersagt und den Kreishauptleuten 
befohlen wurde, solche Soldaten, welche, ohne von Waldstein 
oder seinen Unterbefehlshabern Passzettel zu haben, angetroffen 
werden, einzufangen und zur Bestrafung einzuliefern, andern- 
theils aber allgemein verkiindet wurde, dass sich Niemand — 
namentlich Juden — unter schwerer Bestrafung unterstehen 
soil, von Soldaten Etwas, sei es Getreide oder andere Sachen, 
zu kaufen, noch fur andere Sachen einzuwechseln. 

Alles war jedoch umsonst. Um dieses unbezahlte Soldner- 
volk im Zaume halten zu konnen, dazu hatte man ein anderes 
und zwar wohlbezahltes und daher gefugiges Heer haben mussen. 
Die ZustSnde in Bohmen waren iiberhaupt traurig, von einer 
ordentlichen Verwaltung kann man gar nicht reden, sondern 
von Willkiir in weitester Ausdehnung. 1 Neben dem Kaiser, 



1 Manche interessante Nachrichten tlber die Zustande in Bohmen finden wir 
in den Schreiben des sSchsiscben Agenten in Wien, Hans Zeidler. Dieser 
begab sich von Dresden nach Wien im Monate Jnli nnd kam nach Prag, 
von wo er am 4./14. Juli 1623 schreibt, dass er wegen Gefahr, von den 
Soldaten auf der Strasse uberfallen nnd gepliindert zu werden, wie dies 
so hfiufig geschieht, seinen Weg nicht fortsetzen konne, sondern warten 
miisse, bis die Soldaten abziehen oder bis er hinreichende Bedeckung 
finden wiirde. Dann sagt er: ,Und obzwar aller Orten von den Lenten 
viel Geld herausgepresst wird, so will doeh nichts erklecken und scheinet 
alien Umst&nden nach unmoglich zu sein, dass Kais. Mtt. solchergestalt 
den Krieg in die LSnge forttreiben moge. Die Soldaten wollen nirgends 
fortziehen, es werde ihnen dann stracks an den Grenzen gut Geld ge- 
geben, daher wird bei der bohinischen Karamer das Stiick Reichsthaler 
um 8 fl. eingewexelt und den Soldaten um Vj 7 fl. gegeben*. — Und am 
29. Augusts. September 1623 schreibt er von Wien an Schonberg: ,Die 
Executions-Urthl. so noch wochentlich in grosser Menge aus Boheimb 
und Mahren zur Ratification dem Kaiser hergeschickt werden, confirmirt 
man straks mit dem Rescripto, Ihre Mtt. hatten dessen kein Bedenken, 
weil die Commissari solche ohne Zweifel ihren Gewissen nnd Pflichten 
nach wtlrden verfasst haben. Vox populi wird hier libera 1 1 gehoret, dass 
wann Gott das Rad also fortlaufen liesse, wie es die Jesuiter itzo an- 
treibeo, so wfirde die Reu einmal auch an Sachsen kommen*. In einem 
andern Schreiben von demselben Datum heisst es: ,Der Nuntius aposto- 
licus und Jesuiter sein absoluti directores omnium is to rum actionum, die 
rathen ohne einiges ferneres Nachdenken dem frommen sonsten hoch- 
verstfiudigen Kaiser ins Herz hinein, er solle keine Stunde versaumen, 



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277 

der naturlich Vieles nicht wusste und nicht wissen konnte, in 
mancher Beziehung aber gar nicht im Stande war, Abhilfe zu 
schaffen, es vielleicht auch nicht wollte, entschied iiber viele, 
selbst die wichtigsten Sachen der Statthalter, Ftirst von 
Liechtenstein, dem die militarische Gewalt unter Albrecht von 
Waldstein zur Verfugung stand; beinahe ganz selbst&ndig 
aber schalteten und walteten die einzelnen Obristen und Com- 
mandanten in den ihnen angewiesenen Quartieren, und der 
Statthalter musste oft ihren Wiinschen und Begehren nach- 
kommen. Da die im Lande einkommende Steuer zu verschie- 
denen anderen Bedurfnissen verwendet werden musste und 
daher zur volligen Bezahlung des Kriegsvolks keinesfalls hin- 
reichte, wollte der Kaiser — wie er am 13. April 1624 an den 
Fiirsten von Liechtenstein selbst schrieb — den bohmischen 
Landtag l&ngstens bis Ende October einberufen und sich per- 
sonlich bei demselben einfinden, hauptsachlich damit von den 
bohmischen Standen eine Erhohung der bestehenden Steuer 
erwirkt werde; weil aber die Landtagsbewilligung mit Ende 
April ausging, so hatte er einfach die Verordnung ergehen 
lassen, dass die bewilligte Steuer auch weiter forterhoben 
werden solle. Da nun dieser Landtag wegen der im Sommer 
1624 grassirenden pestartigen Krankheit nicht zusammentrat, 
das Bedurfniss einer hohern Steuer aber immer grosser wurde, 
erging im Monate September 1624 eine kaiserliche Verordnung, 
mit welcher die bisherige Steuer erhoht und bestimmt wurde, 
dass ein jeder Herr von einem Unterthanen monatlich 12 kr., 
die Unterthanen aus Eigenem zu 8 kr., die Freibauern und 
Freirichter zu 1 Rh. Gulden, in den koniglichen Stadten ein 
jeder angesessene Burger 18 kr., nebstdem ein Jeder bestimmte 
Abgaben an Getreide, die Juden endlich insgesammt monatlich 
6000 g. abfiihren sollen. Diese Steuer wurde auf die n&chsten 
sechs Monate ausgeschrieben, sodann bis Ende 1624 verlangert 



mit Reformation der Religion das liusaeriste in seinen KonigTeichen ond 
Landen vorzunehmen. Im Reich, wann es itzo die Gelegenheit nicht gebe, 
moge Ihr Mtt. pro tempore etwas durch die Finger sehen, zu diesemmal 
thfite Ihr Mtt. genug, wann sie nur diese m^chtige Provinzen bald 
volliglich reformirte. Gott segne Ihre Mtt. deswegen mit so wunderbar- 
lichen Victorien und mit so fruchtbaren Zeiten, wie dann auch vor vielen 
Jahren zur Zeit der steirischen Persecution so gute Jahr erfolget wfiren. 
Ihr Mtt. sollen nur so fortfahren* etc. Sachs. Staatsarchiv 8239/III. 



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278 

und durch das Patent vom 23. December 1624 fur die nachsten 
sechs Monate des Jahres 1625 wieder erhoht, ohne dass die 
Stande befragt wurden, so dass nun jeder Herr von einem 
Unterthanen monatlich 27 kr., dieser aus Eigenem 23 kr., 
Kaufleute und Handler 69 kr., angesessene Burger von jedem 
Haus 46 kr., Pfarrer und geistliche Personen 15 kr., Freibauern 
69 kr. zahlen mussten. Neben dieser allgemeinen Steuer wurden 
jedoch in einzelnen Kreisen, wo Kriegsvolk einquartiert war, 
noch ausserordentliche Steuern ausgeschrieben und die Bevol- 
kerung musste diese leisten, wollte sie iiberhaupt einigermassen 
vor den Raubereien der Soldaten gesichert sein. Dasselbe ge- 
schah, wenn einzelne Abtheilungen des Kriegsvolks in andere 
Quartiere verlegt werden sollten; sie weigerten sich fortzu- 
ziehen, so lange ihnen nicht wenigstens ein Theil ihres riick- 
standigen Soldes ausgezahlt werde. Wollte nun die Bevolkerung 
der Einquartierung wenigstens auf einige Zeit enthoben werden, 
so musste so viel Geld zusammengebracht werden, damit die 
Soldaten befriedigt werden und fortziehen. (Im Jahre 1624 
musste, so viel uns bekannt, eine solche ausserordentliche 
Steuer der Saazer Kreis fur das Reiterregiment des Herzogs 
von Sachsen, der Caslauer und Kourimer Kreis fur das Re- 
giment des Grafen Collalto abfuhren.) Zu alledem herrschte 
die ganze Zeit, namentlich in Folge der Munzverschlechterung 
und der deswegen ergangenen Munzpatente, eine grosse Theue- 
•rung, im Jahre 1624 kam noch dazu die in Folge der Hungers- 
noth schrecklich grassirende pestartige Krankheit. Wir finden 
vom 25. Mai 1624 eine Nachricht aus Prag, dass ein Strich Ge- 
treide mit 9 Rthl. und ein kleiner Laib Brod mit 24 kr. bezahlt 
werden musse, dass demzufolge viele Leute Hungers sterben, 
Krankheiten sich verbreiten und das Elend und die Noth nicht 
zu beschreiben sind. Dies war nicht nur in Bohmen der Fall, 
sondern auch in anderen Landern, namentlich in Oesterreich 
und in Wien. * 



Bei dieser Gelegenheit finden wir die wohl erste Andeutung fiber eine 
in Wien zu Ounsten der dortigen nothleidenden Bevolkerung veranstaltete 
Effectenlotterie, nach Art wie solche in I tali en und in den Niederlanden 
ofters veranstaltet wurden ; als Hauptgewinnst war ein Kleinod im Werthe 
von 8000 Thalern bestimmt, ein Los kostete einen Reichsthaler. (Zeitungen 
aus Wien. 8chriften der M&hr. Ges. Bd. XXII.) 



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279 

Nach dieser Abweichung kehren wir wieder zu Waldstein 
zuriick und da tritt im Jahre 1624 eine Angelegenheit hervor, 
die — soviel uns bekannt — bisher gar nicht erw&hnt wurde, 
und welche zu einem ernsten Zwiespalt zwischen Waldstein 
einer- und dem Statthalter, Ftirst von Liechtenstein, und den 
sammtlichen ob era ten Landesbeamten des Konigreichs Bohmen 
andererseits Anlass gab. In Folge des Einfalls Bethlen Gabors 
in Mahren und aus Furcht vor einer moglichen Ueberrumpelung 
Prags wurde iiber Waldsteins Betreiben an der Verbesserung 
der Befestigungen Prags gearbeitet und auf dem Hradschin und 
Wyschehrad Schanzen errichtet. Diese Vorsichtsmassregeln 
waren zwar umsonst, aber den Gedanken, Prag zu befestigen, 1 
Hess Waldstein auch nach seiner Riickkehr nicht aus dem 
Sinn und es gelang ihm wahrscheinlich auch, den Kaiser dafiir 
zu gewinnen. Es handelte sich zuerst darum, dass auf einer 
der umliegenden Hohen eine oder zwei Citadellen erbaut und 
zu diesem Ende eine allgemeine Landesrobott ausgeschrieben 
werde. Dieser Plan fand aber bei dem Statthalter und den 
obersten Landesbeamten keine Billigung und ihr Widerstand 
wandte sich auch gegen den Urheber dieses Gedankens, namlich 
Albrecht von Waldstein, als ,Obristen zu Prag', und gegen die 
weitere Dauer dieses Amtes. In ihrem an den Kaiser ge- 
richteten Gutachten ddo. 14. December 1624 schreiben sie 
unter Anderem Folgendes: ,Wir sehen nicht, warumb es eines 
Stadtobristen vonnothen, dann zudem es ohne dies nirgends 
brauchlich, dass ein Stadtobrister gehalten werde, da die ganze 
Stadt keine Festung ist, wtirden alle Nothwendigkeiten durch 
einen Schlosshauptmann und die Hauptleute in den Prager 
Stadten zur Gntige konnen versehen werden. Ware derhalben 
ein qualificirter Schlosshauptmann alsbald zu setzen und zu 
den jetzigen 50 noch 50 Thorschu'tzen wieder angenomben und 
also deren 100 unterhalten werden. Wann aber Euer Mtt. 
geliebts Gott gliicklich anhero zu uns, dero getreuen gehor- 
samen Unterthanen kommen wiirden, haben sie sich bei uns 
gnugsamer Sicherheit gar bis zur Darsetzung unsers Leibs und 
Lebens gnadigst zu versehen, jedoch da sie je neben ihr kais. 
Leibquardi zu Ross und Fuss und den 100 Thorschiitzen noch 



1 Bereits Tilly soil ihn nach der Schlacht auf dem weissen Berge aa- 
geregt haben. 



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280 

etwa ein mehrere Quardi anzunehmen fiir gut ansehen wiirden, 
hatten sie sich von des Don Balthasars im Land bleibenden 
Theils Reiterei und etwa sonst noch mit einer nothwendigen 
geringen Quardi aus dem ohne dies unterhaltenden Fussvolk 
zu bedienen, welche also eingetheilet werden konnte, dass 

Niemand hoch dainit beschweret wiirde etc Dero- 

wegen wie Ihre F. G. von Liechtenstein hievor auf Eu. Kais. 
Mtt. ihme gegebene Gewalt und umb der damaligen Notturft 
willen zu Bestellung eines Stadtobristen in den Prager Stadten 
unterthanigst gern gerathen, also finden Ihr F. G. wie wir von 
derselben verstanden und wir uns mit solcher Meinung ver- 
gleichen, bei jetziger der Prager Stfidte und des ganzen Konig- 
reichs Verfassung und umb vorher erzahlter Ursachen willen 
gar kein Nothwendigkeit dererhalber zu ferrer Unterhaltung 
eines Stadtobristen Euer Kais. Mtt. zu rathen ware/ 

,Da auch nun gleich dafiir gehalten werden wollte, dass vor 
Erbauung einer Citadella die Guarnison aus den Prager Stadten 
zu lassen nicbt rathsam sei, so ist aber, wie obgedacht, dieser 
Zeit kein Feindesgefahr vorhanden, auf welchen Fall bei dieser 
Stadte Situ und Weitschaft vielleicht nicht nur eine sondern 
wohl mehr Citadell zu erbauen vonnoten sein mochte, hierzu 
aber die grosse Spesa nirgend woher zu nehmen und so je 
Euer K. Mtt kiinftig, wann der nothwendige Unkosten ver- 
handen sein wird, eine oder mehr Citadell zu bauen anfangen 
lassen wollten, welches auch ohne eine Guarnison in den Prager 
Stadten geschehen, so ware der Unkosten besser auf solches 
Werk ah auf die jetzige unnottige Guarnison anzuwenden und 
konnte alsdann nach Erbauung einer Citadell kiinftig eine 
Anzahl Soldaten unter einem Hauptmann oder Castelan in 
demselben unterhalten werden. Dieser Zeit aber ist wenig zu 
einem als zu dem andern die Miiglichkeit verhanden und 
zweifeln wir nicht, es werde der Flirst von Wallstein und 
Friedland verstandig solches selbst erkennen und umb der 
seithero gnugsamb befundener Beschwerlichkeiten beides Euer 
Mtt. Kammer und den Biirgersleuten Eu. Mtt. solcheu grossen 
Last zu continuiren nicht rathen/ x 



1 Dieses Gutachten der obersten Landesbeamten Bohmens ist auch in 
anderer Beziehung wichtig und wir glanben aus demselben noch etwas 
bier anftthren zu miissen. Der Kaiser schickte den Grafen Maximilian 



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281 

Die Ansichten und Antrage der obersten Landesbeamten 
wurden wohl nicht durchgefiihrt, aber der Bau einer Citadella 



von Trautmannsdorf and den Herrn Wilhelm Slavata als kaiserliche Com- 
miss&re in das Konigreich Bohmen, hauptsfichlich zu dem Zwecke, urn 
eine Erhohung der Steuer zu erwirken. Wir haben schon oben erz&hlt, 
dass wirklich eine bedentende Erhohung der Steuer zu Ende des Jahres 
1624 stattgefunden hatte; gegen diese Art Steuern auszuschreiben traten 
aber die obersten Landesbeamten in ihrem deswegen an den Kaiser ge- 
richteten Gutachten vom 14. December 1624 auf. Sie erinnern den 
Kaiser daran, dass seit undenklichen Zeiten die Steuern nur auf Land- 
tagen bewilligt wurden, dass dies nnr nach der Schlacht auf dem weissen 
Berge nicht stattfand, ,weil die Inwohner meistentheils wegen der Re- 
bellion strafbar und sich der gehabten Freibeiten unwiirdig gemacht' 
und sagen dann weiter: ,Nun sein inmittelst und seithero die damals 
gewesenen Untreuen und Rebellen gestraft worden, also dass unsers 
Wissens jetzt keine mehr im Lande wohnhaft und sesshaft sondern das 
ganze Konigreich mit getreuen Inwohnern besetzt ist, welche entweder 
von Anfang allezeit bei Eu. Mtt. standhaft verblieben und wie gemeldt 
aus dem exilio zu ihren vorigen Giitern wiederkommen sein, keiner 
andern Zuversicht, dann dass sie nicht allein ihre vorige Privilegia und 
Freiheiten nicht verloren, sondern noch mehrere immunitates und Frei- 
beiten zur Belohnung ihrer Fidelitfit und ausgestandenen Noth verdient 
haben sollten; andere der jetzo Getreuen, ob sie etwa einen Failtritt 
begangen, mit Eu. Mtt. nunmehr g&nzlich reconciliiret oder sonst mit 
Gnaden pardoniret, viel haben sich ritterlich wohl verhalten mit Auf- 
setzung ihres Lebens umb Eu. Mtt wohlverdienet, oder mit Eu. Mtt. 
gn&digsten Belieben und Ratification in dies Konigreich sich eingekaufet, 
theils auch durch Eu. Mtt. Gnadengeschenk sich im Lande begiitert 
Diese alle seind gleichfalls anders nicht zu halten, seind auch im Werk 
nicht anders als Eu. Mtt. getreue, gehorsame und wohl affectionirte 
Unterthanen, welche sich unzweiflich versichert haben und neben uns 
der Hoffhung Leben, sie nach dem Exempel voriger KSnige in Boheimb 
.... gnadigst mild und als adeliche getreue und wohl meritirte Unter- 
thanen wurden gehalten werden und die vorigen des Landes politische 
privilegia genie a sen. Geruhen demnach Eu. Mtt. gnfidigst zu beherzigen, 
wie schwer und betriibt es uns fallen musse, da unsere privilegia und 
Freiheiten itzt in Zweifel gez6gen und wir also geringer dann andere 
Eu. Mtt. Unterthanen geachtet werden sollten, sintemal bewusst, dass 
die Schlesier, welche so wohl wo nit mehr doch nit weniger als Boheimb 
ex eodem crimine straffallig worden, gleichwohl ihre Fiirstentage halten 
und auf denselben ihre Bewilligungeu thun. Ingleichen die M&hrer, die 
da ebener massen wo nit mehr doch nit weniger gesiindiget, auch lang- 
samer als die Bohmen Eu. Mtt. Gnad und Pardon sambt Eroffnung ihrer 
Rechte erlaugt haben, ihre jiingste Contributiones nicht durch General- 
patenta, wie bis dato in diesem Konigreich geschehen, sondern durch 
eine freie Bewilligung geschlossen, welches auch in Unterosterreich (deren 



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282 

bei Prag wurde wegen Mangel an den nothigen Geldmitteln 
nicht in Angriff genommen. Diese Angelegenheit fiihrte jedoch 
spater noch zu weiteren Verhandlungen, da man statt der 
beabsichtigten allgemeinen Landesrobot eine ausserordentliche 
Steuer fur zweckmassiger hielt. l Waldstein blieb trotzdem 
noch weiter ,Obrister von Prag' und bchielt diese Wiirde auch 
dann, als durch seine Ernennung zum Oberbefehlshaber der 
kaiserlichen Armee der Schwerpunkt seiner Thatigkeit anders- 
wohin verlegt wurde; sein Verhaltniss aber zu dem Fiirsten 
von Liechtenstein und zu den obersten Landesbeamten, na- 
mentlich zu Slavata und Martinitz, blieb sehr gespannt und 
nahm mit der Zeit den Charakter einer offenen personlichen 
Feindschaft an. 

Die grosste Sorgfalt wandte Waldstein auch im Jahre 
1624 der Verwaltung seiner ausgebreiteten Herrschaften zu, 
welche durch das kaiserliche Patent vom 12. Marz 1624 zum 



gutentheils Inwohner wider Eu. Mtt. sich gleich falls hoch versiindiget) 
sowohl in dem Konigreich Hungarn also gehalten und sie ihre Contri- 
butiones anf den LandtSgen bewilliget haben. 

So nnn diesem Konigreich als dem Haupt respectu der anderen 
ineorporirten L&nder .... dergleichen nicbt verstattet and sie also 
schlechter tractirt werden sollten, wtlrde es den Inwohnern nicht allein 
bei anderen Nationen eine Verkleinerung machen, sondern wiirde sie 
auch, als welche zu keinem widrigen Ursach gegeben, dahin bewegen 
und dringen, dass sie in diesem Konigreich nicht bleiben wollten, sondern 
anderstwo in Eu. Mtt. Landen, da sie ihrer Freiheiten und Privilegien 
zu geniessen hfttten, sich ses shaft zu machen Gclegenheit suchen miissten. 
Wir getrbsten uns aber zu Eu. Mtt. angebornen Giite, sie werden es 
hierzu nicht komben lassen, sondern von unseren und anderer Inwohner 
Privilegien und uralten Freiheiten und Gnaden ein gnKdigere und bessere 
Meinung fassen 1 etc. 

Es folgt hierauf das Gutachten der Landesbeamten beziiglich der 
Einberufung eines Landtages und zwar in Gegenwart des Kaisers, dann 
wegen der verlangten verschiedenen Contributionen, wegen des Obristen- 
amtes in Prag, der Abfuhrung des Kriegsvolks aus Bohmen und Ver- 
theilung der Marradas'schen Reiterei in verschlossene Stkdte (dam it sie 
besser in Ordnung gehalten und vom Ausreiten und Streifen abgehalten 
werden kbnnten) u. A. Zu Ende ist die Bemerkung : ,1st in Ihrer Fiirstl. Gnd. 
von Liechtenstein und aller damals an wesenden Herrn Landoffizier undLand- 
rechtsbeisitzer ausgefertiget worden*. Datum Prag am 14. December 1624. 
1 Der Bau einer Citadella (Vysehrad), sowie auch der neuen Schanzmauer 
wurde erst nach Abschluss des dreissigjahrigen Krieges begonnen und 
unter Karl VI. zu Ende geftihrt. 



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283 

Fiirstenthuin Friedland erhoben wurden. ! Was Waldstein in 
jeder Beziehung fur das Aufbluhen seiner Herrschaften that, 
wollen wir nicht wiederholen, in dieser Beziehung stimmen 
Freunde und Feinde zusammen; nur Einiges und zwar in 
Bezug auf die religiosen Verhaltnisse und die kirchlichen Ein- 
richtungen seines Fiirstenthums konnen wir nicht unerwahnt 
lassen. In den uns vorliegenden authentischen Schreiben und 
Berichten erscheint Waldstein keineswegs in dem Liohte eines 
so abgesagten Feindes und Verfolgers der Protestanten, wie 
er von manchen Geschichtschreibern geschildert wird, wir 
finden im Gegentheil, dass er sie auf seinen Besitzungen nicht 
so hart verfolgte, wie es durch kaiserliche Verordnungen be- 
stimmt wurde, und es ist bekannt, dass er geschickte Hand- 
werker, auch wenn sie Protestanten waren, in dieselben ein- 
fuhrte und beschutzte. Der Fiirst von Liechtenstein schrieb 
mehrmal8 strenge Mahnungen an Waldstein, dass er von seinen 
Herrschaften die unkatholischen Prediger entfernen und die 
Bewohner reformiren solle, aber Waldstein achtete wenig 
darauf, denn noch im Laufe des Jahres 1624 und 1625 finden 
wir Schreiben des Jesuitenrectors Valentin Ocrroni von Ji£in, 
in welchen dieser tiber die schlechten Fortschritte der Refor- 
mation auf Waldsteins Gtitern klagt, weil die jesuitischen 
Missionare von den herrschaftlichen Beamten nicht geniigend 
unterstiitzt werden, und dass ,Pradikanten' nicht nur im Ver- 
borgenen, sondern sogar offentlich (wie z. B. in Miinchengratz) 
Versammlungen und Gottesdienste abhalten, es sei daher hochste 
Zeit, dass der von Waldstein zum Visitator in seinem Fursten- 
thum ernannte Canonicus Kotva so bald als moglich nach Jidin 
komme. Solche und ahnliche Klagen der Jesuiten an Waldstein 
finden wir noch im Jahre* 1626, aus welchem wir auch ein 
an der e s Zeugniss besitzen, dass Waldstein das riicksichtslose 
Vorgehen gegen die Nichtkatholiken in Bohmen nicht billigte. 
In seinem Briefe am 5. Mai 1626 an Karl von Harrach schreibt 
er namlich: ,Bitt auch man hore auf in Bohmen so erschrecklich 
w^en der Luthrischen zu procediren, mochte auch bei meniglich 
den Credit verlieren, das sein jesuvitische oder des schlimmen 



1 Bald darauf und zwar am 22. Mai 1624 wurde das friihere Patent be- 
treffend die Errichtong einea Fideicommiaaes (ddo. 12. August 1622) auf 
das ganze Furstenthuin Friedland ausgedehnt. 



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284 

Leckers (?) * Inventionen, wanns tibel zugeht, Jesuiter 

finden ein anderes Collegium, der Kaiser aber kein anderes 
Land'. Dass Waldstein uberhaupt bereits friih darauf bedacht 
war, sein Ftirstenthum auch in Bezug auf die kirchliche Ad- 
ministration von dem Prager Erzbisthum zu losen und zu Jifcin 
ein eigenes Bisthum zu grunden, davon finden wir schon im 
Jahre 1624 Beweise. Unter Anderen finden wir einen Kauf- 
contract ddo. 17. Juni 1624, 2 durch welchen Waldstein seine 
Giiter Wustunk und Bunzendorf dem Peter Anton Lamotta 
zu Leben verkauft, dieser aber die Verpflichtung ubernimmt, 
,das8 er die auf den furstlichen Giitern zur Unterhaltung 
des Biscbofs eingefiihrte Contribution ordentlich zahlen und 
auch beim Baue der bischof lichen Kirche zu Jicm die gewohn- 
lichen Robottarbeiten durch seine Unterthanen leisten wolle'. 
Zu Anfang des Jahres 1624 stosst uns wieder die Nach- 
richt auf, Waldstein habe sich dem Kaiser erboten, dass er 
nebst dem von ihm bereits angeworbenen und im Felde stehen- 
den Volk noch weitere funfzehntausend Mann aus eigenen 
Mitteln anwerben und gegen Bethlen mit ihnen ziehen wolle, 3 
wenn ihm der Kaiser dafur das Ftirstenthum Siebenburgen 
verleihen wiirde. Was an dieser Nachricht Wahres ist, konnen 
wir nicht bestimmen, eine &hnliche haben wir schon zweimal 
angetroffen und zwar die erste bereits im Jahre 1622, die zweite 
im Jahre 1623. 4 Allgemein wird aber angenommen, dass Wald- 
stein erst im Jahre 1625 mit einem solchen Anerbieten hervor- 
trat, dieses auch sogleich vom Kaiser angenommen und von 
Waldstein durchgefuhrt wurde. Die bekannten Actenstiicke 
liefern uns iiber diese Angelegenheit keine geniigende Auf- 
klarung und aus dieser Ursache wird bei alien Schriftstellern 
iiber diesen wichtigen Schritt im Leben Waldsteins nur sehr 



1 Ein Name, nicht leserlich, vielleicht Martinitz. 

2 Archiv des bohra. Museums zu Prag. 

3 Zeitung aus Wien ddo. 24. Janner 1624 bei d'Elvert, Schriften der mShr. 
Ges. XXII. — Hurter, zur Gesehichte Wallensteins, 8. 21. 

4 Skala V. 244 schreibt, dass sich Waldstein im Jahre 1622 dem Kaiser 
angeboten habe, eine bestimmte Anzahl Volks zu Ross und Fuss auf 
eigene Kosten anzuwerben und aufzustellen, wenn er im Besitze der von 
ihm erworbenen Giiter sichergestellt wird. — Cerwenka spricht von einem 
solchen Anerbieten im Jahre 1623. 



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285 

oberfl&chlich gehandelt. Es ist mindestens sehr unwabrschein- 
lich, dass Waldstein erst im Jahre 1625 rait diesem Antrage 
hervorgetreten ware, denn bei der bekannten Langsamkeit in 
den EntschlUssen dee Wiener Hofes ware ein so folgenschwerer 
Schritt gewiss nicht so leicht und so schnell erfolgt; auf Qrund 
der eben angefiihrten gleichzeitigen Berichte halten wir daher 
dafiir, dass Waldstein wirklich bereits frtther, spates ten 8 aber 
im Jahre 1624 dem Kaiser den Antrag stellte, auf eigene Kosten 
ein Heer anwerben, gegen den Feind ftihren und mit demselben 
,Posto nehmen' zu wollen. Ueber diesen Vorschlag Waldsteins 
wurde am kaiserlichen Hofe langere Zeit disputirt, und derselbe 
war wahrscheinlich auch die Ursache von Waldsteins Anwesen- 
heit in Wien im Monate August 1624. Die Gefahr, die dem 
Kaiser drohte, war gross; die protestantische Union ging zwar 
auseinander, dafiir aber bildete sich im Laufe des Jahres 1624 
die machtige ,Evangelische Liga' zwischen England, Danemark, 
Schweden, Holland, zu denen auch Frankreich sich gesellte, 
und es wurden auch Verhandlungen mit Venedig und mit 
Beth 1 en Gabor gepflogen, damit diese in die kaiserlichen Lander 
wieder einfallen. Des Kaisers Kriegsmacht bestand Alles in 
Allem aus 6 Regimentern Fussvolk und 24 Compagnien Reiter, l 
die aber nicht vollzahlig und noch dazu meistentheils unbezahlt 
waren; in Deutschland war er einzig auf die Hilfe der katho- 
lischen Liga und des Konigs von Spanien angewiesen. Tilly 
widerstand zwar den Truppen Mansfelds und des Braun- 
schweigers, aber gegen die grosse wohlgeordnete Armee der 
Verbiindeten, welche unter Anfiihrung des Konigs von Dane- 
mark gegen den Kaiser und gegen Spanien ins Feld ziehen 
sollte, war er zu schwach und ersuchte daher um Verstarkung. 
Im Monate M&rz 1625 wurde Waldstein nach Wien berufen 
und auf Grund seines fruheren Anerbietens mit ihra weiter 
verhandelt. Sogleich nach seiner Abreise von Prag hiess es 
bereits daselbst, dass er Commandirender des kaiserlichen 
Heeres werden soil, welches vom Kaiser nach Deutschland 
geachickt wird, und es wurde als Grund davon die Uneinigkeit 
zwischen ihm und dem Fiirsten von Liechtenstein angefuhrt, 



Die alten kaiserlichen Regimenter waren: Waldstein, Sachsen, Brenner, 
Tiefenbach, Liechtenstein, Schlick, die Cavallerie stand unter Waldstein 
und Marradas. 



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286 

die wohl in Folge des Streites iiber die Befestigung Prags und 
das Amt eines Obristen daselbst entstanden ist, da das Geriicht 
zugleich auch schon den Don Balthasar de Marradas als Nach- 
folger Waldsteins in dem Amte eines commandirenden Generals 
in Bohmen bezeichnete, was auch wirklich — obwohl spater — 
erfolgte. x 

Die beziiglichen Verhandlungen mit Waldstein dauerten 
wohl bis Ende April, fuhrten aber noch zu keinem Resultat, 
denn die kaiserlichen Rathe waren in ihren Ansichten dariiber 
getheilt, einige riethen, man solle Waldsteins Anerbieten an- 
nehmen, andere sprachen dagegen; der spanische Botschafter 
rieth zur Annahme, ja wir finden sogar eine Nachricht, dass 
er Waldstein gegenliber die Versicherung aussprach, werde 
der Kaiser sein Anerbieten nicht annehmen, so wolle dies der 
Konig von Spanien thun und unter Waldsteins Befehl eine 
Armee gegen die evangelische Liga ins Feld schicken. Auch 
der Herzog von Baiern als Haupt der katholischen Liga rieth 
dem Kaiser, ein eigenes Heer aufzustellen; der bairische Ge- 
sandte in Wien, Leuker, erhielt in seiner Instruction eine dies- 
beziigliche Weisung, dahin zu wirken, ,da die hochste Notdurft 
erfordere, dass Ihr. Mtt. eine starke Anzahl zu Ross und Fuss 
werben lassen, damit in eventum nit allein dem Bethlen sondern 
auch dem Danemark- und Schwedischen Volk Widerstand 
gethan werde 4 . 2 Waldstein hielt die Annahme seines Aner- 
bietens fiir sicher; denn bevor er Ende April von Wien nach 
Prag zuriickkehrte, hat er bereits einige Oberste fiir seine 
kiinftige Armee in Bestallung genommen und ihnen Werbe- 
patente ausgetheilt; es waren dies Wratislaw, Colloredo, Hirsch- 
berger, Paradieser und Cerboni. 

In Prag hielt sich Waldstein nicht lange auf ; bereits am 
5. Mai ging er wieder nach Wien und hier erfolgte von Seite 
des Kaisers die endliche Entschliessung, woriiber wir die erste 
Nachricht in einem Schreiben des Kaisers Ferdinand II. an 
die Infantin ddo. 12. Mai 1625 3 finden. Er schreibt: , . . . 
so sein wir wegen grosser Gefahr, ungeacht unsere Erbkonig- 
reich und Lander und derselben Unterthanen auf den ausseristen 



! Au» Prag, 22. MXrz 1625 bei d'Elvert III.. Schriften der m&hr. Ges. 
XXII. S. 137. 

2 Instruction an Leaker ddo. 9. April 1625. Im Munchener Staatsarchiv. 

3 Abgedruckt in Monuraenta Hung. IV. 



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287 

Grad abgemattet, ausgeschopft und verderbt seien . . . neben 
Starkung unserer vorigen Regimenter Fussvolk jedes auf 3000 
Mann und Erganzung der 24 Compagnien Reiter noch neue 
Kriegspr&paration unter dem Commando unsers Oheimbs, des 
Reichsfursten und lieben Getreuen Albrecht Wenzel Eusebius 
Regierer des Hauses Waldstein etc. von 15.000 Mann zu Fuss 
und 6000 zu Ross vor und an die Hand zu nehmen Vorhabens 
und entschlossen'. Die Werbungen gingen nun mit Waldsteins 
Geld und unter seinem Namen schnell vorwarts; bereits am 
29. Juni 1625 schreibt Waldstein an den Hofkriegsrathsprasi- 
denten Collalto, dass die weniger tauglichen Soldner ausge- 
mustert und die ganze Armee auf 24.000 Mann gebracht werden 
solle. x Waldsteins Absichten beziiglich der Starke seiner Armee 
gingen also nicht einmal so weit als die des Kaisers, und wenn 
wir daher lesen, Waldstein hfitte sich erboten, 50.000 Mann 
ins Feld zu stellen, von einer kleineren Anzahl h&tte er gar 
nicht horen wollen, oder, dass man ihn gefragt habe, ob er 
20.000 Mann im Felde zu erhalten sich anheischig machen 
konne, worauf seine Antwort gewesen sei, nicht 20.000, wohl 
aber 50.000; dass er dabei das Beispiel Mansfelds vor Augen 
gehabt habe, d. h. dass er die Armee durch Requisitionen ohne 
Eosten des Kriegsherrn erhalten wollte u. dgl., so erscheinen 
diese Behauptungen einfach als M&rchen, welche den authen- 
tischen Briefen und anderen beglaubigten Nachrichten vOllig 
widersprechen. 

Obwohl nun der Entschluss des Kaisers bereits gefasst 
war, so wurde doch liber die Modalitaten der Durchfiihrung 
desselben weiter verhandelt. Waldstein hatte bis jetzt noch 
keinen andern Befehl erhalten, als den, Kriegsvolk anzuwerben ; 
und obwohl der Kaiser bereits in seinem oben citirten Schreiben 
von den neuen Werbungen unter dem Commando Waldsteins 
schreibt, so wissen wir doch bestimmt, dass es noch langere 
Zeit dauerte und von Waldstein mehrmals urgirt werden musste, 
bis er ,den Titel uber die Armada' erhalten hatte. Unterdessen 
handelte es sich auch noch darum, Waldstein in einen hoheren 



Chlumecky, Regesten I. — Wir wissen nicht, ob ans Versehen oder 
Absicht Hnrter dieses Schreiben in das Jahr 1024 setzt; wie er aber im 
Jahre 1624 von einer Redorirnng der kaiserlicben Armee auf 24.000 Mann 
sprechen kann, ist noch weniger begreiflich. 



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288 

Stand zu versetzen und zwar sowohl als Anerkennung fUr die be- 
reits geleisteten und noch zu leistenden Dienste, als auch als 
Sporn zu weiteren Bemtihungen und wohl auch deshalb, urn ihm 
bei seinen untergeordneten der Geburt nach oft vornehmeren 
Obersten, besonders aber bei den deutschen Fiirsten grosseres An- 
sehen zu verschaffen. Der Kaiser begab sich Ende Mai 1625 nach 
Nikolsburg in Mahren, wodurch sich die Verhandlungen wieder 
verzogen. Nach einigen Tagen folgte ihm auch Waldstein dahin, 
nachdem er friiher an Harrach, der den Kaiser begleitete, ge- 
schrieben und ihn gebeten, er moge seine Expedition befordern 
helfen, dass er bald nach Prag kommen konnte, denn ohne 
das werde er sich nur einige wenige Tage zu Prag aufhalten 
konnen. ,Meine Expedition* — schreibt er weiter — ,consistirt 
in dem, dass mir der Kaiser Titel iiber die Armada gibt, dass 
man den Aldringer befurdert, dass er mit mir kommt und wegen 
der Musterplatz tractirt' etc. l Auf diesem Schreiben Waldsteins 
befinden sich eigenhandige Bemerkungen Harrachs iiber die 
Nothwendigkeit, dass der Kaiser ein eigenes zahlreiches Heer 
haben musse, aus denen hervorgeht, dass der Widerstand 
gegen Waldsteins Ernennung noch immer dauerte; Waldstein 
selbst thut in seinem eben citirten Schreiben davon Erwahnung, 
spricht auch gegen Collalto den Verdacht aus, dass er mit 
dieser Gegenpartei ,Correspondenzen habe'. Des Kaisers Ent- 
schluss war aber schon gefasst, er konnte nichts Anderes thun ; 
die Nothwendigkeit ein Heer aufzustellen war dringend, ohne 
Waldsteins Hilfe war es aber nicht moglich, am 9. Juni er- 
folgte daher die Ernennung Waldsteins zum General iiber die 
gesammte kaiserliche Armee und am 13. Juni 1625 darauf 
dessen Erhebung zum Herzog von Friedland. 

Am 19. Juni traf Waldstein von Nikolsburg bereits wieder 
in Prag ein und war nun mit dem grossten Eifer bestrebt, die 
Ausrustung des Heeres so bald als moglich zu vollenden, um 
nachstens ins Feld rucken zu konnen. In der Gegend von 
Eger, welche als Sammelplatz fiir die Armee bestimmt wurde, 
zogen nun sowohl die alten Regimenter: Waldstein, Tiefenbach, 
Schlick, Herzog von Sachsen und Don Balthasar, als auch die 
neuen unter Wratislaw, Merode, Hirschberger u. A. zusammen. 
Was die Starke der hier versammelten Armee anbelangt, so 



1 Wftldsteins Schreiben an Harrach vom 10. Jnni 1626. 



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289 

finden wir daiiiber manche theils unrichtige, theils iibertriebene 
Angaben, genau werden wir wohl die Zahl nicht bestimmen 
konnen, ann&hernd dttrften wir aber dieselbe mit 24.000 Mann 
Fussvolk und Reiterei angeben. Waldsteins eigene Aussagen 
stimmen darin iiberein. So haben wir bereits von seinem 
Schreiben an Collalto vom 29. Juni 1625 Erw&hnung gethan; 
in einem anderen Schreiben an Collalto ddo. 23. Juli 1625 l 
versichert er iibereinstimmend mit dem Friiheren, dass seine 
Armee nicht mehr als 24.000 Mann zahlen solle. Ebenso finden 
wir ein Verzeichniss der Regimenter vom 19. Juli 1625, * 2 wo 
ihre St&rke folgendermassen angegeben wird: Die Regimenter 
Herzog von Friedland, Tiefenbach, Schlick zu 3000 Mann, 
Herzog von Sachsen 1500, Don Balthasar 1000 und einige 
sogenannte ,Freifandeln' mit 1000, — zusammen 12.500 Mann. 
Dazu neugeworbenes Volk zusammen 11.500 Mann, — im Ganzen 
also 24.000 Mann und zwar 18.000 zu Fuss und 6000 Reiter. 
Diese Angabe diirfte so ziemlich mit der Wahrheit tiberein- 
stimmen, wie auch aus Waldsteins spateren Schreiben zu er- 
sehen ist, und wenn auch die Regimenter nicht vollzahlig waren, 
so diirfte der Abgang nicht bedeutend gewesen sein. Es findet 
sicli noch ein anderes ,Verzeichniss der Truppen, so vom 24. Juni 
bis zum 13. September 1625 in Bohmen gemustert worden' 3 
mit folgenden Angaben: 

Monat- 
Mann Besoldung 
fl. kr. 

Reg. des Ftirsten v. Friedland 2091 20.372 30 

n „ Obr. Tiefenbach 1952 19.196 — 

„ „ „ Grafen Schlick 2046 20.213 — 

n „ Herzogs Julius Heinrich v. Sachsen 1244 11.849 — 

„ „ Obr. Colloredo 2168 19.233 — 

„ „ „ Wratislaw 2317 21.663 — 

„ n „ Cerboni 1823 19.233 — 

13641 131.759 30 



1 Chlnmeck^, Regesten I. • 

2 Bohm. Statthaltereiarchiv. Milit. 1623—1630. 

3 Archiv der Stadt Eger. Abgedrnckt in Zeitschrift fur osterr. Gymnaaien. 
1869. S. 528. Siehe auch Opel, Der niedersSchsisch-danische Krieg, 
U. 8. 300. 

Fon tee. Abth. II. Bd. ILL 2. H&lfte. 19 



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290 

Reiterei: 

General-Leib-Compagnie 150 

La Motta 229 

Consaga 391 

De Fours 698 

Scharffenberg 436 

Isolano 433 

"2337 
Darnach wfire die Gesammtzahl der Truppen 15.978 Mann. 
Hier fehlen aber einzelne Truppen theile, von denen man gewiss 
weiss, dass sich dieselben beim Auszug aus Eger befanden, 
so z. B. das Regiment Merode, Hirschberger, die Reiterei des 
Marradas, Pechmann, Torquato Conti, sowie auch die soge- 
nannten ,Freifandeln', so dass durch Hinzuzahlung derselben 
die oben angegebene Summe erreicht wird. 

Die Ausrustung dieser Armee erforderte viel Miihe und 
viel Geld; es gebrach an Allem und Waldstein musste mit 
auslandischen Waffenh&ndlern Vertrage abschliessen behufs 
Lieferung einer geniigenden Menge der verschiedenartigsten 
Waffen und anderer Bedtirfnisse. Am 1. Juli 1625 schrieb er 
an den Rath der Stadt Eger, dass derartige fur seine Armee 
bestimmten Waffensendungen in Empfang genommen und die 
Waffen bis zu seiner weitern Bestimmung verwahrt werden. 
Besondere Sorgfalt verwendete er darauf, dass seine Armee 
mit entsprechender Artillerie ausgerfistet werde. Der Graf 
Schlick, den er zum obersten Leiter des Artilleriewesens be- 
stimmte, war eifrig bemiiht, um gute und getibte Artilleristen 
zu gewinnen. Waldstein selbst sorgte um die Geschiitze; wir 
finden mehrfache Ermahhungen, namentlich an den Hofkriegs- 
rathsprasidenten Collalto, l damit die versprochenen Stiicke 
grobes Geschiitz endlich abgeschickt werden mochten, die 
jedoch erst am 18. Juli in Prag eintrafen und von Waldstein 
sogleich gegen Eger expedirt wurden. Nachdem fiir Alles 
gesorgt war, ging am 24. Juli 1625 Waldstein selbst nach Eger, 
um die letzten Verfugungen zu treffen. Hier blieb er noch 
den ganzen Monat August, 2 w ah rend sein Heer bereits nach 



1 Chlumeck^, Regeaten I. 

3 Ueber Waldsteins Aufenthalt zu Eger bietet Ausfiihrliches Prokl, Eger 
und Egerland. 



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291 

Deutschland abzuriicken anfing; mit den letzten Truppentheilen 
brach nun am 2. September 1625 Waldstein selbst von Eger 
auf und uberschritt die Grenze Bohmens, um in Deutschland 
die sinkende Macht des Kaisers wieder zu heben. Was er weiter 
that, und durch welche Mittel er seine Aufgabe loste, wollen 
wir hier nicht untersuchen, es gehort der Weltgeschichte an. 
Wir wollen nun auf eine wichtige Frage antworten, die 
namlich: welche Aufgabe eigentlich Waldstein mit der Auf- 
stellung eines neuen kaiserlichen Heeres iibernommen und wozu 
er sich dem Kaiser gegenttber verpflichtet hatte. 

Allgemein wird angenommen, dass Waldstein sich ange- 
tragen und auch verpflichtet hatte, ein Heer — je grosser 
desto besser — zu werben, dasselbe auszuriisten und wahrend 
der Dauer des Krieges mit allem Nothigen zu versehen, d. h. 
den Krieg auf eigene Kosten zu fiihren. Da nun nicht be- 
hauptet werden konnte, dass Waldstein iiber genugende Mittel 
dazu verfiigte, so wird angegeben, dass er sich den Qrafen von 
Mansfeld als Vorbild genommen und durch Requisition en in 
Feindes- und Freundesland sein Heer ohne Kosten des 
Kriegsherrn erhalten zu konnen hoffte. Dies thun selbst 
Schriftsteller, welche den Kaiser Ferdinand in Allem verthei- 
digen und als das Muster eines Regenten hinstellen, ohne zu 
bedenken, welche Beschuldigung sie dadurch gegen ihn aus- 
sprechen. Wenn wir nun dieser Ansicht gegeniiber einestheils 
anfiihren konnen, dass selbst Mansfeld nicht einzig auf diese 
Art sein Heer hatte erhalten konnen, — wir erinnern an die 
grossen Subsidien, die er bekanntlich von England, Holland, 
Venedig u. A. bekommen — dass in Bezug auf Requisitionen, 
Pliindern und Rauben, ob in Feindes- oder Freundesland, 
sammtliche Truppen von dieser oder jener Seite damals ein- 
ander gleich waren, dass vielmehr eben Waldstein, wie auch 
von seinen Gegnern anerkannt werden muss, mit grosser Strenge, 
mehr als andere Anfuhrer, die Zucht in sein em Heere aufrecht 
hielt, so konnen wir anderntheils aus Waldsteins Briefen 
and aus den Aufzeichnungen Harrachs direct beweisen, dass 
die oben ausgesprochene allgemeine Annahme nicht wahr ist. 
Wir finden in denselben namlich klar und deutlich ausge- 
8prochen, wozu sich Waldstein eigentlich verpflichtet hatte, 
und dass er selbst es nicht fur moglich hielt, audi mit Zu- 
hilfenahme von Requisitionen auf seine Kosten einen solchen 

19* 



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292 

Krieg fiihren zu konnen. Seit Mitte Februar 1626 finden wir 
namlich eine ganze Reihe Schreiben Waldsteins an Harrach, 
in denen er seinen Entschluss bekannt gibt, nach Beendigung 
des Feldzuges im Jahre 1626 nicht lfinger dienen zu wollen 
und unter den Griinden nennt er auch die ungeniigende Zahlung 
der Armee und schlechte Besorgung der nothwendigsten Be- 
diirfnisse fiir dieselbe von Seite des Kaisers. So schreibt er 
am 16. Marz: ,Die andere Ursach (dass ich in diesem Dienst 
nicht langer kann verbleiben) ist Disgusto, denn ich sehe dass 
man bei Hof vermeint, dass ich diesen Erieg sollte fiihren 
und die Verlag darauf thun. Nun hab ich meines Erachtens 
mehr als zu viel gethan, indem ich diese Armee auf den Fuss 
gebracht, posto genommen und taglich st&rken thue, mich auch 
umb etlichmal Hundertausend Gulden in die Schulden gesteckt. 
Man hat vom ersten von Hof geschrieben, dass ich die 60.000 
Strich Korn sollte zahlen, itzt schreibt man, man solle aufs 
sparsambste damit umbgehen; ich hab um 1000 Cent Pulver 
geschrieben, man gibt mir kein Antwort. Ins Feld kann ich 
nicht ziehen, wenn man dem Volk nicht ein Monatsold gibt, 
.... von Hof aus befiehlt man mir, ich solle die Fiirsten 
von Anhalt und andere nicht belegen, als wenn ich die Armada 
richtig gezahlter h&tte'. In seinem Schreiben vom 5. Mai 1626 
rieth Waldstein zu Verhandlungen mit den deutschen Fiirsten, 
,denn der Kaiser hat nicht Mittel zu kriegen und dies 
Wesen ohne Geld konne keinen Bestand nicht haben'. Am 
8. Juni 1626 klagt er, dass das Getreide, welches ihm zuge- 
schickt wurde, in Folge schlechter Verwahrung verdorben ist 
und schreibt: ,Ich berichte den Herrn, dass von des Kaisers 
Getraidt noch kein einziges Kernle herkommen ist, das hat 
sollen das erste sein und ist vertorben; wird man mir kein 
Munition herschicken, so hab ich gar auf ein kurze Zeit zu 
schiessen, wird man aber kein Geld schicken, bo ziehe ich 
nicht allein ins Feld nicht, sondern ist sich zu besorgen, dass 
die Soldatesca ein anders partito wird vor die Hand nehmen. 
Ich vernimb, dass der Questenberg den Kaiser bericht hat, als 
wann man kein Geld bediirfte, ich glaub er hats than, dem 
Kaiser die Ohren zu kiizeln, aber er thuet einen merklichen 
Undienst dadurch'. 

Die eigenhandigen Aufzeichnungen Harrachs bezeugen, 
dass Waldstein wirklich die Absicht hatte, vom Generalat 



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293 

zuriicktreten zu wollen, ' und sprechen klar aus, wozu sich 
Waldstein bei Uebernahme des Commandos verpflichtet batte. 
Harrach hatte sich — wahrscheinlich zu dem Zwecke, urn bei 
den Geheimrathssitzungen dem Kaiser dartiber referiren zu 
konnen — die Griinde, warum Waldstein zuriicktreten wolle, 
zusammengetragen und da heisst es unter Anderem : , Waldstein 
beklagt sicb, class man bei Hof vermeint, class er den volligen 
Krieg auf sein Spesa fiihren soil und kann, bab mehrers 
nit versprochen als die Armee auf den Fuss zu bringen 
and Posto zu neb men, habs bishero erhalten, dergleicben 
Krieg aber kann Niemand als ein grosser Potentat und nit ein 
Privat fiihren'. 

Wir konnten aus den Briefen an Harrach noch mehrere 
ahnliche Aeusserungen Waldsteins citiren, diese aber dGrften 
hinreichen. Darnach erscheint die Ansicht, Waldstein hatte 
sich dem Kaiser erboten, das Heer auf eigene Kosten zu werben 
und wahrend der Dauer des Krieges zu unterhalten, als g&nzlich 
unbegriindet. Durch diese Sicherstellung wird auch das Ver- 
haltniss Waldsteins zum Kaiser in ein anderes Licht gestellt, 
es wird dadurch erst erklfirlicb, wie so Waldstein, nachdem 
er bereits im April und Mai 1625 Werbepatente ausgetheilt 
hatte, noch Ende Juli seine Ernennung zum General der 
kaiserlichen Armee nicht in Handen hatte; er hatte eben an- 
fanglich nur die Aufstellung der kaiserlichen Armee tiber- 
nommen, wie denn auch bei seiner Wiederanstellung im Jahre 
1632 sich dasselbe wiederholt hatte, indem er anfanglich bios 
fur die Dauer von drei Monaten den wiederholten Aufforde- 
rungen des Kaisers entsprach und einzig die Bildung eines 
neuen Heeres, nicht aber dessen Fiihrung zusagte. Dasselbe 
leuchtet auch aus einem Schreiben an Collalto hervor, 2 wo 
Waldstein schreibt, dass er vom Kaiser seine Entlassung von 
der bisher innegehabten Stelle eines Generalwachtmeisters 
empfangen habe, er sei damit zufrieden, denn er konne nicht 
verlangen, dass der Kaiser wegen seines ,Interteniments r einen 
ewigen Krieg fuhren solle ; es sollen aber auch Andere, nament- 
lich Don Balthasar, aus ihrem Dienst entlassen werden, ,denn 



1 Ueber dieeen Entschlosa Waldsteins warden bisher nnr nngeniigende 
Beweise vorgefanden, so dass er yon einigen Schriftstellern iiberhaupt 
bezweifelt wnrde. 

2 ddo. 5. Juli 1625. Chlumeck^, Begesten I. 



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294 

sollten sie bleiben, so wiirde ich meine Licencirung vor eine 
grosse Ungnad halten, denn man muss nicht denken, dass man 
mich mit diesem Carico contentirt, dies kann nur etliche Wochen 
wahren, das andere hat stets gew&hrt'. 

Wie liberhaupt Alles am kaiserlichen Hofe, so wurde auch 
diese Angelegenheit ausserst langsam durchgefuhrt und es be- 
durfte vielfacher Erinnerungen Waldsteins, bis ihm das Qe- 
neralspatent zugestellt wurde. So schrieb er am 1. Juli an 
den Hofkriegsrathsprasidenten Collalto: ,Es ware gut, dass Ihr 
Mtt. mit der Resolution, so sie zu Nikelsburg genommen und 
vom Fiirsten von Eggenberg auch approbirt ist worden, nicht 
lftnger inhielten, denn es werden 1000 Disordini allezeit daraus 
entstehen'. Am 18. Juli schrieb er an denselben: ,Dieweil ich 
mein Patent wegen des Generalat iiber diese Armee noch nicht 
bekommen, so ist an meinen Herrn Bruder mein freundliches 
Bitten, er wolle mirs mit diesem Currier zuschicken'. ! Erst 
am 25. Juli aber stellte der Kaiser den General durch einen 
besonderen Erlass der Armee vor, von demselben Tage ist 
auch das kaiserliche Insinuationsdecret an Friedland selbst, 
welches ihn zum General iiber den ins Reich geschickten 
Succurs erklarte. 2 

Nicht geringe Befremdung, namentlich bei Denen, die bei 
den neuen Werbungen ihre Erhebung zu hoheren Officiers- 
stellen mit Gewissheit erwarteten, verursachte der Umstand, 
dass Waldstein beim Kaiser keine Ernennungen von hoheren 
,Generalspersonen f (z. B. Feldmarschall, Generalwachtmeister 
iiber die Cavallerie und Infanterie u. dgl.), wie solche bei 
grosseren Armeen doch sein muss ten, in Vorschlag brachte; 
namentlich scheint dies Don Balthasar und Collalto iibel auf- 
genommen zu haben. Diesem Letzteren schreibt Waldstein, 
dass er wohl mit seiner Stelle zufrieden sei (er war Hofkriegs- 
rathsprasident) und keine andere Anstellung wiinschen werde. 
An der Ernennung von tauglichen Personen zu solchen hoheren 
Stellen war Waldstein offenbar viel gelegen ; deshalb wollte er 
damit warten, bis er in Deutschland eingeruckt ware, um von 
da aus erst dem Kaiser die beziiglichen Antrage zu stellen, damit 
ohne andere Riicksichten nur taugliche und zugleich ihm 

1 Chiumeck^, Regesten I. 

3 Opel, der niedersftcksisch-daniacho Krieg, II. S. 295. 



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295 

angenehme Personlichkeiten dazu befordert werden konnten. 
Unter Anderen hatte er fur die Stelle eines Feldmarschalls 
den Grafen Fritz von Solms ausersehen, der sie aber nicht 
annahm, worauf dann Collalto zum FeldmarschaU ernannt 
wurde. ! 

Es eriibrigt una noch Einiges iiber Waldsteins Ernennung 
zum Herzog zu erw&hnen. 2 Es kann nicht gelaugnet werden, 
dasB beziiglich der Zeit von Waldsteins Ernennung zum Herzog 
bei den meisten Geschichtschreibern Unrichtigkeiten sich vor- 
finden ; ja es wird sogar Waldstein der Vorwurf gemacht, dass 
er sich durch langere Zeit den Titel Herzog unrechtm&ssig 
beigelegt hatte. 3 Die Ursache davon war, dass sich das Patent, 
worn it Waldstein der Herzogstitel verliehen wurde, nirgends 
vorgefunden hat, wohl aber das Patent vom 4. Januar 1627, 
womit das Furstenthum Friedland zum Herzogthum erhoben 
wurde; in diesem befindet sich aber eine Berufung auf das 
,aus der kk. Reichs-Hofkanzlei sub dato den 13. Juni 1625 
ausgefertigte Diploma', welches die Erhebung Waldsteins in 
den Herzogsstand enthielt, — die man eben Ubersehen hatte. 
Waldstein hatte nach seiner Ruckkehr von Nikolsburg nach 
Prag und zwar gleich am 21. Juni 1625 ein Testament und 
eine Successionsordnung fur das , Herzogthum Friedland' aus- 
stellen lassen, 4 wo er seine Besitzungen bereits ein Herzogthum 
nennt, so dass man annehmen kann, dass ihm bei seiner Er- 
nennung zum Herzog auch die Erhebung des Fiirstenthums 
von Friedland zu einem Herzogthume versprochen wurde, ob- 
wohl dies erst am 4. Januar 1627 erfolgte. 

Dass Waldstein sich auf diese Erhebung nicht wenig ein- 
bildete, davon haben wir mehrfache Beweise. Er unterliess es 
nie, seiner furstlichen Autoritat nach Aussen hin Nach d ruck 
und Wurde zu verleihen; seine Umgebung bildete bald einen 
formlichen Hofstaat, unter dem sich viele Personen adeligen 
Stan des befanden; eifersuchtig wahrte er seinen Vorrang gegen 



1 Die bezuglichen Schreiben in Chlumecky, Regesten I. 

2 Neuestens sind dariiber zwei kleinere Aufsfitze in den Forschungen z. d. 
Geschichte XVI. 559 nnd XVII. 323 erschienen. 

3 Hurter, Zur Geschichte Waldsteins, S. 21. 

4 Original im Archiv des bohm. Museums zu Prag. — Das Testament und 
auch die Successionsordnung wurde von Waldstein spfiter erneuert 
(Forster, Waldsteins Process.) 



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296 

Jedermann, namentlich gegen die Fiirsten von Liechtenstein. 
So schreibt er am 4. November 1626 an Harrach, ,es sei nicht 
genug, dass man in alien Kanzleien befohlen hat, denen von 
Liechtenstein das Pradicat Herzog nicht zu geben, auch von 
ihnen nicht anzunehmen, sondern will man recht thun, so 
miisse man ihnen einstellen, dass sie sich nicht Herzog schreiben, 
denn das praejudicire ihm' und setzt hinzu ,der Herr von 
Harrach und Verda werden das gar wohl beim Fiirsten von 
Eggenberg richten konnen'. Und ein anderes Mai beschwert 
er sich, dass der Erzherzog Leopold ihn in seinen Briefen 
nicht wie gebrauchlich mit ,Euere Liebdn', sondern ,wie einen 
Hudsbuben', namlich mit ,Er' titulirt, obwohl selbst der feind- 
liche Danenkonig ihn mit allem gebiihrenden Respect tractirt. l 
So hatte sich Waldstein von einem einfachen Edelmann 
auf eine Stufe, wie nicht so bald Jemand, emporgeschwungen. 
Mit seiner Erhebung mehrten sich aber auch seine Missgonner 
und Feinde, die nicht ermiideten, ihm uberall Schwierigkeiten 
zu bereiten und seine Stellung zu untergraben. Wenn schon zu 
Anfang des Jahres 1626 Waldstein fest entschlossen war, vom 
Generalat ganzlich zuruckzutreten, ,weil er sene, dass gute und 
bose gleich tractirt werden' und ,dass die calumniatores beim 
Kaiser nicht allem Gehor sondern gute Audienz bekommen', 
und wenn er gleichsam in Vorahnung seines Geschickes am 
5. Juli 1626 schreibt ,weiss nicht, was ich auf die letzt vor 
einen Dank bekommen werde', so konnen wir uns erst recht 
vorstellen, welche Intriguen gegen ihn nach seiner zweiten 
Erhebung zum Obercommando im Jahre 1632 geschmiedet 
wurden. Ob ihm endlich durch seine Ermordung zu Eger, in 
eben dem Orte, von wo er zuerst im Dienste des Kaisers als 
selbstandiger Feldherr auszog, dieser schlechte Dank fur 
seine Dienste zu Theil wurde, oder ob es die gerechte Strafe 
seines Verrathes war, ist noch vielfach — ja durch neuere 
Forschungen noch mehr — ein Gegenstand des Streites. 



1 Schreiben Waldsteios an Harrach vom 26. Mai and 18. Juni 1626. 



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297 



Briefe Albrechts von Waldstein an Karl von Harrach. 

Yorbemerkung. 

Die bier mitgetheilten eigenh&ndigen Briefe Waldsteins, welche — 
soweit keine andere Angabe gemacht wird — an den kaiserlichen Geheim- 
rath Karl von Harrach, den Schwiegervater Waldsteins, adressirt sind, be- 
finden sicb s&mmtlich in dem griiflich Harracb'schen Archiv in Wien (Fas- 
cikel mit der Signatnr: lit. J. i. Nr. 74). Sie sind, wie iiberhanpt alle eigen- 
h&ndigen Briefe Waldsteins, oben mit dem Zeichen des Kreuzes gezeichnet, 
recht leserlich, jedoch gross ten theils ohne Interpnnktion geschrieben, sehr 
bfinfig oben, nnten und an den Seiten mit Nacbschriften begleitet. Das 
Papier ist stark, mit Wasserzeicben in der Mitte, eigenthiimlich zusammen- 
gelegt nnd mit einem kleinen Siegel versehen. — Die Orthographic und 
Interpnnktion wurde nacb den in nenerer Zeit gewohnlich beobachteten 
GrundsStzen yerandert. Die curaiv gedruckten Stellen sind im Original 
chinrirt. 

Wir haben far gat angeseben, nebst Waldsteins Briefen noch einige 
andere Schriftstiicke aofzunehmen oder anf dieselben zu verweisen (unter 
dem Strich), da sie sich wechselseitig erklaren und erg&nzen. 



I. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Der Graf zicht zu Ihr Majtt., x ich werde will Gott bis 
Freitag zeitlich auch dorten sein, bitt mein Herr erzeige mir 
die Gnadt und helfe mein Expedition befiirdern, auf dass ich 
bald kann auf Prag kommen, denn ohne das werde ich nur 
etlich wenig Tag zu Prag mich aufhalten konnen. Meine 
Expedition consistirt in diesera, dass mir der Kaiser Titel uber 
die Armada giebt, dass man den Aldringer beftirdert, dass er 
mit mir kompt und wegen der Musterplatz tractirt, dass man 
die Schreiben an die Reichsstadt, wo die Musterplatz werden 
sein, machen lasst, dass man des Herrn von Tieffenbacb Re- 
giment und des Graf Schlicken sampt den Sachsischen 5 F&n- 
dlen ein Monat sold giebt und dass man auch vor die sechs 
Stuck Geld giebt sambt andern Requisite^ auf dass sie mar- 
chiren konnten, im iibrigen allem befehle ich mich meinem 



Der Kaiser befand sich derzeit zu Nikolsburg in Mfthren. 



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298 

Herrn. Dem Graf Collalto hab ich gesagt, dass er unit der 
andern Parthei anfangt sein Correspondenzen mehr zu haben, 
aber er hat mich also sincerirt, dass ich ihm muss recht geben, 
aber darvon besser mundlich als schriftlich zu tractiren. 1 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. F. z. F. m. p. 
Wien den 10. Juni 1625. 



1 Auf diesem Schreiben Waldsteins sind nachstehende flochtige Bemer- 
kungen von Harrachs Hand iiber die Nothwendigkeit, dass der Kaiser 
sein eigenes Heer habe: 

1. Die starke Liga and bosen Practiken so offentlich und heim- 
licb geffihrt, obligiren Ihre Mtt. 

2. Die intercipirten Scbreiben and Avisen geben ibre bose Inten- 
tion an Tag. 

3. Baiern und die katholiscbe Liga begehrn und bitten umb starke 
Werbung. 

4. Cbursachsen rathe und halts vor nothwendig. 

5. Da Ihr Mtt. nit zu stark armirt sein werden so ist gewiss, dass 
die anderen Verbiindoten (?) conditiones vorschlagen werden. 

6. So ist sich keines Friedts oder Deputationstag zu getrbsten, 
wo sie Hoffnung mit der Armee zu bestehen (?). 

7. So bleibt Ihr Mtt. alles alts Volk in ihren Konigreich und 
Landen da die neue Werbung eingestellt. 

8. Wann Ihr Mtt. stark armirt, so werden sie conditiones machen, 
ihr Yolk alles im Reich zu contentiren zwingen kiinnen und dardurch 
den Frieden befurdern. 

9. Die iiberschickten Schreiben sein allein zu Gewinnung der Zeit, 
dann dass sie nit zu Ihr Mtt. bishero geschickt, starker in der Werbung 
fortfahren, giebt alles an Tag. 

10. Des Konigs aus Engelland Bott, die offentlich e Erklfirung 
Frankreich wider Baiern (?), die Anschlag des Dannemarkher und Mans- 
felder, der Krieg in Italien und . . . Resolution des Babst, sein mehr 
als genug v dass Ihr Mtt. und das lobliche Haus Oesterreich sich vor- 
sehen und ihr grossen Forzo sowohl als ihre Feind thuen. 

11. Da Ihr Mtt anjetzo nit stark armiren, verlieren sie Gelegenheit 
solches hinfort zu thuen und geben den Feinden Herz zu ihr Vorsehung. 

12. Dass Ihr Mtt dies nit lang ausstehen kiinnen ist alles wahr, 
weniger aber wenn sie den Feind in ihren Landen erwarten und her- 
ein lassen. 

13. Da eine Disarmirung geschehen soil ist nit zu zweifein, dass 
Ihr Mtt. auch solicbes thuen. 

14. Geld mnss alsbalden von den Reichsstadten genommen werden. 



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299 
II. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Der General Tilly hat sich von Neuburg reterirt, ist zu 
Hamel, ich nebme mein Weg auch nach Alfeld, aldar wir 
zuBammenkommen und una abociren werden, vermeine wegen 
der Winterquartier, ich will mein Fleiss anwenden, dass ich 
im Stift Magdeburg und Halberstatt die meinige haben konnte 
und dieweil itzunder nicht mttglich sein wird so oft zu corre- 
spondiren, denn der ganze Nieders&chsische Kreis ist wider 
uns, ah bitt ich mein Herr woll es nicht zu meiner Nach- 
lassigkeit zumessen und mich in seiner Gnad erhalten, denn 
ich bin und verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Diener und Knecht. 

A. H. z. F. m. p. 

Aus dem Quartier bei Gottingen 
6. Oktob. A° 1625. 

Bitt wegen Befurderung des Feldmarschalks. 



III. 

Hochwolgeborner Freiherr! 

Vor drei Tagen hab ich mich mit dem Grafen von Tilly 
conjungirt und stossen unsere Quartier zusammen, gegen dem 
Feind wird hier wenig zu richten sein, denn er bleibt in seinera 
posto, hat wohl 4000 Pferd neben 16 Fandlen Knecht gegen 
mir geschickt gehabt, welche sich mit des Herzogs von Braun- 
schweig Volk haben conjungiren sollen und mir den Pass 
n eh men, haben sich aber anders bedacht, man sagt, dass sie 
noch bei Hannober liegen. Ich schicke heut den Grafen 
Schlicken gegen Halberstatt mit zehn Tausend Mann die Winter- 
quartier zu nehmen, denn ich traue dem meber nicht, mit dem 
Uberrest verbleibe ich bei dem Herrn Grafen von Tilly, wollen 
sehen, wie sich die Sach weiter anlassen wird, denn man sagt, 
dass der Mansfelder mit acht Tausend Mann zum Kunig soil 
stossen. Sonsten soil ich meinem Herrn in der Wahrheit 
sagen, dass wir keinen rert [sic, recht?] eifrigen Freund dahie 



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300 

haben, der Konig hat befohlen gehabt sein em Volk in des 
Herzogs von Ltineburg Land zu plundern, wie sie ihm dann 
vier Aempter ganz und gar ausgepltindert haben, itzunder aber 
ist eingestellt worden, man will sagen dass der von Liineburg 
sich allgemach mit dem Konig accommodiren will. Im Fall dass 
man gegen dem Bethlehem Volk von ndthen hat, so bitt ich man 
tvirbsj denn von hinnen ist nicht miiglich was zu schicken, wotten 
wir nicht dass uns der Feind bis in Bdhmen nachfolgt, denn es 
lasst sich gar seltzam ansehen. 

Der Konig aus Frankreich hat seinen Ambassator bei dem 
Nieders&chsischen und andern Fursten gehabt und sie die 
Waffen wider uns zu apprehendiren ermahnt. Bitt mein Herr 
woll es wegen des Feldmarschalks befiirdern, doch dass er in 
allem auf mich remittirt wird zur Erhaltung guter Freundschaft. 
Bitt auch mein Herr wolle mich bei dem Grafen von Trau- 
temstorf und Collalto entschuldigen, dass ich ihnen nicht 
schreib, denn ich bin gar zu mtidt; meinem Weib bitt ich 
auch mein Herr lasse entbieten, dass ich wol auf bin und 
lerne rohe Schuncken zu essen und Bruhen zu trinken und 
verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Knecht 

A. H. z. F. m. p. 
Feldlager bei Alfeldt 

den 16. Oktober A 1625. 

Der Marchese de Grana erzeigt sich sehr malcontent, dass 
ich ihn zu keinem Regiment will befiirdern, sein Maul wird 
nicht feiern, bitt mein Herr woll es bei Ihr Mtt. und sonsten 
bei andere ministris vorkommen, dass man mir ihn (NB. nicht, 
nicht!) recommendirt, denn ich schwore, dass ich lieber wollte 
in Spital gehen als ihn bei mir haben und von Tag zu Tag 
mag ich ihn weniger leiden. 

IV. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Heutige8 Tags hab ich unterschiedliche Schreiben von 
meinem Herrn empfangen. Dass sich Ihr Mtt. wegen des 
Colloredo, dass er General Wachtmeister sein sollte nicht 



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301 

resolvirt haben sondern mein Gutachten begehrt, sage ihnen 
unterthenig Dank, denn hatte er sein sollen so ware ich gewiss 
nicht geblieben, dieweil die Armada mit ihm war versehen 
worden wie ein dorf raitn unsinnigen Pfaffen, denn ich kann 
schworen, dass ich die Zeit meines Lebens kein gr6sser San- 
curagine(?) an einem Menschen als an ihm gesehen hab und 
sein Regiment ist in einer solchen Unordnung und gibt mir 
mehr zu schaffen als die ganze Armada, wollte Qott dass man 
Volk anderswo bediirfte, auf dass ich mich des libel discipli- 
nirten Regiments distringiren konnte. Dieweil aber die General 
Wachtmeister necessariamente mussen ersetzt werden, als bitt 
ich meinen Herrn ganz dienstlich, er wolle bei Ihr Mtt. die 
Sachen dirigiren, auf dass der Graf Wratislaw iibers Fuessvolk 
und der Lamotta tiber die Reiterei sein sollen und solche Re- 
solution bitt mein Herr wolle mir durch diesen Currier ein- 
schicken, denn wann man darmit temporisirt so gibt man den 
andern Zeit zu practiciren und ehe dann ich drein verwilligte, 
so wollte ich gleich den Augenblick abdanken. Bitt derowegen, 
dieweils -zu vor in meines Herrn Handen gestanden ist den 
Feldtmarschalk zu machen, so wolle er dies auch ins Werk 
setzen, denn ich werde gewiss ein grosse Gnadt dadurch 
empfangen. Ich weiss wohl, wenn mein Herr sich darumb 
annehmen wird, dass Ihr Mtt. und Furst von Eggenberg placet 
werden sagen. Erwarte also durch diesen Currier der Resolu- 
tion und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Knecht 

A. H. z. F. m. p. 
Feldlager bei Alfeld 
den 19. Octobr. 1625. 



V. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus meines Herrn Schreiben vernimb ich, dass der Lazarus 
Henckel mit ihm wegen Oderburg und Beiten (?) tractiren will, 
wie nun ich jederzeit mir nichts liebers hab sein lassen als 
meines Herrn Nutz, also vermeine ich, da der Lazarus Henckel 
meinem Herrn mehr als die 50.000 fl. vor die Ablosung wird 



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302 

geben wollen, so solle er ihms uberlassen, da aber nicht so 
bin ichs erbiettig solche selbst zu geben und darmit die Ge- 
rechtigkeit abzulosen an mich bringen. Wegen der Giiter so 
im Land ob der Enns zu verkaufen sein, dieweil ich nicht 
weiss, was es vor ein Beschaffenheit darmit hat und mit meinem 
Beutel noch nicht Rathung gemacht, so kann ich der Zeit 
meinem Herrn kein griindliche Resolution nicht schreiben. 

Der von Trautemstorf schreibt mir auch, dass der Kaiser 
im willens ist, diese Armada, da sich der Betlehem rUhren sollte, 
in Ungarn durch Schlesien ftihren zu lassen; ich schreibe Htm, 
dass ich mir sit trau tool in Schlesien zu bringen aber nicht in 
Ungarn ohne Geld, aber ich sehe, dass einem grossen Herrn zu 
compiaciren man nicht im Bedenken hat mir torno zu tan [sic]. 
Meinen Herrn aber bitt ich ganz dienstlich, er woll es beim 
Filrsten apuntiren, auf dass weder itzunder noch nacher geschiht, 
denn es ware mein ruina. Und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Knecht 

A. H. z. Fd. m. p. 

Feldlager bei Alfeld. 
den 21. October A 1625. 

Man schreibt von Wien, dass der Fiirst Carl soil die 
Freile Gredl nehmen, bitt mein Herr avisir mich, obs dem 
also ist. 

VI. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Dieweil mir Ihr Mtt. die so oft begehrte Cifer nicht zu- 
schicken lassen, bitt mein Herr wolle ihnen dies sagen, dass 
der Graf von Tilly sich besorgt, dass der Herzog von Lilneburg 
sich mit dem Konig wird accordirt haben aus Ursachen, dass er 
will dass der Graf von Tilly sollte seine Gvarnigion von Minden 
wegnehmen, will nicht dass seine Unterthanen den Tillyschen ein 
einzige Contribution geben, dargegen gestatt ers den Kunigischen, 
sagt, wird er die Guarnigon nicht wegnehmen, so wolle er seinen 
Unterthanen befehlen } nicht s in die Stadt Minden filhren, ich 
aber vermeine, dass dies alles nur ein Suspicion ist, denn gegen 
meine Armee erzeigt er sich sehr gut, hat mir Blei und Kugeln 



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303 

zum Stucken zv verkaufen geben, ich meine dass die Ursach ist, 
dieweil die Tillysehe Armada so Ubd haust. Ich ziehe dess- 
wegen in das Stift Halberstat und Magdeburg den Elbe- Strom 
zu gewinnen, denn sonsten hat der Graf von Titty hin gewollt, 
aber ich hab gesagt 7 im Fall der Betlehem was anfdngt, ich 
miisste den Kaiser succurriren. Sonsten will ich sehen, ob die 
Sach den Winter ttber kann dahin gericht werden, doss ich 
auf den Friieling Uber die Elbe setze and dem Konig Holstein 
angreife, und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Feldlager bei Alfeld 
den 22. Octob. A 1625. 

Bitt mein Herr wolle Ihr Mtt. sagen, sie wollen doch be- 
fehlen mir die Cifer zu schicken. Auch bitt ich mein Herr wolle 
mir mit diesem Currier, dieweil ich ihn allein desswegen ab- 
fertige, die Resolution wegen der zween Obristen Wachtmeister 
nemblich den Lamotta uber die Cavallerie und den Graf 
Wratislaw iiber die Infanterie zu schicken, mein Herr wird 
mir gewiss eine grosse Gnad erzeigen. 



VII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Im vorigen Schreiben hab ich vergessen meinem Herrn 
zu schreiben, wohin der Ertl sein Weg nehmen soil, muss ihn 
derowegen wiederumb importuniren und vermeine, dass er sein 
Weg nach Leipzig und von dannen gegen dem Stift Magde- 
burg nehmen soil, alda wird er erfahren wo ich bin, er muss 
aber mit seiner Reis nicht differiren, wie ihr Brauch ist, denn 
itzunder werden sich allerhand Sachen zu tractiren praesen- 
tiren, insonderheit dieweil Herr Graf von Tilly und ich etwas 
von einander liegen werden, sonsten haben wir albereit mit 
einander den niedersfichsischen Fiirsten geschrieben. Ich ziehe 
gleich diesen Augenblick auf, will mich besser gegen Halber- 
stat amoviren, meinem Volk so ich vorangeschickt hab valor 



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304 

zu geben, auch im Fall der Noth den Grafen von Tilly zu 
succurriren. Bitt mein Herr schicke mir durch diesen Currier 
die Resolution wegen beider General Wachtmeister, denn ich 
schicke ihn allein desswegen auf Wien. Und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Enecht 

A. H. z. Fd. m. p. 
Feldlager bei Alfeld 
den 22. Oktober A 1625. 



VIII. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Gestern bin ich hieher angelangt in dem erschrecklichsten 
Wetter, dass ich vermeint hab, dass die ganze Armada wird 
erfrieren miissen, doch hat das Glttck so wohl gewollt, dass 
sich diese Stadt alsbalden ergeben hat, welches von grosser 
Consequenz ist, dann wer sie hat, hat das ganze Bistumb. Die 
Thumbherren seind heut bei mir gewest, erzeigen sich gut 
kaiserisch, ich hab sie sincerirt, dass Ihr Mtt. Intention nicht 
ist, weder wider das Stifft noch wider ihre Religion was zu 
tentiren, sondern allein dass sie wollen die dempfen, so im 
Romischen Reich Unruhe anzurichten begehren. 

Bitt mein Herr befurdere, dass sich Ihr Mtt. wegen der 
zween General -Wachtmeister resolviren, nemblich den Lamotta 
iiber die Cavallerie, den Obristen Wratislaw fiber die Infan- 
terie und dass mir die Resolution aufs ehiste zugeschickt wird. 
Bitt auch mein Herr wolle denen ihre Diseni interrumpiren, so 
mich aus dem Reich haben wollen und die Sachen itzunder recht 
durch den Fiirsten von Eggenberg stabilitiren. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 

Osterwick den 25. Oktober A 1625. 



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305 
IX. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Heut bin ich alhero angelangt, bin bei des Feinds Quar- 
tieren nur ein Meil Wegs gezogen, hab genzlich vermeint, es 
wiirde was abgeben, aber sie haben nicht wollen heraus kommen, 
die Sag gehet, dass sie des Mansfelders erwarten, welchen sie 
gegen mir gebrauchen wollen. Die Thumherrn erzeigen sich 
sehr gut, aber ich halte ihnen mehr Schutz als wanns meine 
eigenthumbliche Giiter weren, sie haben wol angehalten, dass 
Chur-Sachsen bei Ihr Mtt. sollte anhalten, dass die Winter- 
quartier bei ihnen nicht genommen werden, aber sie sehen wol, 
dass nicht anders sein kann, das weiss ich gar wol, dass sie 
mich lieber haben als kein andern. Was mir Chur-Sachsen 
wegen der tregua schreibt, auch was ich darauf antwort, wird 
mein Herr aus Ihr Mtt. Schreiben vernehmen, sonsten were 
sehr gut, dass der Ertl aufs eheste zu mir sollte geschickt 
werden, dieweil er der Reichssachen kundig ist. Bitt meinen 
Herrn ganz dienstlich, da es noch nicht wegen des Lamota 
und Wratislaw resolvirt ist, er wolle verhulflich sein, auf dass 
bald resolvirt wird und mir mit diesem Currier zugeschickt. 
Der Graf Collalto ist zu Eschweg in Hessen, ich hab ihm aber 
albereit 2inal geschrieben, dass er auf Halberstadt solle kommen, 
und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Knecht 

A. H. z. Fd. m. p. 
Halberstadt den 29. Octobr. 1625. 

Ich bitt mein Herr welle dahin gehen, wanns zu der 
Tractation kommen soil wegen des An stands und andern 
Militarsachen, denn der politischen masse ich mich nicht an, 
dass mir Ihr Mtt. befehlen, wie weit ich gehen soil. 

X. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Dieweil ich weiss, dass sich mein Herr mit schonen Kunst- 
stucken von Mahlwerk delectirt, so hab ich nicht weniger than 

Pontes. Abth. U. Bd. XLI. 2. H&lfte. 20 



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306 

konnen als ihm dies zu praesentiren, so mir gestern die hiesigen 
Nunnen verehrt haben, auch haben sie mir zwei Paar Hand- 
schuh verehrt, welche, weil sie gar stattlich vor mich sein, nicht 
besser hab wissen anzuwenden als gleichensfalls meinem Herrn 
zu schicken, denn er wird darmit ein Paar Dam en konnen 
regaliren. 

Sonsten weiss ich meinem Herrn nichts anders zu 
schreiben, allein dass der Mansfelder sich mit dem Herzog 
Christian bei Wolfenbiittel und Braunschweig conjungirt hat, 
vermeine, dass sie was werden wollen gegen mir tentiren, aber 
ich will securo gehen, auf dass sie mit langer Nase abziehen 
mussen. Meine Kundschafter melden, dass sie erger als Turken 
und Tartarn in ihren eigenen Quartieren hausen, welches ich 
mir gar wol werde wissen zu nutz machen, und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener. 

A. H. z. Fd. m. p. 

Halberstadt den 1. Novemb. 1625. 



Ordioantz und Verzeichniss, wesgestalt alle Hohe und Niedere 
Befehlichshaber und Archibusier zu Ross tfiglich und wochentlich unter- 
balten werden, sich deroselben in allem bequemen und dannenbero nicht 
schreiten nocb die Unterthanen mehrers beschweren sollen: 
Einem Obristen wochentlich 500 fl. 

„ Obristen Leutenant wochentlich sampt seiner 

Compagnie 150 fl. 

„ Obr. Wachtmeistcr sam1)t seiner Compag. . 125 fl. 

„ Obr. Wachtmeister, so keine Compagnia hat 

wochentlich 36 fl. 

„ Quartier-Meister wochentlich 20 fl. 

„ Proviantmeiater „ 8 fl. 

„ Wagenmeister „ 6 fl. 

„ Caplan wochentlich 8 fl. 

„ Profossen und seinen Lenten 35 fl. 

„ 8ecretario wochentlich 20 fl. 

Folget was auf eine jede Compagnia zu reichen: 

Einem Rittraeister 100 fl. 

„ Leutenant — 40 kr. [sic] 

„ Cornet 26 — 30 

n Wachtmeister 30 kr. [sic] 

„ Wachtmeister, deren unter jeder Comp. einer 21 — 

„ Corporaln, deren unter einer jeden Comp. 

zwei, taglich 48 kr. thut wochentlich . . 6 — 36 



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307 
XI. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Mit diesen wenig Worten hab ich wollen meinem Herrn 
die Hand klissen und wegen unsers Wohlstands berichten, 
denn ausserhalb, dass mir wiederumb die Schelmerei in die 
Fuss kommen ist, stehet Ihr Mtt. Armada in allem iiber die 
massen sehr wol ab despeto (sic) alien denen, so es nicht gem 
sehen, drumb wird man konnen die conditiones pacis desto 
hdher spannen. Der Graf Collalto ist dahie und assistirt mir 
in allem iiber die massen wol, und gewiss man hette mir 
niemandsen schicken konnen, den ich lieber gesehen hette, 
denn er tiberhebt mich vieler Miihe. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn Diener und Knecht 

A, H. z. Fd. m. p. 

Halberstadt den 15. Novemb. 1625. 

XII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Neues weiss ich meinem Herrn nichts zu schreiben, allein 
dass ich das Volk in die Winterquartier accommodirt hab. 
Von der Friedtstractation halt ich wenig, denn bei so wichtiger 
Sach lasst sich kein Accommodirung in 14 Tagen tractiren und 
der Stillstand soil nicht liinger als 14 Tage wahren, ich ver- 
meine man hatte den Austandt wol bis auf Ostern machen 
konnen. Was anbelangt Oderburg und Beiten(?) so bin ich 
noch der Meinung als zuvor meinem Herrn vor die Gerechtigkeit 



Einem jeden Furirer jedes Tags 48 kr., that wSchentl ich 5 — 36 
„ jeden Trommeter, deren unter jeder Comp. zwei, 

jedes Tags 36 kr., thut wochentlich 4 — 22 

„ jeden Reiter tfiglich 24 kr. that wochentlich 2 — 48 
Dann auf ein Pferd wochentlich Haber, an Hen n. Stroh die Notturft, 
und sollen daruber die Burger oder Pauren, bei welchen die Befehlichs- 
haber und Boldaten losieret, denselben anders nichts als allein das Losa- 
ment und die Lagerstat zu geben schuldig sein. 

Actum Halberstadt den 10. Novembris 1625. 
(K. sfichs. Staatsarchiv, 9207/55 fol. 306.) 

20* 



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308 

abzulosen und erblich zu bekommen, dass ich wollte funfzig 
Tausend fl. geben, kanns aber mem Herr anderswo hdher aus- 
bringen, so ist mir von Herzen lieb, denn ich das zu keinem 
andern Intent nicht hab vorgeschlagen als meinem Herrn zu 
dienen. Mit dem Beichtvater tractir ich gewus keine negocia, 
ausserhalb damals wegen der zween Bisthilmer, das bitt ich 
mein Herr wolle dem Fiinten von Eggenberg sagen. Ich aber 
verbleibe 

Meines Herrn Diener und Knecht 

A. H. z. Fd. m. p. 

Halberstadt den 19. Novemb. 1625. 



XIII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Heut hab ich meines Herrn Schreiben empfangen und 
daraus, dass ihme wol gehet, mit Freuden vernommen, unser 
Herr erhalte meinen Herrn lange Zeit darbei. Was Ersetzung 
der Wachtmeister Dienst anbelangt, hette ich wol vermeint, 
dass sich Ihr Mtt. gleich resolvirt hetten, denn per modum 
provisionis werdens die Obristen in die Lang nicht than wollen, 
doch will ich den Grafen Wratislaw fort darzu disponiren auf 
dass ers annimbt und nacher, wann er zu Wien sein wird, dass 
man ihms confirmirt. Den Herrn Lewel hette ich im Anfang 
vor die Cavallerie begehrt, aber man hat geschrieben, dass er 
in Ungarn gebraucht wird; itzunder hab ich auch den Lamotta 
nicht vermeint zu gebrauchen, sondern hab dem Torquato Conti 
zugeschrieben ; wird er bis auf Lichtmess nicht kommen, so 
bitte ich mein Herr befurdere, dass der Herr Lewel General- 
Wachtmeister iiber die Cavallerie gemacht wird, denn ich 
Hebe und aestimire ihn, und wann ich nicht dem Torquato Conti 
durch den Grafen von Collalto hette schreiben lassen, so hette 
ich ihn gleich itzunder proponirt, nun aber kann er sich bis 
auf Lichtmess gedulden. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn Knecht und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 

Halberstadt den 21. Novemb. 1625. 



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309 

Gestern hab ich noch ein Grafschaft Hoh en stein, so Braun- 
schweigisch ist, occupirt und zween feste Berghauser sich er- 
geben, der von Braunschweig auf solche Weis wird bald fertig 
werden. 

Wenn der Kaiser wegen des Lamotta hette approbirt, so 
bin ich resolvirt gewest mit Vorstellung seiner zuruckzuhalten 
und ein andere Currier Ihr. Mtt. schicken und den Torquato 
proponiren. 

Dies beiliegendes Schreiben bitt ich mein Herr wolle dem 
Torquato alsbalden zuschicken und da er nicht auf Lichtmess 
comparirt vor den Herrn Lewel Gen.-Wachtmeister-Dienst iiber 
die Cavallerie procuriren. 



XIV. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Die Niedersachsische Ftirsten haben vor des Herrn Grafen 
von Tilly Abgesandten salvum conductum geschickt, vor meine 
noch nicht, erwarts aber t&glich, wiewol ich vom Frieden gar 
wenig oder nichts halten thue. Die von Magdeburg erzeigen 
sich gar gut auf Ihr Mtt. Seiten und halten gute Correspondenz 
mit mir. Bitt mein Herr sei verhtilflich, dass mir Ihr Mtt. 
ein Schreiben an sie schicken, dass sie ihre Affection mit 
Gnaden erkennen, denn ich muss weiter mit den Hansen- 
stadten gute Correspondenz pflegen. Bitt auch da der Max 
zu Wien ist, mein Herr wolle ihn alsbalden zu mir schicken, 
denn ich will ihn gleich auf Wien wieder abfertigen, auf dass 
er mir ...(?) 1500 Crabaten unter drei Obristen alsbalden 
lasst werben, mit denen verhoffe ich des Feindes Cavallerie in 
Kurzen zu consumiren, und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 

Halberstadt den 25. Novemb. 1625. 



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310 

XV. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ihr Mtt. haben inir diese Tag geschrieben und gemeldt, 
dass sie mir die Witenhorstischen Reiter nicht uiebr schicken 
werden, dieweil der Erzherzog Leopold ihrer wegen der Fran- 
zosen bedarf. Nun fallt mir ein, dass wann sich die Franzosen 
moviren sollten Ihr Durchl. etlich Volk von dieser Armada 
begehren mochten, nun ware unmuglich, dass ich ein einziges 
Regiment entrathen konnte, dann der Feind, dieweil er sicht, 
was er vor error begangen hat, dass er in Anfang nicht mehr 
geworben, so wirbt er, was er bekommen kan, und wird diesen 
Winter gewiss ein grosse Macht zusammenbringen. Derowegen 
bitt ich, mein Herr wolle mit Ihr Mtt. und Fiirsten von Eggen- 
berg reden, sie sollen kein Volk von hinnen begehren, denn 
sonsten stiindten unsere Sachen in ergern terminis als nie 
zuvor, und wann ich schwacher ware, so miisste ich mich von 
hinnen reteriren, denn es ist ein Compagnia rasa, wo der das 
pre hat, der patron della Compagnia ist. Am Frieden hebe 
ich nicht allein zu zweifeln, sondern halte es schier vor un- 
moglich und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Knecht 

A. H. z. Fd. m. p. 
Halberstadt den 27. Novemb. 1625. 



Der Kurfurst von Brandenburg an Albrecht von Walditein. 
Unser etc. 

Eu. L. abermahliges freundliches Zuschreiben vom 14/24. dieses, 
darinnen sie tins anderweit wegen des furstehenden Einbruchs des Mans- 
felders durch dies unser Churfiirstenthumb und vorhabenden Zugs in die 
Schlesien freundlich verwarnen so auch sich zur guten Assistenz an- 
erbieten, ist uns anheuten von Eu. L. Trompeter zu eignen Handen recht 
geliefert. 

Und bedanken wir uns darauf gegen Eu. L. wegen beschehener 
Advisation auch darbei gethanen freundlichen erbieten, vermerken auch 
solches alles andors nicht dann gar gut gemeint. Aber wie wir Eu. L. 
am nKhern diese freundliche Antwort geben miissen, dass wirs niinmer 
darvor halten konntcn, dass dieses des Mansfelders wahres propositum 
sein miisse, also bleiben wir derselben Meinung anjetzo noch vielmehr, 



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311 
XVI. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus Ihr Mtt. Schreiben wird mein Heir des Mansfelders 
Intention vernehmen. Bitt er befurdere, dass man zu Hof 
resolvirt zu werben, was man nur bekommen kann, denn er 
wird ein starken Anhang Uberall bekommen. Die 1500 Cra- 
baten bitt auch mein Herr lassen alsbalden vor mich werben 
und unterdessen, wann der Pestaluci wollte das Geld hergeben, 
der Max wird in ein Par Tagen von hinnen auf und wird das 
Geld auf Wien wegen der Crabaten richtig machen, der von 
Questenberg wird in allem meinem Herrn assistiren, denn ich 
hab ihm albereit wegen der Crabaten geschrieben. Bitt mein 



dann in deme werden Eu. L. leichtlich mit uns einig sein, dass der 
Mansfelder des Kriegswesens so weit erfabren, dass ers nimmer also 
lautbar machen wiirde, wann es ihme hiermit ein Ernst. Was konnte 
auch von einem Kriegserfahrenen alien Kriegsregeln mehr zuwider ge- 
handelt werden, als wann der Mansfelder die Ort, in welchen er noch 
ein wenig gezwungener Freundschaft zu ge war ten, verliesse und sich 
dahingegen an die Ort zu winterlicher Zeit und ohne alien Vorrath be- 
gebe, da er nichts von hinten, von vornen und von den Seiten dazu als 
lanter HostilitXt und Feindschaft vor Augen siehet und da ihme gleich 
das Hineinkommen sollte gliicken, das wieder Herauskommen fiber die 
massen schwer fallen wiirde. Wir haben es noeh nie dergleichen von 
einigem Kriegserfahrenen gesehen, geho*rt oder gelesen, auch konnen 
wire fiber dies alles darfiir nicht halten, dass der Mansfelder so gar, 
gesetst es were an deme was ftirgeben wird etwas, als ein offener Feind 
hereiner ziehen und ohne unsere Begriiess- und Zulassung durchs Land 
seinen Weg nehmen werde. Es muss gaar eine andere Intention 
hiermit haben. 

Wir haben gleichwohl zu allem Ueberflusse auch das gethan und 
unserer Rathe einen an ihn abgefertigt und begehren lassen, unsere Land 
mit einigen Durcltzugen nicht zu beschweren, wollen auch gemeltem 
unserm Rathe von Eu. L. heutigen Schreiben Copien mitgeben, sich 
deren, da er je den Mansfelder des Sinnes verspiiren sollte, ihn dadurch 
von solchem Vorhaben zu avertiren, zu gebrauchen. Gemelter unser 
Rath soil auch gaar zu Ihr Konigl. W. in Dennemark ziehen und eben 
auch daselbsten dieses fttrtragen, damit auch Ihr Konigl. W. deren 
Authority hierwider interponiren mochten. 

Wollten wir Eu. L. zu abermahliger Antwort freundlich nit pergen 
und erzeigen Eu. L. zu jederzeit alle freundliche Dienste. 

Geben zu C6ln an der Spree am 10. Decembr. des 1625. Jahrs. 

Georg Wiihelm Churfiirst. 



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312 

Herr wolle dies befiirdern, auf dass damit nicht differirt wird. 
Ich aber verbleibe 

Des Herrn dienstwilliger 

A. H. z. Fd. m. p. 
Halberstadt den 18. Decemb. 1625. 

Man muss etlich Volk in Schlesien schicken, denn ich 
kann dem Mansfelder nimmer vorbiegen, ihnen ist nicht alien 
zu trauen, drumb wer es gut alsbalden hinzuschicken, doch dass 
der Obr. Lewel commandirt bis zu meiner Ankunft, denn ich 
wollte gem, dass ihn Ihr Mtt. zum General -Wachtraeister iiber 
die Cavallerie machen theten. l 



1 Am 19. December schrieb Waldstein an Kursachsen: Mansfeld werde, 
nacbdem er sicb jetzt gestftrkt babe, wahrscheinlich seinen Zug durch 
die Lausitz nach Schlesien anstellen. Er sei entschlossen, dem Mansfelder 
mit 6 Regimenter zu Fuss, 75 Reiterkornets, 400 Dragonern und 9 Stuck 
Geschiitzen zu folgen and ersuche den Kurfiirsten um freien Durchzag 
durch sein Land. Graf Collalto werde mit 10.000 Mann zu Fuss und 
31 Reitercompagnien in den Stiftern verbleiben und dem Kurfiirsten 
jeden Respect erzeigen. (Original ddo. Halberstadt, 19. December 1625 im 
Sfichs. Staatsarchiv, 9206/46 foi. 47.) 

Albrecht von Waldstein an den Kurfursten Georg Wilhelm von 
Brandenburg. 

(Copia ddo. Halberstadt, 3. Januar 1626. Harrach. Arch.) 

Unser willige Dienst etc. 

Durch leuchtiger, Hogebomer Churfiirst etc. 

Eu. L. anderwertiges Antwort-Schreiben haben wir wohl einge- 
liefert empfangen, vernehmen daraus deroselben unserer gleichbedunkende 
Meinung, dass (wie wir zuvor auch darfiir gehalten) der Mansfelder als 
des Kriegswesen so weit erfahren ein dergleichen zu sehr gewagtes 
Vorhaben in das Werk zu richten nit fortsetzen werde. Nichtsdesto- 
wenigor sein wir von unseren Correspondenten, die wir in seiner Armee 
haben, wie ingle ich en von unterschiedlichen Orten dessen zu vielmahlen 
versichert worden und darumben solches Ihr Kais. Mtt. unsern aller- 
gnedigsten Herrn wir auch dem Herrn Churfursten zue Sachsen und 
Eu. L. gebUhrend zu avisircn billiche Ursach genommen, dass wir ver- 
meinen thuen, hochstgedacht Ihr. Kaiserl. Mtt. deroselben auf den Fuss 
in (Jsterreich und Mfthren habende Regimenter neben etlicher Reiterei 
bereit in Slesien zu marchiren die gnedigste Verordnung gethan babcu, 



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313 
XVII. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Der Kiinig von Denemark befindt sich itzunder im Land zu 
Holdstein, aldar er ein Landtag halten thuet, sein Volk ist in den 

sowohlen noch mehrere Werbung fur die Hand nehmen and denen fiber 
die 6000 Polaken bestellten Officieren, so sie nnn ein geraumbe Zeit in 
dero Bestallnng baben, zu schreiben und befeblen werden, damit die- 
selben mit ihrer Anzahl Volks gefasst erscbeinen und dero periclitirte 
Lfinder auf erzeigenden Notbfall succurriren sollten. So tragen wir 
keinen Zweifel nit, class ebenermassen die Ftirsten und Stande in Scblesien 
ihnen werden angelegen sein lassen, auch zu den Werbungen zu greifen, 
und da es die Notturft erfordert, zu Abwendung alles besorglicben feind- 
lichen Einfalls das personliche Aufbot ergehen zu lassen, dass obscbon 
sicb etlicbe friedh&ssige verkehrte Gemiither in diesen L&ndern bennden 
wilrden, verhoffen wir doch sie ganz scbwach und kraftlos sein, noch 
sicb einzigeswegs die Schlesiscben Fiirsten und Stande weder yon dem 
Mansfelder noch anderen Ibr Kaiserl. Mtt. Feinden, insonderheit weil 
sie erst jiingsthin von mehr hochstgedacht Ihr Kaiserl. Mtt. in integrum 
restituirt worden, verfuhren und sedem belli dardurch in ihre LSnder 
einzubringen zulassen wollten. Zweifelt uns auch gar nicht, dass sowohl 
der Herr Churfurst zu Sachsen als Eu. L. nimmermehr dem Mansfelder 
verstatten werden, in dero Landen einznbrecben und hierdurch anderst 
nichts als hochste Devastation und endliche Ruin derselben zu ver- 
ursachen. Und obwohlen Eu. L. wir vormablen dienstlich berichtet, dass 
wir mit Ihr Kaiserl. Mtt. Armee demselben nachzufolgen resolvirt, so ist 
doch solche unsere Intention allein in so viel gemeint, dass wir ehe- 
under nit fortzuruckhen gedenken als viel und lang wir nit vergewisst, 
dass der Mansfelder sich bereit incaminirt und seinen Weg nacher 
Schlesien zu nehmen genzlich in willens sein, alsdanu werden wir uns 
allererst mit dem Volk erheben und dem Mansfelder, darmit Ihr Kaiserl. 
Mtt. Lender zu succurriren, auf dem Fuss nachziehen, darzu wir dann 
alle praeparatoria anstellen, das Volk, so wir zuvor in Hessen geschickt, 
auch aus Niederland und Elsass zu uns kommen herein marchiren lassen 
und wir vermeinen, weil meistes desselben bereit angelangt, die letzten 
Troppen auf die nechstkUnftige Wocben auch ankommen werden, dass 
alles also incaminirt, das Volk gleichermassen an der Elbe in solcher 
Bereitschaft haben, damit wir, alsbald uns gewisse Nachrichtung von des 
Mansfelders Fortzug einkombt, ihm incontinenti nachrucken mftgen. 

Versichern aber Eu. L. dass wir wegen des gebuhrenden Respects, 
so gegen deroselben wir billich tragen, Ihro wenigsten disgusto zu geben 
noch dero Lande mit einzigen Durchzug zu berilhren nit begehren, 
sondern uns bochst bemiihet angelegen ist, wie wir solches in gebiihrende 
Obacht nehmen auch in allem verschonen mogen, es were dann dass die 
unumbgfingliche eusseriste Noth erforderte, dass auf bereit voran inca- 
miniren des Mansfelders wir gedrungen wiirden ihme nachzuziehen und 



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314 

vorigen Quartieren im Land zu Lttneburg, er schickt allezeit 
mehr Volk dem Man sf elder, auf dass er in Schlesien fort soil. 
Man avisirt mich, dass der Betlehem gar stark umb seine Braut 
will schicken, darauf dann der Mansfelder sicli auch moviren 
und fortziehen soil. Der Kttnig biet alle seine Giiltpferd auf, 
wie auch der Herzog von Mechelburg und viel der geworbenen 
gibt er dem Mansfelder, dass er fort darmit soil, (den Winter 
iiber will er die Giiltpferd brauchen neben etlicher ander ge- 
worbenen Reiterei, aber l&sst stark werben Reiter und Knecht) 
denn sie sehen auf alle Mittel und Weg, wie sie den Erieg 
wiederuin in Ihr Mtt. L&nder transferiren, aus dem Frieden 
wird ganz und gar nichts. Der von Brig und von Redern sollen 
stark mit dem Betlehem practiciren, wie auch viel andere in 
Ihr Mtt. Landern, insonderheit dieweil man in den St&dten 
die Reformation hat angefangen. Der von Brandenburg ist 
gewiss nicht ilbel dem andern Theil affectionirt, doch wird er 
sagen, dass der Mansfelder mit Gewalt den Pass durch sein 
Land hat genommen. Drumb bitt ich mein Herr treibe an, 
auf dass man incontinenti das geworbene Volk in Schlesien 
auf die frontier von der Mark schickt und noch mehr wirbt 
auch den personlichen Aufbot in Schlesien ergehen l&sst. Zu 
dem konnen Ihr Mtt. etliche vornehme polnische Herrn in 
Bestallung nehmen, auf dass sie auf Ersuchen mit etlich 
Tausend Pferden erscheinen, dies wird viel bose Gemilter in 
Schlesien ins Kaisers Devotion verbleiben machen. Ich aber ver- 
bleibe. 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Halberstadt den 6. Januar 1626. 



dardurch Eu. L. Lande die kaiserliche tins untergebene Arraee in etwas 
betreten miisste. Auf solchen erheischunden No th fall wollen Eu. L. wir 
gauz dienstlich ersucht und gebeten haben, dass dieselbe als Ihr K. Mtt. 
hoch affectionirt die beliebige Verordnung thun wollten, damit sowohl 
fur deroselben uns der Pass durch dero Land gegeben als darauf die 
notturftige Proviant und viveri gegen billiger Bezahlung verschafft 
werden mochte, Eu. L. hierdurch dero hoch ruhmwiirdige hohe Affection 
gegen Ihr. Kaiserl. Mtt. noch weiter vermehren und umb dieselbe wir 
es dienstlich zu beschulden uns bemiihen, Eu. L. wir benebens zue 
angenehmer Diensterweisung willig verbleiben. 

Geben im Hauptquartier zu Halberstadt den 3. Januar A° 1626. 

A. H. z. Fd. 



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315 

Man verlasse sich nicht darauf, wann man nicht wirbt, 
dass ich ein einigs Volk kann von hinnen dahin schicken, 
oder ich ziehe mit alien oder kann nichts dahie entrathen, 
dann ich stelle noch andere Werbungen an, in Summa die dem 
Kaiser rathen, dass er nicht werben soil, begehren sein Ruin. 



XVIII. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ihr Mtt. schreiben mir, dass ich mit dem Administrator 
von Magdeburg mit Tractation sollte gewarsamb umbgehen, ich 
wills tan, er ist auch mehr obstinato als kein ander, aber ich 
toeiss nicht, obs Ihr Mtt. wissen, dass die Tumherm aldar des 
Kurfiirsten von Sachsen mitelsten Sohn zu einem Coadjutor postu- 
liren und so viel ich vernehmen thu, er auch sokhes angenommen, 
drumb bitte ich man' gehe getvarsam umb, denn wir hetten nacher 
so viel Krieg8, dass wir gewiss nicht konnten resistiren, denn mit 
Interesse dela roba muss man mit ihm nicht scherzen. Ich aber 
verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener. 

A. H. z. Fd. m. p. 
Halberstadt den 7. Januar 1626. 

XIX. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus meines Herrn Schreiben vernimb ich, dass der Graf 
von Serin mit den Crabaten will heraus kommen, ich seh es 
von Herzen gern, bitt mein Herr befiirders und dass man ihm 
Titel gibt Capo uber alle die leichte Reiterei, die Stell, die er 
alsbalden nach dem General Wachtmeister uber die Infanterie 
hat, ich bitt mein Herr lasse noch 500 Ungern mit den 1500 
Crabaten werben, denn sie sein bessere Tscheta Reiter als die 
Crabaten und auch ein 1000 oder 1500 Heiduken zu Fuss, 
der Max hat er nicht so viel Geld, dass er derweil bei den 
Kaufleuten anticipirt und zahlts nacher. Bitt die Herrn werben 



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316 

und schicken das Volk auf die Granitz von der Mark Branden- 
burg, haben sies nacher nicht von notten, so schicken sies 
mirs nur her, ich hab Ihr Mtt. schon oft und ausfuhrlich von 
allem geschrieben, wellen sies nicht thun, ich will kein Schuld 
haben. Ich habe dem Administrator sein neu getoorbenes Regi- 
ment aufschlagen lassen, will aber nichts darvon schreiben, denn 
ich weiss, wie man bei Hof ist, wann ein gute Zeitung kompt, 
und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Knecht 

A. H. z. Fd. m. p. 

Halberstadt den 7. Januar. A 1626. 



XX. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus nveines Herrn Schreiben hab ich vernommen, dass 
mein Herr mein Gutachten wegen des Discurs, so er mir zuvor 
zugeschickt hat, haben wollte, nun hab ich ihm albereit darauf 
geantwortet und gemeldt, dass itzunder noch nicht de tempore 
ist solches ins Werk zu richten, denn wir seindt noch nicht 
so weit kommen, wann wir dahin werden gelangen, alsdann 
wird dieser Discurs nicht auszuschlagen sein. Mit meines 
Herrn Correspondenten von Lubeck wollte ich gern corre- 
spondiren, bitt mein Herr weise ihn auf mich, ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Knecht und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Halberstadt den 8. Januar. 1626. 

Diese Tag hab ich meinem Herrn geschrieben und al 
fin de fini den Don Baltasar vorgeschlagen, aber bitte noch, 
ist es miiglich zu erhalten, so werde ich meinem Herrn auf 
ewig obligirt sein, man nehme den Grafen von Sohns, den 
sein Credit bei den Reichsstadten wird mir mehr helfen als 
wenn ich noch ein Armee auf den Ftissen hette, ist es aber 
nicht muglich, so vermeine ich oder den Grafen Wolfen oder 



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317 

den Graf en Johann von Nassa auf die letzte auf den Don 
Balthasar, bitt aber noch stark wegen des Grafen von Solms, 
hat doch der Feldmarschalk weniger Gewalt, wan a er wollte 
libel than als ein Obrister, der Bapst bedienete sich selbst 
seiner, wann er wiisste was Ihr Mtt. wegen seines Credits ge- 
legen ist, seind doch andere zuvor gewest als Herm en stein 
und des Graf Fritzen Vater hat sollen des Kaisers Rudolfs 
Feldmarschalk werden, bitt also nochmals meinen Herm dieses 
auch zu Befiirderung Ihr Mtt. Dienst zu promoviren, werd es 
gewiss vor die grosseste Gnad, so mir geschehen kann, halten. 



XXI. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ich berichte meinem Herrn, dass Herzog von Weinmar 
mit des Kunigs Volk sowohl Herzog Christian mit seinem 
zusammengestossen haben, weiss nicht, was ihr Vornehmen ist, 
derowegen der Herr General Tilly und ich stossen auch zu- 
Bammen, und wollen sehen, wie wir sie reteriren machen, 
morgen schicke ich den Grafen von Schlick mit 2 Regimen tern 
zu Fuss und 40 Compagnien Reiter voran an den Harz, iiber- 
morgen ziehe ich nach. Bitt mein Herr befiirdere, dass sich 
Ihr. Mtt. resolviren wegen seiner, ihn uber die Artillerie zu 
bestellen, denn ich versicher meinen Herrn, haben Ihr Mtt. 
ein guten Officier, so ist der Graf Schlick, drumb bitt ich 
umb Befiirderung dessen, sonsten geschehen grosse disordini 
und er ist nicht im willens mehr den Carico also ohne Titel 
zu bedienen. Heut hat der Herzog Christian von Liineburg 
einen Abgesandten bei mir gehabt, welcher unter andern ver- 
meldt, dass sein Herr erfahren hat, dass Sein Mtt. haben ein 
Decret an den Reichshofrath gelangen lassen, in welchem man 
ihr Gutachten begehrt, dass wann der regierende Herzog zu 
Braunschweig sollte umb sein Land kommen, ob Ihr Mtt. nicht 
befugt weren die Administration an sich zu ziehen und jemandsen 
darzu deputiren, ders in ihrem Namen administrate; nun gehet 
ihm solches sehr zu Herz, denn er vermeint als wann man 
nacher ihn und seine Linie auch darvon bringen wollte, wie 
ich ihn aber destwegen sincerirt und dass nur discursi sein 



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318 

gemeldt, class Ihr. Mtt. gar wohl seine best&ndige Treu und 
was er destwegen ausstehen hat miissen bekannt ist, so hat er 
femer gemeldt, dass sein Herr das Vertrauen zu Ihr. Mtt. hat, 
dass wann sie den andern sollten seines Lands priviren, dass 
sie die Administration keinem andern wiirden geben als ihm. 
Bitt derowegen mein Herr, dass man diesen Fiirsten beim Gusto 
erhalt, denn wir haben dahie in dem Nieder Sachsischen Kreis 
keinen, ders mit uns h&lt als er, und hat sein Land in Grund 
ruiniren lassen wegen Ihr Mtt. . Derselbige Abgesandte hat 
auch gemelt, dass wann er die Administration bekommen, Ihr 
Mtt. wohl alle Jahr etwas namhaftes ausgeben thette. Auch 
berichte ich meinem Herrn, dass der Braunschweigische Adel, 
wann ihr Fiirst in seinem Vornehmen fortfahret und sich Ihr 
Mtt. nicht accommodirt, dass sie wollen von ihm abfallen und 
zu dem von Liineburg sich begeben, nun ware dass ein grosses, 
dann andere folgeten gewiss nach und darmit erhalten wir den 
Credit im Reich, dass Ihr Mtt. Intention auf nichts anders 
gerichtet ist als Fried und Einigkeit im Reich anzurichten und 
wann etliche w&ren, so Ihr. Mtt. rathen wollten solches Land 
vor sich zu behalten, so rathen sie zu Ihr. Mtt. Pr&cipitation, 
zum ewigen Krieg, zue Verlust des Credits bei meniglichen, 
welches ein Gen. Aufstand im Reich wider Ihr. Mtt. causiren 
mii88te, dardurch was man schon occupirt hette, nicht konnte 
halten, welchem Krieg beizuwohnen mir unmiiglich fallen thette, 
sondern musste mein Entlassung begehren, denn es w&re je 
unmoglich zu resistiren, denn bei dieser bo justificirten Ihr Mtt. 
Sach haben wir mehr als genug than. Aus dem Frieden wird 
gewiss nichts, wie mir auch der Abgesandte selbst gemelt hat, 
bitt derowegen meinen Herrn, er wolle in dieser Sach aus- 
fiihrlich mit dem Fiirsten von Eggenberg reden und dahin 
fuhren, dass dieser Herr mochte Satisfaction bekommen. Wegen 
des Mansfelders continuirt noch, dass er fort in Bohmen will, ! 
ich zweifel nicht, dass Ihr. Mtt. die nothdiirftige Praeparation 
zu resistiren werden zu thun anbefohlen haben. Wegen der 
Crabaten sowohl der Ungern bitt ich kein Zeit zu verlieren, 



Am 9. Januar 1626 schrieb Waldstein an Kursachsen, er vermuthe, 
Mansfeld werde seinen Weg durch Brandenburg nach der LausitK 
nehmen. (Original im sachs. Staatsarchiv zu Dresden. Loc. Nr. 9206/46. 
Fol. 228.) 



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319 

auf dass sie zu Ende Marci dahie sein konnten und der Graf 
von Serin mit ihnen. Und verbleibo hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Knecht 

A. H. z. F. m. p. 

Aschersleben den 10. Januar 1626. 

Mein Herr zerreiss dies Schreiben, denn ich wollte nicht 
gern, dass mans sehen sollte, ich sage ihm allein mein Meinung 
in dieser Materie. 

XXII. 

Albrecht von Waldstein an den Kaiser Ferdinand II. 

(Eigenhfind. Original.) 
Allergnadigster Kaiser und Herr! 

Der Herzog Christian von Braunschweig mit seinem Volk 
und Herzog von Weinmar mit 6000 Pferden seind zwischen 
Wolfenbiittel und Wolfsburg zusammengestossen, der Obriste 
Fuchs befindt sich umb Ulz ...(?) mit des Konigs Artelerie 
und Infanterie, der Mansfelder wird auch mit seinem Volk zu 
ihnen stossen und wie die Sag gangen ist, haben oder gegen 
des Herrn Grafen von Tilly oder meinen Quartieren etwas 
anfangen wollen, darauf dann Herr Graf Tilly und ich auch 
zusammen bei Schleden gestossen und vermeinen wills Gott 
ubermorgen auf sie zu ziehen. Ich bringe mit mir 98 Cornet 
Reiter und 53 Fiindle Knecht, der Herr Graf von Tilly 30 Com- 
pagnien Reiter und 16 Fandle Knecht, das andere Volk bleibt 
in den Guarnigionen. Was weiter furlaufen wird, will ich nicht 
unterlassen Eu. Mtt. gehorsamblich zu berichten. Sonsten haben 
sich die zwei Schlosser Wiedlen (?) und Schleden ergeben und 
ich Guarnigion hinein gethan. Thue mich benebens in dero 
Kaiserl. Gnad gehorsamblich befehlen. 

Euer Mtt. 

Unterthanigster Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Schleden den 21. Januar 1626. 



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320 

P. S. 
Itzt gleich bekomme ich ein Schreiben von dem Obristen 
Hebron aus Pomern, welcher mich bericht, dass gewiss der 
Schwed sein Volk in Pomern sbarciren will und an dem Oder- 
strom sein Weg nach Schlesien nehmen, ich schreibe dem 
Herzog von der Liegnitz und dem von Dona desswegen und 
melde ihnen, dass ich ihnen 6000 Pferd schicken thue, aber 
ich thus nur zu dem Intent so ein grosse Zahl zu nennen, auf 
dass sie mit fassen. Der Betlehem wird gewiss sein Marche 
auch dahin anstellen, bitt derowegen, man sehe sich wohl vor 
und feier nicht, wann man wird ins Kaisers Landern werben, 
so wird das Volk gut sein zur Versicherung der Stadt in 
Bohmen und Mahren, denn wir mussen das vor ein Maxima 
halten, dass wir schier keinem Menschen nicht trauen diirffen. 



XXIII. 
Hoch und Wohlgeborner Graf(?)! 

Der Feind hat wollen oder mich oder den Herrn Grafen 
von Tilly iiberfallen, sein zusammengezogen und wir auch 
alhie bei Schleden zusammengezogen, wills Gott ubermorgen 
wollen wir auf sie wo sie seind bei Wolfsburg zu Ziehen, was 
weiter furfallen wird, will ich nicht unterlassen meinem Herrn 
zu berichten. Bitt umb Befurderung der Crabaten und Ungern. 
Der KSnig hat sich auf gewisse Condition in die Liga ein- 
gelassen, wie mir der Herzog Christian von Liineburg schreibt, 
erwart zehn Regimenter Schotten und Irlander, lasst sonsten 
auch iiberall gar stark werben, ich kann itzunder nicht von 
allem schreiben, dann wir seind im Zug, verbleibe aber 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 

Schleden den 21. Januar 1626. 

Vom Frieden hab ich schlechte Hoffnung. 



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321 
XXIV. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus Ihr Mtt. Schreiben wird mein Heir vernehmen, was 
mich raovirt hat, class ich mich mit dem Grafen von Tilly hab 
miissen accommodiren und von den Kriegsexpensen ablassen, 
hette ich nicht wollen, dass sich der Ueberrest vom Reich auch 
wider Ihr Mtt. movirt hette, drumb bitt ich, dass Ihr Mtt. ratifi- 
ciren, wo nicht so mache man ein par Million alle Jahr fertig 
diesen langwierigen Krieg zu fiihren, ratificirt mans aber, so 
verhoffe ich im Reich wohl Mittel zu finden Ihr Mtt. Volk 
Satisfaction zu geben, ich zweifel aber ganz und gar dran, 
dass der Konig Fried soil machen, dies ist aber umb so viel 
desto besser, so wird die ganze Welt sehen, dass Ihr Mtt. kein 
Schuld an dem Krieg haben, drumb bitt ich mein Herrn ganz 
dienstlich, er wolle die Ratification drauf zu weg richten, denn 
sonsten stehen unsere Sachen nicht zum besten. Der Graf von 
Collalto sichts nicht awn. Ich vor mein Person vermeine genz- 
lich, dass der Konig fort kein Friedt wird machen und ver- 
bleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Wernigeroda den 28. Januar 1626. 

Ich bitt man schicke den Obr. Lewel hieher mit des Kail 
Peter Crabaten und Babindelli Ungern, dass sie ihren Weg 
nach Eger, alsdann auf Fulda und von dannen auf Eschweg in 
Hessen, alsdann durch die Grafschaft Hohenstein auf Aschers- 
leben in Stift Halberstatt, die andern Crabaten miigen erst zu 
Anfang April mit dem Grafen von Serin kommen. 



Peblitz an Friedrich von der Pfali. 
(Original im Munch. Staatsarchiv, 122/3 blau fol. 268.) 

Konig in Denemark haben una gn&digst befohlen unsern Weg gegen 
dem Erz*tifl Magdeburg zu nehraen uud uns mit dem Herrn Erzbischof 
zn conjungiren. Sie haben auch an JJ. FF. GG. die Herzogen von 
MtklenOurg geschrieben, dass sie ihr geworben Kriegsvolk zu uns stossen 
Uu»en und hoff ich es werde an Pommem dergleichen geschehen, wie 
Pontes. Abth. II. Bd. XLI. 2. H&lfte. 21 



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322 

XXV. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Diese Tag hab ich meinem Herrn geschrieben und ge- 
beten, er woll es bei Ihr Mtt. anbringen, dass man mir das 
BreinriBch Regiment hereinschicken sollte, bitt derowegen 



ich dann jetzt gleich deswegen an den denemarkischen Canzler ana 
Mansfeld* Befelch geschrieben, dergestalt dass ich hoffe, wir wollen dort 
von WaUatein oder OoUalto mit Gottes Half wol gewachsen sein, sollte 
sich Tilly mit ihnen conjungiren, haben Konig in Denemark sich gn&digst 
erboten uns fleissig zu secundiren. Wir werden in ein Tag oder 5 etliche 
Truppen lossen fortmarchieren nnd hoff innerhalb zehn Tagen volliger 
Aufbruch zu sein, denn wir konnen mit allem Volk nicht zu gleich auf- 
brechen wegen der Quarter, ist auch nicht nothig so lange wir die Elbe 
zu unserm Vortheil behalten. Dem Herrn Denemarkischen Canzler, durch 
welch en Konig von Denemark mit mir tractiren lassen, hab ich referirt, 
dass ans Befelch Graf Mans/elds ich in England an den von Wolffr (?) 
geschrieben, nemblich dass es eine unumbgftngtiche Nottnrft seie, dass 
man die begehrte Sumrna der 600,000 -Gulden fur diesmal uns erftille 
und dass man uns auf kiinftigen AprUis wieder mit so viel Htilfe und 
gegen dem Augusto mit halb so viel, so wollen wir diese* Jahr kein Geld 
mehr begehren, allein bitt man darneben Konig in England wollen eine 
Assecuration schicken, darinnen sie zusagen, derjenige Rest, so man den 
Obristen und Befehlichshabem schuldig bleibt, welche nicht viel iiber 
500000 oder doch nicht 600000 Gulden laufen werden, wie auch die, so 
sie noch fUrohin bei der Armee verdienen werden, ihnen ktinftig za be- 
zahlen, und dass anstatt der 160.000 Gulden, so man uns sonst dem 
Contract gem&ss schuldig were, doch hofft Graf Mansfeld, Konig in 
England werde sie fxir ihre Person auch nicht zu Volk setzen, sondern 
ihnen ergetzlichkeit thun, weiln man in den Rechnwngen, die man sich 
erbeut Konig in England zu leisten, sehen wtird, wie wenig sie von den 
erlegten Geldern fflr sich selbst gebraucht, wie sie dann den Rest der 
1.600.000 Gulden nicht gar quittiren, wann aber dieses nicht werde sein 
konnen, protestire Mansfeld, dass sie nicht sehen die starke Armada zu 
unterhalten, dann wir albereit Gelt ausgeben, uns ohne die SchottlUnder, 
so kommen sollen, auf fiinfzehn Tausend zu Fuss und von vier in fUnf 
Tausend zu Pferde fur uns ohne das so Konig in Dennemark, Magdeburg, 

Meklenburg und Pommern uns beisetzen zu starken [etwas aus- 

geri8sen], derwegen Konig in England wolle diese Vorsehung thun, im 

Fall man uns [ausgerissen] heifen kann, dass unsere Truppen 

damit sie nicht gar vergehen Konig in Denemark remittirt werden, wollten 
Grof Mansfeld fBr ihre Person gar gem sich auch in dUnische Diensten 
geben, allein wollten sie unterthenigst bitten, dass sie nicht degradirt 
werden, sondern den Namen ernes Generals behalten mSgen, seind sonst 
urbietig Konig in Denemark in allem, wie sie doch auch jetzt schon 



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323 

nochmals umb Befurderung, dann an dieselbige Stelle wollte 
ich so viel F&ndel von des Graf Wratislaw Regiment hin 
schicken und da Ihr Mtt. geffrllig were zu mir auch nacher 
die iibrigen 6 Sachsische Fan del schicken, so wollte ich auch 
dargegen so viel andere Fandel hinschicken, ich thu es nur 
aus der Ursach, dass dieselben Knecht der travaglien gewohnt 
sein und die neuen so gewiss gut seind, konnen wohl in den 
Guarnigionen hin und wieder gebraucht werden, bis sie er- 
herten. Bitt derowegen mein Herrn ganz dienstlich umb be- 
furdern, aber je eher je besser, man konnte sie auf der Elb 
in der Eil herkommen lassen, dargegen wollte ich die andern 
durch die Laussnitz hinschicken und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Knecht 

A. H. z. F. m. p. 

Aschersleben den 15. Februar 1626. 

Bitt auch umb Befiirderung der Crabaten und Ungern aufs 
eheste herein, wie auch der 60.000 Strich Korn. 

Wegen des Graf Fritzen bitt ich nochmals umb Be- 
fiirderung der Sach und mir umb Verzeihung, dass ich so im- 
portuno bin, denn je mehr ich dem nachdenk je mehr finde 
ich, dass ... a proposito(?) ist aus vielen Ursachen. 



thuen, zu gehorsamen. Ich hab so viel vermerkt, als ich solches dem 
Gamier gesagt, das er in der Meinung stehet, Korxig in Denemark werden 
lieber sehen umb allerlei Considerationen willen, dass Mans/eld in den 
terminis blieben wie sie jetzt sein, bitten diesen allem nach Manafdd, 
E. Mtt. wollen doch an ihrem Ort auch in England so viel sie konnen 
befordern, damit uns daselbst geholfen werde und wir E. Mtt. rechte, 
gule Dienat thun konnen, wie wir zu dem Allmttchtigen Gott boffen. 
Zugleich bitten Mansfeld, E. Mtt. wollen bei dem franzotuchen Atn- 
b<M$adeur urgiren lassen, dass wir die versprochenen vierzig Tausend 
Kronen forderlich bekommen, damit wir bis auf die Ankunft des englitchen 
Geldes die Armada desto besser erhalten mo gen nnd in Disciplin bleiben, 
wie auch bei Calandrin, dnss er die restirenden 100.000 Gulden uns 
forderlich iibermache, und endlich dass der franzo»i*che Ambataadeur 
befordere, damit wir die funf hundert Pferde, darumb Mans/eld ihm 
geachrieben, auch fbrderlich bekommen. 

Lauenburg den 29. Januar/8. Februar 1626. 

21* 



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324 

XXVI. 

Hochwohlgeborner Freiherr ! 

Meines Herrn Schreiben hab ich empfangen und daraus 
sehr ungern vernommen, dass man Bedenken hat wegen des 
Graf en von Solms, das wird ein Ursach sein, warumb des 
Kaisers Sachen nicht werden wohl im Reich stehen konnen, 
denn wir werden kein Credit haben. Ohne Feldmarschalk 
kann ich durchaus nicht sein, dann der Gen. Wachtmeister 
Authoritat erstreckt sich nicht so weit als des Feldmarschalks, 
drumb bitte ich noch umb Ersetzung des Diensts und ist es 
menschlich und nmglich zu erhalten, so bitt ich wegen des 
Grafen von Solms, ist es aber nicht muglich zu erhalten, so 
schicke man halt den Don Baltbasar herein aber bald, denn 
die Muhe ist mir zu gross. Ich hab auch meinem Herrn zuvor 
geschrieben, wann diese Campagnia wird filriiber sein, dass ich 
mich begehre zu retet-iren, will man mich aber eher en t las sen, so 
wird mir desto grdssere Gnad geschehen, denn wir stellen unsere 
Sachen also an, dass wenig Frucht zu hoffen ist, derowegen 
wollte ich gem praeparatoria algemach darzu machen und 
verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Aschersleben den 16. Februar 1626. 

Diesen Currier schicke ich allein zu meinem Herrn 2U 
bitten wegen Ersetzung des Feldmarschalks-Diensts und bitt 
noch da es muglich ist, man resolvire sich auf den Grafen von 
Solms, wo nicht auf den Don Balthasar, doch dass er bald 
kompt, dann ich will allgemach anfangen mich aus dem Wesen 
zu reteriren. 

XXVII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Gleich diesen Augenblick empfange ich Ihr Mtt., meines 
Herrn und des Herrn Verda Schreiben wegen des Grafen von 



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325 

Collalto. Nun hab ich inich jederzeit beflissen Ihr Mtt. auf- 
recht und ehrlich zu dienen und mit meinen guten Freunden 
die Freundschaft ehrbar und aufricbtig zu manteniren, aber 
hette micb eher alles andern in der Welt versehen als dass 
sich der Graf sollte iner Sach, in welcher ich ihm vermeint 
hab Satisfaction zu geben, disgustiren, dann ich nimb Gott 
zum Zeugen, dass mir in meine Gedanken nie kommen ist 
ihn in dem wenigsten zu offendiren und ein jeder, so es horen 
wird, was vor Ursach er ihm genommen hat, wird sagen, dass 
das kein Ursach ist, wie auch der Herr General Tilly und alle 
also sagen. Hat nun der Graf, wie er sagt, konnen ein Monat 
darmit uinbgehen und mir die besten Wort geben, so behute 
inich Gott ferner mit dem zu tractiren, welcher so dissimulato 
ist und nach langer Zeit also praecipitoso ausbricht, auch in 
welchem ich mich nicht wusste zu richten, dann wann ich ver- 
meinte, dass er mein bester und vertreulichster Freund ist, so 
were er mein ergster Feind, dahero dann ich nicht mehr mit 
ihm zusammen8timmen kann und Ihr Mtt. Dienst hochlich 
leiden musste. Bitt derowegen Ihr Mtt. resolviren sich auf 
ein Feldmarschalk, wie ich zuvor gebeten hab, denn die Muhe 
ist mir zu gross. Der Graf, wann er nach Hof wird kommen, 
wird allerlei Intrigi mir machen wollen dieweil er Kriegs Raths 
Prasident ist, aber merk ichs, so werde ich auch gleich mein 
Licenz begehren, dann er muss nicht denken, dass ich mich 
durch ihn werde strapaziren lassen, und verbleibe hiemit 

Meines Herrn Diener und Knecht 

A. H. z. F. m. p. 
Aschersleben den 18. Februar 1626. 

Bitt mein Herr wolle dies Ihr Mtt. seiner gewohnlichen 
Discretion nach vorbringen und auch dem Herrn Verda, ich 
weiss wohl, dass ihm leidt sein wird, dann er ist unser beider 
guter Freund. 

[Dazu gehort wahrscheinlich auch nachstehendes Post Scriptum, 
welches sich auf einem besonderen Blatt, jedoch ohne Datum befindet] : 

Ich kanns meinem Herrn mit Gott bezeugen, dass der 
Graf sich ohne Ursach disgustirt hat, denn ich hab nie keinem 



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326 

Menschen mit grosserer Curtesie tractirt als ihn, aber es ist 
ihm um die Wein und eisen [sic] zu tan gewest, mir aber umb 
die parola, hette ich nickt woUen selbst despectirt werden. Bitt 
mein Heir sage dem Maxen, er solle hin und wieder 8chenken } 
nur dass er den Graf Fritzen zum FeldmarschdUc bekompt und 
bald, auf dass er zu Anfang Aprilis dahie ist, von Hof aus 
lcann mir der Kaiser keinen schicken dann seind gar zu viel 
picen unter uns. Dem Grafen von Schlik bitte ich aucb, dass 
man die Artellerie untergiebt, denn hab ich ihn nicht, so habe 
gar niemandsen der mir assistirt. Der Graf von Collalto wollte 
gem das Volk, so der Kaiser wirbt commandiren, aber ich muss 
ein Feldmarschalk haben. 



XXVIII. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus Beilag wird mein Herr sehen, was vor ein schonen 
Vorschlag man bei Hof thuet, dass ich das Getraid soil zahlen, 
der Kaiser weiss aber, was ich in seinen Diensten gethan hab, 
itzt will man mich iiber die Muglichkeit strapaziren. Bitt mein 
Herr procurir, dass mich Ihr Mtt. dies Carico entlassen, dann 
ich bin sonsten im willens gewest auf den Herbst abzuziehen, 
aber ich sehe, dass sie mich strapaziren wollen, wills gleich 
mehr itzunder als hernacher than, ich rathe Ihr Mtt. schicken 
den Don Balthasar herein. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Knecht 

A. H. z. F. m. p. 
Aschersleben den 19. Februar 1626. 

Dahie ist nichts mehr zu leben, wird man innerhalb 5 
oder 6 Wochen zum lengsten kein Getraid herein schicken, so 
muss ich Hungers halben die Stifter verlassen, aber besser ist 
man schicke ein andern herein ders Commando wird haben, 
denn ich werde ziemblich unvermuglich daher und kann nicht 
travagliren und mit Strapazi dazu, das ist nicht meines thans. 



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327 
XXIX. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ich bitt meinen Herrn ganz dienstlich, er wolle bei Ihr 
Mtt. wegen des Getraids anhalten, dann auf inein Gewissen 
ich muss aits den Stifteiti Ziehen, dahero dann kein Zeit zu 
verlieren ist. Bitt auch man schicke ein Feldmarschalk, denn 
ich kann allein dies nicht bestreiten, ich vermeine, dass man 
den Don Balthasar schickt, dann wann diese Campagnia fur- 
tiber ist, so kann ich nicht lUnger dienen, und verbleib hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger 

A. H. z. F. m. p. 

Aschersleben den 23. Februar 1626. 

Der Feind wendt sich aller gegen mir, weiss nicht, was 
sein Intention sein wird, man sagt ; dass er will schlagen und 
da er verlieren sollte, erst Fried machen. 

XXX. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ich hab Ihr Mtt. Schreiben sowohl des Fiirsten von 
I^enberg wie auch meines Herrn bekommen. Wegen des 
Collalto hab ich albereit meinem Herrn geschrieben und darbei 
verbleibe ich, bitt man schicke einen Feldmarschalk herein, 
dann ich werde taglich mehr indisposto und kann nicht tra- 
vagliren und gehet wies will, wann diese Campagnia furtiber 
ist, so werde ich abziehen und werde durchaus nicht mehr 
dienen, welches ich bitt mein Herr wolle Ihr Mtt. andeuten, 
wollen aber Ihr Mtt. mich itzunder meines Carico entlassen, 
desto grossere Gnad wird mir geschehen, wen sie aber herein- 
schicken sollen, so vermeine ich den Don Balthasar, aber je 
eher je besser, dann ich kann nicht allein allem resistiren 
und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwiliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Aschersleben den 23. Februar 1626. 



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328 

Mit dem Grafen von Collalto werde ich nimmer mehr 
mich accoinmodiren, die Ursachen hab ich meinein Herrn ge- 
schrieben, aber man schicke den Don Balthasar herein, denn 
ich werde gewiss nach dieser Campagnia nimmer travagliren, 
kann mir aber mein Herr itzunder mein Licenz erhandeln, so 
bitt ich er thu es, er wird mich auf ewig obligiren. — 

[Nebstdera noch nachetehende drei Post Scripta, jedes atif einem 
besonderen Blatt.] 

Man mochte meinen, ich sollte mit einem Theil des Volks 
dahie bleiben und ein Theil hinschicken, das kann aber nicht 
sein, denn man were nicht bastant weder an einem noch an 
dem andern Ort zu resistiren. Dahie hat gar keine feste Orter, 
das Land ist uns alles Feind, der Graf von Tilly kann sich 
heraufwarts nicht begeben, denn er seine viveri von der Weser 
hat und seine Armada ist sehr destruirt und sehr malcontent, 
bitt man thue darzu, denn wir werden in ergern Labirint als 
nie zuvor gerathen. Ich vernimb auch, dass sie beim Feind 
Hoffnung haben, wird der Betlehem selbst impedirt werden zu 
kommen, dass er mit etlichen Polen Intelligenz hat, die sich 
mit dem Mansfelder in Schlesien conjungiren. 

Ich vermeine, dass nicht schaden konnt, dem Konig aus 
Polen zuzuschreiben, dieweil sein Sohn Bischof zu Breslau ist, 
dass er sich umb die Defension Schlesien und Resistenz dem 
Mansfelder auch sollte annehmen. Der Kunig von Dennemark 
hat dem Mansfelder 4 Regiment zugeben, zu Ross des Baudisen 
und des Strelings, zu Fuss auch zwei, aber die Obristen sein 
mir unbewusst, eins soil der Obr. Hatzfeld bei den Staden im 
Dienst gehabt haben, aber nach des Prinz Moritz Todt hat er 
resignirt und izunder ist er der Hansenstadt Obrister. 

Gleich itzt bekomme ich ein Schreiben von dem Maxen, 
dieweils aber bohmisch ist, so schicke ichs dem Herrn Verda 
nicht dass ers verstehen soil, sondern dieweil sich der Max auf 
ein Schreiben, so der Collalto dem Herrn Verda geschrieben 
hat, referirt. Nun sehe ich, dass er schon wollte anfangen mich 
zu strapaziren, seine Infamien (?) warumb er abgezogen, dam it 
zu bedecken, ich aber wills nicht verstehen. Bitt mein Herr 
procurir mein Licenz alsbalden, dann werdens meine Freund 



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329 

nicht than, so will ichs denen, sos nicht sein, schreiben, dann 
er ist voller Tiick, er konnte hinderrucks allerlei bose officia 
than, dardurch ich denn verhindert und disgustirt miisste werden, 
des Werks mit solchem Eifer mich nicht annehmen, dardurch 
dann Ihr Mtt. Dienst leiden miisste, dann man hat albereit 

schon mit dem Getraid angefangen kann mir mein Herr 

Licenz erhalten, so geschiht mir die grosste Gnad und dieweil 
man kein lutrischen Feldmarschalk will haben, so schicke man 
den Don Balthasar herein. 

Ut in litteris. 



XXXI. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Der Mansfelder soil stark seinen Zug nach Schlesien an- 
gestellt haben, Herzog Christian, der Obr. Fuchs sampt des 
Kiinigs meisten Volk befinden sich in der Alten Mark mich 
aufzuhalten, auf dass ich dem Mansfelder nicht nach ziehen 
konnte, ich hab oft destwegen geschrieben, dass man sollte 
Praeparation machen, ich vernimb, dass nicht geschehen ist, 
itzunder weiss ich nicht, wie sicher Ihr Mtt. Lander stehen 
werden, ziehe ich dem Mansfelder nach, so fuhre ich den Krieg 
in Ihr Mtt. Lander und der Herr Tilly wird gewiss allein dahie 
periclitiren, drumb bitt ich man saum nicht, denn es ist von 
nothen.. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Aschersleben den 26. Februar 1626. 

Ziehe ich dahie ab, so wird aus alien den neuen Wer- 
bungen, so ich angestellt hab, nichts und werden sich mehr 
Feindt erklaren als dies bis dato gethan haben. 

Ich bitt man traue dem KurfUrsten von Brandenburg nicht, 
denn der Herr Tilly avisirt mich, dass er mit in der Liga ist. 



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330 



XXXII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Anders weiss ich meinem Herrn nicht za schreiben, allein 
dass der Mansfelder fort sich wird in Schlesien einschleichen 
eher dann man sich versicht, ich kann ihm durchaus nicht nach- 
folgen, man verlasse sich nicht drauf. Ich liege itzunder mehr 
als ich gehe, drumb wird man ein Feldmarschalk nicht herein- 
schicken, so kann ich dem peso allein nioht abwarten, muss 
mein Entlassung begehren. Ich hab albereit zu unterschied- 
lichen mahlen wegen des Don Balthasars geschrieben, bitt mein 
Herr befurders, auf dass er incontinenti kompt sowohl der Herr 
Lewel. Das Korn schickt man noch nicht herein sowohl auch 
kein Pulver, da gedenk mein Herr nur, wie ich dahie sitzen 
thue, eher dann sich die Herni werden umbgesehen haben, so 
werde ich etwan ins Schwabenland mich reterirt haben, und ver- 
bleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Aschersleben den 6. Martii 1626. 

P. S. 
Itzt gleich kompt ein Currier von Wien, bringt mir ein 
Schreiben von meinem Herrn, mich nimbt wunder, dass man 
dorten so ganz und gar nichts thuet, so wahr Gott lebt, der 
Mansfelder wird, ehe man sich umbsicht, in Schlesien sein. 
Die Ungern begehre ich nicht dass man wirbt, aber die Cra- 
baten, den Isolano und Strozi sowohl noch einen will man 
nicht werben lassen, so sehe ich dass man selbst alle Mittel 
will benehmen dem Feind zu resistiren, wann ich gezahltes 
Volk hette, so weren mir 20.000 Mann lieber als auf diese 
Weis 60.000, aber dieweils nicht ist, man muss a la desperata 
gehen und nemben, was man bekommen kann. 



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331 
XXXIII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ich schreibe Ihr Mtt. wie dass der Kurftirst von Branden- 
burg soil dem Mannsfelder albereit den Pass durch sein Land 
gegeben haben, wie aucb der Obriste Fuchs mit einem guten 
Theil der kiiniglichen Armee sich in der Alten Mark befindt, 
an der Elbe ein posto fortificirt, alsdann oberhalb Tesa nocb 
ein anders Ort an der Elbe will fortificiren, also dass mir 
aus Bohmen kein Profant wird konnen zugefiihrt werden. Der 
Kiinig liegt mit seiner ganzen Armee gegen mir, also dass ich 
weder dem Fuchsen noch dem Mansf elder nicht kann zukommen, 
vom Tilly hab ich kein Assistenz, der Kurfilrst von Brandenburg 
ist gewiss in der Liga, Herzog Christian soil zum Man sf elder 
stossen und nach Schlesien marchiren } der Kiinig ist zu Wolfen- 
biittel und hat alles sein Volk dorten herumb. Wann schon 
der Mans/elder nach Schlesien zieht, so kann ich ihm durchaus 
nicht nachfolgen, denn ich hasardierte des Kaisers Armee. Der 
Mansfelder hat albereit bei 11.000 Mann bei sich, Herzog 
Christian 6000, es lauft aber dem Mansfelder taglich viel Volks 
zu. Bitt um Gotteswillen, die Herrn than ein eilende Ver- 
fassung in Ihr Mtt. Landern, denn sie werden den Feind drin 
haben eher denn sie sich versehen. Ich werde von Tag zu Tag 
schwacher, denn das Volk entlanft aus Noth und wann ich mich 
von hinnen reteriren sollte } so muss ich mich nur in Schwaben 
oder Franken reteriren, nach Schlesien oder Bohmen wird nicht 
sein konnen. Auf den Betlehem soil der Kiinig sehr hoffen, 
wie er den unlengst sein Abgesandten bei ihm gehabt hat, 
sowohl auch Kurbrandenburg thut ihnen alle Assistenz. Bitt 
man schicke ein Feldmarschalk herein, denn mir ist je nicht 
milglich allein solchem peso vorzustehen, aber man thu es bald. 
Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Knecht 

A. H. z. F. m. p. 

Aschersleben den 8. Martii 1626. 

Ich versichere meinen Herrn auf mein Gewissen, dass der 
Feind in allem in die vierzig Tausend stark ist, hat grosse Werbun- 
gen, sieder ich im Land bin, gethan und sterkt sich von Tag zu Tag. 



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332 

XXXIV. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Am vergangenen Donnerstag ist der Kiinig auf Wolfen- 
biittel ankommen, sein Volk marchiert itzunder alles hernwarts 
gegen mir. Der Obriste Fuchs befindt sich zu Tangermiindt 
init 5 Regimentern und 1500 Pferden neben etlichen Stucken, 
l&sst aldorten an der Elb Schanzen und Schiff zurichten, allem 
Ansehen nach dass er wird wollen ein Schiffbrucken iiber die 
Elbe machen. Der Mansfelder ist albereit vor 6 Tagen zu 
Sanda angelangt mit 11.000 Mann, dann der Konig hat zu 
ihm 4 Regimenter stossen lassen und er auch dersieder die 
seinigen gesterkt hat, auch etlich Volk neben der Artelerie 
aus Holland bekommen, er gibt fur, er welle nach der Brucken 
bei Tesa, aber es ist nichts, er wird gewiss in Schlesien und 
wann ich ihm nachfolg, so schickt der Kiinig einen guten Theil 
seiner Armee mir nach und sollte ihm der Kiinig iiber den 
Tilly nicht getrauen, so hat er seine feste siti zwischen den 
Morasten, dass man ihm nicht wird konnen zukommen bis seine 
neue Hiilfen alle beisanimen sein werden. Der Herzog Chri- 
stian hat Volk in Harz gelegt zu impediren, dass der Graf von 
Tilly und ich uns nicht sollen conjungiren. Der Kiinig hat 
bei 9000 Pferden, der Herzog Christian 3000, der Mansfeld 
2000, die Cavallerie ist gut, das Fussvolk mittelmassig. Mein 
Armee mochte ungefehr effective achtzehn Tausend Mann sein, 
muss aber den dritten Theil in praesidiis halten, derowegen bitt 
ich man greife zur Defension in Schlesien, denn ich kunns je 
auf keinerlei Wets succurriren und was man than will, so thue 
man bald, denn nacher wird gewiss zu spat sein. Sie haben 
ein grosse Hoffnung an dem Betlehem, dass er etliche Polaken 
wird lassen zum Mansfelder stossen. Das Getraid bitt ich auch 
man schicke mir incontinenti herein wie auch Herrn Lewel, 
und da Ihr Mtt. ein Feldmarschalk nicht schicken, so ist mir 
unmuglich diesem peso allein zu resistiren, sondern werde ge- 
nothigt sein mein Licenz zu begehren und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Aschersleben den 9. Martii 1626. 



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333 
XXXV. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus Ihr Mtt. Schreiben wird mein Herr vernehmeD, dass 
fort des Mansfelders Zug nach Schlesien geht und was der 
Kurftirst von Sachsen schreibt, welchs Ort man in Acht nehmen 
sollte. Ich kann ihm durchaus nicht nachfolgen, wird derowegen 
von notten sein, dass in Schlesien das personlich Aufbot er- 
geht, Ihr Mtt. ihr Volk neben einem guten Capo hineinschicken, 
Kiinig aus Polen umb Assistenz ersucht, alsdann soviel muglich 
sein wird wirbt; geschiht dies, so verhoffe ich mit Gottes Hiilf, 
dass wir heuer ein End diesem Krieg machen werden, wo 
nicht, so stehen unsere Sachen UbeL Bitt derowegen mein Herr 
thue alien Vorschub dazu, auf dass bald ins Werk gericht wird, 
im widrigen ist attes umbsonst. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Aschersleben den 10. Martii 1626. 

Der Kurfurst von Brandenburg ist mit in der Liga, seine 
ministri baben wohl gewusst, dass Mansfelder wird ihnen durchs 
Land passiren, aber itzt wollen sies gern verb (?). 



XXXVI. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Gleich diese Stund hab ich meines Herrn Schreiben be- 
kommen. Mit dem Grafen von Collalto wirds in alle Ewigkeit 
nicht mehr than, dass ich mich mit ihm in die vorige gute 
Correspondenz sollte einlassen, dardurch dann der Kaiser 
machtig iibel miisste bedienet werden. Dass mir Ihr Mtt. die 
3 Schreiben an die bewusste 3 Subjecta schicken wollen, das 
ist das beste Mittel geschwindt Ihr Mtt. Dienst zu befiirdern, 
bitt derowegen mein Herrn ganz fleissig, er woll es befiirdern, 
denn es ist Zeit und mir solchen travaglio allein zu resistiren 
unmiiglich. Wegen des Mansfelders hab ich schon so oft avisirt, 



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334 

class er in Schlesien wirdt und dass ich ihm nicht kann nach- 
ziehen, denn der Konig mit seiner ganzen Forza Uegt gegen mir, 
bitt man stelle sich dorten in ein Verfassung, dann es dilrfte 
iibel abgehen. Bitt auch wegen Befurderung des Herrn Lewel 
wie sowohl der Crabaten und dass man ihnen befilcht mit 
starken Tagreisen fortzumarchieren. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Aschersleben den 11. Martii 1626. 

Bitt mein Herr bringe aus ein guten [Befehl?] wegen des 
Getreids aus Bohmen an die bohemische Cammer, denn ich hab 
dahie nichts mehr zu leben. 

Es were gut, dass Ihr Mtt. auf der Post den Questenberg 
hereinschickten, der von alien konnte Bericht geben, doch die 
3 Schreiben dass man mir incontinenti schickt. Bitt auch dass 
man dem Isolano seinem Wachtmeister und Strozi (?) die Wer- 
bung gestatt, dann die leichte Cavallerie ist mir am meisten nutz. 



XXXVII. 

Hoch woh lgebor n er Freiherr ! 

Wie schon der Kiinig meine und des Grafen von Tilly 
Gesandten hat von Braunschweig abfertigen lassen wird der 
Herr aus Ihr Mtt. Schreiben vernehmen, ich hoffe zu Gott, 
dass das alles Ihr Mtt. zum Besten ist, der jederzeit ihrer ge- 
rechten Sachen beigestanden. Man sagt, dass er bei dem Kur- 
fiirsten von Sachsen hat vor den Herzog Christian von Braun- 
schweig umbs KurfUrsten Tochter angehalten, etliche meinen, 
dass vor seinen Sohn, was er aber vor Antwort bekommen 
ist mir unbewusst, sonsten haben sie den regierenden Herzog 
zu Braunschweig in ein schlechtes Schloss zu wohnen geschickt, 
der Herzog Christian nimbt sich des Guberno ganz und gar 
an, der Mansfelder schleicht fort nach Schlesien; bitt umb 
Gotteswillen man mache Praeparation und ersuche den Ktinig 
aus Polen umb Assistenz, denn den Schlesiern ist nichts zu 



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335 

trauen, ich karm ihm nicht nachziehen, es gehe gleich wies geht, 
denn darmit machete ich des Kaisers Sach nur erger } und ver- 
bleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Aschersleben den 14. Martii 1626. 

Der Kurfilrst von Brandenburg ist gewiss mit in der Liga 
und der Mansf elder unrd itzt sein Ritterschaft machen mit Auf- 
sitzen und die haben Freund in Schlesien, drumb werben was 
man kann und die Polen umb Assistenz ersuchen. 

(In Abwesen des Herrn aber H. Verda oder H. Questen- 
berg zu eroffhen.) 



XXXVIII. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ich bitt meinen Herrn ganz dienstlich, er helfe den Herrn 
Lewel hieher expediren, denn ich hab kein Menschen nur den 
Grafen von Schlick, der mir assistirt, sowohl auch der de Fur 
und Avandanio, dass sie sich incontinenti zu ihren Regimentern 
verfiigen. Wegen des Feldmarschalks da es nicht wider mein 
Verhoffen resolvirt ist, so bitte ich mein Herrn umb schleunige 
Befiirderung, wie auch wegen der Crabaten, dass sie bald 
kommen und die andern als Isolano, Strozi und des Isolano 
Obr. Wachtmeister ; dass sie alsbalden werben, des Isolano 
Obr. Wachtmeister und der Strozi wollen in Dalmatien werben. 
Ich hab Ihr Mtt. umb 1000 Cent Pulver geschrieben, bitt auch, 
dass mans incontinenti hereinschickt, dann schickt mans nicht, 
so hab ich kein Munition und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Aschersleben den 14. Martii 1626. 

(In Abwesen des Herrn dem H. Verda oder H. Questen- 
berg zu eroffnen.) 



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336 



XXXIX. 

Hochwohlgeborner Freiherr ! 

Meines Herrn Schreiben hab ich empfangen und daraus 
vernommen, dass er sich verwundern timet, dass ich in diesem 
Dienst nicht langer kann verbleiben. Nun seind zwei Ursachen, 
welche raich darzu moviren, eins meine Indisposition, dann ich 
diesen Winter mehr gelegen als gangen, welche nun nicht wird 
ab- sondern taglich zunehmen. Die andere Ursach ist disgusto, 
denn ich sehe, dass man bei Hof vermeint, dass ich diesen 
Krieg sollte fiihren und die Verlag drauf thun. Nun hab ich 
meines Erachtens mehr als zu viel gethan, indeme ich diese 
Armee auf den Fuse gebracht, posto genommen und t&glich 
sterken thue, mich auch umb etlichmal Hundert Tausend 
Gulden in die Schulden gesteckt. Man hat vom ersten von 
Hof geschrieben, dass ich die 60.000 Strich Korn sollte zahlen, 
itzt schreibt man, man solle aufs sparsambste darmit umbgehen, 
solches wird verursachen, dass die Armee eher denn ein par 
Monat umb sein sich consumiren wird. Ich hab umb 1000 
Cent Pulver geschrieben, man gibt mir kein Antwort. Ins 
Feld kann ich nicht ziehen, wenn man dem Volk nicht ein 
Monatsold gibt, ob mans nun geben oder nicht geben wird, 
sein Exempel mit dem Grafen von Buquoy vorhanden, er aber 
hat ein grossen District gehabt, wo das Volk hat leben konnen, 
mir mangelt dies alles. Von Hof aus befilcht man mir. ich 
solle die Fiirsten von Anhalt und andere nicht belegen als 
wann ich die Armada richtig gezahlter hette. Von General 
Tilly hab ich in nichts kein einzige Assistenz, denn er tyran- 
nisirt mich wie sein Principal unsern Herrn den Kaiser, man 
helt bei Hof den Kiinig und Mansfelder vor schwach und sie 
sein viel starker als ich sambt dem Herrn Tilly, auch besser 
qualificirteB Volk insonderheit die Cavallerie und haben alle 
Requisita darzu. Derowegen hab ich nun Ursach zu dienen 
oder nicht, mein Herr considerirs, wenn ich sollte stillschweigen 
und erst gegen den Winter entlassen zu werden begehren, als 
dann hette man rairs fiir iibel, aber wann ichs itzunder thue 
und erst wann der Winter kommen wird abziehe, so kann 
man mirs nicht fiir iibel haben, musste ich diesen Sommer 
ehrenthalber nicht bleiben, so bliebe ich gewiss nicht, gegen 



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337 

den Winter aber es ist kein Sach, die man ihm imaginiren 
kann, so mich aufhalten thete. Was den Feldmarschalk an- 
belangt, dann bitt ich, dass Ihr Mtt. incontinenti ersetzen, 
nicht nach meinem, sondern nach ihrem gusto, denn dieweil 
ich nicht vermeine, wenn der Sommer funiber ist, zu dienen, 
also miissen sie sich resolviren auf einen, dem sie den Campo 
vertrauen, darzu ich dann kein andern kann vorschlagen, als 
den Don Balthasar; aber er muss bald kommen, denn ich kann 
alle die Fatiga allein nicht ausstehen. Wird man in Ihr Mtt. 
L&ndern nicht besser Vorsehung thuen, der Mansfeld wird sich 
derselben bald impatroniren, der personliche Zug in Schlesien 
weiss nicht, ob er nicht besser als erger vor den Mansfelder 
ist, Pol en und geworbenes kaiserisch nicht Fiirsten und St&ndt 
Volk ware a proposito. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn Diener und Knecht 

A. H. z. F. m. p. 

Aschersleben den 16. Martii 1626. 

Kurfilrst von Sachseii schreibt mir, man solle bald Grossen 
in Schlesien besetzen. 



Eigenh&ndige Bemerkangen Karl von Harraehf die von Walditein angeinchte 
Enthebung vom Commando betreffend. 

[Mit Bezug auf das Schreiben Waldsteins vom 16. M&rz 1626.] 

Herzog von Friedland entschuldigt sein Urlaubbegehrung and 
continuirt dieselb anf kunftigen Winter zu haben. 

Erstlich zieht er sein Indisposition an und dass er den ganzen 
Winter mebr im Bett als zu Fuss gewest sei und dass er kein Hoffhung 
einer Besserung, sondern erger zu werden sorgt. Zum andern ziebt er 
an, dass er vermeint genug thun zu haben, indem er Ihr Mtt. ein an- 
sehnliche Armee auf den Fuss gebracht, darmit posto genommen und 
bishero den Feind aufgehalten und die Armee anjetzo de novo sterkt 
und nene Werbnng gethan und dardurch sich in viel Hundert Tausend 
Gulden in Schulden gesteckt und Ausgaben noch t&glich hat. 

Beklagt sich, dass man bei Hof vermeint, dass er den volligen 
Krieg auf sein Spesa ftthren soil und kann, hab mehrers nit versprochen 
als die Armee auf den Fuss zu bringen and posto zu nehmen, habs bis- 
hero erhalten, dergleichen Krieg aber kann niemand als ein grosser 
Potentat und nit ein Privat ftthren. 

Er hat Traidt und Pulver begehrt, das eine schick man ihm nit 
und schreib, er soil gesparig darmit umbgehen, auf das and ere geb man 
Fontei. Abth. II. Bd. XLI. 9. H&lfte. 22 



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338 

XL. 

HochwohlgeborDer Freiherr ! 

Den Capitan Le6 schicke ich auf Wien, der meinem Herrn 
alle negotia soil vortragen, bitt ihn derowegen ganz dienstlich, 
er wolle ihm rait seiner Autoritat assistiren. Dahie ist nichts 



ihm keine Antwort Wolle er die Armee ins Feld filhren, so mass man 
dem Volk alien ein Monatsold geben, das sei nit verhanden and ertrags 
die Contribution nit, denn man befrei viel von Hof aus. 

Von Oen. Tilly hab er in keiner Sachen kein Assistenz, wer in 
alien tyraunisirt und seine Quartier sein eng und sehr erarmet. 

Der Feind sei bei Hof fur schwach gehalten, er sei aber starker 
als Tilly und er, hab guet Volk and sonderlich Reiterei. 

Begehrt derhalben sein Entlassung anjetzo, dam it hernach auf 
den Winter Ihr Mtt. den Campo mit ein Capo and aller Notturft ver- 
sehen konnen. 

Dies sein Sachen grosser Consideration, vieler schadtlichen Con- 
sequenzen and liegt Ihr Mtt. Dienst, dero Kiinigreich und Lander ja des 
ganzen gemeinen Wesen Schaden oder Befurdernng daran. 

Und dainit ich von letzten anfange, so find ich wie ich den Her- 
zogen kenn, er mir auch ad partem expresse schreibt, dass er gewiss 
(Iber den Sommer nit zu erhandeln wird sein, daher das erste und vor- 
nehmist, dass man anjetzo alsbaldten auf ein Disposition der Armee mit 
Capi and Notturften gedenken thue, auch dasselbig also zu weg richte, 
dainit man alsbalden, wenn der Herzog abziehen soil, die Ersetzung 
folgen mochte. Nun halt ich, dass zween Weg der Ersetzung eines 
Capo sein, der erste, dass Ihr Mtt. aus den ihrigen oder frembden ein 
Capo nehmen und sein folgende Subjecta : Furst Max, Rudolf von Tiefen- 
bach, Hans Breiner, Don Balthasar, Graf Collalto; Auslfinder: Graf 
Johann von Nassau, Graf von Bergk, Graf Wolf von Mansfeld. Was 
vor Difficultftten bei ein oder dem andern, will ich derzeit schweigen. 

Der andere modus ist: dass sich Ihr Mtt. mit Spanien oder der 
Infanta, dem Cburfiirsten aus Bayern als Capo della liga vergleichen, 
jedes ein gewissen numero Volk zu halten, jeder Theil auch sein Volk 
mit Geld, Profiant und aller Notturft versehen, und Ihr Mtt. als Rb- 
mischer Kaiser Capo tiber dies Volk im Reich war en und alsdann den 
Gen. Tilly in ihre Dienst ubernehmen und ihme den Commando driiber 
geben und er kaiserlichcr General war. Was Ihr Mtt. iibriges Volk 
hetten, das kundte abdankt und theils znr Defension ihrer Lander ge- 
braucht werden. 

Folgt jetzo der Verlag dieses langwierigcn Kricges, dann so viel 
es sich ansehen Utsst, so ist so bald kein Fried zu hoffen und muss ein 
Verlag sein auf ein oder den anderen Weg. Bleibt nun Eu. Mtt. Armee 



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339 

neues als dass der Graf von Tilly wiederumb uber die Weser 
ist; der Kiinig liegt mit seiner ganzen Armee gegen mir, der 
Mansfeld wird gewiss nach Schlesien, darinnen er grosse 



auf dem Fuss und outer ein eigenen Capo, so mtissen'Eu. Mtt die 
Spesa allein haben and darummen 8 org en, und sein ungef&hrlich nach- 
folgende Mittel: 

Erstlich Kfinig aus Hispanien durch die Infanta umb monatliches 
Gelt oder Uebernehmung etlicher Ihr Mtt. Regimenter alsbalden zu 
ersuchen and zu erhandeln. 

Dessgleichen ist bei Ihr Babstl. Heiligkeit in omnibus modis zu 
suchen aach ehe ein eigen [Boten?] hineinzaschicken, die Fiirsten in 
Italien umb Geldhiilfen zu ersuchen. 

Im Reich CreisStag za halten, die Reichsstadt umb Hilf in Geld, 
Munition, arma und Profiant auch mit Betroung zu ersuchen. Die 
Quartier im Reich sein zu erweitern und die Contributionen zu begehren, 
die alten Restanten im Reich, Ihr Mtt. Kunigreich und Landen ein- 
zubringen. 

Bei den Vornehmen in Landen Anticipation zu thun. 

In den Kiinigreich und Landen ein Disposition zu machen der 
grossen Contribution, damit es eingebracht und zu Bezahlung des Volks 
gebraucht werde. So kundte von der Cammer aus ein Disposition ge- 
macht werden, dass Ihr Mtt. aus ihren Kiinigreichen und Landen aus 
ihren Cammergiitern bis in die 200.000 fl. monatlich haben kondten. 

Die Oberpfalzische Tractation mit Bayern ist zu befordern und zu 
schliessen, so wurden vielleicht auch Mittel im Land ob der Enns zu 
finden sein. 

So kondte die Cammer selbst auf Mittel gedenken, von alien was 

zu finden auch neue (?) und Contributionen anzuschlagen, allein 

so lang der Krieg webrt, zu versehen. — 

Bleibt aber die Armee getheilt und Ihr Mtt nit so viel Volk, so 
ist wieder ein andere Disposition zu machen. 

Den Monatsold zum Aufzug ins Feld miisste man alsbalden dem 
Herzogen schreiben [sic] und alle Assistenz versprechen, damit er solches 
noch zu Ihr Mtt Dienst ins Werk richten wollte, denn anderer Gestalt 
wfir die Armee wenig nutz. 

D. Balthasar durch den Fiirsten, Spanischen Botschaften und, da 
es sein kann, von Ihr Mtt selbst zuzusprechen, damit er des Herzogen 
humor secundir und ausser Ihr Mtt Dienst sich nicht turbiren lasst und 
ohn Ihr Mtt Vorwissen und Bewilligung nicht aus dem Feld abziehe. 
In seiner Bestallung zu set /.en, dass er diesen Carico allein zu dieser 
occasion und diesen Feldzug von Ihr Mtt. hab. 

Dass Ihr Mtt. ihr auch bevor behalten im Fall der Herzog abziehen 
wiirde und die Armee noch beisammen zu verbleiben, dass sie alsbalden 
oder wann es dero Gefallen war, ein andere Capo oder die Dienst zu 
ersetzen nach dero Willen und Gefallen. 

22* 



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340 

Intelligenc hat 5 bitt die Herrn werben, denn sie verlassen sich 
gewiss drauf, dass ich ihnen von hinnen kein Mann nicht 
schicken kann und verbleibe hiemit 

* Meines Herrn dienstwilliger Knecht 

A. H. z. F. m. p. 
Aschersleben den 24. Martii 1626. 



Dass er gewiss mit ehesten fortziehe and ehe auf der Post and 

seine Wagon and Ross hinnach kommen lasse, weiss dass der h (?) 

ihme under dessen wohl versehen wird. 



Ordinanz 

und Verzeichniss, wasgestalt alle hohe und niedrige Befehlichshaber und 

Soldaten zu Fuess hinfuro in den Quartieren taglich und wochentlich 

unterhalten werden, sich derselben in alien bequemen und darwider nicht 

schreiten, noch die Unterthanen mehrers beschweren. 

(Copie im SSchs. Staatsarchiv, 9210/63. Fol. 35.) 

Einem Haubtmann wochentlich 100 fl. 

Einem Leutenambt 35 fl. 

Einem Fendrich 25 fl. 

Einem Feldtwebel taglich 1 fl. thuet 7 fl. 

Einem Feldschreiber taglich 1 fl. thuet' 7 fl. 

Einem Feldscherer taglich 45 kr. thuet 5 fl. 15 kr. 

Einem Fiihrer tSglich 45 kr. thuet 5 fl. 15 kr. 

Einem Vorrier tfiglich 45 kr. thuet 5 fl. 15 kr. 

Einem gemeinen Webel deren 2 jedem taglich 45 kr. 

thuet wochentlich auf einen 5 fl. 15 kr. 

Spielleute deren 5 jedem des Tags 22 x / 2 kr. thuet 

wochentlich auf einen 2 fl. 37 y 2 kr. 

6 Corp oral en, einem jeden des Tags 30 kr. thuet 

wochentlich einem 3 fl. 30 kr. 

6 Landes Passaten einem jeden des Tages 30 kr. thuet 

wochentlich einem 3 fl. 30 kr. 

Oefreite, deren unter einer jeden Compagnie mehr nit 

als 24 passiret werden, einem jeden des Tags 

22 Vj kr. thuet wochentlich einem 2 fl. 377, kr. 

Soldaten einem jeden taglich anderthalb Pfund Fleisch, zwei Mass 
Bier und 2 Pfund Brod, oder dargegen so viel Pfund Brod und 4 gute 
Groschen oder 12 Kreuzer. Und soil en dariiber die Burger oder Pauern, 
bei welchen die Befehlichshaber und Soldaten losieret, denselben anders 
nichts als allein den hohen Befehlichshabern die Notturft an Holz und 
Lagerstatt zu geben schuldig sein. Dann wird auch bewilliget, dass 



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341 

P. S. 
Der Max soil nach Wien Ziehen und nicht allein wegen 
des Collalto impediren, dass er nicht ins Reich sollte geschickt 
werden, nicht allein mein Schwabisch Volk nicht zu coraman- 
diren sondern auch kein einzigs Volk, in Surama er soil nicht 
hereinkommen, denn er macht mir nur imbrolij und intrigi, 
wie sein Brauch ist und seine bose Natur ausweist. Er soil 
auch in einer andern Materi noch etwas anbringen, bitt mein 
Herr wolle ihm mit seiner Authorit&t assistiren. 



XLI. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Die Praeparation, die man in Schlesien macht, wird gewiss 

nicht bastant sein dem Feind zu resistiren, dahero dann ich 

noch bitten thue, dass Ihre Mtt. sich in starkere Verfassung 

stellen, dann von hinnen kann ich gewiss kein einzigen Menschen 

entrathen, bitt mein Herr befurdere, dass der Don Balthasar 

sowohl der Obr. Lewel fortziehen, sowohl auch der Rest von 

den Crabaten. Der De Fur er ist dahie ein Pest, dann er 

alle Unordnungen und Raubereien befurdert und hat mehr 

Schaden gethan als die ganze Armee; itzunder ist er zu Wien 

seine Wucher zu sollicitiren, ich schreib Ihr Mtt. und bitt, 

da er nicht assistiren incontinenti will, so soil man ihm das 

Regiment nehmen und dem Obristen Lewel geben. Bitt mein 

Herr helf es befurdem, denn er ist mit Nahmen und der That 

ein Fur, seine Reiter und Befehlichshaber klagen mehr uber 

ihn als uber keinen Officier in der ganzen Armee. Ich aber 

verbleibe. 

Meines Herrn dienstwilliger Knecht 

A. H. z. F. m. p. 
Aschersleben den 2. April 1626. 



einem Hauptmann und dessen Befelchshabern auf 6 Pferde und wochent- 

lich auf ein jedes Pferd ein Malder halberstfidtisch Mass Hafer gereicht 

werden solle. 

Actum zue Aschersleben den 16. Mfirz(?) 1626. 

L. 8. 

Albrecht Herzog zu Friedland, 

General. 



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342 

XLII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus Ihr Mtt. Schreiben wird inein Herr vernehmen, wie 
alle Sachen dahie stehen. Am vergangenen Freitag ware gewiss 
der Fuchs unser gewest, aber die Nacbt und ein Pass hat ihn 
salvirt, nichts desto weniger hab ich ihn iiber die Elb machen 
reteriren. Bitt die Herrn machen ein Vorsehung, denn der 
Mansfelder zieht gewiss nach Schlesien oder Bohmen. Ich aber 
verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Enecht 

A. H. z. F. m. p. 

Wansleben den 13. April 1626. 

P. S. 
Der Kurf first von Sachsen wird mit wis halten, so lang 
uns wohl geht. Mein Herr hat mir geschrieben, dass man auf 
das Wasser hat 20.000 Strich Korn geben, so bericht ich ihn, 
dass das Korn nicht Ihr Mtt. sondern mein eigens ist, drumb 
bitt ich, dass man von Ihr Mtt. Korn die 60.000 Strich bald 
herschickt. 

XLHI. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Der Herzog Franz Albrecht schickt auf Wien sein Adjuto 
di costa zu sollicitiren ; bitt meinen Herrn ganz dienstlich, er 



Graf Manifold an den kurfurstlich sachdichen Obriiten Johann Melchior ?on 

Schwalnbaoh. 

(Das Original ist im k. sachs. Staatsarchiv, 9207/33. Fol. 352. Eine 
gleichzeitige Copie im gritflich Harrach'schen Archiv in Wien.) 

Ernest Furst und Graf zu Mansfeldt etc. General. 

Unsern freundlichen und gunstigen Gruess auch wohlgeneigten 
guten Willen zuvor. Edler, Gestrenger, Lieber Herr Obrister! 

Es hat sich gestcrn das Ungltick zugetragen, dass der Feind der- 
matisen stark auf uns ankommen, dass wir unsere gemachte Werk und 
trancheen vor der Schanz miissen verlassen und dariiber das Faessvolk, 



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343 

wolle ihm darzu verhiilflich sein, auf dass era bekommen kann; 
denn er wendts gewiss alles wiederumb an in Ihr Mtt. Diensten. 
Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Knecht 

A. H. z. F. m. p. 
Aschersleben den 14. April 1626. 



deren bei 4000 gewesen zerstreuet und nicdergemacht worden, die 
Reiterei aber und unser Stack haben wir darvon bracht. Welches wir 
dem Herrn Obristen darninb anfuegen wollen, umb sich dessen an be- 
horlichen Orten zn gebrauchen, wenn der Feind wollte ein mehrers und 
grossers Werk daraus raachen. Wir baben nns hiebero nacb Brandenburg 
begeben und daselbst uns wieder zu versamblen und einen Haufen bei- 
aammen zu bringen, umb dem Feind wiederumb den Kopf zu bieten und 
zu widerstehen, den Herrn Obristen freundlich ersuchend, so etwas von 
unserm Volk nacb Wittenberg kfime, sie hero unbeschwert zu weisen und 
zugleich anzeigen, dass sie den Wcg wol auf die rechte Hand nehmben. 
Und so wir dem Herrn Obristen wiederumb in andere Wege an- 
genehmen und freundlichen Gefallen werden erweisen konnen, wollen 
wir uns bereit und willig finden lasseu. 

Datum Brandenburg den 16. April 1626. 

Des Herrn Obristen 

freund- und gutwilliger 

E. v. Mansfeldt. 

Wohlmeinende Erinnernng, was Ihr K. Mtt. bei ihrer unter des Herzogen 
▼on Friedland Commando undergebenen Armee su beobachten haben mochten. 

Ueberschickt [von Miinchen] under Dato des 18. April 1626, so ich 
[bayrischer GesandterJ Ihr fUrstl. G. von Eggenberg iibergeben den 25. dito. 

(Copie im Miinchner Staatsarchiv, 425/8.) 

Es will aus alien bis hero eingeiangten Nachrichtungen bestcndig 
▼erlauten und besorgt werden, wann der Friedl&ndischen Armee nit iiber 
die nothwendige Profiant so unentbehrlich und continuirlich zu reichen 
ist, mit etwas Gelt wochentlich oder monatlich, so aus der Unterthanen 
Contributionen und ergiebigen Geldhulfen der vomehmon Land und der 
im Konigreich Boheimb auch anderer Ihr. Mtt. angehSrigen Landen an- 
gesessenen Herrn noch wohl zu haben sein, auch auf erfolgten wider- 
wertigen Fall (so Gott verhiiten wolle) der Feind zu suchen nit under- 
lassen wilrde, sonderlich wann man nit die vollige und wie mans gewohnt 
i?t fiberfliissige Underhaltung in und aus den Quartieren habeu kann, 
gereicht solle werden, dass nit selbige Armada vergehen sondern, das 



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344 

XLIV. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Dieseii eigenen Currier schicke ich nach Hof des Herzogs 
Girg von Liineburg Bestallung zu sollicitiren, bitt uiein Herr 
helf es befurdern, denn ich wollte gern alsbalden zu der 



noch arger, das Volk (so doch einen Herrn suchen und haben will) zu 
dem Konig von Denemark, Herzog Christian zu Braunschweig und dem 
Mansfelder unfehlbarlich iiberlaufen, nachfolgendts auch leichtlich der 
BundstSnde Armee iibergewaltigen oder die Feind sich theilen, ein 
Haufen des Grauen von Tilly Armada aufhalten, der andere aber sich 
in Schlesien und Boheimb begeben oder sonsten ihr Intent, woran es 
ihnen allerseits alsdann nit mangeln wttrde, zu ihrem Vortl hinausbringen 
mochten. 

Die Ursache aber, warumben solches nit allein zu besorgen, sondern 
ohne nothwendige Remedirung unfehlbarlich erfolgen miisse, seind fUr 
sich selbst so bekannt und offenbar, dass es fast einiger Remonstration 
nit bedorfen wiirdet; dann ob sich wohl bisshero thun lassen, dass die 
Werbungen ohne Gelt vorgenommen und ein Anzahl Volks aufgebracht, 
auch ebenfalls ohne Gelt und Bezahlung einigen Monatsolds mogen hin- 
under gebracht werden, so ist aber ein solches dahero vornemblichen 
erfolgt, dass die Befelchshaber die Werbungen ohne Entgelt auf sich 
genommen, weil sie gleich darauf gute Musterplatz, gute Quartier und 
aus denselben ergiebige Exactiones bekommen haben. Nun aber ist der 
Befelchshaber Sackel erfiillt, die Quartier erossigt, die Viveri aufgezehrt 
und kein Hoffhung zu anderen guten Quartieren, dass also der Befelchs- 
haber bedacht ist, weiln er genug hat und niclits als Gefahr des Lebens 
und Verlust dessen, so er dergestalt erlangt hat, zu gewarten, alio Mittel 
und Weg zu suchen, sich von seinem habenden Charge zu licenzirn; 
kein Befelchshaber ist vorhanden, so sich der armen Knecht erbarme, 
den Eranken und nothleidenden etwas fiirleihe und gebe, weil er sich 
sonderlich der Wiedererstattung nit zu getrosten, dannenhero dann der 
arme Soldat so nit mehr zu leben, kein Gelt oder Bezahlung gehabt oder 
noch verhofft, auch nichts anderes als den Todt und Verlust seines 
Lebens eintweders vom Feind oder Hunger und Kummersnoth zu er- 
warten, und den Gegentheil so mit Gelt versehen vor Augen hat, der 
gehet mit des Feindts grossen Vortl, mit des gemeinen Wesens unwieder- 
bringlichen Schaden und Nachtheil hindurch, wie dann der Konig von 
Denemark die beste Occasion hat, nit allein das nothleidende Volk zu 
constringiren, dergestalt abzumatten und zu consumiren, sondern durch 
Gelt an sich zu bringen und mit etlichen Tausend Reichsthalern das- 
jenige zu effectuiren, was er mit langwehrender Continuation des Kriegs 
etwa nit erhalten mogen und solches alles sein Sachen, deren Erfolg sich 
nit allein begeben kann, sondern weil die Noth bei noch fernerem Gelt- 
mangel von Tag zu Tag sich vermehret und es also auf Seiten der kais. 



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345 

Musterung greifen; ich vernimb, class der Cardinal 12000 Mann 
offerirt, ich rathe man nimbs an und wann sie von notten sein, 
so kann man sie brauchen, wo es wird von notten sein, ihn 
aber iner ambasciada nach Rom schicken. Ich hore, dass die 
Infantin des Merode Walonen begehrt, drein kann ich durchaus 
nicht bewilligen, denn ich bedarf ihr selbst gar zu sehr, der 
Merode hat aber selbst solcbes zu Briissel practicirt, ich ver- 
meine, dass man ihn alleweg dem Fttrst Maxen sollte in Schlesien 



Armee nur allzeit gefShrlicber wird, aus obangehorten Ombst&nden not* 
trungenlich begeben moss. 

Es ist nit zu zweifeln, dies alles werden die R. Kais. Mtt. Und 
dero bochansehenliche and verstandige Rathe vorhero schon zu gentiegeri 
berichtet sein und daruber nit underlassen, die nothwendige Remedirungs- 
mittel, wie sie nothwendig erfordert werden, fUr Hand zu nehmen. Nit 
ohne ist es, dass Ihr. Kais. Mtt. Landen viel ausgestanden und erlitten 
baben und wie aus dem vorgefanden Erfolg nit unglaublich zu ermessen, 
vielfaltig erschopft sein, aber bei so gestalten Sachen wird niemand in 
A bred stehn, dass bei den vor Augen stehenden extremis dahingegen 
auch die extrema zu tentiren, alles Vermogen daran zu strecken, weil 
ohne das alles Vermtigen in summo periculo versirt, keiner sich schonen, 
sondern Kusserst angreifen solle, weiln auch keinem oder koines Ver- 
miigen auf erlangten gliicklichen Success des Gegentheils nit wiirde ver- 
schont werden, Niemand wird ihme anderst einbilden konnen, als dass 
viel besser sei, etwas fur alles zu geb'en und beizuschiessen, sich selbst 
anzugreifen, als von dem Feind angegriffen zu werden, ausser seines 
Hans die Flammen dempfen zu helfen als diesolben in seinem eigeuen 
Haus zu erwarten, wie dessen die erschreckliche vorgangene und noch 
taglich vorgehende auch ferners in mehr andern Landen, wann man nit 
zeitlich darzu thuet, besorgende abscbeulicbe Exempla zu einer Warnung 
sichtiglich vor Augen stellen thun und wiirde vermuth lie h auf den bessern 
Erfolg und erlangter Oberhand nit nur bei Ruinirung und Devastirung 
der Landen, sondern beharrlicher Occupirung derselben verbleiben, wann 
einmal der Gegentheil die Oberhandt (darzu ihme oberztthlter Massen 
der Weg gebahnt sein wiirde) gewinnen sollte, weil nit zu sehen, wo 
und woher die Mittel zur Hiilf, neuen Werbungen (weil der Gegentheil 
alsdann alles in seiner Macht und Disposition hette) und in andere 
vorstendige Weg zu nehmen sein, sondern alles augenscheinlich ermangeln 
und die Reu der Underlassung dessen, so dermahln noch wohl mug] ich 
ist, wie in alien andern Ffillen also auch hierbei zu spfit sein wiirde. 

Man weiss, was ein einige Contribution der Kron Boheimb fur ein 
Anzahl Hundert Tausend Thaler albereit ertragen, wann nur ein Theil 
dahero appliciert wiirde, konnte man etlich Monat lang mit Anlehen dem 
Volk entgegen gehn. Sollte dann je solcbe Contribution anderwarts bereit 
verwendet sein, so solle ja die eusseriste Gefahr verursachen, dass de 
novo zu diesem hochnotwendigen Intent ein neue Verlag angestellt werde. 



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346 

schicken, auf class er das Commando aldar hat und wird sich 
konnen bei Frankfurt an der Oder und zu Grossen leg en, un- 
geacht das dem van Brandenburg zugehort, denn. sonsten ist der 
Mansfelder resolvirt sein Posto aldar zu nehmen. Ich aber 
verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Aschersleben den 21. April 1626. 

In die Neue Mark, wann der Kaiser mehr Volk wird 
haben, muss er auch in alleweg legen und eins Pass iiber die 
Oder sich impatroniren, es wird viel guts daraus erfolgen, 
mein Herr seh es nur in des Mercatoris mapa. 

[Zu diesem Schreiben gehort wahrscheinlich auch das nachstehende 
Post Scrip turn, welches auf einem besondereu Blatt ohne Datum sich 
befindet] 

Ich bitt mein Herr sage Ihr Mtt., dass sie incontinenti 
ein eigenen Currier zu dem Churfursten von Brandenburg 
schicken und denselben beweglich ermahnen, dass er den 
Mansfelder in seinem Land nicht leiden, vielweniger ein ein- 
zigen Randevu oder Sammelplatz mehr gestatten solle. 



XLV. 

Hochwohlgeborner Freiherr ! 

Ich berichte meinem Herrn, dass der Don Verdugo und 
Obr. Kratz nicht allein die ganze Wetterau sondern alles, was 
umb die Under Pfalz granizt, in ihre Contribution gebracht 
und mir mein Volk, so auf den Musterplatz in die Wetterau 
hat ziehen wollen, nicht losieren lassen, sondern nicht viel 
anders als der Feind selbst sich gegen ihnen mit Austreiben 
aus den Quartieren erzeigen, dardurch dann Ihr Mtt. Dienst 
hochlich leiden thuet, dann die Knecht und Reiter nicht allein 
sich verlaufen, sondern aus Desperation zum Feind sich be- 
geben, dardurch dann nicht allein der Feind sich sterkt, sondern 
ein grosse Corage fasst, dieweil ein solche Dissension unter 
uns will einreissen, bitt derowegen mein Herrn ganz dienstlich, 



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347 

er wolle bei Ihr Mtt. verhulflich sein, auf dass sie eilendts 
ein Currier zum Don Verdugo schicken und ihm solcbe Im- 
pertinenzen ein b tell en, wo nicht, dass sie ihm und dem Kratzen 
ihre Guter in Bohmen werden einziehen lassen, es miissen 
auch Ihr Mtt. incontinenti an die Infantin schreiben und wegen 
dieser Exorbitanzen sich beschweren, es consistirt aber alles 
in der Eil und ich verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Aschersleben den 22. April 1626. 



XLVL 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus dem Herrn Questenberg ' wird mein Herr alle Be- 
schaffenheit dahie vernehmen und wo mein Intention aus ist, 
wenn alles das Volk wird zusammen kommen. Bitt dieweil 
der Mansfelder itzunder sein Reis nach Schlesien wird ein- 
gestellt haben, so lasse man doch auf Kaiserisch und nicht der 

1 Auf diese Sendung Questenbergs beziehen sich wahrscheinlich nach- 
stehende eigenh&ndige Bemerkungen Harrachs: 

Eigenh&ndige Bemerkungen Karl von Harraohi. 

Herrn Questenberger war zu befehlen, dass er dem Herzogen an- 
zeiget, dass Ihr Mtt. wenig Bedenken hetten gehabt, ausser Graf Fritzen, 

als der Calvinisch, die andere zu (?) zu nehmen, man hat aber 

Nachrichtung, dass aus Niederland der Graf von Nassau nit oder doch 
gar langsamb zu bekommen war, Graf von Mansfeld aber jetziger Zeit 
von dem ChurfUrsten nit zu begehren und er auch nit Erlaubnuss be- 
kommen hette. Und also auf des Herzogen so stark begehren schickt 
man den Don Balthasar mit guter Vertrostung, dass sie sich wohl ver- 
gleichen und Ihr Mtt. Dienst verrichten werden. Dahero Ihr Mtt. ihne 
Herzogen auch ersuchen, sich mit ihm Don Balthasar wohl zu ver- 
gleichen. 

Item von ihme Herzogen zu wissen, was sein ganzliche Meinung 
itzigen Friieling vorzunehmen. 

Warumb er und Tilly sich nit conjungiren oder doch naheter zu- 
sammen losieren, dem Feind Widerstand zu than. 

Und da Mansfelder in Slesien oder Behamb reist, der Etinig aber 
Theils Yolk bei sich behfilt, was sie alsdann gedenkeu vorzunehmen. 



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348 

Schlesischen Ftirsten und Stande Bezahlung des von Dona 
Regiment mustern und man schicke mirs auf der Elbe zu; 
will der von Dona darbei bleiben oder nicht, gilt mir gleich, 



Wie stark der Herzg jetziger Zeit an Volk ist, was die ftecrtttift 
und nene Werbung sein wird und wie er gedenkt dieselb auf dem Fuss 
zu erhalten. Wenn ibme der Pass aus Bebamb und auf der Eib gespert 
waY, wo er gedenkt die Profiant zu nebmen und ob nit bei den umb- 
liegenden und sonderlich denen, so hinder beeden Armeen sein, Profiant 
zu erhandeln wfir'und kondte nit schaden, dass in eventum etliche Ersueh- 
scbreiben er Herr Questenberger mit hette, darunder auch an die Hansestftdt, 

Questenberger soil sicb auch erkundigen, was vor Klagen wider 
Herzog und welche Obristen es seien und nach Gelegenheit mit seiner 
Dexterit&t die Sachen accomtnodiren. 

So ist nothwendig mit ihme Herzogen zu reden, damit er sich 
mit der Armee nit leicbt retirir und da es je sein miisst, wohin und auf 
was Weis und Intent er solches gut befinde. Und weil er auch zu Herra 
Grafen Tilly soil, so miisste er sich vorher rait dem Herzogen ver- 
gleichen, was an ihme zu begehren ware. 

Mit dem Obr. Aldringer soli sich der Questenberger abocirn und 
alle Beschaffenheit erkundigen, auch wegen Gelt und Profiant wohl 
informiren lassen, wie der Sachen zu helfen sei. 

Weil aus des Churfiirsten von Sachsen und des Herzogen Schreiben 
fcowohl auf allem Ansehen nach kein andere Intention als Mansfelder 
in Schlesien zu ziehen gewiss ist, also halt ich nit allein vor mehr als 
notwendig in der Gegenwebr alsobalden und eilend zu stehen, sondern 
auch auf des Feinds mehrern Progress mehrer Hilfen und neue Wer- 
bungen zu thuen. 

Dem von Dona ist zu schreiben, dass er omnibus modis die an- 
gebotene Werbung eilend fur die Hand nehme, die alten Regimenter zu 
Ross und Fuss sein alsbald zu sterken und so geschwind als muglich 
auch nur zu 2000 Mann fortzuschicken ; die Mittel zu diesem muss man 
finden, soil man Hundert von Hundert geben, denn die Gefahr ist gar 
zu gross. 

Die Ursachen warumb das alt Volk zu schicken ist, dass man der 
neuen Werbung Rucken (?) helt, denn soil der Feind ehe ins Land 
kommen, so kiindt die Musterung nit fort gehen. Und wann es gar 
gemustert ware, so ist es lauter neu Volk und neue unerfahrene Befelchs- 
haber, bei den alten sein Oberste und gute Befelchshaber, die kunnen 
den andern Herz machen und ein Standt halten. Der Feind bringt gut 
Volk, daher auf die neu Rekruten nit kann ohn die alten ein Fundament 
gemacht werden. 

So ist mehr als gewiss, schickt man nit ein Capo von hinnen 
alsbalden hinein, so wird nichts guts gericht, will geschweigen, dass unter 

den D (?) wenig Soldaten gewest, sondern es wer alle Confusion 

entstehen und wer keiner den andern wollen obediren und das wer der 
reehte Weg das Land und Armee z« verlieren. Was aber vor ein Capo, 



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349 

aber das Regiment hette ich gem, denn es sollen liber die 
massen gute Knecht darunder sein. Die Reiterei begehre ich 
nicht, denn sie taugt nicht hieher. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Aschersleben den 29. April 1626. 

XLVII. 
Albrecht von Waldstein an den Kaiser. 

(Eigenhitadiges Original.) 
Allergn&digster Kaiser und Herr! 

Dass der Graf von Tilly solle des Herzogs Christian sein 
Reiterei in die Flucht gebracht haben, ist wohl die Red in 
der Armee, aber weder vom Grafen von Tilly noch von keinem 
gewissen Ort hab ich bis dato kein rechte Nachrichtung. Ich 
lasse meine Walonen, Grafen von Serin Crabaten neben etlich 
neu geworbenen Volk hereinwerts avanziren, auf dass ich mich 
derselben auf alle begebende Full bedienen konnte, dann mein 



find ich, dass zu dieser Impresa niemand besser als Fiirst Max ist, dann 
in Slesien hats viel Fur 8 ten, also ist gut, dass ein Fiirst Capo sei. Die 
FUrsten von Lich ten stein haben gross Interesse in Slesien, also wer er 
ihms mehr angelegen sein lassen. Fiirst Max- hat ein Manier dolce zu 
commendiren, ist fleissig und considerirt alles wohl und dies taugt zu 
dergleichen, wo man mehr defensive als offensive kriegen muss. 

Die Requisita und anders was nothwendig kiindt Fiirst Max besser 
als keiner mit seiner Herrn Briider HUf bekommen. Zu diesen alien 

gehort gewiss (?) kein Zeit zu verlieren, an alien Or ten Hilfen 

und Diversionen zu procuriren. Sonderlich aber mit dem Palatino sich 
zu versichern, wann Betlehem movireu wiirde . . 1 . (?) 

Herzog begehrt nachmahlen instendig die Proliant aus Behamb. 
Avisirt auch des Man sf elders Fortzug in Slesien, bitt umb Armirung 
derselben Ortter, vertrost alien guten Progress. Avisirt nachmalen, dass 
Brandenburg in der Liga und des Mansfelders Durchzug sei ihme und 
den seinigen wohl wissend gewest. Begehrt des H. Lobels Fortbefiirderung 
sowohl der Crabaten. Begert des Questenberger auf der Post zuschicken, 
damit er von alien kdnne Bericht geben. Bitt des Isolani und Strozi 
Werbung fortgehen zu lassen, denn die geringe Reiterei sei ihm sehr 
nutz, versichert, dass der Feind gewiss in die 40.000 Mann stark sei. 



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350 

meiste Kundschaften lauten, dass der Konig im willens iat zu 
schlagen. 1st nun sein Ernst, so hoffe ich zu Gott, dass Eu. 
Mtt. mit Ehr und Nutz diesen Krieg bald enden werden. Ich 
hab Eu. Mtt. zum oftermals gehorsamblich gebeten, sie wollten 
die gnedigste Anordnung than, auf dass der Graf von Trautem- 
dorf von Dresen hieher sollte kommen, es ist mir aber un- 
wissend, ob er noch auf Dresen wird oder nicht, aber Eu. Mtt. 
Dienst erfordert hochlich, dass er alsbald herkompt, denn ich 
kann nicht eher ins Feld mich begeben, bis Eu. Mtt. ihn her- 
schicken, denn wann Eu. Mtt. einen herschicken, wen sie wollten, 
und derselbe kein wirklicher geheimer Rath ware, der alle 
considerationes de statu Eu. Mtt. nicht wissen thete, so konnte 
ich kein Resolution nehmen und desselben Ankunft were wenig 
nutz dahie. Drumb bitt ich Eu. Mtt. schicken ihn unverziiglich 
hieher, denn itzunder kompt nun die Zeit herzu, dass die 
Foragi zeitig wiirden und man campegiren kann und in kurzer 
Zeit kann so viel versaumbt werden, das in viel Jahren nicht 
zurecht gebracht wird. Sonsten tractire ich mit den Resten 
des Mansfelders Reiterei, dass sie heriiber fallen sollen, bleiben 
sie aber dorten, so zweifel ich nicht, dann dass sie zum andern- 
mal nicht besser als izunder machen werden und thue mich 
in dero Kaiserl. Gnad gehorsamblich befehlen 

Euer Mtt. 

unterthenigster Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Aschersleben den 2. Mai 1626. 



XLVIII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Der Obr. Pechmann, den ich zum Kurfiirsten wegen des 
Mansfelds Niederlag parte zu geben geschickt hab, l meldt, dass 



Albreeht von Walditein an den Knrfunten von Sachfen. 
(Original.) 

Durchleuchtiger etc. 

En. Q. seind meine jederzeit dienstgevlissene etc. Dienste bevor. 
Und kann dieselbige nnbericht nicht lassen, wie mir unser Herr heutigea 



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351 

sich der Kurfurst hochlich driiber erfreut hat, sagt dass unter 
alien seinen Rath en ausser des Schonbergs und Schlicken die 
ubrigen gar nicht gut kaiserisch seind, hat sich driiber sehr 



Tags Gluck gegeben, dass ich den Mansfelder bei der Tessawer Brttck 
geschlagen hab. ' Schicke derowegen den Obristen Peehmann, Eu. G. 
von alien Bericht zu geben, denn dieweil er die Avanguardi geftlhrt, sein 
Valor gar wobl erzeigt and ein guten Theil an dieser Victori billich 
participiren soil. Micb benebens £. G. gehorsamblicb empfehlend. 

Eu. G. 

dienstwilliger Diener 

A. H. z. F. 
Zerbst den 25. April 1626. 

Dei Obristen Peehmann Anbringen bei Xnrtaehsen. 

Der General Herzog zu Friedland lasset durch dero abgefertigten 
Obersten Peehmann bei Ihr Churf. D. nachfolgende Pankte vor- und 
anbringen: 

1. Erinnert sich der General Ihrer Eais. Mtt ihme gegebene 
Ordinanz und Instruction, dass er nichts hauptsachlichs vornehmen sollt 
ohne Vorwissen und Beliebung Churf. D., versehe sich auch, er wtirde 
demselben bishero gehorsamblich nachkommen sein, wie denn von 
jetzigen nunmehr Gott lob wohl verrichteten Anschlag durch den Herzog 
von Sassen Ihrer D. Andeutung thun lassen. Begehrte itzo, Ihre Churf. 
D. wolle ihm dero Gemiithsmeinung entdecken, was nunmehr nach itzo 
vollbrachter Schlacht ferner zu thun sein miige, demselben wollte er 
sich gerne accommodiren. Unvorgreiflich und ohne Massgebung halte 
der General darftir, dass er dem (General Graf Tilly wollte von dem 
neugeworbenen Volk, welches under des Herzogs zu Liineburg Com- 
mando sein sollte, etwa 18000 zuschicken sollte in die Nahe, dass dessen 
der Tilly m&chtig sein kttnne zu dem Ende, dass er Gen. Tilly sich 
nachfolgender fflnf Hauptorte oder Stfidte bemachtigen solle 1. Minden, 
2. Nordheim, 3. Gottingen, 4. Erichsburg, 5. Herrnbusch (?). Desgleichen 
wolle er General sich nachfolgender Orte impatroniren und durch Be- 
lagerung an sich bringen: Schoningen, Wolfenblittel, Steinberg, Helm- 
stadt. Diese Orte waren ausser Wolfenblittel nicht feste. 

2. Da aber Ihrer Churf. D. besser belie bte noch etwas mehrers 
von seiner Armee dem Gen. Tilly zuzuordnen, dass er sich letzt gedachter 
Orter auch bemMchtigen konne, wollte er mit 20.000 Mann und seiner 
Artolerey fortriicken nach Mechelburg und Holstein, dadurch den Konig 
divertiren, dass er sein eigen Land schutzen miisse und Tilly sich des 
Landes Braunschweig desto leichter bemkehtigen konne. llierdurch 
warden seine einzige Quartier ganzlich quittirt ausserhalb Halberstadt, 
Hall und Aschersleben, so mit neugeworbenen Volk besetzt wiirde. 

3. Ersuchte der General Ihre Churf. D., sie wollten dero Kriegs- 
and Ampt-Officieren Befehl thuen, dass ihme sein neugeworben Volk 
nicht moge aufgehalteu, soudern jedes Orts passirt werden. 



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352 

erfreut, sagt wann der Kaiser auf Prag kombt, dass er zu ihm 
will kommen, itzt were Zeit mit dem DeputatioDstag fortzu- 
fahren, dann der Kaiser hat nicht Mittel zu kriegen und dies 



4. Die Tessawische Briicke solle besetzt and in gute Obacht ge- 
nommen werden, und da es Ihrer Churf. D. beliebte auch Zerbst, da es 
aber derselben, so viel Zerbst betrifft, nicht beliebte, wollte er sich anch 
accommodiren. 

Und da je vor gut gehalten wttrde, dass er Herzog fortrficken 
sollte, miisste er den Ober-S&chsischen Kreis beriihren, ob solches Ihre 
Churf. D. geschehen lassen. 

(Copia dd. Moritzburg 18./28. April 1626.) 

Antwort des XurfSrtten (durch den Praiidenten dem Obristen Pechmann 
mundlich gegeben). 

Auf den 1. u. 2. Punkt miissen Ihr D. des kaiserl. Schreibens 
dem General ertheilet, mit Vorbewusst Ihr D. zu verfahren, zu erinnern 
es ware auch Ihr D. wie bishero geschehen auf Ansuchen des Generals 
dero Rath mitzutheilen erbotig. Wie aber das Werk ferner anzugreifen, 
da wtirden sich beide General eines Schlusses zu vergleichen wissen, 
dann die Occasiones miissen consilia an die Hand geben; anitzo konnen 
Ihre Churf. D. davon nicht sagen. 

Die vorgeschlagene Orter waren Ihrer D. nicht bekannt. Wann 
sie ihr auch gleich den Vorschlag gefallen Hesse, kOnnte doch die ge- 
ringste Occasion vorfallen, dadurch alles gefindert werden miisste. DafUr 
aber haltens Ihre D., dass man sich anitzo nicht alsbald separiren solle, 
bis man erfiihre, was der Mansfelder ferner wolle vornehmen, oder 
sonsten an anderen Orten diese affronto wollte aufgenommen werden. 

Den dritten Punkt betreffende hatten Ihre D. niemals kaiserische 
Werbung verboten, liessen dieselbe zu, werden auch an den Passen von 
dero Befehlichshabern nicht aufgehalten. An deme w&re es aber, dass 
die Werber heimlich wurben, keine Patenta vorlegten und die Obrigkeiten 
hierumbe nicht ersuchten, da hatte die Obrigkeit Befehlich, sie anzu- 
halten, welches auch etzlichemal geschehen, aber auf vorgehenden 
Vorweiss wiederumb losgelassen worden. Und Ihre D. wollen nochmals 
dieselbe anhalten lassen, wann sie in der heimblichen Werbung fortfahren. 

Der vierte Punkt hatte seine Mass und wiirde die Briicke wohl 
in Acht zu nehmen sein, weil sich das Gegentheil so hart darumb an- 
nehme. Es bliebe auch die Stadt Zerbst billich besetzt, doch wann Ihre 
D. dieselbe begehrte, dieselbe in ihre Hfinde geliefert werden mochte, 
dass der Residenz kein Schade geschehe, Pliinderung vorbliebe und die 
Einkunften dem Fiirsten von Anhalt nicht gesperret wiirde. 

1st alles ad referendum angenommen. Sign a turn den 19. 29. April 1626. 

(Eigenhfindiges Concept des Kurfiirsten. Actenstiicke des sfichs. 
Staatsarchives, 9207/53.) 



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353 

Wesen ohne Geld kann kein Bestond nicht haben, drumb be- 
gehre ich nacher davon. Er soil auch gern vernommen haben, 
dass Ihr Mtt. dem Grafen von Mansfeld haben befehlen wollen, 
das Volk in Schlesien zu commandiren, bitt man schreibe dem 
Eurfiirsten von Brandenburg, dass er dem Mansfelder in seinem 
Land kein Rendevu gibt. Das Schlesisch Fussvolk das muss 
man mir schicken und im Fiirstenthumb Grossen losieren lassen. 
Bitt auch man hore auf in Btihmen so erschrecklich wegen 
der Luthrischen zu procediren, man mochte auch bei meniglich 
den Credit verlieren, das sein Jesuwitische oder des schlimmen 

Leckers M (?) Inventionen, wanns libel zugeht, Jesuiter 

finden ein anderes Collegium, der Kaiser aber kein anders 
Land. 1 Ich aber verbleibe 

Meines Herrn Diener und Knecht 

A. H. z. F. m. p. 

Aschersleben den 5. Mai 1626. 



Ich bitt mein Herr sage Ihr Mtt. sie wollen dem Herrn 
Tilly schreiben, auf dass er Wolfenbiittel belegert und bald, 
denn so bald das unser ist, so kann ich nach Holdstein ziehen. 
Hier libers chick e ich meinem Herrn Verzeichnuss etlicher Ge- 
fangenen, es seind bei dieser Schlacht iiber 40 Cap. blieben und 
gefangen worden, neben drei Obristen zu Fuss und eines zu Ross. 



1 Auch der Knrfiirst von Sachsen sah sich veranlasst, fdr seine Glaubens- 
genossen in Bohmen zu interveniren. Am 12./22. Marz 1626 schreibt er 
nebst Anderem an den Kaiser : ,Und weil En. Kais. Mtt. ans dem ganzen 
Verlanf vernehmen, dass das Absehen auf Conservation des Religion- und 
Prophanfriedens gerichtet, darzu die itzo in Schwang gehende persecu- 
tiones und Verfolgungen nicht wenig Ursach geben, so bitte ich £u. 
Kais. Mtt. ganz gehorsambst und so hoch ich solle, bevoraus weil nicht 
glaublich, dass die Verfolgungen auf Mass und Weise, wie sie furge- 
nommen und continuirt werden, mit dero Vorbewusst und auf dero 
Befelch geschehen, es wolle Eu. Kais. Mtt. dieselbe moderiren und do je 
meine Beligionsverwandten in dero Konigreich und Erblandern nicht 
geduldet werden sollten (welchs ich nicht hoffen will), denselben doch 
den Abzug mit Weib, Kindern, Haab und Gut, wie allenthalben brfiuch- 
lich, gnfidigst verstatten, damit sie sich in andere Lande begeben und 
des Gewisaens Freiheit erhalten mogen*. (Concept im k. sachs. Staats- 
archiv, 9206/48. Fol. 253.) 

Pontes. Abta. II. Bd. XL I. 2. Hilfte. 23 



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354 



XLIX. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ich zweifel nicht, dass allerlei Discurs bei Hof wird ab- 
geben, dass man die erlangte victori gegen dem Mansfelder 
nicht prosequitirt, des Lands sich nicht bemachtigt oder sonsten 
andere progressi, die nach erlangter victori sein konnen, thuet, 
darauf ich dann meinem Herrn diesen Bericht thue, wenn ich 
nicht mehr Feind als den Mansfelder hette, so were diese ihre 
Meinung ausbindig (?), aber ich habe den Obr. Fuchsen zu 
Tangermiind, der sich aldar fortificirt hat und bei sich 4 Regi- 
ment zu Fuss neben 2000 Pferden hat. Der Konig l&sst alles 
sein Volk bei Wolfenbuttel zusammen ziehen und vermeint in 
kurzem sein Heil zu versuchen. Der Herzog Christian liegt 
in Gottingen und Northeim mit 3500 Pferden neben etlich und 
20 Fandlen zu Fuss ; der Graf von Tilly ist zu Huxter an der 
Weser mit seiner ganzen Armee, von welchem ich kein einzige 
Assistenz nicht hab und hat sich von mir auch ein 30 Meil 
Wegs separirt, hat keinen Feind dorten, in Summa geht mit 
mir umb, wie der Bayrischen Brauch ist. Der Zeit sich zu 
Feld zu begeben eher denn foragi verhanden sein, wer ein Narr 
will sein und ein Armee in 14 Tagen ruiniren, so kann ers 
thun, zu dem mit unbezahlter Armee lasst sich das nicht thun, 
was ein bezahlte thuet. Drumb muss man nicht denken, dass 
diese Armee was langwierigs belegern kann, wie mein Herr 
aus dem von Questenberg weitleufiger wird vernehmen. Ich 
vernimb, dass der Graf von Trautemstorf auf Dresen zum Kur- 
fursten soil, bitt mein Herr helfe, dass er auch herkompt, die- 
weil ich ihm allerlei zu communiciren hab, welches sich nicht 
schreiben l&sst. Bitt auch Ihr Mtt. than Instanz beim Chur- 
fiirsten aus Bayern, dass Herr Gen. Tilly sambt mir Wolfen- 
buttel belegern, dem Herrn Tilly, dass sie auch oft und be- 
weglich destwegen zuschreiben, denn es wird viel guts daraus 
erfolgen, denn er gehet (?) sich an der Weser, wo er kein Feind 
hat, die Ursachen weiss Gott am besten, ich will nicht gem 
temerariamente von jemandsen judiciren. 

Ich hab meinem Herrn auch geschrieben und gebeten, 
dass mir Ihr Mtt befehlen theten den Kniphausen nach Wien 



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355 

zu schicken, denn er ist ein Mensch, den man eher denn gar 
Fried ist, nicht muss gehen lassen [sic]. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Knecht 

A. H. z. F. m. p. 
Aschersleben den 7. Mai 1626. 

Der Kurfiirst zu Sachsen hat gern vernommen, dass man 
dem Orafen von Mansfeld hat das Kommando in Schlesien 
geben wollen, bitt man entdecke ihm destomehr Ihr Mtt. In- 
tention wegen des Vertrauens, so Ihr Mtt. nicht allein zum 
Kurftirsten, sondern auch zu seinen ministris haben, solches 
wird ihm die Affection augiren. 



L. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Gleich itzt komme ich von Furst Christian von Anhalt, 
welcher gern abermals ein Anfang machen wollte ein Frieden 
mit dem Konig zu Dennemark zu tractiren, doch mits Kaisers 
Nutz und Reputation ; er will aber zuvor den Obristen Fuchsen 
scopriren, was sein Intention ist, und will diese Tag einen vom 
Adel hin zu ihm schicken mit diesem Anbringen, wie mein 
Herr aus Beilag, was er selbst aufs Papier gebracht hat, ver- 
nehmen wird, es ist wohl nicht gar zum lesen, welsch ge- 
schrieben, aber dennoch kann mans verstehen, er hats welsch 
wegen des Don Balthasar machen miissen, wird kein ander 
Effect daraus erfolgen, so will ich sehen, dass ich den Fuchsen 
beim Konig discreditir, bitt mein Herr bring es Ihr Mtt. vor 
und ich verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Knecht 

A. H. z. F. m. p. 

Aschersleben den 12. Mai 1626. 



23* 



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356 

LI. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus meines Herrn Schreiben hab ich vera om men, class 
der Obr. Aldringer sehr nach Hof correspondirt ; er thut recht 
dran, denn er ist von der Feder-Profession, mir ist unmoglich 
alle bagatella zu schreiben, ich weiss wohl, dass der Raiser 
gern hat, aber ich hab auf anderes zu gedenken, denn es ist 
ein zimbhche Anzahl dahie Welschen, so gern sich mit Caseten 
delectiren ; doch werde ich nicht unterlassen meinem Herrn alle 
Ordinari zu schreiben, wann nur etwas von Consideration ist. 
Dass viel haben vor des Mansfelders Niederlag ihre Mauler 
gewezt, es geschieht einem jeden, der ein Armada commendirt, 
aber, wenn sie gedechten, in was fur terminis unsere Sachen 
gestanden sein, so redeten sie anders. Der Kaiser delectirt 
sich wohl mit solchen Avisen, dahero ich bis in die Seel dis- 
gustirt bin, denn ich sehe, dass gute und bose gleich tractirt 
werden, ich will gern sehen, wann ich abziehen werde, obs ein 
ander das Werk wird manuteniren konnen, ich hab dem Kaiser 
von 9 oder 10 Jahren her grosse und extraordinari Dienst ge- 
leistet, aber habe allezeit gesehen, dass die calumniatores haben 
nicht allein Qehor, sondern gute Audienz bekommen. Der Zeit 
weiss ich meinem Herrn nichts anderes zu schreiben, als dass 
der Herr Tilly soil Northam belegert haben. Der Kiinig zieht 
mit seinem Volk zusammen, sobald ich ersehen wohin, so ziehe 
ich ihm auf dem Fuss nach, hab die Walonen kommen lassen, 
der Gall Peter ist albereit dahie angelangt. Ich aber verbleibe ! 

Meines Herrn Diener und Knecht 

A. H. z. F. m. p. 

Aschersleben den 13. Mai 1626. 



1 Bigenhandige Bemerkungen Karl von Harraohs. 

Patenten and Commissarien zu schicken. 

Die Pass zu Enns zu versichern. 

6 Fandel H. Maxen zu schicken. 

Montecuculi mit der Cavalleria ond 1000 Ungern. 

Baiern zn schreiben. 

Salzburg zu ersuchen. 

In Steyer zu avisiren. 

In Beharab Brain er und D. Balthaaar anziehen lassen. 

In Under Osterreich gut Achtung zu geben. 



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357 

Itzt kompt mir Aviso, dass der Graf von Tilly nicht 
Northam belegert, sondern dass er dem Herzog Christian nach- 
zieht. 14. Mai. 

Ich schreib Ihr Mtt., dass man mir die Regimenter zu 
Fuss, so man in Schlesien und Bohmen hat, bald herschicken 
solle, darunder begehre ich auch das Breunerische, bitt mein 
Herr befurders, denn auf den Winter will Graf Wratislaw 
abziehen, so wird der Breuner konnen Gen. Wachtmeister iibers 
Fussvolk werden. 

LII. 

Ein Post Scriptum ohne Datum [dem Inhalt nach ca. 14. bis 
19. Mai 1626]. 

Itzt gleich kompt mir Aviso, dass der Herzog Christian 
mit seinem Volk gegen Munden nnd Nieder-Hessen sich reterirt 
hat; der Herr Tilly zieht ihm nach, hat 5mal mehr Volk bei 
sich als Herzog Christian, guts und ritornoso Volk, nichts desto 
weniger begehrt er von mir Succurs unangesehen, dass der 
Konig mit seiner ganzen Armee zum Fuchsen stossen thuet 
und auf einem oder andern Land der Elbe mich zu ataciren 
begehrt. Der Chraf Tilly l hat den ganzen Winter solche An- 
forderung bei mir gethan und nie, so oft ich ihn ersucht, mit 
einem Mann assistirt, sondern allezeit rundumb abgeschlagen. 
Ich fraget zwar nichts darnach, dem Kaiser meinem Herrn zu 
dienen, wollte ihm gewiss in allem assistiren, aber will ich nicht 
selbst periclitiren, so kann ichs nicht than, drumb will man 
mich ins Raisers Dienst mit Gusto erhalten, man lasse mich 
machen, nach dem ich in meinem Gewissen befindt, dass dem 
Kaiser zu Nutz ist. Wir haben schon genug wegen des Bayern 2 

Ungelegenheit ausgestanden, ist nicht ragon (?) dass 

man ihn m^ch tiger auf Kaisers Unkosten macht, in Summa 
wenn der Graf von Trautemstorf her wird kommen, so wird 
er allerlei von mir berichtet werden, bitt mein Herr befiirders, 
denn es liegt gewiss dem Kaiser viel daran, dass er sich mit 
mir abocirt und aufs allerehest als immer miiglich ist. Ich 



1 Ursprtinglich war etwas anderes geschrieben ; Karl von Harrach strich 
es und schrieb dafur: ,Der Graf Tilly*. 

2 Earl von Harrach schrieb anstatt dessen: ,der Herzog von Bayern', 



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358 

hore, da88 der Bayer * des Tiefenbachs, Wietenhorst und Collalto 
wie auch Sachsen Regimenter begehrt hat, ist kein Narr nicht 
drumb, aber ich were ein bestia, wann ich drein verwilligen 
thete, nicht ein Augenblick wollte ich bleiben, denn ich bin 
gewohnt dem Haus von Osterreich zu dienen und nicht von 
der baiii8chen Servitut sich strapaziren lassen. 



Lin. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Gleich itzt ist der Obr. Pechmann bei mir gewest, meldt 
dass die Mansfeldische Reiter, so sich mit der Flucht salvirt, 
zu mir heruber fallen wollen, seind mit dem Mansfelder iibel 
zufrieden, das Fussvolk, so er hin und wieder in den Guar- 
nigionen gehabt hat, lauft von ihm weg, er hat nach dem Land 
zu Mechelburg gewollt, ich hore aber, dass sie ihn auch nicht 
einlassen wollen ; mit den Reitern lasse ich stark tractiren, dass 
sie heriiberkommen sollen, denn es wird dem Feind ein grosser 
Abbruch dadurch geschehen und mit dem Mansfelder auf ewig 
gethan sein. Dem Herzog von Mechelburg were gut, dass Ihr 
Mtt. zuschrieben, dass er ihn als Reichsachter in seinem Land 
nicht gedulden sollte. Der Obersachsische Kreis hat ein Zu- 
sammenkunft zu Leipzig gehabt und haben wollen die Frieda- 
tractation wieder reasumiren, aber der Kurfurst von Sachsen 
hat nicht gewollt, sagt er hette zu vor ein schlechten Dank 
verdient, meints aber auf den Konig, sagt man sollt es auf 
den Deputationstag diferiren. Bitt mein Herr treibe an, auf 
dass sie mir bald die Munition und das Geld herschicken, denn 
hab ich das nicht, so kann ich nichts than; das Schlesische 
Regiment muster man und leg es in das Filrstenthumb Crossen, 
den Breiner schicke man mir sowohl des Herzogs von Sachsen 
6 F&ndel aber ohne einigen Verzug, den Breiner vermeine 
ich zum Gen. Wachtmeister tibers Fussvolk zu brauchen, sobald 
der Wratislaw abzieht. Mein Herr sage dem Kaiser, dass ichs 
mit Gott bezeugen kann, dass ich die Zeit meines Lebens kein 
untiichtigern Menschen zum Krieg gesehen hab als er ist, denn 



1 Siehe Seite 357, Note 2. 



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359 

es steckt doch in der Welt nichts hinder ihm. Der Max, wenn 
er ankompt, wird particularia erz&hlen, ich aber verbleibe hieinit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Aschersleben den 19. Mai 1626. 

Bitt mein Herr befttrdere auch bald, dass der Obr. Lewel 
herkompt sowohl der von Auersperg, einer vor des Feld- 
marschalks-Leutenampt, der ander vor Gen. Wachtmeister von 
der Cavallerie. Ich vermeine ganzlich, dass in kurzem wir 
werden uns mit dem Kiinig abgeklopft haben. 

(Im Abwesen des Herrn von Harrach Herrn Verda oder 
Herrn Qestenberg zu eroffnen.) 



Manifeld an Friedrich von der Pfalx 
(ddo. 19. Mai 1626. Original im Mtinch. Staatsarchiv. 122/3. Foi. 297). 

.... Benebens bericht Eu. K. M. underth&nigst, dass mir yon 
glaubwiirdigen Lenten, welche der Orten herkommen, referirt worden, 
dass man Ewar in der Schlesien fur den Kaiser 2000 Pferde und 4000 
zu Fuss zu werben sich sehr bemiihet, aber hoher nicht als bis uf 700 
zu Fuss und ungefehr 6 bis 700 Pferd kommen konnen. Als nun die 
zu Fuss schworen sollten und verstanden, dass das juramentum auf den 
Kaiser gericht, hat sich ein solcher geringer Haufen des geweigert, ein 
jedtwederer seinen Weg gezogen und seind ihrer nicht mehr als 50 
geblieben, gleichergestalt als die Reiterei vernommen, dass der Aid auf 
den Kaiser gestellt und sie vom Fussvolk das gesehen haben, der mehrer 
Theil Officierer quittirt und sonderlich der Oberste Woiffieben, sobald 
er des Kaisers im Aid gedenken h6ren, seine Charge verlassen und 
resignirt, also dass sich die Reiterei auch solchergestalt selbsten ver- 
lieren wiird. Dannenhero gnSdigster Konig und Herr wohl erscheint, 
wann ich anjetzo mit der underhabenden Armada sollte meinen Weg in 
Schlesien nehmen, dass ich nicht allein mehrerntheils gute Freund und 
vom Land kein sondern Widerstand finden wtirde, sondern wttrden auch 
redlich Lent solch Werk zu befurdern, wann sie also des Anszugs ver- 
gwissert sein mochten, es nicht under lassen, sondern das beste darbei 
thuen. Wie ich dann albereit vertrostet, dass auf solchen Fall aus 
Bohmen mir etlich Tausend zu Pferd und zu Fuss sollen zngeftihrt 
werden. Gestalt sich dann nach meinem Verlnst etlich Rotmeister und 
Capitain aus Bohmen und M&hren gefunden, welche, ob ich wohl ganz 
bloss von Geld und ihnen nichts auf Werbung geben konnen, allein auf 
Vertrbstung commissiones aufgenommen, und begehren ihre Compaguie 



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360 

LIV. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus Ihr Mtt. Schreiben wird mein Herr alien den hiesigen 
Verlauf vernehmen, dahero ich vor iiberflussig halte ihm dupelt 
zu fastidirep, allein dies restirt mir noch zu sagen, dass die 
Herrn dem Kurfiirsten von Brandenburg nicht trauen 8ollten } 
denn gewiss der Kaiser hat kein ergern Feind dU ihn. Man 



und Volk zu liefern, haben auch schon etwas geschickt, so lauft auch 
sonst t&glichen, dass ich mich durch Gottes Gnade meines erlittenen 
Schadens nicht weiter empfinden werde. 

Stell desswegen Eu. K. Mtt in aller Underth&nigkeit ganz ge- 
horsamblich anheimb, ob es dero beliebig and gefSUig sein wollte, dass 
ich mit meiner Soldatesca meinen Weg in Schlesien nehmen and mein 
Heil der Orten versuchen mochte, weil mir nicht zweifelt, dass fur 
diesmal viel gates dadarch konnte verrichtet werden. 

Im Fall nan solches Eu. K. Mtt. gngdigst gefollen sollte, bitte 
dieselbe ich unterthenigst, dem Konig in Denemark hierunder zuzu- 
schreiben, welche ich daza nicht ungeneigt weiss und hat mir noch 
gestern .... sagen lassen, dass sie darfiir hielten, dieser Weg were der 
beste und wttrde Konig in Denemark auch nicht ungefellig sein. Wo 
nun Eu. K. Mtt zu solchem Intent ihren gnfidigsten Consens zu geben 
geruhen wollten, halte ich in Underthenigkeit darfiir (welches doch nur 
meine geringe und wenige Gedanken, damit ich gar nicht etwas Eu. K. 
Mtt. furzuschreiben begehre), warm es dieselben gut finden, dass dasselbe 
dem Work wohl farstendig wurde sein, wenn Eu. K. Mtt. der Armee 
ganz beiwohnen oder mit auf die GrMnz oder sonst in die N£he sich 
begeben sollten, dann dardurch wiirden die wohl affectionirten tapfern 
animirt und in ihrer Treu gesterkt auch sich ganz zu wenden Gelegenheit 
haben und mir, wie oben gemeldt, das Volk zukommen. So konnten auch 
jederzeit ein Land oder etliche Stande, wann sie zu Eu. Mtt schicken 
wollten, dero Resolution umb so viel ehender erlangen, weil sie nicht 
so weit zu reisen, benebens konnte auch ich dero gn&digst Commando 
jederzeit wissen und mich der Schuldigkeit nach gehorsamst darnach halten. 

Im ubrigen wann mir bait mit Gelt mochte geholfen werden, wollte 
ich gar in wenig Zeit mich mit einer Soldatesca mundiren und was dazu 
gehort, dass ich meinen Feind ddrft kuhnlich anschauen. Gelangt dess- 
wegen zum Beschluss an Eu. Ron. Mtt. mein underthenigst hochfleissigst 
und gehorsambist bitten, in koniglichen Gnaden zu geruhen und in L* 
[sic! England?] zu schreiben, damit mir ehist Gelt iibergemacht auch daa 
Englisch und Schottisch Volk zugeschickt werde, welche ich damit in 
Schutz des Allerhochsteu etc. 

Datum 19./9. Mai 1626. 

E. v. Mansfeld. 



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361 

schreibe dem Herzogen von Mechelburg sowohl den regierenden 
Herzogen von Holdstein, dass sie dem Mansfelder in ihren 
L&ndern kein Sammelplatz geben sollen, auch ihn darin dulden ; 
aber die Schreiben miissen mir Ihr Mtt. nicht zuschicken, denn 
ich weiss sie nicht fortzubringen, aber sie miissen auf andere 
Weg bedacht sein, wie sies fortbringen, sie miissen auch den 
regierenden Herzogen zu Tanneberg wie denen von Tanneberg 
auch Hamburger und LtLbecker solches befehlen. Der Graf von 
Trautemstorf wollte ich gern, dass er bald herkomme, denn 
gewiss er wird mehr dem Kaiser in etlich Tagen dahie als bei 
Hof dienen konnen. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Knecht 

A. H. z. F. m. p. 
Aschersleben den 21. Mai 1626. 

Ich bitte man schicke mir des Breiners Regiment hieher, 
denn ich wollte ihn auf den Herbst, wenn der Wratislaw ab- 
ziehen wird, vor Gen. Wachtmeister brauchen fibers Fussvolk; 
bitt auch, dass der Obr. Lewel wie auch der von Auersperg 
bald herkommen. 

LV. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Gleich itzt kompt von* Braunschweig mein vornehmer 
Kundschafter, welchem ich alle Wochen 100 Reichsthaler gieb 
mit Bericht, dass des Herzogs Christians ....(?) Bagage von 
Hannover ist mit 600 Pferden confoyirt worden, demselbigen 
aber des Herrn Tilly Reiter nachgesetzt, die 600 Pferd als- 
balden ausgerissen und die Tillyschen die Bagage bekommen. 
Des Kiinigs Reiterei ist halb meutisch, wollen ihre Bezahlung 
und Abraitung. Der Kiinig ist alle Tag voll und halb desperirt, 
ist ein Schrecken unter ihrem Volk, dass nicht zu sagen ist, 
und sagen sie schon, dass ihre Sachen verloren sein. Wegen 
des Mansfelders schreibe ich dem Kaiser, aus welchem Schreiben 
mein Herr ferner vernehmen wird; bitt er helfe, dass die Pa- 
tenten an die Marckische Ritterschaft incontinenti hereinge- 
schickt werden, dass sie Ihr Mtt. vaterlich ermahnen, sie sollen 



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362 

neben ihrem Herrn fleissig darzu thuen, dass der Mansfelder 
aus ihrem Land geschafft wird, derm sie wissen, was ihnen vor 
Unheil daraus entstehen mtisste etc. Den Ob. Lowel zu Feld- 
marschalks-Leutenampt bitt ich man schicke nur herein, dann 
wo man ehiste Geld kriegt, muss man gewaltig nachdenken, 
dahero dann er mir sehr nutz sein wird; der Don Balthazar 
ist ein guter Cavaliero, aber die Sachen seind zu hoch'vor ihm, 
den von Auersperg dass man auch alsbalden und Gen. Wacht- 
meister iiber die Cavallerie hereinschickt. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger 

A. H. z. F. m. p. 
Aschersleben den 22. Mai 1626. 

Ich verhoffe dass ich 100.000 Reichsthaler von denen von 
Magdeburg vor den Kaiser werde bekommen, in Summa ich 
vermeine, dass ich albereit hin und wieder vor den Kaiser 
iiber die 400.000 Reichsthaler bekommen hab, aber es mangelt 
mir dass ich keinen hab, der mir recht zur Wirthschaft assi- 
stiren thete. 



LVI. 



Hochwohlgeborner Freiherr! 

Dem Herrn Verda schicke ich zu ein Schreiben vom Erz- 
herzog Leopold, schicke auch dabei ein Schreiben von der 
Infantin wie auch von Konig von Denemark, wie mich einer 
und der andere tractirt, wie schmerzt mich in der Seelen, dass 
mich der Kaiser, der mein Herr ist, wie einen Reichsfursten 
tractirt, dieser aber, der mein Herr nicht ist und nicht werden 
wird, tractirt mich wie ein Hundsbuben, mir vergeht gewaltig 
der Lust zu dienen, denn von alien meinen Verdi ens ten hab 
ich nur disgusti und travagli. Ich hab dem Herrn Verda ge- 
schrieben und gebeten, er wolle solches mit dem Fiirsten und 
meinem Herrn communiciren, auf dass mir satisfaction gegeben 
wird, dann sollte ich vor meine lange und treue auch nutzliche 
Dienst despectirt werden, so w&re mirs in der Gruben leid, 



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363 

dass ich ein Tritt je in des Haus von Osterreich Diensten 
gethan hatte, und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Enecht 

A. H. z. F. m. p. 
Aschersleben den 26, Mai 1626, 



lvh. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Mein Vetter hat mir gesagt, dass mein Herr ihn gefragt 
hat, ob ich noch wegen der Herrschaften Beiten und Oderburg 
begehre den Accord zu halten. Ich hab ihm zur Antwort geben, 
dass ich nie anderst im Sinne gewest bin, mein Herr sehe nur 
auf, dass er ihms bei Hof richtig macht und dass ers als Erb- 
herr darmit zu disponiren hat, der Henckel hat nichts anders 
drauf als dass er der Einkommens godirt, aber weder mit der 
Ritterschaft und sonsten in Justici und Guberno-Sachen hat er 
nichts drin zu schaffen, dahero ein eigener Hauptmann aldar ge- 
halten wird ; drumb wird von ndtten sein, dass mein Herr zeitlich 
ihm darmit ein Richtigkeit macht, alsdann mich avisirt, so will 
ich weiter ihm auch Satisfaction geben und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Aschersleben den 26. Mai 1626. 

Mein Herr muss fleissig nachfragen lassen, was vor Pri- 
vilegia zu bemelten Herrschaften seind, auf dass die Kanzelei 
nicht etwas zuriickhalt. 



LVHL 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ich hab vernommen, dass mein Herr iibel auf sein soil, 
welches mir herzlicb leid ist, unser herr verleih, dass er bald 



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364 

zu guter Gesundheit kann gebracht werden. Bitt auch mein 
Herr wolle mich berichten, ob sich mit ihm, wie ich hoffen 
thue gebessert hat, dieweil ichs zum hochsten verlang zu horen. 
Dahie ist derzeit nichts neues, allein dass Herzog Christian 
wiederumb sich bei Wolfenbiittel gelegt hat, ich vermeine wenn 
er sich bei Helmstatt, wie die gemeine Sag geht, wird legen, 
dass er Stoss wird bekommen diirfen. Ich aber verbleibe 

Des Herrn dienstwilliger 

A. H. z. F. m. p. 
Aschersleben den 2. Jmii 1626. 

LIX. 

Hochwohlgeborner Freiherr ! 

Mit herzlicher Freud hab ich vemommen, dass mein Herr 
wieder wohl auf ist, unser Herr erhalte ihn lange Zeit darbei; 
sein Ankunft hette mich dahie als wenn ein Engel vom Himmel 
kommen ware erfreut, aber dieweil mein Weib sein Tochter 
ist, so hettens etliche bose Leut diirfen vor suspect halten, ist 
besser, dass der Graf von Trautemstorf herkompt, von meinem 
Herrn erwarte ich der Gnad, wann Ihr Mtt. zu Prag werden 
sein. Dass zwischen dem Herrn Tilly und mir disgusti sollten 
passirt sein, ich bezeugs mit Gott, dass ich kein Wissenschaft 
drumb hab und glaub g&nzlich darftir er auch, es miissen 
etliche bose Leut solches spargirt haben. Er hat zwar von 
mir, wie der Herzog Christian gegen Hamel ist gezogen, 
2 Regiment zu Fuss neben 3000 Pferden begehrt gehabt, welche 
ich ihm abgeschlagen hab, dann der Mansfeld, Fuchs und Kunig 
seind mir mit ihren Armeen auf den Hals gezogen und hette 
ich ihm solche bewilligt, so hette ich nicht allein den Mansfeld 
nicht geschlagen, sondern hette selbst Stftss diirfen kriegen. 
Der Herr Tilly ist also mit seiner Armee abkommen, dass ich 
mich besorgen thue, dass einmal wird diirfen selzam abgehen. 
Denn er ist der bayrischen Commissari Sclavo und muss wider 
Ragon travagliren und die Armee consumiren und ist gewiss 
nicht ohn, dass er wegen seiner tapfern Thaten bei der 
Welt glorioso ist, wegen der Pacienz aber, so er mit denen 



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365 

Hundsfutern l muss haben, wird bei Gott coronam martyri er- 
langen. £r befindt sich derzeit im Stift Paderborn, sein Armee ist 
nicht alleinabkommen, sondern ganz schwierig und die moisten 
wollen ihre resti im stich lassen, auf dass sie konnten ledig 
werden. Die Franzen und die, so piu de consciencia larga 
seind, seind also vor sich selbst weggeritten, in Sum ma der 
gute alte er befindt sich in ziemblich travaglioso statu, er ist 
aber nicht selbst schuldig dran, dann die, so ihn den vorigen 
Sommer, den vergangenen Winter, auch diesen Frlieling haben 
machen unnotig travagliren und umb sonst die Armee con- 
sumiren, in Summa er hat than, was sein Herr geschafft hat, 
welcher nicht gern Gelt umb sonst ausgiebt, vielleicht macht 
man Frieden, so hat er den Nutz davon, dass er desto weniger 
wird zu zahlen haben. 

Gestern hab ich mich wiederumb mit dem Fursten Chri- 
stian abocirt und wird der Tractation ein Anfang gemacht, 
denn dem Fuchsen ist nicht wohl bei Handel, konnte er mit 
Ehren drauskommen, so thete ers gewiss, ich lasse ihn auch 
auf einem andern Ort anzapfen, wirds nicht helfon, so wirds 
gewiss nicht schaden, denn ein Weg als den andern werde 
ich nicht unterlassen zu than, was zu Ihr Mtt. Dienst und des 
gemeinen Wesens Wohlfart gereicht. Der Kurfurst von Branden- 
burg hat itzt sein Gesandten bei mir gehabt, erzeigt grosse 
Confidenz, begehrt Versicherung von mir, wenn der Feind aus 
seinen Platzen abziehen wird, dass ich sie nicht occupir, ich 
bewilligs, aber er soil ihn nur bald abziehen machen, denn 
sobald die foragi reif werden, so will ich den Feind suchen, 
wo ich ihn finden kann. Heut hab ich mir mit dem Gesandten 
ein Rausch gesoffen. Der Herzog Christian hat sich Gottlob 
wieder frisch und gesund bei Wolfenbiittel von seiner Reis 
eingestellt, man bericht mich, dass er sich will bei Helmst&tt 
legen wie auch der von Weinmar, dass er zu ihm zieht; bleiben 
sie ein kleine Zeit dorten, so werden sie gewiss Stoss kriegen, 
denn ich befinde mich Gottlob itzunder in solchem statu, dass, 
wann se alle zusammen rucken, ich ihn en bastant bin, solches 
ist aber diesen Winter nicht gewest, denn ich weiss am besten, 
in was vor terminis mein Volk dam als gestanden ist, nichts 
desto weniger haben etliche kahle Kerls ihre discursi gemacht, 



Im Original von Harrachs Hand durchstrichen. 



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366 

dass wann sie sich an meiner Stell gefunden, viel anders von 
den Sachen hetten discurirt. In Summa will man mich beim 
Gusto erhalten, so lasse man mich machen, denn ich unter- 
lasse gewiss nichts, was zu Nutz Ihr Mtt. gereicht, dachte ich 
so viel an meiner Seelen Seligkeit als ans Kaisers Dienst, so 
kftme ich gewiss in kein Fegfener viel weniger in die H611. 
Dass man mir weder die Officier noch das Volk her wird 
schicken, bin ich ganz wohl zufrieden; bitt mein Herr avisir 
mich nur bald, ob der von Auersperg wird kommen, denn ich 
richte mich algemach ins Feld zn ziehen, aber nicht eher bis 
das Korn recht reif ist, nnd verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Aschersleben den 3. Juni 1626. 

P. S. 

Ich vermeine, dass der Graf von Serin erst nach dem 
Gen. Wachtmeister iiber die Infanterie sollte gehen, behiits 
Gott, dass man dem Herrn Lewel sollte Unrecht than, denn 
er soil sein Stell vor dem Gen. Wachtmeister zu Fuss haben 
und auch den Grafen commendiren. Bitt audi, dass der Herr 
Lewel alsbalden hereinzieht, denn ich bedarf seiner gar zu 
viel dahie. Der Graf von Serin soil nur den Titel haben als 
Obrister und Capo tiber die andern leichte Pferd. 

Es wird unmuglich sein, dass ich nicht in das Fiirsten- 
thumb Anhalt losiere, drumb muss man bei Hof sehen, wie 
man den Kurfilrstm von Sachsen aquietirt. 

Den Bayrischen Discurs hab ich gelesen, seind viel 
Sachen drin, warumb ich begehren thue, dass der Graf von 



Emit von Xansfeld an dan Konlg tob Danemark. 

(ddo. Haweiburg 3. Juni 1626. — Copie im Munch. Staatsarchiv, 538/30. 

Fol. 62.) 

Durchlauchtigster, Grossmficbtigster Konig! 

Eu. Kon. Mtt. seind meine .... Dienste etc. jederseit bevor. 
Gnadigster Konig und Herr! 

Auf Eu. K. Mtt. Schreiben von (?) dee negst verwichenen 

Monats Maji, welches ich mit gebdh render Verehrung empfangen, soil 



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367 

Trautemstorf herkompt, hette das Geld und die Mittel, so der 
Herr Graf von Tilly hat Krieg zu flihren, so were ich in viel 
Punkten ihrer Meinung, aber dieweil ichs nicht hab, so muss 



derselben ich unterthenigst nicht verhalten, dass ich mich anjetzo nahend 
bei Vier Tausend Mann zu Fuss und tiber 2000 Pferd stark befinde und 
weiln wie Eu. K. M. gnedigst melden die Notturft erfordert, daas Ihr 
Churf. Durchl. zu Brandenburg mit meinem Auszug Satisfaction geschebe, 
bin icb bereit und willig an den Ort zu ziehen, an welchen Eu. K. Mtt. 
mir zu ziehen gnedigst befehlen werden, hoffe zu Gott derselben und der 
gemeinen Sachen der Orten gute Dienste zu thun. Wann es nun Eu. K. 
Mtt. noch gefellig were und sie so viel Volks missen kttnnten, dass sie 
einen Mann oder drei Tausend zu Fuss ein Zeitlang mit mir gehen 
wollten lassen, wtirde destmehr konnen verrichtet werden. Wann aber 
Eu. K. Mtt des Volks nicht entrathen konnten bin ich willig, mit dem 
allein so ich hab dab in zu gehen auf Hoffhung, dass ich mich daselbst 
bald werde stfirken konnen und so dann Eu. K. Mtt gemelte drei 
Tausend Mann nur bis auf die Grenzen mitschicken wollen, wtirde es 
doch viel helfen. Es ist ausser alien Zweifel, dass mir der Feind bald 
folgen wird und Eu. K. Mtt. umb so viel desto mehr erleichtert werden. 
Wann er nun schwach kommen sollte, kann ich ihm desto besser 
Widerstand thun, dann ich mich der Schauffel fleissigen gebrauchen 
werde und mich so stark als mir immer mtiglich fortificiren, bis Betlehem 
Gabor zu mir stossen kann. Sollte dann der Feind stark und mit viel 
Volk nachziehen, hetten Eu. K. Mtt Gelegenheit, mir auch desto starker 
Secours zuzuschicken und zweifele ich gar nicht, dass ich mich in kurzem 
jener Orten wie gemelt sehr stfirken werde, dann sehr viel Volk sowohl 
in Bobmen als in Schlesien auf den Beinen ist, welches zu mir begehrt, 
aber wegen Sperung der Passe in der Mark Brandenburg anjetzo nicht 
wohl kommen kann, dahero es sehr dienlich were, wann Eu. K. Mtt. 
auch Ihr Churf. Durchl. geschrieben und sie gebeten hetten, weiln ich 
doch von Eu. K. Mtt. Befehl habe aufzubrechen, dass sie diejenige, so 
zu mir begehren, nicht auf halten und dann, dass sie mir stillschweigend 
den Pass meinen Weg zu ziehen gdnnen und ihr Volk unter des etwas 
zuruck, allerhand Ungelegenheit zu verhiiten weichen lassen, auch darmit 
ich desto besser fortkommen konne, mir mit Proliant und Fiitterung helfen, 
so will ich keinem Dorf Nachtlager nehmben, sondern allzeit im Feld 
liegen. Dardurch wiirde des Landmanns desto mehr verschont und 
konnte ich meine Leute beisammen und in besserer Ordnung halten, es 
konnten auch Ihr. Churf. Durchl. ingeheimb mir andeuten lassen, wo sie 
wollten, dass ich logierte und darauf sehen, dass es an solchen Orten 
were, da Graswachs ist, darmit die Beiterei das stehende Getraide zur 
Fiitterung desto weniger verderbe. Wann dieses stillschweigend ge- 
schehe, so hette rich Ihr. Churf. Durchl. fUr den Gegentheil desto 
weniger zu befahren, dann ich sehe doch wohl, dass sie daselbst nicht 
gerne noch zur Zeit offendiren wollen. Bitte nochmalen, wann es Eu. 
K. Mtt thunlich, umb gnedigste Willfahrung wegen der drei Tausend 



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368 

ich ein andern modum brauchen, in Surama wann der Graf 
von Trautemstorf wird herkommen, so will ich ihn machen 
mit Fingern greifen. 

LX. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ich hab von Don Balthasar vernommen, dass man zu 
Wien vermeint hat, dass ich Ursach bin gewest und mich mit 
dem Qrafen von Tilly nicht hab conjungiren wollen, man frage 
den Cap. Leon, dass er sich diesen Winter schier zu todt hat 
reiten mussen ihn zu persuadiren dass ers thate, aber hats nie 
than wollen, ausserhalb damals etlich wenig Tag bei Schleden ; 



Mann zu Fuss und es wohl sein kann, wollten £u. K. Mtt. noch ein 
Tausend Pferd darzuthuen, die kunnten durch dero Generaln von tfer 
Cavallerie I. F. G. Herzog von Weimar, wann es Eu. K. Mtt. so 
gnedigst gefellt, gefiihrt und wann ich gesterkt wieder zuruckgebracht, 
oder darmit in all em wie es Eu. K. Mtt. beliebet gehandelt werden. 

Mit Stticken bin ich Gottlob ziemblich versehen, boffe auch an 
Munition kein Mangel zu haben, wann mir nur der Pass an der Oder 
auf Stettin frei und offen ist, allein sein die Laden zu den halben 
Carthaunen, so En. K. Mtt. mir gnedigst geschickt, ziemblich bawfallig, 
wann ich deren ein par im Vorrath von Eu. K. Mtt. erlangen konnte 
und neun Hundert Ktigeln von zwolf, neun Hundert von sechs, und sechs 
Hundert von drei Pfunden, also auf jedes Stuck drei Hundert, wie auch 
die oftgemelte drei Tausend Mann bis auf die Grenzen, wann es je nicht 
anders sein kQnnte, so were ich wohl versehen. 

Dieses hab Eu. K. Mtt. ich also underthenigst berichten und bitten 
sollen, welche ich in den gnedigen Schutz des Hochsten und Ihnen mich 
zu koniglichen Gnaden underthenigst befehlen thue. 

Datum Hauelberg den 3. Juni 1626. 
Eu. Konigl. Mtt. 

unterthenigst gehorsambster 

E. v. Mansfeld. 

Eine Abschrift dieses Schreibens schickte der Kbnig von Dane- 
mark an den General Fuchs, damit dieser und Herzog Johann Ernst 
von Sachsen ihr Gntachten dariiber abgeben, schrieb aber gleich eigen- 
handig dazu : ,Wann dem Mansfelder etwas Volk zugegeben werden soilt, 
so mein ich, dass Riissen und Rantzow Regiment darzu dienlich, darbei 
des Generaln von Weimarn Regiment zu Pferd, der auch mitfolgen muss, 
welches er sich soil erboten haben, lasset mir euere Meinnng strax 
wissen, was euch dunket*. (Original ddo. Wolfenbilttel den 6. Juni 1626 
im Munch. Staatsarchiv, 588/30. Fol 54.) 



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369 

itzunder schicke ich den Obr. Colloredo zu ihm ihn zu er- 
suchen, dieweil kein Feind dorten ist, so solle er sich wieder 
herein wenden, so wollte ich mit dieser Arraee iiber die Elb 
setzen, und also ich auf einem, er auf dem andern Land auf 
den Feind zuziehen, dass er uns auf solche Weis nicht wird 
entgehen konnen ; denn wenn wir nur auf einem Land Ziehen 
theten, so consumiren wir den exercitum, dieweil der Feind 
sich an der Elbe bei Tangermtind stark fortificirt hat und hat 
ein Schiffbrucken daselbst. Uber dies offerir ich dem Herrn 
Tilly von dem Getraidt, so mir aus Bohmen kompt, vor sein 
Armee die Notturft doch umbs Gelt zu geben, denn ich werde 
incontinenti wieder ein anderes darfur in Meichsen kaufen 
lassen, auch versprich ihm von meiner Armee etlich Tausend 
Mann zu dem Effect zu geben, dass einer so stark ist wie der 
ander. Izt wird man sehen, ob ihm seines Herrn secrete in- 
struction! solches zu than zulassen werden; denn thuet er dies, 
so ist der Feind ruinirt, wo nicht, so haben wir ein lang- 
wierigen Krieg und mit grossen Incommoditaten, denn gewiss 
der KurfUrst aus Bayern ist besser vor sich als vor uns. Ich 
aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Knecht 

A. H. z. F. m. p. 

Aschersleben den 6. Juni 1626. 

Des Kaisers Herolt hab ich heut mit 3 Comp. Reiter in 
seinem Habit in Pontifical nach Magdeburg confoyiren lassen; 
den Graf Schlicken schicke ich inorgen bei Magdeburg ein 
Schanz schlagen zu lassen, auf dass dem Feind kein Profant 
an der Elbe von Magdeburg kann zukommen. Die Crabaten 
lasse ich erschrecklich im Land zu Braunschweig streifen, sie 
haben dem Feind ein grosse Furcht bracht. 



LXI. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Der Graf von Serin mit seiner Reiterei ist ankommen. 
Den Colloredo hab ich zum Herrn Tilly geschickt, weiss nicht, 

Pontes. Abth. II. Bd. ILL 2. H&lfte. 24 



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370 

was er richten wird, kompt der Herr Tilly, so verhoffe ich, 
dass wir viel gutes werden richten konnen, wo nicht, so wirds 
ziemblich ein langwierigen Krieg abgeben diirfen. Die bohmische 
Kammer haben den Schifmann nicht gezahlt, der das Getraid 
hat herunder gefiihrt, er hat das Getraid zu Dresen arrestirt, 
also dass sehr drauf geregnet hat und das Getraid ausgewachsen, 
also dass mans nicht wird gebrauchen konnen. Umb Gottes 
willen mache man doch einmal an jemandsen Demonstration, 
denn sonsten ist nicht miiglich, dass ein Galant homo ohne 
Verlust seiner Ehren auf solche Weis dienen kann. Ich be- 
richte den Herrn, dass von des Kaisers Getraidt noch kein 
einzigs Eernle herkommen ist, das hat sollen das erste sein 
und ist vertorben ; wird man mir kein Municion herschicken, 
so hab ich gar auf ein kurze Zeit zu schiessen, wird man aber 
kein Geld schicken, so ziehe ich nicht allein ins Feld nicht, 
sondern ist sich zu besorgen, dass die Soldatesca ein anders 
partito wird vor die Hand nehmen. Ich vernimb, dass der 
Questenberg den Kaiser bericht hat, als wann man kein Geld 
bediirfte; ich glaub er hats than dem Kaiser die Ohren zu 
kiizeln, aber er thuet einen merklichen Undienst dardurch, 
denn der Roswurmb hats dem Basta wegen Ober-Ungern auch 
gethan, der Effect aber hat gar libel ausgeschlagen. Ich aber 
verbleibe 

Moines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Aschersleben den 8. Juni 1626. 

Bitt mein Herr avisir mich, ob der von Auersperg kommen 
wird, hat er nicht Lust zu kommen, so hats nichts zu bedeuten, 
denn ich hab schon gar gute Subjecta dahie. 



LXII. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Der Herolt ist von Magdeburg wieder kommen, ist daselbst 
mit grosser Solennit&t und Submission empfangen und angehort 
worden, der Rath ist ihm bis unters Thor kommen, alsdann vors 



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371 

Kaisers Otto Begrabnuss mit entblossten Hauptern accompagnirt 
and wie er das Edict publicirt, so hats geregnet, der Rath aber 
sarab der gemein mit entdeckten Hauptern gestanden, alsdann 
den Herolt aufs Rathhaus gefuhrt, ihn auf ein Sessel gesetzt 
and ein lange Oration zu ihm gethan, darauf haben sie ihm 
wollen ein Panket halten, er aber dieweil drei Compagnien 
Reiter auf ihn gewart haben, hat nicht bleiben wollen, sondern 
wiederumb in seinem Habit also accompagnirter von ihnen sich 
hinaus begeben, den Reitern haben sie Futter, zu essen und 
trinken hinaus gebracht. Itzunder hab ich ihn auf Eoslar ge- 
schickt, dieselbigen seind aber zuvor gar gut kaiserisch. Heut 
hab ich den Grafen von Schlick wider Magdeburg geschickt 
daselbst ein Schanz aufzuwerfen, auf dass dem Feind kein 
Profant auf der Elb kann zukommen; wenn der Herr Tilly 
wiU, so verhoffe ich, dass wir den Feind itzt konnten ganz und 
gar ruiniren, wie mein Herr aus dem Schreiben, so ich Ihr 
Mtt. thue, vernehmen wird, und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Enecht 

A. H. z. Fd. m. p. 

Aschersleben den 9. Juni 1626. 



LXIH. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Der Herr Gen. Tilly schreibt mir, dass er Miinden umb- 
rennt hat und zu ataciren gesinnt ist, ich seh es nicht gern, 
denn das wird uns das Hauptwerk verhindern, aber es kompt 
mir alles fur, dass sein Herr gern uns den Krieg wollte am 
Hals lassen und selbst den Eopf aus der Schlinge ziehen. Der 
Herzog Wilhelm von Weinmar ist heut bei mir zu Mittag beim 
Essen gewest, thuet sich meinem Herrn befehlen, erzeigt sich 
gar affectionirt auf Ihr. Mtt. Seiten zu sein und ich glaubs 
auch, denn ich halte ihn gewiss, dass er ein ehrbarer Herr ist, 
ich hab so viel von ihm vernommen, wenn der Deputationstag 
wird angehen, dass der Konig wird wohl Fried machen, drumb 
ist von notten je eher je besser, dass man darzu thuet. Bitt 
mein Herr berichte mich, ob noch der Ob. von Auersperg 

24* 



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372 

wird kommen, will er nicht kommen, so hat aichts auf sich, 
denn ich werde schon qualificirte Subjecta bekommen. Den 
Wratislaw muss ich wohl loss werden, dann ich bezeugs mit 
Gott, dass ich die Zeit meines Lebens kein Menschen nicht 
gesehen hab, der zu nichts taugt als er und sonderlich zum 
Krieger, ist Ursach gewest, dass der Feind kein tregua gemacht 
hat, denn die Commissari habens auf 14 Tag begehrt, der Kiinig 
verwilligt, so hat ers auf 3 Monate begehrt, in Surama er hat 
mir so viel dapochezzien gemacht, dass ich ihm nicht wollte 
ein Rott Muschketier vertrauen, er wirds sich auch gar wohl 
contentiren, dass er kann bei Hof sein und mit glesern pesu- 
menen [sic] Kleider tragen, wenn ihm nur sein Rest gegeben 
wird, und ich will darzu rathen und helfen, denn er taugt je 
zu keinem Krieg nicht. Ich aber verbleibe hiemit 

Meines Herr dienstwilliger 

A. H. z. Fd. m. p. 
Aschersleben den 12. Juni 1626. 



LXIV. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Itzt gleich kompt der Graf von Trautemstorf her, ich fahr 
ihm entgegen. Der Gen. Tilly hat mit Sturm die Stadt Miinden 
eingenommen und alles drin niederhauen lassen; der Colloredo 
ist noch nicht von ihm wiederkommen, izt ware Zeit, dass wir 
mit beiden Armeen auf den Feind zuziehen theten, ich auf 
einer, der Herr Tilly auf der andern Seiten der Elbe, wollten 
ihn gewiss bis in Dennemark jagen, des Kunigs Armee befind 
sich noch in der alten Mark. Heut in der Nacht hab ich Aviso 
bekommen, dass der Herzog Christian auch dahin marchiert. 
Und verbleibe hiemit 

Meines Herrn Dieuer und Knecht 

A. H. z. Fd. m. p. 
Aschersleben den 15. Juni 1626. 



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373 
LXV. 

Hochwohlgeborner Freiherr ! 

Aus meiues Herrn Schreiben hab ich vernommen, dass 
sich Gottlob wiederumb mit ihm gebessert hat, welches mich 
in der Seelen erfreut, unser Herr wolle meinen Herrn lange 
Zeit bei guter Gesundheit erhalten. Was die Schreiben anbe- 
langt, so sehe ich, dass mich weder mein Herr noch Verda 
verstanden haben, denn die Infantin tractirt mich iiber die 
massen wohl, aber der Erzherzog Leopold tractirt mich libel, 
indem er mich nicht Eu. L. sondern nur Er tractirt, und ich 
vermein es nicht von ihm anzunehmen. 

Sonsten ist dahie wenig neues, als dass ich vermeine 
innerhalb 10 Tagen zu Feld zu ziehen; mit dem Herrn Tilly 
und mir passirt kein bose Correspondenz, wie der Graf von 
Trautemstorf selbst mundlich berichten wird, es seind aber nur 
Pliederwerk etlicher bosen Leut wie auch des buckelten Grafen 
von Fiir8tenberg, insonderheit aber er ist ein Lecker. Ich 
verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Aschersleben den 18. Juni 1626. 

Ich vernimb, dass man den Herzog Rudolf Maximilian 
von Sachsen hat zu Feld-Marschalksleutenampt machen wollen, 
es kann nicht sein, er versichts nicht, zu diesem Werk muss 
einer sein, der sufficient ist ein Armee zu commandiren. 

LXVI. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Was mir der Obr. Pechmann itzt zuschreiben thuet, uber- 
schicke ich meinem Herrn, drumb ist rathsamb, dass der Herr 
Tilly und ich incontinenti mit allem Volk zusammensetzen und 
unser Heil am Feind eher, dann die andern Hiilfen ihm zu- 
komraen, versuchen, und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Aschersleben den 25. Juni 1626. 



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374 



LXVII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ich vernimb, dass der Graf von Collalto durch Bayern 
practiciren thuet, dass unter dem Praetext der rebellischen 
Pauren man ihm das Volk, so ich in Schwaben mustern lass, 
sollte untergeben und wollte gem seine vanitatera darnrit treiben 
und zum Herrn Tilly stossen, doch nicht lang darbei, wie sein 
Brauch ist, bleiben. Nun versehe ich mich nicht zu Ihr Mtt., 
dass sie mich auf solche Weis despectiren werden, denn das 
Volk sollte man einem untergeben, ders nicht verstehet, darzu 
das Volk, so ich mit solcher harter Miihe zusammen auf mein 
Credit gebracht hab, miisste mir in der Gruben leid sein, dass 
ich je ein einzigen Tritt in Ihr Mtt. Diensten gethan habe, 
zum andern sollte man alle die andere hohe Officier, so bei 
dieser Armee seind, zuriicksetzen und den Grafen von Collalto 
accommodiren, ware die grosste Injustici von der Welt, dass 
die, so Tag und Nacht travagliren, sollten hinden angesetzt 
werden, der Graf aber wegen seiner so oft begangener Imper- 
tinenzen vorgezogen werden, zum dritten so wiirde jederman 
vermeinen, dass nicht er, sondern ich an seinem Wegziehen 
Ursach gewest bin, wiewol wegen seiner im Krieg Qualitaten 
ich zwar nichts an ihm verloren hab, nichts desto weniger 
miisste ich bei der Welt diesen Spott haben, dass ich Ursachen 
dessen bin, im Fall meniglich judiciren thete, dass ihm Ihr Mtt. 
wie Satisfaction darmit geben. Ich hab meinem Herrn zuvor 
geschrieben, dass er durch Anlassung seiner bosen Natur mir 
Intrigi wird machen wollen, aber ich hab ein Remedium darftir, 
da es geschicht, dass ich nicht werde langer dienen, darauf mir 
dann mein Herr im Namen Ihr. Mtt. zur Antwort hat geben, 
ich sollte mich gewiss drauf verlassen, dass es nicht geschehen 
wird, itzt aber practicirts der Collalto anders, obs aber Ihr Mtt. 
Dienst ist, so wirds man nach meinem Abzug gar wol sehen. 
Ich hab auch den Obristen daselbst befohlen, sie sollen kein 
Ordinanz von ihm nehmen, dann ich gar wohl weiss, dass er 
ein Practikant ist, bis dass ich Ihr Mtt. recht informirt hab, 
ob ihnen lieber ist, dass der Collalto in ihrem Dienst oder ich 
bleiben sollte, es hett es wohl nicht bediirft, denn der Herzog 
von Sachsen hett es ohne das nicht gethan und gewiss, wenn 



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375 

sie zuvor hetten gewusst, class ichs nicht empfinden wiirde, so 
hetten ihm die wenigsten obedirt. Bitt derowegen mein Herr 
wolle destwegen mit Ihr Mtt. reden, auf dass sie mir dies Un- 
recht nicht than, denn geschichts, so kann ich kein Augenblick 
dienen ; was ich vor gusto und Nutz bei diesem Dienst hab, 
kann mein Herr leicht erachten, denn ich hab albereit etlich- 
mal hundert Tausend von dera meinigen zugesetzt und bei 
500.000 Reichsthaler vor den Kaiser erhalten, dies hette er 
gewiss nicht ins Kaisers, sondern in sein Beutel gelegt. Ver- 
bleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 

Aschersleben den 26. Juni 1626. 



LXVIII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Gestern haben beide Kurfiirsten Sachsen und Brandenburg 
zu mir ihre Abgesandten geschickt, Sachsen mit Lamenta- 
tionen, so das Volk, so auf seiner Graniz liegt, thuet, ich wills 
aber nach ausserster Moglichkeit remediren. Brandenburg meldt, 
dass des Konigs Intention ist nach Schlesien zu ziehen, ich 
glaubs aber nicht, aber sie wollten gem der Schwedischen und 
Englischen Hfilf erwarten. Ich vermeine aber bald mit dem 
Herrn Tilly zusammenstossen und der Sachen aufs eheste als 
moglich ist ein Endt zu machen; bitt allein man affrontire 
mich wegen des Collalto nicht, denn diirfen Ihr. Mtt. Volk, 
wie ich nicht hoffen thue, so hab ich qualificirtere Officiere in 
der Armee als er ist, so es commendiren werden. Der Graf 
von Trautemstorf hat mir gesagt, dass man hat vorgeschlagen 
gehabt zu des Feldmarschalks Leutenampt den Herzog Rudolf 
von Sachsen. Nun kommbt das gewiss aus des Collalto Kopf, 
der wollte ein Intrigo machen, dieweils der Herzog von Sachsen 
nicht verstehet, dass ich des Don Balthasars nicht entrathen 
konnte und also er seine vanitatem herausbringen, intrigi wie 
sein Brauch ist machen und mir disgusti geben sollte, bitt dero- 
wegen meinen Herrn ganz dienstlich, er wolle Ihr. Mtt. sowohl 



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376 

den Fursten bitten, man solle mich und andere ehrliche Cavaliri, 
so in dieser Armee dienen, wegen des Collalto nicht affrontiren; 
denn ich konnte auf mein Gewissen ehrenhalben kein Augen- 
blick nicht langer bleiben, sondern mu'sste incontinenti abziehen 
und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Aschersleben den 27. Juni 1626. 

Bitt, mein Herr melde Ihr Mtt. wegen des Kurfursten 
von Brandenburg, dann sein Gesandter hat doppelte Instruction 
und Schreiben gehabt, eine pro forma, welche ich Ihr Mtt. 
schicke, die ander secreta, so der Graf von Schwarzenberg mit 
eigener Hand hat geschrieben und der Kurfurst mir auch mit 
eigener Hand ein Briefl, welches ich hierbei meinem Herrn 
zuschicken thue, er hats aber begehrt, dass ichs in geheim 
sollte halten, per inganiarme meglio. 



LXIX. 

Hochwohlgeborner Freiherr ! 

Der Fiirst Christian von Anhalt hat diese Tage zu mir 
geschickt und mir sagen lassen, dass der Herzog von Mechel- 
burg gern wiedrum zu Ihr. Mtt. Devotion sich begeben wollte, 
besorge sich allein, dass ihm sein Land vom Konig mochte 
ruinirt werden; ich hab ihm zur Antwort geben, dass besser ist 
ein ruinirtes als ein verlorenes Land, er sollte Exempel von 
Herzog von Liineburg nehmen, er sagt, dass sein Agent albereit 
bei dem Fursten von Egenberg die Sach hat angebracht. So 
lass ich auch durch etliche aus der Braunschweigischen Ritter- 
schaft tractiren, dass sie diesen regierenden Herrn etwan an 
ein sichers Ort bringen theten, auf dass er auch sich vom 
Konig mochte absundern, denn weder er noch die Ritterschaft 
an des Konigs Vorhaben gefallen haben. Ich erwarte stiind- 
lich des Cap. Leons wieder von Herrn Tilly, denn wir uns zu 
Duderstadt abociren sollen und alsdann gegen dem Feind etwas 
hauptsachlichs vornehmen, ich verhoffe mit Gottes Hiilfe, dass 



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377 

etwas fruchtbarlichs wird konnen gericht werden. Ich berichte 
auch meinem Herrn, dass ich von ihr Mtt. ein Schreiben be- 
kommen hab, dass sie erlauben, dass das Volk, so Herzog 
Franz Albrecht von Sachsen und Karsilius von Balant fiihren, 
sollte im Schwabischen Kreis gemustert werden, auf dass sie 
sich dessen wider der Land ob der Ensische Pauren bedienen 
mochten. Was ich nun Ihr Mtt. darauf antwort, wird raein Herr 
aus Beilag vernehmen. Bitt auch meinen Herrn ganz dienstlicb, 
da es Ihr Mtt. nicht sollte vorgebracht werden, er wolle diese 
Copei Ihnen selbst vorbringen, denn ich kann ja keins Volks 
entrathen, denn es interrumpirt mir alle meine disegni und 
Ihre Mtt. haben mirs zuvor gnedigst zugesagt, dass sie kein Volk 
von mir fordern wollen; haben sies nun damals keins fordern 
wollen, weil es wegen des Tiirken, Betlehem, Mansfelds in Gefahr 
gestanden ist und itzo man sich vor ihnen nichts zu besorgen 
hat, so vermeine ich, dass sie auf die aufruhrische Pauren Volks 
genug haben, insonderheit die weil Bay era und Salzburg ihr 
Volk darzu geben; ich sehe wohl, dass dies aus des Collalto 
Kopf kommbt, dann ich meinem Herrn zuvor geschrieben hab, 
dass er wird wollen alle Sachen imbroliren und mir disgusti 
geben, aber mein Herr weiss schon mein Resolution, was ich 
than will, da es geschehen sollte. Zu dem hab ich noch diese 
motiva, wenn er ein Volk haben sollte, so wird er sich an 
Bayern apagirn und wanns gegen dem Winter kame und alle 
Graffen und Stadtl wurden mit bayrischen und seinem Volk 
belegt werden und ich miisste in der Fursten Lander losieren, 
dardurch dann sich das ganze Reich unanimiter wider den 
Kaiser erklaren thete, dieweil man kein Differenz zwischen 
dem treuen und untreuen sowohl auch zwischen schwachen 
und machtigen machen thete; er thuts theils aus seiner bosen 
Natur mir disgusto zu geben, theils aus seinem uners&ttlichen 
Geiz, denn er hat mir dahie in die Augen gesagt, wird er im 
Dienst nur ein Jahr bleiben, dass er soviel noch will erwerben 
als er izt hat, hat er nun vermeint, das zu than, da ich auf 
seine andamenti hab Achtung gegeben, so thete ers mehr, wann 
er dominus dominantium were, in Summa mir ist wahr worden, 
was ich ihm durch den von Questenberg hab sagen lassen, 
dass er mir wohl mag trauen, aber ich ihm nicht, dies ge- 
schieht izunder. Ich lasse Ihr. Mtt. bitten, sie sollen ihn wieder 
nach Hof erlauben zu kommen, so hebt er an alsbalden seine 



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378 

schleicherische Practiken, mir disgusto zu geben, seine vanitatem 
befurdern und vor alien Sachen Ihr Mtt. Dienst verhindern, 
in Summa kombt er ins Reich, wann er will, so ziehe ich gewiss 
ab, denn es konnte nichts guts gericht werden. Bitt derowegen 
meinen Herrn ganz dienstlich, er wolle Ihr Mtt. und den Fiirsten 
bitten, wollen sie, dass ich diesen sollte, so geben sie mir wegen 
des Collalto den disgusto nicht. Bitt auch mein Herr befiirdere 
bald, dass der von Auersperg heraus kompt, und weil der Graf 
Wratislaw gegen dem Winter wird abziehen, so wollte ich gern, 
dass der Obr. Breuner oder der Obr. von Schaumburg vor 
Obr. Wachtmeister iibers Fussvolk herein sollte geschickt 
werden. Ich aber verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 

Aschersleben den 28. Juni 1626. 

P. S. 

Gleich itzt kommbt der Cap. Leon von Herrn Tilly, bis 
Mittwoch werden wir uns zu Duderstadt abociren, es wart auch 
ein Cavaliero daselbst, so von der Infantin zu uns beiden ist 
geschickt worden. Was mir der Obr. Hebron aus Pommern 
schreibt, wird mein Herr aus Beilag vernehmen, es were nicht 
bos, dass man fort auf den Herrn Betlehem ein wachtsames 
Aug hette. Im Fall dass ich werde nach Holdstein mein Zug 
nehmen, so lasse ich den Herzog von Liineburg mit 7500 Mann 
zu Fuss und 1000 Kurassen beim Herrn Tilly, dann wegen 
der Braunschweigischen Ritterschaft wird er ihm viel ntitzen 
konnen und er ist auch ein guter Soldat vor sein Person. 

Itzt kommbt mir ein anderes Schreiben von Ihr Mtt. 
wegen des Volks im Schwabenland, so sage ich nochmals 
meinem Herrn, dass ich auf keinerlei Weis nicht ein Mann 
darvon entrathen kann und wird man mir ein einzigen Mann 
darvon wegnehmen, so mussen alle meine disegni interrumpirt 
werden und ich den Augenblick werde abziehen, dann ich dem 
Kaiser nicht konnte niitzlich und mir rumblich dienen, will 
nun Ihr Mtt. des Collalto tuckische und bose Practiken meni- 
als ihr Dienst und mein Reputation in acht nehmen, so hab 
ich ein rechtm&ssig Ursach abzuziehen. 



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379 



LXX. 

Hochwolgeborner Freiherr! 

Der Herzog Christian ist gewiss todt, an seine Stell, sagt 
man, class der Graf Ernst von Nassau soil kommen das Volk 
zu commendiren. Auf die Wochen werde ich mich mit dem 
Grafen von Tilly zu Duderstadt abociren, was wir hauptsach- 
lichs gegen dem Feind vornehmen sollen, denn es ist Zeit. 
Ich bitt mein Herrn ganz dienstlich wegen des Gelts 1 vor die 



1 WalcUtein batte einen Theil seiner Armee im obers&chsischen Kreis 
einquartiert. Die Kroaten haben sich daselbst und zwar auf den Giitern 
Thilo's von Werthern manche Qewaltthaten erlaubt, unter anderm auch 
einen Pfarrer ermordet, worauf der Kurfurst den Hauptmann Karl Barth 
an Waldstein wegen Satisfaction abschickte. Waldstein entschuldigte sich : 
,Er sei durch den Kriegszwang genothigt gewesen, einen Theil seines 
Volkes im obersfichsischen Kreis einzuquartieren, habe aber durch ein 
Patent alien seinen Officieren und Soldaten verboten, den kurfiirstlichen 
LSndern irgend einen Schaden zu thun und den Uebertreter dieses Patents 
mit der Strafe, lebendig aufs Rad geflochten zu werden, bedroht. Den 
Schaden, den Thilo von Werthern erlitten, wolle er gut machen, iudem 
er den Thfitern (den Kroaten) die Restitution der geraubten Sachen an- 
befahl. Um so mehr thue ihm die Ermordung des Pfarrers leid. Auch in 
audern Fallen wolle er sich um die Restitution des Geraubten bemiihen. 
Der KurfUrst moge entschuldigen , wenn nicht iiberall die gewtinschte 
Ordnung stattfinde'. (Original ddo. Aschersleben den 28. Juni 1626 im 
sfichs. Staatsarchiv, 9208/57. Fol. 221.) — Ausserdem berichtete Barth 
iiber seine Sendung an den Kurfursten, dass er von Waldstein mit grosser 
Zuvorkommenheit empfangen wurde und die Versicherung erlangt habe, 
dass es nie in seiner Absicht gewesen, dem Kurfursten irgendwie nahe 
zu treten. Waldstein habe ihm Patente ausgestellt, die in den sSchsischen 
Grenzorten offentlich ausgestellt werden sollten, durch die jeder Sch&diger 
des Kurfursten mit grossen Strafen bedroht werde. Als er (Barth) bei 
Marradas gewesen und diesem auch geklagt hatte, habe derselbe gesagt: 
,E8 ware an dem, dass diese kaiserliche Armee ohne ordentliche Bezahlung 
,auch ohne einige Hoffnung derselben, dahero w&re unmbglich, dieselbe, 
,so lang sie in Quartieren hin und wieder weitla'ufig zerstreut liege, in 
,80 enger Disciplin zu halten. Es sei schwer, mit einer wohlbezahlten 
, Armee fertig zu werden, um wie viel schwerer mit dieser grossen 
,Menge unbezahlten Volks [welches Marradas auf 60.000 Mann, darunter 
,18.000 Pferde schfitzt], bei dem nichts, nichts, nichts wa're, so zu 
,ihrer Notturft und sie bei Gehorsam zu erhalten gehorte'. (Original 
ddo. Sangerhausen 21. Juni/1. Juli 1626 im sachs. Staatsarchiv, 9208/57, 
Fol. 210.) 



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380 

Armee sowohl wegen des Pulvers; bitt auch mein Herr be- 
fiirdere, dass der von Auersperg incontinenti hereingeschickt 
wird, und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Aschersleben den 29. Juni 1626. 

P. S. 
Ich bitt auch meinen Herrn ganz dienstlich, er wolle Ihr 
Mtt. sagen, im Fall dass der Kunig fort nach Schlesien sollte, 
sie wollen dem von Dona befehlen, dass er Provision von Mehl 
an der Granitz macht, denn sobald ichs merken werde, dass er 
fortzieht, so ziehe ich ihm auf dem Fuss nach, verhoffe, dass 
ich ihn wie den Mansfelder werde tractiren. Dahie werde ich 
in den Stiftern den Herzog von Luneburg lassen und ihn auf 
den Herrn Grafen von Tilly weisen. 



LXXI. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ich hab meinem Herrn albereit oft geschrieben, dass der 
Wratislaw zum Krieg nicht taugt, denn er hat weder Valor 
noch Esperienz noch Verstand, und also hab ich durch Htilf 
des Don Balthasar und etlicher Obristen ihn soweit disponirt, 
dass er abziehen wird, denn er taug je in Wahrheit zu keinem 
Krieg, sein Obr. Leutenampt zieht auch ab, denn ich hab ihn 
gefangen gehabt, dieweil man ihn gezeihen hat, dass er nicht 
allein sich hat unterstanden zu munzen, sondern falsche Miinz 
zu schlagen, welches wenns wahr ware gewest, so hette ich 
gewiss ohne alle Gnade ihm den Kopf fur die Fuss legen 
lassen. Nun vermeine ich, dass er Wratislaw bei Hof wird 
anhalten, dass ihm das Regiment, wenn er abzieht, bleiben 
soil, bitt aber mein Herr rede mit Ihr Mtt. sowohl mit dem 
Fiirsten, dass man ihm nicht drein verwilligt, denn es kann 
durchaus nicht sein und Ihr Mtt. Dienst praejudicirt's gar 
hoch, denn das Regiment ist izunder von lauter (?) ich 



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381 

wills aber also versehen, class Ihr Mtt. werden wohl bedient 
werden. Dera Wratislaw diirfen Ihr Mtt. in diesem nicht 
gratificiren, denn er hat kein Verdienst bei Ihr Mtt., denn er 
hat nie gedient. Bitt also meinen Herrn ganz dienstlich, er 
praeoccupirs, auf dass es nicht geschieht, denn es ware Ihr 
Mtt sehr praejudicirlich und ich konnte auch keines wegs 
darmit mich contentiren. Und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. ra. p. 
Aschersleben den 3. Juli 1626. 



LXXII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Qe8tern bin ich von Herrn Tilly von Duderstadt wieder 
kommen, aldar auch der Governator von Mastrich sich be- 
funden, welcher zu uns beiden von der Infantin ist geschickt 
worden und haben uns auf solche Weis verglichen, dass die 
6000 Mann zu Fuss und 1800 Pferd, so die Infantin uns zu- 
schickt, sollen beim Herrn Tilly verbleiben, darzu ich auch 
noch die zwei Regimenter zu Fuss Holdstein und Liineburg 
neben den Luneburgischen 1000 Pferden dem Herrn von Tilly 
zugib, welcher alsdann soil nach der Elbe marchieren und die 
linke Seit nehmen, ich aber werde iiber die Elbe setzen 
und also auf den Feind auf beiden Seiten der Elbe zuziehen; 
will er nun unser erwarten, so verhofFe ich, dass wir ihn zum 
schlagen werden necessitiren, wo er aber sich auf Bremen 
reterirt, so wird ihm der Herr Tilly nachziehen und ich mein 
Zug gegen Holdstein nehmen, muss aber sehen, dass ich mich 
der Elbe auf beiden Seiten wohl impatronire, auf dass ich die- 
selbige frei und sicher wegen der Profant hab, es gehet mir 
aber etwas am Fussvolk ab, denn ich muss .... viel Oerter 
besetzen, will ich anders den Riicken sicher haben, dahero ich 
taglich am Fussvolk geringer werde. Zu dem continuirt noch 
vor gewiss, dass der Schwed herauskombt, denn er hat albereit 
sein Volk imbargirt gehabt, bitt derowegen mein Herrn ganz 
dienstlich, er wolle bei Ihr Mtt. anhalten, dass man mir das 



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382 

Liechtenstein isch und Breunerisch Regiment herschickt sowohl 
die Sachsische 6 Fandle; ich verhoffe gewiss mit Gottes Hulf 
etwas fmchtbarlichs zu richten, nur tractire man mich nicht 
libel wegen des Collalto, denn was mein Volk in Schwaben 
anbelangt, des bin ich versichert, dass sie ihm nicht werden 
obediren, er practiciret aber, dass man ihn mit etwas heraus- 
schickt und dadurch miisste ich leiden, denn maniglich meinet, 
dass man ihms zur Satisfaction gibt, dieweil er zuvor Ursach 
hat gehabt abzuziehen, ich hab albereit zuvor meinem Herrn 
so viel Motiven vorgebracht, dass er gar wol mein Ragon sehen 
kann, dass ich nicht ohne Ursach, sobald er ins Reich etwas 
zu commendiren geschickt wiirde, den Augenblick abziehen 
musste, in Summa der Collalto ist ein grosser Practico aber 
kein Soldat und auf den Valor bei ihm muss man nicht ge- 
denken, er hat bald nach seinem Abzug anfangen bei Bayern 
zu practiciren, auf dass, wenn der Herr Tilly sollte abgehen, 
man ihm der Liga exercitum sollte untergeben, es ware wol 
versehen wie ein Dorf mit einem unsinnigen Pfaffen, ich ver- 
nimb auch, dass er gegen etlichen gemeldt hat, dass er den 
Pr&sidentendienst deswegen angenommen hat, dass er die Sachen 
also will imbroliren, dass ihn der Kaiser wird mussen brauchen, 
itzt sehe ichs gar wol, dass ers thut und mir ist wahr worden, 
was ich ihm durch den Questenberg hab sagen lassen, dass 
er mir gar wol kann trauen, ich ihm aber nicht, in Summa 
wenn ich drauf denk, dass man mir wegen seiner den torto 
will than, so vergeht mich aller Lust zu dienen und verbleibe 
hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Aschersleben den 3. Juli 1626. 

P. S. 
Der Herr von Dona schreibt mir, dass ihm Ihr Mtt. be- 
fohlen haben 4000 Kosaken zu werben, wie auch dass sie sich 
in Schlesien wegen des Mansfelders besorgen. Nun vermeine 
ich, dass des Mansfelders Sachen der Zeit sich nicht in solchen 
ter minis befinden, dass er sich sollte allein hinwagen, wird 
aber der Konig wollen ein Narretei begehen und mit seiner 
ganzen Armee, wie mich der Kurfllrst von Brandenburg hat 



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383 

bericht, dahin sein Zug nehmen, so ist er verloren wie Judas' 
Seel, denn ich werde ihm alsbalden auf dem Fuss nachziehen 
und, wo ich ihn antreffen werde, drauf schmeissen. Vor alien 
Sachen wirds von notten sein, dass Ihr Mtt. dem Oberampt 
und Herrn von Dona befehlen die Pfiss in acht zu nehmen, 
mit dem personlichen Auf bott sich fertig halten und dem Grafen 
von Mansfeld das Commando aldar geben, doch ihn auf mich 
weisen, denn ich werde schon ein wachsames Aug auf alles 
haben. Ich zweifel nicht, dass der Collalto wird praetendiren 
dahin geschickt zu werden zu commandiren, aber was draus 
erfolgen miisste, so wiirde man mit der Zeit wohl inne werden, 
denn er hebet Competenzen an und vielleicht, dieweil er mit 
disgusto von mir geschieden ist, recusiret meinen Ordinanzen 
zu obediren, unter dessen aber kame der Kaiser umb seine 
Lander, der Graf von Mansfeld wird am besten a proposito 
sein und dem Kurfiirsten dardurch wird man eine grosse Satis- 
faction geben. 

Itzt gleich kompt mir ein Schreiben von dem Kurfiirsten 
aus Baiern, dass man mein Volk aus Schwabenland will nach 
dem Land ob der Enns fuhren. Ich bitt man thu es nicht, 
denn darmit wird man mir alle meine disegni interrumpiren, 
denn dies ist alles des Grafen von Collalto Practica, welcher 
mit seinen Chimeren gern wollte aufziehen, in Summa vor lauter 
disgusto ich weiss nicht, was ich thue, denn ich sehe, dass 
man nicht die in acht nimbt, so wohl dienen, sondern die, so 
wohl practiciren; ich will die Antwort auf mein vielfoltige 
Schreiben erwarten, alsdann will ich gewiss mein Resolution 
nehmen, denn wegen des Kerls will ich mich nicht tibel trac- 
tiren lassen. 



LXXIII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Gestern hab ich etliche Schreiben, so aus des Reichs- 
hofraths Expedition seind kommen, empfangen, die Herrn Ge- 
lehrten seind wohl gefasst Ordinanzen zu geben, aber wissen 
nicht, dass keine Mittel vorhanden sein Kaisers Armee, so 
unbezahlt ist, auf solche Weis zu fuhren, dahero were gut, 
dass der von Stralendorf nicht in acht nehme, was sein soil, 



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384 

sondern was sein kann und was sein muss. Ich erwarte des 
Grafen von Trautemstorf mit Freuden, auf dass ers mit Fingern 
greift alle Incommoditaten, denn ich thue gewiss mehr bei der 
Sach ah mancher der die Armee bezahlter hette, weiss nicht, 
was ich auf die letzt vor ein Dank darvor bekommen werde. 
Die neue Werbungen des Landgrafen Moritz sein, vermeine ich, 
in fumo aufgangen, der Herr General Tilly meines Erachtens 
wird nicht weit darvon sein, wenns von notten were etwas in 
Hessen zu tentiren, so will ich dem Herzog von Liineburg be- 
fehlen. Bitt man schicke mir Geld und Munition herein, denn 
sonsten kann ich nicht campiren. Bitt auch man schicke 
Schreiben durch ein eigenen Currier an die ausschreibende 
Fursten des Schwabischen Kreis, denn ohne das zieht mein 
Volk dahin und werden sie nicht sincerirt werden, dass mit 
Ihr Mtt. Wissen geschieht, so wirdts diirfen Handel abgeben; 
bitt mein Herr befurders, denn es ist sehr viel daran gelegen, 
nur dass bald geschiht. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Knecht 

A. H. z. Fd. m. p. 
Aschersleben den 5. Juli 1626. 

Der Konig hat izunder ein Gesandten den Bobischen beim 
Kurfiirsten von Sachsen, was sein Anbringen, ist mir noch un- 
bewusst, sonsten ist der Bobischen ein schlimmer Kerls. 



LXXIV. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Gleich itzt kombt der Obr. von Arnem, welcher bestattigt, 
dass das Schwedisch Volk innerhalb 3 Wochen heraussen sein 
wird 15.000 Mann stark. Dor Kurfurst von Brandenburg was 
er mit uns tractirt, ist alles auf ein Betrug angesehen, man 
merke ihm wol auf, auf dass er sein Herrn Schwagern in 
Siebenbiirgen nicht movirt ; ich schicke gleich den Cap. Leon 
zum Herrn Tilly und halte bei ihm fleissig an, auf dass er 
incontinenti hermarchiert, auf dass wir auf beiden Seiten der 
Elbe konnen auf den von Weinmar und Fuchsen ziehen und 



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385 

sie zuvor abschmieren, eher die schwedische Hiilfe kombt. 
Wegen der Pauren im Land ob der Enns vernimb ich, dass 
gar langsamb zugehet, nimbt mich nicht wunder, dieweil die 
Herrn den Collalto 1 nicht verstehen wollen, dass nicht sein 
mira ist des Kaisers, sondern sein Nutz in Acht zu n eh men 
und sich zum Gen. etwan an einem Ort zu machen: denn ich 
hab von Don Balthasar gehort, dass der Collalto 1 gesagt hat, 
dass er destwegen des Pr&sidenten Ampt hett auf sich ge- 
nommen per perscir con generalato (?), ich glaub ihms wohl, 
denn er kann mehr imbrolij machen als valor erzeigen, in 
Summa ich bin resolvirt, gibt man ihm ein Commando tiber 
eine einzige Militia im Reich oder in Bohmen oder Schlesien, 
dass ich den Augenblick werde abziehen, denn ich habs umb 
den Kaiser nicht verdient, dass er mich wegen seiner sollte 
iibel tractiren, denn wenn er nur ein Regiment oder zween 
aparte hette zu commendiren, so hebet er mit der ganzen Welt 
zu competiren und disgustirt maniglich. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn -und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Aschersleben den 6. Juli 1626. 

Ich bitt, wann man nicht mehr von notten wird haben 
des Furst Max en und des Breiners Regiments, man schicke 
sie zu mir hieher, denn ich habe zu wenig Fussvolk, muss 
viel Orter besetzen und die Regimenter seind schwach; ich 
vermeine wenn man dem Breiner hette befohlen, so were er, 
mit den Land — ob der Ensern schon fertig, aber der Collalto 
muss ein Campo formato wider die- Pauren fiihren, bedarf er 
eines Gehiilfen, so will ich ihm den Wratislaw dahin schicken, 
denn er ist auch ein solcher Soldat. 



LXXV. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus meines Herrn Schreiben vernimb ich, wie man des 
Betlehems und Turken Einbruchs sich in Ihr Mtt. Landern 



1 Im Original von Harrachs Hand dnrchstrichen. 
Fontes. Abth. II. Bd. XLI. 2. H&lfte. 25 



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386 

sehr besorgen thuet, sowohl auch die Pauren von Tag zu Tag 
rebellischer werden, dahero dann mir obstehen thuet, in allweg 
auf Ihr Mtt. frummen zu gedenken ; hab derowegen diese An- 
ordnung gethan und lasse gleich izunder gegen Eger marchiren 
des Don Balthasar, Avandanio, Conzaga und Coronins Reiter, 
schicke auch den Obr. Leutenant Bindthof (?) zum Herzog von 
Sachsen, auf dass er sich gegen Bohmen mit den 6000 Mann 
zu Fuss incaminirt, aber man muss auf ein Monatsold gedacht 
sein, denn deswegen hab ich ihn in den Schwabischen Kreis 
schicken wollen, auf dass er von denen von Ulm das Monat- 
sold hette bekommen, denn ich habe je nicht das Monatsold 
wo zu nehmen. Wer nun gegen dem Betlehem commandiren 
soil, so weiss ich auf mein Gewissen kein tauglichern als den 
Don Balthasar, ich entrathe seiner so ungern als meiner rechten 
Hand dahie, denn er hat mich einer Menig der negotii sulevirt; 
aber ich muss Ihr Mtt. Dienst und des Vaterlands Wohlfahrt in 
Acht nehmen, denn schicket man ein andern, wen man wollte, 
so stiinden wir in ewiger pica, dadurch dann oder dahie oder 
dorten Ihr Mtt. Dienst praejudiciren miisste. Ich hab diese 
Tag meinem Herrn ge'hug in dieser Materie geschrieben, aber 
itzunder vermeine ich wol die Person, von welcher ich zuvor 
geschrieben hab, aber die andern auch, denn ich weiss dass 
ewige picen abgeben wiirde, und Ihr Mtt. karaen dadurch umb 
Land und Leut. Bitt derowegen mein Herrn ganz dienstlich, 
er wolle mit Ihr Mtt. und dem Fursten deswegen reden, wollen 
sie, dass ihr Dienst wol in Acht genommen wird, so lassen sie 
es darbei bewenden, ich weiss auch, dass das Volk, so ich hin 
schicken thue, schwerlich einem andern obediren werden, und 
also wiirden wir Krieg selbst unter einander haben. 

Sonsten ist gewiss, dass der Konig aus Schweden 15000 
Mann imbarcirt hat, welche er im Land von Mechelburg will 
zu Land setzen und der von Brandenburg will sich mit ihm 
conjungiren, dahero wir izunder auf mehrers als je zuvor zu 
gedenken haben. Hier schicke ich auch meinem Herrn ein 
Abschrift, was mir der Bapst schreibt und schwore meinem 
Herrn, dass ich mich darmit intrigirter find als mit allem peso 
de negocii, so ich hab. Bitt derowegen mein Herrn ganz dienst- 
lich, er wolle dem nuncio sagen, er wolle ein klein Geduld 
mit mir haben, denn ich kann je nicht darauf antworten, weiss 
auch, wenn ich alle in dieser Armee zusammen Schmieden sollte, 



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387 

so werden sie nicht wissen drauf zu antworten, muss also zu 
Ihr Mtt. geheimen Rath recurriren und meinen Herrn bitten, 
er wolle mir lassen ein Concept machen, wie ich dem bea- 
tissimo patri antworten sollen. Und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Aschersleben den 7. Juli Ao. 1626. 

Mein Herr sage Ihr Mtt. sie wollen in Schlesien gut 
Achtung geben lassen, deun sobald der Betlehem in Ungarn 
einfallen wird, dass der Mansfelder mit etlichem Volk auch 
in Schlesien sein Marche wird nehmen, bitt derowegen man 
feire nicht. 

LXXVI. 
Waldstein an den Obrist-Lieutenant St, Jnlien. 

Ich berichte den Herrn, dass ich gleich izunder aviso 
bekommen hab, dass des Konigs aus Schweden Intention ist, 
so bald er sbarcirt ist, sich an den Oderstrom zu machen und 
gegen Schlesien sein Zug nehmen, bitt der Herr informire alle 
die Herrn bei Hof gar wohl und weise ihnen in der Mappa, 
was vor ein grossen Vortl er haben wird, dahero ich nochmals 
Ihr Mtt. ganz unterthanigst bitten thue, sie wollen Schlesien 
wol in Acht nehmen, neue Werbungen anstellen, das personlich 
Aufbot ergehen lassen und alle die Pass wohl besetzen; denn 
so viel man mich bericht, will der Feind an der Elb und an 
der Weser nur defensive, an der Oder aber offensive kriegen. 
Wegen des Gelds sage der Herr alien, wird man mir nicht 
schicken, so weiss ich nicht, wie ich ins Feld soil ziehen, denn 
ich bleibe nicht ein Monat im Feld, dass das Volk sich aus 
Desperation dissipirt oder amuteniret. Bitt, der Herr solicitire 
alle diese Sachen fleissig, denn im widrigen, so ist nicht 
miiglich, dass Ihr Mtt. die eusserste Ruin draus nicht folgen 

sollte. 

A. H. z. F. m. p. 

Aschersleben den 10. Juli Ao. 1626. 

25* 



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In das Fiirstenthumb Crossen were gut, class Ihr Mtt. in- 
continenti ein Anzahl Volks zu Ross und Fuss schicken theten, 
sie mochten solches dem Herrn von Dona anbefehlen, aber nur 
bald, denn es wird nacher gar zu spat. Der Herzog von Pomern 
ist ein einfeltiger Herr, den werden sie wie sie wollen iiber- 
teufeln(?). 

LXXVII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ich bekomme ein Aviso iiber das andere, dass der Kiinig 
fort den Mansfelder etliche Regimen ter hat zugeben, mit welch en 
er in Schlesien wird Ziehen, posto nehmen, den Aufruhrischen 
im Land ob der Enns valor geben, in Bohmen solches auch 
ins Werk richten und die Schlesier zu seiner Devotion bringen, 
wie auch den Betlehem und Tiirken moviren. Es wird auch 
bestatigt, dass der Schwed nach dem Oderstrom sein Zug auch 
dahin nehmen wird, dahero dann ich die 23 Cornet Reiter, die 
etwan 1500 Pferd stark sein, nicht in Bohmen, sondern in 
Schlesien schicken werde, auf dass die einen unter ihren Calor 
desto besser beim Kaiser halten, die andern aber nicht so 
resolutamente sich zum Feind schlagen theten. Dies ist aber 
nicht genug dem Feind zu resistiren, sondern man muss auf 
weitere Mittel gedenken, insonderheit von Polen, wie auch das 
personlich Aufbott in Schlesien alsbalden ergehen lassen und 
die Pass wohl besetzen, dahero dann man auf diese 23 Cornet 
Reiter kein Fundament machen darf, dass sie in Bohmen 
kommen sollen. Der Herzog von Sachsen ist im Land zu 
Schwaben, hat bei sich 6000 Mann zu Fuss und bei 300 Pferden, 
das Volk ist bewehrt aber nicht gemustert, Ihr Mtt. mttgen ihn 
ziehen lassen, wo es ihnen gefallt, aber auf das Monatsold inussen 
sie gedacht sein. Bitt man cunctire nicht lang rait dem, was 
zur Resistenz dem Feind vorzunehmen notig ist, denn wir 
werden uns nacher in grossen Intrigo finden. Ich aber ver- 
bleibe 

Meines Herrn Diener und Knecht 

A. H. z. Fd. ra. p. 
Aschersleben den 11. Juli 1626. 



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389 

Wenn man an einem Ort wird Massa von Volk machen, 
so will ich den Don Balthasar dahin schicken, es sei nun wo 
es will, in Ungarn oder Schlesien, aber ich besorge mich, dass 
der Feind sich in Schlesien wird wollen conjungiren, dahero 
muss man viel Polen werben, auf Profant muss man alsbalden 
gedacht sein wie auch municioni de guerra. 

Pommern wirbt auch, denn sie haben den einfaltigen 
Tropfen iiberteufelt (?). 

LXXVIII. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ich zweifel nicht, dass der St. Julien albereit wird zu 
Wien angelangt sein und alle Sachen nach Notturft vorgebracht, 
bitt derowegen umb schleunige Expedition. So viel sich nun 
wegen des Kriegs ansehen lasst, so vermeine ich, dass Ihr Mtt. 
dies Jahr an 4 Ortern miissen testa machen: dahie, in Schlesien, 
in Ungern und im Land ob der Enns. Was nun dahie anbelangt, 
so ist solches mir und dem Herrn Tilly in acht zu nehmen, was 
Schlesien anbelangt, so vernehme ich von alien Orten, dass 
der Schwed und Mansfelder werden ihren Zug an der Oder 
nehmen, dahero dann von nothen sein wird bei Crossen ein 
Anzahl Volks zu legen und solches dem Herrn von Dona unter- 
geben, zu deme sobald ichs merken werde, dass der Feind an- 
zieht, so werde ich den Obristen Pechmann mit 1000 Pferden 
und 1000 Drachonen stossen lassen, auf dass er ihm assistirt, 
mir von allem parte gibt, auf dass ich in alien Fiirfallenheiten 
ihnen, so viel muglich sein wird, kann assistiren. Der Pechmann 
wird gar wohl dahin taugen, denn er ist ein guter Soldat und 
wird Credit bei den Landleuten haben, denn iiber das gewor- 
bene Volk so muss man noch mit dem personlichen Aufbot 
fertig sein. Was Ungern anbelangt, so schicke ich albereit 
23 Cornet Reiter unter dem Avandanio dahin und unter dem 
Herzog von Sachsen 6000 Mann zu Fuss, bitt derowegen man 
brauche den Don Balthasar dahin zu commendiren, denn gewiss 
das Volk, so ich schicke, wird sich von keinem andern com- 
mendiren lassen, und obschon ich den Don Balthasar sehr 
ungern dahie entrathen werde, so muss ich auf Ihr Mtt. Dienst 
und des gemeinen Wesens Wohlfahrt gedenken und einen 



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390 

solchen dahin schicken, auf dass wir in alien Fiirfallenheiten 
einander die Hand bieten konnten, gleich wie ein Instrument, 
wann die Saiten nicht wol gestimbt sein, kann kein guten 
Klang geben, also auch wann die ministri insonderheit in einer 
so wichtigen Materie einander nicht die Hand bieten, so kann 
nichts gutes geschafft werden und weil der Don Balthasar dorten 
sein wird, so muss der Graf Schlick ein iibriges than und den 
Feldmarschalks Dienst auch versehen, welches er auch nach 
Abzug des Grafen von Collalto gethan hat und gar wohl ver- 
richt, also dass ich des von Collalto Abzug gar nicht empfunden. 
Was Land ob der Enns anbelangt, so vermeine ich, dass Ihr 
Mtt. solches dem Kurfursten aus Bayern remittiren sollen, er 
wird dieselben gewiss zu recht bringen. Und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Diener und Sohn 

A. H. z. F. m. p. 

Aschersleben den 13(?) Juli A 1626. 

P. S. 
Aus Beilag wird mein Herr vernehmen, was mir der 
Herzog von Sachsen wegen des Monatsolds schreibt, ich gib 
ihm drauf kein Antwort, man wird von Hof aus ihm befehlen 
konnen, was Ihr Mtt. sich resolviren werden, mein Anschlag 
ist sonsten gewest das Monatsold von denen von Ulm zu be- 
kommen. 

LXXIX. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Des Fursten von Eggenberg Schreiben, so er dem Herrn 
Verda thuet, schicke ich meinem Herrn wieder zu, aus welchem 
ich nicht allein die verhoffte Satisfaction nicht bekommen, 
sondern vor ein guten doch hSflichen Stulz annehmen muss 
und sehe gar augenscheiulich, dass man den Collalto ins Land 
ob der Enns will gebrauchen, welcher nachcr seine Practiken 
weiter treiben wird. Dieweil aber bei meniglichen darfur ge- 
halten wird werden, dass er zuvor hat Ursach gehabt, weg- 
zuziehen, so miisste ich mit Schanden bestehen und er wegen 



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391 

seiner begangenen Impertinonz Satisfaction bekommen. Itzunder 
bitte ich den Herrn, er wolle auf MitteL gedacht sein, wie ich 
mein Abzug kann nehmen, denn bei dem Gott, den ich an- 
beten thue, mir ist nicht mtiglich zu bleiben, dieweil ich mich 
iibel tractirt sehe, nimb der Kaiser vor lieb, dass ich ihm ein 
solchen exercitum aufgebracht hab ; den er nie gehabt hat und 
bis dato hat er kein Heller darauf angewendt. Von Fiirsten 
von Eggenberg noch von Herrn Verda hab ich kein Buch- 
staben zur Antwort auf meine Schreiben bekommen, welches 
sie sonsten nicht im Brauch haben, haben also wollen mir 
Generaln durch des Fiirsten Schreiben an Herrn Verda den 
Verweis geben. Neues nichts anders, als dass gewiss der 
Mansfelder nach Schlesien zieht, der Schwed will in Pommern 
sbarciren und an dem Oderstrom auch nach Schlesien sich 
begeben. Ich schicke den Obr. Pechmann nach Schlesien mit 
etlicher Cavallerie und Drachonen ein posto zu nehmen, eher 
dann der Feind aldar anlangen wird. Des Herrn Gen. Tilly 
Conjunction gehet langsamb her, ich hab schier alle Tag dest- 
wegen sollicitirt und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Aschersleben den 13. Juli 1626. 

Die 23 Cornet Reiter, so ich zuvor hab in Bohmen schicken 
wollen, schicke nicht mehr in Bohmen, sondern mit dem 
Obr. Pechmann nach Schlesien. Der Kurfurst aus Baiern 
fordert den Obr. Lindlo auch nach Land ob der Enns, ich 
vermeine, dass er Corrage und Verstands genug haben sollte, 
die aufriihrische Pauren daselbst von einander zu treiben. 



LXXX. 



Hochwohlgeborner Freiherr 



Aus Beilag wird mein Herr vernehmen, was mir gleich 
itzt der Graf Schlick schreibt, ich glaubs aber nicht, dass des 
Feindes Ernst sei mit seiner ganzen Armee nach Schlesien zu 



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392 

ziehen, thut ers aber, so ziehe ich ihm auf dem Fuss nach 
und hoflfe zu Gott ihn wie den Mansfelder zuvor also zu tractiren. 
Auf den Betlehera wird vonnotten sein wohl Achtung zu geben, 
dass er sich mit diesen nicht conjungiret, den Pass bei Gab- 
luncka im Teschnischen wird man zeitlich besetzen miissen, 
wegen Profant muss man in Schlesien alsbalden schreiben, auf 
dass die Anordnung geschieht, ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Diener und Sohn 

A. H. z. Fd. m. p. 

Aschersleben den 13. Juli 1626. 



LXXXI. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Obzwar ich albereit zu unterschiedlichen mahlen dem 
Herzog von Sachsen anbefohlen hab dahin, wohin es Ihr Mtt. 
schaffen werden zu ziehen, so mochten ihm doch die Brief 
nicht zukommen sein ; schicke derowegen dies Schreiben meinem 
Herrn zu, auf dass er sich desselben nach Gelegenheit kann 
bedienen, doch wegen des Monatsolds muss man gedacht sein, 
und verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger etc. 

A. H. z. Fd. m. p. 

P. S. 

Der Feind hat denen von Magdeburg etliche SchifF auf- 
gehalten, darauf viel Kaufmannswaaren gewest, itzt seind sie 
sehr schwierig ttber ihn und ich verhoffe, dass ich sie werde 
dahin bringen, dass sie sich werden gar auf Kaisers Seit de- 
clariren wie die von Koslar, morgen kommen ihr viel heraus. 

Aschersleben den 13. Juli 1626. 



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393 

LXXXII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Der Feind ist am vergangenen Freitag bei Tangermund 
abgezogen und sein Zug (iber die Hafel genommen ; der Mans- 
felder soil sein Zug nach Schlesien nehmen, dahero ich den 
Obr. Pechuiann dahin schicken thue mit 33 Comp. Reiter wie 
auch 600 Drachonen ; man sagt vor gewiss, dass der Schwed 
in Kurzem wird ankommen, denn er hat sein Armee albereit 
imbargirt, welche 15000 Mann stark ist. Dem Herzog Franz 
Albrecht schreib ich abermals, er solle dahin marchiren, wohin 
es Ibr Mtt. werden befehlen und soil kein Stund nicht differiren, 
man muss ihm aber ein Monatsold geben, denn ich hab mein 
Anschlag gehabt auf die von Ulm, dass sies hetten geben sollen ; 
ich weiss nicht, was man so viel Wesens wegen der Pauern im 
Land ob der Enns macht, ich vermeine, dass mit weniger Volk 
hette miigen gericht werden. Der Konig von Dennemark hat 
den Bischof von Bremen gefangen gehabt, dass er mit unsern 
Herzog von Holdstein hat correspondirt, er ist aber auskommen. 
Ich bitt, man schreibe von Hof dem von Dona und Oberampt, 
sie sollen sich mit Profant versehen, wanns von nothen were, 
dass ich mehr Volks musste in Schlesien schicken oder in der 
Person selbst hinziehen. Und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger 

A. H. z. Fd. m. p. 
Aschersleben den 13. Juli 1626. 

LXXXIII. 

Aus Beilag wird mein Herr vernehmen, was mir der Car- 
dinal schreibt, dieweil ich denn vermeinen thue, dass es gar 
gut ist, dass Ihr. Mtt. von unterschiedlichen Nationen sein 
Campo haben sollen, als bitt ich meinen Herrn ganz dienstlich, 
er wolle befurderlich sein, auf dass er mit dem Fussvolk aufs 
eheste hinauskombt, denn wir werden izunder wohl mehr Volks 
als nie zuvor von notten haben und verbleibe hiemit 

Meines Herrn etc. 

A. H. z. Fd. m. p. 
Aschersleben den 13. Juli 1626. 



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394 

LXXXIV. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Izt gleich avisirt mich auch Fiirst Christian von Anhalt, 
dass sich der von Weinmar und Mansfeld gegen Frankfurt an 
der Oder incaminirt haben mit 8000 Mann den Oderstrom dem 
aus Schweden zu versichern, dann er gewiss diese Tag oder in 
Pommern oder im Land von Mechelburg sbarciren wird; sie 
halten vor gewiss, dass der Betlehem sich mit ihnen wird 
conjungiren, dahero ich denn zu den 33 Cornet Reitern und 
600 Drachonen dem Pechmann 6 Compagn. des von Schaften- 
bergs und 3 von Avandanio zugib, dass er in Allem 42 Cornet 
Reiter und 600 Drachonen wird haben und morgen l zieht er 
bei Tag und Nacht fort nach Schlesien. Bitt mein Herr sage 
Ihr Mtt., sie wollen dem Oberampt wie auch dem Dona be- 
fehlen, dass sie mit ihm in guter Correspondenz stehen und 
ihr Volk mit ihm conjungiren, auch mit Profant sich gefasst 
machen, wanns von notten ware, dass ich oder mehr Volks 
hinausschicken sollte oder in der Person ihnen nachfolgen. 
Polen muss man oft wegen Succurs importuniren ; ich bitt auch 
man stelle neue Werbungen in Bohmen und Mahren an, denn 
das wird in freno die Stadt halten, denn sonsten werden sie 
sich gewiss auch rebelliren. Wie dem Betlehem mit seinem 
Anhang wird sollen begegnet werden, zweifel nicht als man 
alles gar wol ponderirt hat, izt wirds an der Effectuirung ge- 
legen sein, denn wird der Feind im wenigsten ein einzigen 
guten Progress bekommen, so versichere ich meinen Herrn, 
dass sich das ganze Reich gegen uns moviren wird. Ich bitt 
mein Herr befurdere auch die Sach bei Ihr. Mtt. des Fiirsten 
von Savelli . . . ., damit er mit seinem Fussvolk herauskompt, 
aber nur bald, er konnte durch Stato de Milano und Veltulina 



1 ,Den 5. (15.) Juli sind 6 Regimenter zu Pferd iiber die Briicke hier 
(Dessau) gezogen, namlich Pechmann, Gonzaga, Coronini, Scbeffenberg, 
5 Comp. Hebron, nnd 3 Conip. Avendano, 1000 Dragoner sollen heute 
Ziehen und diesem Vortrab wird Waldstein in kurzem mit seiner ganzen 
Armee folgen 4 etc. (Dieterich von dem Werder an den kursachsischen 
Obristen Bodenhauscn ddo. Dessau den 11./21. Juli 1626. Original im 
sachs. Staataarchiv, 9209—59. Fol. 41.) 



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395 

durch, alsdann auf dem Inn von Hall herab, oder zu Meer 
konnte er auf Triest das Volk bringen. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Aschersleben den 14. Juli 1626. 



LXXXV. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus meines Herrn Scbreiben vernimb ich, in was vor 
Intrigi man sich dorten befindt; ich meines theils muss be- 
kennen, dass ich alle Weg darfiir gehalten hab, dass nicht 
anders wird sein konnen, denn wenn dem Feind ein par 
Muschketier niedergehauet werden, so denkt man nur, wie man 
abdanken soil. Wegen des Schwabischen Volks hab ich die 
Anordnung gethan, dass hinunder marchieren soil, doch muss 
man dies darbei bedenken, dass man ihnen ein Monatsold gibt, 
denn mein Anschlag ist auf die von Ulm gewest, dass sies 
hetten geben sollen, das ander so versichere ich meinen Herrn, 
dass sie gewiss dem Collalto nicht werden obediren; ich hab 
zuvor vorgeschlagen, man soil es dem Statthalter daselbst oder 
dem Lindlo untergeben, aber ich sehe, dass des Collalto prac- 
ticirn mehr als eines andern merita in acht genommen werden 
und ist gross Wunder, dass die Herrn nicht mit Handen greifen 
wollen, dass der Collalto die Sach destwegen protrahirt hat, 
auf dass er ein Commando bekommen sollte, denn wenn alle 
die Pauren beisammen weren, mit ein par guten Regimentern 
und etlichen Compagnien Reiter hetten von einander konnen 
gejagt werden, ich aber habe nicht allein in diesem Werk die 
zuvor meinem Herrn geschriebenen motiva, sondern was mehr 
ist, dieweil albereit sich der Feind gegen Schlesien incaminirt 
hat, ich auch den Pechmann dahin mit ein 5000 Mann abge- 
fertigt, kompt nun der Betlehem auch dahin, so bin ich. im 
willens mit dem Campo mich dahin zu wenden und muss denken 
nicht allein auf Schlesien, sondern auf alle des Kaisers Lander, 
wie ich sie succurriren konnte, sollte nun der Collalto an einem 



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396 

Ort Commando haben, so wird er die Sach also anstellen und 
practiciren, dass er sich im Commando mantenirt, denn man 
darf mir ihn nicht vormahlen, ich kenne ihn gar zu wohl, 
dardurch denn Ihr. Mtt. sich werden in grossern Intrigi als 
nie zuvor befinden, in Stimma ich bitt, will man, dass ich mit 
Gusto und wohl diene, so tractir man mich nicht wegen des 
Collalto, denn man weiss was ich dem Kaiser vor Dienst geleist 
habe, seine Sachen aber consistiren alle in Discursen und 
Coinpetenzen, drumb konnte nichts guts geschafft werden, denn 
der Herr weiss zu Graf Buquoy Zeiten, dass er allezeit etwas 
a parte hat haben wollen und der Feind 3 Tag eher ihm vor 
der Nasen weggezogen, eher dann er ist inne worden. Ich 
aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Aschersleben den 16. Juli 1626. 



LXXXVI. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Gestern hab ich von Berlin von unserm Herrn Carl 
Hannibal von Dona ein Schreiben bekommen, welcher mich 
bericht, dass der Mansfeld sambt dem Herzog von Weinmar 
mit 14.000 Mann gegen Schlesien incaminirt hat, so bericht 
er mir auch, dass der Schwed in Pommern sbarcirt hat mit 
18000 Mann und dass er den Oderstrom heraufwarts wird 
ziehen, dahero denn die 42 Cornet Reiter neben den 600 Dra- 
chonen wenig Nutz in Schlesien schaffen werden, insonderheit 
wann man die gute Affection der meisten will betrachten. Der 
Betlehem wird gewiss nicht ausbleiben, sondern sein Kopf auch 
dahin wenden, dahero dann von notten ist, dass man die Polen 
in grosser Anzahl 10 oder 12 Tausend Pferd bestellt, auf dass 
sie dem Betlehem neben den Ungarn konnen testa machen, 
Lichtensteins und Breuners Regimenter die Pass versichern; 
ich weiss nicht, obs rathsamb ist, dass ich mich von hinnen 
movire, denn movir ich mich von hinnen, so zieht mir der 
Feind auf dem Fuss nach, werden also sedem belli ganz und 



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397 

gar in Ihr Mtt. Lander machen, und da gar Fried geschlossen 
sollte werden, so werden uns nicht ins Reich weder Feind 
noch Freund, Catholisch weder Lutherisch lassen; ob nun der 
Kaiser wird Mittel haben, das Volk zu contentiren, das lasse 
ich einem jeden consideriren, dahero ich nochmals bitten thue, 
man wirb, was man in der Eil bekommen kann, denn unsere 
Sachen stehen in Srgeren terminis als nie zuvorn ; die wenigste 
Schlappen, die wir kriegen werden, so movirt sich das ganze 
Reich wider uns 5 werden die Werbungen zu nichts anders nutz 
sein, so werden sie dem Feind das Volk wegnehmen und wir 
uns unser Stadt, denen wir gar nichts trauen diirfen, versichern, 
dann ich besorge mich, dass in Bohmen und Mahren arger als 
im Land ob der Enns angehen wird. Bitt auch, da es ja nicht 
anders nicht sein konnte und ich musste die Armee gegen 
Schlesien wenden, * so befehle man zeitlich dem Oberampt und 
Herrn von Dona, Provision von Profiant anzustellen und man 
befehl es alsbaldten, denn es ist nichts dran verloren, es ist 
zwar itzt nicht Zeit zu wirthschaften, sondern vielmehr das, so 
wir haben, zu conserviren. 

Es schreibt mir auch der Kurfurst aus Bay em, dass er 
nur ein Theil des Volks, so in Schwaben liegt, will ins Land 
ob der Enns brauchen; ich rath es aber, man lass es alles 
hinab kommen, denn man wirds wohl anderwerts von notten 
haben, doch muss mans mit einem Monatsold versehen. Es 
wirbt auch der Baron de Befurt 1000 Curassen vor Ihr Mtt. 
wie auch der Baron Mariame(?) 600, der Befurt aber ist in 
Ungnaden des Konigs aus Spanien, der Mariame(?) in Un- 
gnaden der Infantin, ich bitt mein Herr rede mit der Spanischen 
Botschaft, dass sie mocliten zu Gnaden kommen, auf dass wir 
uns derselben Cavallerie bedienen mogen, denn es w&re uns 
ein grosse Hiilf. Bitt auch dass Ihr. Mtt. der Infantin schreiben, 
dass Ihr Durchl. die 8000 Mann incontinenti wollen zum Herrn 
General Tilly stossen lassen, auf dass er dem Feind desto 



1 An demselben Tage (17. Juli 1626) schrieb Waldstein an Kursachsen, 
ihra den Durchzug durch Sac h sen zu gestatten (gegen billige Bezahlung 
der nothwendigen Lebensmittel), im Falle er dem Mansfeld nach Schlesien 
folgen musste. (Original im s&chs. Staatsarchiv, 9209—59. Fol. 6.) — 
Darauf erfolgte von Kursachsen die Antwort ddo. Dresden 10./20. Juli 1626 
des Inhalts, dass der Kurfurst erbotig sei, den Durchzug eventualiter zu 
gestatten. (Daselbst) 



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398 

besser kann Widerstand leisten und ich auf Schlesien Achtung 
geben. Bitt, die Herm werben und verlieren kein Zeit, denn 
soDSten steben unsere Sachen gewiss in bosen terminis, denn 
diirfen sies nacher das Volk nicht dorten, so schicken sies her, 
ich wills schon bezahlen machen. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Aschersleben den 17. Juli 1626. 



LXXXVII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Itzt gleich umb Mitternacht kompt der Leon vom Herrn 
Tilly und bericht mich, dass er morgen meiner 9 Meil Wegs 
von hinnen erwarten will, dahero ich denn gleich aufsitzen 
und zu ihm reiten thue; unter dessen befehle ich dem Feld- 
Marschalk das Volk iiber die Elbbriicken setzen zu lassen, 
alsdann will ich mich mit 30.000 Mann gegen Schlesien in- 
caminiren, dahin ich den Obristen Pechmann albereit mit 42 
Cornet Reitern neben 600 Drachonen geschickt hab und morgen 
schicke ich ihm noch 12 Comp. Arkabusier, ich verhoffe, triff 
ich den Weinmar und Mansfeld an, dass also wie bei der 
Tessauer Brucken abgehen wird, denn ich ziehe resolutamente 
hin, wo ich sie antriff und zum Schlagen kommen kann, dass 
ich sie angreifen will. Dahie lasse ich dem Herrn Tilly noch 
6000 Mann zu Fuss und 2000 Pferd, welche mit ihm campiren 
werden, in den Guarnigionen lasse ich 40 Fandle Knecht und 
5 Comp. Reiter, im Fall die 8000 Mann von der Infantin zum 
Herrn Tilly stossen werden, so wird er dem Feind dahie 
resistiren konnen, bitt derowegen man sollicitirs von Hof aus. 
Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Aschersleben den 19. Juli 1626. 

Ilier schicke ich meinem Herrn des von Dona Schreiben. 



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LXXXVIII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Heut setzt der Uberrest der Infanterie iiber die Elb, 
morgen die Artellerie, iibermorgen die Cavallerie ; der Kurfurst 
von Brandenburg hat mir den Pass durch sein Land gegeben 
und mit viveri zu versehen sich erboten; der Mansfeld und 
Weinmar werden albereit in Schlesien sein, der Fuchs hat bei 
Sanda ein Schiffbrucken geschlagen, sobald ich aus diesen 
Quartieren ausziehen werde, dass er sie angreifen will, drumb 
schicke ich einen nach dem andern zum Herr Tilly und bitt 
ihn, er wolle besser herzu rucken, denn ich zur Starkung seiner 
Armee ein weg als den andern ihm die 8000 Mann zugib, er 
vor sein Person ist gewiss gut und willig, es kommen ihm aber 
selzame Ordinanzen von Miinchen zu ; sobald ich diese Quartier 
werde versichert haben, alsdann incaminir ich niich den geraden 
Weg nach Schlesien, ob ich diese zwei Herrn kann eher an- 
treffen, ehe denn sie sich mit dem Betlehem conjungiren; im 
Fall der Betlehem durchbrechen wird, so ist vonnotten, dass 
mir Ihr Mtt. dahin alle die Ungarn zuschicken, denn ich ware 
ihm an Cavallerie nicht bastant und sollte ich defensive wider 
sie kriegen, so wurde sich die Armee auf Godingisch con- 
8umiren, nacher aber unser Herr weiss, was vor ein Ausschlag 
gewinnen, dahero ich dann ganz fleissig bitt, so bald der Feind 
durchbricht, dass alsbalden alle die Ungern nachfolgen und 
sich mit mir conjungiren. 

Ihr Mtt. schreiben mir, dass ich sollte sehen mit dem 
Grafen von Furstenberg tractiren, dass man das Monatsold von 
denen von Ulm bekommen sollte, ich besorge mich, dass zu 
lang gewart ist und der Herzog von Sachsen schon viel Ordi- 
nanzen von mir bekommen, dass er ungemusterter marchieren 
und kein Augenblick differiren soil. Mein Meinung ware, dass 
man ihn fort sollte ziehen lassen und kein Zeit darmit ver- 
lieren und eher was man kann zusammenmustern und dem 
Volk ein Monatsold geben, die von Ulm werden mir schon 
nicht entgehen, doch wollen Ihr. Mtt. etwas mit ihnen tractiren 
lassen, so miigen sies dem Grafen von Furstenberg befehlen; 
bitt aber man eile, denn die Herrn wissen gar wohl, dass der 
Betlehem wie ein Platzregen uns iiberfallen wird. Diese Tag 



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400 

hat er ein Currier bei dem Churfursten von Brandenburg gehabt, 
welcher alsbalden zu dem Konig nacher geritten ist. Ein Anzahl 
Polen wird auch vonnotten sein, dass Ihr. Mtt. aufbringen und 
den Konig umb Assistenz ersuchen, auch das personliche Auf bot 
in Schlesien ergehen lassen. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Aschersleben den 23. Juli 1626. 

P. S. 

Hier iiberschicke ich meinem Herrn, was mir gleich diese 
Stund vora Ob. Pechmann vor Schreiben zukommen seind, der 
Kurfilrst von Brandenburg liegt augenscheinlich mit ihnen unter 
der Decken. 

Ich bitt, dass Ihr Mtt. alsbalden ein Currier zu der In- 
fantin abfertigen, dass Ihre Durchl. die versprochene 8000 Mann 
eilendts wollten zum Herrn Tilly stossen lassen. 

Des Don Balthasar, Avandanio, Consaga und Coronins 
Reiter ziehen nicht mehr in Boh men, denn ich hab sie in 
Schlesien geschickt und also darf man kein Datum drauf 
machen. 

LXXXIX. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus Ihr Mtt. Schreiben vernimb ich, dass der Mansfelder 
und der von Weinmar sich mit dem Betlehem conjungiren 
wollen; nun schreibt mir mein Herr auch, dass der Palatinus 
will in Ungarn insurrectionem regni anstellen, welches ich gar 
vor gut und nothwendig halt ; aber es fellt mir dies Bedenken 
ein, die Ungern dieweil sie nicht Fussvolk haben und sich 
nicht verstehen, wie sie die Pass defendiren sollen, werden sie 
dem Feind im Feld begegnen wollen und vom selbigen ge- 
trennt, so stehen unsere Sachen in bosen . terminis. Mein 
Meinung ist, dass sie dem Feind allezeit cortegiren sollen, 
doch mit gutem Bedacht auf ein oder 10 Meil Wegs von ihm 
auf die rechte oder linke Seiten nach Beschaffenheit der Sachen 



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401 

und sich mit mir conjungiren, sobald dies geschieht, so ver- 
meine ich, dass der Feind unfehlbarlich wird geschlagen werden, 
sie miissen aber kein Augenblick Zeit verliercn, sondern mit 
allem Fleiss fortzieben, denn ich werde itzt auch marchieren. 
Sollte ich nun eher als sie an den Feind kommen und nichts 
than, so discoragir ich das Volk und consumirs, sollte ichs 
aber wagen, so ist es beiden misslich, denn der Betlehem wird 
ein grosse Quantitat von Cavallerie mitbringen. Dahero ich 
denn meinen Herrn nocbmals ganz dienstlich bitten thue, er 
wolle dies Werk auf diese Weis fiihren, es ware wohl besser 
den Feind weit zu halten, aber man muss consideriren, dass 
die Ungern schwerlich solches werden richten konnen, kriegen 
sie ein Schlappe, so stehen unsere Sachen libel, da man auch 
wollte sagen, dass sie dem Feind von hinderwerts werden die 
Pass speren, das ist nichts, denn der Feind wohin er kompt, 
so ist er als wenn er daheim ware, denn alles hankt ihm an, 
thuet ein einzigen guten Progress wider raich, er wird die wohl 
zurucktreiben, so ihm werden wollen von hinden die Pass 
sperren und der Kaiser wird auf einmal alle seine Lander 
verlieren. Drumb bitt ich, man feier nicht, denn man weiss 
gar wohl, dass des Betlehems Einfall mit furi und geschwind 
zu gehen pflegen. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Diener und Sohn 

A. H. z. Fd. m. p. 
Aschersleben den 25. Juli 1626. 

Ich vermeine, dass der Schwed sich am Oderstrom wird 
legen und uns von hinden sequiren. Der Graf von Tilly hat 
nicht liber 6000 Mann zu Fuss und 3000 Pferd bei sich, er 
zweifelt, ob die 8000 Mann Spanisch Volk zu ihm stossen 
werden, bitt man sollicitire bci der Infantin unci man expedir 
einen eigenen Currier zu Ihr Durchl. destwegen. 



XC. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Wills Gott morgen incaminir ich mich gegen Schlcsien, 
bitt mein Herrn ganz dienstlich, dass man daselbst befilcht 

Fonte* Abth. II. Ltd. XLI. 2 Ilalifeo. 2G 



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402 

wegen dor Profant. Wegen des Botlehems hab ich meinein 
Herrn zuvor geschrieben, was man than soil, wann er heraus- 
ziehen wird, denn die Ungern seind nicht bastant ihm im Feld 
zu begegnen und die Pass kcinnen sie nicht defendiren, dann 
ihr Fussvolk taugt nichts, dahero ich denn nochmals bitten 
thile, dass sie sich mit mir conjungiren, sobald der Betlehem 
in Schlesien wird geriickt sein, geschieht dies, so zweifel ich 
an der Victori ganz und gar nicht; ich bitt auch, dass Ihr Mtt. 
dem Herrn Tilly ein Schreiben than und ihn ersuchen, er wolle 
unterdessen an dem Elbstrom fleissig Achtung geben, auf dass 
sich der Feind der occupirten Orter nicht wiederumb be- 
machtiget und dardurch dem Kurfiirsten von Sachsen nicht 
zusetzt, denn es entspringeten draus viel Ungelegenheiten. Ich 
aber verbleibe 

Meines Herrn dieustwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Aschersleben den 26. Juli 1626. 

P. S. 

Hier uberschicke ich meinem Herrn, was mir der Fiirst 
Christian von Anhalt schreibt wegen des Friedens, wie er den 
Fuchsen disponirter hat gefunden, ich sehe aus alien Circuin- 
stancien, dass sie den Frieden sehr begehren, aber ich habe 
expresse dem Fiirsten von Anhalt gestern, wie wir uns im Feld 
econtrirt haben, gesagt, dass Ihr Mtt. nichts anders begehren 
als Fried und Einigkeit im Romischen Reich, doch miisste man 
ihnen die Kriegsunkosten erstatten, denn obs schon itzunder 
der Gegentheil will verbleimelnf?), dass zu Braunschweig die 
Sach nicht recht ware verstanden worden, so ist es alles nur 
lauter Betrug. Ich verhoffe mit Gottes Htilfe, dass wir durch 
Waffen die Sach besser werden deciclirn als durch Tractation. 
Es hat mir auch der Fiirst Christian gesagt, dass der Kurfurst 
von Sachsen sich in dies Werk will interponiren. Bitt auch, 
mein Herr sage Ihr. Mtt., dass der von Stralendorf sollte fort- 
fahren mit Widerlegung des Manifests, so der Niedersachsische 
Kreis hat lassen ausgehen. Der Kiinig hat schon zum dritten- 
mahl bei mir anhalten lassen wegen Quartiers vor die Gefangen, 
ich will aber durehaus kein Quartier machen. 



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403 

Gleich itzt kompt der Obr. Leutenant Bindthof von dem 
Herzog von Sachsen ; der Herzog von Sachsen wird marchieren, 
bitt man befiirders, denn wir werdens wohl von notten haben, 
der Obr. Leutenant Bindthof sagt mir, dass der Graf Ego von 
Fiirstenberg von den Ulmern ein ansehnliche Summa vor dies 
Volk bekommen hat, bitt mein Herr dirigire die Sach dahin, 
auf dass des Herzogs von Sachsen und Balandts Regimenter 
das Monatsold davon bekommen, denn man mochte sonsten 
etwan alte partiten darmit zahlen und unter dessen lassen, dass 
der Kaiser in Schaden gerathen miisste. 



XCI. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus meines Herrn schreiben vernimb ich, dass der Collalto 
hat wollen, dass mein Herr sollte hereingeschickt werden, draus 
sehe ich, dass er ein schlimmer falscher Mensch ist, denn wann 
mein Herr dahie bleiben sollte, so mussets oder ihm oder mir 
praejudiciren, denn mir zu assistiren ist er gar zu gut darzu, 
mich zu registriren, vermeine ich nicht, dass von notten ist, 
drumb sieht man des Kerls seine malici, die doch allezeit tiber 
ihn ausgehen muss, mein Herr wird sehen, dass er solche parere 
wird dem Kaiser geben, im Fall sie der Kaiser abracirt, so 
wird er alle disgustiren und sich umb Land und Leut bringen. 
Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Zerbst den 29. Juli 1626. 

Will er, dass man mir einen her sollte schicken, so lasse 
er sich mir selbst schicken, denn er ist weniger als ein wirk- 
licher geheimer Rath, ich will den Poltron tractiren, wies auf 
ihn gehort. Meinen Herrn sehete ich von Grund meiner Seelen 
gern dahie, aber nicht iner Materie, die oder ihm oder mir 
praejudicirt. 



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404 

XCII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ich bekomme abermals Aviso, dass dor Feind gewiss 
jenscit der Oder sein Weg nach Ungern nehmen thuet und 
dass, sobald sie an die Granitz kommen, des Betlehems 
Volk zu ihnen stossen wird, bitt umb eilende Befiirderung der 
Ungern, dass sie zusammenziehen und an die bemelte Orter 
sich festlegen. Auch vermeine ich nicht eher den Feind an- 
zutreffen als an der Ungrisch Granz, wird derowegen von 
notten sein ein Vorsehung wegen der Profant zu thuen und 
ein eigenen dahin schicken als in das Teschnisch, Tropa, Opeln 
und Ratibor, wie auch in Mahren ; mein Herr wird sehen, wie 
das Feuer uberall umb sich fressen wird, bitt derowegen umb 
wirkliche Versehung wegen Profant, denn die Hof Cammer 
expedirt einen allein mit Worten. Bitt auch man lasse als- 
balden das Volk aus Schwaben unter dem Herzog Franz 
Albrecht gegen Ihr Mtt. Lander avanziren. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Zerbst den 29. Juli 1626. 



Nach rich ten am Breilau vom 19/29. Jali 1626. 

Alhier ist cine solche Furcht, dass albereit bis dato iiber 3000 
Wagen mit Hansratli und andern Sachen herein geflehet, haben aber 
alhier also geschlossen, da einer herein will, muss ein Malder Korn und 
andere Victualien mitbringcn und etwas gewisses an Gelde geben. Zur 
Liegnitz soil auch alles voll gefleheter Sachen sein, welches heut ein 
Kaufmann, so in meinem Losament gewesen, hoch betheuert. 

Der Mansfelder zeucht an einer Seiten der Oder, hat Crossen ver- 
lassen und ist uf Sehlava, Guhrau und Trachenberg zumarchiret. Herr 
Gberste Pechmann auf der andern Seiten. Mansfelder thut den Unter- 
thanen nicht Uberlast, Herr Oberste Pechmann aber, wie man sagt, least 
nehmen was er findet, welches bftse Gebliiet und dieses verursacht, dass 
sie die Underthanen ufm Lande den Mansfelder lieber als Pechmann sehen. 

Gleich als ich znmachen wollen, kompt ein hiesiger glaubwiirdiger 
Mann, der berichtet, dass Herr Oberste Pechmann noch heute 200 Pferde 
herein schicken und Munition abholen lassen wird, befurchten sich, er 
werde diese Stadt schr mitnehmen. Sein, Obersten Pechmanns, Volk 
nimmt alles hinweg, sagen es sei besser, sie nehmens als der Mansfelder, 



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405 
XCIII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus Beilag wird mein Herr vernehmen, wies in Schlesien 
beschaffen ist, der Fuchs wird schwerlich nach Schlesien ziehen 
aber der Sehwed wohl, denn ich hab von alien Orten solche 
Avisen und wird sich an den Oderstrora halten. Ich schreibe 
ihnen zwar in Schlesien hinein, dass ich init 50.000 Mann 
marchier, aber es seind nicht sampt denen, so ich mit dem 
Peclimann vorangeschickt hab, 20.000 effective, denn die Re- 
gimenter seind schwach und ich hab raiissen dem Herrn Tilly 
viel Volks dahie lassen, bitt, dass Ihr Mtt. ein Currier zum 
Herrn Tilly schicken und ihn ersuchen, dass er mit seiner 
Armee an die Elb ruckt, denn im widrigen seind diese Stifter 
dahin und Kurfurst von Sachsen wird sich intrigirter finden. 
Bitt, man lasse etlich Tausend Polen werben, denn kommen 
die Tartarn, so seind sie unser Ruina, wenn wir noch so viel 
teutsche oder ungerische Reiterei hetten. Wegen des ungrischen 
Aufbots, wie ich verraeine, dass gehalten sollte werden, hab ich 
albereit geschrieben, bitt man stelle es auf solche Weis an, 
denn im widrigen stehen unsere Sachen nicht wohl, aber man 
thue nur bald darzu, denn gewiss wir werden die Tartaren 
eher bei uns haben, eher dann wir uns versehen werden. Ich 
bin resolvirt, dein Mansfelder und Weinmar nachzuziehen, wo 
ich sie autreffen werde, denn ich werde von alien Orten bericht, 
dass sie durch Schlesien jenseit der Oder durchbrechen und 
sich mit dem Betlehem conjungiren wollen, drumb muss man 
die notturftige Provision von viveri machen an alien Orten 

ist also allenthalben grosses Klagen and Jammern, darbei zu erbarmen, 
dass wir Christen uns selber verderben, uud geschieht noch von denen, 
die das Land schiitzen sollen. 1st Schad umb die guten Lander. Man 
wacht alhier stark in Thoreu und ufn Rathhause, hat Stttcke uf die 
W&lle und Pasteien ziehen lassen. Was die zwei Armeen Mansfelders 
und Pechmanns gegen einander vornehmen und ansrichten werden, er- 
bffuet die Zeit; allein ist uf dein Lande grosser Jammer und Klagen. 
Gott wende es zum Best en. 

Gleich bei Beschliessung kompt Zeitung, dass der Mansfelder heut 
diese Nacht zu Trebnitz dritthalb Meil von hinnen sein Nachtlager 
haben wird. 

(Copia im konigl. sfichs. Staatsarchiv, 9209/59. Fol. 116.) 



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406 

und des Oberainpts narrische Vorschlag hindenansetzen, denn 
aus Bohmen wird uns kein Profant konnen gebracht werden. 
Wegen der Ungern bitt ich, sobald der Betlehem durch ist, 
dass sie sich incontinenti mit mir conjungiren, denn ich werde 
nicht ein Tag sula defesa stehen konnen, denn thete ich das, 
so discoragir ich alles das Volk und der Feind wird uns wie 
zu Godingen vernichten und also, wenn ich nacher schlagen 
wollte, ohne grosse Gefahr dasselbige nicht than konnte, denn 
die Tartarn werden uns alle Profant abschneiden, dass sich 
kein Mensch vor ihnen wird durfen blicken lassen. Bitt also 
mein Herrn ganz dienstlich, was man than soil, das thue man 
bald, denn ira widrigen wird mans nacher mit Schaden, der sich 
nicht repariren wird lassen, innen werden. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Zerbst den 29. Juli 1626. 



XCIV. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus Beilag wird mein Herr vernehmen, dass der Hen- 
Tilly wenig Lust hat nach der Elbe sich zu begeben, dahero 
dann ich in grossen Zwoifel stehe, was ich than soil; ziehe ich 
von hiunen, so seiud nicht allein die occupirte Orter verlohrcn, 
das Volk, so in praesidiis gelassen, niedergemacht, der Kurtiirst 
von Sachsen mit dem Gegentheil sich zu uniren sforzirt, die 
libel intentionirten im Reich werden sich gegen uns erklaren, 
unser Volk in grosse Forcht und Confusion gerathen; ziehe 
ich aber nicht, so besorge ich mich, dass der Kaiser mit alien 
seinen Landern periclitirt, dann wie ich avisirt bin, so zieht 
der Mansfelder gar stark fort jenseit der Oder, auf dass er sich 
mit dem Betlehem conjungirt, so kombt der Schwed auch durch 
Pommern heraus und nimbt seiu Weg an der Oder heraufwarts. 
Ich muss mich necessarian! ente noch ein Weil dahie aufhalten 
zu sehen, wo es hinaus will, denn sollte ich so plotzlich ohne 
Consideration hineinplumpen, so mochte etwas draus erfolgen, 
das nacher tibel zu reinediren ware, unterdessen verm cine ich, 



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407 

dass die Herrn sollten in Ungern die insurrectionem regni be- 
furdern, doch bitt ich, wie ich zuvor geschrieben hab, dass die 
Ungern gewahrsamb umbgehen und die von mir ernennte posti 
stark praesidiren, wie auch ihren Cainpo bei Presspurg in die 
Vorstadt scblagen, dann sollten sie ein Schnappen bekoramen, 
so wirds abennals mit uns misslicb steben. Zu deni vermeine 
ich, dass man kein Augenblick verliert, sondern das Volk, so 
ini Schwabenland ist, incontinenti in Ihr Mtt. Lander fuhrt 
und, da mans nicht ins Land ob der Enns bedarf, andere Orter 
darmit praesidirt, denn derselbigen werden die Mennig sein, 
dieweil wir keiner Stadt noch Flecken trauen durfen. Ich 
vermeine, dass man dem alten Braucli nach wird gehen und, 
nachdem der Feind in Ihr Mtt. Landern sein wird, alsdann umbs 
Volk schicken, wies vor drei Jahren geschehen ist, aber ich 
raths nicht, denn auf solche Weise wird der Kaiser das Land 
und das Volk verlieren. 

Ich hab ein Handschreiben von Ihr Mtt. aus der Cammer- 
expedition bekommen, ich sollte mich ausser des Lands halten 
und in Schlesien nicht rucken, sondern den Feind, eher er hin- 
kompt, schlagen, auf dass die Schlesier konnten die Contribu- 
tionen erlegen. Nun sehe man der Cammer wohl considerirte 
Ordinanz: der Feind ist in Schlesien, das Land halt mehr mit 
ihm als mit dem Kaiser und ich sollte ausserhalb des Lands 
bleiben, auch wird sich der Feind gleich, also wie sies aufs 
Papier setzen, schlagen lassen und ich mit der Armee gleich 
hin und her marchieren konnen, als wann sie ein Paar Ross 
vor den Wagen spannen lassen, nach Hof fahren und von 
dannen wieder nach Haus; ich sehete lieber, dass Ihr Mtt. 
Lander mochten dessen enthebt werden, denn ich habe so wohl 
als die andern nichts anders als nur meiner Giiter [ruina] zu 
gewarten, aber dieweils nicht anderst sein kaun, lieber ruinirte 
als verlorene Giiter haben. 

Was nun den Betlehem anbelangt, so vernimb ich von 
alien Orten, dass er mit einer grossen Menig Tiirken und 
Tartarn kompt. Ob nun die Ungern allein ihm zu resistiren 
bastant sein, das geben uns Exempel die vergangene tiirkische 
Krieg, und ob zwar vielleicht der Turk nicht so stark kommen 
wird, wie er damals hat pflegen zu kommen, so muss man 
denken, dass er auch kein solche Resistenz linden wird. Unsere 
teutsche unbezahlte Soldaten traue ich mir wohl nicht in Ungern 



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408 

zu bringen, zu dem obsehon der Palatinus wohl intentionirt 
ist 7 so seinds doch die andern nicht, denu die Religion geht 
ihnen im Kopfe umb, der Gegentheil aber mit denselben 
movirt nicht allein die Ungern, sondern alle wider uns. Der 
Forgatsch ist dem Kaiser auch treu gewest, aber man sichts, 
was er gericht hat, druinb ist mein Meinung, lhr. Mtt. sollten 
alsbalden etlich Tausend Polen selbst bestellen und nicht auf 
des Konigs Succurs warten, dann die oder kommen nicht oder 
komtnen langsamb, alsdanu seind sie nicht zu reenter Zeit da, 
so seind sie uns zu nichts anders nutz als zur Ruinirung des 
Lands. Man weiss auch, was vor starke factiones der Betlehem, 
Schwed und Brandenburg in Polcn haben, zu dem, wcils rognum 
electivum ist, wird schwerlich in des Konigs Gevvalt stehen, 
eines frembden Kriegs sich anzumassen, dahero dann auf die- 
selbige Assistenz kein Fundament zu macheu ist, wir sehen, was 
wir vor schone Assistenz aus Bayern, welches wegen wir allein 
diese Ungelegenheiten haben, vor 3 Jahren auch itzunder ins 
Land ob der Enns bekommen, drumb bitt ich, man feire nicht, 
greife zu den Waffen, dann wir werden hewer gewiss ein 
starken Strauss ausstehen mussen; die Polen wollte ich, dass 
sie gleich da waren, sobald ich in Schlesien anlangen werde, 
denn ich hab in allem nicht mehr, was ich mit inir bring und 
mit dem Obr. Pechmann vorangeschickt hab iiber 20.000 Mann 
nicht und der Feind wird ein grosse Quantitat von Cavallerie 
mitbringen, meine Niederlandische Reiter seind dessen nicht 
gewohnt, drumb adjungirt man ihnen auch nicht viel Ungern 
und Polen zu, so weiss ich nicht, wies ablaufen wird, aber alles 
consistirt in der Eil, denn der Feind riickt uns aufn Hals, der 
Betlehem wird wie ein Platzregen kommen, drumb bitt ich 
mein Herrn wegen eilender Befurderung und verbleibe hiemit 

Meines Hcrrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Zerbst den 30. Juli 1626. 

Wegen der Polen urgir ich destwegen, dass ich ihnen 
besser als den Ungern trauen darf. 



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409 

xoV. 

Hochwolilgoborner Freiherr! 

Izt bekomnie ich Aviso, dass mir der Feind zwei Hauser 
als Hiisensleben und Soinersenburg hat eingenommen und die 
anderen dass sie alle periclitiren, sobald ich von hinnen ziehe, 
drumb stehe ich sehr an, was ich than soil, wie ich dann in 
raeinein gestrigen Schreiben alle die motiva gemeldt hab. 
Ware der buckelte Graf von Furstenbcrg nicht gewest, der 
Feind hette ein ansehnliche bota bekorumen, denn der Graf 
von Tilly und der von Anholt habens gar vor gut angesehen 
sich mit mir an der Elbe zu conjungiren, er aber, wie ich 
vernimb, contraminirt sie zu Miinchen und dieweil er ein Plo- 
derer ist, so glaubt ihm der Kurfurst, in Sumraa man muss 
sich hiiten vor dencn, so die Natur gezeichnet hat. Wareu wir 
zusammengeriickt, so ware gewiss der Mansfeld nicht nach 
Schlesien gezogen und so wenig der Betlehem sich movirt und 
dieweil ich mit meinem Zug in Schlesien muss etwas zuruck- 
halten, so bitt ich man lasse incontinenti das Volk aus Schwaben- 
land amoviren und musters, denn nacher, wenn mans wird haben 
wollen, so wirds nicht zu rechter Zeit anlangen konnen, so kann 
man auch in Schlesien und Mahren die Anordnung wegen der 
Profant than wie auch die Polen bestellen. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohu und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Zerbst den 1. August 1626. 



Extract aus einem vertranten Schreiben ddo. Schonbeck 
22. Juli/1. August 1626. 

Berichte hierauf ferner, dass zu meiner Ankunft die kais. Fried- 
land Uche Armada mit einander fiber die Briicke zu Dessaw gezogen ge- 
wesen, ausgenoramen des Obersten De Four 10 Compagnien zu Boss 
und des Obersten Cerboni 15 Ffindel zu Fuss, welche zu dem Herrn 
Grafen Tilly gestossen sein. Oberster Fuchs hat Tangermiind verlassen 
und die Schiffbriick aufgenomnien und selbige besser hinunder nacher 
Havelberg zu geschlagen. Er Oberster Fuchs ist mit etlichem Volk ein 
Stuck Weges mit dem Mansfelder gewesen, nun aber wieder fiber die 



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410 

XCVI. 

Hochwohlgeborner Freihcrr! 

Aus Beilag wird mein Herr vernehmen, was niich der 
Obr. Aldringer avisirt wegen des Feinds, so bei Kalenberg 
ist gewest, gestern hat er mir Schleiden eiDgeaommen und 
alles, was dorten gewest ist, niedergehauet ; wenn nur der Hen- 
Tilly mit dem bosen Gottingen fertig ware, so waren meine 
Quartier assecurirt und icb konnte dem von Wei Dinar und 
Mansfelder naclizielien. Ich verbleibe hiermit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. ra. p. 
Zerbst den 2. August 1626. 

Im Fall dass der Bapst Volk will schickeu, so nimb mans 
nicht an, denn des Bapst Volk so wohl bezahlter als es ware, 
so w&re es zu competiren und die Quartier zu consumiren 
und nicht zu dienen und das ist die Ursach, warumb ich das 



Elbe, also hat der Herzog von Friedland audi nachfolgende Regiuienter 
wieder zunick iiber die Elbe marchieren lassen als Reiter : meines Obersten 
10 Conipagnien, Obersten Hanssraanns 8 Comp. , Gall Peters Crabaten 
6 Comp. Fussvolk: Obersten Altringers 15 Comp., Obersten Colloredo 
15 Comp. und liegen mit selben Volk zu Schonbeck bei Salza, Herr 
General von Friedland wartet mit der iibrigen Armada zu Zerbst, bis 
Herr Graf von Tilly von Gottingen weg ist aus Ursach, weil der Feind 
an fan gt unsere verlassene wiewohl besetzte Quartier zu attaquiren, die- 
weil die Besatzungen schwach, der Herr Graf von Tilly dem Feinde den 
Kopf bieten konne. Also werden diese itzbemelte Regimenter zum Herrn 
General Tilly stossen und Herzog von Friedland mit seinem Volk in die 
Schlesien, den Mansfelder zu suchen, welch er sich zu Crossen befinden 
soil. Fernern Verlauf gibt die Zeit. 

Meine Reiter, die ich auf Kundschaft ausgeschickt, seind heute in 
der Nacht kommen, bringen Aviso, dass Herr General Tilly Gottingeu 
eingenommen habe, ob es aber gewiss, kann ich nicht sagen, allein das 
kann ich berichten, dass Herzog von Friedland dem Herrn Graf Tilly 
zu entboten, er wolle sich vor Gottingen nicht l&nger aufhalten, damit 
er dem Feind fronte bieth und er seincn Weg nacher Schlesien gegen 
dem Mansfelder nehmeu konne. 

(Copia im k5nigl. JStaatsarchive, 9209/59. Fol. 133.) 



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411 

Spanisch Volk nicht hab haben wollen, die bei weitem mit 
den Competenzien nicht also wie die Romaner esorbitiren. 
Will der Bapst etwas bei diesem Wesen than, so gieb er Geld 
und sein Volk sanipt seinen Indulgenzen behalte er zuriick, 
mir ist lieber, wann er mir alle Monat 5000 Kronen gibt als 
wenn er mir 5000 Mann bezahlt, denn hab ich des Monats 
5000 Kronen, so schaff ich dem Kaiser mehr Nutz als mit 
5000 Italienern. 

XCVII. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus des Maxen Schreiben hab ich vernoinmen, dass man 
ihm ein Tag hat Pateuten geben, den andern wiederurab die 
Werbung eingestellt: ich sehe wohl, wenn ein par Fliegen umb- 
gebracht werden, dass man alle Praeparationen einstellt, drumb 
weiss ich nicht, was ich dazu sagen soil. Ich hab dem Maxen 
befohlen, im Fall dass mein Herr vor gut ansehen wird, dass 
er dem Hwrn Verda diesen Vorschlag vor sich selbst geben 
wollte, dieweil der Kaiser mir den Titel Obr. Feld Hauptmann 
hat geben, so wollte mein Herr mit mir tractiren, dass ich mirs 
nicht Hesse zuwider sein, dass auch der Collalto accommodirt 
tcilrde, dock dass er auch under mir wdre tamquam membro 
separato del corpo mit Tit. Feldmarschalk, denn sonsten werde 
ich stets Intrigi mit ihm haben. Bitt also rueinen Herrn, da 
ers vor gut ansieht, er woll es dem Herrn Verda vor sich 
selbsten proponiren } ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilligcr Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Zerbst den 2. August 1626. 

Die Ursacheu hab ich zuvor meinem Herrn geineldet, 
warumb die milicia von eineni dependiren muss, wenn schon 
mehr corpi seind. 

Ich sag meinem Herrn Dank, dass er mein Weib, wanns 
gefUhrlich ist, will zu Wicn haben, ich nimb die Gnad an, aber 
bis dass in Bohnien gefahrlich ist, verhoffe aber, kann ich niich 



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412 

von hinnen moviren, dass ich den Mansfeld und Be tie hem beiden 
will barba raachen, wenn ich nur ein Anzahl von leiehter Ca- 
vallerie hab. — 

XCVIII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Hier iiberschicke ich meinem Herrn, was mir der Graf 
von Schwarzumburg sowohl der Obr. Pechmann schreiben. Mit 
dem Spanischen Volk hat man viel Wesens, man will viel 
considerationes haben und Dienst, den sie than werden, wird 
schlecht sein, dieweils alles auf schraufen wird gestellt sein. 
Der Pechman avisirt mich aber, dass der Feind nach Ungern 
marchiert, dahero ich mich mit Ihr Mtt. Armee auch dahin 
incaminiren thue. Ich hab zuvor geschrieben und gebeten, 
was man den Ungern befehlen sollte, dass sie than sollten, auf 
dass sie sich vor meiner Ankunft nicht praecipitiren, das bitt 
ich noch, hab auch meinen Herrn avisiren wollen, dass gewiss 
der Cardinal in Mahreu wird practiciren etwas zu werben, ich 
bitt aber meinen Herrn, dass man ihms nicht gestattet, indeme 
das Volk zu keinem Dienst nicht ware, denn er hielt es nur zu 
seiner Quardi, bezahlets wohl und Ihr Mtt. hetten keine Con- 
tribution aus Mahren, denn was seinem Volk in einein Monat 
gegeben wiirde, contentiret ich mich, dass ichs in einem Jahr 
bekame; itzt dass er nur Profant bestellt. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger ISohn und Diener 

A. H. z. Fd. ra. p. 
Zerbst den 3. August 1626. 

Vom Bapst, bitt ich, man nehme Gelt und nicht Volk an, 
denn ich hab das Spanisch Volk nicht haben wollen, das sie 
bezahlt sein, viel weuiger begehre ich inir des Bapst Volk, 
will er nicht Gelt geben, so begehre ich mir seines Volks 
auch nicht. 



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413 
XCIX. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Was mir die Infantin und der Spinola schreiben wegen 
des Mariame und des Baron de Befurt, uberschicke ich meinem 
Herrn, ich kann draus comprehendiren, dass Ihr Durchl. ihnen 
zu perdoniren wenig Lust haben, besorge mich aber, dass sie 
aus Desperation nicht mit dem Volk zum Feind sich begeben, 
bitt also meinen Herrn ganz freundlich, er wolle bei der 
Spanischen Botschaft das Beste than, auf dass sie ihren perdon 
bekommen mochten und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 

Zerbst den 3. August 162G. 

C. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus Beilag wird mein Herr sehen konnen, was mir der 
Obr. Pechmann schreibt, der Fuchs ist in der alten Marck 
und zieht ihnen nicht nach, sondern wart, so bald ich dahin 
aufbrich, dass er die Stifter angreift. Ich halt es vor gewiss, 
dass der Mansfelder sich wird zwischen Tropa und Tetschen 
durchschlagen und bei Hradisch oder sonsten an der Marck 
wollen mit dera Betlehem zusammenstossen ; nun hab ich dem 
Obr. Pechmann befohlen, den Feind allezeit zu cortegiren, bitt 
derowegen, dass Ihr Mtt. wollen dem Cardinal von Dietrichstein 
befehlen, wenn der Obr. Pechmann in Mahren wird ankommen, 
man solle ihm uberall alle Assistenz leisten, und dieweil ich 
mein Zug auch dahin, wo der Feind hinzieht, werde nehmen, 
als bitt ich nochmals, dass man dem Cardinal wegen der Profant 
gar ernstlich befilcht; es ware gut ; dass das Volk aus Schwaben- 
land schon da ware und posto genommen hatte, denn der 
Betlehem wird uns iiberfallen, ehe dann wir uns versehen. Wo 
sich die Ungern halten sollen, eher dann sie zu mir stossen, 



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414 

hab ich zuvor geschrieben, bitt audi wegen Bestellung der 
Kosaken, denn ich werde ihnen mehr als den Ungern trauen 
konnen, und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Zerbst den 4. August 1626. 

Hab ich 8 oder 9000 Kosaken und so viel Ungern und 
Brot die Notturft, so verhoffe ich, dass ich gewiss uiit Gottes 
Hiilff den Be tl eh em und Man sf eld ala prima vista will barba 
machen und alsdann gegen Preussen ziehen, den Konig aus 
Polen succurriren. 

CI. 

Hochwohlgeborner Freiherr ! 

Bis nachst kiinftigen Sam b stag brich ich gewiss dahie auf 
und nehme mein Zug nach Schlesien und dieweil nun unmiiglich 
ist, dass ich den Mansfelder eher antreffen soil, als er sich mit 
dem Betlehem conjungirt, muss ich sehen, dass ich gewahrsamb 
umbgehe und nicht eher an sie komme, als sich die Polen 
und Ungern mit mir werden conjungirt haben, welches dass es 
geschieht aufs allereheste, ich mich einig und allein auf meinen 
Herrn verlassen thue, denn ich kenne die Langsamkeit unsers 
Hofs und ich ohne Polen und Ungern gegen der Menig des 
Betlehems Cavallerie mir nichts traue zu richten, hab ich sie 
aber bei mir, so zweifel ich durchaus nicht an der Victori. 
Nun wollte ich gern, dass man zeitlich bei Hof gedachte, wann 
unser Herr Ihr Mtt. wider dem Betlehem victori verleiht, wie 
dieselbige kann zu Nutz gemacht werden, denn lassen wir den 
Betlehem sich uber den Winter erholen, so kombt er auf den 
Sommer wieder und wir haben nicht allein nichts gewonnen, 
sondern werden wieder in voriger Gefahr stehen. Ihm mit 
Ihr Mtt. Armee in Siebenbiirgen nach zufolgen halte ich vor 
nnmuglich, denn die Soldaten thetens nicht, dieweil sie nicht 
bezahlt sein, zu dem sehen wir, wies vor 20 Jahren zugegangen 
ist, da man das Volk bezahlter hat gehabt und das ganze Reich 



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415 

zu Kaisers Devotion gewest. Sollte man etwan durch einen 
aus Polen gcdenken sich Siebenbiirgen zu im patron iren, das 
ist abermahl nichts, denn ein Streif konnen die Polen wobl 
hinein thun, aber Land einzunehmen zu dem seind sie nicht 
qualificirt. Auch wann der Palatinus mit den Ungern etwas 
solches wollte tentiren, so findete er sich in gleichem Intrigo 
wie die Polen, drumb ware mein Meinung, dass Ihr Mtt. zeitlich 
etwan durch ein vornehmen Siebenburgischen Herrn, Cornitsch 
oder andern, denn ich besorge micb, dass der Cornitsch wegen 
der Religion bei ihnen wird suspect sein, liessen zeitlich die 
Sach tractiren, auf dass nach erlangter victori solches incon- 
tinent], konnte ins Werk gericht werden, man konnte sich 
auch resolviren, was vor Assistenz demselbigen konnte gegeben 
werden von Teutschen und Ungern und wen man zum Capo 
uber solches Volk brauchen thete, doch ware mein Meinung, 
dass derselbe ein Ungar wfire. Ich aber verbleibe hi emit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Zerbst den 5. August 1G26. 

Aus Beilag wird mein Herr sehen, was mir der Herzog 
Franz Albrecht schreibt, bitt, man lasse ihn bald kommen und 
gebe ihnen das Monatsold sowohl den Holdstcinischen 15 Fandlen, 
denn man hat von denen von Ulm wobl mehr als dies bekommen, 
was aber die Ordinanz anbelangt, wem er obediren soil, remittir 
ihn auf meinen Herrn. 



CII. 
A. v. Waldstein an den Herzog Franz Albrecht von Sachsen. 

Hochgeborner Fiirst ! 

Aus Eu. L. Schreiben vernimb ich, dass sie von mir be- 
gehren zu wissen, wem sie obediren sollen, wann sie ins Land 
ob der Enns kommen, thue E. L. zu wissen, dass ich solches 
dem Herrn von Harrach reraittirt hab, ich weiss, dass er E. L. 



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416 

Reputation ihm recominendirter hat, werden also Eu. L. wen 
der Herr von Harrach andeuten wird, obediren. Ich marchiere 
libermorgen nach Schlesien, verhoffe, dass wir dorten bald 
einander sehen werden, und verbleibe hiemit 

Eu. L. 

dienstwilliger 

A. H. z. Fd. m. p. 

Zerbst den 5. August 1620. 



cm. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ich schicke Ihr Mtt., was Chur-Bayern sowohl Herr Gen. 
Tilly an mich schreiben und was ich ihnen darauf antwort, der 
Herr Tilly hat solches aus seines Herrn Befehlich than miissen, 
mir ware viel lieber dahie zu bleiben, aber will ich nicht, 
dass Ihr Mtt. Hire L&nder verlieren, muss ich dieselbige ent- 
setzen. Ich hab meinem Herrn gestern geschrieben, dass man 
zeitlich gedenken thete, wenn der Feind geschlagen sollte werden, 
wie sich Ihr Mtt. der victori praevaliren und seine Kunigreich 
und Lander vor solchen feindlichen Einfallen versichern, finde 
aber kein anders Mittel, als dass man alsbalden mit dem 
Cornitsch oder sonsten jemandsen practiciren thete, dass sobald 
unser Herr dem Kaiser wider den Betlehem victori verliehen 
hat, dass ihm Ihr Mtt. wollen Assistenz leisten und zum Fursten 
in Siebenbiirgen machen, die Assistenz aber vcrraeine ich, dass 
diese sein miisste, dass ich 3000 Pferd neben 3000 Drachonern 
unter einem Capo geben thete, zu demo konnte man alle die 
Polen dahie gebrauchen, auch 2 oder 3000 Ungern darzu 
geben, diesen alien dass der Forgatsch commandiren thete und 
sobald dor Feind rumpirt ware, in zwei oder drei Tagen dahin 
marchieren, unter dessen in dem Schrecken machet der Cornitsch 
das ganze Land sich zu ihm voltiren und konnt es gar leicht 
occupiren, alsdann sollte er die Polen dorten abdanken und 
bezahlen, die Teutschen aber wiederumb zu mir herausschicken, 
ich nach Verrichtung dessen konnte mich wiederumb mit Ihr 
Mtt. Armee nach Teutschland wenden und auch den Kunig 



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417 

aus Polen in Preussen succurriren; dies aber muss alsbalden 
practicirt werden, auf dass nacher kein Saumen oder ander 
Kathschlag uns verhindern. Bitt derowegen mein Herrn ganz 
dienstlich, er woll es Ihr Mtt. vorbringen und befurdern. Ich 
marchiere morgen fort, vermeine innerlialb 3 Wochen an der 
ungarischen Granz zu sein. Bitt, dass sich 7 oder 8000 Ungern 
mit mir conjungiren wie auch die Polen, hab ich die, so hoffe 
ich zu Gott, dass der Feind gewiss den kiirzern wird ziehen. 
Bitt auch meinen Herrn ganz dienstlich wegen des Gelts vor 
die Armee, denn auf mein Gewissen ich besorge mich einer 
erschrecklichen Unordnung und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Zerbst den 7. August 1G26. 

Der Ober-Sachsische Kreis wird werben und solches 
gefallt rair gar nicht. 



CIV. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Itzt brich ich gleich auf und march ier nach Schlesien zu, 
ich werde starke Tagreisen than und wenig rasten; dies ist 
aber zu consideriren, ich kann nun nicht eher an den Mansfeld 
und Weinmar kommen, bis sie sich mit dem Betlehem con- 
jungirthaben, haben sie sich aber conjungirt, so kann ich abermals 
nicht an sie ziehen, bis die Ungern und Polen zu mir stossen, 
denn sollte ich an den Feind kommen und nicht bald den 
oder den andern Tag schlagen, so discoragir ich das Volk; 
ohne Ungern und Polaken mit dem Betlehem, der eine grosse 
Menig von Cavallerie mitbringt, ist nicht rathsamb zu wagen, 
dahero dann wird von noten sein, dass man in Mahren und 
Osterreich die Stadt etwas besetzt, insonderheit die Orter an 
der Marck und sobald der Betlehem sich ruhrt, dass die Ungern 
Mahren traversiren und zu mir stossen, sowohl auch die Polen, 
dass sie alsbalden in Schlesien auch zu mir kommen. Was ich 

Fonten. AMli. II. Bd. XIJ. 2. Halfle. . 27 



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418 

vor ein Zug nimb, wird mein Herr aus Beilag sehen konnen, 
und ich verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 

Zerbst den 8. August 1626. 

Ich bitt, dass Ihr Mtt. dem Oberampt und Herrn von Dona 
befehlen sich mit mir alsbalden mit alien ihren Land- und ge- 
worbenen Volk zu conjungiren und wider den Feind assistiren. 
Bitt auch meinen Herrn ganz dienstlich wegen der 100.000 Reichs- 
thaler, denn ich besorge mich einer grossen Unordnung. 



CV. 
Hochwohlgeborner Freiherr ! 

Aus meines Herrn Schreiben vernimb ich die Beschaffen- 
heit wegen der Kriegsgefahr in Ihr Mtt. Landern; die, so Ihr 
Mtt. zum Krieg rathen, sehen itzunder, in was vor Labyrint sie 
dieselbige und uns alle gebracht haben. Dass ich den Mansfeld 
sollte antreffend schlagen, drauf muss man nicht gedenken, denn 
er hat ein 50 Meil Wegs Vorsprung vor m einer, darzu wird man 
sehen, was vor Unordnungen dahie einreissen werden, wenn ich 
weg bin, denn der Feind bemachtiget sich itzunder eines Orts 
nach dem an der n; der Herr Tilly ist auf persuasion des buckel- 
ten Grafen von Fiirstenberg nach Gottingen gezogen, itzt wollte 
er, dass er darvon ware, der Feind zicht mit allem Volk zu- 
sammen, ich besorge mich nicht allein, dass er die occupirte 
Stifter wird wieder einnehmen, sondern auch alles mein Volk, 
so ich noch dorten verlassen hab, niedermachen ; moviren sich 
ihr viel wider den Kaiser in Ungern, so sei man versichert, 
dass man im Reich nicht feiern wird, denn der Ober-Sachsische 
Kreis armirt und werden gewiss die meisten Kreis auch armiren; 
ich ziehe zwar fort nach Schlesien aber weiss nicht, ob es 
wohl considerirt ist, denn dahie wird der Herr Tilly mehr 
Feind und weniger Assistenz haben, denn itzunder hat der 
Kaiser erst rechte Feind vor sich, die andern sein diesen nicht 
zu vergleichen gewest. Ich ziehe wol von hinnen mit 80 Cornet 



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419 

Reiter und 70 Fandle Knecht, aber auf mein Gewissen sie seind 
nicht in allem, Reiter und Knecht, 14000 effective stark. Den 
Mans f eld und Weinmar kann ich nun nicht erlangea, dahero 
dann Ihr Mtt. miissen sehen, dass dies in Acht genommen wird, 
alle Ungern ihr Posto dass sie in den Vorstadten zu Presspurg 
nehmen, in Mahren dass man die Orter an der Graniz, so stark 
man kann, besetzt, alsbalden ein 10.000 Polen bestellt, Profant 
vor die Armee in Schlesien, Mahren auch Ungern, wo man 
etwan auf die Graniz zum Feind miisste, denn weit in Ungern 
auf Tirna oder der Orter traue ich mir die Armee nicht zu 
bringen, dass man bestellt die Schlesier, dass sich mit mir 
conjungiren, ich ohne Polen werde mich nicht an die Graniz 
weder in Mahren noch Ungern begeben, denn es ist nicht 
rathsamb, dass ich sula defesa stehe und ohne sie gegen Menig 
des Betlehems Cavallerie kann ich nichts richten, den Ungern 
traue ich allem nicht, drumb begehre ich Polen, hab ich die Polen 
bei mir, alsdann bitt ich, dass sich die Ungern auch mit mir con- 
jungiren, wie ich dem destwegen meinem Herrn zuvor gar aus- 
fuhrlich geschrieben hab, vor alien Sachen aber bitt ich wegen 
die 100.000 Reichsthaler, denn hab ich die nicht, so sei man 
versichert, dass dies Volk nicht allein, wanns darzu kompt, 
nicht fechten wird, sondern dass sie sich gewiss amuteniren 
werden und vielleicht viel bose Buben, was arger ist, mochten 
zum Feind fallen, denn es ist ein Sach, die gar zu gebreuchlich 
ist worden zu unsern Zeiten. Das Volk aus Welschland wird 
in die Winterquartier und nicht zu den faccionen kommen, es 
ware besser, dass man geworben hatte, denn ob man schon nicht 
alsbalden die Regimenter hatte formiren konnen, so hatte man 
sich doch der St&dt, denen man nicht trauen kann, versichert. 
Drumb ist mein Rath, dass mans noch thuet, denn itzunder 
muss der Kaiser denken, dass er nicht Mittel hat den zehenden 
Theil dies Volks zu bezahlen. Drumb muss man ala desperata 
gehen, siegen wir ob, so werden wir uns wohl zahlen machen 
von denen, so es nicht vermeinen, sollen wir uns aber verlieren, 
so ists besser, dass wir uns mit grossem als mit kleinem Haufen 
verlieren. Ich aber verbleibe hiemit 

Memes Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Koswick den 9. August 1626. 

27* 



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420 

CVI. 

[Ein Postscript oline Datum.] 

Ich hab zwar zuvor meinem Herrn geschickt ein Ordinanz 
an den Herzog von Sachsen, dieweil aber solche raochten ver- 
loren sein worden, so scbicke ich ihm hiebei ein andere, er 
wird sicb gar gern vom Herrn Lowel commandiren lassen. 
Bitt auch mein Herr berichte mich, was er von dem Obr. 
von Scbaumburg vor ein Antwort bekommen hat, ich vermeine, 
dass er zu Feldmarschalks-Leutenampt gar wohl taugen konnte 
und also hatte er die Praecedenz vor dem Gen. Wachtmeister 
von der Cavallerie, denn dera Don Balthasar ist unmiiglich 
all era allein zu resistiren. 

[Koswick den 9. August 1626.] 
CVII. 

[Dabei folgendes Schreiben A. v. Waldstoina an den Herzog Albrecht 
von Sachsen:] 

Ich vermeine, dass Eu. L. albereit werden sich imbarcirt 
haben und dieweil sie durch dero Schreiben sich bei mir er- 
kundigt haben, wem sie obediren sollen, so berichte ich sie, 
dass ich das dem Herrn von Harrach remittirt hab, er wird 
ihnen gewiss kein vorstellen, der ihnen nicht angenemb ist. 
Ich aber verbleibe 

Eu. L. 

dienstwilliger 

A. H. z. Fd. m. p. 

Koswick den 9. August 1626. 

CVIII. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Der San Julien ist wieder kommen, sagt mir, dass man 
keine Folen will werben, ich bitt mein Herrn ganz dienstlich, 



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421 

er lasse nicht darzu kommen, dass der Undienst Ihr Mtt. 
geschieht, denn dieweil der Betlehem mit einer grossen Menig 
Cavallerie audi mit Turken und Tartaren kompt, so kann ich 
ohne Polen nichts richten, wenn ich, ich weiss nicht wie viel, 
Volks hette, drumb bitt ich und verlasse mich auf meinen Herrn, 
dass er mir in diesem so wichtigen Werk wird assistiren und 
die Polen alsbalden bestellen lassen, man dart' sie iiber drei 
Monat nicht halten, alsdann will ich selbst Mittel suchen, wie 
man sie licencirt und contentirt Auf die Ungern kann man 
sich nicht verlassen, dann wann sie an treisten (?) seind, so 
reiten sie darvon. Bitt derowegen wegen der Polen, dass bald 
geschieht, denn man thuet allezeit erst werben, wenn uns der 
Feind auf dem Hals sitzt. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Tam [wohl Dahme] den 10. August 1626. 

Ich bitt auch, sieht mein Hen* ein Mittel den Collalto zu 
accommodiren, so tu ers, denn er ivird mich sonsten stets contra- 
miniren. 

P. S a 

Aus des Herrn Lowels Schreiben kann ich sehen, dass 
die kaiserlichen Commissari im Land ob der Enns ein Anstand 
mit den Pauren gemacht haben, drumb war es gut, dass man 
das Schwabisch Volk neben dem Breinrischen Regiment incon- 
tinent auch auf Presspurg schicken sollte, solches dem Obr. 
Lowel untergeben, nichts desto weniger aber ihn sampt* allem 
Volk auf dem Palatinum weisen. Das Lichtensteinisch Regiment 
kann man an die Mark austheilen und darmit die Orter, so es 
von notten ist, besetzen. Ich ziehe zwar in Sohlesien, aber 
dessen sei man versichert, dass ich weder in Mahren noch an 
die ungrische Granz mich begeben werde, ehe ich die Polen 
bei mir hab, ohne welche ich nicht schlagen werde, denn 
sollte ich hinziehen und nicht alsbalden schlagen, so discoragir 
ich das Volk, der Feind mit Menig seiner Cavallerie wird mir 
die Profant und die Foragi abschneiden und also sich der exer- 
citus consumiren, dardurch dann der Kaiser sicherlich seine 



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422 

Kunigreich und Lander verlieren musste. Lieber ist mir, dass 
der Feind das Land verbrennt, als dass solches durch mein 
Ursach sollte verloren werden. Drumb bitt ich, man feire nicht, 
sondern lasso die Polen alsbalden kommen und befehle man 
dem Herrn von der Dona ihnen umb das Monatsold zu sehen, 
auf dass darmit kein Zeit verloren wird, sowohl auch man 
muss fleissig antreiben, dass alles Scblesisch Volk sowohl ihr 
personlicher Aufbot sich mit mir conjungirt. Der Herzog von 
Sachsen hat weder vor sein noch vor das von Balant (?) Regi- 
ment noch kein Monatsold bekommen, umb Gottes willen man 
bringe sie zu keiner Desperation und lasse ihnen das Monat- 
sold bald reichen. 

Ich vermeine, wann schon Ihr Mtt. itzunder den Schelmen 
Gen. Pardon geben theten, so konnte man beim Ungrischen 
Landtag nacher practiciren, dass die Stadt sich beschweren 
theten, dass durch sie das Kunigreich ist ruinirt worden und 
alsdann von den Standen an Leib, Ehr und Giitern konnten 
gestraft werden, solches ist zu Zeiten des Kaiser Maximilian 
auch in Ungarn practicirt worden und es ware ein Mittel, das 
den Kaiser nicht so exoso machet. 

Bitt auch man lasse eilen und die Regimenter aus 
Schwabenland herunder ziehen, denn der Betlehem, mein Herr 
weiss gar wohl, wie plotzlich er uns pflegt zu iiberfallen, 
denn vor 3 Jahren waren wir an die Graniz avanzirt, so hetten 
wir den Betlehem in Ungern konnen testa machen, aber inan 
hat uns in Bohmen halten wollen und also seind wir so sp&t 
kommen. Drumb ist gut, dass man sie alsbalden herzukommen 
lasst, auf dass sie posto nehmen und, was nicht in die Guar- 
nigonen gebracht wird, zu mir stossen kann. 



CIX. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Izt bekomme ich ein Schreiben, in welchem mir der 
Herzog von der Liegnitz einschliessen thuet, was ihm der Herr 
von Dona schreibt, was furiiber geloffen ist in dem rincontro, 
den der Obr. Pechmann mit dem Feind bei Opeln hat gehabt. 
Er meldt auch, dass der Mansfeld und Weinmar 5 gute Regi- 
menter haben, ich hah zwar sieben aber seind gar schtcach, 



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423 

drumb bitte ich, man lasse des Herzog von Sachsen wie auch des 
von Balant Regimenter alsbalden avanziren und da es miiglicb 
ist, des Fjlrst Maxen von Lichtenstein wie auch Breiners Regi- 
menter auf dass sie alsbalden konnen zu mir stossen und ich 
verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Kotbusch den 13. August 1626. 

CX. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ich bin gestern dahie angelangt, heut muss ich still liegen, 
denn ich thue gar grosse Tagreisen und in dem Sand ist gar 
iibel zu marchieren. Diesen Currier schicke ich zu Ihr Mtt. 
dieselbige gehorsambst zu berichten, wo sich ihre Armee befindt, 
auch dass ich meinen Zug gleich gegen dem Feind nehmen thue, 
bitt derowegen, dass aldar die Notturft von Profant verschafft 
wird, wie auch dass das Volk aus Schwabenland und die Ungern 
zu mir stossen, und dieweil sich auf der Ungern Best&ndigkeit 
ganz nicht zu verlassen ist, als bitt ich, man wolle mir 8 oder 
10 Tausend Polen zugeben, denn wider den Feind ohne Menig 
der leichten Cavallerie richte ich nichts, defensive zu kriegen 
ist nicht rathsamb, denn ich miisste dem Kaiser seine Lander 
und den exercitum dardurch consumiren und dem Feind victori 
verursachen und da man nacher gar die Polen haben wollte, 
so wiirden sie nichts nutz sein, wenn dies Volk albereit ab- 
gemuth und discoragirt wiirde. Drumb bitt ich mein Herrn 
ganz dienstlich, dass man sie alsbalden kommen lasst, man 
darf sie iiber 3 Monat nicht halten, alsdann wollen wir sehen, 
wie wir sie abdanken. Ich hab meinem Herrn von Zerbst 
geschrieben, was meine Meinung ist nach erlangter Victori, was 
Ihr Mtt. than sollen, solches bitt ich, dass man zeitlich anfangt 
mit dem Cornitsch zu practiciren, denn das wird auch zur 
Erhaltung der victori dienlich sein in Betrachtung, dieweil er 
des Betlehems General ist, so wird er alien Fleiss anwenden, 
auf dass der Betlehem geschlagen wird, alsdann kann man das. 



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424 

Volk, so ich genannt hab, in Siebenbiirgen schicken und ich 
mich mit der kaiserlichen Arraee gegen Preisen wenden, den 
Konig aus Poleu zu succurriren und das Volk daselbst inter- 
niren. Ich schreib Ihr Mtt. auch und bitt, dass sie befehlen 
theten, bei meiner Ankunft auf dass ich mit Munition versehen 
werde, bitt meinen Herrn auch ganz dieristlich, er woll cs 
spingircn helffeu. Ich halte auch vor nothwendig, dass Ihr Mtt. 
jeniandsen zu mir in Schlesien, oder wo ich mich befindon 
werde, schicken theten, auf dass ich von demselbigen konnte 
informirt werden, was vor Praeparation liberal 1 geinacht ist 
und wie dieselbige konnte alsbalden zusammenstossen und dein 
Feind begegnet werden, aber es consistirt alles in der Ge- 
schwindigkeit eher dann der Feind sich niehr im Land im- 
patronirt und sein Haufen sich sterkt; und verbleibe hieniit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Kotbusch den 14. August 1626. 

Hatte der Herr Tilly das bose Gottingen gehen lassen, wie 
ich ihn so unterschiedlichrnal gebeten hab, und sich mit mir 
conjungirt, so ware der Sach schon Feierabend gemacht gewest. 
Bitt mein Herr wolle dem Grafen von Trautemstorf communi- 
ciren, was meine Meinung ist und man thun soil, wenn der 
Kaiser victori hat, auf dass ers auch treiben hilft. 



Vom 5./15. August 162G (sHchs. Staatarelriv, 9*209/59. Fol. 153) 
fihden wir nacbstohcndos Verzeichniss dor Truppen Waldsteins: 

Den 5. Aiig-usti A° 1626 ist der Rom. Kais. Mtt. Kriegsarmee 
General, Herzog Albreclit zue Friodland mit nacbfolgenden Kriegsvolk 
zue Cottbuss durcbmarubiert : 

Zu Rosb: 

Compaguien 

F. G. zu Sachsen Regiment ... 12 

Wittenhorst 6 

Lamott 5 

Strutzi 5 

Meroden 25 

Giinzniscbe 6 

Serinisclie 10 

Isolano 5 

Siud . 7-1 Coinp. 



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425 
CXI. 



Hochwohlgeborner Freiherr 



Meines Herrn Schreiben hub ich itzt empfaugen und ver- 
Bichere ihn, dass ich mir meiner Seelen Seligkeit nicht also 
lasse angelegen sein als Ihr Mtt. Dienst und ziehe stark fort 
und versichere meinen Herrn, dass kein Armee nie so stark 
marchiert hat als diese. Eher hab ich von Zerbst nicht auf- 
brechen konnen, dann der Fuchs ware mir in die Stifter ge- 
wischt und den Pass an der Elbe genommen. Dass man ein 
Campo bei Prcsburg formiren sollte, ist nicht mein Meinung 
anderst gewest, als allein dass sich die Ungern unterdessen bis 
zu meiner Ankunft daselbst sicher gehalten hetten, zu Ver- 
sicherung ihrer aber habe ich vorgeschlagen, dass man etwas 
von teutschen Volk dahin verordnet hatte, wild derowegen 
nicht von notten sein, ein absonderlichen Capo dasselbige Volk 
zu commendiren dahin schicken, denn wir miissen, sobald ich 
ankommen werde, zusammen stossen und agli manumit dem 
Feind kampiren (?), an der Victori zweifel ich nicht, wann ich 

Zue Fuss: 

H. Generals Regiment 9 

Sassische 5 

Colaldische 10 

Tiefenbachische 10 

Nassauische 6 

Schlickische 10 

Merodische Wallonen 21 

Sind . 71 Fandlein 

Darbei an die 6000 Wagen. 

Und an Geschiitz: 

2 halbe Cartaunen, schiessen jede zue 24 a 

3 schone lange Stiicks 18 ft 

3 schone lange Stiicks 12 a 

4 Stacks jede 8 n 

5 kleine, so dem Grafen v. Mansfeld abgenommen worden, jedes zu 5 u. 6fr 
1 halbe Quartierschlange und 

1 grosser Morser. 

Seiud 22 Stuck GeschUtz. 

Und seind hieruber noch bei jeden Regiment zu Fuss 3 kleine 
Stiicks von 4 n gefiihrt worden. 



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426 

nur noch ein 5 oder 6 Tausend Polen bei mir hab, im ttbrigen 
referir ich mich auf den Obr. Avandanio und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Kosl den 15. August 1626. 

CXII. 

Hochwohlgeborner Freiherr ! 

Heut frue bab ich vom Obr. Aldringer Schreiben be- 
koinmen, dass sich GSttingen ergeben hat ; unser Herr sei gelobt, 
izt riethe ich dem Herrn Tilly, dass er sich nicht mehr im- 
poniret, ich schicke den Obristen Avandanio nach Wien Ihr 
Mtt. von allem Bericht zu than und das Schwabisch Volk, dass 
sich rnit mir alsbalden conjungirt, anzuhalten, denn ich hab 
gewiss nicht 10.000 Mann zu Fuss effective. Bitt auch meinen 
Herrn wegen Befiirderung der Polen, wie auch, dass sich dor 
Palatums mit den Ungern mit mir conjungirt, ich verhoffe 
gewiss mit Gottes Hulf dem Feind ein gute bota zu geben 
und alsdann incontinenti mich wiederumb nach Teutschland 
wenden, wie denn mein Herr weitleufiger in allem wird vom 
Obr. Avandanio bericht werden. Bitt mein Herrn ganz dienstlich, 
dieweil er jederzeit Ihr Mtt. Dienst ihm hat hochlich lassen an- 
gelegen sein, er wolle in diesem so wichtigen Werk treiben 
helfen, auf dass ich die begehrte Requisita alsbalden wie auch 
die Polen bekomme und der Palatinus sich mit mir conjungirt, 
und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Quartier bei Salza den 16. August 1626. 

Wegen des Palatini wird mit uns kein Competenz geben, 
denn ich begehre mit ihm zu correspondiren und nicht ihn zu 
commendiren, er wird auch nicht so narrisch sein, dass er ihm 
etwas anders traumen sollte lassen, in Sumraa der Ob. Avan- 
danio wird meinem Herrn von allem Bericht than. 



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427 



CXIII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Gleich itzt bekorame ich Aviso von deui Herzog von der 
Liegnitz, dass der Feind bei Friedek sein soil, nun vermeine 
ich genzlich, dass er sein Zug auf Mezritsch, Wsetin, Braumow 
und Trentschin nehmen wird, denn er wird sich allezeit am 
Gebirg halten bis er sich mit dem Betlehem conjungirt; nun 
vermeine ich, dass icb mein Zug auch muss darnach anstellen 
und von Tropa gegen Kremsier, Hradist, Tirna und bis auf 
Schinta nehmen, zu Schinta das Lager schlagen, aldar dann 
der Palatinus mit den Ungern wird konnen zu mir stossen wie 
auch die andere teutsche Regimen ter, so noch im Land ob der 
Enns sein, denn ich versichere nieinen Herrn, dass mein Fuss- 
volk sehr schieter aussieht, drumb bitte ich dass man mir sie (?) 
zuschickt. So bitt ich meinen Herrn auch, er wolle wegen der 
Profant befurdern, denn es ist nicht genug daran, dass mans 
dem Palatino befilcht, aber man muss sehen, dass wirklich da 
ist, denn wirds nicht da sein, so wird keiner leiden als der 
Kaiser, indeme sich sein exercitus dissipiren wird und er umb 
Land und Leut kommen. Ich aber verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Sagen den 17. August 1626. 

Zu Schinta vermeine ich das Lager zu schlagen, dahero 
dann dies wird von notten sein, dass der Palatinus das Schinter 
Schloss wohl besetzt, die Brucken verschanzt und besetzt, 
man kann sie auf beiden Seiten verschanzen, auf dass der Feind 
sich derselben durch ein Impressa nicht bemachtigt. Zu Schinta 
muss man zum wenigisten ein par Tausend Mut Mehl ver- 
sammeln wie auch bei 50 Mut Salz. 



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428 

CXIV. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus meines Herrn Schreiben hab ich vernommen, dass 
sich die Ungern nicht nioviren wollen, es sei denn, dass Ibr 
Mtt. etlich Tausend Teutsche in Ungern schicken, dahero dann 
dass Ihr Mtt. resolvirt sein des Furst Maxen und des Breiners 
Regimenter dahin zu schicken, auf dass sie zu Presspurg posto 
nehmen. Obzwar ich des Fussvolks sehr bediirftig gewest 
were, so sehe ich wohl, dass dorten noch mehr von notten ist, 
drumb vermeine ich, dass mans aufs eheste sollte ins Werk 
richten, auf dass die Ungern ihre Massa daselbst auch machen 
und dieweil nicht muglich ist mehr den Mansfelder zu im- 
pediren, dass er sich nicht mit dem Betlehem conjungirt, als 
bitt ich nochmals wegen der Polen, denn ohne sie werden wir 
nichts richten, hab ich aber 8 oder 10 Tausend derselbigen, 
so ist der Feind gewiss geschlagen, aber nur bald, denn wird 
man erst sie wollen koinmen lassen, wann der Betlehem da ist 
so ist zu spat und und unsere Sachen in Godingischen terminis. 
Ich aber verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Sagen den 18. August 1626. 

Bitt, dass man dem Oberampt befilcht das ganze Land 
aufmahnen und den personlichen zug vor die Hand zu nehmen ; 
mein Herr glaubt nicht, wie ganz und gar in keiner Verfassung 
sie dahie seind und wie libel intentionirt das Land ist. 



cxv. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Meines Herrn Schreiben hab ich heut empfangen und 
versicher denselbigen, dass ich mir keine Sach in der Welt 
mehr angelegen sein lass als den Fortzug zu befurdern, denn 



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429 

ich sehe, dass ja an der Eil alles gelegen ist, dahero dann ich 
nicht will feiern, triff ich den Mansfelder all ein an, so will ich 
gewiss drauf schmeissen, wo er aber mit dem Betlehem albereit 
conjungirt ist, so muss ich die Polen bei mir haben, denn ohne 
sie ist verh .... (?). Ich vermeine mein Zug auch gegen 
Ungern zu nehmen und den Campo, wo nicht bei Schinta, doch 
zum wenigsten zu Prespurg zu schlagen, bitt man befurdere 
die insurrectionem regni. Was die zwei bewusste Personen 
anbelangt den Collalto und Tiefenbach, es wird weder des eines 
noch des andern derzeit von notten sein, dieweil ich in der Person 
dahin kommen werde, denn es machet nur Confusion und ver- 
ursachet mir und ihnen disgusto. Ich aber verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Sagen den 18. August 1626. 

P. S. 
Aus Beilag wird mein Herr vernehmen, was mir der 
Michna wegen der 100.000 Reichsthaler schreibt, ich versicher 
meinen Herrn, dass ich nicht weiss, was ich anfangen soil, in 
Summa ich sehe, dass kein Unterschied ist zwischen denen, so 
wohl oder libel 'dienen. Gott behiite mich, dass ich in solchen 
Labyrint weiter continuiren sollte. 



CXVI. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Herzlich leidt ist mir, dass mein Herr den Catarr hat, 
verhoffe zu Gott, dass sichs bald bessern wird. Ich ziehe 
stark fort und so stark als je ein Armee marchieret hat; kann 
ich dem Mansfeld beikommen, so will ich gewiss die extrema 
tentiren ihn eher zu trenncn, eher dann er sich mit dem Bet- 
lehem conjungirt. Ich besorge mich, dass er ein festen.posto 
wird nehmen, auf dass er des Betlehems erwarten kann, dero- 
wegen wird von notten sein mir desto mehr Ungern zu schicken, 
auf dass ich ihm die Foragi und Profant kann abschneiden. 



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430 

Die begehrte 2 Regimenter zu Fuss bitt ich, dass man mir bald 
zuschickt, denn ich habe Abgang am Fussvolk, sowohl auch 
dass sich der Palatinus mit mir conjungirt, wann der Betlehem 
kompt. Den Maxen hab ich nie im willens gehabt ins Feld zu 
brauchen, aber hab gewollt das Volk zur Versicherung der 
bohmischen Stadt haben, bitt man befehle dem Ober-Arapt gar 
ernstlich, dass alle die Ritterschaft aufsitzt und sich mit mir 
conjungirt, denn ich besorge mich, dass der Mansfeld sich dahie 
wird festlegen und der Betlehem in Bohnien und Mahren Ziehen, 
und also welchem Theil ich nachziehen werde, der ander im- 
barcirt sein wird. Die Schlesier halten gewiss die meisten mit 
dem Feind, drumb bitt ich wegen der Polen, denn hab ich die 
zeitlich, so seind sie alle ruinirt, der Betlehem sowohl als der 
Mansfeld. Im iibrigen allem remittir ich mich auf den Obr. 
Avandanio, wie auch was ich itzt Ihr Mtt. zuschreiben thue, 
und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Goldberg den 21. August 1626. 

Bitt mein Herr rede mit der Spanischen Botschaft, auf 
dass sich bald der Graf von Isenburg mit dem Herrn von Tilly 
conjungirt, denn ich besorge mich, dass ich noch etwas von 
Ihr Mtt. Volk werde von dannen nehmen miissen. 

Das Volk zu Presspurg vermeine ich, dass der Breiner 
sollte commendiren und von Palatino Ordinanzen nehmen, wann 
ich aber in Ungarn anlangen werde, sich mit mir conjungiren, 
izt darfs weder der Collalto noch der von Tiefenbach nicht, dann 
es machet nur Confusion, bitt mein Herr woll es auf diese Wets 
richten, die Ursachen will ich ihm nacher mundlich melden. 

Der Magno hat mich bitten lassen ihn meinem Herrn zu 
recommendiren, dieweil ich aber nicht gewusst hab in was vor 
Materie, so hab ich ihms abgeschlagen, denn dass die Mahrische 
noch ein einzige Landschaft sollte werben, darzu rathe ich 
nimmer mehr. 



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431 
CXVII. 
• Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ich marchiere stark, mein Herr sei versichert, dass ich 
an mir nichts werde erwinden lassen und sobald ich an Feind 
werde kommen fuori guerra al ocho [sic]. Es ist sehr gut, 
dass der Palatinus will mit mir correspondiren, ich wills auch 
than. Im ubrigen alien remittir ich mich auf den Herrn Qrafen 
von Montecuculi und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Strelitz den 26. August 1626. 

Den Maxen und Herrn Trtschka schicke ich morgen 
wieder zuriick. 

CXVHI. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Dieweil aus allem ansehen sich lasst r dass der Feind sein 
Marche gegen dem Weissenberg wird nehmen, als ist an meinem 
Herrn mein dienstlichs Bitten, er wolle die Sach dahin diri- 
giren helfen, auf dass der Palatinus mit den Ungern ihn auf- 
helt, denn ich hab dem Pechmann auch befohlen, von hinder- 
warts den Feind zu travagliren; ich vermeine, dass ich mit 
der Armee bis Filngstag werde nahend an dem Weissenberg 
sein, dann ich marchiere liber die massen stark, besorge mich 
dass ich den 3. Theil des Volks nicht werde hinbringen, bitt 
auch man befehle dem Palatino wegen der Profant, sonst 
miisste ich wieder zuriick ziehen, und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Neustattle den 30. Augusti 1626. 

Cito 
Citissime. 



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432 

CXIX. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ich ziehe dem Feind ala legera nach, vermeine ihn etwan 
umb den Weissenberg anzutreffen, es wird von notten sein, 
dass der Palatinus die Pass am Weissenberg wohl verwahren 
lasst und sicb mit den Ungern daselbst legt, auf dass mir der 
Feind nicht durchbrechen kann. Des Herzog Franz Albrecht 
Regimenter miissen auch dahin ziehen, wohin sich der Feind 
wendt, ich hab ihm zwar Ordinanz geben nach Olmutz zu 
ziehen, es ist aber damals gewest, wie ich vermeint hab, dass 
der Feind sein Zug wieder gegen dem Oderstrom nirabt, denn 
also hat mich der Pechmann bericht. Bitt auch wegen Be- 
stellung der Profant sowohl in Ungern als in Mahren, denn ist 
dieselbige nicht verhanden, so ist die Armee in 8 Tagen con- 
sumirt, man nehme das Exempel von Neuhausle. Ich aber 
verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Neustattle den 30. August 1626. 

Es ware gut, dass Ihr Mtt. dem Herrn von Dona die 
militaria in Schlesien anbefehlen tbeten, denn keiner timet 
nichts. Der Feind hat Troppa, Jagerndorf, Teschen, Oderburg 
stark mit Reitern und Knechten besetzt, wann ich weg bin, 
besorge mich, er wird grosse Progress machen, man befehle 
nur solches bald dem Herrn von Dona. 

Dies Schreiben kompt mir diesen Augenblick von Obristen 
von Dona, will man was mit dem Lubenitzsky practiciren oder 
son8ten mit jemand andern, so thue man nur zeitlich darzu, 
ich bitt mein Herr treibe an. 

cxx. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Der Graf von Montecuculi ist bieher kommen, wie ich ihn 
aber hab wollen wieder zuruck abfertigen, so sagt er, Ihr Mtt. 



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433 

hetten ihm erlaubt, bei diesen furfallenden Occasionen sich zu 
befinden, drumb verbleibt er dahie. Ich marchiere gar stark, 
verhoffe, dass alle Anmahnungen tiberfltissig seind, die 100.000 
Reichsthaler werde ich nicht bekommen alsbalden, so wird ge- 
wisslich ein Unordnung geschehen, drumb sag ichs vorhin ; dem 
Palatinus schreibe ich, er wolle den Mansfelder nicht liber die 
Waag setzen lassen und ich werde ihn auf dieser Seiten ata- 
ciren. Im iibrigen weiss ich meinem Herrn nichts zu schreiben, 
allein bin und verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Olmutz den 2. September 1626. 



CXXI. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ich berichte meinem Herrn, dass sich der Feind gegen 
Swetlow wenden thuet, ich ziehe ihm nach, vermeine iiber- 
morgen oder bis Sonntag an ihm zu sein, alsdann verhoffe ich, 
dass unser Herr wird sein Heil zu fernerm Progress geben, 
ich vermeine, dass er wiederumb gem in Schlesien auf Teschen 
sich begeben wollte, ich will ihn uberall verfolgen, es ware 
gut, dass der Hen* Palatinus auch gegen Jablunka avanziren 
thete. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Kremsier den 3. September 1626. 

P. S. 
Ich bitt meinen Herrn ganz dienstlich, dass man dem 
Herrn von Dona wegen der Polaken befilcht, denn auf die 
Ungern kann ich mich nicht verlassen, aber dass man darmit 
nicht temporisirt, denn nacher wann man sie haben wollte, so 
war es zu spat, man nehme das Exempel von Godingen, in 
Sum ma ich verlasse mich ganz und gar auf meinen Herrn, 
dass er denen, so es impediren, wollten nicht zulassen wird, 
denn es ware unser ruina. 

Fontes. Abth \L Bd. XLI. 2. H&lfte. 28 



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434 

CXXII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus Beilag wird mein Herr vernehmen, was mir der Pala- 
tinus schreibt, ich vermeine, dass izunder Zeit iiber Zeit ist, 
das negocium wegen des Betlehems zu tractiren. Der Obr. 
Pechmann hat vermeint, dass der Mansfelder sein Zug gegen 
Schlesien wird nehmen, ich aber bin der Meinung, dass er sich 
gegen Ober-Ungern wenden wird, auf dass er sich mit dem 
Betlehem conjungiren kann. Ich vermeine mein Posto bei 
Schinta zu nehmen, mit dem Palatino mich conjungiren und 
ihrer aller aldar erwarten. Bitt nochmals wegen wirklicher 
Bestellung der Profant, denn man weiss gar wohl, wies dem 
Graf en von Buquoy ist gangen. Die 100.000 Reichsthaler 
werden sie nicht geschickt werden und dass Volk aus Despe- 
ration etwas anfangen wird, so will ich entschuldigt sein. Der 
Herzog von Sachsen er ist bis dato noch nicht mit seinem 
Volk in Mahren angelangt, bitt, man schicke ein eigenen Currier 
zu ihm und zum Fiirst Carl, auf dass er ihn eilends gegen 
Hradischt avanziren lasst. Ich aber verbleibe hiemitt 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Teutschen Brod [sic! Soil wohl heissen Ungar. Brod] 
den 5. September 1626. 

Im Fall der Mansfelder tiber Trentschin ist, so kann ich 
ihm nicht weiter nachfolgen, denn ich ertapte ihn nicht mehr 
bis in Siebenburgen und sich ohne alio Requisita zu imponiren, 
ist keineswegs rathsamb. 



CXXIII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus meines Herrn Schreiben hab ich vernommen wegen 
der gliickseligen Victor^ so unser Herr dem Herrn Qen. Tilly 



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435 

wider Ihr Mtt. Feind verliehen hat, ihm sei Lob und Dank 
gesagt. Bitt mein Herr befurdere, auf dass alsbalden der Herzog 
von Sachsen zu mir stosst, sowohl was die Herrn vor Volk aus 
dem Land ob der Enns entrathen konnen ; denn ich muss mich 
nun gefasst machen mit dem Betlehem und Man sf el der zugleich 
zu raufen, denn der Mansfelder ist albereit iiber die Waag. 
Bitt auch, dass man mich wegen der Profant versicht sowohl 
auch wegen der 100.000 Reichsthaler. Ich aber verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Teutschen Brod [sic] den 6. Septembr. 1626. 

P. 8. 
Der Obr. Gall Peter ist an die Pest gestorben, der De 
Fur begehrt seine Reiter, solches wird ihm gewiss nicht an- 
gehen, denn ich hab kein grossern Rauber als ihn und wegen 
der Rauberei hette ers gern, wollte Gott, dass ich den De Fur 
nie gesehen hette, denn er macht mir viel Unordnungen. 

CXXIV. 

Hoch und Wohlgeborner Graf(?)! 

Nach Schliessung des andern Schreiben ist mir gleich 
dies von Michna zukommen, da kann mein Herr sehen, was 
sie mir wegen des Gelts schreiben; ich hab das meinige gethan, 
mehr kann ich nicht than, sondern bitt mein Herrn ganz 
dienstlich, er woll Ihr Mtt. sagen, dass mir unmuglich ist ein 
Gen. Amutinament zu verhuten, ich hab zeitlich und oft genug 
destwegen avisirt, bitt derowegen nochmals urab Remedirung, 
wo nicht, so hoffe ich, dass Ihr Mtt. mich werden vor ent- 
schuldigt halten, denn ein Unterschied ist mit unbezahltem 
Volk auf den Quartieren zu sein und ein Unterschied zu Feld. 
Ich aber verbleibe hiemit 

Meines Herrn Diener und Enecht 

A. H. z. F. m. p. 

Ungrischen Brod den 6. September 1626. 

28* 



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436 



cxxv. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Der Graf von Montecuculi zieht zu Ihr Mtt., Relation 
wegen alles zu geben, mein Herr seis versichert, dass an mir 
nicht von notten ist zu mahnen. Morgen werde ich den Posto 
bei Freystatl nehmen, bitt mein Herr befurdere des Herzog 
Franz Albrecht Volk heraus, sowohl die 100.000 Reichsthaler, 
ohne welche man gewiss sich einer grossen Unordnung zu be- 
sorgen hette, und ich verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

NeuBohl[?] den 8. September 1626. 



CXXVI. 

Hochwohlgeborner Freiherr ! 

Heut bin ich alhero angelangt, der Mansfeld nimbt sein 
Zug in hochster Eil gegen Ober Ungern, ist albereit zu Neuensol, 
ihm dahin nachzufolgen ist nicht rathsamb, es sei denn, dass ich 
dem Kaiser die Armee und alle die Lander verlieren wollte. 
Ich verhoffe ihnen alien gewachsen genueg zu sein, wenn Herzog 
Franz Albrecht und das Land ob der Ensisch Volk zu mir wird 
stossen, wie auch die Wiindische und Crabatische Reiterei. Dahie 
in Ungern hab ich noch kein Lable Brod bekommen, bit noch- 
mals umb wirkliche Befurderung, auf dass die Soldaten in De- 
speration zu gerathen nicht Ursach hetten, und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Freistadtl den 9. September 1626. 



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437 

cxxvir. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Was mich mein Herr wegen Pretension in Siebenbilrgen 
avisirt, das hat sein Weg sowohl auch wegen des Gelts und 
Profant, so Ihr Mtt. herein verordnet haben, was aber die 
Polaken anbelangt, dieselbige bedarf ich nicht wider den Mans- 
feld sondern wider den Betlehem, dieweil, wie mich der Colloredo 
diesen Augenblick aus Polen bericht, viel Tartarn bekommen 
wird. Auf der Ungern Standhaftigkeit ist sich nicht zu verlassen, 
dahero ich dann mein Herrn ganz dienstlich bitten thue, er 
wolle wegen der Polen, auf dass ich ihr ein 4 oder 5000 aufs 
eheste kann bekommen, verhiilf lich sein, denn auf solche Weis 
verhoffe ich dem Wesen bald ein End zu machen. Es ware 
gut, dass unterdessen Ihr Mtt. etliche Kleinodter versetzen 
theten, auf dass die Polen zu Anfang Decembris mochten ab- 
gedankt werden. Ich aber verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Freistadtl den 12. September 1626. 

Ich vermeine, dass der Colloredo albereit die Polen wird 
beisammen haben, bitt, dass man ihnen das Monatsold alsbalden 
in Schlesien gibt, auf dass sie das Land nicht ruiniren und 
ich dieselbige in dieser Occasion gebrauchen kann, denn nacher 
seind sie mehr schadtlich als niitzlich. 



CXXVIII. 
Hochwohlgeborner Freiherr ! 

Es ist mir herzlich leid, dass mein Herr noch nicht vollig 
wohl auf ist, verhoffe aber, dass unser Herr bald solches schicken 
wird. Was anbelangt, dass ein geheimer Rath hinab sollte sich 
mit dem Herrn Palatino und rait mir zu unterreden, halte ichs 
vor sehr nothwendig, drumb wollte ich gern abermals den 
Grafen von Trautemstorf darzu befurdern. Wegen des Gelts 



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438 

sag ich meinem Herrn dienstlich Dank, denn es ist von notten. 
Des Herzogs Rudolfs Regiment hab ich ohne das vermeint, dass 
zum Herrn Grafen von Tilly sollte, aber man muss ihnen ein 
Monatsold geben, drumb muss man solches von Hof aus ver- 
schaffen, denn ich habs nicht, hette ichs so wollte ich diesen 
Regimentern ein Lohn geben haben. Wegen des Lands ob 
der Ensischen Volks bitt ich aber bald, denn ich hab nicht 
iiber 8000 Mann zu Fuss bei mir, hab unterwegs iiber 3000 
Mann zuriickgelassen wegen der starken Marche. Was man 
dem Volk im Reich will befehlen, das muss durch mich ge- 
schehen, denn sonsten causiret's viel Unordnungen. Ich aber 
verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Freistadtl den 12. September 1626. 

P. S. 

Wenn Herr Tilly sollte Wolfenbuttel einnehmen, so war 
es sehr gut, dass man den Obr. Cerboni daselbst geben, auf 
dass Ihr Mtt. Guarnigonen hinein gebracht wttrden. Im 
iibrigen habe ich viel mit meinem Herrn zu reden, welches 
ich bis zu seiner Ankunft sparen muss ; bitte allein, unser Herr 
wolle meinen Herrn bald wieder zu vollkommener Gesundheit 
bringen. 

Es ware gut, dass der Obr. Leutenampt Bindthof zu mir 
kommen thete. 



CXXIX. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Der Ilau ist nur etlich wenig Tag hie gewest, ' hat mir 
viel Wascherei zwischen den Befehlichshabern angericht; ich 
vernimb, dass er gern sein Reiterei heraus bringen thete, wird 
deswegen was angebracht werden, ich bitt mein Herr lasso es 



1 Diese Stclle, die im Original ursprUnglieh auspeschrieben war, wurd»- 
von Harraqb durcbgestrichen und chiffrirt. 



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439 

nicbt zu, denn ich mag seiner wegen vieler Ursachen nicht, 
erstlich, class er ein stolzer aufgeblasener Kerls ist, das ander, 
dass er viel Verhetzungen unter den Befehlichshabern gem 
macht und dahie albereit ganz fleissig sicb drumb bearbeit 
hat, zum dritten, so kann ichs auf mein Gewissen sagen, dass 
unter den Holsteinischen l Befehlichshabeni keiner solche ex- 
torsiones wie er gemacht hat; drumb mag ich seiner ganz und 
gar nicht und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Freistadtl den 18. September 1626. 



cxxx. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus Beilag wird mein Herr vernehmen, was mir der Obr. 
Forgatsch schreibt; ich vermeine morgen zu Neutra zu sein, 
denn heut die ganze Nacht hat die Bagage nicht konnen liber 
die Waag kommen, der Forgatsch vermeint, dass ein Armee 
so leicht marchiert als man Tscheta reit. Ich sehe, dass der 
Tiirk albereit rumpirt hat, es ware gut mit dem Betlehem zu 
practiciren und ein Liga wider den Turken machen, ich ver- 
meine, dass era nicht ausschlagen wird, und dieweil wir bald 
an einander kommen werden, als ist es an meinem Herrn mein 
dienstlichs Bitten, er wolle das Volk aus dem Land ob der 
Enns in aller Eil heraus befurdern helfen, wie auch, dass die 
Cosaken incontinenti zu mir stossen, denn nacher seind sie 
mir nichts nutz. Ich aber verbleibe hiemit . 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Freistadtl den 18. September 1626. 



» Siehe Note Seite 438. 



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440 

CXXXI. 

Hoch und Wohlgeborner Freiherr! 

Der Mansfeld niinbt sein Marche wiederumb gegen 
Trentschin und von dannen, wie ich von alien bericht werde 7 
will er in Schlesien und ferner zum Kiinig wiederumb stossen. 
Nun bin ich im willens gewest dahie dcm Palatino 30 Comp. 
Reiter nebst einem Regiment Knecht zu lassen, den Obr. 
Pechmann mit 2500 Pferden voranschicken und ich mit der 
Armee ihm auf dem Fuss nachfolgen, sehe aber viel Incon- 
venientia die draus entstehen konnten, wie mein Herr vom 
Ob. Avandanio vernehmen wird. Das Volk, so Herzog Franz 
Albrecht bei sich hat, lasse ich auch mit dem Grafen in Schle- 
sien Ziehen, bitt mein Herrn ganz dienstlich er befiirdere das 
Land ob der Ensisch Volk, dass sie incontinenti auf der Dona 
zu mir herab kommen, und ich verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Neutra den 20. September 1626. 

Im ubrigen allem remittir ich mich auf den Ob. Avandanio. 

CXXXIL 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Sobald es Tag wird, so brich ich dahie auf mit der Caval- 
lerie, 2000 Musketieren zu Ross und 10 Feldstiicken, ziehe auf 
die Turken, so Nowigrad belegert haben zu, vermeine bis 
Donnerstag an ihnen zu sein, wie es ablaufen wird, will ich 
raeinem Herrn nacher avisiren. Der Palatinus, Erzbischof und 
andere Herrn Ungern was sie wegen der Profant versprochen, 
ist uns im. wenigsten nichts geliefert worden, wird man also 
machen, die Armee wird gewiss zuruck mit schlechtem Nutz 
Ihr Mtt. und der Lander. Die Polaken begehre ich anders 
nicht, als wenn die Betlehem und Mansfeld sich conjungiren 
werden, auf dass sie da seind, denn ich muss sie gebrauchen, 



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441 

dieweil ich auf der Ungern Standhaftigkeit wenig bauen kann, 
alsdann wenn der Feind getrennt ist, so kann man sie in Ober 
Ungern, oder wo man will, gebrauchen oder abdanken. Zu 
diesem End bedarf ich auch des Land ob der Ensischen Volks, 
wie dann mein Herr weitleufiger vom Obr. Avandanio wird 
vernommen haben, und ich verbleibe hie m it 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Neutra den 22. September 1626. 

Der Cardinal von Ditrichstein er thue mir nicht vor Forcht 
in die Hosen, denn ich hab das Praesidium alsbald wieder iu 
Mahren auf Hradischt und anderer Orter geschickt, dieweil 
aus Ubersehen ist von dannen abgefordert worden, denn ich 
habe gemeint, dass das Volk, so der Pechmann auf des Car- 
dinals Begehren unnottig an den Ortern verlassen, dasselbige 
dass sich wiedrumb zu der Armee verfiigen sollte. 



cxxxm. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Wie iibel man mit dem Hauptmann Wendl umbgehen thuet, 
wird mein Herr aus ihm vernehmen. Ich vernimb, dass der 
Graf von Collalto solches sub manu treibt, dieweil aber mein 
Herr aller rechtschaffener Leut Protector ist und albereit zuvor 
dem Wendl viel Gnad erzeigt hat, als ist an ihn mein dienst- 
lichs bitten, er wolle ihm ihn itzunder auch befohlen sein lassen 
und nicht gestatten, dass durch ihr unbillichs procedere ihm 
Unrecht geschicht. Ich aber verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. ni. p. 

Neutra den 23. September 1626. 



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442 

CXXXIV. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus den Herrn Verda und Herrn Questenberg wird mein 
Herr vernehmen, was dahie furtiberlauft, was wir itzt than und 
was wir hinfiiro zu than vermeinen. Meines Herrn hieher An- 
kunft es were mir in der Seelen lieb, allein bitt ich mein Herr 
begebe sich nicht auf die Reis, bis er vollkommlich wohl auf 
ist, denn wenn ein recidiva k&me itzt gegen dem Winter, so 
mochte ein langwierige Krankheit daraus werden. Ich aber 
verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Neuhausel den 26. September 1626. 



cxxxv. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Wegen des Herzogs von Holdstein Tod ist mir leid, dass 
er so elendiglich vor den Pauren soil geblieben sein, bitt, mein 
Herr sage Ihr Mtt. ich bete, dieselbigen wollen die gnedigste 
Verordnung than, auf dass der Ueberrest des Holdsteinischen 
Regiments zusammengebracht wurde, denn ich will sie unter 
mein Regiment unterstossen und dasselbige darmit starken. 
Ich vermeine erst bis Donnerstag am Feind zu sein, denn der 
Weg ist viel weiter, als wie ihn die Herrn Ungern vorgemahlt 
haben, so werde ich mit Profant sehr schlecht versehen und 
der Herr Palatinus hat noch keine von der Insurrectione Regni 
bei ihm, also dass man viel verspricht und nacher nicht alles 
wirklich erfolgt. Mein en Herrn werde ich so gern als einen 
Engel vom Himmel bei mir sehen, aber bitt er erlange zuvor 
seine SUirke, damit nicht ein recidiva kompt, welche gar 
gefahrlich sein pflegen im Herbst. Was meines Weibs und 
der Frau Catrle hinausreisen antrifft, bitt mein Herr geduldc 



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443 

sich nur ein wenig, vielleicht komme ich selbst auch bald und 
warte meinem Herrn auf, dann itzt in kurzer Zeit werde ich 
mich resolviren, wo ich wintern werde, und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Quartier bei Lewenz den 27. September 1626. 



CXXXV1. 

Hochwohlgeborner Freiherr ! 

Aub Ihr Mtt. Schreiben 1 wird mem Herr vernehmen, 
wie es mit der Entsetzung Nowgrad zugangen, ware noch ein 
3 Stund Tag gewest, so hab ich ein schone victori in Handen 



1 A. v. Waldi tein an den Kaiser. 
(Copia.) 

Allergnfidigster Kaiser and Herr! 

Nach deme Eu. Kais. Mtt. ich anvor gehorsambst berichtet, dass 
weiln der Tiirk Novigrad belagert, ich mich resolvirt habe, solches zu 
entsetzen mich mit dero Armec von Neuh&usel dabin zu begeben, als 
bin ich den 27. necbst abgewichenen Monats Septembris daselbst auf- 
brochen, das grosse Geschiitz aber neben den Bagagicn aldort gelassen 
und gestrigs Tags an den Bethlem kommen, zu welchem dann albereit 
die Tiirken gestossen gewesen und alsbald von der Belegerung Novigrad 
abgelassen, auch wie mir Bericht einkommen das grosse Geschiitz gegen 
Waizen abgefiihrt. Als ich dann angestern etwa bei einer halben Meil 
Wegs von meinen Quartieren inich hinaus begeben, hat sich der Feind 
alsobald in viel Truppen praesentirt, auch mit den Corritori scaramuzzirt, 
dass ich darauf mit hochstem Fleiss fortgezogen in Moinung noch bei 
dem Tag an den Feind zu kommen und auf ibne zu schlagen, ist aber 
wegen Weite des Wegs auch Menge der Pass unmoglich gewest solches 
ins Werk zu rich ten und ich also erst, wie bereit die Sonne untergangen 
ist, noch ein grosse Viertl Meil Wegs von des Feinds rechten Campo 
ankommen, er auch noch einen Pass vor sich gehabt, dass mich solichs- 
gestalt die Nacht iibercilet und ich selbigen Tag- uichts mehr haubt- 
aachlichs gegen ihme habe tentiren konnen, dass ich, so noch etwas 



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444 

gehabt, denn der Feind ist so verzagt gewest, dass solcbes 
dem Herrn Betlehem noch nie widerfahren ist; nichts leider 
ist mir, dass der Mansfelder auch nicht bei ihnen gewest ist, 
denn sie hetten desto eher Stand gehalten und also ihre Stoss 
bekommen. Ich aber verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 

Feldlager bei Tregel - Palanka 
den 1. October 1626. 



lunger Tag geweseu wfire, zweifelt mir iiicht, der Feind ohne einigen 
risigo in die Flucht ware getrieben worden. Es hat aber der Beth le in 
ofters zu dem Palatino geschickt, ihrae die tractation anerboten und bis 
umb Mittag des anderten Tags Stillstand begehrt, darein ich mich zwar 
nicht einlassen wollen, bis endlichen der Palatinus gegen mir vermeldet, 
dass man mit ihme die Nacht fiber, bis der Tag anbrechen wiirde, Stillstand 
halten konnte, derentwegen ich dann hierein conseutirt, weil man ohne 
das nichts thuen konnen und ich also die Soldatcn, welche uber die 
massen von langen und stark en Marchieren sehr intidt gewesen, ein 
wenig ausruhen lassen mogen ; unterdessen aber hat der Feind noch den 
Abend sich zu reteriren angefangen, welcher zwar finta gemacht, als ob 
er zu verbleiben in willens wfire und dahero unterschiedliche Feuer an- 
gesteckt, niclits destoweniger noch den gemelteu Abend die Bagagien 
vorangeschickt und alsdann in der Nacht sich gegen Giarmat reterirt. 
Uber welches habe ich alle Obristen und Haupter von der Armee heut 
frue zusammen berufen lassen derselben parere zu vernehmen, was sie 
weiters gegen dem Feind vorzustellen vor gut ansehen wiirden, deren 
aller einhelligo Meinung gewest, dass weilen der Feind nuumehr ab- 
gezogen und uns samentlich also von einem Tag zue andern ftlhren 
konnte, dass bose Wetter entzwischen einfallcn und die Armee, so ohne 
das ohne Bagagien gezogen und nichts zu leben hat, inner wenig Tagen 
ganz consumirt werden mochte, also nit rathsam wa're ihue weiters zu 
verfolgen, in sonderlicher BetrachtuDg, dass das Intent, derentwegen 
die Armee ausgezogen, Novigrad zu ersetzen, erlangt ware, der Feind auch 
schandlicher Weis feldfliichtig worden und sich bei der Nacht heimblich 
und in der Still hinweg begeben, aus dern Ursachen ich mich dann mit 
der Armee wiederumb gegen Neuhauscl anheut incaminirt und bereit in 
Vorzug bin, aldar ich alsdann nichts underlassen will, was auf die sich 
weiters ereigeude Occnsionen zn Eu. Kais. Mtt. Dienst zu gereichen ich 
vor befurderlich zu sein erachten werde, dieselbe darnebens underthenigst 
berichtend, dass sich deroselbeu Oberhauptmann zu Novigrad Paul Esterhazi 
in w ah render Belegerung sehr wohl und ruhmlich gehalten, die Tttrken 



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CXXXVII. 

Hohlwohlgeborner Freiherr! 

Aus meioes Herrn Schreiben hab ich vernommen, dass 
dieweil die Schlesier dem Feind haben Freudenthal occupiren 
lassen, Ihr Mtt. den Obr. Lowel dahin mit den 2 Regimentern 
zu Fuss und 8 Comp. Reifer schicken wollten; nun ist zuvor 
mein Meinung auch also gewest, aher ich vermeine, dass 
die Regimenter vor Ende dies Monats nicht dahin gelangcn 
konnen, ich auch zu Anfang Novembris nimmer werde cam- 
piren konnen, sondern in Ihr Mtt. Landern die Winterquartier 
nehmen miissen und also sehr gut ware, dass diese Regimenter 
im Land ob der Enns wintern theten. Ich wende mich itzt 
gegen dem Mansfelder und will sehen, oder dass ich ihn schlagen 
kann oder gegen dem Betlehem hineinjagen. Heut hab ich den 
Graf Schlicken mit 5000 Mann geschickt Damast zu occupiren, 
es hette wohl nicht so viel Volks vor das Lumpennest bedurft, 
aber ich habs than ihm die Campagnia zu assecuriren, und 
verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Knecht 

A. H. z. F. m. p. 

Lewenz den 2. Octobris 1626. 



Sobald ich mit dem Mansfelder fertig bin, so schicke ich 
den Grafen von Schlick in Schlesien mit etlichem Volk. 



stark travaglirt und sich in allem also partirt als einem tapfern Cava- 
Hero gebiibret. 

Gegeben im Feldlager zwo Meil Wegs von Damasd 
den 1. Monatstag Octobris 1626. 

En. Kais. Mtt. 

underthenigst geborsamister Fiirst 
und Diener 

Albrecht Herzog zu Friedland. 



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446 

cxxxvm. 

Hochwohlgeborner Freiherr ! 

Der Herr Questenberg zieht auf Wien, wird meinem Herrn 
Relation wegen aller Beschaffenheit geben, ich aber will meinen 
Herrn mit iiberfliissigem Schreiben [nicht] molestiren sondern 
befehle mich meines Herrn Qnad verbleibend 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Neuh&usel den 5. October 1626. 

CXXXIX. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Im gestrigen Schreiben hab ich vergessen meinem Herrn 
zu melden, dass ich dem Herrn Questenberg persuadirt hab, 
er solle bei Ihr Mtt. anhalten, auf dass sie ihn zum Herrn 
machen, dieweil ihr viel, so ihm von Qualitat und Verdienst 
nicht gleich seind, solches erlangt haben. Nun hat er inir 
gesagt, dass er mir in diesem folgen will, bitt derowegen 
mein Herrn ganz dienstlich, er wolle ihm ihn recommendirter 
haben, denn ich hab ein grossen Freund lange Zeit an ihm 
gehabt und alle Gnaden, so er von meinem Herrn empfangen 
wird, will ich vor eigen halten, verbleibend 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Neuhausel den 6. October 1626. 

CXL. 

Hochwohlgeborner Freiherr!; 

Aus dem Obr. Lcutenampt San Julien wird mein Herr 
vernehmen konnen, warumb ich dahie bei Neuheusle nicht 
lenger habe verbleiben konnen; es ist wohl wider der Ungern 



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447 

Opinion gewest, aber ich kann ihn nicht than, denn ist diese 
Armee ruinirt so stehet der Kaiser mit alien seinen Landern in 
grosser Gefahr, kein Profiant ist nicht mehr vorhanden weder 
zu Comorn noch zu Neuheusle, Der Enkstein meritirte den 
Galgen sowohl als einer, indera er mir viel Sachen vorgeschwatzt 
und nacher alles sich anders befunden, ich will nieinen Herrn 
mit vergeblichen Schreiben nit molestiren, dieweil der San 
Julien ihn in allem wird berichten, sondern verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Feldlager bei Neuhausel den 9. October 1626. J 



CXLI. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ich schreibe Ihr Mtt. wie ich mich wicderumb iiber die 
Waag begeben time aus Mangel Profant und Foragi, die Ungarn 
haben der Armee mit dera Quartier zu Neuheusle ein grossen 



1 Bereits am 10. October schickte Bethlen an den Kaiser ein Schreiben, 
,in welchem er die Nothwendigkeit dessen, so ftlrgangen entschuldiget, 
,sonsten aber ein Begierde zum Frieden furgebe und instftndig bitte, dass 
,der Krieg dera Frieden nachgesotzt, zu dessen Wiederbringnng alle Mittel 
,versucht und dardurch die dem Konigreich bevorstebende Verheernng 
,verhiitet werden mocbte*. — Darauf erfolgte von Seite des Kaisers ddo. 
Wien den 20. October 1626 die Antwort, in welcher der Kaiser die Be- 
dingungen angibt, unter welch en er bereit sei, mit Bethlen von nenem 
in Unterhandlungen zu treten und seine Gesandten nach Wien kommen 
zu lassen. (Dass erstlich dicjenigen, so dieselbe [Bethlen] abzuschicken 
entschlossen, uns [dem Kaiser] mit Rathspflichten nicht verwandt und 
noch vor Ablauf dieses Monats oder doch bald bei angehenden November 
ankommen. Vors andcre, dass £u. L. all ihr Volk aus unsern Landen 
und Gebieth an die Orte fiber der Theissa oder zum wenigsten in die- 
jenige Spanschaften in Ober-Ungern, so wir dero uf ihr Leben einge- 
reumet, ehist abftihre. Item des Landverderbers und erklarten Acbters 
des Mansfelders sich keines Weges annehme, die demselben zugeschickten 
Compngnien wiederumb abfordere und insktinftig nichts mit ihme zu 
schaffen habe und dann alle und jede Orter in unsere Landen . . . ., so 
bei diosem letzten Einfall mit Gcwalt occupirt, wieder abtrete, auch daran 



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448 

Stoss geben, iiideme mir iiber 1000 Mann erkrankt und ge- 
storben, darunder viel vomehme Officier, hette ich ihnen gefolgt 
die Armee ware in acht Tagen ruinirt worden. Der Palatinus 
1st ein ehrlicher Mann, aber hat ein schlechten sequito, es sollen 
2000 Husaren bei mir sein, aber es seind ihr nicht Tausend 
effective. Ich bitt man schicke mir eilends die Kosaken herein, 
denn dieweil der Ungern so wenig seind, so dtirfen sie sich 
nirgends blicken lassen und meine foragiri gehen alle drauf. 
Bitt auch man verordne die Profant herein gegen Tirna, denn 
das Volk leidt grosse Noth, man sagt, dass der Betlehem sampt 
den Tiirken und dem Mansfeld gegen mir zieht, ich weiss aber 
noch nicht gewiss; ziehen sie, so vermeine ich, dass sie werden 

posto in der nahend nehme und mit (?) nicht tra- 

vagliren, denn mit mir zu raufen zweifel ich, dass sie alle drei 
so viel Hitz haben. Ich aber verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Feldlager bei Schinta den 13. October 1626. 

P. S. 

Was man in Schlesien thuet, hab ich kein Nachrichtung, 
will man dorten was angreifen, so bitte ich man greife zum 
ersten Teschen an, denn dieweil dasselbige nicht fest ist, so wird 
man solches desto eher bekommen, aber die vornehmbste Ursach 
ist, dass man dem Feind wird die Retirada zuruck ganz und 
gar abschneiden. 

Bitt, er verhelfe den Obr. Leutenampt S. Julien bald ex- 
pediren, auf dass zu Anfang Novembris die Armee sich in die 
Winterquartiere reteriren kann, denn im widrigen kompt sie 
in Desperation und thuet solichs vor sich selbst mit Schaden 
der Lander, der Kaiser und ich verlieren den Credit, und also 
ohne Gelt kein Mensch sich mehr moviren wird wollen, helt 



seie, damit dafljenige, was die Tiirken abgeuommen, giinzlich vollkomrolich 
und wirklich restitnirt werdc.) 

(Copie im sSchs. Staatsarcbiv zu Dresden, 9187. Fol. 107.) 



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449 

man ihnen aber itzundcr zue, so hats der Kaiser gegen den 
Sommer wiederumb zu seinen Diensten bereit. l 



CXLII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ich bin von Herrn Palatino bericht worden, dass der 
Betlehem ein Tractation wiederumb begehrt anzustellen und ein 
suspensionem armorum machen, will auch die Turken drein be- 
greifen. Nun rathe ich in allweg, dass mans annimbt, denn ohne 
das heuer kann ich nichts gegen ihn tentiren, denn auf ihn zu 
ziehen leidts die Zeit und das Wetter nicht, und da schon ein 
guts Wetter wfire, so hab ich kein Profant, wie ich dann sieder 
ich Novigrad entsetzt umb den 4. Theil die Armee geschw&cht 
hab und da ich gar die Profant hette, so wird er mir allezeit 
weichen, wie er zuvor gethan hat, welchem ich nicht werde 
nachziehen konnen. Zum Uberfluss das Volk wird gewiss nicht 

1 Dabei naclistehende eigenhHridige Bemerknngen K. v. Harrachs: 

Nota was ungefehrlich p. Winterlager mit dem Hertogen zu tractiren 
sein wird. 

1. Er8tlich, wo das Hauptqnartier sein soil und wie es zu 
underhalten. 

2. Wie Ungern assecurirt und was vor Volk und wo zu ver- 
bleiben hat. 

3. Was in Slesien zu thun und was vor Volk und unter wesson 
Commando zu verbleiben. 

4. Wie Land ob der Ens zu soccoriren und was vor Volk dorthin 
zu schicken. 

5. Wer in die Vnd ....(?) Quartier zu schicken und was zu 
thun sein wird. 

6. Dem Herzogen wer zu communiciren, was wegen des Tflrki- 
schen Friedens zu hoffen. 

7. Was in Slesien bisbero vorgenommen und was statu alles 
bestehet, desgleichen mit dem Laud ob der Ens. 

8. Vor der Armee Aufzug zu vergleichen, was des Mansfelders 
halben zu thun. 

9. Alles, was zu Ungern gehort, mit dem Palatino zu berath- 
schlagen und zu communiciren. 

10. Zu dem Herzogen wird zu schicken sein, oder er selbst alher 
zu erfordern. 

Fo ntcs. Abth. II Bd. XLI 2. Halfte. 29 



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450 

iiber 3 Wochen mehr in Ungern bleiben wollen, fuhrt mans 
nicht mit Ordnung ab, so werden sie vor sich selbst mit Un- 
ordnung solches than, was das vor Nutz den Landern und 
schone Consequenz anderer kaiserlicher milici wird machen, 
das kann mein Herr als verstandiger wohl judiciren. Ziehe ich 
aber itzt bald, also kann ich die Orter in Schlesien wiederumb 
einnehmen, insonderheit aber Teschen und also der Mansfeld 
wird nicht wieder zuriick in Schlesien konnen, doch muss 
solches bald geschehen, denn nacher wird sich solches nicht 
mehr than lassen, wann der Winter kompt. Bitt also mein Herr 
befurders, auf dass nicht auf die lange Bahn geschoben wird. 
Wenn man Tetschen sollte angreifen, so muss der Cardinal 
Profant gegen demselbigen Gegend verschaffen. Ich aber ver- 
bleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Schinta den 14. October 1626. 

Bitt, was man than will, das time man bald, auf dass ich 
die Orter in Schlesien noch vor dem Winter wiederumb kann 
einnehmen, wo nicht alle, doch die meiste, insonderheit aber 
Tetschen und Oderburg. 

CXLIII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Den Don Balthasar schicke ich nach Wien, welcher 
meinem Herrn von allem Relation wird than. Ich bin zwar 
im willens gewest den Graf Schlicken mit 2 Regiment zu 



Herzogs von Friedland Scbreiben an den Obriiten Gertxnig [sic]. 

(Abgedruckt in ,Newe Confoederation und Liga* etc. 
Frankfurt a. M. 1627.) 

Albrecht etc. 

Wir mogens ihrae nicbt verbalten, was gestalt wir sowohl von den 
Churfursten als Grafen nnd andern St&nden des Reichs bench t werden, 
wie iibel nnd unverautwortlich seine Reiterei anvor aller der Orten, da 
sie durchziehen nnd dann auch auf den Samblungsplatz in der Wetterau 



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451 

Fuss neben 500 Pferden nach Schlesien zu schicken, Teschen 
und andere Orter wiederumb einzunehmen, aber dieweil der 
Betlehem herzurtickt, so muss ich das Volk bei mir behalten. 
Bitt ganz dienstlich mein Herr verhelfe, auf dass der Don 
Balthasar in allem cathegorische Antwort bekompt. Ich aber 
verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Tirnau den 17. October 1626. 



gehauset, nicht allein die Unterthanen mit hohen unertraglichen Contri- 
butionen beschwert, sondern ibnen noch heriiber gestattet, dass 8 * e ihnen 
alles binweg genommen, selbige ganz ausspoliret nnd in allem also an- 
cbristlicb procedirt, dass es von dem Feind nicbt erger hette bescheben 
konnen, welcbes dann bei den Chur-FUrsten und Standen eine solcbe 
oflfension und tibels Nacbdenken erwecket, dass nacbdem sie vernohmen, 
wie er nocb mehr Volk zu werben und den Samblungsplatz wiederumb 
in der Wetterau haben sollt, sie sich dabin erklfiret, dass eher ihme 
den Samblungsplatz ferners verstatten wollten, ibme den Pass keines 
Wegs durcb deren Land nicht geben, sondern alien deren ibnen zulassigen 
Mitteln zu weiter Abwendung solcher verderblichen Ruinirung und Rettung 
unzulassig wider dergleichenGewaltthfttigkeiten und Exorbitanz gebraucben 
werden. Wann dann hierdurch anders nichts denn ehi allgemeiner Auf- 
stand verursachet und daraus nocb mehrers Ubel erwacbset, auch alles 
unremedirliches Unheil erfolgen miisste, als baben wir demnach zur Ab- 
wendung aller besorgenden einreissenden verderblichen Gefahr, zumahlen 
Ihr Kais. Mtt. gnedigst Intention nicbt dabin gerichtet, dass durcb deren 
Kriegsvolk die getrewe Cburfiirsten und Stande des Reicbs also beleidiget, 
sondern dieselbe vielmebr damit bescbweret werden sollen, uns dabin 
resolvirt, ihme fur seine newgeworbene Reiter und Knecht in Wetteraw 
angewiesenen Samblungsplatz wegen, dass er seiner Reiterei zuvor solche 
Excess zugelassen, dardurch aller Orten so hohe Offensionen und grosse 
8chwierigkeit bei den Unterthanen verursacht, anderwerts nicht hinaus- 
geben konnen, alles Ernst befehlen, dass er mit der We r bung- seines 
Regiments zn Fuss wie auch die vier Compagnien Reiter ganzlich zurttck- 
halten noch weiters damit fortfabren und dieselbe in allweg einstellen, 
sicb aber zu seiner Cavalleria zu der Armee herein verffigen solle, dem 
er dann unfehlbarlich also nachkommen. 

Geben zu Tirnaw den 17. Octobris 1626. 

Albrecht Herzog zu Friedland. 



29* 



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CXLIV. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Itzt gleich kombt ein Drommeter aus des Feinds Lager, 
welchen der Herzog von Sachsen zu seinem Bruder geschickt 
hat etwas zu practiciren, aber weder Betlehera noch Mans f eld 
haben ihn wollen zu ihm kommen lassen; so viel ich verstehen 
kann, so wollte der Betlehem gern, dass der Mansfelder in den 
Bergstadten wintern sollte. Die Ungern vertrosten mich allezeit 
wegen des Brots, aber ich sehe noch wenig, drumb war es 
von nothen, dass man besser darzu thete, die 600 Wagen, so 
Herr Paul Balfy aus der Schiitt hat zu weg bringen sollen, 
compariren auch nicht, furcht man sich, dass sie von den 
strafenden Rotten nicht sollten gepliindert werden, so konnen 
sie allezeit von den Musketiren, so zu Presspurg liegen, Confoi 
nehmen. Man will das neu geworbene Volk abdanken, inein 
Meinung ist, dass man vorsichtig darmit umbgehen sollte, denn 
etliche werdens gewiss den graden Weg zum Denemarker 
fiihren, drumb war es gut, dass man darmit differirt, bis der 
Questenberg sich wiederumb mit mir wird abocirt haben; ich 
hab sonsten albereit 2000 Drachonen dem Konig in Polen zu 
dienen uberlassen ; bitt mein Herr thue darzu, auf dass man 
Teschen atacirt, denn darmit wird man dem Feind den Pass nach 
Schlesien abschneiden, man muss alles das Schlesisch Volk 
dorthin brauchen aber nur bald. Ich aber verbleibe hiemit 

Meines Herrn Diener und Knecht 

A. H. z. F. m. p. 

Tirnau den 19. October 1026. 



CXLV. 

Hochwohlgeborner Freiherr ! 

Von Herzen betriibt mich, dass mein Herr wiederumb 
Ubel auf ist, bitt er schone sich, bis er seine Stark recht recu- 
peret hat, denn die Herbstkrankheiten pflegen lang zu wehren, 
wenn man sich nicht schonen thuet. 



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453 

Ihr Mtt. schreibt mir, ich sollte rait dem Betlehem kein 
tregua machen ohne ihr Vorwissen ; ich weiss nicht, woher das 
muss kommen, ich weiss wohl, dass sich nicht gebiihren thuet 
ohne Bewilligung des Kriegsherrn etwas solches zu than. Von 
Don Balthasar wird mein Herr alles weitleufiger vernommen 
haben, ob sich der Zeit was than lasst oder nicht; die Ungern 
wollten gern von ihren Tscheten sagen, sie haben jenseit der 
Dona den Nadasdi mit 3000 Mann und alle die Granizer die 
seind bastant die DSrfer zu verterben; meine Ungern seind 
schwach, fallen ihr allezeit viel zum Feind, und ich kann sie 
nirgends hinbringen, wider den deutschen Dross seind sie treff- 
lich, denn derer Meister seind sie und wissen, wann sie die 
Teutsche Reiterei entsetzen will, dass sie ihnen ausreissen 
konnen, aber wieder andere Ungern und Tiirken seind sie 
tante galine [sic], ich kann sie durchaus auf kein Tscheta 
fortbringen und verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Tirnau den 21. Oktober 1626. 

P. S. 
Bitt, man befehle, im Fall es nur immer muglich ist, dass 
man Teschen angreift, ich hab den Graf Schlicken hinschicken 
wollen, aber muss sehen, was der Feind macht, denn ich werde 
von Tag zu Tag schwacher. 



CXLVI. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Der Don Balthasar ist wiederumb kommen, hat keine 
rechte Resolution gebracht, die Zeit ist vor der Thiir, wo man 
sich aus dem Feld wird reteriren miissen, man welle 8000 Mann 
dahie halten auf des Palatini Begehren, Ihr Mtt. sagen, dass 
sie Mittel haben sie zu unterhalten, ich sage aber, dass ein 
jeder Soldat wird lieber anderswo Hunger und Kummer leiden 
als in diesem Land ein zimbliche Unterhaltung haben, man 
gehe dextramente darmit umb, oder man wird sehen, dass die 



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454 

Soldaten em Unordnung anfaDgen werden. Der Don Balthasar 
sagt mir auch, dass inein Herr gesagt hat, dass Ihr Mtt. jetnandsen 
aus den geheimen Rathen herschicken wollen, neben ihuie auch 
den Grafen von Collalto, auf dass man alles concludirt, ich ver- 
meine, dass gar wohl dran gschicht, wenns nur bald ware, denn 
die Zeit verlauft sich, eher dann man sich acorgirt und nacher 
liegt alles iibern Haufen. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. in. p. 

Tirnau den 23. Oktober 1626. 



Im Fall dass der Max schon ankummen ist, so bitt ich, 
mein Herr woll ihn hereinschicken. 



CXLVII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Der Herzog Franz Albrecht zieht auf Wien, bitt, mein 
Herr hab ihn recommendirter in seinen negociis, er wird auch 
von statu der Armee meinen Herrn berichten und ich ver- 
bleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. in. p. 

Tirnau den 27. Oktober 1626. 

CXLVIII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ich hab den Grafen Schlick gegen Neustetle geschickt die 
Wag mit Reduten zu assecuriren, nun ist er gestern neben 
dem Lorenzo de Maestro und Pechmanns Obr. Wachtmeister 
gefangen worden, heut hab ich den Don Balthasar zu der 
Massa von Volk, so ich bei Freistettle habe geschickt, morgen 
werde ich selbst auch dahin, ich vermeino genzlich, dass er 



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455 

von unsern eigeneu Ungern ist tradirt worden, denn ich traue 
ihnen ganz und gar nichts; es ware nicht bos, wenn man etliche 
Polen hette, die Armee ist sehr consumirt aus Mangel der 
Profiant und Foragi, die Ungern haben viel zugesagt, aber im 
wenigsten nichts gehalten, ich besorge mich, wenn man die 
Soldaten nicht bald abfiihren wird, dass sie meuten werden, 
denn die Necessitat ist gross. Der Graf von Trauterastorf wird 
besser mundlich berichten konnen. Ich aber verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Tirnau den 28. Oktober 1626. 



CXLIX. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus meines Herrn Schreiben vernimb ich, dass er ins 
Lager kommen wollte, nun war er mir so lieb als wenn ein 
Engel vom Himmel kame, aber bitt mein Herr schone sich 
aus 2 Ursachen, eins wegen der bosen Zeit, auf dass nicht 
wieder die Recidiva kompt, das ander, dieweil ich die Quartier 
von Sschela und Schinta reterirt hab, so wird von hinnen nach 
Prespurg nicht sicher sein zu reisen, und Zeit und Weil seind 
ungleich. Was die Polen anbelangt, war es sehr gut, dass man 
sie incontinenti zu der Armee schicken thete, denn den Ungern 
kann ich nichts trauen und mich im wenigsten nichts auf sie 
verlassen und verbleibe hiemit 

Meines Herrn Diener und Knecht 

A. H. z. F. m. p. 

Feldlager bei Freistadtl den 3. November 1626. 

Aus Ihr Mtt. Schreiben wird mein Herr die hiesige Be- 
schaffenheit vernehmen. Wann ich aus dem Feld werde ab- 
gezogen sein, so verhoffe ich die Gnad zu haben und mich mit 
meinem Herrn etwan in Mahren abociren. Der Graf von Schlick 
ist nicht von den Tiirken gefangen worden. 



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456 



CL. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus meines Herrn Schreiben vernimb ich, dass man in 
alien Canceleien befohlen hat denen von Liechtenstein das Pr&- 
dicat Herzog nicht zu geben, auch von ihnen nicht anzunehmen. 
Nun vermeine ich, dass das nicht genug ist, sondern will man 
recht than, so muss man ihnen einstellen, dass sie sich nicht 
Herzog schreiben, bitt derowegen mein Herrn ganz dienstlich 
er wolle dies spungiren helfen, denn es praejudicirt mir. Ich 
aber verbleibe hiemit 

Meines Herrn Diener und Knecht 

A. H. z. F. m. p. 
Freistadtl den 4. November 1626. 

Mein Herr und Herr Verda werden dies gar wohl bei 
FUrsten von Eggenberg richten konnen. 



CLI. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus meines Herrn Schreiben vernimb ich sehr ungern, 
dass sich noch nicht vollig mit ihm gebessert hat, verhoffe 
aber, dass solches unser Herr bald schicken wird, wann er sich 
nur selbst will schonen. Hab auch meines Herrn treuherzige 
Abmahnung, dass ich den Generalat aus vielen Ursachen nicht 
renunciren sollte, vernommen; nun nimb ich solches zu dienst- 
lichen Dank an und bin versichert, dass treuherzig gemeint ist. 
Kann aber meinem Herrn in der Wahrheit sagen, dass mein 
proposition zu mutiren nicht miiglich ist, denn thete ich, was 
man bei Hof will, so hab ich dem Kaiser den exercitum und 
die Lander verloren, thete ich aber, was ich vermeine, dass 
ragon ist, so miisste ich mich verlieren. Dass aber nach meinem 
Abzug mein FeindCampo haben werden mir zu Bchaden, solches 
werde ich mussen Gott befehlen. Umb den Kaiser und das Haus 



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457 

von Osterreich hab ich viel ein anderes verdient, will aber 
meine merita nicht exaggeriren ; dies troste ich mich allein, 
dass kein Mensch in der Welt anders sagen kann, als dass ich 
jederzeit treulich, ehrbar und nutzlich dem Kaiser gedient hab, 
und wann ich Gott also gedienet hette, so ware ich gewiss der 
vornehmb8te Heiliger im Himmel. Dahie hab ich kein recompens 
empfangen, was ich (?) von des Smirzitsky, so nur Director 
gewest, Erbtheil nachlassen mtissen, andere aber hat man ihrer 
Freund Verlassenschaft, welche anders als der Smirzitsky de- 
linquirt, gelassen und selbige Erbschaft auch etlichmal hundert 
Tausend angetroffen. Kann ich Ihr Mtt. mit meinem Gutachten 
dienen, wie dies Werk sollte gefiihrt werden, so will ich solches 
so treulich und ehrbar than, als wenn ich selbst diesem Werk 
aasistirte, aber diesen Carico kann ich je nicht behalten. Im 
ubrigen allem remittir ich mich auf des Sant Julien mundlich 
Anbringen und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwiiiger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

A us dem Feldlager bei Freistadtl 
den 5. November 1626. 



CLII. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ich zweifel nicht, dass mein Herr wird von Sant Julien 
in allem wohl informirt sein worden, itzunder stehets an dem, 
dass man das Volk nicht muthwiilig in Desperation bringt, 
denn bei dem Gott, den ich anbeten thue, sie werden meutisch 
werden, wenn man sie lange dahie wird halten, und ich wollte 
nicht gem, dass in den etlich wenig Stunden, so ich noch dahie 
zu bleiben hab, in Ihr Mtt. Diensten ein Unordnung geschehe. 
Befehle mich hiemit meinem Herrn verbleibend 

Dero dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Feldlager bei Freistadtl 
den 8. November 1626. 



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458 



CLIII. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Itzt gleich ist mein Droinmeter von Betlehem kommen, 
der bericht mich, dass der Mansfelder albereit fort ist nach 
Ragusa, und von dannen dass er auf Venedig wird gewiss Geld 
zu sollicitiren. Der Palatums hat inducias gemacht, ich bins 
ihm wohl zufrieden, denn der Feind kompt nicht an mich und 
also muss ich mit Hunger und Erankheit kriegen. Ich besetze 
algemach starker die Orter an der Waag, auf dass, wenn ich 
mich aus dem Feld reteriren werde, dieselbige versichert bleiben, 
bitt, man verordne, dass sie die Unterhaltung haben, denn aus 
Desperation haben die Franzosen zu Peixa (?) ein gross Un- 
gelegenheit gemacht, auf der Ungern Zusagen ist sich nichts 
zu verlassen, denn alles, was sie zusagen, ist nicht wahr. Ich 
aber verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Feldlager bei Freistadtl 
den 11. November 1626. 



CLIV. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Von Grund meiner Seele hab ich gern von Sant Julien 
vernommen, dass mein Herr recht wohl auf ist, und dass er 
mir die Gnad will than und hieher kommen, denn ich hab 
zuvor aus keiner andern Ursach gebeten, allein dass sich mein 
Herr schonen sollte, auf dass nicht wieder die recidiva kame, 
schicke destwegen diesen eigenen Currier zu meinem Herrn 
denselbigen dienstlich bittend, er wolle mich wissen lassen, wo 
er sich mit mir will abociren, obs ihm zu Tirna oder in diesem 
destruirten Lager gelegen ist, ich wollte von Herzen gern zu 
meinem Herrn kommen, aber ist mir derzeit von der Armee 
zu verreisen nicht thuenlich, bitt allein, wenns miiglich ist, dass 
unser Abocament bald geschicht, denn ich kann je nicht 



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459 

langer zu Feld iiegen, denn alles das Volk verreckt (?) und 
verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Feldlager bei Freistadtl 
den 13. November 1626. 



CLV. 
Hochwohlgeborner Freiherr ! 

Aus meines Herrn Schreiben hab ich vernommen, dass 
er mir die Gnad will than und zu mir ins Lager kommen; 
thue mich ganz dienstlich bedanken, will also dieselbige Gnad 
den 18. dies zu Modern zu empfangen erwarten, ich bin sonsten 
im willens gewest das Lager nach der ungrischen Neustadt zu 
transferiren, aber hette mich gar zu weit von der Dona dis- 
castirt und hette kein Brod haben konnen wie auch kein 
foragi, wie ich dann meinen Herrn besser mundlich will in- 
formiren, l verbleibend 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. ra. p. 

Tirna den 16. November 1626. 



Am 25. November 1626 fand in Bruck an der Leitha die Zusammenkanft 
Waldsteins mit dem Fiirsten von Eggenberg statt, bei der aucb Harrach 
zogegen war. Ein Bericht fiber die Unterredang Waldsteins mit Eggen- 
berg ist abgedruckt bei Aretin (Wallenstein) Urknnde 1. Ein anderes 
auf diese Unterrednng Bezug nehmendes Actensttick (aus dem Anfange 
des Jahres 1627), welches aber mehr polemisch gehalten ist (gegen 
die iiber die Uuterredung Eggenbergs mit Waldstein verbreiteten Er- 
dichtungen), befindet sich im kbnigl. s&chsischen Staatsarchive Loc. 
Nr. 9215/77, Fol. 276; (eine Abschrift davon im kbnigl. bohmischen 
Landesarchive), welches wir auszugsweise mittheilen wollen. Der Schreiber 
ist nicht genannt, wahrscheinlich ist es ein hoherer Officier in Waldsteins 
Armee gewesen. 

Copia eines vertraulichen Schreibens wegen dessen, to A° 1626 in Pruck 
zwiichen dem Fiirsten von Eggenberg and Herzog in Friedland filrgangen. 

Des Herrn sorgfaltigen wohlmeinenden Discurs iiber der mir comma- 
nicirten Narration, wies den 25. Novembris des abgewichenen 1626 Jahres 



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460 



CLVI. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Heut hab ich mich eine halbe Stundt beim Palatino auf- 
gehalten, l er sagt, dass nichts auf sich hat, wenn ich schon 



1 Der Palatinus schrieb dariiber an Bethlen (ddo. Posonii 28. Novembris 
1626): ,Adfuit heri apud me dominus princeps Wolstain, cum quo Ion gum 
habui tractatum de ratione exonerandi regnum hoc afflictum a tot exer- 
citibus et ita rem ordiuavimus, ut dimidiam partem exercitas imo pins quam 
dimidiam traducat per m on tern Album, quo citius in Moravica hiberna 
pertingant, qnibus paucos intra dies residuam partem quoque submitteraus, 
ubi prius viderimus, qualiter sit sese ad pacemSerenitasV* accommodatura.' 
(Copie im kbnigl. each sis c hen Staatsarchive zu Dresden, 9187. Fol. 111.) 

zu Prack zwischen unsern Herrn Generaln, dem Herzog zn Friedland und 
Fursten von Eggenberg etc. vorgangen und unterredet sein solle, habe 
ich mit Fleiss erwogen, vielmehr weil ich gespiiret, dass der Herr Sch wager 
hieriiber eine Reflexion gemacht, als dass ich meinestheils darunter den 
wenigsten Grand spiiren konnen, sondem halte alles fur ein purlauter 
calvinisch Gedicht, unsern General, zuforderst aber die Kaiserl. Mtt. bei 
dem Reich in bosen Verdacht zu bringen, als dergleichen Ding hiebevorn 
auch von den Boh men erdichtet worden. Und ist zwar nicht ohne, dass 
der arglistige Fabulant mit den Umbsttinden der zu Pruck vorgangenen 
Handelung zwischen beiden Fiirsten den unverst&ndigen leichtlich eine 
Nasen drehen konnte, vornemblich weil die starke Werbung drauf er- 
folget, dass aber Jemand, was zwischen ihnen beiden in hocbster Geheim 
gehandelt, penetriren konnen, solches wolle der Herr Schwager gewiss 
dafUr halten, dass es nicht sei, weil mir alio diejenigen bekannt, denen 
solche der General sein Geheimnuss vertrauet, welche aber von solchen 
D is curs nichts erforschen konnen, ausser dass sie aus der guten Accolidenz 
zwischen beiden Ftirsten und dass der General das Commando continuirt, 
so viel schliessen konnen, dass der Herr General seine consilia, warumb 
er den Mans f eld, Betlehemb und die Tiirken damaln nicht angriffen, 
gnugsamb justificiret; dass aber die rationes diese gewesen sein, so der 
Fabulant hierbei erdichtet, solches ist bei mir ja gar unglaublich, sinte- 
maln dieselbe einen so hochversta'ndigen General (welch er durch seinen 
Valor, Witz und Geschicklichkeit es so weit gebracht, dass es ihme zu 
unseren Zeiten wohl keiner nachthun wird, in dessen Gedanken auch 
nichts gemeines kombt, sondern nur die hochsten politischen und mili- 
tariBchen Geheimnussen aus vieler langen Meditation, so anderen verborgen 
sein) ohne Zweifel niemals in 8inn kommen. vielweniger dass dergleichen 
schlechte Possen von dem Fursten von Eggenberg als der Rom. Kaiserl. 
Mtt. ein ersten geheimbsten Rath adprobiret worden sein sollen .... 
[Der Schreiber wendtt sich nun gegen die von dem jFabulanten* 



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461 

abziehen werde, dieweil der Feind sich gegen den Bergstadten 
reterirt; ich vermeine bis Erichtag dahie mit der Armee auf- 
zubrechen und gegen Skalitz, Strazniz, Hradischt, Kremsier, 



vorgebrachten ,Erdichtungen' beziiglich der Unterhandlungen zu Bruck und 
sagt da tin:] .... A us welchem dann zu sehen, wie gar derselbe (,der 
Fabulant') an alien Orten die Becbnung ohne den Wirt macbet, des 
Kriegs aber und der Polizei sicb unerfahren erzeiget und hat er in seinem 
Di8curs nicht besser geschrieben, als dass er nocb unterschiedliche Mittel 
wisse, offensive und defensive wider Siebenbiirgen und den Tiirken den 
Krieg zu fiihren, welche vielleicht ingemein nicht der masse n penetrirt 
sein mochten, hatte er die vorigen auch bei sich bleiben lassen und 
nicht so weit sich blossgegeben, hatte man ihn . . . fiir einen General 
gehalten. In der Conclusion kombt er endlich ad rem nemlich des Her- 
zogen von Friedland Defension, warumb derselbe den Mansfelder neben 
dem Betlehem und Tiirken nicht habe angegriifen, meint, er habe es in 
seinem Sinn gar wohl erfunden, uemblich dass der General hierdurch sich 
von seinem scopo, den Krieg im Reich auszufiihren, wiirde abfuhren lassen, 
dem Tiirken und Siebenburger zu einem neuen Krieg Ursach geben, und 
weil dieselben nichts anders gesucht als den Krieg in Ungarn zu Ziehen 
und daselbst seinen exercitum auf 1000 Weise zu consumiren und zu 
nicht zu machen, sich nicht willig in die Kluppen wiirde haben ein- 
fuhren lassen. Wie aber solche rationes einem solchen cumanischen 
General wohl anstehen, als wiirden sie von einem Herzog von Friedland 
und rechten Generalissimo seltzam sein zu vernehmen, dann dem Herrn 
Generaln nicht unverbor^en gewesen, als er noch in Mahren war, dass 
der Mansfelder sich mit dem Betlehem und den Tiirken conjungiret. Da 
er nun diese ragion gehabt, warumb ist er in Ungarn nachgefolget, er 
wiirde in seiner Reputation hierdurch mehr consulirt haben, denn er 
sich daselbst firmiret und diese seine Ursach der Kaiserl. Mtt. zu wissen 
gemacht hatte, als dass er dem Feind so nahe unter Augen gezogen und 
nachdem derselbe standhalten mtissen, gleichsam fiir den Garn gewandt 
und den Mansfelder, welchen er so viel 100 Meilen aus Nieder-Sachsen 
in Ungarn nachgejaget (dass darunter die herrlichste Reiterei, welche 
die Riistung stets an der Haut fiihren mtissen, Cast zu Boden gerichtet) 
gleichsam einen gnten Abend zu bieten, zurnck sich wieder begeben 
hatte; dieses ware gleich, als wenn einer einen grossen Zulauf nehmen 
endlich tiber einen Strohalm zu springen. 

Zum andern, so lfisst es sich ja nicht sagen, dass hierdurch, wann 
der Mansfelder neben dem Gabor und Tiirken in Ihr Mtt. Land und 
Konigreich gleich ware geschlagen worden, die Kaiserl. Mtt. den Frieden 
gebrochen hktten, sondern es ware der Bruch vielmehr dem Gabor und 
Tiirken zuzuschreiben ; wir haben in unterschiedlichen mahlen mit dem 
Feind geschlagen, da franzosisch, staadisch und engellandisch Volk den- 
selben zum Succurs gewesen, darumb praetendiren weder die Staaden, 
Frankreich noch Engelland k einen Bruch, sondern sein zufrieden, dass 
der Kaiser es fiir k einen Bruch halte. 



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462 

Prera, Leipnik und WeiSskirchen mein Zug nehmen. Es ware 
gut, wenn mein Herr dem Colloredo schreiben thete, dass er 
sich aUbalden aufmachen und zu mir nach Leipnik verfugen 



Zum dritten, so diese ration gelten sollte, wiirde man noch viel 
weniger rait den Denemarker schlagen diirfen und hatte sich der Graf 
Tilly vorsehen, dass er bei so nnterschiedlichen Occasion en in der Untern 
Pfalz, letzlicb aber Stadtlohn and Luther den Feind angegriffen mit Hilf 
des kaiserlichen Volks, weil Hollander und Englische darbei gewesen 
und ist ja wohl so viel daran gelegen, keinen Krieg mit denselben als 
mit dem Gabor und einem turkischen . . . Bassa anzufahen. Dann wann 
der Tiirke selbsten sich dieser occasion halber ins Spiel mischen wollen, 
batte er darzu andere occasiones gehabt und wiirde nicht gewartet haben, 
bis man ibme dermassen wSre iibern Hals gezogen, sondern man bat 
entgegen gnugsame Nacbrichtung gehabt, dass das Bosnische Vornehmen 
an der Porten gar nicht adprobirt, sondern vielmehr fiir eine Rebellion 
gehalten worden, weil er dadurch zu der ungelegensten Zeit die turki- 
schen 8achen in Compromise gestellet und Ursach geben, dass die 
Kaiserl. Mtt. nicht allein Siebenbiirgen sondern auch der Wallachei sich 
bemacbtigen konnen. 

Zum vierten ware es ja ein schlecht Generalstiick, darumb weil 
der Feind den Frieden gebrochen, eine Occasion, denselben zu schlagen, 
aus den Hfinden zu lassen, dann dieses die beste Assecuration ist, 
insonderheit gegen solche Feinde als Betlehem und der Turk seind, als 
man auch in effectu gesehen, dann wie der Feind zwar wohl zufrieden 
gewesen, dass man ihn dergestalt hat abziehen lassen, bat doch unser 
General ihme nicht getrauet, sondern die Retirada mehr einer Flucht 
per anna oder accordo erhaltenen Securitat gleich gesehen. 

Zum rtinften kann ja kein politicus oder Kriegsverstandiger dafttr 
halten, dass des Betlehem und Tiirken Intention gewesen sei, unsern 
General aus Niedersachsen zu locken, sondern es ihnen bang gnug darbei 
gewesen, als sie selbsten erkannt, dass man ihnen dermassen unversehens 
auf den Hals kommen, dass sie Gott gedankt, dass sie den Kopf aus 
der Schlingen ziehen mdgen, ganz ohne aber dass ihnen bei der Sachen 
wohl gewesen oder sie dannenhero einigen Vortheils zu gewarten gehabt, 
als dann der eilende Accordo, den sie geinacht, gnugsam ausweiset — 

Was aber die wabrhaftigen Ursachen und rationes gewesen, warumb 
damahlen bei so freudigem Kriegsheer, da alle Obristen daftir gehalten, 
man habe die victoria schon in der Hand, der hnngarische Paint inns 
Esterhasy schier umb Gotteswillen umb den Angriff angehalten, solfhes 
ist dem Herrn Generaln vomemblich bewnsst und gebtthrt dariiber ge- 
meinen Soldaten, viel weniger aber Schuelfuchssen und Hofscbrantzen 
nicht zu judiciren, dann die Generaln ihre geheimbe Kundschaften und 
Correspondenzen habeu, so sich auch unser General nicht alleine auf die 
secundas, sondern allermeist auf die primas causas und das Firmament etc. 
Wer curios ist und allerdings wissen wollte, was damalen in des Herrn 



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463 

thete, auf dass er mir von alien Schlesischen Sachen kann 
Bericht than. Es wfire auch gut, dass der Herr Questenberg 
bald zu mir kommen thete, auf dass ich sowohl wegen der 
Winterquartier als auch wegen anderer Sachen Ihr Mtt. in 
allem kondt durch ihn Bericht than, und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Modern den 27. November 1626. 



CLVII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ich hab meinen Herrn zu Bruck gebeten, er wolle den 
Herrn Verda vermugen, auf dass er nur auf ein par Tag zu mir 
kommen thete, denn ich wollte gem etliche Considerationen 
wegen dies Werkes ihm sagen, deren man sich in zukiinftigen 
furfallenheiten mochte gebrauchen, welche mir damals nicht 
eingefallen sind. Bitt derowegen mein Herrn ganz dienstlich, 
er wolle ihn darzu bewegen, ich aber verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Modern den 29. November 1626. 

Generaln, Betlehem Gabors uud des Bassa yon Bosnia Nntivitfit fur die 
directiones, Qnatrangel und Oppositiones gewesen. 

Mir ist gnugsam erwiesen zu haben, dass dieses zu Verunglimpfung 
des Generaln Herzogen zu Friedland unter dem Namen einer Relation 
von der Handlung zu Pruck spargirtes figment ganz keinen Grand oder 
Schein der Wahrheit habe, dariiber auch Nieraand sich einige Conside- 
ration zu machen, oder dass solches erstgedachtes Generals consilia und 
Anschl&ge sein, in Gedanken zu ziehen. — — — — — — 



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464 

CLVIII. 

Hochwohlgeborner FreiheiT! 

Ich vermeine mich dahie noch bis Freitag aufzuhalten, 
alsdann muss ich abziehen, denn die Foragi seind alle con- 
sumirt und Ross und Mann gehen zu Grund. Ich hab heut 
des Curriers erwart mit Resolution auf meine puncti, ohne 
welche ich nicht dienen werde; es ware gut, dass Herr Questen- 
berg zu mir in Mahren geschicxkt wiirde, auf dass ich mich 
mit ihm wegen des Uberrests unterreden konnte, und ver- 
bleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Modern den 30. November 1626. 

CLIX. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ich schicke den Gen. Quartiermeister zuin Filrsten von 
Eggenberg wegen etlicher Particular- Sachen. Bis Freitag werde 
ich dahie aufbrechen und mein Weg nach Mahren und Schlesien 
nehmen, ich bitt mein Herr helfe, dass der Fried bald geschlossen 
wird, denn ware der Fried vor einem Monat geschlossen worden, 
so hette man die meiste Orter in Schlesien wieder recuperiren 
konnen, itzunder muss man des Sommers er war ten, denn die 
Armee ist so destruirt, dass nicht zu sagen ist ; man mache nur 
Fried mit dem Betlehem, denn weder mich noch keinen von 
dieser Armee bringt man nicht mehr in dies Schelmensland. 
Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. Fd. m. p. 
Modern den 30. November 1626. 

Es ware gut, dass Ihr Mtt. ein Currier alsbald zu dem 
von Dona expediren theten, dass er incontinenti zu mir in 



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465 

Mahren kommen thete, auf class ich mich rait ihm wegen aller- 
hand Sachen unterreden konnte. 



CLX. 

Hocbwohlgeborner Freiherr! 

Ich kann mich nicht genug verwundern, dass der Currier 
nicht kompt mit Resolution auf die Punkten, welche ich meinem 
Herrn gegeben und ohne dieselbige nicht dienen kann noch 
werde, denn es ware Zeit, dass ich anfinge auf Mittel zu ge- 
denken, wie ich aufs Jahr zu Feld werde ziehen, auch wohin ich 
mich wenden werde, denn der Winter wird bald passiren. Bitt 
dero wegen mein Herrn ganz dienstlich umb schleunige Befur- 
derung alles dessen, wie auch, dass man mir wegen des Wra- 
tislaws ein Befehlich zuschickt, auf dass ich ihn erlasse und 
das Regiment einem andern gieb, denn in diesem will ich kein 
Enderung erwarten und ich verhoffe, dass man mehr Ihr Mtt. 
Dienst auch meine Person wird in acht nehmen als seine lange 
Nasen. Ich hab mit ihm wollen ein Abratung halten, er schickt 
mir Ratungen, die mehr antreffen als andere zwei Regimenter, 
aber der arme Mensch er verstehts halt nicht. Bitt auch, mein 
Herr vermuge den Herrn Verda, dass er auf ein Tag zu mir 
kompt. Ich aber verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Modern den 3. December 1626. 

Morgen schicke ich die Cavallerie gegen Skalitz, denn 
dahie haben sie keine foragi mehr. Bis Montag incaminir ich 
mich nacher mit der Infanterie und alsdann gegen den Winter- 
quartieren. 

CLXL 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Der Herr von Questenberg wird meinem Herrn in allem 
Bericht than. Wegen der bohmischen Contribution muss mir 

Fontes. Abth. II. Bd. XLI. 2. Halfte. 30 



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466 

der Graf von Collalto keine intrigi machen, denn ohne die- 
selbige werde ich kein Fuss fortsetzen, viel weniger mich zum 
Volk begeben, traut ihm nacher der Graf von Collalto das 
Volk aus Ihr Mtt. Landern zu fiihren, so vergune ich ihms 
gar zu wohl, mich aber muss man vor kein Rind tractiren 
und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Modern den 6. December 1626. 

Mit dem Uberrest der Armee werde ich bis Mittwoch dahie 
aufbrechen, die Cavallerie hab ich gestern vorangeschickt. 



CLXII. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Der Herr Verda wird meinem Herrn wegen alles be- 
richten, was wir mit einander tractirt haben. Bitt meinen 
Herrn wegen der bohmischen Contribution, ohne welche ich 
dies Werk nicht fiihren kann, noch mich unterstehen werde, 
drumb bitt ich umb schleunige Befurderung, auf dass inconti- 
nent mir dieselbige assignirt und in Bohmen solches avisirt 
wird, denn ich muss schon anfangen meine Disposition zu 
machen, denn der Winter riant uns weg, ohne dass wir una 
versehen. Ich aber verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Modern den 8. December 1626. 



CLXIII. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Morgen ziehe ich ab, und nimb mein Weg auf Kremsier 
zu und alsdann in die Winterquartier. Bitt man schliesse mit 



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467 

dera Betlehem; denn je l&nger raan sich spreizt, je grossere 
Impertinenzen wird er begehren und auf die letzt wird mans 
bewilligen mussen, denn man denke nicht drauf, dass diese 
Armee mehr in Ungern kompt; den von Weinmar lasse man 
nur abziehen wohin und auf was vor Weis er begehrt, denn 
dardurch wird man Ihr Mtt. Lander des Kriegslasts liberiren 
und er wird dem Konig aus Dennemark schlechte Assistenz 
mit dem Volk leisten. Ich aber verbleibe hierait 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. in. p. 
Modern den 12. Decembris 1626. 

Der Kiinig hat stark das Weinmarisch Volk begehrt, itzt 
seind ihm 10.000 Schotten zukoramen; wird man nicht bald 
zudrucken, so wird das Volk beim Betlehem bleiben und wir 
kein Fried in unsern Landern haben. 



CLXIV. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Itzt gleich brich ich auf und ziehe gegen Mahren; der 
Cap. Leon, der von Prespurg kommen ist, bericht raich, dass 
der Palatinus auf Wien ist Ihr Mtt. zu persuadiren, auf dass 
sie nicht alien Ungern, so mit dem Betlehem seind, perdoniren 
sollten; nun thuet er solches wegen des Elias Lasij(?), dass 
er gern seine Giiter haben wollte, des Betlehems Reputation 
ist drin interessirt und wird nicht darvon weichen, insonderheit 
weil er von meinem Abzug horen wird, auch ist ihm leicht in 
Mfihren und Osterreich ein Straf zu thuen, denn mein Caval- 
lerie ist itzund ruinirt und wird keineswegs nichts anders 
derzeit than wollen als in die Winterquartier ziehen, dass uns 
also des Palatini Interessi gar zu teuer ankommen und wir 
andere unleidlichere Conditionen eingehen mussten, wenn er 
nur nacher wollte Fried machen ; denn wenn ich betrachten 
thue unser und sein forza, so sehe ich, dass er derzeit den 
Supravento hat, bitt derowegen mein Herr wolle Ihr Mtt. und 
dem Fursten sagen, sie wollen wegen des Palatini particular 

30* 



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468 

Interesse das gemeine Wesen nicht in Gefahr setzen. Diese 
Armee denk man nicht, dass sie mehr in Ungern wird zu 
bringen sein, denn dies Schelmensland ist nicht werth, dass 
so viel ehrliche Leut malamente dahie aus Noth haben sterben 
miissen. Ich aber verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Modern den 13, December 1626. 

Der Pechmann schreibt mir, dass der von Mezritsch ein 
Dennemarkischen Gesandten mit 60 Pferden auf Trentschin 
begleit hat, der zieht zu Betlehem. 



CLXV. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Herr Questenberg zieht wiederumb zurttck, wird meinem 
Herrn parte von allem geben. Bitt mein Herr lasse nicht, 
dass der Cardinal von Titrichstein den Merode strapazirt, denn 
ein jeder Musketier des Merode dient dem Kaiser besser als 
er. Im ubrigen alien reraittir ich mich auf den Herrn von 
Questenberg und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Kremsier den 24. December 1626. 



CLXVI. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ihr Mtt. wollten gern das Land ob der Ensisch Volk von 
dannen haben, aber es kann nicht sein, denn man hat kein 
Moglichkeit sie anderswo zu accommodiren, darzu wenn der 
Friieling kompt, so will ich sie brauchen die Platz in Schlesien 
zu ataciren, denn das ander Volk wirds und kanns nicht than, 



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469 

denn sie werden 5 oder 6 Monat haben, eher denn sie sich 
wiederumb remittiren und kleiden und also, wird man darmit 
nicht gewahrsamb umbgehen, so wird der sedes belli in Ihr 
Mtt. Landern bleiben, inderae man mit diesem Volk, so aus 
Ungern kommen ist, vorm Junio oder Julio nicht kann zu Fold 
ziehen, und wann man die Orter nicht zeitlich ataciren wird, so 
werden sie sich fortificiren und also nacher die Impresa desto 
schwerer fallen, zu deme wird der Betlehem den Frieden halten, 
so lang es ihm gelegen ist. Bitt derowegen mein Herrn ganz 
dienstlich, er wolle bei Ihr. Mtt. die Sach dahin richten, auf 
dass bemelts Volk noch bis auf den Martium im Land ob der 
Enns bleibt, alsdann will ich sie zu mir nehmen und die occu- 
pirte Orter in Schlesien wiederumb recuperiren. Was des 
Grafen von Serin Crabaten anbelangt, bei Leib muss man sie 
nicht von einander lassen, denn ich miisste andere auf den 
Sommer werben, darzu ich dann keine Mittel hab, denn im 
Reich werden sie mir viel dienen konnen. Ich hab dem Herrn 
Questenberg gesagt, dass er sie jemandsen, der ihm gefallen 
wird, sollte geben, derselbige aber dass er sich verobligiert sie 
wieder zu ampliren(?), er hat den Kinsky vorgeschlagen, bitt, 
mein Herr helfe vor sie in Ungern etwan ein Winkel aus- 
suchen, dass sie werden wintern konnen, er wird Ihr Mtt. 
darmit ein Dienst und mir ein Gnad than; wird man mir die 
bohmische Contribution nicht bald assigniren, so kann ich keine 
Praeparationen than ins Feld zu ziehen, und ohne dieselbige 
werde ich nicht zu Feld ziehen, was nun meniglich vor Nutz 
draus entstehen wird, kann mein Herr selbst erachten. Ich 
wollte, dass der Graf Slawata einmal auf horet seine bohmische 

(?) gegen mir zu brauchen, denn darmit verhindert er 

Ihr Mtt. Dienst und das gemein Wesen leidt. Ich Schick das 
Volk in die Winterquartier, denn die Kalte hat mir vorgestern 
den garaus gemacht, denn die, so sich vor Todt und Krankheit 
in Ungern salvirt haben, ihr mehr als 200 erfroren sein. Ich 
aber verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Olmutz den 26. December 1626. 



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470 

CLXVU. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Der Herr Mario zieht auf Wien, auf welchen ich mich 
in allem remittir; bitt, mein Herr wolle wegen der bohmischen 
Contribution bald den Befehlich mir zuschicken lassen, denn 
ich kann kein Praeparation machen, der Friieling wird bald 
herzu kommen und der exercitus imraobilis bleiben, ich will 
aber kein Schuld dran haben, sondern der Graf Slawata, der 
solches causirt. Bitt auch das Schreiben wegen des Grafen 
von Nassau mir alsbalden zuschicken ; denn er muss noch zuvor 
zu mir kommen, und alsdann nocheinmal ins Niederland reisen 
und von dannen erst zu der Armee sich verfugen, und die Zeit 
lauft weg, ehe dann man sich versieht. Den Graf Wolfen von 
Man s f eld muss man nicht gedenken, dass ich darzu werde 
brauchen, denn unsere humori stimmen so gar nicht zusammen, 
und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Olmlitz den 27. December 1626. 

P. S. 
Ich ziehe iibermorgen nach Haus, der Don Balihasar will 
auch heimziehen, bitt dass ihm Ihr Mtt. schreiben, er solle 
warten, bis der Graf Schlik loskompt, bitt mein Herr helfe zu 
seiner balden Liberation. ' 



CLXVIII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus des Herrn Questenbergs Schreiben wird mein Herr 
sehen, wie man zu Hof tractirt; dies veranlasst das Cardinanerle, 



Am 28. December 1626 wurde in Wien der Friede zwischen dem Kaiser 
und Bethlen Gabor abgeschlossen. Nach Punkt 7 wurden die Gefan- 
genen beiderseits ohne Ranzion entlaflsen. Die Friedensbedingungen (in 
U Punkteu) wurden bald darauf (1627) gedruckt. 



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471 

Graf Slawata und Graf von Mansfeld; was die b ....(?) l 
anbelangt, der hat jederzcit dero Kaiser durch sein intromittiren 
Schaden than, wirds itzunder gewiss nicht anders machen ; der 
Graf Slawata wegen des von Martinitz spert die bohmische 
Contribution, ich mache keine Praeparationen und ohne die- 
selbige ist nicht ragon ein exercitum zu moviren, will man 
den Kaiser nicht in eussersten Ruin setzen. Der Graf von 
Mansfeld wollte gern seinen Bruedern zum Feldmarschalk haben, 
darfur behiite mich Gott, will ihn der Kaiser gar zum General 
haben, ich bins gar wohl zufrieden; denn ich halte ganzlich 
darflir, dass man vermeint mir durch diese Sachen disgusto 
zu geben, man hette dies gar nicht bediirft, denn durch dies 
leidt der Kaiser und nicht ich; ich vor meine Person verlang 
nichts anders als daheimb zu bleiben und man versicher sich, 
dass ich ohne notturftige Provision nicht fortziehen werde, 
denn ich begehre dem Kaiser wohl und nicht ubel zu dienen ; 
wird man die Mittel impediren, dass ich nicht konnte wohl 
dienen, so will ich lieber wohl feiren als libel dienen, es mag 
die .... tra(?) verterben wer will. Ich verbleibe hiemit 

Meines Herrn Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Gitschin den 7. Januar 1627. 

P. S. 

Ich schicke meinem Herrn des Grafen von Trautemstorf 
Schreiben auch, woriiber ich mich hochlich zu erfreuen hab, 
dass er vor meine dem Kaiser und den Landern so treu ge- 
leiste Dienst mich also hof lich tractiren thuet, ihm gib ich kein 
Antwort drauf, denn es kann mir das Herz zerspringen, indem 
ich diese Undankbarkeit sieh, ich glaub ein Cavallier sollte 
mehrers considerirt haben, denn ich diene dem Kaiser wohl 
und bin kein Hundsbub. 

Bitt, mein Herr schicke mir des Grafen von Trautemstorf 
Schreiben wieder, auf dass ichs pro reliquia kann halten. 



1 Wahrscheinlich ein Spottname, der sich auf den Cardinal von Dietrich- 
stein bezieht. 



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472 

CLXIX. 

Hoch wohlgeborner Freiherr ! 

Wegen des Grafen von Mansfield will ich bedacht sein 
ihn zu accommodiren; ich vermeine, dass in Elsass wird Volk 
vonnoten sein, iiber solches wird er als Capo commendiren 
konnen. Bittmeinen Herrn ganz dienstlich wegen des Schreibens 
an die Infantin wegen des Grafen von Nassau, dass mirs in- 
continenti zugeschickt wird, denn der Herr Questenburg schreibt 
mir, dass sie ibm abermals haben befohlen darmit zu diferiren. 
Wegen der bohmiscben Contribution wollen sie 15.000 Gulden 
abziehen alle Monat, das ist ein Kinderwerk, denn es kann 
nicht sein, bitt auch meinen Herrn ganz dienstlich uinb Reme- 
dirung. Der Max wird in etlich Tagen auf Wien, auf ihn 
referir ich mich in allem, und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Prag den 19. Januar 1627. 

Die Frau Catrle wird auch auf Wien mit dem Maxen, 
hat heut schon geweint, dass ich sie fexirt hab, dass sie muss 
dahie bei meinem Weib bleiben. 

Der Cardinal von Titrichstein will den Merode strapaziren, 
bitt, mein Herr nehme sich seiner an, auf dass er sein Volk 
wieder in esse bringt. 

Auwchreiben del Henogt von Friedland wegen nener Werbung. 

(Abgedruckt in ,Neue Confoederation und Liga*. 
Frankfurt 1627.) 

Von Gottes Gnaden Wir Albrccht Herzog zu Friedland, Rom. 
Kaiserl. Mtt. Kriegs-Rath, Cammerer, Obrister zu Prag und General 
Oberster Feldhauptmann etc. geben alien und jeden Geist- und Welt- 
lichen, was WUrdeu, Stands, Ampts, Wesens oder Condition die seindt, 
hiemit zu vernehmen, nach deme kund und offenbar, aus was hoch- 
erheblichen Ursachen die Rom. Kaiserliche auch zu Hungarn und Boheim 
Konigl. Mtt. unser allergnKdigster Herr bereit anvor zu Rettung des heil. 
Romischen Reichs androhende Gefahr, Ruin und E version eine Armee 
zusammenbringen und selbige under unserm Commando in das hcil^ 



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473 
CLXX 

Hochwohlgeborner Freiberr! 

Aus meines Herrn Schreiben vemimb ich, class man wegen 
der 14.000 fl. difficultiren will; man seis versichert, nicbt 14 
Kreuzer kann ich mir abbrechen lassen, ich verlange doch in 
der Welt nichts mehr als ein praetext zu haben und den Kopf 
aus der Schlingen zu ziehen, denn es hat einer so viel darvon, 
der in die Stuben thuet als der, dems ausgehet. Ich mache 
keine Praeparation, will auch keine machen, das kann mein 
Herr dem Kaiser und alien ministris sagen, denn man gibt 



Romische Reich, dardurch Fried, Ruhe und Einigkeit anzurichten fUhren 
lassen, dass roan verhofft gehabt deroselben Widerwertige auf Ihr Kais. 
Mtt. an die Hand gegebene heilsame Mittel von ibren schadtlichen 
macbinationibus nnd Anschlagen selbst abweichen sein wiirden, dieselbe 
aber in solch ibrero nngleich ge fas 8 ten Gemiith annoch verfahren, grossere 
Werbung anstellen auch sich moglichst zu starken bearbeiten, daher wir 
una damit Ihr. K. Mtt. friedfertige Intention manutenirt und in dem heil. 
Romischen Reich der werthe Friede wiederumb eingeftihret werden moge , 
in allera Weg obzuliegen ermessen una. gleichsfalls dieserseits in mehrere 
Verfassung zu stellen, als haben wir der Rom. Kais. Mtt. Kriegsrath und 
bestellten Obristen auch General Quartiermeister und Zahlungs-Coramis- 
sario dem edlen gestrengen Herrn Johann Altringer noch funf Com* 
pagnien zu Fuss zu werben aufgetragen, derentwegen dann Hans Georg 
Kcstgen zu einem Hauptmann tiber ein Corapagnia auf und angenommen 
auch dahin bestellet und abgefertig^et, sich aller Orten umb gute, taugliche 
und wohl qualificirte Knecht und Soldaten urabzuthun. Damit er aber mit 
denselben desto fbrderlicber auf kommen mochte, als ist an alle obbemelte 
StSnd der Gebiihr nach unser dienstfreundlich Bitten und Ersuchen, dass 
flie obernennten Hauptmann Hans Georg Keistgen oder seinen Abgeordneten 
Zeigern dieses offencn Patentee oder dessen glaubwiirdigen Abschrift 
in ihren Land, Gebiet, Herrscbaft und Botmessigkeit Kriegsyolk zu 
werben, anzunehmen, deswegen umbschlagen zu lassen, gutwillig und 
unverhindert gestatten, denen geworbenen Kncchten aller Orthen und 
Endt, zu Wasser und Land frei sicheren Pass verleihen, die zuziehende 
Knechte willig beberbergen, ihnen Proviant und die unentbehrlicbe Under- 
haltungsnotturft gegen leidentlicher Bezahlung darreichen und sonsten 
alien Vorschub, Beforderung nnd geneigten guten Willen eweisen wollen. 
Solches gereicht zu Beforderung Ihr. Kais. Mtt. Dienst und des heil. 
Reichs Wohlstand auch Conservir- Wiederbring- und Erhaltung des lang 
gewiinschteu werthen Friedens, und wir seind es etc. 

Pragden 20. Januarii 1627. 



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474 

mir keine Mittel ; bis dato hab ich von den meinigen zugesetzt, 
hinfiiro will ichs nicht than, denn ich ruinir mich und die 
meinige darmit, hab kein Dank drumb und in Zeit der Noth 
hab ich kein Heller, dass ich mein Weib konnte aus dem 
Land schicken, in Sumraa ich bin verdrossen zu allem was 
ich sieh und was ich thue und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger 

A. H. z. F. m. p. 
Prag den 27. Januar 1627. 

CLXXI. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Der Rittraeister Tegenfeldt zieht auf Wien, ich recom- 
mendir ihn meinem Herrn insonderheit in seinen Particular 
negocien, was die Praetension wegen des Regiments anbelangt, 
so were es sehr gut, dass man ihnen etwan ein par Monatsold 
anweise und dieweils von den bohmischen Contributionen nicht 
sein kann, so muss man etwan im Reich auf Mittel bedacht 
sein. Ich aber verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. in. p. 
Prag den 29. Januar 1627. 

CLXXII. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus Beilag wird mein Herr sehen, was Ihr Mtt. wegen 
beider Fiirstenthumer Jauer und Schweinitz befehlen ; es kompt 
mir nichts anders fur, als wenn man mit Fleiss darzu than 
wollte, dass ein Ainutination geschehe, denn man muss nicht 
gedenken, dass sich das Volk von dannen l&sst fuhren, und 
wird mans itzt disgustiren, so sei man versichert, dass der 
Campo auf den Frueling wird immobilis bleiben und nicht 



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475 

allein em 2 oder 3 Monat in beiuelten Fiirstenthtimbern bleiben, 
sondern bis sie gezahlt und abgedankt werden, dieser effect 
wird draus folgen, welchs ich als Ihr Mtt. Diener schuldig bin 
zu inelden. Bitt mein Herr rede mit dem Herrn von Dona (?) 
destwegen, der Kiinig muss gedenken, dass er soil monarcha 
der Welt werden und nicht vor sein patrimonium allein 
Schweinitz und Jauer haben, darvon er obne das keine Ein- 
kommens hat, ich hab kein Interesse darbei, betrachte allein 
Ihr Mtt. Dienst, denn dero Gliick und Ruin consistirt in guter 
oder boser Affection der Armee, drumb bitt ich, man remedirt, 
denn wir spendiren Gut und Blut nicht wegen unser, sondern 
wegen des Kaisers und des Kiinigs. Ich aber verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z F. ra. p. 
Prag den 30. Januar 1627. 



CLXX1H. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Der Obr. Colloredo zieht auf Wien, sagt, dass dem nicht 
also ist, wessen sich die von Oppeln iiber ihn beschwert haben, 
ich sage aber dato casu, dass dem also were, so finde ich kein 
ragon wegen 500 Reichsthaler, die ein Obrister in Ihr Mtt. 
Diensten und sich angelegenen Geschaften verzehrt, ohne das 
nie kein Bezahlung empfangt wol und treulich dient, dass auf 
solche Weis gegen ihm sollte procedirt werden; es were von 
notten, dass man nicht alle vor den Kopf stossen sollte, denn 
die gute Affection der Officier ist einig und allein, so den 
Kaiser erhalt, wird die refredirt, so weiss ich kein Mittel 
noch Hiilf, im iibrigen remittir ich mich auf sein miindlichs 
Anbringen und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Prag den 30. Januar 1627. 



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476 

CLXXIV. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ihr Mtt. schreiben mir wegen Beschwerungen, l so die 
die Kurfursten wegen des einquartierten Volks thuen ; nun hab 
ich dem Herzog Rudolf befohlen in keines Kur- noch Fursten 
Land zu losiren, wo er aber in den Grafschaften losirt, so solle 
er gute Disciplin halten, itzt will ichs wiederholen; dies kompt 
allein von Bayern, den er will nicht, dass der Kaiser machtig 
im Reich ist, drumb sucht er alle Mittel zu impediren; er hat 
gemerkt, dass ich etlich Getraid in den Stiftern erwirthschaft 
hab, hat durchaus wollen in die ruinirte Stifter und auf mein 
Gewissen, es hetten nicht 5 Compagnien dorten zu leben, aber 



1 Der Kurfurst von Mainz schrieb in dieser Angelegenheit selbst an 
Waldstein (ddo. Aschaffenburg 28. Februar 1627. — Copie im Munch. 
Staatsarchiv, 3/18. Fol. 177). Die Antwort Waldsteins an den Kaiser 
(Copie ira Munch. Staatearchiv, 3/18. Fol. 125) lautet: 

Allerdurchleuchtigster etc. 

Aus Eu. Kais. Mtt. Schreiben vom 20. Januarii sowohl eingelegter 
copeilicher Abschrift beider Churfurstl. zu Mainz und Bayern LL. babe 
ich zur Notturft verstanden, was man sich abermal iiber die iibel disci- 
plinirte Soldatesca, sonderlich iiber des Rudolfs Maximilians Herzogen 
zu Sachsen und Lauenburg L. Volk so hoch beschwert und dass Eu. 
Kais. Mtt. allergnfidigst begehrt, Ihr mein Bedenken zu eroffnen, wie 
diesem und daraus besorgenden fernern Unheil ehist vorgebauet und 
remediert werden mtichte. 

Hierauf soil Eu. Kais. Mtt. ich gehorsambst nit verhalten, dass 
jetztgedachtes Herzogen zu Sachsen L. ich nit allein zu unterschiedlich 
mahlen geschrieben, gutes und strenges Regiment iiber seine Soldatesca 
zu halten und keinen Mutwillen oder ungebiihrliche exactiones nicht zu 
verstatten, sondern hab auch Ihr L. selbst bei mir gehabt und sie zu 
dergleichen und sonderlich der Chur- und Fttrsten Lande zu verschonen 
ganz beweglichen ermahnet Es haben mich aber Ihr L. jederaeit dahin 
beantwortet, dass dero Volk am wenigsten in der Chur- und Fdrsten 
Landen legen auch wissentlich dieselbe nicht beschweren lies sen. Will 
gleichwohl nicht underlassen, Ihr L. ferner desswegen zu schreiben und 
sie ernstlich dessen zu erinnem, auch ausdrucklich dabei zu vermelden, 
im Fall Ihr L. deme nicht nach Gebuer werden nachkommen, Eu. Kais. 
Mtt mit' wirklicher Bestrafung gegen dero eigene Person verfahren wiirdt. 

Geben Prag den 2. Februar 1627. 

A. H. zu Friedland. 



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das Getraid ist ihm im Kopf umbgangen, auf dass er nicht 
hette diirfen ein and era auf den Frtieling kaufen, in Summa 
ich hette viel lieber mit dem Basevo zu thuen als mit ihm, 
und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Prag den 2. Februar 1627. 



CLXXV. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Die Polen schicken ihre Abgesandten zu Ihr Mtt., bitt 
dieweil mein Herr aller Soldaten Protector ist, er wolle sie 
ihm befohlen sein lassen, denn ich kann mich auf sie besser 
als auf die kahle Schelmen Ungern verlassen, ihre Praetensionen 
finde ich nicht unbillig; ausser dass sie keine Bezahlung zu 
erwarten haben, als wann man die andere Armee zahlt und 
solches wird erst bei der Abdankung geschehen, ich vermeine, 
dass man sie wird wieder an mich weisen. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Prag den 2. Februar 1627. 

CLXXVL 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

A us Beilag wird mein Herr sehen, was mir der Pechmann 
schreibt, es were gut, dass man zu Hof besser bedenken thete; 
eher dann man ein Ordinanz gibt, denn wenn sie nicht kann 
gehalten werden, so kompt ein Sprezo oder Disgusto draus; 
man muss gedenken, dass ein Unterschied gewest ist einem 
Volk Ordinanz zu machen, so Jahr und Tag in den Quartieren 
gelegen ist, und ein ander Sach denen, so ein par Jahr tra- 
vaglirt haben und grosse Noth ausgestanden ; jenen, hat man 
sie moviren wollen, so hat man ihnen nicht allein ihre disconti 



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478 

machen miissen, sondern etlich Monatsold geben, diesen gedenkt 
man weder auf. eins noch auf das andere, was jene vor extor- 
siones in den L&ndern gethan haben, ist nichts solches bei 
diesen vorgangen ; es kompt mir alles vor, dass wegen etlicher 
ministri vermeinten Fleiss ein allgemeine Amutination entstehen 
wird, darvor ich dann schuldig bin zu warnen; denn ich sehe, 
dass man mal a proposito mir alle die Regimenter begehrt zu 
disgustiren, darzu denn das Cardinanerle nicht ein schlechten 
Anlass giebt. 

Bitt, mein Herr sage Ihr Mtt., wenn sie des Colloredo 
und Montecuculi itzt zu Wien nicht bedurfen, sie wollen sie 
wiederumb zu mir schicken, denn ich muss sie in Schlesien 
brauchen und einem jeden ein Campo de gente untergeben. 
Wegen des Betlehems wird von nothen sein, dass man wohl 
Achtung gibt und fleissige Kundtschaft einzieht, denn ich ver- 
lasse raich wenig auf sein Trauen und Qlauben. Wird man 
incontinenti nicht zu Klein-Glogau, zu Ratibor und zu Neu- 
stettle Provision zum wenigsten von 3000 Malder Korn machen, 
so kann ich nicht zu Feld ziehen, eher dann solches an be- 
melten Orten wirklich ist, sowohl auch muss Profant nach 
Leipnik und Prera geschickt werden, wie auch vor die Artellerie 
noch 10 halbe Karthaunen mit ihren Requisiten. Ich aber ver- 
bleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Prag den 5. Februar 1627. 

CLXXVII. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Der Don Balthasar sagt, dass er nicht Fussvolk genug 
hat die Platz in Mahren zu besetzen. Bitt, man befehle, dass 
die ubrige Lichtensteinische Fandel aus dem Land ob der Euns 

incontinenti in Mahren marchieren, auf dass man die (?) 

wie sichs gebtirt, besetzen kann. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Prag den 8. Februar 1627. 



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479 
CLXXVIII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Der Questenberg ist noch nicht dahie angelangt, er inochte 
etwan noch gegen dem Abend ankommen ; ich will gern Ihr 
Mtt. Dienst, wo es mir miiglich ist, promoviren, aber ihr viel 
schlagen Sachen vor, vermeinend Ihr Mtt. Dienst zu sein, dass 
ein unwiederbringlicher Schad daraus erfolgen miisste, darzu 
ich dann nicht rathen kann. Der Don Balthasar thuet etliche 
Naretheien in Mahren, dardurch er denn eine gute Reprehension 
von mir bekommen, denn endert er den Stylum nicht, so kriegt 
er es vom Feind, eher dann er sich' versehen wird. Ich aber 
verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Prag den 10. Februar 1627. 



CLXXIX. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus Beilag wird inein Herr sehen, was die Hofkammer 
vor Clausulen in den Befehlich wegen der bohmischen Con- 
tribution gesetzt hat. Nun muss die Contribution nicht allein 
auf 3 Monat, sondern, so lang der Krieg wehrt, zu der Armee 
Notdurften gericht werden. Das Volk aus Bohmen itzt abzu- 
fuhren wissen sie selbst, dass itzt nicht miiglich ist; die Con- 
tribution muss auch ewiglich nicht in der Kammer Hand kommen, 
sondern dem Tschernin und Don Martin de Huerta abgefiihrt 
werden, bitt auch, dass Ihr Mtt. solches ihnen beiden befehlen, 
die Contribution einzunehmen und wohin ichs anordnen werde 
zu geben, denn es ist je hohe Zeit Praeparationen zu machen. 
Ich aber verbleibe 

Meines Herrn Diener und Knecht 

A. H. z. F. m. p. 
Prag den 12. Februar 1627. 



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480 

P. S. 
Bitt y dass man befilcht incontinenti des Breiners und 
Lichtensteins Regimenter in Mahren zu marchieren, den Merode 
und Balant reducir ich in weniger Compagnien. 



CLXXX. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Der Furst Carl ist gestern gestorben und dieweil mein 
Herr sein Freund ist gewest, so bin ichs versichert, dass er 
seinen Sohn auch vor alien denen, so ihm begehreten zu schaden, 
wird protegiren. Von hinnen nichts neues, allein dass ich wegen 
der meisten Punkten mich mit dein Herrn Questenberg ver- 
glichen hab. Bitt, mein Herr helfe die Befehlich an Tschernin 
wie auch an den Don Martin de Huerta bald ausbringen, dass 
sie hergeschickt werden, auf dass sie alle die Contribution zu 
sich nehmen, und nicht auf 3 Monat, sondern so lang der Krieg 
wehrt, und die Rammer dass sie sich nicht drein imponirt, 
denn es ist Zeit Praeparationen zu machen, ich aber mache 
noch keine, denn ich hab die Mittel nicht darzu und ver- 
bleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Prag den 13. Februar 1627. 



CLXXXI. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ich schreib Ihr Mtt. sie wollen die gnadigste Verordnung 
than, auf dass die bohmische Cammer sich nicht in die Con- 
tributionen impachirt, sondern der Tschernin und Don Martin 
dieselbige einnehmen und wohin ichs verordnen werde liefern, 
auch gehet itzt die Contribution in Martio aus, schreibe gleich- 
falls Ihr Mtt. wollten den bohmischen Landofficieren befehlen 
wegen einen andern zu tractiren, bitt derowegen mein Herrn 
ganz dieustlich, er wolle beides befiirdern helfen, denn es ist 



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481 

ein hohe Zeit Praeparation zu machen, ohne welche man nicht 
kann zu Feld ziehen, und ich hab noch nichts angefangen und 
der Friieling ist vor der Thiir. Ich aber verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Prag den 14. Februar 1627. 

Des Kunigs von Dennemark Gen. Commissari ist bei 
Betlehem gewest, ist albereit wieder zuriick, spargirt, dass ihnen, 
sobald der Friieling kompt, etliche Tausend ungerische Pferd 
zukommen sollen; es wird von noten sein, dass der Palatinus 
gut Achtung drauf gibt. 



CLXXXIL 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Mir ist von Herzen leid, dass ich meinem Herrn allezeit 
muss lamentation es zuschreiben, aber dieweils Ihr Mtt. Dienst 
erfordert, so kann ich nicht weniger than, verhoffe mein Herr 
wird mirs nicht ftir iibel halten. Und zweifelt mir nicht, als 
dass der Don Balthasar wird albereit nach Hof bericht haben, 
dass das strapacirte Volk in Mahren weder kann, noch wird 
bei der gemachten Ordinanz bleiben, denn ein andere Sach 
ist einem Volk, so Jahr und Tag in Quartieren gelegen ist, ein 
armselige Ordinanz zu machen, und ein andere Sach dem Volk, 
so lange Zeit travaglirt hat und grosse Noth ausgestanden ; 
drumb bitt ich man remedirs, denn sonsten bei dem Gott, den 
ich anbeten thue, es wird ein allgemeine Meutination draus 
entstehen; man denke auch nur nicht, dass ich mich werde 
unterstehen, mit einem Volk, so malcontent ist, fortzuziehen, 
zu dem wird mich gewiss die ganze Welt nicht tiberreden, 
denn ich weiss gar wohl, was draus erfolgen wird, drumb will 
ich kein Narr sein, dass ich die Verantwortung tiber mich 
nehmen sollte, was ein Verhurts Pfaffle verterbt hat, bitt noch- 
mals umb eilende Remedirung und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Prag den 15. Februar 1627. 

Pontes. Abth. II. Bd. XLI. 2. H&lfte. 31 



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482 

CLXXXIII. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus Ihr Mtt. Schreiben wird mein Herr vernehmen, was 
in SchlesieD passirt; die 2 Regiinenter ist sehr gut, dass sie 
dahin marchieren, BreiDer auf die Neuss, Lichtenstein auf 
Olmiitz und Holdstein auch auf die Neuss, denn ich muss den 
Feind zeitlich in seinen posti suchen, darzu dann die strapa- 
zirten Regimenter nicht ganz und gar werden konnen movirt 
werden, nur ein Theil darvon, in Sum ma durch das Disputiren 
bei Hof man erhalt nichts anders, als dass man macht das Volk 
desperiren und die Lander ruiniren. Dass man mich aber nach 
Hof will erfordern, da bitt ich darfur, denn ich muss itzt ein 
Cur iiber den ganzen Martium brauchen, auf dass ich nacher 
kann gesund zu Feld ziehen, und ich verbleibe hiemit 

Des Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Prag den 21. Februar 1627. 

Ich bitt nochmals meinen Herrn ganz dienstlich, dass man 
mich nicht fordert, denn Ihr Mtt. werden dardurch leiden, 
indeme mein Cur miisste verschoben werden und ich dardurch 
umb ein par Monat sp&ter zu Feld ziehen. 

CLXXXIV. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ich bitt meinen Herrn noch ganz dienstlich, er wolle 
impediren, auf dass man mich nicht nach Wien erfordert, denn 
es ist je itzunder unmuglich mir zu reisen, denn ich muss die 
Cur brauchen. Mit dem Merode hab ich accordirt, reducir 
seine 21 F&ndle in 10, gib ihm vor ein jede Compagnie 1000 
Reichsthaler, doch soil er zuvor wegen seiner restirenden Con- 
tribution in Mahren contentirt werden, bitt, mein Herr helfe 
ihm darzu, wie auch dass der Cardinal sampt seinem Cho- 
cheron [sic] dem Miniati aufhdret Ihr Mtt. Armada zu dis- 
gustiren, denn dardurch retardiren sie alle Imp ....(?); denn 



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483 

mit malcontenten Volk ziehe ich nicht zu Feld, will ich anders 
Ihr Mtt. nicht ihre Lander in Gefahr setzen. Eb ist der Berka, 
so Hauptmann zu Glatz gewest ist, gestorben, der Zdenko von 
Kolowrat will sein Gut haben, nun sagt man dahie, dass auf 
des Berka Schwestern das Gut gefallen ist und, da sie sich 
nicht drumb annehmen werden, auf den Kaiser; im Fall sich 
Ihr Mtt. des Guts annehmen werden, so bitte ich, man lasse es 
dem Merode wegen seiner Schuldforderung, was er beim Raiser 
hat und dieweil er meines Herrn Diener ist, bitt, mein Herr 
woll ihm darzu verhulflich sein. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 

Prag den 24. Februar 1627. 



CLXXXV. 

Hochwohlgeborner Freiherr ! 

Ihr Mtt. befehlen mir in 2 unterschiedlichen Schreiben, 
ich sollte nach Wien kommen, so vermeine ich, wann ich meine 
Cur werde geendt haben, welches innerhalb 14 Tagen geschehen 
wird, dass ich mich werde nach Wien begeben und meinem 
Herrn die Hand ktissen, und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Prag den 27. Februar 1627. 



CLXXXVI. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Auf Ihr Mtt. Befehlich muss ich mich auf Wien begeben, 
denn ich sehe, dass nichts hauptsachlichs durch das hin und 
wieder schicken kann gericht werden. Aus Beilag wird mein 
Herr sehen, was die Cammer vor Possen macht wegen der 
bohmischen Contribution, behiite mich Gott, dass ein einige 

31* 



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484 

Cammer sollte die Disposition darvon haben, die Ratungen 
kann man ihnen wohl than, aber nichts anders. Mein Herr 
wird desswegen von Herrn Michna besser informirt werden. 
Ich schicke ihm auch, was mir der Kaiser wegen des Wratislaw 
schreibt, nun ist der Obr. von Arnem albereit vor 3 Wochen 
daselbst zum Obristen auf Ihr Mtt. Befehlich installirt worden, 
bitt der o wegen, dass Ihr Mtt. dem Cujon seine Impertinenzen 
einstellen, hat er was zu fordern oder sich zu lamentiren, wann 
ich itzt werde zu Wien sein, so kann ers than, es wird nicht 
an Mitteln mangeln, dass man dem Kerls sein Rest kann geben, 
stelle er aber nur die Impertinenzen ein. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Prag den 3. Martii 1627. 



CLXXXVII. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Auf diesmal weiss ich meinem Herrn nichts anders zu 
schreiben, allein dass ich verhoffe in Kurzem zu Wien zu sein 
und meinem Herrn die Hand ku'ssen, unter dessen bitt ich, man 
wolle den Regimentern Lichtenstein und Breiner Ordinanz geben 
nach der Neuss zu ziehen, denn wenn man darmit differiren 
wird, so werde ich desto spater auch den Feind angreifen 
konnen und per consequenz diese Lander des Kriegslasts desto 
spater liberirt, und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Prag den 5. Martii 1627. 

CLXXXVIII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus meines Herrn Schreiben hab ich vernommen, dass 
er mir befehlen thuet, bei ihm zu losieren, welche Gnad ich 
mit grossem Dank annehmen thue, insonderheit dieweil das 



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485 

Haus weit genug ist, class ich meinem Herrn keine Ungelegenheit 
zufugen werde, und dieweil Herr Michna zu Wien albereit an- 
gelangt ist, als bitt ich, mein Herr wolle sich bei Ihr Mtt. 
wegen der bohmischen Contribution interponiren, denn ich kann 
je nicht drein bewilligen, dass die Cammer etwas ausserhalb 
der Ratungen darmit zu schaffen hat, und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Prag den 9. Martii 1627. » 



CLXXXIX. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Der Herr Questenberg zieht nach Wien, wird meinem 
Herrn in allem konnen Information geben. Mit mir bessert 
sich wohl etwas, aber ich hab schlechtes Verlangen gesund 
zu werden, denn dardurch bekomme ich ein schwerere Krank- 
heit, die raich mehr als das Podagra tormentiren wird; nichts 
desto weniger, wanns besser sein wird, will ich mich aufmachen 
und auf Wien verfugen, auf dass ich meinem Herrn kann die 
Hand ktissen, verbleibend 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Habern den 6. April 1627. 

CXC. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ihr Mtt. schreiben mir, sie seheten gem, dass auf der 
bohmischen Statthalter Begehren das Volk, so in Quartieren 



Aus einem Schreiben ddo. Prag den 31. MKrz 1627 geht hervor, dass 
Waldstein am 25. Mfirz von Prag abgereist ist, unterwegs aber am Po- 
dagra erkrankte und lfingere Zeit zu Habern bettlagerig war. (Copie 
im Munch. Staatsarchiv, 3/18. Fol. 225.) 



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486 

bleibt, soil aufbrechen, sie versprechen ihnen die Unterhaltungen 
zu schicken, nur bin ich der Bohmen gar zu wohl kundig, 
drumb excusir ich mich bei Ihr Mtt., dass nicht miiglich ist 
Bolches zu than, will ich die Armee nicht destruiren und nacher 
wann im Augusto die Feindt recht anziehen werden, so hette 
ich kein Volk ihnen zu resistiren und auf solche Weis k&me 
der Kaiser umb Land und Leut ; die Eerls bedenken nicht die 
futura, sondern die praesentia und wissen doch, wenn der Kaiser 
periclitirt, dass sie verloren seind. Bitt, mein Herr wolle Ihr 
Mtt. destwegen recht berichten, denn es ist nicht Zeit zu 
campiren, eher dann dass Getraidt abgeschnitten ist. Dies thue 
ich ein eussersten Sforzo, und thete ich anders, und ziehet mit 
allem Volk auf, so were die Armee inem Monat ganz destruirt 
e dapoi a revedersi iiber der Brucken bei Wien. Ich aber 
verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Prag den 27. Mai 1627. 

P. S. 

Ich hab meinem Herrn vorgestern geschrieben und ge- 
beten, man solle des Herzogs von Holdstein 5 Ffindle nicht 
ins Reich schicken, sondern dieselbige bis auf den Marci bei 
den andern 2 Regimentern lassen, alsdann will ich sie brauchen 
zur Recuperirung der occupirten Platz in Schlesien, denn ich 
hette zu wenig Fussvolk, dieweil man versichert sein kann, 
dass kein einigs Volk, so in Ungern gewest ist, kann vor dem 
Junio zu Feld gefuhrt werden; man darf sich aber nicht be- 
sorgen, dass ich sie nacher dahie lassen werde, sondern wann 
ich werde aufziehen, will ich sie mit ins Reich nehmen, und wann 
man von nothen wird haben, ein anderes Volk dahie lassen. 
Bitt, mein Herr communicir dies mit dem Grafen von Collalto, 
denn ich wollte gern alles wiederumb in ein gute Richtigkeit 
bringen. 



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487 
CXCI. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Der Graf Schlik schreibt meinem Herrn, auf class er ihn 
in seiner Praetention, welche er in Abschlag seines Rests begehrt, 
bei Ihr Mtt. favorisiren wolle, nun weiss ich, class der Graf 
zuvor wohl bei meinein Herrn recommendirt ist, nichts desto 
weniger bitt ich mein Herrn ganz dienstlich, ihn in dieser Sach 
ihm befohlen sein zu lassen, welche Gnad ich vor eigen an- 
nehmen werde, und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Jagerndorf den 5. Juni 1627. 

Mein Herr wird mehr particularmente vom Grafen selbst 
informirt werden ; darauf ich mich dann referiren thue. 



CXCII. 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

A us Ihr Mtt. Schreiben wird mein Herr vernehmen mogen 
aller Beschaffenheit dahie ; ich hoffe in Eurzem mit dem Feind 
fertig zu werden, denn ich atacir ihn auf alien Seiten con le 
arme e con le pratice, alsdann will mich nach dem Nieder- 
sachsischen Kreis wenden. Ich hab Ihr Mtt. zu unterschied- 
lichen malen geschrieben wegen der 6 Stuck, so zu Wien ge- 
gossen sein worden. Bitt, mein Herr er rede auch mit dem 
Herrn von Tiefenbach, auf dass ers befurdert, denn ich hab 
nur 6 Singerin und man richt wenig darmit, wenn ihr nicht 
mehr sein. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Kosel den 7. Juni 1627. 



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483 

CXCIII. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ich zweifel nicht, dass mein Herr aus meinem vorigen 
Schreiben wird vernommen haben, was vor bose Consequenz 
im Reich verursachen wird die Arrestirung der Waffen von 
den catholischen Kurfiirsten, drumb bitte ich umb schleunige 
Remedirung. Der Kunig aus Polen begehrt ein Regiment 
Knecht von mir, ich hab ihms bewilligt, weiss aber nocb nicht, 
was vor eins ich ihm schicken werde. Ich werde die Armee 
bis Mittwoch beisainmen haben, bis Donnerstag ziehe ich gegen 
Lischwitz, alsdann wollen wir sehen, was der Feind vor ein moto 
than wird und darnach sich rich ten, und ich verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Neiss den 13. Juni 1627. 



CXCIV. 
Hoch wohlgebor ne r Freiherr ! 

Itzt brich ich auf, vermeine Morgen an dem Feind zu 
sein. Der Herr Breiner, Administrator dieses Stifts, hat ver- 
sprochen alle Tag 60 Fuhren mit Brot auf Neustettle zu liefern, 
dies w "rd der Armee wohl zu statten kommen, ich schreib dest- 
wegen Ihr Mtt., bitt, mein Herr mache, dass Ihr Mtt. ihm ein 
Schreiben destwegen than, dass sie es mit kaiserlichen Gnaden 
erkennen, und ich verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Knecht 

A. H. z. F. m. p. 
Neuss den 19. Juni 1627. 



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cxcv. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Die hiesigen baben sich ergeben auf die Weis, wie die 
zu Lischwitz ; tibermorgeii ziehe ich auf Kosel zu, da der Feind 
versamblet ist, alldar verhoffe ihn oder zu schmieren oder zu 
sperren, wird er aber durchgehen, so folge ich ihm auf dem 
Fuss nach ala legera, lasse dem Don Balthasar etwas mehr 
vom Volk, als er itzt bei sich hat, auf dass er die ubrigen 
Orter occoupirt, in Summa, ich referir mich in allem auf des 
Herrn von Dona miindtlich Anbringen; ich hab auch zuvor 
vermeint, dass dem Kurfiirsten zu Brandenburg nicht zu trauen 

ist, nun bitt das Werk (?), denn er hat in alle Pass 

kaiserliches Volk eingenommen, sein Landvolk und Ritterschaft 
mit uns conjungirt und also kann ich kein Diffidenz mehr in 
sein Person stellen, und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Jagerndorf den 2. Juli 1627. 

Holsteinisch Regiment zieht in Polen. 



CXCVL . , . 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Ich schreib Ihr Mtt., dass sie inir ein schriftliche Voll- 
macht schicken wollten, denen von Adel und Stadten in Nieder- 
Sachsischen Kreis Perdon zu geben, welche sich zu Ihr Mtt. 
Devotion begeben werden. Nun ist es sehr viel daran gelegen, 
denn ich verhoffe ein grossen Nutz darmit Ihr Mtt. zu schaffen, bin 
sonsten vor mein Person nicht gar kostfrei mit perdoniren und 
also Ihr Mtt. kein Praejudicium nicht bringen wird, bitt, mein 
Herr woll es befurdern helfen, denn ich vermeine mich in 

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490 

Kurzem nach dem Nieder-Sachsischen Kreis zu wend en und 
verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. in. p. 
Kosel den 10. Juli 1627. 



CXCVII. 

Hochwohlgeborner Freiherr ! 

Aus Zeiger dieses wird mein Herr vernehinen, wies dahie 
mit dem Feind zugangen, ich verhoffe in kurzem fertig zu sein 
und micb nach dem Nieder-Sachsischen Kreis zu wenden, und 
verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. in. p. 
Eosel den 11. Juli 1627. 



CXCVIIL 
Hochwohlgeborner Freiherr! 

Die Fandle und Corneten, welcher ich 51 Stuck hab, 
hette ich alsbalden geschickt, aber verhoffe in ein par Tagen 
mit dieser Stadt auch schier zurecht kommen, wie auch stundlich 
erwarte ich vom Pechmann Aviso, dass er ihre Cavallerie 
getrennt hat, so schicke ich alios mit einander. Ich vermeine, 
dass er ihre Cavallerie wird an der Brandenburgischen Graniz 
antreffen; sie marchieren erschrecklich stark, aber die Pass 
sein ihnen alle verlegt, alsdann wende ich mich nach dem 
Nieder-Sachsischen Kreis und lasse etlich Tausend Mann dahie, 
dem Herrn Betlehem auf den Dienst zu warten, wies Ihr. Mtt. 
befohlen haben, und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Feldlager bei Tropau 
den 26. Juli 1627. 



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491 
CXCIX. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Heut hat sich Tropau auch ergeben gleich mit den Con- 
ditional! wie Kosl ; in ein par Tagen marchiere ich nach Teutech- 
land. Der aus Bay era hat die andern Kurfursten an sich 
gehenckt, wollte gem solches verhindern, der Possen aber 
wird ihm nicht angehen, denn er wollte allein gem dominus 
dominantium im Reich sein. Ich aber verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. m. p. 
Troppau den 29. Juli 1627. 



CC. 
Wohlgeborner Freiherr! 

Ich uberschicke Ihr Mtt. 65 Fandle und Cometen, so ich 
vom Feind bekoramen hab; ubermorgen marchiere ich nach 
Nieder-Sachsen, lasse aber bei 15.000 Mann zu Ross und Fuss 
in Schlesien und M&hren, auf dass man sich ihrer in fiir- 
fallenden Occasionen konnte gebrauchen, wenn der Betlehem 
nicht gut than wollte. Der Lorenzo de Maestro commendirt's, 
bleibt aber zu der Neuss und der Colloredo in Mahren. Wenn 
man in Ungern sollte Volk schicken, so schickt man 8 Fandle 
von Lichtenstein, des Mario 500 Pferd, des Obr. Lewels, 
Auersperg und Schaftenbergs Compagnien wie auch 2 von 
Don Balthasar. Ich vermeine uber das Volk in Ungern sollte 
man das Commando dem Obr. Lewel geben, wenn ers an- 
n eh men wird wollen. Ich aber verbleibe 

Des Herrn dienstwilliger 

A. H. z. F. m. p. 

Troppau den 31. Juli 1627. 



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492 

CCI. 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Der Sant Julien zieht auf Wien, wird raeinem Herrn 
wegen alles parte geben, ich vernimb, dass er auf Prag itzt 
reist, mir ist von Herzen leidt, dass ich ihm nicht kann auf 
den Dienst warten, offerir meinem Herrn mein Haus und alles, 
was in meinem Vermtigen stent, und verbleibe hiemit 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. in. p. 
Neuss den 6. August 1627. 



CCIL 

Hochwohlgeborner Freiherr! 

Aus dem Herrn von Questenberg wird mein Herr voll- 
kommliche Relation wegen alles bekommen, und dieweil mein 
Herr itzt in Bohiuen zieht, so wu'nsche ich ihm Gliick zu 
seiner Reis; leidt ist mir von Herzen, dass ich ihm nicht kann 
in der Person aufwarten und dieweil mein Weib, alsbalden die 
Hochzeit furiiber ist, nach Gitschin aus erheblichen Ursachen, 
welche mein Herr vom Maxen vernehmen wird, muss ziehen, 
als bitt ich, mein Herr wolle uns zur Gnad auch dahin kommen, 
denn ohne das were ihm die Weil lang zu Prag, seine Kinder 
wie auch der Herr Cardinal werden ihm daselbst auf den Dienst 
warten. Ich aber verbleibe 

Meines Herrn dienstwilliger Sohn und Diener 

A. H. z. F. ra. p. 

Schweinz [Schweidnitz?] den 11. August 1627. 



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Drurk Ton Adolf Holzhaunen in Wien 

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